Nr. 7. Donnerstag den 9. Januar 1890. Der chießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontogS. Die Gießener IsnmirienvtLlter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. ießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger Abonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: KchnlstraßeNr.r. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt für den Aveis Gieren. AnnahmevonAnzJl** | törafislmfagc: Gießener Aamikienökätter. folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. | ö v v-, \C Alle Annoncen-Bureaux bc5 In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, die Feldbereinigung in der Gemarkung Staufenberg betreffend. Nachdem Großh. Kreisamt Gießen die Einleitung des Verfahrens der Feldbereinigung und der Anlage von Wegen in den Baumstücken in der Gemarkung Staufenberg beantragt hat, nachdem von der Großh Landescommission für Feldbereinigung das beantragte Verfahren als zulässig erachtet und der Unterzeichnete als Commeffar zur Leitung der Abstimmung bestellt worden ist, wird Tagfahrt zur Abstimmung über den gestellten Antrag auf Mittwoch den 29. Januar 1890, Vormittags von 10 bis 12 Uhr itt das Gemeindehaus zu Staufenberg anberaumt und zu derselben die belheiligten Grundeigenthümer unter dem Rechtsnachtheil eingeladen, daß diejenigen, welche in dem Termin weder persönlich noch durch gehörig Bevollmächtigte abstimmen, als für den gestellten Antrag stimmend angesehen werden. Gießen, am 7. Januar 1890. Der zur Leitung der Abstimmung bestellte Commissär: Nebel, Amtmann- Gießen, am 8. Januar 1890. Betr.: Statistik der Todesfälle. Das Großh. Kreis-Gesundheitsamt Gießen an die Groüh. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche die Todeszeugniffe und Sterbefallszählkarten noch nicht an uns eingeschickt haben, werden an die umgehende Einsendung derselben erinnert- I- V-: Dr. Balser. Das Gr. Steuer-Commisiariat Gießen an die Gr, Ortsgerichts'Vorsteher des Bezirk L. Wir ersuchen Sie um Rücksendung der bescheinigten Bau- und Cullur-Veränderungs-Verzeichnisse. Gießen, den 7. Januar 1890. Süffert. Bekanntmachung, die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freimütigen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen- 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn die nähere Adresse angegeben wird. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a) Gebizrtszeugniß; b) ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit den Freiwilligen während einer einjährigen actioen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrig- keitli.ch zu bescheinigen; c) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasien, Realschulen , Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und den sonstigen militärberechtigten Lehranstalten) durch den Director dec Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit ooer ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d) das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt fein muß. Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, sämmtlich nach dem Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 5 von 1889 — ausgestellt sein müssen. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. Großh. PrüfungS - Commission für einjährig Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Corrcspondenz-Bureau. Berlin 7. Januar. (Privatdepesche- gestern Abend per Extrablatt veröffentlicht.) Ihre Majestät die Kaiserin- Wittwe Augusta ist heute Nachmittag 4 Uhr 30 Min. verschieden. (Kaiserin Augusta Marie Luise Katharine, ist geboren am 30. September 1811 zu Weimar als Tochter des Großherzogs Karl Friedrich von Sachsen-Weimar und dessen Gemahlin, ehem. Großfürstin Maria Paulawna von Rußland: sie vermählte sich am 11. Juni 1829 mit dem Prinzen Wilhelm von Preußen, dem späteren König von Preußen und deutschen Kaiser Wilhelm I. Eine schon in der Jugend mit allen Gaben des Geistes und Vorzügen des Herzens ausgestattete Prinzessin, widmete sie sich während ihrer beinahe 60jährigen Ehe mit dem am 9. März 1888 aus dem Leben geschiedenen Kaiser Wilhelm einer segensreichen Thätigkeit für Zwecke der Wohlthätigkeit und der Pflege verwundeter und erkrankter Krieger. Ihr Lieblings-Aufenthalt war Koblenz, woselbst sic seit 1848 fast jeden Sommer residirte.) Berlin, 7. Januar. In dem Zustande der Kaiserin Augusta war Mittags eine gewisse Ruhe eingetreten, weshalb die Mitglieder des Königshauses auf kurze Zeit das Palais verließen. Nachmittags waren das Kaiserpaar und sämmtliche Mitglieder des Königshauses wieder am Sterbebette versammelt. Die Kaiserin lag bereits von heute früh ab in Agonie und vermochte die ihr dargereichte Milch und kleine Eisstückchen nicht mehr bei sich zu behalten. Oberhofprediger Kögel befand sich bereits seit 3 Uhr Nachts am Krankenbett der Kaiserin. Mittags waren auch Moltke, Waldersee, Hausminister v. Wedell, Staatssecretär Bismarck und Herren aus der Umgebung des verstorbenen Kaisers Wilhelm im Palais erschienen. Berlin, 7. Januar. Heute Abend 8 Uhr findet im Sterbezimmer der Kaiserin ein Tr au e r g o tt es d i en st statt, welchen Oberhosprediger Kögel abhalten wird. Das Kaiserpaar sowie sämmtliche Mitglieder des Königshauses werden demselben beiwohnen. Das Palais der Kaiserin war während des ganzen Tages, bis sich die Flagge auf Halbmast senkte, von einer theilnehmenden trauernden Volksmenge umstanden. Sämmtliche Theater haben geschlossen, die Stadt beginnt bereits Trauerschmuck anzulegen. — Der „Reichsanzeiger" bringt anläßlich der Mittheilung vom Hinscheiden der Kaiserin Augusta, wodurch das kaiserliche und königliche Haus in die tiefste Trauer versetzt seien, einen Lebensabriß der Heimgegangenen. Der Nachruf schließt, indem der schweren Prüfungen gedacht wird, welche seit 1888 über sie verhängt waren: „Das Hinscheiden Feuilleton. Die rettende Schwitzcur. Humoristische Erinnerung eines „alten Hauses". (Fortsetzung.) Das fiel uns aber natürlich nicht im Entferntesten ein und Schrulle, unser Senior — selbstverständlich war Schrulle nur der Corpsname unseres Hauptes — donnerte dem Kutscher zu: „Mach, daß Du mit Deinem Kasten hier fortkommst, alte Nachteule, siehst Du nicht, daß Du deutschen Burschen den Weg versperrst?" Aber Johann, oder wie der biedere Rosselenker sonst heißen mochte, schien diese freundliche Anrede gar nicht weiter zu beachten, daß er sie aber gehört, bekundete der ordentlich tückische Blick, den er unter seinen buschigen, grauen Augenbrauen hervor auf unseren würdigen Senior niedersandte, und Kater, unser zweiten Chargirter, der diesen Seitenblick bemerkt und seinem vollen Werthe nach würdigte, ries wüthend aus: „Schrulle, zieh' doch dem Kerl mit der flachen Klinge ein paar über den Buckel, er scheint diese adhortatio sehr nöthig zu haben!" „Nicht doch," wehrte ein Dritter der Commilitonen ab, „da weiß ich etwas Besseres. Will die Kutsche vor den Studenten nicht Platz machen, so nehmen diese ihren Weg einfach durch die Kutsche." „Bravo, Max, bravo, der Einfall ist köstlich," jubelte der wilde Haufen dem Sprecher zu, „vorwärts, vorwärts, stürmt den Kutschenschlag!" „Aber wer mag denn nur in diesem antediluvianischen Bau stecken?" frug ein Vierter in ziemlich bedenklichem | Tone. „Na, das werden wir gleich sehen!" rief Kater, sich । vordräugend und den Kutschenschlag öffnend- er warf einen i Blick hinein in das Innere, schloß dann den Schlag wieder und meinte, mit unterdrückter Stimme sich zu uns wendend: „Hm, es sitzen ein paar alte dicke Damen d'rin, aufgedonnert wie die Pfingstochsen — schade, daß keine junge dabei ist!" „O, da haben die Damen gleich was zu erzählen, wenn sie wieder nach Hause kommen, wie sie hier mit der würdigen Studentenschaft von X. Bekanntschaft geschlossen haben. Vor- wärts, meine Herren, die Cour beginnt?" entschied jetzt Schrulle, öffnete den Kutschenschlag von Neuem und stieg, in seinen Kanonenstiefeln, in der Rechten den Schläger, in der linken die lauge Pfeife, von der sich Schrulle überhaupt nur selten trennte, in die Kutfche hinein, während Johann oben auf dem Bocke ein erzdummes Gesicht machte und offenbar nicht wußte, wie er sich bei dem seltsamen Vorgänge verhalten sollte. „Gu'n Morjen, meine Damen, sehr schönes Wetter heute", erklang drinnen die tiefe Bierbaßstimme unseres Seniors und gleich daraus stiefelte er auf der anderen Seite ebenso pomadig aus der Arche heraus, wie er hineingestiegen war. Natürlich folgte ihm die ganze Carona schleunigst nach, jeder machte vor den beiden Damen, welche vor Schreck und Entsetzen ganz wortlos und starr dasaßen, seine Referenz, begleitet von dem „Morjen"-Gruß, und fügte irgend eine Bemerkung hinzu, wie: „Der Kasten stammt wohl direct von Noah her", oder: „Ja, meine Damen, das Dasein verlangt oft Ungewöhnliches" und was dergleichen höchst geist reiche Redensarten mehr waren. Selbst die Corpshunde Plnto und Styx hielten es für ihre Pflicht, den Weg durch die Kutsche mitzumachen und als die beiden Köter drinnen auf tauchten, schienen die beiden Insassinnen erst wieder Leben zu bekommen, denn die eine Dame kreischte laut auf, wobei mir die Stimme merkwürdig bekannt vorkam. Doch ich hatte keine Zeit, hierüber groß nachzudenken, ich war zufälliger Weise der Letzte in der Reihe, stieg ein und begrüßte natürlich die beiden Damen auch mit einem möglichst tiefgebrummten „Gu'n Morjen" und wollte mich eben zur anderen Seite hinausschwingen, als mein Blick aus die beiden Damen fiel und — o heiliger Gambrinus, wer beschreibt meinen Schreck — die eine derselben war meine liebwerthe Mama selber, eine Verwechslung konnte es gar nicht geben! Auch Mama starrte mich an, als ob sie einen Geist gesehen, indessen, hier galt es für mich, um keinen Preis die Fassung zu verlieren und eine ungemein gleichgiltige Miene heuchelnd, stieg ich zum anderen Kutschenschlag vollends hinaus. Kaum war ich aber draußen, als ich meinen Freunden zuraunte: „Donnerwetter, Commilitonen, das ist ja meine Alte, die in dem verwünschten Kasten mit sitzt — das ist ein netter Reinfall! Schnell, rathet mir, helft mir, denn das wird eine gräuliche Epistel abgeben!" Damit hatte ich nur zu Recht, denn so gut auch meine Frau Mama sonst war, für solche Streiche besaß sie absolut kein Verständniß und wenn sie dahinter kam, daß ich zu jener Rotte Korah gehört hatte, die den beiden Damen eine so merkwürdige Cour abgestattet, so konnte ich mich heilig darauf verlassen, daß sie den Vater so lange bearbeitete, bis er mich von X. abberief — dann ade, Du schönes Burschenleben! Uebrigens ging es mit sehr natürlichen Dingen zu, daß Mama so frühe schon in X. erschienen war. Wie ick) nachher von ihr selber erfuhr, war sie, nachdem sie wirklich zu dem des geliebten Gemahls, dem die Kaiserin in allen Lebenslagen treu zur Seite gestanden, der Tod des einzigen Sohnes und eines hoffnungsvollen Enkels trübten die letzten beiden Lebensjahre, welche die Verstorbene in Berlin, Babelsberg, Koblenz und Baden-Baden zubrachte- in größter Seelenstärke überwand sie alle Schmerzen und war bis zum letzten Athemzuge ihres reich gesegneten Lebens unermüdlich thätig, Wohlthaten zu spenden, Nothständen abzuhelsen. Ihr Andenken wird im Königshause wie im Reiche nie erlöschen." Berlin, 7. Januar. Der „Post" zufolge ist im Befinden der Fürstin Bismarck eine Besserung eingetreten, jedoch werde Professor Schwenninger, der hierher zurückgekehrt war, sich heute Abend nochmals nach Friedrichsruh begeben. Berlin, 7. Januar. Staatsminister v. Bötticher begab sich heute zum Reichskanzler nach Friedrichsruhe. — Den „Berl. Pol. Rachr." zufolge, ist die Nachricht von den am 6. März, stattfindenden Neichstagswahleu verfrüht und noch keinerlei Beschluß darüber gefaßt. Aachen, 7. Januar. Auf Veranlassung der Polizeidirec- tion sind die sämmtlichen hiesigen Schulen wegen der hier herrschenden Grippeepidemie bis zum 23. d. M. geschlossen worden. Elberfeld, 8. Januar. Im Socialistenprozeß meldeten der Staatsanwalt und die verurtheilten Angeklagten Revision an. Breslau, 7. Januar. Der „Schles. Ztg." zufolge fuhr ein Sechstel der Belegschaft des Valentinschachtes ein, ohne daß die Forderung