Samstag den 8. November Nr. 261 1890 Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger Älertetjähriger -vonnementspreisi 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch dir Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Styulstratze Ar.I« Fernsprecher 5L Die Gießener M«mikien5tLtter «erden dem Anzeiger «Schentlich dreimal beigekegt. Der ^ieHeuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Beater, * Ad«1» Reinere). « Liebschaft. Neu! 3 Acten von Malachow und Msener. 1 e r 8 o n e n: [9312 [pnjier Heinrich AVinolt. öohn Georg Fritzschler. £ant Richard Goullon. nar Karl Schreiner, crg Adelheid Martin, lochtet Anni Reiners, e Nichte Elisabeth Bischoff, Diener Rudolf Biebrach. Ida Unger. i? 7Vi Uhr. Anfang 8 Uhr, den 9. November 1890: 1 die Hässlichste“. Abo-"""". U. in bet Ek°'^ Neuer Verlag opf & Sarkel in Leipzig» ÄMMS -Lmmelshch Atllhk Slabtirtcn. NüUer von der Werra, kung von Sind. M. R. neu ausgegeben von hn und Carl Reinecke, .chte Auflage )tint Auswahl aus Scheffels )em Engem'. M einem >on Anton von Werner. 15 S- 16°. Geh. 3 V fern ged mt Metallfüßen 4 A 25 $ :6ntbe adtlt D-°«-d-'s6 mtenliederduchsi welches der nmart dem neu begründeten hlvon7Aedernaus« dem Engern". Nachmalig' neuen Auflage erfolgte gegen Angriff, den tfelir^nin ^ftlichen Beilage der „M M"5ä!si enden, enthalt den w° ? n «ewandtcs ^g ÄBR I28.I-J 425 50 210.00 15840 14b50 1172 5929 90 00 9290 .. 78.40 79 20 KanKgtslD' ,„6tr 1«®°' SB-R-"" jlL Oc,(9 8^$> der 57 OT*. rg tage von I I. asuitr in v pz-a erfch.enei.: „Die Vorfahren der Sängethiere in Europa* von Albert Gaudi y. Äu-r dcin Franzonw-.n uoersttzi von Wtlliam Marihall. Mit 40 in den Text gedruckten Ab- vlldunuen. Preis in Ortginal-Letnenband 3 Mk. Wenige Paläontologen der Gegenwart sind in dem Grade berufen, d e Natuigeichichte bei ausgtstorbenen Säugethiere Europas populär-wissenschaftlich darzustrllcn, wie Gaudry. Einmal ist er — Der LebrnsverfichernngS- und «rfparnitzbank in Stuttgart sind tm Laufe ves Jayres bis Ende September 3813 Anträge mit ca. 24 Millionen Mark zugegangen. Der Verstcherungs- stand hat sich dadurch auf ca. 320 Millionen Mark gehoben. Der Abgang durch Unterlassung der Prämienzahlung ist auch in diesem Jahre wieder sehr mäßig, dagegen hat die Influenza auch von den Bankmitgliedern ihre Opfer verlangt und infolge dessen den Abgang durch Tod im Vergleich zu dem sehr günstigen Vorjahr etwas erhöht. Durch die bei der Bank übliche Durchschnittsrechnung wird sich indessen die hierdurch entstandene Mrhrausgabe in der Dividende voraussichtlich nicht fühlbar machen. Zebra Unterkleider. Beim Herannahen der kühlen Jahreszeit tritt die Frage der Unterbekleidung wieder dringender an uns heran und Professor Bocks drastischer, aber begründeter Ausspruch, daß jeder Mensch ein Selbstmörder sei, der keine Unterkleider trage, gibt dieser Frage eine erhöhte Wichtigkeit. Für die Bedeutung der ganzen Materie spricht wohl am besten der Umstand, daß im Lause einiger Jahre zahlreiche, sich schroff gegenüberstehende Systeme der Unterbekleidung begründet worden sind, von denen jedes Einzelne den Vorzug für sich in Anspruch nimmt, nur einzig und allein die Gesundheit zy verbürgen- Das arme Publikum ist in der That nicht zu beneiden, wenn ihm beute das Jägersystem „reit er Wolle" als allein frligmachend hingestellt wird, während