1890 Samstag den 7. Juni Nr. 129. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. Gratisöeitage: Hießmer Kamilienbkätter WM Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für dm fvigmden Tag erfcheinmdm Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Dureaux deS In» und Auslandes nehm*» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Redactton, Expedittv» und Druckerei: Kchulgraße ^r.1e Fernsprecher 51. Biertelfähriger Avonnementspreis» 2 Mark 20 Pfg. mir Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener zpMMttienvkäller werden dem Anzeiger »Kchentlich dreimal beigelegt. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag-. Amtliche» Theil. Betreffend: Das Obcr-Ersatzgeschäft für 1890. Bekanntmachung. Das Ober-Ersatz-Geschäft für 1890 wird im Kreise Gießen Freitag -en 13. Juni im Rathhause zu Lich, Lor- mtttags 8V2 Uhr, Samstag den 14. Juni in dem früheren Hofgerichts- gebäude (Brandplatz) zu Gießen, Vormittags 8 Uhr, Montag den 16. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, Dienstag den 17. Juni im Gasthaus „Zum Rappen" zu Grünberg, Vormittags 8 Uhr, stattfinden. Es haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Großherzoglichen Ober-Ersatz-Commission im Bezirk der 49. Infanterie- Brigade in sämmtlichen Aushebungsorten zu ge- stellen: a. die für dauernd untauglich befundenen Militärpflichtigen; soweit denselben eine besondere Ladung zugeht; b. die zum Landsturm I in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen, soweit denselben eine besondere Ladung zugeht; c. die zur Ersatz-Reserve in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen ; d. die von der Ersatz-Commission als tauglich und einstellungsfähig erkannten Militärpflichtigen, einschließlich derjenigen aus früheren Jahrgängen; e. die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Soldaten; f. die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen. Den Grobherzoglichen Bürgermeistereien werden besondere Ladungen für die Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den Betreffenden unverzüglich zuzustellen sind. Der Vollzug der Ladungen ist innerhalb 5 Tagen anzuzeigen. Die Militärpflichtigen sind außerdem anzuwciseu, ihre Loosungsscheine mit zur Stelle zu bringen. Die zur Beurtheiluug von Reclamationen in Betracht kommenden Personen haben ebenfalls zu erscheinen. Zollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon bcrichtlich anzuzeigen und ist, wenn ein Militärpflichtiger von seinem bisherigen Wohnorte weg- gezogeu ist, zugleich anzugeben, wohin derselbe verzogen ist. Die Großherzoglichen Bürgermeister haben bei dem Ober- Ersatz-Geschäfte selbst anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Militärpflichtigen rechtzeitig zur Stelle sind. Gießen, am 24. Mai 1890. Der Civil-Vorsitzende der Groß herzoglichen Ersatz-Commission des Kreises Gießen. Jost, Regierungsrath. Lehrer-Conferenz des Conferenz-Bezirks Lich-Hungen: Mittwoch den 11. Juni, Vormittags 10 Uhr, in Lich. Lieder 19. 34. 81; des Conferenz - Bezirks Grünberg: Donnerstag den 12- Juni, Vormittags 10 Uhr, in Grünberg. Lieder: 20. 130. 152. Gießen, den 6. Juni 1890. Büchner, Schulrath. Deutsches Reich. Darmstadt, 5. Juni. Die Absicht der Regierung, den Landtag am 19. Juni zu schließen, erweist sich wegen der von der Ersten Kammer noch zu bewältigenden Arbeiten als unausführbar. Der Schluß wird in der ersten Hälfte des Juli erfolgen. Berlin, 5. Juni. Das neueste „Deutsche Colonialblatt" enthält folgenden kaiserlichen Erlaß: Ich bestimme, daß das von Mannschaften Meiner Kreuzerfregatte „Leipzig" in den Kämpfen bei Bagamoyo eroberte 7,5 Centimeter- Geschütz, nach erfolgter Rücksendung, der Direction des Bildungswesens der Marine zur Einverleibung in die Trophäen-Sammlung zu überweisen ist. Das gleichfalls bei diesen Kämpfen eroberte 4,7 Centimeter-Geschütz ist -dem Reichscommissar für Ostafrika, in dessen Besitz es durch Kauf von der Deutsch-Ostasrikanischen Gesellschaft übergegangen ist, zu belassen. Berlin, den 6. Mai 1890. Wilhelm. In Vertretung des Reichskanzlers: Hollmann. An den Reichskanzler (Reichsmarineamt)." Neueste Nachrichten. WolfsS telegraphisches Lorrcspondenz-Bureau. Berlin, 5. Juni. Vormittags 9!/4 Uhr erfolgte die Grundsteinlegung der Emmauskirche am Lausitzer Platz. Nach dem Gesang, der Festansprache und der Vorlesung der Stiftungsurkunde vollzog im Auftrage des Kaisers Prinz Friedrich Leopold die drei Hammerschläge, danach der Minister v. Goßler und die Spitzen der kirchlichen und städtischen Behörden. — Das Befinden desErbprinzenvonMeiningen hat sich seit gestern nicht verändert. Düffeldorf, 5. Juni. Das Reichsgericht genehmigte die Revision des Urtheils des Elberfelder Schwurgerichts gegen die Zeugen Rieckmann, Krause und Gemmer, welche wegen Meineides, begangen in dem Wupperthaler Socialisten- proceß, zu 1%, resp. einem Jahre Zuchthaus verurtheilt waren, und verwies die Angelegenheit zur abermaligen Verhandlung an das Schwurgericht Elberfeld. Wien, 5. Juni. Nach einer Meldung des Correspondenz- bureaus in Belgrad überschritt eine Anzahl Arn aut en zwecks Plünderung die Grenze und drang aus serbisches Gebiet vor. Nach längerem Widerstande gelang es