Nr. 32.Freitag den 7. Februar 18SV Der Lietzener A«»eiger erscheint täglich, mit Ausnahme dcS MontagS. Die Gießener MimitierrvkLtler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Generat-Wnzeiger. vierteljähriger Avonnementspretsr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Expedition und Druckerei: SchurßraßeAr.V. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener KamLlienMtLer. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, die Reich Stags wählen betreffend. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß von Großh- Staatsministerium zu Wahlcommissärm ernannt worben sind: 1) für den ersten Wahlkreis: der Großh. Provinzialdlrector Freiherr von Gagern in Gießen, 2) für den zweiten Wahlkreis: der Großh- Kreisrath Dr. Braden in Friedberg, 3) für den dritten Wahlkreis: der Großh. Kreisrath von Grolman in Alsfeld, 4) für den vierten Wahlkreis: der Großh. Provinzial- director von Marquard in Darmstadt, 5) für den fünften Wahlkreis: der Großh. Kreisrath Haas in Offenbach, 6) für den sechsten Wahlkreis: der Großh. Kreisrath vc>n Bechtold in Bensheim, 7) für den siebenten Wahlkreis: der Großh. Kreisrath Gros in Worms, 8) für den achten Wahlkreis: der Großh. Kreisrath Spam er in Bingen, 9) für den neunten Wahlkreis: der Großh. Provinzial- director Geheimerath Küchler in Mainz. Der erste Wahlkreis besteht aus: 1) Kreis Gießen. 2) Aus dem Kreise Alsfeld die Gemarkungen: 1. Atzenhain, 2. Bernsfeld, 3. Ermenrod, 4. Flensungen, 5. Ilsdorf, 6. Kirschgarten, 7. Lehnheim, 8. Merlau; 9. Rieder-Ohmen, 10. Ober-Ohmen, 11. Rupertenrod, 12. Wettsaasen, 13. Zeilbach. 3) Aus dem Kreise Schotten die Gemarkungen: 1. Eichelsdorf, 2. Gedern, 3. Glashütten, 4. Groß- Eichen, 5. Klein-Eichen, 6. Mittel-Seemen, 7. Rieder- Seemen, 8. Ober-Lais, 9. Ober-Seemen, 10. Ober- Schmitten, 11. Steinberg, 12. Unter - Seibertenrod, 13. Volkartshain. 4) Aus dem Kreise Büdingen die Gemarkungen: 1. Bellmuth, 2. Bergheim, 3. Berstadt, 4. Bingenheim, ö. Bisses, 6. Berstädter-Markwald, 7. Bleichendach, 8. Blofeld, 9. Reichelsheimer Antheil an Bingen- Heimer Mark, 10. Bobenhausen I., 11. Borsdorf, 12. Dauernheim, 13. Dauernheimer Hof, 14. Schlei- seld, 15. Echzell, 16. Echzeller Markwald, 17. Eckards- born, 18- Effolderbach, 19. Fauerbach, 20. Geis- Nidda, 21./22 Gelnhaar (Jsenb. und Doman.), 23. Gettenau, 24 Heuchelheim, 25. Hirzenhain, 26. Kohden, 27. Harbwald, 28. Leidhecken, 29. Liß- berg, 30. Michelnau, 31. Nidda, 32. Ober-Widders- heim, 33. Ortenberg, 34. Ranstadt, 35. Schwickartshausen, 36. Selters, 37. Conradsdors, 38. Unter- Schmitten, 39. Unter-Widdersheim, 40. Grund- Schwalhelm, 41. Usenborn, 42. Wallernhausen, 43. Wippenbach. Gießen, am 4. Februar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, die Reichstagswahlen betreffend. Nachdem der Unterzeichnete für die bevorstehenden Reichstagswahlen zuw Wahlcommiffär des ersten Wahlkreises des Großherzogthums, bestehend aus: 1. Kreis Gießen. 2. Aus dem Kreise Alsseld die Gemarkungen: 1. Atzenhain, 2. Bersfeld, 3. Ermenrod, 4. Flensungen, 5. Ilsdorf, 6. Kirschgarten, 7. Lehnheim, 8. Merlau, 9. Nieder-Ohmen, 10. Ober-Ohmen, 11. Ruppertenrod, 12. Wettsaasen, 13. Zeilbach. 3. Aus dem Kreise Schotten die Gemarkungen: 1. Eichelsdorf, 2. Gedern, 3. Glashütten, 4. Groß-Eichen, 5. Klein-Eichen, 6. Mittel-Seemen, 7. Nieder-Seemen, 8. Ober-Lais, 9. Ober-Seemen, 10. Ober-Schmitten, 11. Steinberg, 12. Unter-Seibertenrod, 13. Volkartshain. 4. Aus dem Kreise Büdingen die Gemarkungen: 1. Bellmuth, 2. Bergheim, 3. Berstadt, 4. Bingenheim, 5. Biffes, 6. Berstädter-Markwald, 7. Bleichenbach, 8. Blofeld, 9. Reichelsheimer Antheil an Bingenheimer Mark, 10. Bobenhausen I., 11. Borsdorf, 12. Dauernheim, 13. Dauernheimer Hof, 14. Schleifeld, 15. Echzell, 16. Echzeller Markwald, 17. Eckardsborn, 18. Effolder- i bad), 19. Fauerbach, 20. Geis-Nidda, 21-/22. Gelnhaar | (Jsenb. u. Dom.), 23. Gettenau, 24. Heuchelheim, 25. Hirzenhain, 26. Kohden, 27. Harbwald, 28. Leidhecken, 29. Lißberg, 30. Michelnau, 31. Nidda, 32. Ober- Widdersheim, 33.Ortenberg, 34. Ranstadt, 35. Schwickartshausen, 36. Selters, 37. Conradsdors, 38. Unter- Schmitten, 39. Unter-Widdersheim, 40. Grund-Schwalheim, 41 Usenborn, 42. Wallernhausen, 43. Wippenbach ernannt worden ist, bringt derselbe hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß Mvntag den 24. Februar 1890, Vormittags 11 Uhr, in dem Sitzungssaale des Regierungsgebäudes zu Gießen die Protokolle über die Wahlen in den einzelnen Wahlbezirken durchgesehen und die Resultate der Wahlen zusammengestellt werden sollen. Das Ergebniß wird sodann verkündet werden. Der Zutritt zu dem Local steht jedem Wähler frei. Gießen, den 4. Februar 1890. Der Wahlcommiffär: v. Gagern. Bekanntmachung, die Feldbereinigung in der Gemarkung Staufenberg betreffend. Bei der am 29. Januar d. I. zu Staufenberg vorgenommenen Abstimmung über den von Großh Kreisamt Gießen gestellten Antrag auf Ausführung der Feldbereinigung und Anlage von Wegen in den Baumstücken in der Gemarkung Staufenberg haben 127 Grundeigenthümer, welche zusammen 2,031,110 Qm Mche besitzen, gegen den Antrag gestimmt. Da die Gemarkung Staufenberg zusammen 460 Grundbesitzer und, ausschließlich Wald und Hofraithen, einen Gesammt- flächengehalt von 4,756,946 m hat, so gilt in Gemäßheit des Artikel 3 des Gesetzes über die Feldbereinigung vom 28. September 1887 der gestellte Antrag als angenommen. In Gemäßheit des Artikel 11 des angeführten Gesetzes bringe ich dieses Abstimm'mgsergebniß unter dem Ansügen zur öffentlichen Kenntniß daß das aufgenommene Protokoll in der Zeit vom 8. bis einschließlich 14. l. M. aus dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Staufenberg offenliegt, und daß Einwendungen gegen die Zulässigkeit und Rechtsbeständigkeit des Ergebniffes binnen 14 Tagen, von der Veröffentlichung der Bekanntmachung im Kreisblatt an gerechnet, mittels schriftlicher Beschwerde bei der Großh. oberen landwirthschaft- lichen Behörde zu Darmstadt geltend zu machen sind. Gießen, den 5. Februar 1890. Der Commiffär: Nebel, Amtmann. Bekanntmachung. Auf dem gestern dahier abgehaltenen Viehmarkt ist ein Kalb zurückgeblieben, dessen Eigenthümer bis jetzt nicht ermittelt ist. Derjenige, welcher Ansprüche an das Kalb machen zu können glaubt, wird aufgesordert, dieß innerhalb 3 Tagen bei der unterzeichneten Behörde zu thun, widrigenfalls das Kalb als gefundener Gegenstand betrachtet werden wird. 1103 Gießen, am 5. Februar 1890. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. politische Ueversicht. Gießen, 6. Februar. Am Dienstag Nachmittag sand beim Reichskanzler Fürsten Bismarck das angekündigte „parlamentarische" Diner ftatt, welches diesmal jedoch gegenüber früheren ähnlichen Festlichkeiten beim Kanzler einen bedeutsameren politischen Character trug. Vor Allem beehrte der Kaiser selbst die kleine, ^aber auserlesene Versammlung mit seiner Gegenwart- die Flügeladjutanten Oberstlieutenant v. Kessel und Major v. Zitzewitz begleiteten den Kaiser. Ferner waren erschienen: Die Herrenhausmitglieder Fürst v. Hatzseld-Trachenberg, Graf Hohenthal, Graf Udo zu Stolberg-Wernigerode, Dr. Miquel, v. Koscielski, Freiherr v. Stumm, während aus dem Hause der Abgeordneten die Herren Prinz Arenberg, v. Balan, v. Benda, v. Bismarck-Kniephos, v. Bülow-Wandsbeck, Graf Douglas, Dr. Enneccerus, Freiherr v. Erffa, v. Eynern, Freiherr v. Huene, v. Kardorff, Gras v. Limburg-Stirum, v. Putt- kamer-Großnipkau, Dr. Reichensperger, Weber-Genthin und Freiherr v. Zedlitz - Neukirch an dem Diner theilnahmen. Außerdem waren noch die beiden Söhne des Reichskanzlers, Staatssecretär Gras Herbert Bismarck und Regierungspräsident Gras Wilhelm Bismarck in Hannover, letzterer mit Gemahlin, zugegen. Die Versammlung wies also hervorragende und einflußreiche Mitglieder der conservativen und der freiconservativen, wie der nationalliberalen und der Centrumspartei auf und ließ so schon hinlänglich deren politische Bedeutung erkennen, die auch im ganzen Verlause des DinerS hervortrat. Der Kaiser bildete selbstverständlich den Mittelpunkt des kleinen Kreises und zeichnete der hohe Herr namentlich den freiconservativen Freiherrn v. Stumm, dann Herrn Dr. Miquel und auch den Freiherrn v. Huene, den bekannten Zoll- und Steuerpolitiker des Centrums, durch längere Unterhaltungen aus. Was den Kanzler anbelangt, so gab er nach Aushebung der eigentlichen Tafel eine Reihe historischer Erinnerungen, speciell auch aus dem böhmischen Feldzuge, zum Besten, um dann auf actuelle Fragen der inneren Politik, wie die Angelegenheit der Steuerreform in Preußen n. s. w., einzugehen. Ob sich der Kanzler auch über die durch das Scheitern des Socialistengesetzes im Reichstage