tar ♦ Illing 'gebenst ei». jcer. aeu, baumw. It Co. t 61. Ipengler, 18 penküche, sowie 9981 l. >/igl, .... 2.-1.15 .... 2.401.35 868er 3 -1.65 d..Wnn 2.-1.15 „ 1.801- „ 1801- f. Dr B. Freien!*» m Personen rmpfohlev. [5590 we.,Frankwrterftr1. * ■ ffettS,c* rai|d)t B Milch gekocht speziell Ich. - f” Colonial- 4 92,2 c sßtnbttWn WV 6to4,6 Um»-- E 6MnntfW.iL Mordänlägid^ock Üem M Mör nnb inMlnA unb großein vermied 5g»*»- rsWL -jSa» ÄSL» Rr. 284. Freitag den 5. December 1890 Dcr fritierter Anzeiger erscheint täglich, utt Ausnahme des Montags. Die Gießener M»«itte«Vtä1ter »erden dem Anzeiger »z-chentlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Htnzeiger. BierteNSHrtger AVonnementspreiAz 2 Mark 20 Pfg. mW Bringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Rcdaction, Expeditisv und Druckerei: -chukgraße Ar.^, Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den fokqendm Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. chratisöeikage: chießener Kamilienökätter. Alle Annoncm-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtliche» TheU. Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß Balthaser Melchior zu Gießen von uns als Heilgehülfe concessionirt worden ist. Gießen, den 29. November 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen- v. G a g e r n. Deutsches Reich. Darmstadt, 3. December. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute u. A. den Obersten Perthes, Commandeur des 2. Großh. Infanterie - Regiments (Großherzog) Nr. 116, den Hauptmann v. Kurnatowski von demselben Regiment, den Pfarrer Strack aus Leihgestern, den Pfarrer Jaudt aus Maulbach. — Darmstadt, 1. December. Das heute ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 28) enthält u. A.: Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Schiffsknecht Jacob Pfeiffer aus Rüdesheim, in Diensten der Firma Arnold van Metern in Duisburg, wohnhaft in Mainz, in Anerkennung der von demselben am 23. August l. I. zu Gernsheim mit Muth und Entschlossenheit und unter eigener Lebensgefahr vollzogenen Rettung des fünfjährigen Philipp Fell aus Nackenheim vom Tode des Ertrinkens eine Geldprämie zu bewilligen. In Gemäßheit Allerhöchster Entschließung wird dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Bekanntmachung Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Organisation dec Unfallversicherung betreffend. Ti..' schlichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 17. October dem Pfarrverwalter Wilhelm Dittmar zu Walldorf die evangel. Pfarrstelle daselbst, am 20. October dem Pfarrer Ludwig Walz zu Grüningen die evangel. Pfarrstelle zu Lang-Göns, dem Pfarrer Wilhelm Volp zu Rohrbach die evangelische Pfarrstelle zu Allendorf a. d. Lda. und dem Pfarrer Wilhelm Werner zu Lindheim die 2. ev. Pfarrstelle zu Nidda zu übertragen. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Freienseen mit einem Gehalte von 900 Mk. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ernsthofen mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Landenhausen mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober- Ofleiden mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hohenstadt mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. An der Volksschule zu Worms: Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährl. Gehalte von 1200—2400 Mk. und zwei Lehrerinnenstellen, von denen die eine mit einer evangelischen, die andere mit einer katholischen Lehrerin zu besetzen ist, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von je 1200 bis 1600 Mk. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder - Bessingen mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Herrn Fürsten zu Solms-Braunfels steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wölfersheim mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Wimpfen a. B. mit einem jährl. Gehalte von 1000 Mk. Die 1. Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Seligenstadt mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährl. Gehalte von 1300—1600 Mk. Dem Kreisrathe zu Offenbach, sowie dem kath. Pfarrer und dem Ortsvorstande zu Seligenstadt steht das Präsentationsrecht zai derselben zu. Dem betr. Lehrer können die Functionen eines Oberlehrers an gen. Schule Übertragen werden. Die mit einem kath. Lehrer zu besetzende 1. Lehrerstelle an der Ge- «icindeschule zu Fehlheim mit einem jährlichen Gehalte von 1*90 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienp verbunden. Dem kathol. Pfarrer zu Bensheim und dem Ortsvorstand zu Fehlheim steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rembrücken mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Deutscher Reichstag. 34. Plenarsitzung. Mittwoch, 3. December 1890, 1 Uhr. Der Abg. Müller-Marienwerder (Reichsp.) zeigt seine Ernennung zum Reichsbank-Justitiar an. Das Schreiben geht vor die Wahlprüfungscommission, um zu untersuchen, ob das Mandat des genannten Abgeordneten durch diese Ernennung erloschen ist. In Erledigung der Tagesordnung wird an Stelle des Abg. Dr. Bürklin (nail), welcher sein Amt als Schriftführer niedergelegt bat, der Abg. Schneider-Hamm (natl.) durch Acclamation gewählt. Die Etatsübersicht pro 1889/90 wird debattelos der Rechnungscommisston überwiesen. Es folgen Wahlprüfungen. Die Commission beantragt, die Wahl des Abg. v. Reden (natL) für giltig zu erklären, dem Reichskanzler aber die Wahlacten zu übersenden, um einige behauptete Unregelmäßigkeiten zu prüfen. Abg. Rickert (dfr.) verlangt eine weitergehende Untersuchung namentlich auch über die Wahlagitation tn den Kciegecoeretnen; ferner soll der Bergrath v. Detten über das von ihm verbreitete Flugblatt vernommen werden. Rickert beantragt: 1) die Abstimmung über die Gültigkeit der Wahl auszusetzen, 2) die Beweisaufnahme im erweiterten Umfange zu veranlassen. Abg. Auer (Soc.) beklagt sich über die ungesetzliche Behandlung socialdemokratischer Wahlversammlungen und tritt den Anträgen des Abg. Rickert bet. Insbesondere verurthetit er scharf das Verhallen des Oberbergrath Detten, das er als Wahlbeetnflussung bezeichnet. Abg. Baumbach-Altenburg (Reichsp.) sucht das Verhalten der Kriegeroeretne zu rechtfertigen, sie haben feine öffentliche Agitation getrieben; die Unterhaltung im geselligen Verktnskreise ist nicht ungesetzlich. Abg. Dr. Mehncrt (cons.): Das V-rhalten des Oberbergrath Detten wäre ganz corrcct, wenn er als Privatmann und nicht als Vorgesetzter gehandelt hätte. Von Einfluß auf den Ausfall der Wahl ist dies Verfahren aber nicht gewesen. Was die Krieger vereine anbelangt, so kann man die gedienten Soldaten nicht ungünstiger stellen, als andere Staatsbürger. Abg. Strombeck (Elr.) spricht für den Antrag Rickert. Abg. Rickert (Dfr.): Den Mitgliedern der Krtegeroeretne sollen ihre politischen Rechte nicht verkümmert werden. Aber es ist ein Ueb^rgriff, wenn die Vorsitzenden