morgen schon „System Lahmann" mit „Baumwolle" gegen dasselbe streitbar ins Feld rückt, zu schweigen von all den übrigen Unterbekleidungs- Aposteln, die täglich neu auf der Bildfläche erscheinen, und verzweifelnd fragt sich der Käufer: „Wo ist die Wahrheit?" Wir meinen, daß wie bet allen Dingen der goldene Mittelweg der beste ist. Lassen wir Jedem sein Recht. Wenn „reine Wolle" naw Lahmann die Haut unnölhig verweichlicht, wenn „Baumwolle" nach Jäger die Transpiration nicht genügend befördert, so ist es das Richtige, die Vorzüge beider Systeme zu vereinigen und deren Mängel zu beseitigen. Die ausschließlich von der Firma Fischer, Maas u. Kappauf in Chemnitz in Sachsen sabrizirten „Zebra-Unterkleider", welche auf der Stuttgarter Abstellung für volksversiändliche Gesund- heits- und Krankenpfleoe präiniin wurden, thun dies, und der beispiellose Erfolg, dt Angabe des Gewünschten. Verzeichniß der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gießen vorn Monat October 1890. Je 50 Kilogramm kosten: 4L JL Weizen ..... 1« — Kartoffeln. . . 2 51 Hafergrütze. . . 19 50 Korn (Roggen). Gerste...... 8 7f Erbsen..... 13 zb Gerstengrütze . Zwiebeln.... Braunkohlen. . ib 50 7,‘ Bohnen .... Linien ... 13 18 95 75 5 Hafer...... 7 50 70 Heu....... 2 Reis..... Graupen, ord- 19 19 5 Steinkohlen . 1 20 Stroh...... 2 । I- Kilogramm kostet: _ — - - .4L u. JL A Butter..... — 95 Weißmehl. . . — z1 Schweineschmalz Ochsinfleisch . . 72 Roggenmehl. . — 17 t/i kg — 80 Kub- und Rind- Roggenbrod. . — 26 Bier. ... 1 hl 21 — fleisch .... 6< Äuffee, gebr., in Bohnen. . . Branntwein 1 hl Milch ... 1 1 >3 Kalbfleisch . . . — 63 1 8( 16 Hammelfleisch . Schweinefleisch. 6 Salz...... ___ 10 Petroleum 11 Eier . 10 Stück 20 76 Speck, geräuch. — 9. - 12 N'»„* 6552 Bezüglich des fit Geweckreibend Allciidorf GroßherzMiche Itis Zill meine Nt M v Möbel abgegr 32 Auszeichnung wonmter 12 Ehrendiplo and MGold.MedaiL tmtz bei M& Wanlig serdaulid LEIDEN bestens Zum Schutz geg Ün Verkam Das Haus Stellung 1889 GROSSEN Pb erhalten. u6r B« MB» besorgt Pfarrer Kath 2| Sonntag nac K jii Alle» Del diesjährig ($id): und Kra Mittwoch T„.. s ' fe« ** ■ feWt*) (“li Fabrik-Marke einer andern avonnire auf ^Z «efic 6»elegenkeit zum Hintriti ins Avonnement. seiner Aamrlie eine xmc-tA"*'ische Weine, Kinder-Nührmittel, TcSinfectior.s- und 9?nit(t) 1.3U 1.3« 1.40 1.5«: 1 40 1.50 1 50 2.— Born, Gerichtsvollzieher. allen Qualitäten bei Gehr, fämtfmann, ßacke, Farben, Materialivaareu, Specialität: Drogerie. Fnßlighensilstrili)e. , dessen «es Bade-Ingredienzien, Pastillen, Parsstmerien und Toilettemittel, Echt chinestsche TsteeS. Zahlreiche ZEUGNISSE der ersten medioinisohen Autoritäten. Verkauf alterZnventar- fliicke und Materialien. Montag den 10. d. M., Vormittags 9 Uhr, werden in dem Badchaus I dahier abgängige Jnven- tarstücke, als: Leinen. Teppiche, Möbel, Gisen und ZeirungS- papier öffentlich meistbietend gegen Versteigerung. SamStag den 8. d. Mts., Nachm. 2 Uhr. versteigere ich im Gasthaus „zum Adler" dahier flogen Baarzahlung: 1 Glasschrank, 1 Schirmständer, 1 Blumenvase mit Blumenständer, 1 Waschtisch, 2 Tische, 1 Kiste mit Bleistifte, Notizbücher rc, 1 Pianino, 1 Consolschrank und 1 Pfeilerschrank. Gießen, den 7. November 1890. ZZZb' Wer Sprachen kennt, ist reich zu nennen. Conditorei Ludwig Döll, Marktstr. 18. Marktstr. 