1890. Nr. 4. Amts- und Anzmgsblutt für den Ureis Gieren. Sonntag den 5. Januar Die Gießener M.mitten0tLlter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelcgt. Der Oietzeuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des MontagS. Vierteljähriger ASonncmcnLsprcis: 2 Marl 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pjg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schulstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamilienökätter. Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. nm Amtlicher Tbeil. Bekanntmachung, den Frühjahrs- und Herbst-Pserdemarkt zu Friedberg im Jahre 1890 betreffend. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß mit Genehmigung Gr. Ministeriums des Innern und der Justiz mit demnächstjährigen Friedberger Frühjahrs- und Herbst-Pserdemarkt je eine Berloofung von Pferden und sonstigen Gegen- ständen verbunden wird. Bei dem Frühjahrsmarkte dürfen höchstens 10 000 Loose ä 1 JL 50 H ausgegeben und müssen 9650 JL zum Ankauf von Gemmngegenständen verwendet werden; bei dem Herbstmarkte darf ebenfalls die Zahl von 10,000 Loosen (ä 1 je 50 4M nicht überschritten werden und sind 9550 JL für den Ankauf von Gewinngegenständen zu verausgaben. Der Verkauf der Loose im Großherzogthum ist gestattet. Gieße'n, am 30. December 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. ---- Gießen, den 2. Januar 1890. Betr.: Das Reichsgesetz vom 14. Mai 1879 über den Verkehr mit Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Groß herzogliches Poiizeismt Gießen und die Grvßberzoglichen Bürge-meiS-reien der Landgemeinden deS Kreifes. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 20. Febr 1886 (Anzeigeblatt Nr. 46) sehen wir der Einsendung der voischristsmabigen Auszüge aus der von Ihnen zu führenden Tabelle über die im Jahr 1889 vorgenommenen Untersuchungen von Nahrungsmitteln uni Gebrauchsgegenständen bis zum 15. Januar l. I. entgegen. v Gagern. Gefunden: 1 Taschenuhr, 1 Hut, 1 Peitsche, 1 Pelz- kragen. Gießen, am 4. Januar 1890. Großherzogliches Pvlizeiamt Gießen. Fresenius. Bekanntmachung. Mittwoch den 13» Januar 1890, Nachmittags 2V2 Uhr, wird auf Lonys Felsenkeller zu Gießen (Westanlage) eine General-Versammlung deS landwirthschast- lichen BezirksvereinS abgehalten werden. Alle Mitglieder des landwirthschastlichen Bezirksvererns und der landwirthschastlichen Localvereine und alle sonstigen Freunde der Landwirthschaft werden zu dieser Versammlung hierdurch ergebenst eingeladen. , Die Herren Bürgermeister werden ersucht , den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenntniß zu geben und auf zahlreichen Besuch der Versammüing hinzuwirken. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. von Peter zu Friedberg über die Behandlungs weise und Verwendung des Stalldüngers und künstlichen Düngers. 2. Vortrag des Herrn Professors vr. Thaer zu Gießen über das Thema „Untersuchungen über Grundsteuer- Reinertrag, Pachtzins und Pächterkapital." 3. Antrag des Herrn Oeconomen I. Güngerich aus Ausbildung junger Grobschmiede in der Reparatur und dem Scharfen der Pflüge neuerer Construction auf Kosten des landwirthschastlichen Bezirksvereins. 4. Berathung über die Frage, aus welchen Gegenden von Seiten des Vereins im nächsten Frühjahre Saathafer bezogen werden soll. Gießen, den 27. December 1889. Der Director des landwirthschastlichen Bezirksverems Gießen. Jost- politifchs UebeMetzt. Gießen, 4. Januar. Kaiser Wilhelm hat den Reichskanzler Fürsten Bismarck anläßlich des Neujahrsfestes durch eine Ordre ausgezeichnet, welche auf's Neue von dem überaus innigen, zwischen dem erlauchten Herrscher und seinem ersten Berather bestehenden Einvernehmen, erhebendes Zeugniß ablegt. Der Kaiser sendet dem Kanzler zum Jahreswechsel seine herzlichsten Glückwünsche und gedenkt dann des verflossenen Jahres, in welchem nicht nur die Erhaltung des Friedens, sondern auch die Verstärkung der hierzu nöthigen Bürgschaften ermöglicht worden sei. Weiter hebt der Monarch das Zustandekommen des Gesetzes über die Alters- und Jnvaliditätsversicherung hervor, welches er als einen wesentlichen Fortschritt in