der Krtegeroereine als solche einen Einfluß auf ihre Mitglieder zu gewinnen suchen, um das Wahlresultat nach einer bestimmten Richtung zu gestalten. Abg. Auer (Soc.) verwahrt sich gegen Andeutungen des Abg» Mehnert, als ob die Soctaldemokraten ihrem. Vaterlande gegenüber nicht ebenso ihre Schuldigkeit gethan hätten, ‘ wie die Angehörigen anderer Parteien. Sind die Socialdemokralen für die Armee brauchtar, so liegt kein Grund vor, sie aus den Kriegervereinen aus- zuschltetzen. Abg. Mehnert (cons.): Die Socialdemoktaten haben sich öffentlich als Republikaner bekannt und damit die dem Könige gelobte Treue gebrochen. (Beifall rechts.) Das rechtfertigt ihren Ausschluß aus den Krtegeroeretnen. Der Antrag Rickert wird hierauf angenommen, womit der Eommtfsionsantlag erledigt ist. Es folgt die Prüfung der Wahl des Abg. v. Henk (cons). Der Referent, Abg. Dr. Dohra (dfr.), ist behindert und hat den Vorsitzenden der Commission, Abg. Schmieder (dfr.), um Uebernahme des Referats gebeten. Die Abgg. Rickert (dfr.), Richter (dfr.) und Dr. Wind t- horst (Ctr.) sind dec Meinung daß solche Uebertragung nur dann zulässig ist, wenn aus dem Hause kein Widerspruch ei folgt; dieser Widerspruch wird von dem Abg. Rickert erhoben. Der Abg. Hahn (cons.) und der P.äsidenl halten die Uebertragung des Referats für zulässig. Hierauf erklärt der Abg. Schmieder (dfr.), daß er unter den obwaltenden Umständen das Referat nicht Üoernehmen könnte. Die Sache wird nunmehr von bet Tagesordnung abgesetzt. Die Wahl des Abg. Schütte (dfr.) wird für gültig erklärt und werden die Wahlac.en dem Reichskanzler überwiesen, um einige angebliche Unregelmäßigkeiten ftstzustellen. Es folgt die Prüfung der Wahl des Abg. Frhr. v. Münch (V)lksp.). Abg. Frhr. v. Münch versichert in längerer Rede, daß er durchaus nicht on sucht habe, auf illegalem Wege Stimmen zu fangen, ev beantragt zu den Commissionsanträgen einen Zusatz, um die beantragten Erhebungen noch weiter auszudehnen. Das Haus beschließt Annahme des Commisstons Antrages, wonach die Beschlußfassung über die Wahl ausgesetzt wird und zunächst Erhebungen über angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Wahl beschlossen werden. Der wettergehende Antrag des Abg. Frhrn. v. Münch (VolkSp) wird adgelehnt. Nächste Sitzung Donnerstag 2 Uhr. Tages-Ordnung: Helgoland-Vorlage in zweiter Lesung. Palentgesetz-Nooelle und Gebrauchsmuster-Gesetz tn erster Lesung. — Schluß 4 Uhr. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Lorrespondenz-Bureau. Berlin, 3. December. Der „Reichsanzeiger" meldet die Versetzung des Regierungspräsidenten Putt kam er (Koblenz) nach Frankfurt a. d. Oder und Heppe (Danzig) nach Trier. Berlin, 3, December. Die Aeltesten der Berliner Kauffftannschaft beschlossen, die Berathnng der Gewerbeordnungsnovelle im Plenum des Handelstages bei dem Stande der Vorlage im Reichstage als nicht zweckmäßig zu begutachten und sprachen ferner aus, daß die Veröffentlichung der Personen, welche den Offenbarungseid geleistet haben, nicht wünschens- werth sei. Berlin, 3. December. Der Grundsteinlegung der katholischen Sebastiankirche am Gartenplatze wohnte in Vertretung des Kaisers General Wittich bei, für die Kaiserin Hosmarschall Mirbach, ferner der Cultusminister, der Polizeipräsident und zahlreiche Vertreter staatlicher, städtischer und kirchlicher Behörden. Fürstbischof Kopp hielt die Weihrede und besprengte den Grundstein mit Weihwasser. Nach den üblichen Hammerschlägen der Vertreter des Kaisers, der Kaiserin, sowie der kirchlichen und staatlichen Würdenträger schloß eine nochmalige Ansprache des Fürstbischofs und Ertheilung des Segens die Feier. Berlin, 3. December. Die Gewerbeschutz-Con- ferenz erledigte heute die Berathung über den Schutz der Geschmacksmuster und nahm deren Anmeldung bei dem Reichsmusteramt an. Gegen die Eintragung soll während 6 Wochen Einspruch zulässig sein. Gegen das Reichsmusteramt kann Berufung an eine richterliche Abtheilung, bestehend aus Juristen und Sachverständigen, erfolgen, und gegen diese Instanz eine Berufung an das Reichsgericht. Bezüglich der Gebrauchsmuster wurde eine analoge Resolution beschlossen, welche das englische Gesetz empfiehlt. Berlin, 3. December. Die morgige Nummer der „Deutschen Medicinischen Wochenschrift" bringt einen Artikel aus dem hygienischen Institut Geheimrath Kochs über das Zustandekommen der Unempfänglichkeit für Diphtherie und Tetanus (Starrkrampf) von dem Stabsarzt Behring und dem Dr. Kitasato,- ferner weitere Mittheilungen über das Koch'sche Heilverfahren gegen Tuberkulose von Professor Rosenbach (Breslau) und Noorden (Berlin) und aus den Kliniken von Gerhardt, Kromeyer (Hülle) und Oppenheimer (Heidelberg). Braunschweig, 3. December. Aus dem Boden des Herzoglichen Museums platzte heute ein Ablaßrohr der Dampfheizung, so daß das Wasser sich durch die Decken und Wände ergoß und eine Partie alterthümlicher Stickereien beschädigte. Durch rechtzeitiges Eingreifen gelang es, das Wasser vom Eindringen in die Decke und in die Gemälde- gallerie fernzuhalten. Hamburg, 3. December. Heute Nachmittag stürzte in Barmbeck ein Neubau ein, wobei 5 Personen verletzt wurden, darunter vier schwer. Wien, 3. December. Von den Delegirten Deutschlands und Oesterreich-Ungarns wurde, wie die „N. Wiener Presse" meldet, zu Beginn der heutigen Conferenz im Auswärtigen Amte ein St aaatsv ertrag unterzeichnet, wodurch die voralbergische Gemeinde Mittelberg aus dem österreichisch- MMrischen Zollgebiete ausgeschieden und dem deutschen Zollgebiete eiuverleibt wird. Der bezügliche Staatsvertrag würde demnächst den Parlamenten der betheiligten Staaten vorgelegt werden. Hieraus wurden die Verhandlungen über den österreichisch-deutschen Tarifvertrag fortgesetzt. Haag, 3. December. Die Königin-Wittwe empfing heute die osficiellen Besuche Sr. K. H. des Prinzregenten von Braunschweig, des Großfürsten Alexis von Rußland, des Erzherzogs Friedrich von Oesterreich und des Prinzen Victor von Italien. Von den Vertretern der auswärtigen Monarchen und der französischen Republik wurden am Sarge des Königs Kränze niedergelegt. Paris, 3. December. Der „France" zufolge läßt General Saussier ein Verzeichmß der von Ausländern gehaltenen Restaurants und Cafes anfertigen, deren Besuch durch Erlaß des Kriegsministers den Offizieren und Mannschaften der Armee verboten werden soll. — Der Minister ordnete wegen der Cholera in Syrien an, daß alle Provenienzen aus den Häfen zwischen Messina und syrisch Tripolis nach dem Sanitätsreglement über die Cholera zu behandeln seien. Paris, 3. December. Berichte aus Santiago de Chile bezeichnen die politische Lage als sehr gespannt. Wahrscheinlich werde entweder der Sturz des Ministeriums oder ein Staatsstreich erfolgen. London, 3. December. Nach einer Meldung des Bureau Reuter aus Pernambuco vom 3. December ist die Meinungsverschiedenheit