Nr. 30. Mittwoch den 5. Februar 1890 Der chtehener Anzeiger krscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener P«mitte«VkL1ter werden dem Anzeiger «ScheMlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Unzeiger. Vierteljähriger ZSsnnemeatspreisi 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expediti« und Druckerei: Kch»tßr«SeAr.7. Fernsprecher 51. Amts- rind Anzeigeblatt für den Nreis Gieren. 'innahm. °°n «nz.izen zu d« N°chmin°g, für ta, i rttfis6eitaqc: chießener Kamifleußfötfer. folgenden Tag erscheinenden Nummer bi5 Dorm. 10 Uhr. ■-? ö Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Tbeil. Gießen, den 1. Februar 1890. Betr.: Die Vertilgung der Raupennester. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh Bürgermeistereien hezw. Loeal- polizeibeamten deS KreiseS. Wir beauftragen Sie, in Ihren Gemeinden unter Hinweis auf § 368, pos. 2 des Reichsstrafgesetzbuchs und Art. 80 des Feldstrafgesetzes zur Vertilgung der Raupennester an Bäumen, Sträuchern und Hecken unter dem Bemerken öffentlich aufzufordsrn, daß gegen diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht längstens bis zum 1. April l. I. entsprochen haben werden, aus Grund der genannten Gesetzesstellen Anzeige erhoben, sowie daß die Vertilgung aus Kosten der Säumigen angeordnet werden würde. Wir erwarten, daß Sie die Feldschützen bei Erfüllung ihrer Obliegenheiten in dieser Beziehung überwachen und die bezüglich der säumigen Baumbesitzer anzuordnende Reinigung alsbald nach Ablauf des Termins anordnen, sodaß die Säuberung bis zum 15. April überall vollständig ausgesührt ist. Außerdem ist gegen die Säumigen Anzeige zur Feldrüge nach § 368, pos. 2 des Strafgesetzbuchs zu erheben- Aus den der Gemeinde gehörigen Grundstücken wollen Sie die Säuberung von den Raupennestern aus Gemeindekosten alsbald vecanlaffen. Wenn hiernach auch jeder Baumbesitzer selbst zur Vertilgung der Raupennester verpflichtet erscheint und dieselbe gegen ihn erzwungen werden kann, so empfiehlt es sich doch viel mehr, wie es in manchen Gemeinden üblich ist, daß die Gemeinde die Vertilgung in die Hand nimmt. In den betreffenden Gemeinden, welche diesen Weg eingeschlagen haben, werden taugliche Personen bestellt, welche aus Kosten der Gemeinde und unter Aufsicht des Ortsvorstandes die Säuberung der Bäume vornehmen, wodurch eine bedeutend größere Garantie für eine gründliche Reinigung geboten wird. Wir können Ihnen dieses Verfahren nur empfehlen. Ihrem Berichte, daß in Gemäßheit vorstehender Verfügung die Vertilgung der Raupennester erfolgt ist, sehen wir bis zum 15. April d I- entgegen. v. G a g e r n Politische Ueverftcht. Gießen, 4. Februar. Der Wechsel im preußischen Handelsministerium giebt der Tagespreffe noch immer Anlaß zu allerhand Erörterungen und Muthmaßungen über die Vorgeschichte wie über die Folgen des Ereignisses. Es kann in ersterer Beziehung indessen wohl kaum einem Zweifel unterliegen, daß die Berufung des Herrn v. Berlepsch an die Spitze des Handelsministeriums durchaus im Sinne des Fürsten Bismarck erfolgt ist und eine Berliner Meldung bestätigt denn auch, daß der Reichskanzler selbst dem Kaiser Herrn v. Berlepsch als neuen Handelsminister empfahl. Was aber die etwaigen politischen Wirkungen dieses Ministerwechsels anbelangt, so herrscht nur eine Stimme darüber, daß derselbe von hervorragend socialpolitischer Bedeutung sei, und zwar speciell in der Richtung eines Ausbaues der Arbeiterschutzgesetzgebung. Bis jetzt haben die verbündeten Regierungen aus practischen Erwägungen gegenüber den wiederholt geäußerten Wünschen des Reichstages nach energischerer Förderung der Arbeiterschutzgesetzgebung stets eine ablehnende Stellung eingenommen und Fürst Bismarck selbst mochte sich wohl scheuen, in Hinblick auf seine anderwärts schon so sehr in Anspruch genommene Thätigkeit nun noch die schwierige Frage der vollständigen Regelung der Arbeiterschutzgesetzgebung in Angriff zu nehmen. Es scheint nun, daß mit dieser schwierigen Aufgabe der neue Handelsminister betraut werden sott, da er als ein warmer Befürworter eines reichsgesetzlichen Vorgehens aus dem Gebiete des Arbeiterschutzes gilt und sicherlich wird Herr v. Berlepsch hierbei auf die Sympathien und Unterstützung aller parlamentarischen Parteien zählen dürfen. Die Abkunft, durch welche der zwischen Preußen und den thüringischen Staaten bestehende Zoll- und Steuervertrag bis 1. April 1893 verlängert wird, ist jetzt veröffentlicht worden. Die bezügliche Vorlage wurde kürzlich im preußischen Abgeordnetenhause einstimmig genehmigt. Unter der Studentenschaft der Universität Neapel herrscht eine hochgradige Gährung, über deren Ursache noch nichts Genaueres bekannt ist, die aber schon wiederholt Ausschreitungen der Studirenden veranlaßt hat. Dieselben erforderten schließlich polizeiliches