den Grenzwachen, die Arnauten zurückzutrerben. Paris, 5. Juni. Die Blätter melden: Der Herzog von Orleans richtete ein Manifest an die Conscribirten seiner Altersklasse, in dem er erklärt, er verzichte nicht aus die Hoffnung, dem Vaterlande einst dienen zu können. — Während der Vorstellung gestern Abend im „Theatre Franeais" entstand in Folge der Entzündung eines Leitungsdrahts des Hauptlustres eine Panik. Das Publikum beruhigte sich indeß bald und die Vorstellung wurde beendet. London, 5. Juni. Unter dem Vorsitze des Herzogs von Fise fand heute Nachmittag im Mansionhouse eine Versammlung statt behufs Einleitung einer Sammlung für die Beschaffung eines Dampfers auf dem Victoria-Nyanza-See. Der Herzog erklärte, England lasse sich keinesfalls von anderen Nationen in Afrika überflügeln. Stanley trat für die Noth- wendigkeit des besagten Dampfers ein, da an den Ufern des Sees zwölf Millionen Menschen wohnten. Was die zwischen Deutschland und England schwebenden Streitfragen anlange, so würden beide Länder zusammenwirken im Interesse der Civilisation und der Entwickelung Afrikas. London, 5. Juni. Im Unterhause erklärte Fergusson aus eine Anfrage, daß das jüngst von Wißmann gegen den Eintritt von Karawanen in die deutsche Interessensphäre hinter Tanga und Pangani erlassene Verbot mit militärischen Operationen Wißmanns zusammenhänge. Das Verbot sei auf die Vorstellungen Smiths hin gleich darauf zurückgenommen. Aus eine weitere Anfrage erklärt Fergusson, es seien weder in der Georgsbay noch anderwärts auf Neufundland französische Streitkräfte gelandet. Ein französischer Marineoffizier sei ans Land gegangen und habe die Beseitigung von Netzen verlangt, welcher Aufforderung die Eigenthümer Folge leisteten. Das Verlangen des Offiziers jei völlig berechtigt Feuilleton. Die Generalversammlung. Aus der Naturgeschichte des Vereinslebens. Von Hermann Robert. (Schluß.) „Bis unsere bessere Hälfte," wandte sich Herr Menzel mit feiner Ironie zu den Herren Dietrich und Unverzagt, „mit ihren Arbeiten fertig ist, lassen wir, wenn sich kein Widerspruch erhebt, eine kleine Pause in den Verhandlungen eintreten." Herr Redacteur Unverzagt benutzte diese Pause zu einer sehr eingehenden Beleuchtung der Wirkung von Schutzzöllen auf den Handel von Schenkhausen. Er wiederholte gerade die Kraflstelle seines heutigen Leitartikels: „Die Bürger von Schenkhausen verschmähen jede in Form staatlicher Hilfe ihnen gebotene Krücke- sie halten sich für stark genug, um, treu ihrer Väter Art, auf eigene Kraft gestützt, von eigener Einsicht getragen, den Kampf nm das Dasein in Ehren zu bestehen." Da meldete Herr Faßloch, daß die Prüfung der Kasse beendet und alles in musterhafter Ordnung sei. Daß eine schriftliche Quittung über das von Herrn Hojbuchhändler Dietrich dem Verein gelieferte Werk „Ueber die Nothwendig- keit der Abgrenzung von städtischen Hebammen-Bezirken" nicht zur Stelle sei, thue nichts zur Sache, denn Herr Dietrich habe soeben mündlich den richtigen Empfang des Betrages von P/2 Mk. für diese Schrift bestätigt. „Meine Herren," begann der Vorsitzende, „Sie haben den Bericht des Obmanns der zur Prüfung der Kasse von Ihnen gewählten Herren gehört. Wünscht Jemand hierzu das Wort? Es scheint nicht. Ich schließe daher die Debatte und ersuche diejenigen Herren, welche für Entlastung des Herrn Kassenwarts sind, sich von ihren Plätzen zu erheben. (Alle, mit Ausnahme des Kassenwarts, stehen auf.) Die Entlastung ist ertheilt. Meine Herren! Ich glaube in Ihrer Aller Sinn zu handeln, wenn ich hiermit Herrn Apotheker Büchsel für seine mit so großer Sorgfalt geführte Amtsverwaltung den Dank des Vereins ausspreche." (Vielstimmiges Bravo; Herr Büchsel verneigt sich dankend.) „Wir kommen nun zur Neuwahl des Vorstandes. Diese hat so zu erfolgen, daß die Versammlung den Vorsitzenden, den Schriftführer und Kassenwart in geheimer Abstimmung wählt. Die Gewählten treten dann sofort zu der ihnen allein obliegenden Zuwahl von drei Beisitzern zusammen." Herr Faßloch hat das Wort zur Geschäftsordnung. „Meine Herre," begann Herr Faßloch in seinem etwas nachlässigen Schenkhäuser Dialect, „wie Sie all wisse, ist viel rede nit mei Sach'. Aber das müsse Se mir zugewe: wenn ich emal red', dann kommts vom Herze. (Hier vibrirte die Stimme des Redners.) Meine Herre! Se wisse all', mit welcher Treue, jawohl Treue! der Gesammtvorstand, in erster Linie unser verehrter Vorsitzender, das Vereinswohl unter ihren starken und gewissenhaften Arm genomme hawe. Meine Herre! Ich will Ihne nur ein vielgenanntes Wort unseres Dichterpaares Schiller und Goethe dahin ins Gedächtniß rufe, daß ich sage: „Dankbarkeit des Bürgers Zierde, Ehre sei der Mühe Preis." Wir könne unserem bisherige Vorstand nit scheener ehre, als wenn wir ihm unsere einstimmige Dankbarkeit durch accla- mationsweise Wiederwahl an den Tag lege. Das ist meine Meinung und ich stelle den Antrag." „Indem ich zugleich Namens des Vorstandes," sagte der Vorsitzende, „den Dank für die ehrenden, unser Verdienst freilich überschätzenden Worte des Herrn Vorredners ausspreche, bemerke ich, daß eine Wahl durch Zuruf nur dann erfolgen kann, wenn kein Widerspruch sich erhebt. — Das ist wohl der Fall. Ich