zwischen den brasilianischen Ministern beigelegt. London, 3. December. Das Unterhaus nahm nach zweitägiger Debatte die irische Bodenankausbill mit 268 gegen 130 Stimmen in zweiter Lesung an. Parnell und eine Anzahl Parnelliten stimmten mit der Majorität. Petersburg, 3. December. Die „Nowosti" behaupten, der neue Curator des Petersburger Lehrbezirks, Kapustint, sei gesonnen, auch in den der hiesigen Kirche unterstehenden Schulen das Russische allmählich als die alleinige Unterrichtssprache einzuführen. — Aus Orenburg wird telegraphirt: Infolge des plötzlichen Ueberganges der Temperatur von 3 Grad Wärme aus 30 Grad Kälte sind 30 durch die Steppe reitende Kirgisen buchstäblich erfroren; ferner wurde eine Anzahl Pferde, Schafe und Kamele getödtet; schließlich sollen in der Steppe noch Menschen und Vieh und ganze Waarencarawanen umgekommen sein. Rio de Janeiro, 3. December. In Folge eines von dem anarchistischen Journal „Tribuna" gebrachten polemischen Artikels waren am Samstag Menschenhaufen in die Geschäftsräume des Journals eingedrungen und verübten dort Unfug. Die Regierung hatte sich mit der Erklärung begnügt, dem Gesetze Achtung zu verschaffen. Eine gestern abgehaltene, von zahlreichen Journalisten besuchte Versammlung erachtete die Erklärung der Regierung für ungenügend. Die Zeitungs - Herausgeber drohten, das Erscheinen ihrer Blätter zu suspendiren, salls gegen die Verüber des Unfugs kein gerichtliches Einschreiten erfolge. CocaU# ttnO protHttiieUes» Gießen, 4. December. — Die „Köln. Ztg." vom 27. November 1889 schreibt: Der am Sonntag im Nippeser Volksbildungsverein stattgefundene Experimentalvortrag de8 Phyfikers A. EgtsQlden- burg über „Telephon, Mikrophon und das gesammte Fernsprechwesen" erfreute sich eines sehr starken Besuches. In der Einleitung seines Vortrags und zum besseren Verständniß der Apparate zeigte Herr Egts an vorzüglich gelungenen Experimenten, wie man durch electrische Ströme Magnetismus und umgekehrt durch Magnetismus wieder electrischen Strom erzeugen kann. Zum Telephon übergehend, wurde vom Vortragenden gezeigt, wie und in welcher Weise man diese letztere Art electrischen Strom herzustellen, also die Magnet-Jnduction für die Construction dieses Apparats benutzt hat. Redner zeigte ferner an schönen Experimenten, wie am Telephon der einen Station die durch das Sprechen bewegte Lust, die Schallwellen, gewissermaßen in Electricität umgesetzt, diese durch die Drahtleitung zu dem Telephon der zweiten Station fortgepflanzt und hier wieder in Schallwellen zurückversetzt (umgewandelt) und hörbar wird. Das Mikrophon, diesen äußerst zart gebauten Apparat, und seine practische Anwendung zu erklären, gelang dem Redner ebenfalls vortrefflich. Mit einem klaren und für Jedermann verständlichen Vortrag verbindet Herr Egts eine Sicherheit des Experi- mentirens, die geradezu in Erstaunen setzen muß. Nachdem im zweiten Theile des Vortrags mit Hilfe der im Saale ver- theilten Telephone, welche mit den in einem andern Raume des Tivoli ausgestellten Apparaten in Verbindung standen, auch die practische Anwendung von Telephon und Mikrophon erklärt und bewiesen worden war, schloß der Redner seinen Vortrag mit dem Versprechen, der Einladung des Volksbildungsvereins folgen und im nächsten Jahre wiederkommen zu wollen, um noch weitere Gebiete dieses höchst interessanten und in vieler Hinsicht noch geheimnißvollen Theiles der Physik dem Vereine und seinen Gästen zu erschließen. Gespannteste Aufmerksamkeit und stürmischer Beifall dankten dem Redner für die gehabte Mühe. — Theater. Am Freitag geht zum dritten und letzten Male „Die Ehre", Schauspiel von Sudermann, und zwar im Abonnement ohne Zuzahlung in Scene. Das großartige Schauspiel mit seiner packenden Wirkung verschwindet mit dieser Vorstellung vorn Repertoir; wer daher dieses interessante Werk noch nicht gesehen hat, versäume diese letzte Aufführung nicht. — Sonntag den 7. d. Mts. beginnt der Kaiserlich russische Hofschauspieler Herr Adalbert Brümmer vom Kaiserlich deutschen Hoftheater in St. Petersburg sein Gastspiel. Dem Gast geht ein bedeutender Ruf als Bonvivant voraus. — Die Reichspostverwaltung theilt mit, daß am 27. December in allen Postanstalten mit dem Verkauf der Quittungs- marken für die Alters- und Invalidenversicherung gönnen werden wird. Jedes Postamt verkauft aber nur Quittungsmarken derjenigen Versicherungsanstalt, in deren Bezirk sie belegen ist. — Stiftungen und Vermächtnisse. Welch bedeutende Summen alljährlich im Großherzogthum Hessen in Folge von Stiftungen oder Vermächtnissen für wohltätige oder kirchliche Zwecke aufgewendet wurden, ist aus den soeben im 3. Quartale von dem Großherzog betätigten Stiftungen und Vermächtnissen zu ersehen. Der Gesammtbetrag dieser Summen beläuft sich aus 179927 Mk., davon entfallen für Armenoder Krankenunterstützungen 74 200 Mk., aus die katholische Kirche oder deren Einrichtung 60 482 Mk., auf die evangelische 37 905Mk., die israelitische Religionsgemeinde 4430Mk und für sonstige gemeinnützige Anstalten 2900 Mk. Die bedeutendste Schenkung rührt nach dem „Mzr. Auz." von den Hinterlassenen der in Gießen verstorbenen Aron Heichel- heim'schen Eheleute her im Betrage von 40 000 Mk für Unterstützung von Personen, welche durch mißliche Verhältnisse in Bedrängniß gerathen sind. — Gesuche um Zulassung zu den im Frühjahr 1891 stattfindenden allgemeinen Prüfungen in dem Finanzfach und in den technischen Fächern, sowie zu der speciellen Prüfung der ersten Categorie des Finanzfachs sind mit den vorgeschriebenen Bescheinigungen und Anlagen bei der Großh. Prüfungs-Commission für das Finanz- und technische Fach in Darmstadt innerhalb vier Wochen unter Beobachtung der Stempelvorschriften einzureichen. Den Meldungen zu den allgemeinen Prüfungen sind die Zeugnisse über bestandenen Acceß und Vollendung des practischen Cursus beizufügen. Die Vorlage eines Sittenzeugnisses ist nicht erforderlich. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß zu der speciellen Prüfung nur solche Aspiranten zugelaffen werden können, welche am Tage des Beginnes der Prüfung das 20. Lebensjahr zurückgelegt haben. Bad-Nauheim, 3. December. Nach der vorläufigen Zusammenstellung des Ergebnisses der V o l k s z ä h l u n g durch die Zählungs Commission hat die Stadt Bad-Nauheim nunmehr 2922 Einwohner, also eine Zunahme von 276 Seelen gegen 1885 aufzuweisen. Friedberg, 3. December. Eine vorläufige Feststellung des Ergebnisses der Volkszählung für hiesige Stadt ergibt eine Einwohnerzahl von 5364, mithin eine Zunahme der Bevölkerung gegen das Resultat der Volkszählung vom 1. December 1885 um 366 Seelen. Friedberg, 3. Decbr. Ein evangelischer Arbeiter- und Handwerker verein ist hier ins Leben getreten. Derselbe zählt bereits über 30 Mitglieder. Der Verein sucht seine Mitglieder in allen Ständen ohne Ausnahme, will jedoch, wie sein Name andeutet, das Wohl der Arbeiter und Handwerker ganz besonders ins Auge fassen und auf der Grundlage christlicher und patriotischer Gesinnung eine Vereinigung bilden, die dem Einzelnen nicht blos Schutz und Heil gegenüber irreführenden Zeitströmungen, sondern durch edle Geselligkeit und geistige Förderung in mancherlei Weise bietet. Diesem Zwecke sollen vor allem die regelmäßigen Vereinsabende dienen, die etwa alle 14 Tage abgehalten werden. Auch sogen. Familienabende sind in Aussicht genommen. Ein freundliches Vereinslocal in der Herberge zur Heimath steht jeden Abend offen und bietet unterhaltende und belehrende Lectüre in guten Büchern und Zeitschriften. Um den Anschluß Jedermann zu ermöglichen, erhebt der Verein von seinen Mitgliedern nur den geringen Monatsbeitrag von 10 Pfennig. Ulsa-Rabertshausen-Rodheim, 1. December. Unter den Landwirthen unserer Orte bewegt sich das Gespräch in den Feierabendstunden um die Gründung einer Molkerei- Genossenschaft. Fortschritt im Ackerbau ist unverkennbar in diesen Gemarkungen; eine bessere Viehhaltung wird an- gestrebt, ist aber nur möglich, wenn die Verwerthung der Milch und Milchproducte eine dauernd höhere als bisher. Wie wir hören, wird Herr Landwirthschaftslehrer Dr. Ullmann aus Büdingen, der am 21. November in Echzell bereits eine Molkerei-Genossenschaft hat gründen helfen, in der Woche nach dem 2. Adventsonntage in einer Versammlung, zu der alle Interessenten noch besonders durch die Großherzoglichen Bürgermeistereien eingeladen werden, über die Zweckmäßigkeit der Errichtung einer Molkerei-Genossenschaft einen größeren Vortrag halten. Voraussichtlich wird auch ein Herr vom Vorstand des Verbandes der hessischen landwirthschaftlichen Genossenschaften dieser Berathung beiwohnen, um die nöthigen Erklärungen zu geben und die Gründung der Genossenschaft sofort einzuleiten. Viel Zeit ist nicht zu versäumen. Da die Vorbereitung dieser für die Landwirthe — auch die kleineren — so wichtigen Angelegenheit in den einzelnen Ortschaften in den besten Händen ruht, ist gerechtfertigte Hoffnung vorhanden, zum guten Ziel zu gelangen. Auch die Landwirthe in Ober- und Unter-Schmitten und Eichelsdorf werden zu dieser Versammlung eingeladen werden. Es ist Jeder willkommen, der ein gutes Werk mitbegründen will. Dermif^Uf. * Darmstadt, 3. December. Die gegen den Steinhauergesellen Leonhard Orth aus Höchst i. O. durch Urtheil des Schwurgerichts der Provinz Starkenburg vom 7. October d. I. erkannte Todesstrafe wurde durch die Gnade Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs in lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt. * Worms, 2. December. Heute ist die Nachricht hier eingetroffen, daß die Verlegung des ersten Bataillons nebst Stab des 118. Regiments von Mainz nach Wvrms gestattet worden ist. * Krofdorf, 3. December. Für das Geschäftsjahr 1891 werden die Gerichtssitzungen zu Krofdorf an folgenden Tagen anberaumt: 12. Januar , 2. Februar , 9. März, 13. April, 11. Mai, 8. Juni, 13. Juli, 28. September, 12. October, 9. November, 14. December. * = Frankfurt a. M., 3. December. Das Gesetz betr. die öffentliche Volksschule. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung lief ein von Herrn Dr. Fester gestellter und von Mitgliedern aller Parteien unterstützter Antrag ein: „den Magistrat zu ersuchen, gegen den dem Landtag vorliegenden Entwurf, betr. die öffentliche Volksschule, welcher geeignet ist, bei unveränderter Annahme den simultanen Charakter unserer Schulen, sowie die selbstständige Stellung unserer Schulbehörde schwer zu beeinträchtigen, vorstellig zu werden." — Herr Bürgermeister Heusseustamm bemerkte, der Magistrat habe sich bereits eingehend mit der Frage beschäftigt und werde der Versammlung ehestens Mitthetlung zugehen lassen. Dr. Fester erklärte zur Begründung des Antrags, bei unveränderter Annahme des Gesetzes erscheine zunächst der simultane Charakter unseres Schulwesens bedroht. Schon bei einer ganz geringen Anzahl Kinder einer Religion sei es der Schulaufsichtsbehörde möglich, die Einrichtung einer confessionellen Schule anzuordnen. Ebenso sei es mit der Umänderung bestehender Schulen. Weiter werde das Recht der gemeindlichen Schulbehörde, der Schuldeputation, ganz erheblich durch die Schulaufsichtsbehörde geschmälert. Deren Bedeutung sinke auf ein Minimum herab, so daß man voraussichtlich Noth haben werde, Leute zu finden, die sich zu einem so bedeutungslosen Amt hergäben. Die betreffenden Bestimmungen möchten vielleicht für kleine ländliche Gemeinwesen paffen, für eine Stadtgemeinde von der Bedeutung Frankfurts jedenfalls nicht. Auch bezüglich der Einweisung, der Bildung von Schulbezirken, gingen die Rechte der Aufsichtsbehörde außerordentlich weit. Die Mitwirkung der Gemeinde beschränke sich fast nur aus das Zahlen. Dem gegenüber müsse Stellung genommen werden, und zwar nicht in einem allgemeinen Protest, sondern unter Angabe der speciellen Punkte. Nächste Woche komme der Entwurf zur Berathung; es fei erwünscht, daß bis dahin wenigstens eine Kundgebung seitens der Versammlung vorliege. Dr. Heussen- ftamm erwiderte, alle die berührten Punkte ständen in der Petition, welche der Magistrat abzusenden beschlossen habe. — Der Antrag Fester und Genossen wurde einstimmig angenommen. — Während der Magistrat sich für diese Petition aussprach, ließ er gleichzeitig erklären, daß er dem Ersuchen der Versammlung, eine Petition an den Reichskanzler wegen Aushebung der Viehsperre und Herabsetzung der Getreidezölle zu richten, nicht stattgeben könne. Die „Kl. Pr." wirft dem Magistrat infolge dessen vor, daß zwei Seelen in seiner Brust wohnten. Was für das Schulgesetz recht sei, sei für die hohen Fleisch- und Brodpreise billig. Der Familienvater wünfche nicht allein, daß seinen Kindern die Simultanschule erhalten bleibe, er wolle auch durch Aufhebung des Vieheinfuhrverbots und Herabminderung der Getreidezölle eine Besserung seines Haushaltungsbudgets. Der Magistrat sei in der einen Frage mindestens so competent wie in der anderen. * Deutscher Schriftstellerverband. Der 5. Bezirksverein des Deutschen Schrlftstellerverbands (Frankfurt a. M.) hatte auf seiner letzten Hauptversammlung den Beschluß gefaßt, zur Förderung des collegialen Verkehrs während des Winters in verschiedenen Städten des Bezirks gesellige Abende zu veranstalten. Der erste dieser Abende hat am Samstag im „Hotel Drexel" in Frankfurt stattgefunden und durch feinen anregenden Verlauf den weiteren Veranstaltungen des Vereins das günstigste Prognosticon gestellt. Zu demselben hatten sich die Verbandsgenossen aus Aschaffenburg, Darmstadt, Gießen, Marburg, Mainz, Wiesbaden usw. zum Theil mit ihren Damen zahlreich eingefunden, sodaß mit Einschluß der Frankfurter die Vereinigung ca. 100 Theilnehmer umfaßte, darunter Friedrich v. Badenstedt (Wiesbaden), Dr. Wilhelm Jordan (Frankfurt), Friedrich Stoltze (Frankfurt), sowie Friedrich Spielhagen, der zur Aufführung seines Schauspiels „Aus eiserner Zeit" nach Frankfurt gekommen war. Nach einem^ Vortrage des ersten Vorsitzenden, Johannes Prölß, über die' Zwecke und Ziele des Deutschen Schriftstellerverbandes wurde ein gemeinschaftliches Mahl eingenommen, welches, durch Rede und Lied gewürzt, den heitersten Verlaus genommen. Den ersten Trinkspruch brachte Redacteur Max v. Flotow auf die Gäste aus, der von Rechtsanwalt Dr. Ludwig Fuld (Mainz) mit einem Toast auf den Schriftstellerverband erwidert wurde; hieran schloffen sich Trinksprüche von Rector Gg. Lang auf die Damen, von Dr. Ludwig Fuld auf den demnächst von Frankfurt scheidenden ersten Vorsitzenden, Johannes Prölß, usw. usw. Einen besonderen Reiz erhielt der Abend durch den Vortrag poetischer Schöpfungen von Bodenstedt (vorgetragen von Frl. Gündel), Wilhelm Jordan (vorgetragen von Dr. Böcker) und Friedrich Stoltze (vorgetragen von Frau Anna Hill). Friedrich Bodenstedt legte überdies durch eine seiner reizenden Improvisationen Zeugniß ab von der unverwüstlichen Geistesfrische des alten „Mirza-Schaffy", während Wilhelm Jordan durch die ausdrucksvolle Recitation eines Bruchstückes aus „Feli Dora", seiner letzten epischen Dichtung, den Abend verschönte. Bon Seiten vieler auswärtiger Mitglieder waren, theilweise in poetischer Form, Glückwunschschreiben usw. eingelaufen, über deren Inhalt Redacteur D. Saul berichtete. Humoristische Tischlieder waren von den Herren Müller-Amorbach, D. Saul, Ewald Böcker und Max v. Flotow eingegangen. -Ludwigshafen,3.December. Uebereinen Unglücksfall, der sich heute Vormittag auf der pfälzischen Strecke Neustadt- Ludwigshafen ereignete, liegen die folgenden Mittheilungen vor. Heute früh kurz nach 7 Uhr verließ die 17jährige Tochter des zweiten, nächst Haßloch stationirten Bahnwärters das Elternhaus, um ihre beiden jüngeren Geschwister, ein Mädchen von 10 und einen Knaben von 8 Jahren, nach der Schule in Haßloch zu geleiten. Die drei Kinder beschritten den Bahndamm, weil der nach dem Dorfe führende Feldweg wegen des ziemlich hohen Schnees sehr beschwerlich ist. Un- gesähr 300 Meter von der elterlichen Wohnung entfernt gewahrten sie den nach Neustadt gehenden Güterzug. Sie wichen demselben aus, schritten über das Geleise, wurden aber in demselben Augenblick auch schon von dem entgegenkommenden Personenzug 5 Kaiserslautern-Ludwigshafen-Mainz ersaßt und überfahren. Das ältere Mädchen ist lebensgefährlich verletzt, die jüngere Schwester war sofort tobt, nur der kleine Bruder ist augenscheinlich leichter verletzt, so daß Hoffnung vorhanden ist, ihn am Leben zu erhalten. Cin0efan6t Gieße«, 3. December. Mannigfache Mißverständnisse unter dem hiesigen Publikum über den Zweck und das Ziel des neu gegründeten „Theater- Vereins dürften es angemessen erscheinen lassen, nochmals ausführlich und zusammenfassend über dieses Unternehmen zu reden Wie sehr dieser Sache in allen Kreisen Interesse entgegenaebrackt wird, beweist die allseitige lebhafte Betheiligung, und wenn man bedenkt, wie wenig in unserer Stadt bis fitzt für die Kunst - nach eber Rich-ung hin — geschehen, ist eS leicht erklärlich, daß ein olches Unternebmen nicht nur einem großen Bedürfniß abhilft sondern daß fein Zustandekommen von nicht geringer Wichtigkeit für einen Ort wie Siegen ist. Schon die erziehende, bildende Macht der Kunst kann Niemand leugnen, aber ganz besonders darf nicht unterschätzt werden, einen wie versöhnenden Einfluß dieselbe dorr ausüben kann, wo kleinlicher Parteihaß den Frieden einer ernsten Stadt untergrabt, wo mannigfache Verbitt-rung die Glieder derselben einander entfremdet. Wir meinen nicht jene spielende, leichtfertige Kunst die nur zur Verkürzung der Stunden geschaffen, wir meinen jene Kunst die mit ernster, sinnender Stirn über die Erde wandelt die den Menschen erhebt in den Mühen des Alltagslebens, fein Denken verinnerlicht und veredelt, und ihn stark macht zum Kampf, den jeder Tag von ihm fordert. Einer solchen Kunst Eingang in unsere Stadt iu schaff'N, ihr ein bleibendes Heim zu bieten und die w heften Kreise ihres Segens theilhaftig werden zu lassen, ist das schöne Qtel welches sich jene Männer gesetzt, die den oben genannten Verein in» t®6»' Ä 1 »"Et.1“ ^ilettaaten« ton odt vf tniWe “Ti, M W. W< ^Der Verein Amte D-m-n « Vie genannten Beim N-rwhib« no runaen, haben nur i und deren Familien! Bei Wahlen si rtW,unb terer wird aus die § bestehend, kann er Ms seiner MM m Schatzmeister und l stand bilden. Dieses in große Vereins", welche in sammlung (ordentlich werden. Je größer d lereS wird der Veretr so mehr stets wachser uns so beliebten, abei Austiihrmgen wieder Zum Schlüsse Theaters zu dem bei Dlreclor Reiners. daS Unternehmen b< tönne es Herrn Rein daS doch recht gut auswärtigen Kün baran erinnern, daß t Borstellungen zu ver sich nicht zu beklagen besonders für drama der Theater-Verein was Herr Reiners einander gemein, m Freunde für sein besitzt. 10114 E Entscheid! „ ,Wg, 1.$! Kaiserhoch eine letzt auch das Reiche Schuhmachermeisterj Monaten Grsängntß wotftn bat. Mt^ btu ju Gießen sollen öffentlich versteigert 2 Schweine, 12 ÄWeu 1 Poppenscheerc schrank ic. ic, ^versteigern theilweise Ieilgch Motards S, e^unb Wagen ftf-c ?Ester Q A'" Wachs un Salon-Ni Petro A in bekannt einiUiig, 6 b.'«w * Ä ■JiÄ Den 9. in Laubach Vieh- und Krämermarkt. Den 15. in Hungen Vieh- und Krämermarkt. Den 16. in Schotten Vieh-, 17. Krämermarkt. s. 8. 5. I gegeben. Angekleidete Puppen ev c 10114 SO von kV K 5 9755 empfiblt Emil Orbig. 17. in Friedberg Vieh- und Krämermarkt. 31. in Grünberg Vieh- und Krämermarkt. rv s s 6) 0 0 Den Den L O pr» 450 Puppen-Zimmer, Möbel, Küchen und Küchen-Einrich- tungen, Läden, Festungen, Ställe, Theater. Entscheidungen des Reichsgerichts. Leipzig. 1.December. Daß das Sitzenbleiben bei einem Kaiserhoch eine Majestätsbeleidigung in sich schließt, hat jetzt auch das Reichsgericht anerkannt, indem es die Revision des Schuhmachermeisters Gloger aus Glatz gegen ein ihn zu zwei Monaten Gefängntß verurthetlendes landgerichtliches Erkenntniß verworfen hat. Ein viel verbreitetes Leiden gründlich geheilt. Beerfelden, Provinz Starkenburg. Herr Apotheker Richard Brandt, Schaffhausen. Ich fühle mich gedrungen, Ihnen hiermit noch meinen besten Dank auszusprechen für die Wohlthat, die Sie mir durch Ihre Schweizerpillen erzeugt haben. Nachdem ich bereits zwei Jahre an einem hartnäckigen Magenleiden, verbunden mit Magsnkrämpfen, gelitten hatte, wurde ich auf Ihre Pillen aufmerksam gemacht und war meine Gesundheit nach einer ungefähr vierwöchigen Benutzung derselben wieder vollständig hergestellt. Aus diesem Grunde kann ich dieselben jedem Leidenden nur angelegent- lichst empfehlen. Gottlieb Groß, Schneidermeister. (Unterschrift beglaubigt.) Man sei stets vorsichtig, auch die ächten Apotheker Richard Brandts Schweizerpillen (Preis L Schachtel JL 1—) mit dem weißen Kreuz in rothem Felde und keine Nachahmung zu empfangen. Haupt-Depot: «dler-Apstheke inAranksurt a.M., Trierscher Platz. 