sofortiger Einführung der achtstündigen Schicht bewilligt wurde. Breslau, 7. Januar. Die „Schlesische Zeitung" erfährt: Die diesjährigenKaisermannöver finden beim fünften und sechsten Armeecorps statt. — Derselben Zeitung wird gemeldet: Die Belegschaft des Schmiedeschachtes ist, nachdem ihre Forderungen, insbesondere betreffend die sofortige Einführung der achtstündigen Schicht bewilligt wurden, heute eingefahren. Beim Valentmschacht der Wolfganggrube ist die Lage unverändert. Im Claraschachte derselben Grube ist die Förderung überhaupt nicht eingestellt. Stuttgart, 7. Januar. Beim König nimmt der Catarrh einen regelmäßigen Verlauf. Der König fühlt sich noch ziemlich angegriffen. Im Befinden der Königin zeigt sich langsame stetig fortschreitende Besserung. Die Erscheinungen des Katarrhs sind im Rückgang begriffen. Der Appetit und die Kräfte beginnen sich zu heben. Fieber ist nicht mehr vorhanden. — Der „Staats-Anzeiger" meldet über die Influenza in den Garnisonen: Die Grippe erlangte seit dem ersten Januar rasche, steigende Verbreitung. Am 6. Januar waren über 1600 Militärpersonen in ärztlicher Behandlung, davon 600 in Ulm, 450 in Ludwigsburg, 130 in Stuttgart, 115 in Heilbronn. Nur ein Todesfall kam in Gmünd vor. Bern, 7. Januar. Die Berner Regierung stellte wegen der durch den Setzerstrike eingerretenen Unordnungen, Bedrohungen und Mißhandlungen die gesammte staatliche und städtische Polizei Berns unter ein Cvmmando und ernannte den Oberstbrigadier Scherz zum Platzcommandanten. Für zwei Compagnien wurde Marschbereitschaft angeordnet. Kopenhagen, 7. Januar. Die Influenza hat hier erheblich abgenommen. Paris, 7. Januar. Das Kabel zwischen Frankreich, Dänemark und Rußland ist in der Nordsee gebrochen. Nancy, 7. Januar. Unweit Pompey sind heute Vormittag ein Personenzug und ein Güterzug zusammengestoßen. In Folge des starken Nebels konnten die Maschinen- sührer die Gefahr nicht rechtzeitig erkennen und Gegendampf geben. Mehrere Reisende sollen verletzt sein. London, 7. Januar. Amtlicher Meldung zufolge leidet die Königin seit geraumer Zeit sehr an Rheumatismus. Obwohl sonst völlig Wohl und im Stande, alle ihre hohen Pflichten zu erfüllen, könne sie sich jedoch der mit der Eröffnung des Parlaments verknüpften Anstrengung nicht unterziehen. Nom, 7. Januar. Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich wird infolge des Ablebens weiland Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta morgen um 1 Uhr 30 Min. nach Berlin abreisen. Brüssel, 7. Januar. Das „Theätre de la Bourse“ ist vorige Nacht vollständig durch eine Feuers- brunst zerstört worden. Das Feuer brach zwischen 2*/? und 3 Uhr Morgens im Maschinensaale aus. Das Haus ist bis aus die Außenmauern zerstört. Alle Löschmannschaften Brüssels und der Vorstädte sind zur Stelle. Das an das Theater grenzende Centralhotel sowie die übrigen an dasselbe angrenzenden Häuser standen ebenfalls in großer Gefahr, konnten aber erhalten werden. Die Rettung der Bewohner der gefährdeten Häuser erfolgte ohne Unglücksfälle, jedoch mit großer Schwierigkeit. Der Brand ist localisirt und keine Gefahr mehr für die großen nahegelegenen Magazine. Washington, 7. Januar. Der oberste Gerichtshof entschied, daß seidene und baumwollene Bänder, wenn dieselben ausschließlich für Hutgarnitureu verwendet werden, dem Zolle von zwanzig und nicht fünfzig Dollars unterliegen. Infolge dieser Entscheidung wird die Regierung sechs Millionen Dollars zuviel erhobenen Zolles an die Importeure zurückzuzahlen haben. Cocaks tittö Krovrrrztelks. Gießen, 8. Januar. — Eine öffentliche Sitzung des Provinzial-Ausschuffes findet Samstag den 11. Januar lfd. Js., Morgens 9 Uhr, im Negierungsgebäude zu Gießen statt, in welcher folgende Gegenstände verhandelt werden: 1. Gesuch des Heinrich Eiser von Hungen um Erlaubniß zum Betriebe einer Zapfwirthschast - 2. Gesuch des Wilhelm Lachmann zu Schlitz um Genehmigung der Anlage eines zweiten Brennofens; 3. Ansinnen des Großh. Kreisamts Büdingen an die Gemeinde Usenborn wegen Anschaffung von Schul-Subsellien; 4. Desgl. an die Gemeinde Hamcheu wegen Neubaues eines Schulhauses; 5. Klage des Ortsarmenverbands Hanau gegen die Gemeindekrankenversicherung Leihgestern wegen Ersatz von Cur- und Pflegekosten für den Gärtner Ernst Wilhelm Bär von Wiudecken. — Die Stadtverordneten-Sitzung vom 2. ds. Mts. beschäftigte sich auch mit der Zusammensetzung der verschiedenen städtischen Deputationen. Es wurden gewählt: In die B a u d e p u t a t i o n die Herren Hoch , Petri, Dr. Ploch, Schiele und Vogt; in die Commission für das Feuerlöschwesen die vorigen; in die Friedhofscommission die vorigen - in die Finanzcommission die Herr^r Grüneberg, Homberger, Scheel und Sch mall- in die Commission für das Gas- und Wasserwerk die Herren Georgi, Heyligenstaedt, Homberger und Vögtin die Schlachthauscommission die Herren Jug- hardt, Simon und Vogt, sowie Herr Kreisveterinärarzt Prof. Dr. Winkler, Karl Metzger, Ludwig Pirr und Ludwig Vogt - in bte juristische Commission die Herren Beigeordneten Keller und Langsdorfs, Dr. Gutfleisch und Georgi - in die Commission zur Prüfung der Gesuche um Erlaubniß zum B r a n n t w e i n a u s s ch a n k die Herren Habe- nicht, Jughardt, Keller und Löber - in die S ch u l c o m m i s s i o n die Herren Adami, Georgi, Homberger und Dr. Thaer - in die Commission für das Einquartierungswesen die Herren Habenicht, Keller, Löber und Schopbach - in die Commission für das Turnwesen die Herren Adami, Habenicht, Löber und Schwall- in die landwirthschastlich e Commission die Herren Adami, Simon, Dr. Thaer und Vögtin die Deputation für Festsetzung der Jahrmärkte die Herren Jughardt, Scheel, Simon und Vögtin die Deputation zur Unterzeichnung von Urkunden die Herren Jughardt, Vogt und Wallenfels- in die Verschlußcommission die Herren 'Keller, Vogt und Schopbach - in die Arm e n d e p utati o u die Herren Hoch, Langsdorfs, Dr. Ploch, Simon und Wallenfels, sowie Aug. Mayer: in den S ch u l v o r st a n d die Herren Adami und Dr. Thaer - in das C u r a t o r i u m