18. | vr. Naumann. , c , ,,, _ Am Sonntag den 16 November: Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottesdienst. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 9. bis 15. November besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Bis zum 1. Beehr. 1890 müssen meine sämmtlichm Totalitäten geräumt sein, da dieselben theils vsrmiethet, theils verkauft sind. Möbel werden zu jedem annehmbaren Preise abgegeben. Friedrich Leo. Seltersweg 71 empfiehlt unter Garantie der Reinheit nachstehende Weine : iltö für alle Haussraum na von Studnttz, r, als sie von Dir, licht mehr ist; Dhb und gilt. „Randglossen aus meinem lenge intereffanter Neuig- mkre Frauenwelt. Dem mi sinniges Gedicht „Don ür jeden Haushalt unent- iefet Der unterhaltende lschung, indem die Heraus- en in anschaulicher Weise idcap" erzählt, welche sie eitere Anregung bietet eine irstückes betreffend. Dieser Hausgarten", „ftldbung", luß dieser Dortrefflidjtn jggtflatidt »Hmbarbeits- Katholische Gemeinde. 24. Sonntag nach Pfingsten, 9. November: Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V28 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl Beichte; um V27 Uhr Ausheilung der hl- Communton; um »/>8 Uhr Frühmesse; um 8/410 Uhr Hochamt mit Predigt- Nachmittags um Va3 Uhr Christenlehre und Andacht. 2.ßo 1:8 empfehlen in reichster Auswahl: gekleidete Puppen, Gelenkpuppen, bis zu den hochfeinsten Sachen. Pupper-gestelle, -Arme, Srhuhe, -Strümpfe, für Gewcrbtreibcndc Morgens 9 Uhr verloost werden. Allcndorf a. d. £ba., den 3. November 1890. 1 69292, aller Art stets vorrälhig zu haben bei L. Mühlhausen, Westanlage 15. 1 K. Steller, Schiller stratze 9. größer, wodurch trotz der höheren Producttonskosten ein höherer Reinertrag als früher erzielt werden kann. Dieser vermehrte Pro- ductionsaufwand bedingt ober eine Vermehrung der Betriebsmittel, wie Saatgut, künstliche Düngemittel rc., deren Beschaffung wieder nur gegen Baar geschehen kann usw. Dieser Umschwung in der Wirthfcbaftsweise des Landwirthes mutz nothwendigermeise auch eine Reorganisation des ländlichen Creditwesens im Gefolge baden und so kommt es, daß h utzutage in jeder Gemeinde das Bedürfnitz zur Umgestaltung der Crebitvrrhältntsse in ^genossenschaftlichem Sinne fühlbar wird. .. t « Wenn Sie nun eine Darlehnskasse gründen wollen, bann verfahren Sie etwa lo. Sie laden die Interessenten zu einer Besprechung ein, wählen einen Vorsitzenden und einen Schriftführer, geben Aufklärung über den Zweck der Versammlung und verlesen die Statuten. Nach Besprechung derselben lassen Sie jeden Einzelnen das Statut unterschreiben und schreiten dann zur Wahl des Vorstandes, der gewöhnlich aus 5 und des Aussichtsraths, der gewöhnlich aus 6 Mitgliedern besteht. D°es ist nun Alles viel leichter gesagt, wie gethan; ich möchte Ihnen daher rathen, sofort um Auskunft und Unterstützung an den Verband der hessischen landw. Genossenschaften zu Offenbach sich zu wenden. Von dort aus wird Ihnen die nöthige Mithülfe schon gleich bei Einrichtung der Genossenschaft gewährt werden, es wird Ihnen die Anmeldung bei Gericht besorgt, die geschäftlichen Einrichtungen erklärt und eventuell zum elften Kassentag ein Beamter zur Instruction des Rechners gesandt, Drucksachen aller Art, wie Staturen, Formulare rc. stehen Ihnen jederzeit dort unentgeltlich zur