10106 40141 Ein junger Neufan d- lämder Hund. Prachtexemplar, ist preirwerth zu verkaufen. Metzger Boller, Bahnhofstraße. „ Citronen lowie frisch geschossene Hasen Mpfiehlt 10125 H. Klotz, Mäusburg 17. । Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Freitag Abend 345 Uhr, Samstag Vormittag 880 Uhr, SamStag Nachmittag 3°° Uhr, Samstag Abend 4" Uhr. Laterna Magicas, neueste Constr. Trommeln, Trompeten, Säbel, Gewehre etc. Gießen, den 10 November 1890. Der Vorstand der Kleinkinder-Brwahranstalt. Dr. Naumann, Pfarrer. Ottgel, Gr. Gerichtsvollzieher. Alle Arten Selbst- u. Gesellschafts- Spiele nach Dr.Georgens Froebel. Dr. Richter'sche Holz- und Stein- Baukasten. Sonnenstrasse 25. Verkauf. 10105] Die dem verflorb. Diedrich Lang in G-oHen» Linden gehörende Besitzung, bestehend au^ Wohnhaus, Scheuer, Stallung, Schmiede nebst Grabgarten soll unter der Hand verkauft werden und wollen fich Kauflustige bei den Geben in Großen- Lindeu melden Schaukel- und Roll-Pferde, Puppen- Drück-Wagsn, Massive Leiter- u. Kasten-Wagen etc. 9948 Weankfnrt, 3. December. Marktpreise. Heu 1OO Ko. Jt 5 20-6.60, Stroh JL 4.60-5 20, Kartoffeln JL___ bis 7.50, Butter per Pfd. JL 1.10—1.25, Eier per St. 6-10 H, Roggenbrod 4 Pfd. 45 do. feines 48 gemischtes 6 Pfd. 86 Justus Benner, Schubmachermeister Nittergaffe 16 — Marktstraße 3». Bekanntmachung. Aufschrift der Postfenduugen. Zur Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der Postsendungen müssen auf denselben Empfänger und Bestimmungsort so genau bezeichnet sein, daß jeder Ungewißheit vorgebeugt wird. Dabvi sind namentlich folgende Punkte zu beachten: 1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der Auffchrist die Grössen Gelenkpuppen verketz*. Ctmb* — Im Monat December 1890 finden in Oberhessen folgende MArkte statt: Den 9. in Nidda Vieh-, 10. Krämermarkt. Den 9. und 10. in Gießen Vieh- und Krämermarkt. — Wir hab^ii s. Z. über die große landwirthschaftliche Ausstellung, welche die Deutsche Landwirthschafts-Gesellschaft im Juni d. I. zu Straßburg i. E. abgehalten hat, berichtet. Mittlerweile hat auch die Deutsche Landwirthschasts-Gesellschaft die Hauptprüfung der auf erwähnter Ausstellung eingelieferten Maschinen zur Obstwein- und Weinbereituna und zwar vom 5. bis 11. October zu Colmar durchgeführt und das Ergebniß bekannt Christbescheerung der Kleinkinder - Bewahranftalt. Am 4 Adventssonntag, den 21. December d. I... soll die Christdescheeraug für die Kinder unserer Anstalt stattfinden. Wir haben für beinahe 200 Kinder den Christbaum zu schmücken und den Tisch mit Gaben zu decken. Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder und bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn u. dergl, besonders aber auch an (Selb, das uns die gleichmäßigste Beschwerung für unsere Kleinen ermöglicht, zuwenden zu wollen. Fst. grobkörnigen [10140 Freitag den 5. d. M., Nachmittags 2 Uhr, in der früher Bramm'schen Hofraithe tu Gießen sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 2 Schweine, 12 Gänse, 1 Stoßkarren, 1 Ladeneinrichtung, 1 Sopha, 1 Schreibtisch, 1 Weißzeugschrank, 1 Commode, l Pappenscheere, 1 Break, 1 Cassa- schrank rc. rc. Die Versteigerung findet voran-- sichtlich theUweise statt. Als Weihnachts-Geschenke empfehle besondere Neuheiten in Ballblumen, Nüscheu, Boa-, Schleifen, CollierS-Bändchen, Schleiern, Tüllen und gestickten Kleidern für Damen und Mädchen in großer Auswahl. 10037 A. Fangmann. Drei junge Rattenpinscher, ein großer Hofhund preiswerth zu verkaufen. 10128_________Hote^Prinz «arl. Gafferdirdte Pferde-, Wa« Schauspiels „Aus 1 n war. Nach einem nes Pröltz, über die' ellerverbandes wurde welches, durch Rede uf genommen.' Den v. Kotow auf die ibmig Fuld (Mainz) md erwidert wurde; ctoT Gz. Lang auf den demnächst von , Johannes Prölh, lt der Abend durch n Bodenstedt (vor- fordan (vorgetragen orgetragen bon $rau Überdies durch eine ab von der unter- r-SchaU, während Ue Reeitation eines iten epischen Dichtung, er auswärtiger Mit- Form, Glückwunsch- n Inhalt Red« Heber waren von den >ald Böcker und Ma^ Geschäfts Eröffnung. Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich unterm Heutigen MLarkl*tra**e JVr. 84 in Verbindung mit meinem Maßgeschäft eine Schuhwaaren-Han-lung errichtet habe. — Gestützt auf langjährige Erfahrungen, sowie durch Verbindung mit den bedeutendsten und günstigsten Bezugsquellen bin ich in den Stand gesetzt, allen Anforderungen der Neuzeit entsprechen zu können. Bei der grövtcu Auswahl von den einfachsten bis zu den elegantesten Schuhwaaren für Herren, Damen und Kinder, zu der jeweiligen Jahreszeit paffend, werde ich doch der Anfertigung nach Maß, sowte auch den Reparaturen wie seither die größte Sorgfalt widmen. Es wird mein Bestreben sein, auch in meinem neuen Unternehmen die mich beehrenden Kunden in jeder Messe streng reell, gut und billig zu bedienen und halte ich mich bei eintretendem Bedarf bestens empfohlen. M 3. Dtcrwber. w*’. rfl„. Publikum dllu 6 ff Theater- 1 lasst"',zu rebeo- Äis-T 'wÄ- rü w1,4iiW Ä bU de- ' a>a-dett' se'n W .^ siadt t f-w u. u-fece „ie- ffw Grosse Weihnachts- Ausstellung in Kinderspiel Waaren Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorftandsdamen gelangen zu lassen: Fräulein Amalie Bansa (Nordanlage 41), Frau Oberbürgermeister Bramm (Gmnbergerstraße 1), Fran v?. Brüel (Neuen Bäue41), Frau Amtsrichter Gebhardt (Garten- straße 15), Fräulein Emilie Langermann (Südanlage 21), Frau Pfarrer Naumann (Südanlage 8), Frau Louise Ottens (Bismarcksiraße 11), Frau Auguste Schwan (Seltersweg 64), Fräulein Louise Wortmann (Asterweg 16). Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben |in Empfang zu nehmen. Wohnung des Empfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist es von Wichtigkeit, daß die Wohnungsangabe stets an derselben Stelle der Auffchrist, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung des Empfängers, der Po st bezirk (0., N., NO. rc.), in welchem die Wohnung sich befindet, hinter der Ortsbezeichnung „Berlin" zu vermerken. Gibt es mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Post» verkehr als maßgebend anzufehen sind, ergibt sich aus dem „Ver- zeichniß gleichnamiger oder ähnlich lautender Postorte", das zum Preise von 10 Pf. durch Vermittelung jeder Reichs-Postanstalt bezogen werden kann. Wenn der im Reichs-Postgebiet belegens Bestimmungsort zwar mit einer Postanstalt versehen, dessenungeachtet aber nicht als allgemein begannt anzunehmen ist, so empfiehlt es sich, die Lage des Orts in der Aufschrift der Sendung noch des Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet sich die Angabe des Stagtes und bei größeren Staaten des politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. s. w.), in welchem der Bestimmungsort belegen ist, oder auch die Angabe von größeren Flüssen l(Oder), (Elbe), (Rhein), (Main) zc.J, oder von Gebirgen l(Harz), (Riefengebirge) rc.). Nicht minder sind zusätzliche Bezeichnungen, wie s(Thüringen), (Altmark), (Lausitz) rc.) für den Zweck geeignet. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem eigentlichen BestiTmnungsorte noch diejenige Postanstalt anzugeben, von welcher aus die Bestellung der Sendung an den Empfänger bewirkt werden bez. die Abholung erfolgen soll. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremden Nach diesem ist die höchste Auszeichnung, welche für die gebräuchlichsten Keltern d. h. solche ohne Federdruck audgesetzt war, der erfie Preis von 150 Mk. von den bekannten Obst- und Trauben- Preßapparaten »Hercules^ der Firma PH. Mayfarth & Eo., Fabriken landwirlhschaftlicher Maschinen in Frankfurt a. M., Berlin N, Wien II und London E C, errungen worden. Wie beträchtlich diese Keltern den anderen um dm gleichen Preis concurdrenbcn überlegen sind, ist ouS der tabellarischen Ausstellung ersichtlich, welche den Ausweis über Betriebskraft, Arbeitszeit und Leistung der einzelnen Kellern enthält und werden wir darauf später noch näher dngehen. Unter Freunden wird der vorzügliche HollLnd. Labak allseitig empfohlen, 10 Pfd. fco. 8 Mk. nur direct bei B. ®e»tt in Seese« a. Harz. 156 Sitmmtliche LWMsllUMM! kaust man am beste» und am billigste« bci [10053i Fr. Seibel. Seidenstoffe (schwarze, weißeussarbige) v. 95 Pfg. bis 18.65 p. Met. — glatt, gestreift und gemustert lca 380 versch. Qual.) u. 2500 verseh Farben — versendet roben- u. stückweise porto- u. zollfrei das Fabrik-Depot G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.), Zurich. Muster umgeh. Dopp. Briefporto nach d. Schweiz. 8133 Aeikgeöolenes. Motards Stearinkerzen in Kronen- und Tafellichtform, Renaissance-Kerzen in Wachs und Stearin, Wagenkerzen bester Qualität, Christbaum-Kerzen in Wachs und Stearin, Salon-Nachtlichte, Petrolenni in bekannter Güte, Salon-Petroleum, ftystallhell, gänzlich gefahr- und geruchlos brennend, Kaiser-Oel in rother Farbe, gänzlich gefahr- und geruchlos brennend,. Feinstes Ligroine für Gasöllampen, hell und weiß brennend, Kryftall-Oel für Nachtlampen und Taschenlaternen empfiehlt 10131 Wilhelm Orbig, Marktplatz 7. Teltower Rübchen, Pariser Kopfsalat, Neue Apfelsinen, 9714) Ein großer Aasteebrenner I 9856] AanarterrbS-el ff. Sänger), billig abzugeben. Bahnhofstraße 11. | verkauft L. Rolost Waüthorstr. 58. Neues Theater, Giessen 10115 Bekanntmachung Südanlage T. 10108 10126 [10120 Gießen, den 3. December 1890. 10127 r—— Geriebene Mandeln ••••$ Gießen, 4. December 1890. 10138 W Meyer Gefl. Bestellungen werden frei ins Haus geliefert. 3% Reichsanleihe vermiet' 1C041J E. Mädchen empf. s- t Weitz- j iiflttSfipn u .frfHhprm. (Kherftrafie 4, III. Reichsbauk-DiScont 5 ii ii , 1: p 1: „ 1 n 1 » V N Ä n 25 „ 24 l'tfolgf Saufe Amstag den Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch A bh'nte”t,bf' Ä“ 5 nft?'»elfte i •,wÄin ■Sirteger1* fci Ute Kn A 8c; o rS ?,r65le [ II «n $ Freitag den 5. TecemLer. Gietzenev AnzerAev. Beilage zu Nr- 284. - isvo. »fischr feinte ^%e8> £v*b'Affine, ssy. --Ns. «-Buch-, Wiat ^tasweg 53 ■ Lager GesangbücWn, für jedes Alter, bester Ausstattung, Qgerahmten Photo- und Oelbildern. le Folio und Royal i franco. [10124 und die Wm heuren Sohnes, t Dank lilir Kurz [10120 itetbliebeneit: er. Arber die Hrsfische Einkommensteuer und die Preußische Steuerreform berichtet der „Darmst. Tgl. Anz.": In der vor Kurzem veröffentlichten Kundgebung des ^andesausschusses und der nationalliberalen Fraction Zweiter Kammer ist u. A. auch die Fortbildung des directen Steuerwesens als eine wichtige Aufgabe des bevorstehenden Landtags i erklärt worden. Nachdem inzwischen die dem Preußischen | Landtage vorgelegten Steuergesetzentwürfe näher bekannt geworden sind, erscheint es von Interesse, zunächst die Besteuerung des Einkommens, wie sie sich nach Maßgabe des in Hessen gültigen Gesetzes und nach dem Preußischen Entwürfe gestaltet, einer Vergleichung zu unterziehen. Man wird dabei finden, daß von den in der erwähnten Kundgebung ausgestellten Zielen dasjenige der Entlastung der unteren Klassen in dem Preußischen Entwürfe sich bereits in nicht geringem Maße verwirklicht zeigt, wie ja auch seither schon die Klassensteuer in Preußen erst bei einem Einkommen von 900 Mk. erhoben wurde, während bei uns schon Einkommen von 500 Mk. auswärts einkommensteuerpflichtig sind- Dazu kommt, daß der Preußische Entwurf auch eine viel weitergehende Berücksichtigung der individuellen Leistungsfähigkeit ermöglicht als das Hessische Gesetz, welches eine solche überhaupt nur bei Einkommen I unter 2600 Mk. und auch hier bloß insoweit gestattet, daß der Pflichtige lediglich in die zunächst niedrigere Klaffe eingereiht, falls er in die unterste Klaffe eivgeschätzt war, auch ganz sreigegeben werden kann. Der Preußische Entwurf gestattet bei einem Einkommen von höchstens 3000 Mk. eine Ermäßigung um 3, bei einem solchen von höchstens 6000 Mk. eine Ermäßigung um 2 Steuerstufen und bestimmt überdies, daß bei allen nicht über 3000 Mk. eingeschätzten Pflichtigen für jedes nicht selbständig zu veranlagende Familienglied unter 14 Jahren 50 Mk. an dem Einkommen in Abzug zu bringen sind. Als ein weiterer wesentlicher Vorzug des Preußischen Entwurfs ist sodann die jährliche Steuererklärung anzusehen, zu welcher die Pflichtigen mit mehr als 3000 Mk. Einkommen ohne Weiteres verbunden sind, während diejenigen mit geringeren Einkommen durch besondere Aufforderung dazu angehalten werden können. Bekanntlich hat die Zweite Kammer des Hessischen Landtags bei Berathung des 1884er Einkommen- ; fteuergesetzes die gleiche Declarationspflicht einsühren wollen, i indessen mußte sie bei dem Widerspruche der Großh. Regierung I und der Ersten Kammer, um das Zustandekommen des Gesetzes | zu ermöglichen, davon abstehen. Auch diese Forderung wird ; in der mehrerwähnten Kundgebung wieder aufgestellt und es 1 steht zu hoffen, daß der Preußische Vorgang ihre Verwirklichung nunmehr erleichtern wird. Was die Progression betrifft, deren weitere Ausbildung nach oben die nationalliberale Kundgebung ebenfalls verlangt, so hat s. Zt. auch in diesem Punkte die hessische Zweite | Kammer nachgeben müssen, denn die Erste Kammer hatte schon die Regierungsvorlage, nach welcher die Progression bei einem Einkommen von 30000 Mk. aufhören sollte, für zu weitgehend erklärt und ihre Zustimmung zu dem Gesetze davon abhängig gemacht, daß die Grenze aus 20 000 Mk. heruntergerückt würde. Allerdings kann der preußische Entwurf hier nicht zur Unterstützung geltend gemacht werden, denn erschließt die Progression schon bei einem