stelle also den Antrag Faßloch: „Versammlung wolle den bisherigen Vorstand durch Zuruf wiederwählen" zur Abstimmung, und bitte diejenigen Herren, welche diesen Antrag annehmen wollen, sich von ihren Plätzen zu erheben." (Herr Menzel setzte sich, die Herren Unverzagt, Faßloch und Märker standen freudig auf, der Schriftführer Herr Dietrich, folgte zögernd, der Kassenwart blieb sitzen.) — „Das ist die Mehrheit- der Antrag Faßloch ist angenommen, die Herren Dietrich, Büchsel und Menzel sind wiedergewählt. — Meine Herren! Tief gerührt durch Ihr Vertrauen, darf ich vor Ihnen, zugleich im Namen der beiden Mitgewählten, die Annahme Ihrer ehrenden Wahl erklären. Wir werden nicht nachlassen, durch festes, mannhaftes Auftreten nach oben und unten dem Gemeinnützigen Verein die ihm zukommende Stellung zu wahren, so viel in unseren schwachen Kräften steht." Wirklich etwas bewegt, wechselte Herr Menzel mit den Herren Büchsel und Dietrich einige Worte und fuhr dann fort: „Der uns, Ihrem wiedergewählten engeren Vorstand, als erste Amtshandlung obliegenden Verpflichtung zur Wahl dreier Beisitzer sind wir in der Weise nachgekommen, daß wir die bisherigen Beisitzer, in erster Linie Herrn Redacteur Unverzagt, ebenfalls wiedergewählt haben. Es freut mich, letzterem zugleich dadurch eine Anerkennung feiner selbstlosen Amtsniederlegung, die bekanntlich heute Abend unseren Verhandlungen so sehr förderlich gewesen ist, darbringen zu können. Wer sich selbs^erniedrigt, wird erhöhet werden. Ich frage Herrn Unverzagt, ob er die Wiederwahl annimmt." Herr Unverzagt stand auf, stützte beide Hände auf die Tischkante und sagte: „Es kann mir nur eine Ehre und Freude'sein, im Verein mit so wohlbewährten Kämpen überall für das Wohl unserer Stadt einzutreten, wohin uns auch der ost dornenvolle Pfad der Pflicht führen möge. „Nah bet einander liegen öle Gedanke»-, Doch hart im Raume stoßen sich die Dinge." Dies letztere, das harte Aneinanderstoßen, kann die Zukunft dereinst auch unserem Verein bringen. Dann, meine gewesen. In die Fischerei hätten sich die Franzosen in keiner Weise eingemischt. — Es wurde daraus die Canaltunnelbill mit 234 gegen 153 Stimmen abgelehnt. Die Regierung hatte dieselbe bekämpft, Gladstone sie unterstützt. Brüssel, 5. Juni. Als der König zum Schlosse Laeken fuhr, um den Herzog von Orleans zu empfangen,, stürzt en die Pferde vor dem Wagen, der König stieg aus, ohne Schaden genommen' zu haben, und begab sich zu Fuß nach dem Palais. Der Herzog von Orleans brachte den ganzen Tag bei der Königsfamilie £u. Petersburg, 5. Juni. Das „Jour, de St. Petersbourg" drückt Genugthuung über die „gesunde und vernünftige" Strömung der öffentlichen Meinung in Frankreich aus, welche sich anläßlich der Verhaftung von Nihilisten in Paris kundgegeben habe. Washington, 5. Juni. Der republikanische Caucus des Repräsentantenhauses nahm einen Entwurf Mc. Kinleys an Stelle der von dem republikanischen Caucus beider Häuser vereinbarten Silbervorlage an. Die Mc. Kinley'sche Vorlage stimmt in den Hauptpunkten mit der Caucus-Bill überein, ausgenommen darin, daß ein monatlicher Ankauf von Silber im Werthe von 4T/2 Millionen Dollars angeordnet wird. Die hierfür ausgegebenen Certificate* sollen als volles gesetzliches Zahlungsmittel, gelten und in Münze oder Bullion einlösbar sein,- ferner darf Silberbullion ausgeprägt werden, um dem Bedarfs für die Einlösung der Certificate zu genügen. Die Vorlage bestimmt ferner, daß sobald Gold und Silber pari erreichen, freie Silberausprägung statt- sindet soll. CocaUs rrird ^provinzielles. Gießen, 6. Juni. h. Die Vorbereitungen für das 18. Lahnthal-Sängerfest, welches am 28., 29. und 30. Juni dahier abgehalten werden soll, nehmen ihren Fortgang. An der Sängerbühne wird fleißig gearbeitet, und die einzelnen Festausschüsse sind in voller Thätigkeit, um die Gäste in würdiger Weise empfangen zu können und für alle Besucher das Fest so angenehm als möglich zu gestalten. Das Programm wird reichhaltig sein und alle Freunde des Männergesanges werden hohen Genuß finden. Gegen 500 Sänger sind bereits angemeldet. Die Gesangsproben haben begonnen und der Dirigent der Ge- sammtchöre, Herr Musiklehrer Bauer, wird zur Herstellung der nöthigen Einheit und Uebereinstimmung den auswärtigen Vereinen demnächst Besuche abstatten. Möge der gütige Himmel das zum Gelingen nöthige Festwetter bescheeren! — Das Goltzsch'sche Welttheater ist hier eingetroffen und eröffnet Samstag Abend im Saale des Cafe Leib seine Vorstellungen. Ueber diese ebenso interessante wie lehrreiche Schaustellung schreiben die Düsseldorfer Neuesten Nachrichten: Das Welttheater des Herrn Goltzsch, welches zur Zeit im unteren Saale des Kaufhauses seine Vorstellungen giebt, hat unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen. Man fühlt sich in Wirklichkeit in die malerischen Gefilde versetzt, welche an dem Auge vorüberziehen. Die Reise geht durch die sächsische Schweiz, vorbei an den hohen Bergen, Kuppeln, Wasserfällen, an den vegetationsreichen Niederungen, Thälern rc. Von Dresden geht es über Böhmen, Oesterreich, Ungarn, vorbei an den wundervollen Landschaften, die sich durch üppigen Reichthum ganz besonders auszeichnen, vorüber