der höheren und e r w. Mädchenschule die Herren Georgi und Schiele. Den Vorsitz in sämmtlichen Commissionen führt bis auf weiteres Herr Bürgermeister Gnauth. — Von Herrn Lehrer Curschmann geht uns Folgendes mit der Bitte um Veröffentlichung zu: Das diesmalige Weih- nachtsfest hat mir eine Freude gebracht, wie sie mir nicht größer werden konnte. Eine edeldenkende Familie, welche mir leider ihren Namen zu nennen untersagte, hat, um das Andenken lieber Verstorbenen zu ehren, mir die bedeutende Summe von 1000 Mark übergeben mit dem Ersuchen, dieselbe dem ansehnlichen Capital hinzuzufügen, welches edeldenkende Menschen im vorigen Jahre zur dauernden Erhal- rung meiner Weihnachtsbescheerung für arme Kinder gestiftet haben. Ich habe dem entsprochen und statte den Gebern auf diesem Wege meiueu herzlichsten und innigsten Dank ab. Möge der liebe Gott an ihrer Familie und den eigenen Kindern hundertfach segnen, was sie an denen der Armen gethan haben. H. Curschmann, Lehrer. -e. Für unsere Mitbürger dürste folgender kurze Lebensabriß des ersten Universitätsprofessors, der Mitglied unserer Stadtverordnetenversammlung geworden ist, nicht ohne Interesse sein. Wir entnehmen denselben der 4. Auflage von Meyers Conversationslexikou, das auch über andere hervorragende Lehrer, die an unserer Hochschule gewirkt haben oder noch wirken (wir nennen z. B. Heyer, Liebig, Carriere, Gareis, Harnack, Jheriug, Dillmann, Ritgen, Laspeyres, Oncken rc.), bereitwillig Auskunft gibt. Konrad Wilhelm Albrecht Thaer, Landwirth, geboren 6. August 1828 auf Lüdersdorf bei Wriezen a. O., studirte 1846 in Heidelberg Staats- Wissenschaft, dann in Möglin und Berlin, erlernte die Lcmd- wirthschaft in England und Schottland und übernahm in der Heimath die Verwaltung zweier Güter. 1859—61 lehrte er an der Akademie zu Möglin, habilitirte sich darauf in Berlin und erhielt daselbst 1866 eine außerordentliche, 1871 in Gießen eine ordentliche Professur. Er schrieb: „System der Landwirthschast" (Berl. 1877)- „Die Wirthschastsdirection des Landgutes" (2. Ausl. das. 1881); „Die altägyptische Landwirthschast" (das. 1881)- „Die landwirthschaftlichen Un fräuter" (das. 1881, mit 24 Tafeln) u. s. w. k. Theater. Die Nr. 4 des Gießener Anzeigers enthält im Annoncentheil einen heftigen Angriff auf die harmlose Notiz, in der wir neulich die Ansicht ausspracheu, daß die Aufführung der Jbsen'schen „Gespenster" angesichts der vorhandenen Kräfte eine sehr tüchtige zu werden verheiße. Nur ungern und im Falle der Nothwehr verstehen wir uns dazu, mit Beiseitelassung der Kritik der „Grille" das betreffende Eingesandt — mit aller Ruhe und Sachlichkeit natürlich — etwas schärfer zu beleuchten. Der verehrte Herr Verfasser hat offenbar — er nehme es nicht übel — die „Gespenster" selbst noch nie zu Gesicht bekommen, sondern feine Kenntniß des Stückes lediglich aus Urtheilen über dasselbe und zwar zudem ausschließlich aus solchen in Blättern der alleräußersten Rechten bezogen. Sonst könnte ihm der kleine Lapsus, daß er das erschütternde Trauer spiel als „L u st spiel" bezeichnet, nicht wohl passirt sein. Auch würde er wissen, daß von einem „großen Figurenreichthum" in dem Drama nicht die Rede sein kann: es treten überhaupt nur fünf (5) Personen auf. Die Feststellung dieser Bombenirrthümer und das eigene treuherzige Bekenntniß des Herrn Verfassers, noch nie hier im Theater gewesen zu sein, müßten genügen, nm die Art seines Vorgehens und seine Berechtigung, in Theaterangelegenheiten mitzusprechen, ins rechte Licht zu setzen. Sie gestatten ihrem Referenten wohl, auch aus die übrigen Bemerkungen gebührend zu antworten. Der Herr Einsender spricht nämlich im weiteren Verfolg seines Artikels von der „wenig verschämten Zeichnung eines Pastors". Es ist nicht allein unklar, energischen Entschluß gelangte, mich in X. zu überraschen, mit der Post bis M., einem etwa anderthalb Stunden von X. entfernten Ackerstädtchen gefahren, wo eine intime Jugendfreundin von ihr an einen Gutsbesitzer verheirathet war und wo Mama übernachtete. Arn anderen Morgen fuhren dann die beiden Damen in der erwähnten Kutsche herein nach L. und „landeten im „Grauen Wolf", von wo aus mir Mama unverzüglich einen Besuch abzustatten gedachte. Nun, meine Comrnilitonen begriffen vollkommen meine verteufelte Situation und Schrulle, wie immer rasch gefaßt, sagte : „Hat Dich die Alte erkannt?" und als ich hierauf die hohe Wahrscheinlichkeit des gegenseitigen Erkennens zugeben mußte, entschied Schrulle: „Du gehst sogleich in Deine Bude, wirfst Dich ins Bett und siehst zu, daß Du recht tüchtig ins Schwitzen kommst - wenn dann Deine Alte anrückt, dann bist Du schon seit gestern krank, — hörst Du wohl, mein Junge, feit gestern krank, das ist möglicher Weise das Einzige, was Dich retten kann - selbstverständlich darfst Du nicht vergessen, Deinen Hausphilister und auch den „Besen" gehörig zu instruiren. Ich werde unterdessen sehen, ob ich die Alte etwas aufhalten kann - übrigens gehen da oben ein paar Vandalen — vielleicht kannst Du sie zu „Freunden im Krankenzimmer" „keilen", denn wenn diese Rolle einige von uns übernehmen wollten, so wäre das riskant, sie könnten in Folge der Kutschen-Durchkriecherei gerade erkannt werden. Jetzt spute Dich aber, ich glaube, wir werden schon beobachtet." Dte nochmalige Empfehlung zur Eile hörte ich kaum mehr, denn ich sauste spornstreichs meinem Quartier in der „Grünen Gasse" zu- unterwegs gelang es mir leicht, die drei „Vandalen" zu der ihnen zugedachten Rolle zu überreden und so rückten wir denn vier Mann hoch auf meiner „Bude" ein. Mein „Hausphilister" oder Quartierwirth, der brave Tischlermeister Meixner, sowie der „Besen", vulgo dienstbare Geist Hannchen, nahmen verstäudnißinnig ihre Instructionen entgegen, denen zufolge ich als seit einigen Tagen bettlägerig gelten sollte, und nun ging es an die weitere Cvmödie, die ich — leider, leider — vor den Augen der gestrengen Frau Mama jedenfalls aufführen mußte. Zunächst wurden alle Fenster im „Krankenzimmer" geschlossen, woraus ich mich in mehrere Betten