Eingreifen und am Samstag besetzte sogar eine Abtheilung Militär in Begleitung eines Polizeibeamten die Umgebung der Klinik. Die versammelten Studenten (Mediciner) rissen dem Beamten die Schärpe herab, woraus es zu einem Zusammenstoß zwischen ihnen und der Wache kam, doch zog dieselbe wieder ab, nachdem sich der Vorstand der Klinik für die Aufrechterhaltung der Ordnung verbürgt hatte. Trotzdem beharrt der akademische Rath aus Schließung der Universität und sollten die bei den früheren Demonstrationen verhafteten Studenten am Montag vor Gericht erscheinen. Die Vorgänge in Neapel haben auch auf die römische Studentenschaft zurückgewirkt, denn am Samstag Abend versammelten sich im Hofe der Universität zu Rom 500 Studenten und beriechen über die angesichts der Studenten-Demonstrationen in Neapel zu beobachtende Haltung. Nachdem Professor Ferri die Anwesenden zur Ordnung ermahnt, faßten dieselben einen gegen die polizeiliche Besetzung des Universitätsgebäudes zu Neapel protestirenden Beschluß. Private Berichte aus Zanzibar melden, daß sich das Befinden Emin Paschas jetzt täglich bessere und ist demnach gegründete Hoffnung vorhanden, daß er seinen gefährlichen Rückfall wieder überwindet. Emin beschäftigt sich seit einiger Zeit auch ernstlich mit seiner Zukunft und heißt es, daß er die ihm vom Khedive Tewfik Pascha angebotene Stelle eines egyptischen Civilgouvernenrs für den östlichen Sudan in Suakin dankend abgelehnt habe, da er beabsichtige, wenn irgendmög- lich, nach Wadelai zurückzukehren. Inwiefern die weitere Nachricht zutrifft, Emin Pascha unterhandele bereits mit der deutschen Regierung, damit sie ihm zur Ausrüstung seiner geplanten Expedition behülflich sei, läßt sich jedoch noch nicht beurtheilen. Die Engländer wollen den innern Hafen der unter ihrem Schutze stehenden ostafrikanischen Küstenstadt Mombasa in einen Marinehasen umwandeln. Admiral Freemantle lief dieser Tage mit elf Kriegsschiffen in genannten Hafen ein und constatirte, daß er für die doppelte Zahl bequem Platz biete. Deutsches Reich. Darmstadt, 2. Februar. Das gestern ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 4 enthält: 1. Allerhöchste Verordnung, die Ausfiihrung des § 66 des Reichsmilitärgesetzes betreffend. 2. Allerhöchste Verordnung, die Ausübung der Fischerei im Neckar betreffend. 3. Allerhöchste Verordnung, den Verkehr mit explosiven Stoffen betreffend. Darmstadt, 3. Februar. Nr. 1 des Amtsblattes des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, enthält Ausschreiben d. d. Darmstadt, am 24. Januar 1890, betreffend die Anwendung des § 362 des Reichsstrafgesetzes, hier die Festsetzung der correctionellen Nachhast. Berlin, 2. Februar. Bekanntlich beabsichtigt der Kaiser, den diesjährigen Herbstmanövern des 5. und 6. Armeecorps beizuwohnen und dabei einen achttägigen Aufenthalt in Breslau zu nehmen. Die Manöver des 6. Armeecorps sollen in der Umgegend von Breslau und die Parade in der unmittelbaren Nähe der Stadt stattfinden. Es ist Aussicht vorhanden, daß die Kaiserin ihren Gemahl nach Breslau begleitet. Bereits wird ein Fest, das die Provinz dem Kaiserpaar — wohl wieder in den Räumen des Museums — geben will, geplant. Außer in Breslau wird der Kaiser voraussichtlich auch in Liegnitz einige Tag^ Feuilleton Naturgenuß. Man schätzt die Güter dieses Lebens am meisten, wenn man sie eine Zeitlang genossen hat und danach entbehren muß. Darum ist auch der Winter die rechte Zett, von Naturgenutz zu reden. Zwar auch im Winter ist die Natur an Schönheiten reich, aber die meisten Menschen kommen doch in der kalten Jahreszeit recht selten dazu, sie zu genießen. Im Sommer ists besser. Aber Hand aufs Herz, erfreuen sich im Sommer die Menschen so viel an Gottes Schöpfung, wie sie könnten? Nein, und abermals nein. Die meisten Leute haben eine wahre Sucht nach Freude, jagen allen Gelegenheiten, sich zu vergnügen, nach- aber die Freude an der Natur, wie viel sie auch von den Dichtern und Weil en^ gepriesen und empfohlen wird, wissen doch recht viele Menschen nicht zu finden. M . Wer ans dem Lande lebt, hat die Natur den ganzen Tag und das ganze Jahr um sich- und gerade darum lernt er meist nicht, sie zu genießen- sie ist ihm etwas Alltägliches. Die Städter haben viel bessere Augen für Naturschonhetten, wenn sie nach der Arbeit in dumpfen Räumen enger Gassen aus den Stadtthoren herausströmen und an den Wundern von Feld und Wald, Strom und Berg sich erquicken. Aber der größte Theit von ihnen, der unbegüterte Thett,kann nur Sonntags in die freie Natur Hinaus, und das hat manche Uebelstände. Es bedeutet Ueberfüllung der Schiffe und Eisenbahnen, der Wege und Wirtschaften. Durch die aroßen Schaaren Menschen, die man an den schonen Platzen überall trifft, unter denen sich auch gewöhnlich einige weniger liebenswürdige Vertreter unserer Gattung