zieht die Stadt Wien, der Lieblingsausenthalt und die von jedem Oesterreicher verehrte an Denkmälern reiche Stadt mit dem Stephansdom. Von Wien nach Salzburg, Berge und Thäler wechseln ab und dann geht es nach dem romantisch gelegenen Berchtesgaden, nach König-See und von hier nach Tyrol mit seinen steilen Klüften, Gletschern, Bergabhängen rc. rc. Wir haben mit einer wahren Herzenslust 2 volle Stunden dem naturgetreuen Schauspiel zugesehen und gestehen, daß es ein seltenes Amüsement ist, die großartigen Partien dieses Cycloramas oder auch Wandel-Dioramas in Augenschein zu nehmen. Das Riesengemälde ist 10 Fuß hoch und 1000 Fuß lang. Die erläuternden Erklärungen sind durchaus willkommen und ganz geeignet, Jedermann in sachlicher, leicht faßlicher und verständlicher Weise zu belehren. Der Besuch dieser Vorstellungen dürfte sonach sehr zu empfehlen sein. Friedberg, 5. Juni. An der Großherzo glich en Tafel nahmen gestern Geheimer Kirchenrath D. Diegel, der evangelische Decan Meyer,. der katholische Pfarrer Thöbes, Oberamtsrichter Sellheim, Amtmann Dr. Wallau und Forstmeister Schnittspahn Theil. Gestern Abend fuhren Se. Königl. Hoheit der Großherzog mit den Prinzessinnen-Töchtern im Wagen nach Nauheim, um in dem dortigen bengalisch beleuchteten Parke zu promeniren. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen heute in Audienz den Oberkammerherrn Frhrn. v. Schenk, den Amtsrichter Bötticher, den Hauptmann a. D. Bornemann, Director des Landeszuchthauses Marienschloß, den Pfarrer Draudt, den Landtagsabgeordneten Weith von Nieder-Wöll- stadt, den Bürgermeister Lahm von Bingenheim. (D Aus dem Kreise Friedberg, 5. Juni. Ein absonderlicher Vogelnistplatz. Zu diesem von Herrn Curschmann angeregten Thema liefert ein Augenzeuge folgenden Beitrag: Wir besitzen eine Geräthe- und Rumpelkammer, an deren Fenster eine Scheibe herausgesallen war. Durch die Oeffnung fand ein Rothschwanzpaar Eintritt. An der einen Wand der Kammer zieht in einer Höhe von etwa 6—7 Fuß ein Balken. Aus diesem lag eine alte Fastnachtsmaske mit monströser, gebogener Nase. Kinn und Lippen der Maske waren nach innen gedrückt und bildeten eine kleine, muldenförmige Vertiefung, in welche die Rothschwänzchen ihr Nest bauten. Vier- blinde Junge lagen darin, als das Nest zufällig entdeckt wurde, was allgemeine Theilnahme erregte. Bald daraus trat "naßkaltes Regenwetter ein, welches Acht Tage anhielt. Dadurch wurde die Ernährung der kleinen hungrigen Fresser erschwert. Wir brachten Semmeln in Milch geweicht, Fleischbröckchen u. dgl. m. in hie Kammer und siehe da, die Roth- schwänze besannen sich nicht lange, sie griffen zu, ließen es sich selbst schmecken und fütterten auch die Jungen mit den guten Bissen. Nach einigen Tagen waren die Thierchen so an unfern Besuch gewöhnt, daß sie sich nicht im Geringsten in ihrem Geschäfte stören ließen. Einen ungemein spaßhaften Anblick aber gewährte es, wenn eins der Alten mit Futter im Schnabel auf der riesigen Nase der Maske saß und seine wippenden, knixenden Bewegungen ausführte, während die Jungen die Schnäbel aufrissen und nach Futter schrien. Es war uns Allen leid, als die Thierchen schließlich flügge wurden und davon flogen, die Kammer war wie verödet. 40 Stockheim, 5. Juni. Eine drollige geometrische Definition, die hier gegeben wurde, dürfte auch die Leser dieser Zeitung interessiren. Zum richtigen Verständniß der Definition wird bemerkt, daß an der hiesigen Zuckerfabrik mehrere Aufsichtsbeamte verwendet sind- einer der Herren führt den Namen Kreis. — Nun unterrichtete der Herr Lehrer in der Geometrie- es wurden verschiedene Figuren gezeichnet und beschrieben. Um zu sehen, ob das Vorgeträgene auch verstanden und behalten wurde, fragte der Herr Lehrer u. A.: „Also was ist ein Kreis?" — „Ein Kreis ist ein Steueraufseher", war die prompte Antwort des kleinen £., der für seine scharfsinnige Definition selbstver- stündlich mit allgemeiner, wohlverdienter Heiterkeit belohnt wurde. /X Aus dem Ohmthal, 5. Juni. Wie mehrfach gemeldet, haben die kalten Nächte der verflossenen Tage empfindsamen Schaden angerichtet, der sich am Bedeutendsten bei dem in der Blüthe befindlichen Korn erweisen dürfte. Wenn auch die Kartoffeln erheblich durch den Frost gelitten, so ist bei denselben doch wieder ein neues Ausschlagen zu erwarten. Glücklicherweise hat Falb mit seiner Prophezeihung nicht ganz recht behalten - denn hiernach hätten die kalten Tage bis zum 15. d. M. gedauert, seit vorgestern ist jedoch die Temperatur wieder in ihr altes Stadium getreten und wir haben wieder sehr warme Tage, die heute mehrfach Gewitter brachten, ohne aber von ausgiebigem Regen begleitet zu sein, welcher dem Landmann sehr erwünscht wäre. n. Trais-Horloff, 5. Juni. Das Bergmannssest der hiesigen Braunkohlen-Grube und Brikettfabrik „Friedrich" kann eingetretener Hindernisse wegen am 8. Juni nicht stattfinden - ein späterer Festtag wird noch bestimmt. -r. Herbstein, 4. Juni. Ein Schmetterlingssammler hatte heute das Vergnügen, in hiesiger Gemarkung einen s. g. Herren, werden Sie mich stets aus meinem Posten finden. Ich nehme die Wiederwahl dankend an." „Ich begrüße Herrn Unverzagt freudig von Neuem im Vorstande," fuhr