der Fürsorge für die Arbeiter bezeichnet, die ihm so sehr am Herzen liege. „Ich weiß sehr wohl", schließt die kaiserliche Kundgebung, „welch reicher Ancheil an diesen Erfolgen Ihrer , aufopfernden und schaffensfreudigen Thatkraft gebührt, und bitte Gott, Er möge Mir und Meinem schweren und verantwortungsvollen Herrscherberufe Ihren treuen und erprobten Rath noch viele >zahre erhalten." , , fXY1, Fürst Bismarck sandte an den italienischen Ministerpräsidenten Crispi zum Jahreswechsel ein herzliches Glückwunsch- Telegramm. In demselben drückt Fürst Bismarck den Wunsch aus, Crispis Energie und Klugheit möchten dem europäischen Frieden noch lange erhalten bleiben. Den Friedenszuversichtlichen Kundgebungen bei den Neujahrsempfängen in Pest und Rom hat sich nun auch eme gleiche Kundgebung des franzöfischen Staatsoberhauptes angereiht. Präsident Carnot warf in seiner Antwort auf die Ansprache, welche Nuntius Monsignore Rotelli beim Neujahrs- empfange des Pariser diplomatischen Corps hielt, einen kurzen Rückblick auf die großen Erfolge der französischen Republik im vergangenen Jahre unter specieller Hervorhebung cer Pariser Weltausstellung. Carnot erklärte dann, daß sich m dem neubegonnenen Jahre die gemeinsamen Anstrengungen darauf zu richten haben würden, diese großen Werke des Friedens und des Fortschrittes fortzusetzen. „Darin werden wir", schloß der Präsident, „Erfolg haben, dessen bin ich sicher, mit Ihrer Hilfe und dem Willen der Regierungen und Nationen, welche hier so würdig vertreten sind." Das „Attentat", welches der Sicilianer Tancred Vita am Neujahrsfeste in Rom dadurch beging, daß er ein Gefäß mit brennender Lunte vor das Portal des königlichen Resi- denzschlosses schleuderte, erweist sich als ein politisch völlig belangloser Vorgang. Die Flüssigkeit, mit welcher die von Vita geworfene ^Büchse gefüllt war, ist, wie die vorgenommene chemische Untersuchung ergab, durchaus ungefährlich und bestätigt sich demnach die von Vita gemachte Aussage, daß die Flüßigkeit nicht schädlich sei. Es handelt sich also bei der „Attentat"-Affaire nur nm einen Dumme-Jungen-Streich, der seinem Urheber freilich immerhin ziemlich theuer zu stehen kommen wird. Der zwischen England und Portugal wegen Südafrika schwebende Streitfall wird von beiden Seiten fortgesetzt in versöhnlichster Weise behandelt. So erklärte der englische Handelsminister Hicks Beach aus einer in Leamington stattgefundenen politischen Versammlung, daß er nicht bezweifele, daß die zwischen beiden Staaten bestehenden Differenzen bald auf friedlichem Wege und in einer für jeden Theil befriedigen- Fenillston. Aus öir Provinjiachauptstadt. (Eine Festtagsnachlese.) 1 Wir haben sie glücklich Himer uns, die viel versprechenden, lange herbeigesehnten und ab und zu wohl auch weniger gern gesehenen Feiertage sammt ihrem Anhang, dem Neujahrstage. Man braucht kein besonderer Feiertagsmensch zu sein, um zu beurtheilen, welche Wünsche, Vermuthungen, Ansprüche, Arbeit, Drängen und Hasten namentlich in der letzten Hälfte des Decembers sich geltend machen. Flüstern und Flüchten, Verbergen und Verstecken in den Familten- zimmern, Durcheinanderstehen und -liegen von Einrichtungsgegenständen aus Gängen und in Vorzimmern, Dust nach Scheuertüchern und Spinnengeweben in jedem Raume, der selbst nur die allerwinzigsten vier Wände hat, und dabei eine Physiognomie der Küche, als ob ein Erdbeben erster Sorte darin gewüthet hätte — wer trotz alledem nicht das Herannahen des Festes merkt, der ist entweder aus dem Geschlechte, derer von Dickhaut oder — der glücklichste Mensch auf Erden. Man soll nach des Dichters Worten die Frauen ehren, denn sie flechten und weben, ob man sie auch ehren soll, wenn sie putzen und backen, davon singt der Dichter nichts, jedenfalls gehörte der Schlaumeier auch zu denjenigen seines Geschlechts, zu deren Herzen für eine Frau der Weg nur durch den Magen führt. Wahrlich, es gehört mehr wie Liebe dazu, m einer Frau den Gegenstand besonderer Verehrung zu erblicken, wenn man mindestens eine ganze Woche lang vor lauter Putzen, Möbelausklopfen und Anisbacken nichts zu eßen bekommt und obendrein