befinden, wirw der Naturgenuß sehr beeinträchtigt. Wer ein Buch, ein Kunstwerk, einen Menschen recht genießen will, muß mit ihm allein sein- so ists auch mit der Natur. Einige Angehörige oder Freunde hindern uns nicht, aber eine lärmende Schaar Unbekannter lenkt uns ab und verdirbt die Stimmung. Dazu kommt noch ein Zweites: Sonntags zieht man gute Kleider an. Das ist eine schöne, sinnige Sitte. Aber sie kann ausarten. Wer hätte nicht beobachtet, wie die sonntäglichen Spaziergänge und Ausflüge von eitlen Menschen beiderlei Geschlechts zu einer Vorführung der Sommermoden benutzt werden, die zwar unserer Bekleidungsindustrie nach dem Herzen ist, aber den Naturgenuß doch vermindert. Wer bei jedem Schritt auf seine Garderobe Acht geben muß, kann sich der Natur nicht halb so sehr freuen, wie jener, welcher auch einmal laufen und springen kann, auf ein wenig Staub oder Straßenschmutz nicht Acht geben, sich durch Gebüsch und Gestrüpp schlagen darf. Wer fein gekleidet ist, muß sich bei jedem Negenwölkchen in eine Wirthschaft retten, und dann verwandelt sich das „Naturkneipen" gar leicht in Bierkneipen. So kommt es denn, daß die „Mutter Natur", die „Mutter Erde" für viele Städter nichts mütterlich Trautes bleibt, sondern etwas Fremdes, welches sie gelegentlich besehen, das ihrem Herzen, ihrem Geiste und auch ihrem Leibe nur wenig von den versteckten Schätzen gibt. Und das ist ein großes Unglück. Was ließe sich dagegen thun? Von allen Besserungsvorschlägen gefällt uns der Plan von Gartengenoffenschaften am besten, den uns ein Naturfreund mittheilt. Unsere großen Städte sind im nächsten Umkreise mit Feldern umgeben. Das ist bei den jetzigen Transportverhältnissen nicht nöthig- Korn, Kartoffeln und der Rest können ohne Schaden aus der weiteren Umgebung bezogen werden. Diese Felder sollten in Gärten verwandelt werden. Wohlhabende Leute sollten es sich zur Ehrensache machen, Gärten zu besitzen oder zu pachten- sie geben jetzt ihr Geld oft für Dinge aus, die ihnen weniger nützen, und könnten in diesen Gärten mancher Badereise vorbeugen. Aermere Leute könnten sich auch kleine Gärten pachten, wenn sich Unternehmer genug fänden, die ihre Felder in kleine Gärtchen, jedes mit einer Laube, umwandelten und diese verpachteten. Da sie daraus aber nicht warten können, sollten sie sich zu Gartengenoffenschaften zusammenthun, Felder kaufen, einzäunen und dieselben unter dem Beirath eines Landschaftsgärtners in kleine Theile theilen. Diese Theile würden dann an die Meistbietenden oder an die Mitglieder verpachtet. Aus die Einzelheiten des Planes können wir nicht eingehen, der Gedanke kann ja auch aus mannigfache Weise ausgesührt werden. Wenn erst einmal der Wunsch nach solchen Gärten in vielen Menschen lebhaft erwacht, wird man auch Mittel und Wege zur Ausführung finden. Ein größeres Bedürfniß nach Naturgenuß zu erwecken, ist eine gemeinnützige Ausgabe, denn hier ist Bedürsnißlosigkeit ein Uebel. _____________ * Wachtmeister beim Rekrutenreiten: „Halten Sie sich gerade, Müller, und legen Sie die Arme an! Der rechte Arm muß einen rechten, der linke Arm muß einen linken Winkel bilden." * Zuvorkommend. „Wenn ich um zehn Uhr nicht zu Hause bin, liebe Frau, brauchst Du nicht mehr aus mich zu warten." — „Fällt mir auch gar nicht ein- wenn Du um neun Uhr nicht da bist, bol ich Dich!" * Genügsam. Mutter (zu ihrem kleinen Söhnchen): „Ich glaube, Du kannst noch nicht bis drei zählen!" — Sohn: „Aber, Mama, ich will doch auch gar kein Genie sein!" '* * Bertheidiger: „Allerdings hat der Angeklagte die Würste gestohlen, aber nicht in diebischer Absicht." residiren, da in der dortigen Gegend die großen Manöverübungen der beiden Armeecorps gegeneinander beabsichtigt sind. Wie das „Liegnitzer Tageblatt" erfährt, hat bereits ein Hofmarschall die Räume des Liegnitzer königlichen Schlosses im Hinblick aus die Ausnahme des Kaisers und seines Gefolges besichtigt. Berlin, 3. Februar. Der Kaiser ließ sich am verflossenen Montag die Cadetten aus Großlichterselde, die im Frühjahr in die Armee eintreten sollen, vorstellen und hielt, der „Nat.-Ztg." zufolge, eine Ansprache, in der er daraus hinwies, daß wir in einer ernsten Zeit leben, in welcher an jeden Einzelnen die höchsten Ansprüche gemacht werden müssen. Einfachheit und Mäßigkeit müsse den Osfizicr auszeichnen- wenn sie hie und da Beispielen von Auswand und Luxus begegnen würden, möchten sie sich vor denselben hüten,' er warne davor. Aus vielen Gegenden des Reiches seien Beschwerden über Ausschreitungen gegen Untergebene an ihn gelangt. Der Offizier solle nicht sorsch und schneidig gegen seine Mannschaft sein, sondern Langmuth und Geduld üben und von keinem der Leute mehr verlangen, als er leisten könne. In einer Zeit, wo die Monarchie so vielfach angegriffen werde, sei es die Ausgabe des Offiziers, nicht nur im Dienst, sondern durch seine ganze Lebensführung dieselbe zu stützen. Die Ansprache des Kaisers machte sichtlich den tiefsten Eindruck aus die jungen Männer. F- 3- Neueste Nachrichten. WoM telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 3. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." ver- I össentlicht das Schreiben eines Deutschen aus China, welcher 1000 Mk. für die Wahlen zu Gunsten des Cartells übersendet. < — Der „Reichsgnzeiger" stellt zur Beruhigung des Publikums fest, daß die unter den Rindviehbeständen zweier Gehöfte zu Fischlaken (Kreis Essen) vorgekommenen Erkrankungen und Todesfälle durch Fütterung mit ! verdorbener Schlempe verursacht seien- jeder Verdacht sei zweifellos ausgeschlossen, daß die Rinderpest vorliegc. Berlin, 3. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." erklärt die in der Broschüre Stoffels enthaltene Wiedergabe einer- angeblichen Unterhaltung zwischen Fürst Bismarck und Stoffel im Jahre 1868 m allen Theilen unrichtig, ebenso sei die Haftung des Kronprinzen dabei vollends ins Gegentheil verkehrt, da dieser allein das Verlangen Bismarcks nach Frieden gegenüber der Ansicht des Königs, den Krieg sortzusetzen, wirksam unterstützte. Uebrigens übersehe Stoffel den Unterschied des Verhältnisses Deutschlands zu Oesterreich und zu Frankreich; Schonung hätte bei Frankreich nichts genutzt, da Deutschland Jahrhunderte lang ruchlosen Angriffen der gallischen Nachbarn ausgesetzt gewesen, was auch voraussichtlich in den kommenden Jahrhunderten der Fall sein werde- das einzige Mittel dagegen bleibe die militärische Sicherstellung- es handle sich'übrigens weniger um Deckung Berlins als vielmehr Süddeutschlands. — Die „Nordd. Allg. Ztg." erklärt die anläßlich des Wechsels in der-Leitung des Handelsministeriums von den Blättern geäußerten Vermuthungen für grundlos. Die Motive seien einfache und natürliche: Lediglich dem Bedürsniß des Fürsten Bismarck, seinen Wirkungskreis einzuschränken, I sei der Gedanke, die Entbindung von dem Posten als Minister für Handel und Gewerbe nachzusuchen, entsprungen- namentlich nachdem die Aufgaben dieses Postens durch die Strike- bewegungen und die an diese sich anknüpfenden Fragen einen Umfang erreicht hätten, daß Fürst Bismarck nicht mehr geglaubt habe, dieser Behörde im Nebenamte vorstehen zu können. Daher habe er sofort nach seiner Rückkehr nach Berlin dem Kaiser die Bitte vorgetragen, ihn von dem Posten zu entbinden und in Uebereinstimmung mit dem Staatsministerium den Oberpräsidenten v. Berlepsch für den Posten empfohlen. Berlin, 3. Februar. Abgeordnetenhaus. Bei der Berathung des Etats der directen Steuern erklärte der Finanzminister Scholz nach einer vorangegangenen Debatte, Namens des Staatsministeriums, daß er sich nicht weiter an der Debatte betheiligen könne, namentlich nicht um die bereits Aster gegebene Auskunft in Betreff der vorzubereitenden Steuerreform zu detallliren. Der Abgeordnete Ehnern greift das gegenwärtige Emschätzungs- und Steuer-System an, | dessen wundester Punkt die Verquickung der Staats- und Eommunalsteuer sei, begehrt die Trennung derselben als erstes Erforderniß, und spricht sich schließlich für die Quotisirung aus. Der General-Steuerdirector Burghart erklärt, es sei unmöglich, für die Negierung ein gar nicht vorliegendes Steuergesetz zu discutiren- die von dem Abg. Rickert gewünschte Veröffentlichung der Einschätzungslisten halte die Regierung, weil sie gesetzwidrig, für unzulässig. Die Einnahmen aus den Steuern wurden darauf genehmigt und die Sitzung vertagt. Die nächste Sitzung findet Dienstag, Vormittags 11 Uhr, statt. Tagesordnung: Etatberathung. Braunschweig, 3. Februar. Der Chef der bekannten Verlagsbuchhandlung Friedrich Vieweg L Sohn, F. View eg, ist heute Morgen gestorben. Wien, 3. Februar. Der ungarische Landesvertheidig- ungsminister Fejervary wurde Vormittags vom Kaiser in Privataudienz empfangen. — Nach dem amtlichen Sten er au sw eis für 1889 ist der Gesammtreinertrag 220,866,348 fl. Gegenüber 1888 ergaben die directen Steuern l9/10 / die indirekten 123/10, das Tabaksmonopol 42/10 Millionen mehr. Im Ganzen beträgt der Mehrertrag 176/10 Millionen, wozu 15 Millionen Reinertrag von der Zuckersteuer kommen. Die reinen Zoll- einnahmen des österreichisch - ungarischen Zollgebiets ergaben 1889 45 Millionen Uebcrschuß, mithin 687,000 Gulden mehr als 1888. Pest, 3. Februar. Im Abgeordnetenhause erklärte im Lause der Debatte über das Justizbudget der Justiz- ntinister Namens des ganzen Cabinets, die Regierung werde I noch vor Sessionsschlnß einen Gesetzentwurf, betreffend Wahlmißbräuche, vorlegen. Prag, 3. Februar. Auf einer Delegirtenver sammln ng der Glaser in Rachau, woran Regierungsvertreter Theil nahmen, wurde die Abschaffung der Glassprengmaschinen gefordert. Morgen geht eine