und Decken einpacken ließ, und um den nöthigen Schwitzproceß zu beschleunigen, bereitete einer der „theilnehmenden" Vandalen einen starken, heißen Grog, von dem ich rasch einige Gläser hinunterstürzte. Und ob ich nun schwitzte! Draußen herrschte das prächtigste Juniwetter, so etwa zwanzig Grad Reaumur und ich lag inmitten eines Wulstes von Federbetten, mit vier oder fünf Gläsern eines steifen Grog im Leibe, da ... . natürlich lief mir der gewünschte Schweiß bald stromweise von der Stirn und überhaupt begann ich mich so unbehaglich wie nur möglich zu fühlen. Aber das war nur die gerechte Strafe für die kecke „Courschneiderei" in der Kutsche und überdies mußte ich nun auch durchführen, was ich einmal begonnen- trotzdem verwünschte ich immer und immer wieder meine Situation, die mir um so unerträglicher erschien, als sich die drei „Freunde aus Krankenbesuch" inzwischen ein paar Krüge mit schäumendem Bier hatten kommen lassen und sich ganz wohlgemuth zu dem landesüblichen schönen Bier-Ramsch neben mir niederließen — es war zum Verzweifeln! Da erklangen Schritte auf der Treppe, leise öffnete sich die Thür, Hannchen steckte einen Augenblick ihr Gesicht mit einer höchst bezeichnenden Geberde herein, um wieder zu verschwinden und dann meine Frau Mama hereinzuschieben. Mama blickte erst die drei ramschspielenden Vandalen, die sich jetzt ehrerbietig erhoben, und dann mich, ihren schwitzenden filius in dem umfangreichen Bettgehäufe, mit einem Ausdrucke an, der, ich muß gestehen, an Verblüfftheit grenzte, so daß ich mich schleunigst in das Kopfkissen vergrub, um ein in diesem entscheidenden Momente jedenfalls sehr gefährliches Lachen zu verbergen. Glücklicher Weise erfaßte der eine der Vandalen, ein „altes Semester", dem überdies eine Brille und ein prächtiger Vollbart ein ziemlich vertrauenswürdiges Aussehen verliehen, die Situation vollkommen. Er machte vor Mama eine elegante Verbeugung, griff nach meinem Handgelenk, als ob er mir den Puls fühle, und sagte mit gedämpfter Stimme: „Ah, Frau Oeconomieräthin wollen sich selbst einmal von dem Befinden des werthen Herrn Sohn überzeugen- die Gefahr ist vorüber! Zu meiner — und gewiß auch Ihrer Freude — kann ich, als augenblicklicher Vertreter des Herrn Dr. Windmeier, Ihnen die beruhigende Mittheilung machen, daß das gastrische Fieber, von welchem Ihr Herr Sohn, unser lieber Commiliton, vor einigen Tagen befallen wurde, so ziemlich wieder geschwunden, und daß die Schwitzcur, welche Dr. Windmeier anordnete, von wohlthätigster Wirkung gewesen ist. Ich glaube, daß Ihr Herr Sohn bei strenger Befolgung der bisherigen Diät bereits morgen das Bett wieder verlassen können wird, für heute ist es selbstverständlich, daß er nicht nur das Zimmer, sondern auch noch das Bett hütet, es könnte sonst vielleicht doch ein bedenklicher Rückfall eintreten. Im Uebrigen glaube ich, wird dem Parienten ein leicht gedämpftes Täubchen, in etwa zwei Stunden genossen, und gegen Abend eine gute Bouillonsuppe nichts schaden- mit den Getränken, denke ich, fahren wir noch ein paar Tage fort, wie bisher also Limonade mit Wasser." (Schluß folgt.) was damit gesagt sein soll,, sondern auch, soweit wir verstehen, völlig unwahr. Der Pastor Manders wird ganz im Gegentheil als ein durchaus ehrenwerther Mann von großer Energie und Strenge dargestellt. Nur hält der Dichter die Ideale, deren Dienst Manders seine kraftvolle Persönlichkeit weiht, nicht für die richtigen. Was der Herr Einsender sodann mit seinem Jammer über die angeblichen Pikanterien will, ist ganz unersichtlich. Dachte er an die Schlußscene des ersten Actes oder woran? Mit demselben Rechte, wie bei den Gespenstern könnte man auch bei Goethes „Faust" oder Schillers „Don Carlos" ein hochmoralisches Gruseln bekommen. Oder sollte der Verfasser am Ende gar zu jenen seltsamen Schwärmern gehören, die die „heidnischen" Werke Schillers und Goethes am liebsten verbrennen? Wir können ehrlich versichern, Ibsens Gespenster greifen zwar mit fester Hand in ein — gleichgültig ob wirkliches oder blos eingebildetes — Wespennest, aber eine Verletzung der Decenz, ein Ueber- schrciten noch erlaubter Grenzen findet nirgend statt. Jede Frau und jedes Mädchen kann unbedenklich das Stück genießen. Was darin solches Aufsehen erregte, war einzig die Thatsache, daß zum ersten Male ein Dichter freiere Lebens- aufiassungen von der Bühne herab verkündete. Längst ist das voreilige Verbot in Stettin wieder aufgehoben, in Berlin hat unseres Wissens ein solches nie bestanden. Man mag die Anschauungen Ibsens theilen oder befehden, gleichviel: zugestehen wird ihm jeder nicht Voreingenommene, daß er seinen Standpunkt mit genialer dichterischer Kraft gewahrt hat, und sein Drama aus jeden cmpfindungssähigen und denkenden Menschen einen ganz gewaltigen Eindruck nicht verfehlen kann. k. Theater. Mit Rücksicht auf die Erwiderung in Sachen der „Gespenster" muß sich unsere Besprechung der Dienstagvorstellung auf das Nöthigste beschränken. Hervorheben wollen wir, daß die „Starken Mittel" von Rosen ein famoser Schwank sind, bei dem man aus dem Lachen nicht herauskommt und daß eine zweite Aufführung um so dankenswerther wäre, als die erste, entsetzlich schwach besucht, wieder eine Verlustvorstellung für die Direktion war. — Frau Anni Reiners stattete ihre Rolle wiederum mit der ihr eigenen unvergleichlichen Grazie, Anmuth und Innigkeit aus. Je schwerer es ist, neben einer solchen Partnerin zu bestehen, um so größer ist das Lob für Herrn von Gallas, wenn wir ihm das Zeugniß geben, daß er mit weltmännischer Laune und Gewandtheit seine Partie spielt und den Lustspielton ausgezeichnet traf. Herrn Director Reiners freuten wir uns wieder einmal als Pampers in einer seiner Eigenart am meisten entsprechenden Rolle zu sehen — als gemächlicher alter Herr — wo er schlechterdings, wie sich auch gestern wieder bewährte, keinen Rivalen zu scheuen braucht. Auch seine Braut, Frau Jaskowski, veranlaßte als schmachtende alte Jungfer große Heiterkeit und wohlverdienten Beifall. Als Franz hätte Herr Ullrich mehr aus sich