trotz Salon, Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Fremdenzimmer oder Speisezimmer kein Räumchen sindet, in dem ungestört der Magen sich ausknurren kann. Vom Standpunkte eines etwas materiell angelegten Mannes — und wer ist dies nicht bis zu einem gewissen Grade — sind die Feiertage eigentlich nur da, um eine ganze Reihe solcher Tage abzuschließen, von denen man getrost sagen kann, „die gefallen mir nicht." Glücklicherweise lügt sich auch der wahrheitsliebendste Mensch über manches Unangenehme hinweg, wenn ihm der erste Festtagsmorgen die Aussicht auf einen ordentlichen Braten eröffnet. Beschenkt von den Seinen mit nöthigen und unnöthigen Gegenständen, drückt der Papa gern ein Äuge zu, wenn er die vorhergehenden Tage nochmals betrachtet. Ueberhaupt geben die Feiertage und deren Nachfolger „zischig de Joarn" hinreichend Stoff zu allerhand Betrachtungen. Daß es z. B. in und um die Feiertage int lieben Gießen keine frischen Morgenbrödchen gibt und man gezwungen ist, den durch allerlei Von der lieben Gattin Hand selbst Gebackenem ohnehin schon gründlich verdorbenen Magen noch weiter mit Kuchen nnd dergl. zu verderben oder Schwarzbrod zu essen, daran ist der Durchschnitts- Gießener ja gewöhnt- der richtige Gießener Familienvater ist auch von der Leistungsfähigkeit seiner Frau oder erwachsenen Tochter in weiblichen Handarbeiten noch überzeugt, wenn im Innern seines „selbstgestickten" Hauskäppchens eine „eingetragene Schutzmarke" ihr Dasein fristet, er ist stets gerührt von dem kleinsten Zeichen seiner um die Weihnachtszeit doppelt „theuren" Angehörigen — und warum auch nicht, denn den außerhalb Gießens wohnenden Vätern geht es nicht anders. Wer unter den vielen Vätern von seinen großen Kindern in dieser oder jener Weise überrascht wurde, braucht nicht sonderlich darauf versessen zu sein, sich eingehender mit den kleinen Kindern zu beschäftigen. Nachdem die Spuren des Weihnachtssestes so ziemlich verwischt, mit Neujahr die Lichter des Christbaums verlöscht, der letztere selbst gehörig geplündert wurde, werden in der Kinderstube nunmehr die geriebensten Experimente unternommen, um die geheimnißvolle Füllung eines Schockelpferdes zu ergründen, die Qualität der Puppencorsetts und Tournüren zu prüfen oder den Mechanismus einer Bewegungsmaschinerie zu belauschen. Der unausbleibliche Erfolg aller dieser Kinderarbeit ist das Entzweikriegen auch der garantirtesten Unzerstörbarkeiten. Die Epidemie der Weihnachtssüßigkeiten veranlaßt die Hausärzte zu dem üblichen Festtagsdauerlauf, um so viele verdorbene Kinderwagen zu heilen. Ob die Geschäftsleute, abgesehen davon, daß ihrer viele recht gern vor dem Feste noch recht viel mehr verkauft hätten, nun nach den Feiertagen ob ihrer gemachten Geschäfte zu beneiden sind, steht noch sehr in Frage. Sie erleben gerade nach dem Feste die eigenartigsten Dinge, denn sie müssen die Saison des Umtausches durchkämpfen. Es ist ja auch kein Spaß, die ungangbarsten Luxusartikel drei oder viermal von den lieben Verwandten und Freunden bekommen zu haben, die es nun einmal nicht unterlassen konnten, die Geheimniß- krämerei vor dem Feste so weit zu treiben, daß eine Doppel- bescheerung die unausbleibliche Folge sein mußte. Die „armen Beschenkten" aber, die Opfer dieser Discretion, sind dann, als Gott den Schaden resp. ihre enttäuschten Gesichter besah, mit der Ausrede getröstet worden, es sei beim Kaufen ausdrücklich mit Herrn X. der Umtausch Vorbehalten worden. Nun rücken die Umtauschlustigen heran, und der Kaufmann, der so unvorsichtig war, mit einem so discreten Käufer ein „Geschäft" zu machen, muß eben gute Miene zum bösen Spiel machen, sofern das zum Umtausch verdonnerte Geschenk nicht zufällig eine angeschnittene Wurst ist. Es hängt ja sonst viel von individuellen Verhältnissen und Gewohnheiten ab, wie man sich wieder in die gewohnte Thätigkeit nach dem Feste findet, die Hauptsache ist und bleibt, daß es geschieht. Diese Thätigkeit bringt Alles wieder in das richtige Geleise, die Arbeit, die Gemüthlichkeit innerhalb unserer vier Pfähle, die vielen verdorbenen Magen, die Gangart der Aerzte und die