Deputation von Glasindustriellen nach Wien, nm die Beihilfe der Regierung zu erbitten. Das ganze Strikegebiet ist militärisch besetzt. Prag, 2. Februar. Die für heute anberaumte Partei- I Versammlung der Jungczechen behufs Beschlußsassung über die Ausgleichsverembarungen ist auf vierzehn Tage verschoben worden. Budapest, 3. Februar. Gras Aladar Andrassy ist zu seinem Bruder Julius Andrassy abgereist, da dessen Zustand bedenklicher geworden ist. Paris, 3. Februar. Der italienische Botschafter M en a- brea stattete dem Minister des Auswärtigen, Spuller, einen Besuch ab und dankte für die bei der Leichenfeier Marianis den Beziehungen zwischen Italien und Frankreich gewidmeten Worte. — Der Herzog von Leuchten berg besuchte den Präsidenten Carnot im Auftrage des Großfürsten Nikolaus, da dieser durch seinen Gesundheitszustand am persönlichen Besuche verhindert ist. Carnot erwidert morgen den Besuch. — Die Staatscommission für Preßvergehen vernahm heute den Justizminister- derselbe erklärte Namens der Regierung, dieselbe nehme den Gesetzentwurf von Marcel Barthe an, welcher die durch die Presse begangenen Beleidig- ungsvergchen den Zuchtpolizeigerichten überweist. London, 3. Februar. Parnell ließ seinen Ehrenkränkungs-Prozeß gegen die „Times" fallen und nahm eine Entschädigung von 5000 Pfund an. Er hatte von der „Times" zuerst hunderttausend Psund verlangt. Rom, 2. Februar. Die „Agencia Stesani" meldet aus Mass ana: General Orero ist nach glücklicher Beendigung I seines Rccognoscirungsmarsches nach Adua wieder aus das jenseitige User des Marebflusses znrückgekehrt. Die italienischen Truppen haben den besten Eindruck in Adua hinterlassen, die Bevölkerung und der Clerus Aduas gaben denselben noch eine Strecke weit das Geleit. Rom, 3. Februar. In der wieder eröffneten Kammer 1 wurden zahlreiche Interpellationen angemeldet, darunter über i die Organisirung der afrikanischen Colonie und der militärischen Action' in Abessynien, über die Tumulte an den Universitäten, besonders in Neapel. Crispi nahm alle Interpellationen an, die betr. der Tumulte wurde auf Donnerstag anberaumt, die übrigen auf Samstag und die folgenden Samstage. Der Antrag des Radicalen Luigi Ferrari auf Erlassung eines Decrets bezüglich der Errichtung einer Colonie am Rothen Meere wird gemäß CrispiS Wunsch nach den Interpellationen über Afrika verhandele -- Eine Versammlung von 600 Studenten beschloß, jenen Studenten, welche die Universität Neapel verlassen wollten, die Gastfreundschaft der Universität Rom an zubieten. Christiania, 3. Februar. Der Kronprinz eröffnete den Storthing im Auftrage des Königs. Die Thronrede bezeichnet die Beziehungen zu den auswärtigen Mächten als die besten. Durch den Budgetüberschuß im vorigen Jahre sind reichliche Zolleinnahmen, im laufenden würden mehrfache Steuererleichterungen und größere Bewilligungen zu Eisenbahnbauten ermöglicht. Eine Wehrsteuer, Abänderung des Gesetzes über die Wehrpflicht, ein Gesetz betr. Aussicht über die Arbeiten in Fabriken, sind vorgeschlagen. Listabon, 3. Februar. Die katholische Gesellschaft in Oporto hielt eine große Versammlung ab, um gegen das Ultimatum Salisburys zu protestiren und die portugiesische Regierung aufzufordern, die religiösen Orden für die afrikanischen Missionen wieder herzustellen, als einziges Mittel, die Colonialbesitzungen zu einer ersprießlichen Entwickelung zu bringen. — Die Mitglieder der Literarischen Gesellschaft Alexandre Herculano und vom Handelsverein Oporto begaben sich gestern Abend zu den Consulaten von Rußland, Frankreich, Spanien, Deutschland und Italien, um daselbst ihr, Dankadressen abzugeben. Dem Zuge voran gingen Musik- I corps und eine zahlreiche Menschenmenge begleitete denselben mit dem Rufe: „Es lebe Portugal! Es leben die befreundeten Nationen!" Kairo, 3. Februar. Das Bureau Reuter meldet: Die deutsche Colonie empfing ein Telegramm Wißmanns, wonach es Emin Pascha viel besser gehe. Er werde das I Hospital verlassen und wahrscheinlich im März absegeln. Washington, 3. Februar. Das Wohnhaus des Marine- secretärs Tracy ist heute Vormittag abgebrannt. Vier Leichen wurden aus den Ruinen hervorgezogen, darunter die Frau und die Tochter des Secretärs. Tracy selbst wurde bewußtlos mittelst einer Rettungsleiter aus dem Hause geschasst. Nach späteren Mittheilungen brach die Feuersbrunst um 63/4 Uhr Morgens aus, als die Familie schlief. Tracys verheirathete Tochter, Frau Wilmerding, sowie deren Tochter sprangen aus dem Fenster. Erstere brach ein Handgelenk, letztere erlitt schwere Beinverletzungen. Auch ein Diener büßte bei dem Brande sein Leben ein- das Befinden des Marinesecretärs Tracy selbst ist sehr ernst. totale* unö prooituiellcs* Gießen, 4. Februar. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 6. Februar 1890, Nachmittags 4 Uhr: 1. Satzungen betr. Ausübung der offenen Armenpflege. 