Herr Menzel fort. — „Meine Herren! Unsere Tagesordnung ist erschöpft. Wünscht Jemand noch das Wort in einer Vereinsangelegenheit? Es ist nicht der Fall. Es erübrigt also nur noch, daß der Herr Schrist- ftrhrer das Protocoll erledigt und nebst sämmtlichen anwesenden Vorstandsmitgliedern zwei nicht dem Vorstande angehörige Mitglieder dasselbe unterschreiben." Beides geschieht- es ist 93/4 Uhr geworden. „Meine Herren!" spricht noch einmal Herr Menzel, „ich kann die Versammlung nicht schließen, ohne dem Wunsche Ausdruck zu geben, daß das neu beginnende dritte Jahrzehnt des Gemeinnützigen Vereins ihm selbst und unserer lieben Vaterstadt ein recht segensreiches sein werde. — Ich schließe die Generalversammlung und danke den Herren für ihr Erscheinen." Als die Theilnehmer an dieser denkwürdigen Sitzung um 111/2 Uhr die nun folgende gemüthliche Nachsitzung aufhoben, wußte Herr Faßloch befriedigt, daß 34 Glas seines Bräues weniger auf der Welt seien. Anderen Tages war im „Schenkhauser Courier" folgender der Feder des Chefredacteurs Unverzagt entstammender Bericht zu lesen: „Gestern Abend fand im Saale des „Goldenen Adlers" die 20. Generalversammlung des Gemeinnützigen Vereins statt. Dieselbe schloß zwei Jahrzehnte des segensreichens Wirkens dieses Vereins ab. Was derselbe im Laufe von 20 Jahren unserer Stadt gewesen, was er für das Gemeinwohl geleistet hat, es steht in den Blättern der Stadtgeschichte geschrieben - Jedermann weiß es und keiner Wiederholung bedarf es an dieser Stelle. Von einer besonderen Feier des 20jährigen Bestehens hatte die Vereinsleitung Abstand genommen, offenbar in der Absicht, dem Verein auch die allergeringsten, nicht unmittelbar dem Vereinszwecke dienenden Ausgaben zu ersparen. — Ueber die gestrige Generalversammlung ist zu berichten, daß dieselbe in erfreulicher Weise völlig ausreichend besucht war. Der von dem hochverdienten, langjährigen Vorsitzenden, Herrn Rentner Menzel, vorgetragene Geschäftsbericht fand allseitige Genehmigung, desgleichen die von Herrn Apotheker Büchsel mit peinlicher Genauigkeit geführte Kassenrechnung. — Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden sämmtliche bisherige Mitglieder wiedergewählt. — Wir können bei dieser Gelegenheit erwähnen, daß auf Betreiben des Vereins hin demnächst mit der Asphaltirung des Bürgersteigs am Marktplatz begonnen werden wird." * Herr Commercienrath L. — so erzählt man — tritt unerwartet ins Comptoir. Ein Commis hat es sich auf dem geheiligten Stuhle des Principats bequem gemacht. „Herr," fährt der Commercienrath den Vermessenen an, „was fällt Ihnen ein! Spielen sich hier wohl als Principal auf von meinem Geschäft! Dumm genug sind Sie dazu!" Apollo (D. Mnemooyne’s) zu fangen. Während seiner beinahe dreijährigen Anwesenheit in Herbstein hatte er noch keine Gelegenheit gehabt, Wahrnehmungen bezüglich solcher Exemplare zu machen und ist wohl gewiß, daß dieser Schmetterling dahier zu den großen Seltenheiten gehört. 8. Herbstein, 4. Juni. Eine Dienstmagd, welche ihrer Herrschaft nach und nach mehrere Gegenstände, Wein, Branntwein, Wurst rc. entwendete, wurde wegen dieser Vergehen in Haft genommen. □ Aus der Wetterau, 5. Juni. Das Stahlroß im Dienste der Kirche, der Verwaltung und der Medicin. Eine kleine Geschäftsreise brachte mich binnen zweimal vierundzwanzig Stunden vom Odenwalde durch die Wetterau in den Vogelsberg. Im Odenwalde wurde das Fahrrad von einem Arzte mit Erfolg auf seiner Landpraxis angewandt- in der Wetterau verwendet es ein Verwaltungsbeamter mit gleichem Erfolge und in Niedermoos geschieht dasselbe von einem Pfarrer, der eine filialenreiche Pfarrei besitzt. Vor wenigen Jahren noch galt das Velocipedfahren für eine Liebhaberei. Jetzt hat es bei Kaufleuten, Postbeamten, Medicinern, Verwaltungsbeamten und Geistlichen bereits Eingang gefunden. Die Nebenbahnverhandlungen in unserer Zweiten Kammer veranlaßten zu der Bemerkung: Jedes Dors müsse nächstens seine Bahn haben. Sobald die Electricität billiger und transportabler wird, ist auch der Unterhäuser im Stande, per Stahlrad nach den großen Städten zu fahren. — Napoleon I., der unbestritten ein scharfsinniger Kopf war, meinte: Das Fahren mit Dampfschiffen oder Dampfwagen würde wohl für alle Zeiten nichts weiter als eine Schrulle von spleenigen Engländern bleiben. Was würde er jetzt sagen, wenn er einmal per Blitzzug durch Europa fahren könnte! Und doch sind seit seinem Tode kaum 70 Jahre verflossen. Vermischtes. * Darmstadt, 2. Juni. Postpersonalnachrichten. Der Postanwärter Enenkel in Mainz ist als Postassistent angestellt worden. Versetzt sind der Postsecretär D ö r k von Offenbach (Main) nach Homberg (Bez. Cassel) behufs Ueber- nahme der Vorsteherstelle des Postamts daselbst, der Ober- Postassistent Henrich von Worms nach Michelstadt, der Postassistent Herbert von Berlin nach Darmstadt. *△ Mainz, 4. Juni. Heute Nachmittag fand hier eine aus allen Theilen des Großherzogthums sehr zahlreich besuchte Versammlung der hessischen Gastwirt he statt, die von dem Landesverband der Wirthe zu dem Zwecke einberusen worden, um gegen das hessische Weinsteuergesetz Stellung zu nehmen. In der Versammlung sprach man sich allgemein mit