geschaffene Situation ausgesprochen hat, entzieht sich noch der Kenntniß weiterer Kreise, doch scheint dem nicht so zu sein. Die belebte Unterhaltung dehnte sich bis in die elfte Abendstunde aus, erst dann bestellte der Kaiser seinen Wagen und verabschiedete sich herzlichst von seinem Kanzler, worauf alsbald auch die übrigen Gäste das gastfreie Heim des leitenden Staatsmannes verließen. Die sächsische Abgeordnetenkammer verwies in ihrer Dienstagssitzung die Regierungsvorlage, welche zur Umgestaltung der Dresdener Bahnhöfe die beträchtliche Summe von 35 Millionen Mark fordert, einstimmig an die Finanzdeputation B. Im jüngst eröffneten Landesausschusse von Elsaß-Lothriugen kam am Dienstag wieder einmal die Paßzwangangelegenheit infolge verschiedener Interpellationen aus dem Hause zur Sprache. Unterstaatssecretär v. Köller beantwortete dieselben dahin, daß die Paßzwangmaßregel zwar hart, aber nothwendig sei, indessen werde sie mit möglichster Milde ausgeführt. Entschieden warnte der Regierungsvertreter vor Uebertreibungen in den Klagen über die Härten des Paßzwanges, da jene nur schaden könnten, auch protestirte er energisch gegen allgemein gehaltene Beschwerden über die mit Ausführung des Paßzwanges beauftragten Beamten, soweit in ihnen keine Namen genannt würden - schließlich erklärte der Unterstaatssecretär seine Bereitwilligkeit zur Entgegennahme jeder gerechtfertigten Klage. Der Vorschlag des Obersten Stoffel zu einem deutschfranzösischen Bündnisse gegen Rußland hat in Rußland begreiflicher Weise arg verschnupft und um so eisriger bemüht man sich in den Kreisen der Russenfreunde jenseits der Vogesen, den armen Obersten zu desavouiren. Doch befleißigt sich hierbei ein Theil der französischen Presse einer unverkennbaren Reserve- z. B. meint die „Republique Francaise", die Gemeinschaft der Interessen Frankreichs und Rußlands sei zwar einer der Hauptsactoren der europäischen Politik, aber die Völker könnten ebensowenig wie die Individuen eines gewissen Stolzes entbehren. Es gäbe in Frankreich Leute, welche sich mit allzuviel Eifer Rußland an den Hals würfen und solchem Betragen fehle es an Muth und Geschicklichkeit. Schließlich empfiehlt das opportunistische Blatt als einzige Richtschnur für Frankreich „viel LebellGewehre und viele entschlossene Soldaten", das Uebrige komme dann von selbst. — Wenn die „Rep. Franc." mit ihrer Aeußerung über die Leute, welche sich Rußland um jeden Preis in die Arme würfen, nur nicht in ein Wespennest gestochen hat! Deutsches Reich. Berlin, 4. Februar. Dem Bundesrathe ist der Gesetzentwurf über die Einführung der Gewerbegerichte zugegangen. Er umfaßt 75 Paragraphen und zerfällt in fünf Abschnitte: 1) Errichtung und Zusammensetzung, 2) Verfahren, 3) Thätigkeit als Einigungsamt, 4) Verfahren vor dem Gemeindevorsteher, 5) Schlußbestimm- ungen. Der grundlegende § 1 lautet: Für die Entscheidung von Streitigkeiten zwischen Arbeitern und ihren Arbeitgebern können Gewerbegerichte errichtet werden. Die Errichtung erfolgt durch Ortsstatut nach Maßgabe des § 142 der Gewerbeordnung. Soll das Gewerbegericht für mehrere Gemeinden errichtet werden, so wird das Ortsstatut für jede dieser Gemeinden abgefaßt. Für den Bezirk eines weiteren Communalverbandes erfolgt die Errichtung nach Maßgabe der Vorschriften, nach welchen Angelegenheiten des Verbandes statutarisch geregelt werden. Die Errichtung kann aus Antrag betheiligter Arbeitgeber oder Arbeiter durch Anordnung der Landescentralbehörde erfolgen, wenn ungeachtet einer an die betheiligten Gemeinden oder den weitern Communalverband ergangenen Aufforderung innerhalb der Gesetzesfrist die Errichtung aus dem in Absatz 2 ' ege nicht erfolgt ist. Vor der Errichtung sind sowohl Arbeitgeber als Arbeiter der hauptsächlichen Gewerbezweigc und Fabrikbetriebe in entsprechender Anzahl zu hören. Nach § 2 gelten als Arbeiter im Sinne dieses Gesetzes diejenigen gewerblichen Arbeiter (Gesellen, Gehilfen, Fabrikarbeiter und Lehrlinge-, auf welche der siebente Titel der Gewerbeordnung Anwendung findet, einschließlich der Arbeiter in Bergwerken, Salinen, Nufbereitungsanstalten und unterirdisch betriebenen Brüchen und Gruben. Im Uebrigen gelten auch solche Personen als Arbeiter, welche für bestimmte Gewerbetreibende außerhalb deren Arbeitsstätten beschäftigt sind. Die Gewcrbegerichte sind zuständig für Streitigkeiten 1) über den Antritt, die Fortsetzung oder die Auflösung des Arbeitsverhältnisses sowie über die Aushändigung oder den Inhalt des Arbeitsbuches oder Zeugnisses, 2) über die Leistungen und Entschädigungsansprüche aus dem Arbeitsverhältnisse, 3) über die Berechnung und Anrechnung der von den Arbeitern zu leistenden Krankenversicherungsbeitrage. Die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte wird durch die Gewerbegerichte nicht ausgeschlossen. Die Kosten der Einrichtung und Unterhaltung des Gerichts werden durch die Einnahmen gedeckt oder von der Gemeinde oder dem wettern Communalverbande getragen. Für jedes Gewerbegericht sind rin Vorsitzender, dessen Stellvertreter und mindestens cm Beisitzer zu berufen. Die Mitglieder müssen das 30. Lebensjahr vollendet und in den letzten drei Jahren für sich oder ihre Familien keine öffentliche Unterstützung empfangen und im Gerichtsbezirk seit mindestens zwei Jahren Wohnung oder Beschäftigung gehabt haben. Die Berufung erfolgt auf mindestens ein Jahr und aus höchstens fünf Jahre und darf wiederholt werden. Vorsitzende und Stellvertreter dürfen weder Arbeitgeber noch Arbeiter fein, sondern werden durch den Magistrat bezw. nach Statutbestimmung durch die Landes- ceutralbehörde oder die Gemeindevertretung gewählt. Die Beisitzer müssen zur Hälfte Arbeitgeber, zur Hälfte Arbeiter sein. " Zur Wahl berechtigt ist nur, wer das 25. Lebensjahr vollendet, drei Jahre keine Armenunterstützung empfangen bat u. f. w. Das Verfahren regelt sich nach den Vorschriften der Civilproceßordnung für die Amtsgerichte. Das Gewerbegericht kann auch als Einigungsamt angerufen werden. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Burcau. Berlin, 5. Februar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht folgenden Kaiserlichen Erlaß: Ich bin entschlossen, zur Verbesserung der Lage der deutschen Arbeiter die Hand zu bieten, soweit die Grenzen es gestatten, welche Meiner Fürsorge durch die Nothwendig- keit gezogen werden, die deutsche Industrie auf dem Weltmärkte coneurrenzfähig zu erhalten und dadurch ihre und der Arbeiter Existenz zu sichern. Der Rückgang der heimischen Betriebe durch Verlust ihres Absatzes im Auslande würde nicht nur die Unternehmer, sondern auch ihre Arbeiter brod- los machen. Die in der internationalen Coneurrenz begründeten Schwierigkeiten der Verbesserung der Lage unserer Arbeiter lassen sich nur durch internationale Verständigung der an der Beherrschung des Weltmarktes betheiligten Länder, wenn nicht überwinden, doch abschwächen. In der Ueber- zeugung, daß auch andere Regierungen von dem Wunsche beseelt sind, die Bestrebungen einer gemeinsamen Prüfung zu unterziehen, über welche die Arbeiter dieser Länder unter sich schon internationale Verhandlungen führen, will Ich, daß zunächst in Frankreich, England, Belgien und der Schweiz durch Meine dortigen Vertreter amtlich angefragt werde, ob die Regierungen geneigt sind, mit uns in Unterhandlung zu treten behufs einer internationalen Verständigung über die Möglichkeit, denjenigen Bedürfnissen und Wünschen der Arbeiter entgegenzukommeu, welche in den Ausständen der letzten Jahre und anderweit zu Tage getreten sind. Sobald die Zustimmung zu Meiner Anregung im Prineip gewonnen sein wird, beauftrage Ich Sie, die Cabinete aller der Regierungen, welche an der Arbeiterfrage den gleichen Antheil nehmen, zu einer Conferenz behufs Berathung über die einschlägigen Fragen einzuladen. Berlin, den 4. Februar 1890. Wilhelm I. R. An den Reichskanzler. Bei Meinem Regierungsantritt habe Ich Meinen Entschluß kundgegeben, die fernere Entwicklung unserer Gesetzgebung in der gleichen Richtung zu fördern, in welcher Mein in Gott ruhender Großvater Sich der Fürsorge für den wirtschaftlich schwächeren Theil des Volkes im Geiste christlicher Sittenlehre angenommen hat. So werthvoll und erfolgreich die durch die Gesetzgebung und Verwaltung zur Verbesserung der Lage des Arbeiterstandes bisher getroffenen Maßnahmen sind, so erfüllen dieselben doch nicht die ganze Mir gestellte Aufgabe. Reben dem weiteren Ausbau der Arbeiter-Versicherungs- Gesetzgebung sind die bestehenden Vorschriften der Gewerbeordnung über die Verhältniffe der Fabrikarbeiter einer Prüfung zu unterziehen, um den aus diesem Gebiete laut gewordenen Klagen und Wünschen, soweit sie begründet sind, gerecht zu