2. DaS Schlachtwesen. 3. Die Theilung der 2. Klaffe der Stadtknabenschule. 4. Die Anlagen vor dem Friedhof- hier Vergütung für Holztransport. 5. Gesuch der Hilfsschutzmänner um Gehaltsaufbesserung und Aufnahme in die städtische Wittwenkasse. f Der Commis Emil Koch von hier wurde hellte wegen der zum Nachtheil seines Prinzipals verübten Unterschlagung bezw. Urkundenfälschung in eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr 3 Monaten, abzüglich 2 Monate Untersuchungshaft, vw- urtheilt. — Das Bestreben Militärpflichtiger, sich der Militärpflicht durch Aliswanderung zu entziehen, wird dadurch besonders begünstigt, daß nach § 1 des Gesetzes über das Paßwesen vom 12. October 1867 in Verbindung mit § 107 Nr. 1 der deutschen Wehrordnung an Wehrpflichtige Auslandspässe bis zum Zeitpunkte ihres Eintritts in das militärpflichtige Alter bedingungslos ertheilt werdeil müssen. & wird beabsichtigt, diesem Uebelstande je nach Ausfall dessallsiger statistischer Feststellungen durch Aendernngen der geltenden Bestimmungen im Wege der Gesetzgebung abzuhelfen. — Der 10. Lehrcursus für Hufschmiede an der hiesigen Großherzogl. Veterinäranstalt beginnt am 17. März 1890, und sind die Anmeldungen zu diesem Cursus bis zum 1. März bei Großh. Direction der Veterinäranstalt Hierselbst schriftlich einzureichen. Dem Gesuch ist der Nachweis einer — einschließlich der bestandenen Lehrzeit — mindestens vierjährigen Thätigkeit im Schmiedehandwerk beizulegen. Das Gesuch, sowie die nöthigeu Zeugnisse sind auf Papier in Actensormat geschrieben vorzulegen. — Der diesjährige Maskenball des Fechtverbands Gießen (Generalsechtschnle Lahr) wurde letzten Sonntag Abend in den Räumen von Steins Garten abgehalten. Wie nicht anders zu erwarten war, so hat dieser Ball auch dieses Jahr seine Zugkraft bewährt, denn es hatte sich eine solche Menge froher Menschen daselbst eingefunden, daß es viel Mühe machte, einen Platz zu erobern. Der Vorstand kann mit dem Ergebniß desselben zufrieden sein, denn er hat noch etwas mehr als 200 Mk. Reinertrag seiner Casse übergeben können. Grimberg, 2. Februar. Einer Einladung des Herrn Prov.-Directors Frhr. v. Gagern folgend, hatte sich heute Nachmittag eine sehr zahlreiche Versammlung von Gewerbetreibenden der hiesigen Stadr nnd ihrer Umgebung zusammengefunden, um über die Frage der Neubildung eines Localgewerbevereins zu berathen. In klarer und überzeugender Weise legte Herr Provinzialdirector v. Gagern, welcher den Vorsitz übernommen hatte, die großen Vortheile dar, welche durch die Gründung des in Rede stehenden Vereins für Erweiterung der Kenntnisse und die Fortbildung der Gewerbetreibenden sich darböleu und sprach seine Verwunderung aus darüber, daß, während z. B. in Hungen, Homberg, Herbstein Localgewerbevereine bestünden, in Grünberg mit seinem verhältniß- mäßig so viel zahlreicheren Gewerbestande an einem solchen es mangele, bezw. der früher bestandene Localgewerbeverein eingegangen sei. Er stellte deshalb zunächst die Frage zur Discussion, ob ein in Anschluß an den Landesgewerbeverein zu gründender Localgewerbeverein im Interesse des Grünberger Gewerbestandes gelegen sei. Nach einer längeren Auseinandersetzung über die Verhältnisse des früheren Vereins, welche den Ausschluß desselben aus dem LandeSgewerbeverein zur Folge hatten, bejahte die Versammlung die gestellte Frage nahezu einstimmig, sodaß erfreulicher Weise alsbald zur I Neubildung des Vereins geschritten werden konnte. Durch Unterschrift unter die in Umlauf gesetzte Liste traten 48 Personen dem neuen Verein als Mitglieder bei. Nachdem ein den letzteren vorgelegter Statutenentwurf mit geringen Abänderungen Annahme gefunden hatte, wurde auch sogleich die Wahl des Vorstandes vorgenommen, aus welcher hervorgingen die Herren Kreisbaumeister Schnitzel als erster und Bürgermeister Pracht als zweiter Vorsitzender, ferner Christoph Bock, Chr. Haas, C. Dippel von Grünberg, Scheld von I Lindenstruth, Bürgermeister Lang von Odenhausen und Gg. Schmidt von Qneckborn als weitere Vorstandsmitglieder. Hoffen wir, daß es dem neuen Vereine gelingt, eine für unsere Gewerbtreibenden recht segensreiche Thätigkeit zu entfalten. Büdingen, 2. Februar. Heute stellte sich der Caudidat I der nationalliberalen Partei, Herr Graf O r i o l a aus Büdesheim hier und in Düdelsheim seinen Wählern vor. Beide Versammlungen waren sehr stark besucht und wurde dem Candidaten für seine klaren, allgemein verständlichen und fesselnden Ausführungen reicher Beifall gezollt. Vermischtes. * Wetzlar, 3. Februar. Prinz Hermann zu Solms- Braunfels, der seitherige Reichstagsabgeordnete für den Wahlkreis Wetzlar-Altenkirchen, erläßt im „Wetzl. Anz." folgende Erklärung: „Nachdem die Nationalliberalen der beiden, den Reichstagswahlkreis Wetzlar-Altenkirchen