herausgehen können, während das sonst anerkennenswerthe Spiel von Fräulein Neuschilling etwas unter einer Indisposition der Dame litt. Eine sehr achtbare und tüchtige Leistung war der Mohrmann des Herrn Jaskowski, indessen Fräulein Maas sich diesmal noch nicht recht mit der Rolle seiner Frau abfand. Sehr nett wurde die kleine Rolle der Karoline, und völlig befriedigend diejenige des Ballcommissärs (Herr Frank) gespielt. — Werthsendungen an Vorschußvereine und sonstige Genossenschaften, bei denen die Adresse nichts vollständig ist, z. B. der in Folge des neuen Genossenschafts-Gesetzes vorgeschriebene Zusatz: „Mit unbeschränkter Haftpflicht" fehlt, sollen von jetzt ab von der Post als unbestellbar behandelt werden und ist deßhalb genaueste Aufschrift erforderlich. * Lollar, 8. Januar. Von 560 auf der Buderus'schen Main-Weser-Hütte hier beschäftigten Arbeitern sind z. Zt. 140 an der Influenza erkrankt. * Lauterbach, 6. Januar. An der Influenza liegen gegenwärtig sowohl in Lauterbach als auch in den umliegenden Dörfern eine große Anzahl Personen erkrankt darnieder. Mit Ausnahme einiger sehr schwerer Erkrankungen nimmt die Erscheinung einen gutartigen Verlauf, so daß die Patienten nach einigen Tagen wieder hergestellt sind. — In dem benachbarten Alsfeld ist die Influenza in bösartigerer Weise als in Lauterbach aufgetreten, zu einigen Erkrankungen gesellte sich noch die Lungenentzündung oder Rippenfellentzündung- es sollen bereits mehrere Todesfälle daselbst vorgekommen sein. * Lauterbach, 6. Januar. Gestern Morgen schwebte der um 10 Vormittags von hier nach Alsfeld abgehende Zug in Gefahr der Entgleisung. Es war in der Nähe von Altenburg bei Alsfeld eine Schiene gebrochen. Durch rechtzeitiges Warnen des Locomotivsührers von dem dort stationirten Bahnwärter konnte der Zug vor der gefährlichen Stelle zum Stehen gebracht werden. Langsam fuhr der Zug über die gefährliche Stelle und kam mit einigen Minuten Verspätung in Alsfeld an. Eine neue Schiene wurde am Nachmitttag wieder eingelegt. L. Anz. vermischtes. * Frankfurt a. M., 8. Januar. Zum Raubmord Elsner. An die alten Eltern des im Stadtwald ermordeten H. Elsner, der unverheirathet war, ist von der Unfall - Versicherungsgesellschaft „Zürich", obgleich die gerichtliche Untersuchung der Sache noch nicht beendigt ist, die Versicherungssumme von 10000 Mk. ausgezahlt worden. Als Elsner die Prämienquittung beim letzten Fälligkeitstermin vorgelegt wurde, weigerte er die Zahlung mit dem Bemerken, er habe die Versicherung nicht nöthig, da sein Beruf (Bureaubeamter) keine Gefahr einschließe. Die zuständige Generalagentur bestand jedoch ans Zahlung und wurde solche auch nach einigem Widerstreben geleistet. * Berlin, 3. Januar. Die überseeische Auswanderung aus dem Deutschen Reich über deutsche Häfen, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam betrug im Monat November 1889 5622 und in der Zeit von Anfang Januar bis Ende November 1889: 87 395 Köpfe - von letzteren kamen aus der Provinz Posen 9989, Westpreußen 9716, Bayern rechts des Rheins 8198, Pommern 7423, Hannover 6602, Württemberg 5512, Schleswig-Holstein 4511, Brandenburg mit Berlin 3983, Rheinland 3740, Baden 3510, Hessen- Nassau 2890, Königreich Sachsen 2247, Pfalz 2158, Ostpreußen 1952, Großherzogthum Hessen 1929, Westfalen 1900, Schlesien 1858, Hamburg 1668, Provinz Sachsen 1352, Mecklenburg-Schwerin 1214, Großherzogthum Oldenburg 1192 u. s. w. Im gleichen Zeiträume der Vorjahre wanderten aus: Monat November Monate Januar-November 1888 6108 95 819 1887 6691 97 247 1886 6140 76981 1885 4889 104920 * Neubrandenburg, 31. December. Dem Apotheker des Städtchens W. bei Neubrandenburg ist eine überraschende Weihnachtsfreude bereitet worden. Derselbe pflegte seine Mußestunden mit Experimentiren und der Herstellung chemischer Präparate auszufüllen und hatte ein neues Rattengift erfunden. Um die Wirksamkeit seiner Erfindung an lebenden Thieren zu erproben, hatte er in dem Wochenblatt des Städtchens eine Bekanntmachung des Inhalts erlassen, daß er für lebende Ratten ä 10 Pf. bezahle. Am Weihnachtsheiligabend kommt nun der Knecht einer benachbarten Mahlmühle mit einem Sack aus dem Rücken nach der Apotheke und erklärt: „Se willen ja woll Ratten köpen, ick habe acht Stück schöne grote Woterratten hier." Entsetzt springt der Apotheker ob dieses Maffenangebots zurück und verweigert schreckensbleich die Abnahme der offerirten Wäare. Mit größter Seelenruhe nimmt unser Knecht den Sack mit der langgeschwänzten Waare von den Schultern und mir den Worten: „Na, denn sollen Sie sie umsünst hebben", schüttet er den Inhalt aus und verschwindet aus der Apotheke. Die geschwänzten Nager sausen in wahnwitzigen Sprüngen über Flaschen und Kruken dahin, eine entsetzliche Verwüstung unter denselben anrichtend. * Mannheim, 6. Januar. Sämmtljche Schulen wurden in Folge der Influenza geschloffen. Es sollen hier gegen 10,000 Personen an derselben erkrankt sei. * Speyer, 2. Januar. Ein junger, erst seit kurzer Zeit hier wohnender Zuschneider stellte seiner Gemahlin und verschiedenen hiesigen Geschäftsleuten aus eine ergötzliche Art ein Prosit Neujahr zu. Bei Zurückkunft der Frau aus der Kirche sand sie in dem Kleiderschranke ihres Gemahls nur noch einen alten Rock, in dessen Tasche ein Briefchen folgenden Inhalts: „Du warst meine erste Liebe, Und sollst meine letzte sein! Du hast mich fortgetrieben, Drum komm ich riebt mehr heim." Seinen Monatsgehalt hatte er kurz vorher erhoben und hinterläßt nur noch eine weinende Gattin, sowie eine zahlreiche Menge tiestrauernder Gläubiger. * Newyork, 1. Januar. Mißlungene Löschprobe. Die Feuerwehr von Havana veranstaltete kürzlich eine Wohlthätigkcitsvorstellung. Es war ein hölzernes Gebäude gezimmert, welches ein brennendes Haus darstellen sollte. Das Holzwerk stand in vollen Flammen, die Feuerwehrleute hatten schon Leitern und Schläuche angesetzt, als plötzlich das Wasser ausblieb. Einige Feuerwehrleute erlitten schwere Verletzungen, andere mußten von der Höhe herabspringen und brachen Arme und Beine. Im