Gemüthsruhe ber Geschäftsleute — Alles was vom Feste übrig bleibt, ist doch immer die Erinnerung. an das Liebe, Schöne und Erfreuliche- das Unangenehme wird ja gern vergessen, denn dafür sind die Menschen im Allgemeiner^ so gute und gern vergeßliche Geschöpfe! H. E. bcn Weise gelöst werden würden. Diese Hofsnnng wird durch die neuerliche Entwickelung der Strcitaffaire nur verstärkt und so wird sich dann schließlich die ganze englisch-portugiesische Conflictssrage in Wohlgefallen auflösen. Neueste tlacbriditen. WolffS telegraphisches Corrcspondcnz-Bureau. Dortmund, 3. Januar. Ans den Zechen des Ober- bcrgamtsbezirks Dorrmund ist durch das epidemische Auftreten der Influenza unter den Bergleuten seit mehreren Tagen die Kohlenförderung stark beeinträchtigt. Wie die „Rhein.-Wests. Zeitung" erfährt, sind die meisten Belegschaften durch Massenerkrankung an der Grippe augenblicklich decimirt. Breslau, 3. Januar. In der dem Grafen Ballestrem gehörenden „Wolfsgrube" in Ruda (Oberschlesien) ist, wie die „Breslauer Zeitung" erfährt, der Strike ausgebrochen. Drachenberg, 3. Januar. Der Kaiser ist heute Abend 6 Uhr 15 Min. hier eingetroffen. München, 3. Januar. Der Magistrat hat wegen der Jnflucnzagesahr infolge des Gutachtens der Aerzte die Schließung sämmtlicher Volksschulen bis zum 13. Januar angeordnet. Jena, 3. Januar. Der Kirchenhistoriker, Wirkliche Geheime Rath Carl August von Hase, ordentlicher Professor an der hiesigen Universität, ist heute gestorben. Prag, 3. Januar. Fürst Carlos von AuerSperg, Kaiserlicher Geheimer Rath, ist an Lungenentzündung erkrankt- sein Zustand gilt für bedenklich. (S. Priv.-Dep.) Paris, 3. Januar. Der Präsident des Municipalrathes erschien heute beim Minister Faye mit einer Abordnung verschiedener Körperschaften, welche den Lebensunterhalt aus der mit städtischen Schlachthäusern in Verbindung stehenden Industrie verdienen. Dieselbe gab dem Minister ein Bild der Geschäftsstörungen, welche die Folge seien der steigenden Zufuhr von geschlachtetem Fleisch, während bis zu dem wegen der Viehseuchen erfolgten Verbot lebendes Vieh aus dem Auslande bezogen worden wäre. Der Minister erkannte die Berechtigung der Klagen an, erklärte aber, daß die Aufgabe, die nationale Production zu schützen, nicht eher die Wiedereröffnung der Grenze zuließen, bis die Seuchen erloschen und der Conventiona!^- Zolltarif aufgehoben sei. Was die Qualität des eingeführten Fleisches betreffe, so gehöre es zu den Aufgaben der Gesundheitsbehörde, die nothwendigen Maßregeln zu überwachen und die nöthigen Vorkehrungen zu treffen. Er werde hierauf die Aufmerksamkeit des Ministers des Innern richten. London, 3. Januar. Lord Salisbury ist noch gezwungen, das Zimmer zu hüten. London, 3. Januar. Die Zahl der Jnsluenza- Kranken hat hier erheblich zugenommen- namentlich viele Postbeamte sind von der Krankheit heimgesucht und dienstunfähig. — Gegenwärtig sind etwa 400 Post- und Telegraphenbeamte an der Influenza erkrankt. Rom, 3. Januar. Um etwaigen übertriebenen Meldungen entgegenzutreten, berichtet die „Opinione", daß, als der König mit seinem Adjutanten Morgens zur Stadt hinausgeritten sei und kaum das Depot der Pferdebahn passirt hatte, das Pferd des Königs auf dem unebnen, schlüpfrigen Boden ausglitt und stürzte, trotzdem es so kräftig wie möglich gehalten wurde. Der König siel mit dem Pferde, hatte sich jedoch schon wieder erhoben, bevor der Adjutant abgestiegen war, um ihm behilflich zu sein. — Am Nach' mittag empfing die königliche Familie den zweistündigen Besuch der Kaiserin Friedrich mit Töchtern. Später machte die Königin im Phaeton eine Spazierfahrt. Rom, 3. Januar. Ihre Majestäten der Kaiser Wilhelm und der König Humbert tauschten gegenseitig Glückwunschtelegramme anläßlich des Jahreswechsels aus. — Der Prinz von Neapel wird am 14. d. Mts. die Reise nach dem Orient antreten. Für die Reise ist folgende Route in Aussicht genommen: Sizilien, Griechenland, Salonichi, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Konstantinopel, Kaukasus, Krim, Warschau, Berlin und dann zurück nach Italien. — Der König unterzeichnete ein Decret, betreffend