werden. Diese Prüfung hat davon auszugehen, daß es eine der Aufgaben der Staatsgewalt ist, die Zeit, die Dauer und die Art der Arbeit so zu regeln, daß die Erhaltung der Gesundheit, die Gebote der Sittlichkeit, die wirthschastlichen Bedürfnisse der Arbeiter und ihr Anspruch auf gesetzliche Gleichberechtigung gewahrt bleiben. Für die Pflege deS Friedens zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind gesetzliche Bestimmungen über die Formen in Aussicht zu nehmen, in denen die Arbeiter durch Vertreter, welche ihr Vertrauen besitzen, an der Regelung gemeinsamer Angelegenheiten betheiligt und zur Wahrnehmung ihrer Jntereffcn bei Verhandlung mit den Arbeitgebern und mit den Organen Meiner Regierung befähigt werden. Durch eine solche Einrichtung ist den Arbeitern der freie und friedliche Ausdruck ihrer Wünsche und Beschwerden zu ermöglichen und den Staatsbehörden Gelegenheit zu geben, sich über die Verhältnisse der Arbiter fortlaufend zu unterrichten und mit den letzteren Fühlung zu behalten. Die staatlichen Bergwerke wünsche Ich bezüglich der Fürsorge für die Arbeiter zu Musteranstalten entwickelt zu ehen, und für den Privatbergbau erstrebe Ich die Herstellung eines organischen Verhältnisses Meiner Bergbeamten zu den Betrieben, Behufs einer der Stellung der Fabrikinspectionen entsprechenden Aussicht, wie sie bis zum Jahre 1865 be- tanden hat. Zur Vorberathung dieser Fragen will Ich, daß der Staatsrath unter Meinem Vorsitze und unter Zuziehung derjenigen achkundigen Personen zusammentrete, welche Ich dazu berufen werde. Die Auswahl der letzteren behalte Ich Meiner Be- timmung vor. Unter den Schwierigkeiten, welche der Ordnung der Arbeiterverhältnisse in dem von Mir beabsichtigten Sinne entgegenstehen, nehmen diejenigen, welche aus der Rothwen- digkeit der Schonung der heimischen Industrie in ihrem Wettbewerb mit dem Auslande sich ergeben, eine hervorragende Stelle ein. Ich habe daher den Reichskanzler angewiesen, bei den Regierungen der Staaten, deren Industrie mit der unsrigen dcu Weltmarkt beherrscht, den Zusammentritt einer Conferenz anzuregen, um die Herbeiführung gleichmäßiger internationaler Regelungen der Grenzen für die Anforderungen anzustreben, welche an die Thätigkeit der Arbeiter ge- tellt werden dürfen. Der Reichskanzler wird Ihnen Abschrift Meines an ihn gerichteten Erlasses mittheilen. Berlin, den 4. Februar 1890. Wilhelm R. An die Minister der öffentlichen Arbeiten und für Handel und Gewerbe. Berlin, 5. Februar. Der Ausschuß der Stadtverordneten für die Vorbereitung der Wahl des Oberbürgermeisters beschloß einstimmig, die Wiederwahl Forckenbecks zu empfehlen. München, 5. Februar. Abgeordnetenkammer. Bei der fortgesetzten Berathung des Eisenbahnetats erklärte der Minister v. Crailsheim, eine Ueberbürdung des Bahnpersonals sei nicht vorhanden. Dem Humanitätszuge des Zeitgeistes nur erscheine Manches unzulässig trotz der kürzlich erfolgten bedeutenden Aufbesserung der Gehälter. Der beabsichtigten Entlastung der Dienstzeit widersprächen häufig die Bahnbediensteten selbst wegen der Kürzung der Nebenbezüge, so z. B. der an dem Röhrmöser Bahnunglück schuldige Stationstagelöhner. Trotzdem würden etwaige wegen der Verkehrssicherheit noch vorhandene Mißstände und Ueberbürdungen beseitigt werden. Bayern weise sehr wenige Verletzungen von Bahnreisenden auf. Im Jahre 1887 seien von den 19 000 000 Personen, welche die Bahn benutzten, nur eine getödtet und zwei verletzt worden- im Jahre 1888 von den 20000000 Reisenden wurde Niemand getödtet und drei verletzt. Wenn der freisinnige Abgeordnete Hermann Beckh in Nürnberg den Mangel an Disciplin des Bahnpersonals beklage, so möge Beckh die ihm nahestehende Presse veranlassen, die Disciplin nicht zu durchkreuzen. Der Minister stellt auch für Nürnberg ein neues Bahnhofsgebäude in dem nächsten Budget in Aussicht. Was die Klagen der Centrumsmitglieder über die Schund- und Schandliteratur der Verkäufer auf den Bahnhöfen angehe, so werde er dieselben dem zuständigen Minister des Innern mittheilen. Nach sehr lebhafter Debatte wurde die Fortsetzung der Berathung auf Freitag vertagt. Stuttgart, 5. Februar. Amtlich wird bekannt gegeben, daß die Königin nunmehr vollständig wiedergenesen fei. Gleichzeitig wird die Ernennung des homöopathischen Leibarztes der Königin, Dr. Stiegele, zum Geheimen Hofrath publieirt. Stuttgart, 5. Februar. Der „Staatsanzeiger" sagt unter Zurückweisung der Angriffe der „Frankfurter Zeitung" gegen die Rede Miquels: „Der Satz Miquels, daß der Friede im Jahre 1887 gefährdet gewesen sei, ist unanfechtbar. Die Lage sei heute dieselbe, die Bedrohung des Friedens zwar keine acute, aber chronische. Deshalb zeuge es von wenig Verständniß der Lage, wenn die Demokratie im Süden Deutschlands, welches einem Anprall am ersten ausgesetzt sei, die Schwächung unserer Militärmacht, sei es quantitativ oder qualitativ durch Herabsetzung der Präsenzzeit verlange. Zwickau, 5. Februar. Eine Versammlung fämntt- licher Werks besitz er und Werksvertreter erklärte die Forderungen der Arbeiter: 3.50 Mk. Schichtlohn, achtstündige Arbeitszeit, 50 pCt. Zuschlag für Ueberschichten für unerfüllbar und maßlos. Die Versammlung beschloß, nur mit den legal gewählten Knappschaftsvertretern zu verhandeln und die von der öffentlichen Versammlung gewählte Zwölfercommission, welche jene Forderungen aufgestellt, nicht mehr zu berücksichtigen. Da die Lage einen kritischen Character angenommen, gab der Verband sächsischer Berg- und Hüttenbesitzer bekannt, der sich vorläufig von der Bewegung zurückgezogen hatte, daß er sich gezwungen sehe, zur Frage Stellung zu nehmen. Inzwischen warnt der Vorstand vor unüberlegten Handlungen und erbietet sich, Beschwerden entgegenzunehmen, um gesetzliche Abhülfe anzustreben. Hamburg, 5. ^Februar. Die Arbeitseinstellung der hiesigen Schiffszimmerleute ist gestern Abend in einer Versammlung der Schiffszimmerleute in geheimer Abstimmung mit 180 gegen 128 Stimmen für beendet erklärt worden. Die Schiffszimmerer nehmen das Anerbieten der Werftbesitzer an, wonach vom 1. März bis 27. October ein Stundenlohn von 45 Pfg., vom 28. October bis ult. Februar ein Stundenlohn von 48 Pfg. einzuführen ist. Wieu, 5. Februar. Die in der „Wiener Ztg." veröffentlichten Verordnungen des Justtzministeriums vom 3. ds. betreffen erstens die Abänderung der Gerichtsorgani- ation in Böhmen. Es sollen namentlich die Sprengel der Bezirksgerichte und Kreisgerichte Eger, Brüx, Leitmeritz, böhmisch Leipa, Reichenberg und Budweis und die angrenzenden Sprengel mit Berücksichtigung der Wünsche der Bevölkerung, sowie die Communications- und Verkehrsverhältnisse derart umgestaltet werden, daß die Gerichtssprengel möglichst nur die Gemeinden derselben Nationalität umfassen. Zu diesem Behufe wird der Oberlandesgerichtspräsident in Prag ersucht, eine Commission richterlicher Beamten einzusetzen, zu welcher ein Vertreter der Statthalterei und zwei Vertrauensmänner (je einer durch Rieger und Schmeykal zu bestimmen) beizuziehen sind. Die zweite Verordnung betrifft die Besetzung der Rathsstellen und die Behandlung der Personal- und Disciplillarangelegeuheiten beim Oberlandesgericht zu Prag, sowie die Besetzung von Dienststellen bei den Gerichten erster Instanz und den Staatsanwaltschaften Böhmens. Wien, 5. Februar. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht in ihrem nichtamtlichen Theile zwei Verordnungen des Justizministeriums vom 3. Februar, betreffend die Einsetzung einer Commission beim Oberlandesgericht Prag behufs theilweiser Umgestaltung gewisser Bezirke und Kreis- gerichtssprengel und betreffend Besetzung der Dienststellen bei den böhmischen Gerichten. Paris, 5. Februar. Das „Journal des Debats" bemerkt zu der Broschüre des Obersten Stoffel: Der auf Elfaß-Lothringeu bezügliche Theil sei eine Utopie, der Rest eine falsche und gefährliche politische Theorie. Auch ohne die erfolgte Abtrennung beider Länder hätte die Idee einer Allianz zwischen Deutschland und Frankreich gegen Rußland als den Gefühlen, Traditionen und Interessen des Landes widersprechend zurückgewiesen werden müssen. Um zwischen Rußland und Frankreich nicht eine Allianz, an die Niemand denke, wohl aber eine „Uebereinstimmung der diplomatischen Interessen und dauernde Sympathien" herbeizuführen, beständen dauernde allgemeine Gründe, die schon vor 1870 existirten und von Niemand beseitigt werden könnten. Paris, 5. Februar. Der Appellationsgerichtshof entzog Laguerre und Habert das Recht zur Ausübung des Berufes als Advokaten, Ersterem aus sechs, Letzterem auf einen Monat wegen der im Cirque Fernando gehaltenen Reden gegen den Generalprocurator Beaurepaire. — Der Plan für die Neuherstellungen bei der