Ganzen erlitten 23 Feuerwehrleute Brand- und andere Wunden und 3 sind seitdem gestorben. Eingesandt. „Mer hawe Schulde genung!" Je mehr Einsender sich über den Idealismus der jetzigen Besitzer des Schüler'schen Gartens gefreut hat, Gießen einen ähnlichen Tempel der Kunst, wie ihn Worms jetzt besitzt, zu verschaffen, um so betrübender ist es, daß dieser Idealismus, wie es scheint, noch so wenig Verständnttz findet. Einsender hat Gelegenheit gehabt, die Ansicht eines wohlsitutrten Bürgers zu hören, der sich so äußerle: „Mer hawe Schulde genung, die Vornehme und die Reiche ziehe aus der Stadt in die neue Straße, die Häuser in der Stadt bringe für uns und unsere Kinner weniger in, die Mtethe sinke und die Steuern steige, daaS gtht nett!" Wir wissen nicht, ob und wie viel solche Erwägungen bei den maßgebenden Instanzen sich geltend machen werden, geben aber darum die Hoffnung nicht auf, daß auch Gießen früher oder später dem Vorbilde von Darmstadt und Worms nachfolgen werde. In Darmstadt und noch mehr in Worms sind zur Realtsirung des schönen Gedankens von reichen Leuten große Opfer gebracht worden, in Worms soll ein reicher Kunstfreund dazu 100000 Mk. der Stadt geschenkt haben. Da nun unter den 30 jetzigen Besitzern des Schüler'schen Gartens sehr reiche Leute, man sagt Millionäre sind, so hoffen wir, da sie ja 15 Jahre das Verfügungsrecht sich Vorbehalten haben, daß sie, ehe sie die Realisirung ihres Planes scheitern lassen, der Stadt lieber den Platz schenken, ein Opfer, das von 30 gebracht, mit dem Idealismus in Darmstadt und Worms gar nicht zu vergleichen wäre, und jedenfalls — wenn die Stadt nicht schon für den Platz 60000 Mk. verwenden muß, die feste Grundlage für die Realisirung des schönen Gedankens herstellt. — Können die 30 Herren sich zu dem Idealismus nicht entschließen, dann dürfte aus dem schönen Project vorerst nichts werden, da auch imSchooße der Stavtoerordneien sich schwere Bedenken gegen Uebernahme der fragt. Besitzung geltend machen werden, zumal die Ansicht des frag!. Bürgers „Mer hawe Schulde genung", keine vereinzelte ist. Citeratur r»nd Grinst. — Als vor einigen Wochen die Notiz durch die Blätter ging, daß der bekannte engliche Romanschriststeller Wilkie Collins gestorben sei, wurde gleichzeitig bemerkt, daß der letzte, nahezu vollendete Roman desselben: „Blinde Liebe", durch andere Hand seinen Abschluß finden werde. Das Interesse der deutschen Leserwelt, welche viele Jahre hindurch den Schöpfungen des englischen Romanciers warmen AntheU entgegenbrachte, wird von Neuem wachgerufen werden durch die Mittheilung, daß der letzte Roman jetzt in einer deutschen Zeitschrift zum Abdruck kommt und später jedenfalls auch als Buch erscheint. Es ist nämlich der „Deutschen Verlags-Anstalt" in Stuttgart, die von jeher durch die Gediegenheit ihres belletristischen Verlags rühmlich bekannt ist, gelungen, das Uebersetzunasreckt für denselben zu erwerben. Der Roman wird zunächst in der ^Deutschen Romanbibliothek* (herausgegeben von Prof. Joseph Kürschner, redtglrt von Otto Baisch, Stuttgart, Deutsche Verlags Anstalt erscheinen, jener ebenso billigen als gediegenen Romanzeitung, die in der Fülle dessen, was sie bietet, bei dem unvergleichlich billigen Preis von nur 8 Mk. für den Jahrgang, von keiner anderen Zeitschrift übertroffen wird. — Was den Inhalt des Romans betrifft, so erhält er eine eigene characteriftische Färbung schon durch den Schauplatz, an dem er spielt: Irland mit seinen gährenden Elementen, die den ihren rebellischen Satzungen Widerstrebenden aus dem Hinterhalt mit meuchelmörderischer Kugel oder wohlgezieltem Dolchstoß bedrohen, ist ein Boden, auf dem die Dramatik gespannter Verhältnisse zu besonders erregendem Austrag gelangen muß. Gleich die ersten Kapitel des Romans versetzen uns mitten hinein in die geheimnißvoll drohenden Umtriebe, innerhalb deren wir die Persönlichkeiten, an die sich unser Interesse alsbald heftet, hin und her geworfen sehen. Insbesondere heftet es sich von Anfang an auch an den, dem die „blinde Liebe" der seltsam gearteten und eben durch ihre Seltsamkeit bestrickenden Heldin gilt, und der Umstand, daß er vielfach mehr noch hinter als vor den Coultssen agirt, macht ihn nur um so interessanter. Ohne Zweifel wird der Roman wie in England, so auch in Deutschland einer der gelsssensten des Jahres werden. — Der Abschluß, welchen der Jahrgang 1889 der »Garten« laufre* mit den vorliegenden Nummern 51 und 52 erfährt, ist ein in jeder Beziehung würdiger und entspricht ganz dem wvhlthuenden Eindruck, den man das ganze Jahr über von diesem ältesten und verbreitetsten unserer deutschen Familienblätter gewann. Wie vieles in der „Gartenlaube" zusammenwirkt, diesen Eindruck hervorzurufen, ist bekannt, wir möchten heute nur auf die Erzählungen noch kurz Hinweisen. Daß die nachgelassene Novelle von Fanny Lewald „Eine Erscheinung" für die Leser eine angenehme Überraschung fein werde, das ließ sich bei der ausgedehnten Beliebtheit der Verfasserin wohl erwarten und es bleibt an dieser Stelle nur die Kunst des Fortsetzers zu loben, der es verstanden hat, sich in Stil und Plan der Verstorbenen so einzuleben, daß auch der aufmerksamste Leser sich vergeblich bemühen wird, die Fuge zu entdecken. — Aber auch die Blüthgen'sche Weihnachtserzählung „Ueberratdningen" ist eine erfreuliche Gabe, die wohl in manchem Hause das Ihrige dazu beigetragen i haben wird, die behagliche Stimmung der Weihnachtstage zu I erhöhen. Die reichhaltigste aller jnoöen-3eitmgen ist die Jllustrirte Krauen «Zeitung. Dieselbe bringt jährlich 24 Moven-, 28 Unterhaltungs-Nummern m d mindestens 28 Beiblätter, so daß ohne Unterbrechung regelmäßig wöchentlich eine Nummer erscheint (für Oesterreich Ungarn derStempel- fteuer wegen alle 14 Tage eine Dopvel- Nummer). Die Moden-Nummern sind der „Modenwelt" gleich, welche mit ihrem Inhalte von jährlich über 2000 Abbildungen sammt Text weitaus mehr bietet, als irgend ein anderes Modenblatt. Jährlich 12 Bei- Irgen geben an Schnittmustern zur Selbstanfertigung- der Garderobe für Damen und