Verfügung. L. Das Meisterschafts-System zur praktischen unb naturgemäßen Erlernung der französischen, englischen, italienischen, spanischen, portugiesischen, Holland • scheu, dänischen, schwedischen, polnischen und russischen G-eschäfts- und TT mgangasprache. Eine neue Methode, in 3 Monaten eine Sprache sprechen, schreiben und lesen zu lernen. Zum Selbstunterricht von Dr. Richard 8. Rosenthal Französisch — Englisch — Spanisch, Polnisch, compl. i je 15 Lectionen ä 1 je Italienisch — Russisch, complet in je 20 Lectionen ä t Schlüssel dazu ä 1 Mk. 50 Pf. Portugiesisch — Holländisch - Dänisch — Schwedisch, complet in je 10 Lectionen ä 1 Probebriefe aller 10 Sprachen ä 50 Pf. Reinstes Macaronen-Confect, KamiWieback, Span. Cötes Portng. Gebirgwein IPriorato (herb) „ (mild) „ (hübs) „ (süss, alt) 'Tarragona (süsser) Valdepennas ■tlalaga Xeres Fajaiete Portwein (weisser) Sherry Malaga „ (alter) Madeira „ (alter) Alicante Muscateiler Samos Barletta (alt) Marsala Burgunder Frische und angerüucherte koscstcre Wurst H. füESTLE’S KIH0E8S6EHL SOJälfirÄger ErfoMg* - Aachener Badeöfen für Gas. Liefern sofort heisses Wasser. Ueberraschend schnelle Erwärmung eines Bades bei 0.7 cbm. Gasconsutn. || 6 goldene und J « silb.Medaiileii. ' AW M Dudkin ° pr. F). JL 1.10 ,, ,, n 1.20 » )) »i *••'0 " n 1 10 Einem verehelichen hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich von heute ab das Restaurant „Postkeller" übernommen habe. 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Näheres Seltersweg 20 III. (Bierbanket). Tagesordnungdcr Generalversammlung: Berichterstattung — Rechnungsablage — Aufnahme neuer Mi'glieder — Boran- schlagtzberathung — Borstandswahl — sonstige Angelegenheiten. Hnfcre Mitglieder, die Herren Cursus- theilnehmer, sowie Freunde des Vereins Q.,. n re. . .„ i und der Stenographie werden hierdurch 934 >] Ein Laufmädcheu oder jüng. freundlichst erngeladen.' Dienstmädchen gesucht Kreuzplatz 3 II. 9335 Der Borstand. Kt6*ctbn: 81 Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'sch«, Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gtetze». ®ic heutig» Nummer umfaßt 6 Seite«. für i KJÄ* weift d°s taufcnbfttms SRoftva her«b g°Il>r°ch cmenz von Seite aller vier Facultaten $eiin Barte At riefen die »icbicr n ans der Wlffenschaft ' Doctores unsere lieben der Heilkunst - m du „heilige Themis, Juristen. „Du weiht/ Recht haben - wollen vier Jahre laug Recht! „Das ist die sch dils furchtbare Zur^Er weiblichen Wollens in ivutten/ klagen die P Kosmos des An-slch-seik Selbstgebahrung aus d wir — kaum verstehen Die Theologen c Hebel, Amen!" Denn wenn sich die Frauen tigt jedoch diese Schm fahr selbst beseitigen ' Beweise vermochten, nähme der colossalen weibliche Körperkraft Bremst Euch«,- unb ti Wertrockemr Sßaate r« ®enhter, bMgß b Anteil befannte »"«brahm «fiehl, feA’äJ w,reaÄr^7 I Man*e$UU I—)c Pro"«kÄ«!‘, Feuilleton. 9330 t. 2 fioöer, 12 Eiiihle, 12. 9345 ! dunkel! GO über m Steins Saal. Gebrüder Mayer in Gießen- sind eingetroffen. [8914 Fritz Nowack, Seltersweg. *ss*»** CO Wohlle jetzt L. 