Kriegsmarine im Jahre 1891 umfaßt 10 Panzerschiffe, 11 Kreuzer, 2 Torpedokreuzer, 5 Torpedoavisos, 2 Panzerkanonenboote, 1 Transportaviso und 47 Torpedoboote. London, 5. Februar. Auf Anordnung der Dock- arbeiter-Union, welche den Uuionsmitgliederu die Waarenüberlieferung an die der Union nicht angehörigen Fuhrleute untersagt, beschlossen die Eigenthümer der Docks-Wersten- Magazine, alle dieser Anordnung Folge leistenden Arbeiter zu entlassen und einen Verein behufs Wahrung der gemeinsamen Interessen zu bilden. London, 5. Februar. Nach einer amtlichen Meldung wurde Smith zum britischen Consul für Samoa ernannt. — Lord Salisbury war heute Vormittag zum ersten Male feit feiner Krankheit nach London gekommen, um einem Ministerrathe vorzusitzen. Aus Gesundheitsrücksichten fand diese Sitzung in der Privatwohnung Salisburys, nicht im Auswärtigen Amte statt. Der Wortlaut der Thronrede anläßlich der Eröffnung des Parlaments wurde festgestellt. Sofia, 4. Februar. Der Polizeipräsect von Sofia gab seine Entlassung, die angenommen wurde. Newyork, 5. Februar. Der heute hier angekommene Dampfer „Gellert" hatte eine sehr stürmische Ueberfahrt und war in Gefahr, unt e rz u g e h e n. Am 29. Januar colli- birte er mit einem Eisberge und erlitt zwei Stöße im Verschlag. Sonst war das Schiff unversehrt und kam glücklich in Newyork an, nachdem es noch zwanzig Eisberge passirt hatte. Locales und provinzielles. Gießen, 6. Februar. /X Concertverein. Das vom 12. Januar auf den nächsten Sonntag, den 9. Februar, verschiedener Hindermsse wegen, verschobene 3. Concert wird als Hauptwerke die 8. Symphonie von Beethoven, das Clavierconcert mit Orchesterbegleitung von Schumann und die neue, Sr. SlönigL Hoheit unserm Großherzog gewidmete Fest-Ouverture von Friedrich Lux bringen. Als Solistinnen werden darin mitwirken Fräulem Agnes Schöler ans Weimar, als vortreffliche Concertsängerin allgemein bekannt, und Fräulein Elisabeth Rouge aus Berlin, deren erfolgreiches erstmaliges Auftreten als Pianistin bei uns int vorigen Winter den Vereinsvorstand veranlaßt hat, sie auch in diesem Jahre wieder einzuladen. Der Componist der Fest-Ouverture, welcher sein Werk selbst zu dirigiren ebenfalls eingeladen war, konnte für diesen Tag leider nicht zusagen. , Sonntag den 2. März wird das 4. Concert itn Wintersemester als Kammermusikabend stattfinden und fallen deshalb diesmal die beiden letzten Concerte, von denen das sechste ein Kirchenconcert mit Soli, Chor und Orchester sein soll, in das Sommersemester. Theater. Am Freitag (morgen) wird unser trefflicher erster Liebhaber, Herr Paul von Gallas, in seiner Bene- fizvorstelluug zugleich Abschied von dem Gießener Theaterpublikum nehmen. In der Zeit seiner Wirksamkeit tm „Neuen Theater" hat er es verstanden, aus Grund seines reichen schauspielerischen Talentes und vermöge seiner geistreichen, eindringenden Auffassung und seines hingebenden Fleißes sich die ungeteilten Sympathien bei allen Theaterfreunden zu gewinnen. Seine zahlreichen vorzüglichen Leistungen sind in zu frischem Andenken, als daß es angezeigt Ä* ■‘“tionaiuit "^'gerichls- sicher ^"halterei unb äweite $ets «nb die $c. Seiten beim ?on Dienst- >tci(ltdanh)Q(t: ( ^röfsent- onungen des 'te Setzung Prag be- e Md Streik Mellen bet ' Debms" be- eI: Der aus ple, der Rest Auch ohne 6te Nee einer legen Rußland 11 des Landes Hm zwischen die Niemand dtplomattscheu führen, be- M vor 1870 önnten. ichtshos entzog 8 des Berufes uf einen Monat 'den gegen den >en bei der Panzerschisje, os, 2 Panzer- itboboote. ig der Docknitgliedern die gehörigen Fuhr- Docks-Wersten- den Arbeiter zu t gemeinsamen ichen Meldung sür Samoa ttag zum ersten mn, um einem -rückstchten fand burys, nicht im Thronrede an- sestgestellt. von Sofia gab [Cr angekommene : lleberfahrt und 9. Januar colli- Stöße im Äer- nb kam glücklich inzig Eisberge ller. [, 6. Februar, aus den Mm iniennffe W», W 8. ^chnd-gl-E i. ^riedr«ü - ! grautet »«««* ncertiW^“' ‘!Ä W' W-rk "Är diel-" lonnte F . irtI MM '"u Den deshalb »d f°“L6 j* uni« s, t $irq „h sernek bei " MU V. n M-i«3 i das e 'Wäre, eine ober die andere besonders zu erwähnen. Zu seinem Benefiz hat sich Herr Paul von Gallas das vielgegebene (zum Beispiel am Darmstädter Hoftheater in jeder Saison aus dem Nepertoir erscheinende) preisgekrönte Lustspiel „Durch die Intendanz" von Henle gewählt. Als Rittmeister Rotteck wird der Künstler darin zum letzten Mal in Gießen Gelegenheit haben, seine hervorragenden schauspielerischen Fähigkeiten in vollem Umfange in's helle Licht zu setzen. Neben ihm wird hauptsächlich noch Frau Anni Reiners als seine Partnerin in dem Lustspiel (Hedwig) beschäftigt sein. Bad-Nauheim, 5. Februar. Nächsten Samstag den 8. Februar, Abends 8 Uhr, wird hier im Saale des Hotel Sprengel Herr Graf Oriola aus Büdesheim zu seinen Wählern sprechen. Friedberg, 5. Februar. Allem Anschein nach scheint der am 18. d. M. stattfindende Frühjahrs-Pferdemarkt von großer Bedeutung zu werden. Schon sollen von verschiedenen Pferdehändlern Stallungen für 90 Pferde bestellt sein. Der Absatz der Loose ist ein so reger, wie noch niemals, was wohl darin seinen Grund haben mag, daß die Ver- loosungscommission die Verloosung vergrößert und die Gewinn- gegenstände an Zahl und Werth verbessert hat. Wenn sich auch keine Schloßfreiheits-Preise darunter befinden, so kommen doch 12 gute Ackerpferde zur Verloosung und viel sonstige ansehnliche und nützliche Gegenstände. Gutes Wetter vorausgesetzt hoffen wir nachher das günstigste über den Verlauf des Marktes berichten zu können. O. A. — In der Suppenanstalt wurden vom 2. bis 31. Januar verabreicht: unentgeltlich 21 lO1^ Liter, gegen Zahlung 54 Liter, im Ganzen 2164^ Liter, im Durchschnitt täglich also 72 Liter Suppe. Einschließlich der Ueberzahlungen und Geschenke wurden in der Anstalt vereinnahmt 8 Mk. 40 Psg. Alsfeld, 5. Februar. Im hiesigen Wahlkreise ist als freisinniger Candidat Dr. von Kalckstein aus Berlin ausgestellt worden. * Büdingen, 4. Februar. Der Bau folgender Kreisstraßen ist vom Kreistage beschlossen worden: Orleshausen —Büches, ferner von Schwickartshausen bis zur Kreisstraße Fauerbach—Unterlais. Bei letzterem Straßenbau handelt es sich darum, die Laisbachstraße von Schwickartshausen durch das Laisbachthal bis zur Kreisstraße Fauerbach—Unterlais weiter zu erbauen. Büdingen, 5. Februar. Gestern Abend wurden 4 Personen aus Calbach wegen Wilddieberei verhaftet und in das hiesige Amtsgerichtsgefängniß eingeliesert. — Das freisinnige Wahleomito für Büdingen ladet zu einer am Sonntag den 9. Februar, Nachmittags 3 Uhr, im Rathhaussaale stattfindenden Wähler-Versammlung ein, in welcher Herr Dr. Gutsleisch sprechen wird. Herbstein, 5. Februar. Am vergangenen Freitag hat in dem Orte Salz eine verkleidete Mannsperson einem Mädchen in den Arm und einem Burschen in den Rücken gestochen - der Verkleidete entfernte sich nach dieser That, kam jedoch bald wieder zurück und holte sich fein Messer, welches noch in dem Rücken des Burschen stak. Der Uebelthäter ist noch nicht ermittelt, auch ist die Veranlassung zu diesen Unthaten nicht bekannt. vermischtes. * Wetzlar, 5. Februar. Die Centrumspartei des Wahlkreises Altenkirchen-Wetzlar hat den Geheimen Oberjustizrath Herrn Vietor Rintelen in Berlin als Candidaten für die bevorstehende Reichstagswahl aufgestellr. Der betr. Beschluß ist in einer Vertrauensmänner-Verfammlung, welche am Montag in Betzdorf stattgefunden hat, gefaßt worden. Mit der Ausstellung des Herrn Rintelen, welcher bereits zweimal erfolglos eandidirt hat, dürfte nunmehr die Candidatenliste unseres Wahlkreises erschöpft sein. Groß genug ist sie, das wird Jeder zugeben. Sind es doch nicht weniger als fünf resp. sechs Parteien, welche sich der Hoffnung hingeben, daß die Wähler beider Kreise in mehr ober minder großer Anzahl ihre Gefolgschaft bilden werden. Die beiden größten und stärksten Parteien, die Conservativen und Nationalliberalen, gehen geschlossen vor- sie präsentiren Herrn Bürgermeister Krämer aus .Kirchen als ihren Candidaten. Ihnen folgen die Deutschfreisinnigen mit Herrn Dr. Alberti, die Centrumspartei mit Herrn Rintelen, die Antisemiten mit Herrn von Nassau, und zuletzt die Soeialdemokraten mit Herrn Albert Paul aus Hannover. *△ Aus dem Wahlkreis Bingen-Alzey, 5. Februar. Der Reichstagseandidat der deutschfreisinnigen und Centrumspartei, Dr. Ludwig Bamberger, wird kommenden Sonntag in Alzey zu den Wählern sprchen. In gleicher Versammlung wird, wie wir hören, ein Redner der Centrumspartei Dr. Bamberger als Candidat empfehlen. Universitäts - Nachrichten. — Das Ehren-Doctordiplom für Emin Pascha. Wie bereits mitgetheilt, hat die Universität Königsberg Emin Pascha die philosophische Doctorwürde