Einkommen von 10500 Mk. ab. Ob in dieser Beziehung das Gesetz nicht doch in einer den Geboten der Gerechtigkeit mehr entsprechenden Weise aus -en Berathungen hervorgehen wird, muß vorläufig dahingestellt bleiben. Eine Vergleichung der hessischen und preußischen Einkommensteuer kann die besondere Besteuerung des Capital- renteneinkommens, wie sie für Hessen im Jahre 1884 eingeführt wurde, selbstverständlich nicht außer Betracht lassen. In Preußen besteht dieselbe nicht und auch die neuen Reform- Entwürfe sehen von einer besonderen steuerlichen Heranziehung der Capitalrente ab. Die Begründung dieses Verhaltens erscheint indessen wenig zutreffend. Wenn der preußische Finanzmimster dem Zweck der besonderen Capitalrenten- besteuerung durch bessere Einkommensteuerveranlagung infolge der Declarationspflicht und durch die Rückwirkung der Erbschaftssteuererhebung zu genügen glaubt, so ist einmal zu beachten, daß ja diese beiden Maßregeln nicht nur die Einkommen aus mobilem Capital und dieses selbst, sondern alle Einkommensquellen und alle Arten von Vermögen unterschiedslos treffen. Ferner aber ist nicht zu übersehen, daß die Erbschaftssteuer für weitaus die meisten Erbfälle, nämlich für die Uebergänge von einem Ehegatten auf den andern und von Ascendenten aus Descendenten eine so mäßige ist (ein halbes Procent), daß beispielsweise die hessische Capitalrenten- fteuer in ihrer gegenwärtigen Höhe von 1,36 pCt. der Rente, wenn man 4pCt. als durchschnittliches Capitalerträgniß annimmt, schon in etwa 91/2 Jahren jenem Satze gleichkommt, sodaß also in einem Menschenalter von 33 Jahren der hessische Pflichtige Zi/zwal den Steuerbetrag zahlt, welcher nach dem preußischen Erbschaftssteuerentwnrfe in den meisten Fällen beim Erbgang einmal entrichtet werden muß. Der Mangel einer besonderrn Heranziehung des Einkommens aus mobilem Capital gegenüber der für Einkommen aus Grundbesitz und Gewerbe auch in Preußen bestehenden besonderen Besteuerung erscheint demnach als eine bedenkliche Lücke in der preußischen Steuerreform, n.rd die höheren Steuersätze in den mittleren und oberen Eiukommensstufen können schon deshalb nicht dagegen ins Feld geführt werden, weil sie ja ebenfalls für Einkommen aller Art und nicht bloß für solche aus Capitalrente gelten. Dies vorausgeschickt, bringen wir im Nachfolgenden eine vergleichende Zusammenstellung, welche einer weiteren Erläuterung kaum bedürfen wird. Wir bemerken lediglich, daß als Einkommensstufen die Mittelsätze der hessischen Einkommensklaffen gewählt sind, und daß die hessischen Steuersätze nach den dermalen gültigen Steuerausschlägen von 16resp. 17 Pfg. auf die Mark Einkommen- resp. Capitalrenten-Steuercapitalien berechnet f nd. Jahres st euer hiervo n Ein nach dem Hessische« Gesetz nach dem Preußischen wenn das Einkommen nicht aus (Kapitalrente stammt wenn es aus Capital- Rente stammt, außerdem Entwuri, kommen alsdann Gesammt- steuer- betrag einerlei aus welchen Quellen das Einkommen stammt JL JL JHk v4L 550 x 4,80 7.48 12,28 — 675 7,20 9,18 16,38 — 825 9,60 11,22 20,82 — 1000 10,80 13,60 24,40 6,00 1200 16.0(N 16.32 32,32 9,00 1400 20,00 19,04 39,04 16,00 1600 24,00 21,76 45,76 21,00 1850 28,00 25.16 53,16 31,00 2150 33,60 29,24 62,84 36,00 2450 39,20 33,32 72,52 45,00 2700 44 80 36,72 81,52 45,00 3050 50.40 41,48 91,88 54,00 3400 57,60 46,24 103,84 78,00 3800 65,60 51,68 117,28 92,00 4250 74,40 57,80 132,20 120,00 4750 84,80 64,60 149,40 135,00 5250 95.20 71,40 166,60 150,00 5750 106,40 78,20 184.60 165,00 6250 117,60 85,00 202,60 180,00 6750 128,80 91,80 220,60 195,00 7250 140,00 98,60 238,60 210,00 7750 151,20 105,40 256,60 226,00 8250 163,20 112,20 275,40 242,00 8750 174,40 119,00 293 40 258,00 9250 186,40 125 80 312,20 276.00 9750 199,20 132,60 331,80 300,00 10500 212,80 142,80 355,60 300,00 11500 237,60 156,40 394,00 330,00 12500 264 00 170,00 434,00 360,00 13500 290,40 183,60 474,00 390,00 14500 317,60 197,20 514,80 420,00 15500 345,60 21080 556,40 450,00 16500 374,40 224,40 598,80 480,00 17500 403,20 238,00 641,20 510,00 18500 433,60 251,60 685,20 540,00 19500 464,00 265,20 729,20 570,00 20500 512 00 278,80 790,80 600,00 21500 566,60 292,40 859,00 630 00 30500 768,00 414,80 1182,80 900,00 - 50500 1280,00 686,80 1966 80 1500,00 100500 2560,00 1366,80 3926,80 3000,00 300500 7680,00 4086,80 11766,80 9000,00 Aeohte Nürnberger Lebkuchen Nrwwer H zu Fabrikpreisen bei 1890, December ber3 n $1 h - ■a I ■ 10058 Emst Bloedner.j SS -r •** Pult- und Bettvorlagen, Angorafellen etc. etc. Wheilung, daß Schwägerin und Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag- Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Lramstag Dienstag Mittwoch Dienstag Mittwoch kaust man in der Drogenhandluieg von Otto Schaaf, Seltersweg 39. Das Geschäft ist bis zu den Feiertagen auch Sonntag Nachmittags offen. [10024 3ur Confeet- Bäckerei 90-30 9340 79 80 MtsB- -r 1890- Ausverkauf von Polsterrnobew. Wegen Bauveränderung meines Lagers gebe ich 16 eomplete Polstergarnituren, sowie 30 St. Sopha und Divan in modernster und solider Ausführung in Seide-, Frise-, Plüsch- und Gobelinstoffen, sowie mehrere Speise- und Schlafzimmerrinrichtungen in Eichen und Nußbaum zu Fabrikation-Preisen ab. [7640 Möbelfabrik von Csrl Srückrath, Asterweg 47. 10032] Ein gebrauchter, sehr guter Schlitten und ein gebrauchtes Halb- tzt rbeck bei A. Kilbirrger, SelterSweg 19. iebenen: „ich ßtbtt. 10138 ,ren Leid« M1 Bekanntmachung. Bei der unterzeichneten Kasse sind zum Erheben der Zinsen für 189« von eingelegten Capitalien folgende Zahltage festgesetzt worden: Wik Ortest oui Für Weihnachten empfehle mein reichaffortirtes Lager in Teppichen und Vorhängen, Tischdecken und Reisedecken Wollenen Bettdecken, Goldene und silberne Taschenuhren. 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Januar 1891 . an verrinsi. 1 Es brauchen hiernach alle diejenigen Einleger, welche die Zinsen nicht baar erheben wollen, an den vorgenannten Zahltagen Nicht zu erscheinen, die Wahrung der zugeschriebenen Zinsenbeträge in den Einlagebüchern kann vielmehr ganz gelegentlich im Laufe des Jahres 1891 ' erfolgen Gießen, am 22. November 1890. Der Rechner der Spar- u. Leihkasse Gießen 10055 Gebrüder Adnmiy 14 Mäusburg 14. Zur Kuchen- Bäckerei feit Jahren anerkannt feinste Doering. Knaben- und Mädchen- Schul-Tornister von vM 150 an, Lederranzen von 3L 3.— an per Stück, größte Auswahl zu billigsten Preisen. [99U5 A. Obinger, L. SennerS Nachflgr., Seltersweg 19 9526 Sf X XXy xX Apostelbräu hell! r ("Allgemeine Renten-Anstalt Stuttgart. I , Gegründet 1833. - Uder Aussicht der Kgl. Kt-atsregirrong. $ © © 10068 9709 Atelier Gebr. Müller. Seltersweg 19 -908 Südanlage. 9717 »590 schein. Frankfurterstraße 53. miethen 9504] Ein gut erhaltener Amerikaner« Bedingungen. 7561 B.H.atzen8tein»©4iHerflr.27. 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