Entschiedenheit gegen das das Wirthsgewerbe doppelt belastende Gesetz aus und verlangte die vollständige Abschaffung. Einstimmig nahm die Versammlung eine Resolution an, worin sie an alle Berufsgenossen die Aufforderung richtet, mit allen Kräften für die Beseitigung des Gesetzes einzutreten und insbesondere bei den bevorstehenden Landtagswahlen dahin zu wirken, daß nur Abgeordnete gewählt würden, welche die bündige Zusage machten, gegen das Gesetz in der Kammer aufzutreten. Es wurden weiter für das ganze Land Local- comites gebildet, die die Agitation in diesem Sinne in ihren Kreisen betreiben sollen. *T. H. Frankfurt a. M., 4. Juni. Die Nennungen für die Trab- und Hinderniß rennen in Frankfurt a. M. am nächsten Sonntag und Montag sind befriedigend ausgefallen, es sind 10 Hinderniß- und 14 Traber-Pferde gemeldet, welche in den verschiedenen Rennen concurriren werden. Zu einem sehr interessanten Rennen wird sich am Sonntag der Preis von Niederrad gestalten, in welchem die amerikanische Stute Rosemont, welche von dem verstorbenen Herrn Max Livingstone kurz vor seinem Tode für den Preis von 24,000 Mk. importirt wurde, gegen Blue Belle starten wird, welche ihr über die Distanz von 3000 Meter 100 Meter vorzugeben hat. Rosemont ist in den Besitz des bekannten pfälzischen Sportsman Freiherrn M. von Gienauth übergegangen, welcher die Stute auf der Rennbahn ausnützt, da sie in Amerika einen Record von 2. 23 J/2 erzielte und heute als sehr schnelles Pferd gilt. *+ Kassel, 6. Juni. Der diesjährige Bezirkstag des Bezirks Vereins des Deutschen Fleischerverbandes für Kurhessen, das Großherzogthum Hessen und das ehemalige Her zogt hum Nassau findet hier in Kassel vom 9.—11. Juni statt. Auf der reichhaltigen Tagesordnung stehen außer Jahresbericht rc. Aenderung der Statuten - Anträge der Innungen Hanau und Gießen- Verbandsbücher, Zeugnisse- Allgemeine gewerkliche Angelegenheiten- Genossenschastsschlächtereien- Einführung amerikanischen Speckes und Schmalzes- Krankenkassenwesen, Versicherung- Vorstandswahl rc. — Auch ein sehr reichhaltiges Vergnügungsprogramm ist aufgestellt. So Festessen, Abendunterhaltung rc. Der Mittwoch ist ganz der Wilhelms- höhe gewidmet, wo anläßlich der großen Zahl Festtheilnehmer die Wasserkünste vollzählig angelassen werden. Extrazüge befördern die Theilnehmer nach dort. Verkehr, £anO» rrird Votksrvirthschnft. + Saffel, 3. Juni. Allgemeine Ermäßigung der Ausnahmetrachtsätze für Kohlen und Brennstoffe. Die hiesige Handelskammer hat sich in ihrer jüngsten, nicht öffentlich stattgehabten Sitzung in eingehender Weise mit^ der Frage der allgemeinen Preisermäßigung der Ausnahmefrachtsätze für Kohlen und Brennstoffe beschäftigt. Es geschah dieses im Anschluß an das Vorgehen der Handelskammern zu Hanau und Offenbach, welche eine diesbezügliche Eingabe an den Eisenbahnmintster richten wollen. Es wird empfohlen, unter Aufrechterhaltung der bestehenden älteren billigeren Ausnahmetartfe, den bestehenden Etnheitsstreckenfatz von 2,2 H für den Tonnenkilometer für alle Entfernungen gleichmäßig, und eine Abfertigungsgebühr von 6 $ für 100 Kg. bei Entfernungen bis zu 100 Km., und 3 H für wettere Entfernungen etnzuführen. Die Kammern legen auf diese Sätze mehr Werth als auf einen stufenweise fallenden Frachtsatz bet Entfernungen von mehr als 350 Km. und glaubm, daß eine solche bescheidene Frachtermäßigung die Conjuncturen des Kohlenmarktes weder hemmen noch befördern tonnen, um so mehr, als ein größerer Thell der alleren Kohlen- sichten. WHtent Dör! von »ufs lieber; der Ober- lstadt, der Pfarrei 'pedjahren te", Post- Geistlichen d hier eine eich besuchte tt, die von einberufen Stellung zu lgeniein mit doppelt be- Slbschchung. i an, worin :t, mit allen :en und ins- !i bafin )U welche bie er Kammer Land Local- me in ihren Innungen für iffurt a. M. gend ausgc- serde gerne!- neu werden, im Sonntag die amerika- denen Herrn , Preis von (arten wird, ) Meter vor- 5 bekannten manch über- ausnützl, oa und henke Teilung: sobald die ! auch der 'n grotzen tritten ein üt Dampf- nten nichts ru bleiben, itzzng durch Tode kaum h'°6 im nd der binnen M die ^e das Claris nnaltnv^- .eie«”8 $k •JM nßf L. sollen- lE alteren S-S» Es icb^Äldem üifia „jirfitU Fleii>der- x# i« N°'i t, Aul d» cesbcrich' !t' qeteer(hie Eiufiih^"8 . ,-hr y S-E .„SÄ-l"8' ($rtr»6u8e * ihr» > -orannt- rgehen in 11 für Pfarrer Schlosser. 2980 Glessen — Seltersweg 67 — G. D» Gebauer 1. 2. A. Fangmann 4869 Stahl. 4894 4892 Amendt. Bahnhofstraße. 554] Tietzes MUCHEIN! * Gerichts-Taxator. 4865 S 4891 Pfandmeister. 