honoris causa verliehen. Wie das vom 7. Januar datirte lateinische Diplom besagt, überträgt die Facultät diese Würde dem „weltberühmten Manne Emin Pascha aus Schlesien, jetzt in Afrika, der Medicin Doctor, ehedem Bürger unserer Akademie, welcher, während er das seiner Obhut anvertraute Gebiet mit de- wundernswerther Tapferkeit, Muth und Ausdauer gegen wilde und fanatische Feinde schützte, unter barbarischen Völkern denakademischen Bürger und wahren Philosophen niemals verleugnete, sich für nichts Menschliches zu gut hielt, weite Länder durchforschte und auf das Anschaulichste beschrieb, der, stets bemüht, das Wesen der Natur zu ergründen, die Erscheinungen der Erde und des Himmel beobachtete, und der auch in jeder W-ise bestrebt war, das Volk zu belehren, dem eifrigen Vorkämpfer für Humanität und menschliche Freiheit, der Zierde des Vaterlandes, den» wir Gluck wünschen, daß er aus den unbekannten Gegenden des oberen Nil herausgeführt ist, und für den wir den Wunsch hegen, daß er Kraft und Gesundheit wiedererlangen möge." Schiffsnachrichten. Bremen, 5. Februar. sPer transatlantischen Telegraph-! Der Schnelldcnnpser Fulda, Capt. R. Ringk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 25. Januar von Bremen und am 27. Januar von Southampton abgegangen war, ist heute 2 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Kehlkopf und Junge ist in rauher Jahreszeit eine Pflicht all Derer, die ihre Gesundheit zur Erfüllung her Berufsobltegen- hecken bedürfen. Durch Gebrauch von Fays ächten Sodener Mineral-Pastillen, die auch bei schon elngelretenem Katarrh äußerst wirksam sind, namentlich wenn sie in diesem Falle in heißer Milch genommen werden, wird dieser Schutz sicher erzielt. Erhältlich in den Apotheken und Droguen ä 85 Psg. per Schachtel. Ball-Seidenstoffe von 95 Pfge. bis JL 14.80 p. Meter — glatt, gestreift und gemustert — versendet roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-D6M G. Henneberg (K. u. K. Hoflief. Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. 345 | verkehr, Land- und volkswirthichast. — Im Jahre 1890 finden in Gießen die Krämer- und Viehmärkte wie folgt statt: Kram- und Viehmärkte: 18. und 19. März, 1. und 2., 22. und 23. Avril, 13. und 14. Mai, 24. und 25. Juni, 22. und 23 Juli. 5. und 6. August, 2. und 3. September, 21. und 22. October, 18. und 19. November, 9. und 10. December. Viehmärkt e: 18. und 19. Februar, 4. und 5. März, 8. und 9. Juli, 19. August, 23. September. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast. Freitag Abend 445 Uhr, Samstag Vormittag 880 Uhr, Samstag Nachmittag 300 Uhr, Samstag Abend 550 Uhr ——- -,re———™■■.-»■wnnw» 160. ungefähr 3300 3000 „ Linsen, 2500 Gemischtbrod, 8 73. 74. 81. 82. 2) 88. 37. Ord.-Nr- 41. 46. n 38. 39. 2000 1500 1400 1200 100 75. 76. 86. 87. 30 20 20 Urte, erster Güte, 600 Ctr. Coaks, 200 Ctr. Braunkohlenbriketts. Weizengrütze, Roggenmehl, Weißmehl, Kaffee, roher, Gerste, geschälte, Fadennudeln, 100 1 Mohnöl, 1000 Kg. Reis, 42. 43. 44. 45. 150 Mir. Lampendochte, versch. Breite, 40 Stück Kohlenlöffel, 6 „ Kohlenschippen, 10 Dtzd.verzinnteEßlöffel, 59. 60. 61. 62. 63. 77. 78. 79. 80. fachen. 34. Lt. Verzeichniß. 3) Bürstenwaaren. 35. Lt. Verzeichniß 4) Brennmaterialien. 83. 84. 85. 64. 65. 66. 67. Grostherzogliches Laudeszuchthaus Mittwoch den 26. I. M.. Vormittags 11 Uhr, sollen für Großh. Landeszuchthaus nachstehende Lieferungen für das Rechnungsjahr 1890,91 durch schriftliches Angebot vergeben werden: 1) Verzehrung-gegenstände. 47. 48. 49. 2. 3. 4. 5 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 51. 52. 53. 54. 55. 56. 57. 58. 27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. von Milchglas, versch. Größe. 6. Materialien. „ Chocolade, „ Thee, schwarzer, „ Zucker, „ Zwetschen, gedörrt „ Pfeffer, ganzer, 1 Essig, Kg. Kalbfleisch, „ Rindfleisch, „ Nterenfett, rohes, „ Schweinefleisch, 2 15 400 35 800 160 3300 1400 1000 1100 „ Schweineschmalz (ausgelassenes deutsch.) 100 Kg. Butter, frische, 3500 Stück Eier, 1200 Kg. Cocosnußbutter, 1500 „ Handkäse, 13500 1 Milch, 800 1 Bier, 36. ungefähr 2800 Ctr. Steinkohlen, Nußkohlen erster Güte, 4000 Ctr Steinkohlen, me- 68. ungefähr 09. 70. 71. 72. „ 6) Verbrauch-gegenstände. 40. ungefähr 12000 1 Petroleum, 100 1 Thran, 1100 Kg. Kernseife, 250 „ Schmierseife, 1000 , Soda, 100 Dtzd Lampencylinder versch. Größe, 22—24, 27—28, 42—44, 58-59, 61-62 und 63—67 werden zusammen vergeben und sind von Ordn.-Nr- 1—3, 7—21, 34—35, 42—44, 56-57, 60, 69, 78-83 und 86—87 Muster vorzulegen. Die Bedingungen liegen inderGeschästs- ftube unterzeichneter Behörde vom lv. bis 14. l. Mts., von Vormittags 11—12 und von Nachmittags 3-4 Uhr zur Einsicht offen; auch können Abschriften derselben gegen Einsendung von 50 Pfg. bezogen werden- Die Angebote, versehen mit der Aufschrift: „Angebote auf Verzehrungs- geaenstände rc" find kostenfrei bis zu obigem Tage einzureichen. Marienschlotz, den 3. Februar 1890. Großh. Landeszuchthaus Direktion. Bornrmann. 1090 200 Kg. Farbwaaren, lc 0 „ Leim, 80 1 Spiritus, 100 Tafeln Fensterglas, 80 Dtzd. Nah - Utensilien, (Zwirn, Knöpfe rc.), 40 0 Kg. Eisenwaaren(Blecl) Eisen rc.), 600 Kg. Leder (in ganzen Hauten), 80 Kg. Schuhnägel, 300 Dm Bordholz (Eichen, Nuß, Pappel rc.), 1200 Stück Dielen u Latten, 500 Mtr. Boy, 200 Kg. Baumwollgarn, 800 „ Leinengarn, gebleicht Nr. 10, 150 Kg. Leinengarn, blau Nr. 20, 300 Kg. Leinengarn, grau Nr. 20, 160 Mtr. Uniformstuch, 200 1 Lein- und Rüböl.j 20 Kg. Kordel und Sägeschnur, 30 Kg. Roßhaare, 150 Mtr. Futtersarsenet (grau und schwarz), 800 Kg. Wolle, weiße und schwarze. 1—3, 4—6, 7—10, 11—21, „ 100 Ctr. außerlesene EH- kartoffeln, Schreibmaterialien und Druck- „ Wassergläser, „ Wasserklüge, „ Lampenschirme 1. ungefähr 3000 Kg. Bohnen, weiße, Erbsen, Victoria, 75000 „ Schwarzbrots 2000 Stück Weißbrot), 1300 Kg. Gerstengrütze, 1510 ~~ 1 100 Päcke schwedische Zündhölzer, 6 Kg. Stearinlichter, 60 Stück Filzkappen, 150 Kg. Carbolsäure, 300 „ Eisenvitriol, 450 Mtr. Putzlumpenzeug, 400 Kg. Maculaturpapier, 4 Ballen Fensterpapier, 10 Stück Kochtöpfe, gußeiserne, 10 Stück Kohlenkroppen, 400 „ Reiserbesen, 24 Dtzd. Kämme, enge u. weite, 12 Dtzd Zahnbürsten, 30 Stück EHnäpfe von Steingut, 20 Stück Wasserflaschen, Jagdvcrpachtung. Die Gemeindejagd zu Frankenbach wird DienStag den 18. Februar 1890, Morgens 10 Uhr, aus dem Gemeindehause dahier auf weitere 6 bis 9 Jahre verpachtet. Frankenbach, den 4. Febr. 1890. 1081 Klein, Bürgermeister. Versteigerung. SamStag den 8. Februar l. IS., Nachmittags 2 Ubr, versteigere ick in der Restauration Klingenberg (früher Bramm) : 1 Büffet, 1 Verticow, 1 Ladentheke, 3 vollständige Betten, Sophas, Com- moden, Tische, Waschtische, Nachtschränke, Spiegel, Nähmaschinen, Regulatoren und Standuhren, Kleiderschränke, Bilder, 2 eiserne Bettstellen, 1 Stehlampe, goldene und silberne Taschenuhren, goldene Ringe, Ohrringe und Brachen, Kanarienvögel und Gänse. Versteigerung theilweise bestimmt, insbesondere wegen Kleiderschränke, Kommoden, eisernen Bettstellen, Gold- und Silberwaaren Born, 1102 Gerichtsvollzieher. Dienstag den 11. Februar, Nachmittags von 2 Uhr an, werden im Hause des Herrn Schmied Walter, Neustadt 3, die zum Nachlaß des Frl. Louise Währum gehörigen Mobilien, wie: 1 vollständige- Bett mit fast neuer Bettstelle, 1 schöner eichener Tisch, 1 gnter Kleiderschrank (einthürig), Commode, Uhr, Porzellan, Weißzeug, Kleider, 2 Paar neue Schuhe, Bilder, Küchengeräthr rc. versteigert. I. A.: LouiS Rothenberger, Gericklstaxator. Freitag, 7. Februar, Morgens 9 Uhr, werden Bahnhofstraße Nr. 1, am ehemals Modischen Hause Treppen.Fenster, Thüre«, gut erhaltenes Ban- und Brennholz meistbietend versteigert. 1066 Aeikgebotenes. Haus Verkauf. Wohnhaus in Mitte der Stadt, geeignet für saft jeden Handwerker, Bäcker, Metzger, Schuhmacher, Schneider rc rc, zu verkaufen. Laden kann eingerichtet werden 161 Zu befragen in der Exvrd. d. Bl. Friedrich Leo, Seltersweg 71 empfiehlt unter Garantie der Reinheit nachstehende Weine: Ausländische (dir. importirt). pr. Fl. JÄ 1.— v 1.20 1.30 1.30 1.40 1.50 1.40 1.50 1.50 2.— 2 — 2.— 2— 2.50 2.- 2 50 2.50 2.50 1.40 1.40 2 — 1.10 Span. Cötes e j Portug. Gebirgwein Priorate (herb) „ (mild) „ (aüß8) „ (süss, alt) Tarragona (süsser) Valdepennas Malaga Xeree Pajarete Portwein (weisser) Sherry Malaga ,, (alter) Madeira „ (^‘er) Alicante Muscateller Sanios Barletta (alt) Marsala Burgunder Bordeaux Medoc pr.FLjil.4O „ St. Julien „ „ „ 1.60 Rüster Ausbruch „ „ „ 1.80 Menescher Ausbruch „ „ „ 1.80 Tokayer Ausbruch „ „ „ 2.— ,, „ (extraf.) „ „ „ 3.— Gapwein „ „ „ 2.60 Deutsche, 168 Laubenheimer pr. Fl. jl 1.10 Dürkheimer „ „ „ 1.20 Oppenheimer „ „ „ 1.40 Hochheimer „ „ „ 1,40 Ingelheimer Roth- wein „ „ „ 1.20 Elsässer Rothwein „ „ „ 1__ Wachenheimer Sect „ „ „ 1.75 Oppmann Sect „ „ „ 3.