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Romane schreiben, und klagte mir vor Kurzem erst ein unglücklicher Poet, wie er sein letztes gereimtes Meisterstück von einer Redaction mit der Bemerkung zurückerhalten habe, daß derselben bewährte Dichterinnen für jedes Dutzend Gedichte, welches sie umsonst abdrucke, ein dreizehntes als Ausgabe liefern! „Und da soll man noch anständig leben, ohne zu verhungern," schloß der Mann mit einem Seufzer, der mehr sagte als zehn Bände unhonorirter Gedichte. Angesichts einer so großen dringenden Gefahr aber ist es jeden Mannes Pflicht, auf Abhilfe zu sinnen und Ersonnenes zum allgemeinen Besten bekannt zu geben, daher ich denn auch meine Pflicht hiermit erfülle, indem ich ein ganz unfehlbares Mittel gegen die Concurrenz der Frauen veröffentliche, dessen Entdeckung ich übrigens nicht meinem Scharfsinne, sondern einem Geständnisse aus süßem Rosen- munde verdanke. Fräulein Emilie und deren Schwester, Fräulein Dora, zwei sehr hübsche Damen im Alter von neunzehn und siebzehn Jahren, empfingen mich, wie gewöhnlich, in ihrem Studirzimmer. Fräulein Emilie, die ältere der beiden Schwestern, beschäftigte sich seit Jahren mit philosophischen Studien, kennt alle möglichen und unmöglichen Systeme von Plato bis Hartmann und arbeitet eben selbst an einer „Abhandlung über das Verhältniß des Realismus zum Idealismus vom Standpunkte der absoluten Subject-Objectivität ans betrachtet." Fräulein Dora ist Astronomin, durchsucht allabendlich die Himmelsräume und hätte, wie sie behauptet, schon einige Planetoiden entdeckt, wenn ihrem Operngucker nicht die fatale Eigenschaft anhaftete, jeden Stern doppelt zu zeigen, wodurch die Genauigkeit ihrer Beobachtungen einigermaßen beeinträchtigt wird. Selbstverständlich war die Unterhaltung mit den beiden Damen so gelehrt, daß mir nach einer halben Stunde die Schweißtropfen aus der Stirne und die Haare zu Berge standen. Sinnend blätterte das schöne Mädchen in Schopenhauers „Parerga und Paralipomena" und antwortete dann mit schwärmerischem Aufblicke: „Schwarzlockig, schlank, mittelgroß, geistreiche Augen, feine Nase und darunter ein ganz kleines schwarzes Schnurrbärtchen." (Schluß folgt.) Herkulesarbeiten unzureichend sei. Die vom Wissensteufel besessenen Frauen antworten mit Prüfungszeugnissen, deren anerkennender Inhalt für manch großhirnigen, bierbeflissenen Jünger der Wissenschaft ein Ziel bleibt — aufs Innigste zu wünschen. Auch der Schreckschuß, daß der zarte Duft der Weiblichkeit, diese schönste Zierde des schönen Geschlechts, unter dem Einflüsse der Wissenschast verschwinde wie der Blumenthau unter den sengenden Strahlen der Mittagssonne, will nicht mehr verfangen. Eine Legion magergehärmter Jungfrauen in dem interessanten Alter von vierzig Jahren aufwärts erhebt sich, ein dräuender Eumenidenchor, gräulich anzusehen mit dem furchtbar geringelten — leider falschen — Schlangenhaar und ruft mit dämonischem Gelächter: „O, sehet und ei tarnet weiblichen Dustes Gewinn, Den männliche Zunge zu preisen nimmer ermüdet: Des Kummers Gerunzel ward uns und zehrende Gluth, Doch nimmer der Myrthe dustig beglückender Kranz'." Aber nicht nur in unfruchtbaren Rachechören äußert sich der dämonische Character des schönen Geschlechts im ledigen Zustande, sondern auch in der teuflischen Praxis, sofort nach der ganzen Hand — Männerhand natürlich — zu greifen, wenn man ihm einen Finger gereicht. Um den weiblichen Wissensdurst, dem die Geheimnisse des A-B-C und die Tiefen des Strumpfes nicht mehr genügten, zu löschen, wurden allenthalben Trinkhallen unter den Namen von Mittelschulen, Töchterschulen, Lyceen 