4743 Alsfelder Kornbrod U TÄKiS» [4866 bei Höchste Auszeichnung I Cöln 1889 j Verkaufsstelle Giessen: Heb« "Wallach, Markt 8. Goldene Medaille. Silberne Medaille. er® Ä5g — Den hohen Werth der Geuutzmtttel rühmt die Autorität Max von Pettenkosers in seiner Abhandlung: „lieber Nahrungsmittel im Allgemeinen" folgendermaßen: „Genußmittel und Stoffe, welche nicht nothwendig Material zum Aufbau unseres Körpers abgeben, aber doch sowohl für die Processe der Ernährung, als auch für andere organische Functionen wesentliche Dienste leisten. Das Fleischextract gehört, abgesehen von seinem hohen Gehalt an Nährsalzen, vorwaltend zu den Genutzmitteln, ist daher auch keine Nahrung, aber ein Genußmittel der hervorragendsten Art. — Die Genußmittel sind wahre Menschenfreunde, sie helfen unserem Organismus über manche Schwierigkeiten hinweg, ich möchte sie mit der Anwendung der wichtigen Schmiere bet Bewegungsmaschinen vergleichen, welche zwar nicht die-Kampfkraft ersetzen und entbehrlich machen kann, aber dieser zu einer viel leichteren und regelmäßigeren Wirksamkeit verhilft und außerdem der Abnutzung der Maschine ganz wesentlich vorbeugt." — Das echte Ltebtg'sche Fleischextract wird erst nach sorgfältiger Untersuchung auf untadelhafte Qualität durch den Director des wissenschaftlichen Departements der Liebigs Gesellschaft und ’ seinen Delegirten in den Handel gebracht. günstigen Bedingungen preiswürdig zu verkaufen Nähere Auskunft ertheilt 4699] In einem Städtchen im Lahnthal, Eisenbahnstation, Sitz von Gruben und Fabriken, ist eine sehr rentable Gast- wirthschaft nebst Inventar, Bier. 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Die nachstehend zur Erbauung einer Kreisstraße von Watzenborn nach Steinberg erforderlichen Arbeiten sollen im Gemeindehaus zu Watzenborn am Montag den 16. Juni, Nachmittag- 2 Uhr, im Wege mündlichen Abgebots vergeben werden und zwar: Reinhardshain und Saasen. Die betreffenden Wiesenwärter und Forstwarte sind beauftragt, aus Verlangen die Grasloose vorher vorzuzeigen. Grünberg, am 4. Juni 1890. Großherzogliche Obersörsterei Grünberg. Schober. Das Heugras von der cameral- fiscalischen Sorauwiese bei Daub- ringen wird Mittwoch den 11. d. MtS., Nachmittags um 2 Uhr, bei Wirth Schäfer zu Daubringen versteigert. Treis a/L., den 5. Juni 1890. Großherzogl. Obersörsterei Treis a/L. ■ÄllintBS Klavier-Reparaturen u. -Stimmen. Leihanstalt. Erdarbeiten, veranschlagt zu 1652 «X. 33 H Chaussierungsarbeiten: a) Lieferung der Grundbausteine, veranschlagt zu 1795 «X. 20 H b) Lieferung der Decksteine, veranschlagt zu 2510 «X. 56 H Kostenvoranschlag, Pläne und Be- Heugrasversteigerung. Das diesjährige Heugras von den Domanialwiesen, sowie von verschiedenen Waldwegen wird Dienstag den 10. Juni d. I. versteigert und zwar: 1) Vormittags acht Uhr im Schloßhof zu Grünberg von 17,20 ha Wiesen der Gemarkung Grünberg und von einigen Waldwegen der Forstwartei Weickartshain, 2) Vormittags 11 Uhr am District Krummstrauch aus dem Schnittpunkt der Staatsstraße Grünberg — Lindenstruth und der Kreisstraße nach Queckborn von sämmtlichen Domanial- wiesen der Gemarkungen Göbelnrod, Lindenstruth, Saasen, ferner von 9 ha Wiesen der Gemarkungen Harbach und Queck- born und von mehreren Waldwegen der Forstwarteien Harbach, ersuchen Sie geil. 455 Schusters Caffee. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 1. Sonntag nach Trinitatis, 8. Juni. Vormittags 8Vr Uhr: Frühgottesdienst und Katechismuslehre die Realgymnasiasten und Realschüler in der Friedhofscapelle. dingungen liegen auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten zur Einsicht offen. Gießen, am 5. Juni 1890. Der Kreisingenieur: m Errichtung eines Dkukmls für Kaiser Friedrich bei Wörth. Der Gedanke, dem dahingegangenen Kaiser Friedrich ein Denkmal zu errichten aus der Wahlstatt bei Wörth, hat allenthalben im deutschen Volke begeisterten Anklang gefunden, entspricht es doch einem tief empsun-i denen Bedürsniß, auch äußerlich für alle Zeiten im Denkmal festzuhalten das Bild des als Fürst und Mensch so hoch Gestandenen, allzufrüh uns Entrissenen. Und so groß und bewundernswert auch der edle Dulder erscheint, für die Dauer soll doch nur seine herrliche Heldengestalt uns vor Augen gestellt sein: „Unser Fritz", so wie er in voller Manneskraft unter uns geweilt, wie er im Drang des Kampfes die deutschen Stämme Schulter an Schulter vereint und in seinem Theile mitgewirtt hat an der Wiedererrichtung des deutschen Reiches. Aus der Kampfesstätte von Wörth, wo unter seiner Führung der erste, große Sieg erfochten ward, wo aber auch die Schrecken des Krieges das tiefe, menschliche Fühlen des Siegers zum versöhnenden Ausdruck gebracht, soll dieses Denkmal sich erheben, und aller Orten haben bereits Gemeinden, Vereine und Einzelne die Gaben zusammengetragen, um daraus ein Werk zu schaffen, würdig des Dahingegangenen, würdig seines getreuen Volkes. Auch an die Vertretung unserer Stadt ist die Aufforderung heran- getreten, dazu einen Beitrag aus städtischen Mitteln in Aussicht zu stellen; sie hat es aber nicht für angemessen erachtet, in dieser Form unsere und unserer Mitbürger Theilnahme an der Errichtung solchen Denkmäler zu bethätigen, sie wollte vielmehr einem Jeden in unserer Stadt Gelegenheit geben, nach freiem Belieben seine Gabe beizusteuern. Darum hat die Stadtverordneten-Versammlung sich sselbst als Ortsausschuß gebildet zur Sammlung von Beiträgen für dieses Denkmal; alle Mitglieder derselben — sowie die Expeditionen der hiesigen Zeitungen — sind bereit, für diesen Zweck innerhalb der nächsten drei Wochen freiwillige Gaben in Empfang zu nehmen, vorbehältlich späterer Rechnungslegung. Wir hoffen, damit den Wünschen unserer Mitbürger gerecht geworden zu sein und ersuchen um Zuwendung von Gaben. Gießen, den 6. Juni 1890. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Gießen und Namens derselben Der Bürgermeister Gnauth. Die seit Jahren bewährten Specialitäten von Robert Hoppe, Halle a. S., wie: „Flüssigen Leim“ für Comptoire und Haushalt., zum Kitten und Kleben aller Gegenstände. Flaschen 30 und 50 Möbel-Politur O- mit welcher jede Hausfrau sehr leicht polirte und lackirte Möbel reinigen und neu auf- poliren kann. Fl 4(J Pf. empfiehlt 4567 Heinrich Wallach, Marktplatz. Temperatur der Lahn und der Lust am 6. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15*/z, Luft 16 Gr. Rübs am en. das Vorzüglichste gegen alle 8 Insecten, * wirkt mit geradezu frappiren- W der Kraft und rottet das vor- Versteigerung Samstag den 7. Sunt, Nachmittags 4 Uhr, werden Rodheimerftraße Nr. 40: 1 Kuh, 1 Parthte Backsteine (Ofenbrand), Firstziegel und Holz gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 31. Mai 1890. Mulch, I. Klinge lhöffer, Asterweg. 4495J 6in Landauer, noch in bestem Zustand, ist vreiswürdig zu verkaufen. Friedrich Äuhne senior, Wallthorftraße. Dienstag den 10. Juni, Nachmittags von 2 Uhr an, wird der Nachlaß von Frl. Christine Sony, Seltersweg 16 III, bestehend in: 1 Kleiderschrauk, Sopha, zwei Commoden, Tisch, Stühle, Bett- werk, HauS- und Kücheugeräthe Weißzeug u.Frauenkleiderus. w. meistbietend versteigert. Im Auftrag: Louis Rothenberger, Montag den 9. Juni, Nachmittags von 2 Uhr an, werden in der Restauration Klingenberg, Neustadt Nr. 55, nachbenannte neue MSbel versteigert r 8 KleiderschrLnke (einthürig), 3 Bettstellen mit Sprungfeder- Matratzen, 2 SophaS, 1 Wasch- consol, 2 Nachttische, 2 Tische; ferner 1 gebrauchter Kinderwagen!, 1 Kücherrschrank mit GlaSauffatz, 1 Aliegenschrank und andere Gegenstände. Im Auftrag r Louis Rothenberger, Gerichts-Taxator. [4826 Katholische Gemeinde. 2. Sonntag nach Pfingsten (Fest des hl. Bonifacius), 8. Juni. Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vr8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um d Uhr Austheilung der hl. Communion; um V,8 Uhr Frühmesse; um 3/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um Vr3 Uhr Festandacht. Gottesdienst in der Synagoge. 7. Juni. Freitag Abend 715 Uhr, Samstag Morgen 800 Uhr, Samstag Mittag 4oo Uhr, Samstag Abend 9C0 Uhr. Ausnahmetarise in zahlreichen Verkehren weit niedrigere Frachtsätze aufweise. Die hiesige Handelskammer ging nun bei Erörterung dieser Frage von der Annahme aus, daß nur ein kleiner Thetl der Steinkohlen in der Nähe der Zechen verbraucht, der bei weitem Srößere Thetl aber einen längeren oder kürzeren Weg mit der Etsen- ahn verfrachtet werde; daß daher in der Einwirkung auf die Etsen- bahnfrachten das Mittel liege, die in der jüngsten Zeit mit elementarer Gewalt aufgetretene Steigerung in den Kohlenpreisen für den größeren Theil der Consumenten weniger empfindlich zu machen. Die Eisenbahnverwaltungen selbst als bedeutende Consumenten, dürften Interesse daran haben, die Kohlenpreise möglichst niedrig zu halten, was am leichtesten dadurch zu erzielen wäre, daß fie den Absatz gering- werthtger Brennstoffe, namentlich der Braunkohle, des Torfs und des Brennholzes durch Herabsetzung der Frachten erweiterten und die Nachfrage nach Steinkohlen dadurch minderten. Die Kammer war ferner der Ansicht, daß auch die Erbauung von Eisenbahnfahrzeugen von größerer Belastungsfähtgkett geeigneten Anhalt zur Verbilligung der Frachten böte. Nach Erstattung eines ausführlichen Referats beschloß daher die Kasseler Handelskammer einstimmig, sich dem Vorgehen der Handelskammern zu Hanau und Offenbach völlig anzuschließen, sowie den von Herrn Macco (Siegen) in der Sitzung des Bezirkseisenbahnraths zu Frankfurt gestellten Antrag auf Herstellung von Güterwagen größerer Belastungsfähtgkett zu unterstützen. E. Alsfeld, 5. Juni. Hier findet am 21. Juli d. I. wieder ein Prämtemarkt statt. Es kommen ca. 500 Mark für das beste Vieh zur Vertheilung; mit dem Markt ist eine Verloosung verbunden. Vormittags 9Va Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 2Va Uhr: Pfarrer Schlösser. Kinderkirche fällt aus. Katechismuslehre für die confirmirten Mädchen Vormittags Uhr in der Friedhofscapelle. Pfarrer Dingeldey. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 8. bis 14. Juni besorgt Pfarrer Dingeldey. Mosel-Cognac aus nur Wein gebrannt, ohne den geringsten Spritzusatz, in Brüssel mit der silbernen Medaille gekrönt, empfiehlt die Cognac-D estillerie von L Elfen Trier a/Mosel. Niederlage für G i e ß e n bei Herrn Ph. Bauer II., 4888] Junger sprungfähtger Bullen °ttfaUf£lb Wtth. Wi.s.ck. Weinblüthen-Duft von Earl John & Co., Berlin N. und Cöln a. Rh. verbreitet beim Zerstäuben in Zimmern ein erfrischendes feines Aroma und ist ein liebliches Parfüm für das Taschentuch, ä Flacon Mk. 1.00 n. 1.50 zu hab. bet E. Dort, Walltborstr. 45, 3922] Wilhelm Fritsch. Em großer Posten weiß und farbiger, leinener u. wollener Zwetschmmus, beste Qualität, empfiehlt 14297 Emil Fischbach» 4878] Ulmer Dogge, ttgerfarbig, ein Jahr alt (Prachtexemplar) preiSwerth zu verkaufen. Zu erfr. bei der Exped- d. Bl. W. Grünstein in Gladenbach. Badehosen | bei Stöbert Stuhl, Neustadt 23. Brennholz. 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