— Beeren wehte big. Bereitung. Johannisbeeren-Wein pr.Fl. 70^ Heidelbeeren-Wein „ „ 90,, l Placat-Fahrpläne I « 1 X || m der X H Expedition des „Giessener Anzeiger“. 58 X Gasbeleuchtungs- Gegenstände Kopular-uaturwiffeuschaftl. Kerlas von Otto Weifert, Stuttgart. Gas- Aahmer, Physiologie, broschiert M.5.— gebunden M. 6.— Alsberg, Anthropologie, brosch. M. 6.— gebunden M. 7.— Aohmähler-Engel, Die Geschichte der Erde, 4. Stuft., br. M. 6, geb.M.7. Rotzmähler, Die vier Jahreszeiten 6. Aufl.. br. M. 5, geb. M. 7. Claras Sterne, Die allgem. Weltan« schanung, br. M. 6., geb. M. 7.50. Klein, Allgem. Himmelskunde, 2. Aufl. br. M. 5.—, geb. M. 6.—. Koch- u. Heizapparate bewährtester Construction Hetz, Prof. Dr. W., Spezielle Zoologie, Bd. I., br. M. 4., geb. M. 5. Ledebur, Die Metalle, br. M. 3.50, geb. M. 4.50. lllarus, Die rationelle Ernährung, b. 60 Pf. 122 Hübner, I. (§., PflanzenatlaS, 6. Aufl., neue AuSg., kart. M. 4.50. von Martens u. ttemmler, Flora von Württemberg und Hohenzollern, Band I n. II., brosch. M. 10.50. empfiehlt bestens 265 Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. n n » » D » n 12 JJ n n n Concordia Giessener Concertverein. Gro Fräulein Fräulein Programm [121 (nach 53 op. 6. Tag 7. 1097 102 SO Gruil Orbig 1092] Lombard. Eisenbahn- Tendenz: ruhig. ifftpercr Richard Lerch. Tendenz: unverändert. 104.10 26 26 24 188.25 117.25 36050 19625 169.00 136 00 37 50 18800 8740 Fr. Chopin. Franz Liszt. Beethoven. Rubinstein Reinecke. 9475 117.25 8960 94.70 7710 70 00 Paul v. Gallas. Otto Frank. Max Jaskowski. Marie Jaskowski. Luise Maas. Anni Reiners. Albert Ullrich, Beethoven. Russl (1686). Schumann. 1890. 246.90 25850 8780 238.75 b Jagdetude Paganini) c) Polonaise (As-dur) . Lieder: a' Nacht und Fr. Chopin. Langhans Holstein. Schumann. Lux. Franziskaner(dunkel) Pilsener. DiSconto-Commandit-Antheile Darmstädter Bank-Actien Dresdener „ , 242.50 165 70 182.50 Sonntags bis Mittag 12 Uhr. Die Zellen sind durch Dampf geheizt. b) Klein AnnaKathrin „ c) Widmung . . . „ Festouverture op. 82 von (zum erstenmale). 1. Symphonie op 93 Nr. 8 2. Arie aus „Mitrane“ 3 Clavierconcert op 54 4. Lieder: a) Mignon . b) Es blinkt der Thau c) Mailied .... 5. Solostücke für Pianoforte: a) Etüde op. 25 Nr 1 Gebr. Rölirles FlascWIer. Für 3 Mark werden frei ins Haus geliefert Außer verschiedenen Salzen und Mutterlaugen sind sämmtliche Bade- Extracte, al«: Fichtennadel', Malz-, Loh- und Weizenkleie-Extracte zu haben MV' Abonnements werden jederzeit entgegengenommen. THfrGu Freiherr v. Kuhn Clotilde, seine Frau Marie | beider Hedwig | Töchter Hans Waldau Baron von Rotteck, Adjutant Geheimrath v. Goeben v. Leonroth, Ober- riftpreußen 179.901 Bochumer Gußstehlactten 1084] Ein Fräulein sucht (womöglich in der Nähe des Bahnhofes) zwei gut möhlirte ungenirte Zimmer Offerten sub S. S. 9 ) postlagernd Kietzen erbeten. den 8. Februar 1890 in Steins Saalbau, — Anfang 8 Uhr 11 Min. Geheimkartcn für Mitglieder sind bei I. G. Schneider, Schillerstr. Nr. 8, Geheimkarten für Nichtmitglieder sind für Damen zu 0,20 Jfc, für Herren zu 0,50 ball in Steins Garten beträgt für 0 ♦ jede Person 10 Pfennige. [1078 $ & Concordia, am 11.Tagev. Fastnacht. ♦ Der Director: HanS Wurst. H 1079] Tüchtige und solide Maschinen- Wer, ein geprüfter solider Heizer n tüchtiger selbstständiger Modellschreiner finden dauernde und lohnende Beschäftigung Adam Menge», 1 Maschinenfabrik — Gießen- Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 6. Februar 179 901 DiSconty-Eom.-Arrthtttt 4 pCt. Retchsanleihe 4 I Preuß. Consols SV, w 16 grosse od. 30 halbe Flaschen Wiener Export, Böhmisch Export, 1087] In einen kleinen Haushalt wird ein gesetztes Mädchen welches kochen kann und gute Zeugnisse besitzt, gesucht durch Vermietbfrau Müller. 10^3] Braves LaufmLdchcn gesucht. Näheres in der Exved d. Bl-________ 10*8] Ein Dienstmädchen xum baldigen Eintritt gesucht. Neustadt 11. U86] Gesucht zum 1. April ein tüchtiges Mädchen für Küche und Hausarbeit. Frau Professor Schürer, Seltersweg 64. M macht sich die bayrische Serien- HIl loos-Gesellschaft, für ihre Mit- JbIII w RÄmPK, glieder in der Serie bereits ge- I ö zogene Staat - Anlehensloose zu erwerben, welche bei der folgenden Prämienziebung unbedingt gewinnen müssen. Jeden Monat eine Prämienzsihung Im Jahre 1^90 kommen unter die Mitglieder Haupttreffer im Gesammlbetrag von ca. 700,000 JL zur Vertheilung, im allerun- günstigsten Falle aber fallen auf eine Gesellschafts - Abteilung ca. 14'-'0 — Jahresbeitrag Jü 42—, Vaiährlich Jl. 10.50, monatlich Jk 3.50. — Statuten versenden [684) E. Wenger & Cie. in München, Heustrahe 13. Jerusalemer Apfelsinen, Valencia- „ Dlut-Brangen, Mandarinen empfiehlt Carl Sch.waaba 1076 Delicatesienhandlung. la. frische Schellfische, [1085 Kieler Sprotten «no Bückinge bei JE. Dort, Wallthorstrahe 45 1093] Ein möblirtes Zimmer gesucht. Offerten sub A. an die Exped. d. 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In Leinwand gebunden. Preis 2.50. Vorlag von I. I. Weber in Leipzig. Eine willkommene Gabe für jeden wehrfähigen Deutschen, mag er des Königs Rock bereits getragen haben oder nicht, ist der soeben im Verlag von I. I. Weber in Leipzig erschienene Katechismus des deutschen Heerwesens. Derselbe schildert in sachgemäßer, kurzer, präziser Form die Terrttorialetntheilung des deutschen Reiches, Frtedens- eintbeilung, Friedens- und Kriegsstärke, Gliederung nach den einzelnen Waffengattungen und Truppenkörpern, Bekleidung, Ausrüstung und Bewaffnung der deutschen Armee, die Kosten des Heeres, Gebührniffe der einzelnen Chargen, Wehrpflichtoerhältniffe, Ersatz des Heeres, Ausscheiden aus demselben, Versorgungswesen, Nachweisung des pen- sionssahigen Einkommens und der Penstonsbeträge, wissenschaftliche Anforderungen für die Aufnahme in das Kadettencorps, für die Portepeefähnrichs- und Offiziersprüfung, sowie den Militär-Etat für 1890/91 nebst Formation des 16. und 17. Armeecorps. Da jeder Deutsche ein geborener Soldat ist, diesen Stand in klarer Er- kenntniß seiner hohen Aufgabe hochschätzt und es sich zur Ehre rechnet, der Armee anzugehoren oder angehört zu haben, so wird sich dieser Katechismus, welcher vorzüglich geeignet ist. über das deutsche Heer eingehend zu belehren, und vor Augen zu führen, wie viele Rader dazu gehören, diese gewaltige Maschine stets in geregeltem Gange zu erhalten, ohne jeden Zweifel recht viele Freunde erwerben. 1890. 246.» 25850 8780 238.95 Pfarrer, Lehrer, Gutsbesitzer, Beamte rc. rauchen mit Vorliebe d. HoklLnd. Tabak von v. Becker in Seese« a. H., 10 Pfd. lose in 1 Beutel fco. 8 «M 156 29. Januar, war den Scontisten Leiner in Wien der ihm von seinem Chef, dem Bierversilberer Fuchs anvertraute Betrag von 36 700 fl. im Gebäude des Giro- und Kassenvereins, wo der schwächliche Mann einen Ohnmachtsanfall hatte, gestohlen worden. Am 1. Februar hatte sich der unglückliche Mann erschossen und zwar nur fünf Stunden vorher, ehe der größte Theil des gestohlenen Geldes in die Hände des Herrn Fuchs zurückgelangte. Die Qualen dreier Tage, während welcher er sich als Verbrecher gebrandmarkt glaubte, hatten genügt, den in kleinen aber soliden Verhältnissen Lebenden von Weib und Kind zu reißen. Die unzweideutige Erklärung des Chefs Leiners, der seinem Scontisten sein volles Vertrauen wahrte nach wie vor dem unglückseligen und folgenschweren Ohnmachtsanfall, hat die Stimmen des Verdachts nicht zum Schweigen bringen können. Leiner, mit seinem bis zum Extrem empfindlichen Ehrgefühl las die schwere Beschuldigung von jeder Stirne, auf dem Gesichte der Vorübergehenden, in den Augen seiner Freunde: Du weißt davon. Je hoffnungsloser die Bemühungen waren, den Dieb zu finden, je dunkler die Schatten, welche sich auf das Ereigniß niedersenkten, um so schmerzlicher stachelte ihn das Bewußtsein: Nun glauben sie doch, du bist ein Dieb. Nichts vermochte ihn von der Idee zu befreien, die mit der Gewalt des Wahnsinns sich in seinem Hirn festkrallte, er sei ein Gebrandmarkter; die unerschütterliche Güte und Freundschaftlichkeit seines Chefs selbst verschärfte noch diese tödtlichen Theil an Ludwig den Deutschen kam, während der südliche an Lothar fiel und Niederlothringen genannt wurde. Allein schon Heinrich dem Vogler gelang es, dieses wieder an Deutschland zu bringen, und seitdem blieben Niederlothringen und Friesland, d. i. Niederland, deutsch. Holland, welches die heutigen Provinzen Holland, Zeeland, Utrecht und Geldern umfaßte und zu dem Friesland im Mittelalter nicht gehörte, besaß seine eignen Grafen, die aber immer auf ihre Selbstständigkeit und Unabhängigkeit von den