bildenden Kreise Wetzlar und Altenkirchen durch die mir übersandte Erklärung de dato Betzdorf den 28. Januar 1890 diejenigen Bedingungen erfüllt haben, welche Seitens der couservativen Fraction laut der von mir unter dem 16. d. M. an die Nationalliberalen des Kreises Wetzlar Namens meiner Fraction gerichteten Depesche an den Verzicht auf die Aufstellung eines couservativen Candidaten bei der bevorstehenden Neichstags- wahl geknüpft war, erkläre ich hierdlirch in aller Form meinen' Verzicht auf eine Candidatur bei der bevorstehenden Reichstagswahl. Indem ich gleichzeitig die Ermächtigung zur Veröffentlichung dieser meiner Verzichtserklärung ertheile, ersuche ich meine politischen Freunde des Wahlkreises Wetzlar- Altenkirchen, im Interesse eines geschlossenen Vorgehens der Cartellparteien, welches bei dem augenblicklichen Ernst der politischen Lage doppelt wünschenswerth erscheint, ihre Stimmen bei der bevorstehenden Neichstagswahl auf den von den Cartellparteien aufgestellten Candidaten Herrn Bürgermeister Krämer von Kirchen vereinigen zu wollen." * Marburg, 3. Februar. Die Wahlbewegung ist nunmehr auch hier in Fluß gekommen; Antisemiten, Nationalliberale und Socialdemokraten sind für ihre Candidaten thätig. , Während die Antisemiten wieder für Dr. Böckel agitiren, ein- J8 geltenden en. er ^esigen Ql'3 1890, März w “S be, llb« bis Srt§ioi ? »ilitfe *• Es on>8 Jttnbä Ar^n 9 Abend in Wie nicht ! dieses Jahr !°lche Menge viel Mühe "'n mit dem "och etwas ben können. des Herrn > heute Nach- 'betreibenden iiengesnnden, lzew er behender Weise -r den Vorsitz welche durch ' Erweiterung ^betreibenden aus darüber, 'bstein Local- Mverhältnitz- einem solchen lgewerbeverein die Frage zur -gewerbeverein ije des Grimmer längeren seren Vereins, gewerbeverein ^Mtetzraze alsbald j//r konnte. Durch Liste traten bei. Nachdem j mit genügen )e auch sogleich welcher hervor- als erster und miet Christoph Scheid von denhausen und tandsmitglieder. elingt, eine für Thätigkeit zu h der Candidat la aus Bildet ;n vor. Beide nb wurde dem ^stündlichen und t. »» i" ? In torWe tut » ■»len d-r ' .Lte6rff«*8 3*0 jfiK* rcr Fraction 8, Lsttllung eme» irmaW" J ,6enOrt n d-r ttidjen Vfap * iw* «»* Es 1 (1) (1) 1 1 2 (1) 1 Summa: 7 (2) Concordia 1017 statt. 1045 Gaedkes CACAO ärztlich empfohlen Liter - Flasche Mk. 2 — Liter - Flasche Mk. 2.—. — M KT lÄqueure ZUk Aufgabe Rum, Arac, Punsch-Essenzen 4 Hotel Prinz Carl. i i von 31—56 cm Durchm. und 2,4-7,5 m Länge von 18—24 cm Durchm. und 7—10 m Länge, mache sich die bayrische Serien- loos-Gesellschast, für ihre Mit- 1 1 1 (1) enthält ca. 8% mehr Nährstoffe bei besserer Löslichkeit und feinerem Aroma als holländische erste Marken. 456 von Mk. 1.50 an ▼on B. Dienstag den 11» Februar, von Vormittags genau 9V2 Uhr an, in den Districten Mönchswald und Meilbach: 544 Kiefern-Stämme von 15—34 cm Durchm. und 4—23,2 m Länge 862] Ein gebrauchtes leichtes Halb- verdeck mit abnehmbarem Bock, sowie gebrauchte Ehaisenrüder und Achsen zu verkaufen. _r o r. E. 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Feinsten deutschen etc., etc., i/j Flasche von Mk. 2.—, i/2 Flasche haben die Nationalliberalen den Curator der hiesigen Universität, Geh. Reg.-Rath Steinmetz, aufgestellt, und einen diesbezüglichen Wahlaufruf erlassen. Die Socialdemvkraten halten an der Candidatur des Gutsbesitzers Lauer in Niederwalgern fest und entwickeln dieselben eine besondere Thätigkeit. Eigenthümlich klingt ein im Aufrufe der Arbeiterpartei (Socialdemokraten) befindlicher Satz- Gutsbesitzer Lauer sagt nämlich darin: „Ich persönlich habe von den Getreidezöllen den größten Vortheil, aber ich kann es nicht gutheißen, daß ich durch diese Zölle immer reicher und die kleinen Bauern immer ärmer werden sollen — und deshalb verlange ich die Beseitigung." * Frankfurt a. M., 3. Februar. Die auf gestern ein- berusene deutschfreisinnige Wähler Versammlung im „Rheingauer Hof" in Bockenheim füllte den Saal bereits Stunden vor der anberaumten Zeit, so daß Hunderte wieder umkehren mußten und im Saale selbst schließlich eine qualvoll fürchterliche Enge herrschte, die auch nicht gelindert wurde, als Tische und Stühle zum Fenster hinaus in den Garten wanderten. Um 71/2 Uhr wurde die Versammlung von dem Vorsitzenden des deutschfreisinnigen Vereins Herrn Dr. Jacobi eröffnet und das baldige Erscheinen Eugen Richters angekündigt, der am Tage bereits in Neustadt a. d. H. und Mannheim gesprochen habe. Alsbald aber erklärte der Polizeicommissär vom Eingang des Saales aus die Versammlung „aus Gründen der öffentlichen Sicherheit" für aufgelöst. " Langsam teerte sich der Saal unter Hochrufen auf Richter und Nickel, denen Hochrufe auf Geck und die Socialdemokratie entgegenschallten. F- G.