Kinder wie der Leibwäsche überhaupt genügend für den ausgedehntesten Bedarf. — Das Unterhaltungsblatt bringt außer Novellen, einem vielseitigen Feuilleton und Briefen über das gesellschaftliche Leben in den Großstädten und Bädern, reaelmäßiae Mtttbetlunaen aus der Frauenwelt. Kunstgewerbliches, Wirthschaftliches, Gärtnerei und Briefmappe, sodann viele k nstleriscb ausgeführte Illustrationen und an Moden endlich r ach Folgendes: jährlich über 75 Artikel mit über 300 Abbildungen, 12 mäße farbige Modenbilder, 8 farbige Musterblätter für künstlerische Handarbeilen und8Extra-Blätter mit vielen Illustrationen, sodaß die Zahl der letzteren an 3000 jährlich hinanreicht. Kein anderes illuftrirtes Blatt überhaupt, innerhalb oder außerhalb Deutschlands, kann nur entfernt diese Zahl aufweisen; dabei beträgt der vierteljährliche Abonnements- Preis nur 2 JL 50 — Die „Große Ausgabe mit allen Kupfern" bringt außerdem jährlich noch 40 große farbige Modenbilder, also jährlich 68 besondere Beigaben und kostet vierteljährlich 4 JL 25 4 (in Oesterreich-Ungarn nach Cours). Abonnements werden jederzeit angenommen bei allen Buchhandlungen und Postanstalten. — Probe-Nummern gratis und franco durch die Expedition Berlin "W., Potsdamer Straße 38, Wim I., Operngasse 3. efur Metzger! 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[298 Arbeiter-Versammlung Äl* Kilbinger«, Louis Senner Nachfolger, Giessen. 5651 4 von Der Vorstand 286 [272 4 pCt Reichsanleihe 103 20 Preutz. Consols 103 55 Rufs. Orient III. Disconto-Commandit-Amheile Darmstädter Bank-Actien 192.10 Dresdener „ 192.10 Gotthard- ,, „ Berliner Handelsaesellsch.-Antheile 203.30 Schweizer Nordost-Bahn-Actien Oesterr. Credit-Actien 278 62 „ West- „ „ Staatsbabn-Attien 2'0 25 Gelsenkirchener Reramerk«-Aetiei Staatsbabn-Aetten 119 25 Lombard. Eisenbahn- Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 8. Januar 1890, Ankauf 2971 Gesucht sofort oder später ein -verlässiges Mädchen, welches gut H3 50 Anzufragen bei der Exped. d. Bl. 248.20 183.40 25240 305 00 85 25 266 40 355 OO 190.00 166.10 1319; 37 50 und 29. Juli, 26. August, 23. Sepiember, 28. October, 25. November, 23. December. 28. Januar, 25. Februar, 25. März, 22. April, 20. Mai, 17. Juni, 3V« 4 3V- 1-, 15. 12. und 9. „ 14. . H. „ 9. „ Großh. Ortsgericht. Bogt. 14. und 11. . H. n 8- it 6. ff 3. „ Allen Verwandten und Freunden die traurige Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren geliebten Gatten und Vater . s'( im. Ereöuodttm . -efterr. StaatSbahn-Actte a Dortmunder Union-Actien Dar mstüdter Ba nkactien Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Donnerstag den 9. d. M, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Mühlgasse 14, aus statt. Ieilgeöotenes. Günstige Gelegenheit! Beabsichtige, mein hier in erster Geschäftsstraße belegenes Ha«- mit Hinterbau und 3/4 Morgen bestes Gs tenland in unmittelbarer Nähe der Stadt wegen Aufgabe des Geschäftes unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Der Laden hat neben deEingang ein großes Schaufenster. G fl Ofs'eeteu unter A Z b sorgt Gg. Scherer & Co., Langen. Alleinige Niederlage G-. C. V/indecker Seltersweg 2. Ecke am Kreuz. Wasser au- der städtischen Wasserleitung werden hiermit die betreffenden Hausbesitzer dringend ersucht, dafür Sorge tragen zu wollen, daß die Waffermesser für unsere mit deren Untersuchung und Aufnahme betrauten Beamten jederzeit leicht und ohne Zeitverlust zugänglich sind. — Unsere in diesen Tagen mit der Aufnahme beschäftigten Leute sind nicht verpflichtet, fich den Zutritt erst durch Wegschaffung von Kohlen, Holz u- dergl. möglich zu machen. Gießen, den 7. Januar 1890. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Buschtherader Eisenbahn-Actien Elbethal-Bahn-Actien 87.70 94 30 7580 69 90 Frische Schellfische u. Cabliau treffen jeden Mittwoch und Donnerstag ein in [279 Carl Sedwaabs Delicateffenhandlurig. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß es Gott gefallen hat, unseren guten Gatten, Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Johann. Georg Pfeiffer, Bahnbediensteten, nach kurzem Krankenlager heute Vormittag 1/212 Uhr zu sich zu rufen. Um stille Theilnahme bitten Die trEernden Hinterbliebenen. Gießen, den 7. Januar 1890. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 2 Uhr, vom Sterbehause (Marktplatz 18) aus statt. 278 Concertverein. Wegen Ablebens Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta muß das für den 12. d. M angekündigte Concert auf spätere Zeit verlegt werden. ärztlich empfohlen — Liter - Flasche Mk. 2.—. — lÄqwmre Rum, Arac, Punsch-Essenzen etc., etc., 1/1 Flasche von Mk. 2.—, % Flasche von Mk. 1.50 an Maschinen-Treibriemen SS 30—150 mm, empfiehlt in bester Qualität billigst Berlinische Lebens Versicherungs-Gesellschaft von 1836, Berlin W., Behren-Straße 69. Der im Jahre *1890 an die mit Anspruch auf Dividende Ver- sicherten zu vertheilende Gewinn für 1885 stellt sich auf Mk. 711200, die Prämiensumme der Theilnahmeberechtigten beträgt Mk- 2133 600. Die hiernach zu vertheilende Dividende von 33>/30/o der JahreSprümie (Modus I) und von 3% der in Summa gezahlten JahreSprümien (Moduö II) wird den Berechtigten auf ihre im Jahre 1890 fälligen Prämien in Anrechnung gebracht. Die Gesellschaft übernimmt Lebens-, AuSstener<|und Leibrenten»Ber- Christian Hahn Gepäckträger, nach langem schweren Leiden zu sich abzurusen. Gießen, den 6. Januar 1890. und Garantie-Capital Ende 1888 Berlin, den 31. December 1889. Akademische Vorträge. Der heutige Dortrag findet wegen Grkranknvg des Herrn Geheimen Hofrath Brofeffor Oneken Jllustrirtes Familienblatt. Programm der im Jahrgang 1890 erscheinenden Erzählungen und Romane: Sammenpichen. Von C. Werner. Gin Mann! Von nianiit ^^eiberg. AM, Von Theodor Iontane. Haronin Müller. Von Karl von Zeiget. Zprung im Glase. Von A. v. Verfall. Eine unbedeutende Krau. Von W. Heimburg. Flur I N' . 315 — 12 Meter Hofraum Mistsiätte in der Kaplnnsgass Flur I Nr. 322 — 62 Meter Hofraithe daselbst. 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