deutschen Kaisern hinarbeiteten. Nach dem Tode Jakobinens, der Tochter Wilhelms VI., 1434, fiel Holland an Burgund, also an ein deutsches Haus. 1477 gelangten die Niederlande in den Besitz Oesterreichs und Karl V. brachte sie durch die pragmatische Sanction vom Jahre 1548 an Spanien. ^Bald jedoch brach ein furchtbarer Bürgerkrieg aus und im Jahre 1581 erfolgte die Unabhängigkeitserklärung der nördlichen, germanischen Staaten. Die südlichen, mit mehr romanischer Bevölkernng (Wallonen) blieben bei Spanien. Seit dieser Zeit sind die Geschicke Niederlands mit denen Deutschlands allerdings nicht mehr verflochten- dies liegt darin, daß nach jenen heldenmüthigen Kämpfen mit den Spaniern sich allmählich ein nationales Selbstgefühl und Vertrauen auf die eigene Kraft herausbildete, welches sie zu selbstständigen glücklichen Unternehmungen trieb und ihren Stammesgenossen entfremdete. Seit jener Zeit erhob sich auch der holländische Dialect über die vlamändischen und friesischen Dialecte und bildete sich, unabhängig von den niederdeutschen Dialecten, zu einer allen Niederländern gemeinsamen Schriftsprache aus. Während der spanischen Herrschaft und in dem steten Verkehre der Seehandel treibenden Niederländer mit romanischen Völkern mögen auch die wenigen Wörter romanischen Ursprungs in die niederländische Sprache gekommen sein (poort ,eo 8960 9170 7710 1000 । 3605? 1 19629 169.00 136 00 3750 18800 8740 Mtltrf. Port, hport, 680. 4 Drossel 41 rei> Giessen. Hafen, fortuin Glück, Vermögen, kleur Farbe, ivoor Elfenbein, fier stolz, fraai hübsch, fontein Springbrunnen, plem Ebene u. s. w.). Allein diese beiden Umstände hindern selbst den Laien nicht, die holländische Sprache sofort als einen verfeinerten niederdeutschen Dialect zu erkennen. Jeder, der das Plattdeutsche beherrscht, ist auch im Stande, sich ohne Weiteres mit Niederländern zu verständigen und jeder Niederdeutsche fühlt sich in Niederland zu Hause, wenn man chm zürnst: „Wees welkom, Mynheer!“ Denn er fühlt es heraus, daß der Niederländer mit ihm harmonirt, daß jener dieselben Charactereigenschasten besitzt wie er. Gleich dem Niederdeutschen ist der Niederländer kalt, schweigsam, schem- bar theilnahms- und gefühllos, doch thatkräftig, wenn ev gilt, Mitmenschen zu helfen, phlegmatisch, was aber mcht ausschließt, daß er oft Wunder in ausdauernden Kraftleistungen verrichtet; denn wie die deutschen Friesen sind die Niederländer körperlich kräftig, zäh, abgehärtet und ob sie auch die Schattenseiten jedes Kaufmannsvolkes besitzen — die echt deutschen Tugenden der Redlichkeit und Treue hat er sich bewahrt- diese geistigen Bande sollten genügenden Niederländer daran zu erinnern, daß die Deutschen seine Brüder sind, ihn zu mahnen, dem alten Vorurtheile und der Verachtung gegen Deutschland zu entsagen und sich enger an dieses anzuschließen. Der Haß und Spott mochte seinen Grund haben in der jahrhundertelangen Ohnmacht und Schwäche Deutschlands, da sich in den letzten Jahrzehnten die Verachtung der Niederländer zu einer kalten Gleichgiltigkeit abgeschwächt hat. Vielleicht kommt doch noch eine Zeit', da die Niederländer stolz darauf sein werden, Deutsche zu sein. izt. [121 iiimMche Badr« Umte zu haben Qualen — Leiner entzog sich ihnen durch den Tod. Die Tragik des Vorfalls wird aber noch bedeutend erhöht durch die näheren Umstände, unter denen Leiners Selbstmord und die Rückerstattung von 30000 fl, zusammentrafen. Herr Fuchs hatte das amerikanische System angewendet, um mit etwas Einbuße zu seinem Gelde zu kommen. Er hatte m allen Journalen folgendes Inserat erscheinen lassen: 6700 st, Belohnung werden dem Finder der am 29. Januar meinem Buchhalter Wilhelm Leiner im Giro- und Kassenverein in Verlust gerathenen 36 700 fl. zugesichert,, wenn er den Restbetrag von 30000 fl. an mich zurückstellt. Die Rückstellung kann sg jebey beliebigen, dem Finder zusagenden discreten, seine )iichtenrdecknng sichernden folgen ,r. - Das Inserat hatte Erfolg- ein unfrankirter Bries, den der vorsichtige Dieb mit dem aus dem Inserat herausgeschnitteneit gedruckten Namen des Herrn Fuchs adressirt hatte, enthielt 30000 fl. in Scheinen. Der Poststempel zeigte 1 Uhr 30 Min. Mittags, und um 1 Uhr 30 Min. Mittags hatte der Todtengräber des Centralfriedhofs einen Schuß gehört — Leiner lag mit durchschossener Schläfe auf dem Grabhügel seiner ersten Frau. Für seine kranke zweite Frau und sein achtjähriges Töchterchen hatte der gewissenhafte Mann auf das Peinlichste gesorgt. Briefe an seinen Chef sprachen in rührender Weise die Dankbarkeit des Unglücklichen aus, daß ihm in seinem Jammer Vorwürfe erspart geblieben wären. * In Erfurt fand ein Knabe eine blaue Brille und setzte sie Scherzes halber auf die Nase. Nach einigen Stunden bekam das Kind eine heftige Augenentzündung, so daß der Arzt hinzugezogen werden mußte. Es stellte sich heraus, daß ein Augenkranker die Brille verloren und der Ansteckungsstoff den Augen des Knaben sich mitgetheilt hatte. Feuilleton. Warum find die Niederländer Deutsche?. Von Georg Schneider. Es ist eine Wahrnehmung, die wir in der Geschichte der alten und neuen Zeit machen können, daß stammverwandte Völker oft Ländern angehören, die politisch scharf voneinander gesondert sind. Diese Erscheinung tritt uns heute vielfach entgegen. Schweden und Dänemark bilden selbstständige Königreiche, die sich früher grimmig bekämpften, obwohl beide von Scandinaviern bewohnt werden. Spanien und Portugal haben sich oft genug feindselig gegenübergestanden und thnn es noch - dennoch wird sowohl Spanien wie Portugal von demselben Volke, ans Römern, Iberern und Germanen gemischt, bewohnt. Dies ist in hervorragender Weise auch bei Deutschen und Niederländern der Fall. Die Niederlande, die doch, physikalisch-geographisch betrachtet, gewissermaßen ein Stück Deutschlands sind, deren Bodenbeschaffenheit genau wie diejenige Niederdeutschlands sich verhält, deren Bewohner mit den Deutschen einen großen Stamm bilden und wie wir unten sehen werden, eine niederdeutsche Sprache reden, dieses Niederland war Jahrhunderte lang von Deutschland scharf getrennt, diese Niederländer zerrissen das natürliche Band, welches sie an ihre deutschen Brüder fesselte, und blickten in ihrem Kaufmannsstolz mit Verachtung auf Deutschland und alles Deutsche herab. Ist ihnen doch das Bewußt sein, daß sie Deutsche sind, daß ihre Urahnen, die Bataver und Friesen, deutsche Stämme waren, verloren gegangen! Franken, also Deutsche, waren es, welche die Niederlande während des Sinkens der Römermacht besetzten und sie bis zum Vertrage von Verdun 843 innehatten, wo der nördliche Vermischter. * Darmstadt, 4. Februar. Unter der Anklage deb Nahrungsmittelverfälschung hatte sich in voriger Woche ein Bessunger Metzger, dem die Lieferung von Wurst rc. für die Artillerie-Kaserne übertragen ist, vor dem Schöffen- aerucht zu verantworten, weil sich tu der von ihm gelieferten Wurst ein Zusatz von ca. 3pCt. Stärkemehl gefunden hatte. Obwohl zwei als Sachverständige zugezogene Metzger aus Frankfurt a. M. erklärten, daß dorten ein Zusatz von 2ri,pCt. Stärkemehl zur Wurst üblich sei und nicht beanstandet werde, hat das Schöffengericht den Beklagten wegen Nahrungsmittelverfälschung gleichwohl in eine Geldstrafe von 20 Mk, verurtheilt, *△ Mainz, 5. Februar. Seitens der Schifffahrtsinteressenten werden lebhafte Klagen laut über Schädigungen, die ihnen durch die Maincaualisation erwachsen. Nachdem durch Versäumen des rechtzeitigen Niederlegens der Wehre die Schifffahrt während des Hochwassers seither schon gehemmt war, hat sich jetzt, nachdem das Wasser bedeutend zurückgegangen, an der Wehre bei Kelsterbach ergeben, daß die Schleuse versandet und nur 1,50 Meter Waffel- vorhanden, so daß die Schraubendampfer und sonst tiefgehende Schiffe die Schleuse nicht passiren können. In Folge hiervon hat man die Wehre niedergelegt, aber hierbei die Wahrnehmung gemacht, daß im freien Main sich ebenfalls eine Versandung vollzogen hat, die eine Durchfahrt bei der Kelsterbacher Wehre unmöglich macht. Die Schifffahrt zwischen Main und Rhein bleibt dadurch vorerst noch unterbrochen. — Eine Dame von auswärts, die gestern die Sehenswürdigkeiten von Mainz betrachtete, hatte das Mißgeschick, für einige Stunden in unfreiwillige Gefangenschaft zu gerathen. Am Schluß ihrer Wanderung durch die Stadt besuchte dieselbe auch den Dom. Als sie wieder hinaus wollte, waren sämmtliche Thüren verschlossen. Die Dame rief und klopfte an jedem Ausgange, doch vergebens. Nach Verlauf einiger Stunden, als es schon zu dunkeln begann, wurde ihr Klopfen endlich von Passanten auf der Straße vernommen, die alsdann den Kirchendiener holten, der die Dame aus der Gefangenschaft befreite. Man hatte