die Organisirung der Civilverwaltung in den Colonien am Rothen Meere, welche eine einzige Colonie unter dem Namen Ery- rräische Colonie bilden sollen. Madrid, 3. Januar. Die Minister waren bei Vega de Armijo zusammengekommen und überreichten Sagasta ihre Demission. Letzterer begab sich sofort zur Regentin. Es ; heißt, die Demission sei nur erfolgt, um Sagasta die Neubildung des Cabinets zu erleichtern. Bukarest, 3. Januar. Gelegentlich des heutigen Em- psanges der Commission, welche dem Könige die Kammer- adressc überreichte, sagte der Letztere, daß die Bande zwischen der Dynastie und dem Lande durch die Anwesenheit des Thronerben befestigt würden. Er sei glücklich, aussprechen zu können, daß die Kammer die Regierung in der Durchführung ihrer Aufgabe unterstütze. Nur ein enges Einverständniß zwischen der Legislative und der Regierung lasse die jetzigen Schwierigkeiten überwinden und die Zukunft des Vaterlandes sicherstellen. — Die Kammerferien dauern bis zum 22. Januar. Bukarest, 3. Januar. Die Kammer genehmigte mit 112 gegen 3 Stimmen das handelspolitische Abkommen mit Frankreich. Petersburg, 3. Januar. Das „Journal de St. Peters- bourg" tadelt strengstens das Verfahren eines französischen Blattes, welches, um die Leichtgläubigkeit des Publikums zu erregen, einer hohen Persönlichkeit Krankheit andichtete, selbst ein falsches Bulletin veröffentlichte, und bezeichnet diesen Vorgang als verabscheueuswerth. Das „Journal" dcmeutirt ferner die Nachricht, daß ein Circular der Postbehörde, wonach alle Briefadrcssen in französischer Sprache geschrieben sein müßten, eine Repressalie gegen Deutschland "sein solle, welches den Postdienst germanisire. Es handle sich nm eine einfache administrative Maßregel, welche sich auf Verträge mit Ländern gründe, deren nationale Sprache nicht die französische sei. _______ Prag, 4. Januar. (Privatdepesche.) Fürst Carlos Auersperg ist soeben gestorben. Göttingen, 4. Januar (Privatdepesche.) Der Germanist Professor Wilhelm Müller ist heute gestorben. Bonn, 4. Januar. (Privatdepesche.) Der National- öcvnom Profossor Erwin Nasse ist heuttz gestorben. Locales tinö provinzielle. Gießen, 4. Januar. — Der Jahresbericht über die Betriebsverwaltung der Oberhessischen Staatseisenbahnen im Betriebsjahre 1888—89 weist u. A. folgende Ergebnisse aus: Gegen das Vorjahr ergibt . sich eine Mehreinnahme bei den Hauptbahnen von 87,126 Mk., der Betriebsüberschuß beträgt 268,657 Mk. 51 Pf. Die Ausgaben sind um 10,000 Mk. höher als im Vorjahre, indessen lediglich in Folge der Bestreitung der Kosten für zwei neue Locomvtivcn ans dem Betriebsfonds, ohne diese würde die Ausgabe um 7700 Jt. geringer als im Vorjahre sein. — Auch in dem abgelaufenen Betriebsjahre hat eine Zunahme der Zahl der auf den Hauptbühnen beförderten Personen stattgefunden, welcher eine sogar verhält- nißmäßig hohe Mehreinnahme gegenübersteht. Noch bedeutender war die Steigerung des Güterverkehrs auf den Hauptbahnen mit ca. 60,000 Tonnen und einer um nahezu 60,000 Mk. höheren Einnahme. In der Persvncnfrequenz erscheint der Reihenfolge nach Gießen mit 309,466, Alsfeld mit 71,676, Nidda mit 71,457, Lieh mit 65,670, Büdingen mit 62,626,- Grün berg mit 61,741, Fulda mit 53,606, Gelnhausen mit 51,844, Hungen mit 48,989, Großen-Buseck mit 45,290, Lauterbach mit 42,602, Stockheim mit 36,985 u. s. w. Ein erhebliches Mehr gegen das Vorjahr hat der Reihenfolge nach Großen-Buseck mit 13,142, Nidda mit 11,925 und Stockheim mit 8090 Personen. Im Güterverkehr erscheint der Reihenfolge nach als Nr. 1 Stockheim mit 46,202 Tonnen, Hungen mit 35,719 Tonnen, Nidda mit 32,232 Tonnen- dann folgen die übrigen Stationen der Hauptbahn. k Theater. Ueber die Vorstellung von gestern sind wir zu unserem Bedauern gezwungen, uns kurz zu (affen. „Tilli" ist ein sehr nettes Lustspiel und kann namentlich dann seine Wirkung nicht versagen, wenn die Titelrolle in so allerliebster, hinreißender Weise, wie von Frau Anni Reiners, gespielt wird. Ihr zunächst nennen wir Herrn Jaskowski, der sehr viel gute Momente hatte. Als Thekla Rebus befand sich Frau Marie Jaskowski in ihrem Fahrwasser und spielte