-A. ^Frankfurt a. M., 2 Februar. Gestern Mittag sand in der Cavalleriekaserne zu Bockenheim ein recht bedauerlicher Unfall statt. Dem Futtermeister Hocke der 5. Escadron wurde beim Futterschneiden die rechte Hand von der Schneidmaschine erfaßt und total abgeschnitten. Der Verunglückte wurde sofort in das Militärlazareth verbracht. Einsicht offen liegt. Gießen, den 1. Februar 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. „Benedictine“ Waldenburg Preisgekrönt 1889: Paris: gold. Medaille. I Stettin: gold. Medaille Gent: goldene Medaille. Benedictine Waldenburg ist anerkannt der beste aller deutschen Bene- dictine-Liqueure. Man achte auf Schutzmarken und Fabrikdo- micil Waldenburg I Schl., weil ganz! miserable Nachahmungen verkauft | werden. Preis 1 , Flasche 4.75 Mk., < i/2 Fl. 2.50 Mk., i/4 Fl. 1.40 Mk., i/8 Fl. 0,80 Mk Musterflaschen in Originalverpackung. [1018 Deutsche Benedictine - Liqueur- Fabrik । Waldenburg I. Schl. 1 Echt zu haben in Giessen in C. G. Kleinheit!!« Delicatessen-,Fischund Geflügel - Handlung, Bahnhofstrasse 59. Bekanntmachung. Nachdem der Plan über die Straßen- und Baufluchtlinien sür die Franksurterstraße von Nr. 52—95 die höhere Genehmigung erhalten, wird dies in Gemäßheit des Art. 7 der allgemeinen Bauordnung mit dem An fügen bekannt gemacht, daß der Plan auf dem Stadtbauamt jederzeit zur glieder in der Serie bereits ge- zogene Staats-Anlehensloose zu erwerben, welche bei der folgenden Prämienziehung unbedingt gewinnenmüNerr. cteben Monat eine Prämienziehung. Im Jahre 1890 kommen unter die Mitglieder Haupttreffer im Gesammtbetrag von ca. 700 000 X ^r Vertheilung, rm allerun- günstigften Falle aber fallen auf eine Gesellschafts-Abtheilung ca. 1400 X — Jahresbeitrag X 42—, V.jährlich X 10.50, monatllch X 3 50. - Statuten versenden [6841 E. Wenger &■ Cie, tn Manchen, Heustraße 13. Knecht, welcher die O conomie gründlich versteht, kann eintreten. Näheres 1028] Llcherftraße □. den 8. Februar 1890 in SteinS Saalbau. — Anfang 8 Uhr 11 Min. Geheimkarten für Mitglieder sind bei I. G. Schneider, Schillerstr. Nr. 8, Geheimkarten für Nichtmitglieder sind für Damen zu 0,20 X, für Herren zu 0,50 X bei C. Fr. Conrad, Mäus- bürg 15 und Fr. Welcker, Neustadt 33, zu haben. — Herrenkarten zur Teilnahme an Maskerade und Ball für 1 «X ebendaselbst. 895 Der Vorstand. NB. SMF" Sämmtliche Masken werden per Trambahn in den Saal befördert. Nndemnnns Kindermehl, der goldenen Medaille, unerreicht i. Näbrwerth und Leichtoerdaultchkeit,.ist nächst der Muttermilch thatsächlich die beste und zuträglichste Nahrung für Säuglinge. Zu haben h X 1.20 pro Büchse in allen Apotheken, Drogen- und Colonialwaarenhandlungen. [7 Dominos zu verleiden. 979 B. Melier, Bahnhofstraße 18. Wöchentliche Aeberficht der Todesfälle m Wietzen. 5. Woche. Vom 26. Januar bis 1. Februar 1890. Einwohnerzahl: 20 200 (incl. 1600 Mann Militär). Diphtherie 2 Lungenentzündung nach Jnstuenza Laströhrenentzündung Organ. Herzkrankheit Blutvergiftung Krebs ____1 empfiehlt bestens 265 Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts I nach Gießen gebrachte Kranke kommen afMUtfurt, 4- F-bruar. (©etreibemortt). W-izen hiesiger M. 20,70-20,90, frember 20,00-2^20, Rogg-n hiesig» JC 18,25 bis 00,00, fremder * 00,00-00,00, @erfte, Sraucrwaare 20,00 bis 23,00, bo. ju M-Hlzweden M. Haser hiesiger JC16,7o—17, ZS, remder X —,--. Herborn (an der Köln-Gteßmer Eisenbahn), 3. Februar. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 442 Ochsm, Kühe und Rinder, und 457 Schweine. Der nächste Markt ist am 27. Februar l. I. Gesucht ein tüchtiger Pferdeknecht für Oeconomie und für einen Brodwagen zu fahren. Wo? sagt die Exped. d. Bl. [926 Seiden-Grenadines, schwarz und farbig (auch alle Ltchtfarben) Mk. 1.55 p. Met. bis Mk. 14B0 (in 12 versch. Qual.) — versendet robenweise porto- und zitter bas Fabrik- D^pöt G. 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Die Beerdigung findet Donnerstag den 6. Februar, Nachmittags 2 Uhr statt 1044 Gorrrsbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Frankfurter Börse vom 4. Februar 1890. 4 pCt. Reichsanleihe 3Va , p 4 „ Preuß. ConsolS 3V* » Schlußcours- 1 Uhr 15 Min. 107.50 103.00 106.75 103.00 4 pCt. Ungar. Goldrente 5 „ Italiener Rente Oesterr. Silberrente Ruff. Orient III. 89 70 94.80 77 30 69 80 Disconto-Commandit-Antheile 24 20 Darmstädter Bank-Actien 17610 Dresdener „ „ 182.40 Berliner Handelsaesellsch.-Antheile 195.00 Oesterr. Credit-Actien 279 00 „ StaatSbabn-Actien 189 50 Lombard. Eisenbahn- „ 11412 Buschtherader Eisenbahn-Actien Elbethal-Bahn-Actien Gotthard- „ „ Schweizer Nordost-Babn-Actien „ West- , „ Gelsenkirchener Bergwerks-Actien Oesterr. Alpine-Montan- „ Tendenz: ruhig. 35975 194.25 16859 13510 37 80 187 50 86 60 Telegraphischer Coursbericht bet Berliner Börse vom 4. Februar 1890. Oesterr. Ereditattien Oesterr. 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