beim Schließen des Domes die Fremde, die dadurch in unfreiwillige Gefangen- licher, kriegerischer Beziehung oder aber in der Art, das Leben durch Kunst u. s. w. sich zu verschönern und angenehm zu machen, gestaltet, dem gleichsam sagenhaften Dunkel entrückt und uns zeigt, ftie die Schilderungen der Bibel überall an eine strenge sich halten, überall die Zeiten mit ihrer voll au^^agten Eigenart darstellen, kurz, in ganz hervorragendem ^.T.ne geschichtlich sind. So wird W, hier zur Anschauung georachte Wirklichkeit der realen Grundlage der bildlicher-- Darstellung der Bibel gleichsam, zum Zeugnth für hft D^hrhaftigkeit der Schrift — wenn eS dessen bedürfte. Das alles ist erreicht durch viele Hunderte von Abbildungen, welche sich in dem Text befinden und mit erläuternden Anmerkungen versehen sind, und durch Vollbilder und Karten, welche in einem Anhänge eingehende Erklärung finden. Ebenso enthält der Anhang eine sehr werthvolle Abhandlung über altegyptische und altassyrische Wanddarstellungen, über Aussprache und Betonung der arabische« Wörter, über Geld, Maße und Gewichte, Zeiteintheilung u. s. w. der Bibel und endlich eine Nachweisung der sonn- und festtägtgen Evangelien und Episteln auf das ganze Jahr für Preußen, Bayern, Baden pnd Hessen, für Württemberg und für Sachsen. Vorgesetzt ist dem Texie eine Lamiljenchrorstck zurLmftagung der GebenttüßS der Eltern und der Geöüri^üge u. f. w. der Kinder, was das Buch 1U einem rechten und ächten Famtlienbuche macht. Eine große Schrift und ein sehr klarer und deutlicher Druck gereichen der Ausgabe noch zu besonderem Vortheil. Die Abbildungen sind nach den besten Quellm- werken und den berühmten Alterthumssammlungen in Berlin, London, Paris u. s. w. hergestellt. Fast allen landschaftlichen BUdern liegen photographische Aufnahmen zu Grunde, die auch sonst vielfach für die Abbildungen benutzt sind, wodurch es eben möglich war, dem Bilderwerk die wissenschaftliche Treue zu wahren. Neben der Fülle von Karten und Plänen geben die Abbildungen Darstellungen von Thieren, Pflanzen, Gebäuden, Denkmälern, von Trachten, Waffen, gewerblichen und anderen Geräthen, von gewerblichen Haniirungen u. s. w., so daß das gesammte Leben der Bibel hier anschauliche Gestalt gewinnt. Eine reiche Ausbeute haben namentlich die Alterthümer der Egypter, Assyrer, Babylonier unb Römer geliefert. In der Ausführung der Bilder sind keine Kosten gescheut, um dieselben dem Dargestellten würdig zu macken. So tritt dieses Btdelwerk, d.ssen Ausstattung und Eigenart dasselbe zu einem Stolze der deutschen Nation macht und dessen Preis so bemessen ist, daß auch minder Bemittelten die Anschaffung ermöglicht ist, zum zweiten Male in sehr starker Auflage seine Wanderung an. Möge es immer weiter in alle Schichten unseres Volkes Eingang finden. Für bie Konfirmation, für das Weihnachtsfest, für Hochzeiten zur Begründung des neuen Hausstandes, zu Jubiläen der Lehrer, Geistlichen u. s. w. ist es ein köstliches Geschenk, das, wie es Freude bereiten, für den Empfänger auch der Träger reichen Segens sein wird. Auch zur Anschaffung für Schul- und Volks- btbltotheken sei die Pfeilstücker'sche „Jlluftrirte Hausbibel" bestens empfohlen. Die neue Auflage ist in 6 Abtheilungen geheftet zu 3 zu beziehen. Fertig gebunden kostet die „Jlluftrirte Hausbibel" je nach Kostbarkeit des Einbandes 22.50 bis 46 JL Als einfachen und dauerhaften Einband empfehlen wir Lederrücken mit Röthschnitt zu 24 JL zu wählen. .°"r->d, M» wtfflfarttn ju -"stand. »Nn m t>m Literatur und Kunft — Die Bibel alS Errttrrrqrrelle. Die Bibel ist eine der ältesten Kulturquellen. Indem sie die sagenhaften Anfänge der Menschheit zu einer geschichtlichen Darstellung zu verdichten bemüht ist, zeigt sie uns auch mit der Geschichte des Gottesgedankens in der Menschheit deren früheste Kulturentwickelung in ihrem langsamen Werden, und zwar nicht nur soweit dieselbe bei dem jüdischen Volke zur Erscheinung kommt, sondern in Bezug auf fast alle morgen- ländifcken Volker — oft freilich nur in sehr knapper und andeutungsweiser Form — soweit dieselben mit dem jüdischen in Beziehung traten. Von diesem Gesichtspunkte aus haben wir seinerzeit das Erscheinen der „Jllustrirten Hausbtbel" (Verlag von Friedrich Pfeilstücker in Berlin) unseren Lesern warm empfohlen und kommen aus demselben Grunde heute nochmals auf diese werthvollste und eigenartige Bibelausgabe zurück, die einen so großen Beifall und Anklang gefunden hat, daß nach kaum einem Jahre bereits eine zweite Auflage nothwendig geworden ist. Pfeilstückers „Jlluftrirte Hausbibel" nimmt unter den zahlreichen Bibelillustrationen eine ganz eigenartige Stellung ein. Während bei den übrigen mehr oder weniger künstlerische Gesichtspunkte maßgebend waren und ihr Zweck allein darin bestand, Gewalten der Bibel und biblische Situationen rein künstlerisch dar- zustellen, um dadurch zu unterhalten und zu erfreuen — was freilick nicht immer erreicht wurde — will die „Pfeilstücker'sche Hausbibel" den Leser in die Kulturwelt der Bibel einführen, will ihn mit Land und Leuten, mit Sitten und Gebräuchen, mit Trachten und Bauarten, mit friedlichen Hantirungen und der Art, Krieg zu führen, kurz, mit all den verschiedenen Formen und Arten bekannt machen, in denen der Volker Leben und Treiben sich äußert und darstellt, will also im höchsten Sinne des Wortes belehren und dadurch das Verständnitz des Buches der Bücher nur tiefer und mehr erfchließen. Denn das gerade ist ein wesentlicher Vortheil der erhabenen Realistik, tn welcher die Pfeilstücker'sche Jllustrattonsmethode sich darstellt, daß uns dadurch die Tiefen der heiligen Schrift mehr und besser erschlossen, das Verständniß mehr befördert wird, als daS durch Kommentare möglich ist, weil sie uns das zu Erläuternde veranschaulicht. Gerade dadurch, daß das Bilderwerk auf dem Boden der Realistik wurzelt, daß nicht die Phantafie des Künstlers, sondern strenges Studium der Geschichte und genaueste Kenntniß der weit vorgeschrittenen Forschung den Stift des Zeichners geführt, enthüllt uns diese „Jlluftrirte Hausbibel" etwas ganz Neues, indem fie das Volksthum der biblischen Völkerschaften mit seiner ganzen reichen Art und Weise in landwtrthschaftlicher, gewerblicher, handelsbe-ieh- Freitag den 7. Februar. (Siebener Anzeiger. Beilage zu Nr. 32. - 1890 Brcmi- und Nutzholz Vcrstcigming in der fürstlichen Oberförsterei Lick. A. Montag den 10» Februar, von Vormittags genau 9Vz Uhr an, im District Meilbach: 58 rin Buchen-, 15 rm Eichen-Scheiter, 244 „ Buchen, 67 rm Eichen-, 4 rm Nadelholz-, 9 rm Aspen- Knüppel, 55 „ Buchen-, 76 rm Eichen-, 6 rm Nadelholz-Stöcke, 6440 Stück Buchen-, 1470 Stück Eichen-, 200 Stück Nadelholz-Wellen; dabei ca- 4000 Buchen-Forstwellen. Diese werden zuletzt versteigert. 8 Eichen-Stämme von 31—56 cm Durchm. und 2,4—7,5 m Länge = 3,47 fm, 3 Birken-Stämme von 18—24 cm Durchm. und 7—10 m Länge, = 0,87 fm, SW hiöSlfe, -ÄdZ - 17 Eichen-Wagnerstangen —1,60 fm, 11 Buchen-Slangen — 0,37 fm. Die Zusammenkunft ist auf der Kreisstraße Lich — Hattenrod an der Grenze des fürstlichen und Hattenröder Waldes. B. Dienstag den 11» Februar, von Vormittags genau 9V2 Uhr an, in den Districten Mönchswald und Meilbach: 544 Kiefern-Stämme von 15—34 cm Durchm. und 4—23,2 m Länge = 215,36 fm, 100 FichteN'Stämme von 15—30 cm Durchm. und 6—20 m Länge — 45,65 fm; ca. 45 fm Fichten-Derb- und Reisstangen, unter letzteren etwa 2000 Hopfenstangen für Hopsenstangenhändler. Falls die Versteigerung des Stangenholzes zu viel Zeit in Anspruch nehmen sollte, wird am Verkauf der Hopfenstangen abgebrochen werden, das übrige Holz, insbesondere das Bauholz, wird in erster Linie versteigert. Die Zusammenkunft ist auf dem sog. Schlagweg von Burkhardsfelden nach Lich auf der Grenze des fürstlichen und Albacher Waldes. Lich, am 30. Januar 1890. 1027 Dr. Dieffenbach. 3aflöoerpadjtung. Freitag den 14. Februar I. So Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem Gemeindehaus zu Leihgestern die der Gemeinde zustehende Feld- und Waldjagd, circa 4000 Normalmorgen enthaltend, auf weitere sechs Jahre unter den bei der Verpachtung bekannt gegebenen Bedingungen in zwei Bezirken verpachtet werden. Leihgestern, am 31. Januar 1890. Großh. Bürgermeisterei Leihgestern. Heß. 984 Iagiwerpachtung. Montag den 17. Februar l. I., Vormittags 10 Uhr, soll die der Gemeinde Röthges zustehende Feld- und Waldjagd, circa 320 Hectar, auf der Bürgermeisterei daselbst unter uut dabei bekannt gemacht werdenden Bedingungen aus weitere sechs Jahre öffentlich verpachtet werden. Röthges, am 2. Februar 1890. Großh. Bürgermeisterei Röthges. Emrich. 996 [897 Maccaroni, Neapol., Maccaroni, sst. 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