ihre Rolle mit bestem Gelingen. Fräulein Maas (Corinna) war gestern recht nett, während Herr v. Gallas sich weniger leicht in seine Rolle, die ihm allerdings auch weniger Gelegenheit zur Entfaltung seiner Fähigkeiten bot, zu finden schien. Befriedigend und. ein Zeugniß für seinen eifrigen Fleiß war die Art und Weise, wie Herr Ullrich den Alfred spielte. Immer noch ungenirter aber muß der Herr werden und noch besser „S" und die übrigen Konsonanten sprechen lernen. Die Herren Otto Frank (Baron Strauß) und Richard Lerch (Karl) wirkten im Sinne ihrer Nollen sehr komisch. Fräulein Helene Pauli zeigte wiederum als Friederike eine gewinnende Frische, während wir Fräulein Neuschilling sagen müssen, daß sie schon durch etwas mehr Lebendigkeit und lauteres Sprechen ihre Rotte zu viel bedeutenderer Wirkung hätte bringen können. * Laubach, 2. Januar. Seit einigen Wochen ist eine schätzenswerthe Verbesserung der wohnlichen Verhältnisse unserer Stadt in das Auge gefaßt worden, der Bau einer Wasserleitung in die einzelnen Wohngebäude. Herr Ingenieur Weber, der bereits in Lich eine solche erbaut hat, die sich bestens bewährt, hat dem hiesigen Stadtvorstand den Plan bereits überreicht. Die Kosten derselben find auf etwa 40,000 M. berechnet worden. Das Quellengebiet, das für die Leitung benutzt werden soll, befindet sich etwa 1 Kilometer in nordöstlicher Richtung von der Stadt entfernt, am Lardenbacher Weg, bei der sogenannten „alten Ziegelhütte". Dieser Plan des Stadtvorstandes muß um so dankbarer begrüßt werden, da die Wasserversorgung bisher sehr mangelhaft ist- es sind nur drei lausende Brunnen vorhanden, daneben nur mangelhafte Pumpen. Die Reparaturkosten derselben belaufen sich nach dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre auf jährlich 450 M. Außer dieser Ersparniß muß noch die Ersparniß der Arbeitskraft gerechnet werden, so daß der Vergleich wesentlich zu Gunsten der geplanten Wasserleitung ausfällt. (D. Ztg.) * Nidda, 2. Januar. Nach dem nahegelegenen N. kam kurz vor den Weihnachtsfeiertagen ein in einer großen süddeutschen, augenblicklich insluenzirten Stadt beschäftigter Bursche zum Besuche seiner Eltern. Beim gemeinsamen Abendessen drückte der Sohn sein Bedauern darüber aus, daß er zu den Feiertagen seinen Eltern wohl die Influenza ins Haus bringen werde. Die Mutter, die unter der letzteren Bezeichnung den Namen ihrer zukünftigen Schwiegertochter witterte und von einer solchen noch durchaus nichts wissen mochte, sprang mit drohenden Geberden und den Worten vor den Sohn- „Doas unnerstieh dich oawwer joa nit, mer 'etzt schunn e' Weibsmensch ins Haus zu bringe!" (N. A.) Vermischtes. * Frankfurt a. M., 2. Januar. Neujahrsnacht auf dem B r u u h i ld is f e l s e n. Eine Anzahl wackerer „Tauniden" begannen das neue Jahr mit einem Marsch auf den Feldberg. Der Abmarsch erfolgte am 31. December um IO1/4 Uhr Abends von Falkenstein, die Ankunft auf dem Brunhildenstein um ll^Uhr. Bei Fackelschein und Freuden- seuer wurde das neue Jahr angetreten. Um 1 Uhr erfolgte öann der Abmarsch vom Feldberg nach Falkenstein und nach kurzem Aufenthalt nach Soden, von wo um 5 Uhr die Rückfahrt angetreten wurde. Die Theilnehmer sind voll des wunderbaren Eindrucks, den das wallende Nebelmeer, die herrlichen Reisbildnugen und der Helle, klare Mondschein aus dem Feldberg aus sie machten. * Frankfurt a. M., 3. Januar. Der Vorstand der electro- technischen Ausstellung hat in Folge des von dem Berliner electrotcchnischen Verein kundgegebenen Wunsches, die Eröffnung der Frankfurter Ausstellung auf das Frühjahr 1891 5" verschieben, mit dem Vorsitzenden dieses Vereins, Herrn Generaldirector Haake, sowie mit den ersten Berliner electro- technischen Firmen Persönliche Unterhandlungen geführt, und hat durch dieselben die Ueberzeugung gewonnen, daß bei allen vorzugsweise in Betracht kommenden Stellen die größe Geneigtheit besteht, sich an der Frankfurter Ausstellung in umfassender Weise zu betheiligen, und auf eine etwaige Berliner Ausstellung ausdrücklich zu verzichten. Andererseits ist dem Vorstände der Nachweis erbracht worden, daß es Angesichts des allgemeinen