2C. errichtet — vergeblich! — in Hellen Haufen drängen sie heran zur kastalischen Quelle der Hochschulen und mit jedem Jahr mehren sich die jungfräulichen Häupter, die sich statt mit der Haube mit dem Doctorhute schmücken, versteinernde Medusenhäupter für Frauendust bedürftige Männerherzen. Vor dem Feuereifer dieses jungfräulichen Invasions- Heeres hält leider auch der letzte Trost, daß die Sache in unserem Vaterlande noch nicht so weit gediehen, nicht Stand, denn hat sich eine solche wißbegierige Heuschreckenschaar einmal auf irgend einem Felde männlicher Thätigkeit niedergelassen, dann ist es zur Abhilfe zu spät, dann bleibt kein grüner Zweig, kein Blatt mehr unbenagt, wovon die armen deutschen Schriftsteller und Dichter ein grausiges Lied zu singen wissen. Scheinen doch wie durch Zauber sämmtliche Stricknadeln in Stahlfedern verwandelt zu sein, seit zwei Damen in dem verbreitetsten belletristischen Blatte Deutschlands die längsten und spannendsten Strüm — Pardon! Wollene Schlaf-u. Pferdeteppiche in großer Auswahl billigst bet Louis Wittich II., Sattler, 7532]Neustadt 6. ID*** »«IS"' fl öd«1* ♦ Wegen Geschäfts« ♦ Verlegung ♦ in das von mir erkaufte Haas „Mäusburg 5 wird mein großes Waarenlager wollen," klagen die Philosophen, „was aber soll aus dem Kosmos des An-sich-seienden werden, wenn Frauen die eigene Selbstgebahrung aus dem barsten Sein verstehen wollen, die wir — kaum verstehen?" Die Theologen aber beten: „Erlöse uns von allem Nebel, Amen!" Denn ach, wer wird das Glauben besorgen, wenn sich die Frauen auf das Wissen verlegen? So berechtigt jedoch diese Schmerzensschreie, wie gesagt, sind, die Ge- sahr selbst beseitigen sie ebensowenig als es die scharfsinnigen Beweise vermochten, daß das weibliche Gehirn für die Aufnahme der colossalen männlichen Weisheit viel zu klein, die weibliche Körperkrast für die Bewältigung wissenschaftlicher Doctores unsere lieben der Heilkunst — in die //Heilige Themis, Juristen. „Du weißt, Gefahr im Verfuge. Humoreske von F. Schifkorn. Es ist nicht mehr zu leugnen, eine Gefahr, schlimmer als Reblaus und Bohrwurm zusammengenommen, steht vor der Thüre- finstere Wolken, in Gestalt riesiger Chignous, häufen sich am socialen Horizonte an, Vernichtung drohend dem starken Geschlecht. Schon sehen Buchhalter, Post- nnd Telegraphen-Beamte, Schulmeister, Musikanten und — Dichter ihre catilinarischen Existenzen durch die billigere Frauenarbeit gefährdet, und wie nahe dies Geschick auch bisher unberührten Kreisen, beweist das tausendstimmige Echo, welches die unlängst von der Rostra herab gesprochenen Worte: „Wir wollen keine Concurrenz von Seiten der Frauen," in den heiligen Hallen Recht haben — wollen, vier Jahre lang Rechthaberei studiren!" „Das ist die schreckliche Entwicklung des Weltsystems, das furchtbare Zur-Erscheinung-Kommen der Thorheit des weiblichen Wollens im Gegensätze zum männlichen Nichtaller vier Facultäten erweckten. „Beim Barte Aesculaps, ein Wort zu rechter Zeit!" riefen die Mediciner mit entianischem Grolle. „Was sollte aus der Wissenschaft werden, wenn künftig auch weibliche guten Patienten nach allen Regeln insbesondere über die Maschine in der Elektrotechnik und die Hilfsmittel zur Versorgung ganzer Städte mit Strom unter Vorführung zahlreicher Experimente. 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