lebhaften Geschäftsganges nicht möglich sein würde, die großen Ausstellungsobjecte so zeitig hierher gelangen zu lassen, daß die complicierte Installation bis zum 1. Juni d. I. mit Sicherheit fertiggestellt werden konnte. Ein Umfrage bei den großen süddeutschen, rheinischen, elsässischen und schweizerischen Firmen, welche bereits angemeldet sind,, hat das gleiche Resultat ergeben. Da es nun selbstverständlich der Hauptzweck der Ausstelltmg ist, der deutschen Industrie Gelegenheit zu geben, ihn? Erzeugnisse in einer dem heutigen Stande den Electrotechnik entsprechenden großartigen Weise zur Anschauung zu bringen, so hat der Vorstand gestern Abend beschlossen, der Eröffnungstermin der Ausstellung auf den 1. Mai 1891 zu verschieben und wird derselbe demnächst dem weiteren Ausschüsse darüber Vorlage machen. Es ist um so leichter gefallen, diesen Beschluß zu fassen, als Herr Staats- minister v. Maybach, welcher im Hinblick auf die deutsche Industrie das größte Interesse für das Zustandekommen der Frankfurter Ausstettulig bekundete, dem Vorstände die Ueber- laffung des Ausstellungsterrains auch für das Jahr 1891 in sichere Aussicht gestellt hat. Die Verhandlungen darüber mit der kgl. Eisenbahndirection, welche von Anfang an, gleichwie die Verwaltung der Hessischen Ludwigsbahn, dem Unternehmen jede Förderung zu Theil werden läßt, sind bereitseingeleitet und es besteht kein Zweifel mehr, daß das Aus- stettungsterrain am Hauptbahnhose auch für den späteren Termin unter den früher vereinbarten Modalitäten gesichert ist. Unter diesen Umständen ist zu erwarten, daß die Frankfurter electrotechnische Ausstellung int Frühjahre 1891 weitumfassendere Verhältnisse annehmen wird, als dies im lausenden Jahre möglich gewesen wäre. * Am 4. Januar 1849 starb Gabelsberger, der Begründer der Stenographie. Heute, wo wir an den schnell- schriftigen Stenographen gewohnt sind, wie an das tägliche Brod, wird nicht viel Wesens mehr von der Stenographie gemacht. Das schwächt aber die Bedeutung dieser Erfindung nicht ab und wer etwa solche Bedeutung ad oculus demon- strirt haben will, möge nur einmal bedenken, daß ohne die schöne Kurzschrift die neuesten Parlamentreden kaum so rasch in den politischen Blättern stehen würden. Vielleicht kommt auch einmal die Zeit, in der in den Schulen Stenographie gelehrt wird. Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gießen. Aufgebote. December: 28. Wilhelm Brück, Ztmmergesell zu Oppenrod, mit Elissbethe Döring daselbst. Eheschließungen. December: 28. Georg Carl Hermann Warnstädt, Kaufmann zu Berlin, mit Amanda Emilie Müller hterselbst. Geborene. December: 23. Dein Wcigdinbermeister Julius Heinrich Hoch ein Sohn. '24. Dem Schneider Jost Schneider eme Tochter. 24 Dem Kunstreiter Oskar Dtttrich ein Sohn, PbtUpv Peter. 25. Dem Graveur August Haßler eine Tochier. 28. Dem Fabrikant Emil Schmoll eine Tochter. 30. Dem Drechsler Heinrich Emil Schäfer ein «Lohn. Gestorbene. December: 24. Heinrich Euler, 56 Jahre alt, Fuhrmann dahier. 27. Louis Magen, 54 Jahre alt, Scrtbent dahier. 28. Andreas Weidtg III, 74 Jahre alt, Rentner dahier. 28. Carl Mehrfeld, 14 Jahre alt, Sohn des verstorbenen Zimmermanns Bernhard Mehrfeld dahier. 30. Bertha Fleischhauer, geb. Gottschalk, 59 Jahre alt, dahier, Wittwe von Oeconom Christian Fleischhauer. 31. Friedrich Wilhelm Schreiber, 30 Jahre alt, Bierbrauer dahier. 31. Konrad August, genannt Karl Leng, 73 Jahre alt, Rentner dahier. — Januar: 1. Bernhard Steinhäuser, 13 Jahre alt, Sohn von Metzger Wilhelm Steinhäuser zu Butzbach. 1. Auguste Graf, geb. Schneider, 71 Jahre alt. Wittwe von Ztmmernrann Friedrich Grat dahier. 2. Friedrich Wilhelm Franz M'ckley, 47 Jahre alt, von Bärwalde t. d. N., Schmied dahier. 2. Wilhelm Christian Faubel, 27 Jahre alt, Metzger von Laubach. Auszug au» den Kirchenbüchern der Stadt Sieben. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 28. December. Georg Carl Hermann Warnstädt, Kaufmann in Berlin, und Amanda Emilie Müller, Tochter des Schreiner- meisters Erbanus Müller zu Gießen. Den 29. December. Wilhelm Franz Spuck, Schlosser zu Gießen, und Margarethe Eifert, Tochter des verstorbenen Taglöhners Heinrich Den 29. December. Dem Schuhmacher Philipp Appel eine Tochter, Johanna Helene Auguste Christine, gebärenden 11.October. Den 1. Januar. Dem Kaufmann Wilhelm Poppelsdorf eine Tochter, Johanna Georgine Marie, geboren den 13. December. Beerdigte. Den 29. December. LoutS Magen, Scribent, alt 55 Jahre, starb den 27. December. Den 30. December. Carl Mehrfeld, Sohn des verstorbenen Lackirers Bernhard Mehrfeld, alt 14 Jahre, starb den 28. December. Den 31. December. Andreas Weidig, Rentner, alt 74 Jahre, starb den 28. December. Den 2. Januar. Bertba Fleischhauer, geb. Gottschalk, Wittwe des O-conomen Christian Fleischhauer, alt 59 Jahre, starb den 30. December. Den 3. Januar. Friedrich Schreiber, Brauer, alt 30 Jahre, starb den 31. December. , Denselben. Konrad August Leng, Rentner, alt 73 Jahre, starb den 1. Januar. , Denselben. Auguste Graf, geb. Schneider, Wittwe detz Wirths und Zimmermanns Friedrich Graf, alt 70 Jahre, starb den 1. Januar. wurden bei der jünast epidemisch auf- "3” getretenen Influenza Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen mit außerordentlichem Erfolge angewendet. Auf Verordnung der Herren Aerzte wurden die Pastillen, in heißer Milch aufgelöst, von dem Kranken in wiederholten Gaben genommen und allgemein beobachtete man, daß die Schletmlö'ung eine äußerst leichte und der Verlauf der Krankheit ein sehr günstiger und rascher roar. — Erhält!. in allen Apotheken und Droguen ä 85 Pf. [65 Jeder Versuch bringt dauernde Abnehmer des Holländ, Tabak-, 10 Pfd fco 8 Mk. nur bei B. Becker in Seesen a. Harz. [156 Mnioerfitäts - Nachrichten. — Ter ordentliche Professor Dr. Karl Robert zu Berlin ist in gleicher Eigenschaft in die philosophische Facultät der Untversilät Halle-Wittenberg versetzt worden. — Der ordentliche Professor vr. Richard Foerster zu Kiel ist in gleicher Eigenschaft tn die philosophische Facultät der Universität Breslau versetzt wordrn. Jena, 3. Januar. Gehtimrath Prof. Karl von Haase ist heute früh gestorben.__________________________________________________ Verkehr, Land- und Volkswirthschaft. Gießen, 4. Januar. [Marktberichts Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. x 0,85—1,00, Hühnereier 1 St. 8-9, 2 St. —. -H, Enteneier 1 St. 0- 2 St. — Gänseeier — Käse pr- St. 4—7 H, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 18 -9>, Linsen vr. Liter 30 Tauben pr. Paar X 0,50—0,60, Hühner pr. Stück X 0,85-1,00, Hahnen pr. St. X 0,60-1,20, Enten pr. Stück X 1,70—2,00, Gänse pr. Pfd- 60—70 Ochsenfleisch pr. Pfd. 66—72 H, Kuh- unb Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 60—70 Hammelfleisch 50—66 H, Kalbfleisch 56—60 Kartoffeln pr. 100 Kilo X 4/ 0—4,50, Weißkraut vr- St. 6-8 .Sf, Zwiebeln per Centner X 8,00—9,00, Milch pr. Liter 12-18 Vrodpreise vom 5. bis 19. Januar 1890. Bei den Bäckern. 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod.............. 2 (4 P d.) Weißbrod............ - - 1 „ (2 P d.) Schwarzbrod 1. Sorte......... 2 „ (4 P d.) Schwarzbrod 1. Sorte ......... 1 , (2 P d.) Schwarzbrod 2. Sorte......... bei K. Lenz 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. SoUe bei K. Lenz 3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei L. Keil, I. Lein 29 58 27 54 25 24 50 48 75 Bei den Brodverkäufer«. 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod 29 2 „ (4 „ ) „ 58 1 , (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 27 2 , (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 54 3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte — 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 25 2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 50 3 • (6 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte . — Gießen, den 4. Januar 1890. Großh. Polizeiamt Gießen. Fresenius. CD' 193 rr S W A. 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Georg Petri tiachf s Seltersweg 43. Musikai. Hausfreund Blätter f. ausgewählte Zalonmufik. III. Jahrgang. Monatlich 2 Nummern (mit Text- Beilage). Preis pro Quartal 1 X Probenummern gratis und franco. Leipzig C. A. Kochs Verlag. 11010 H'np er 136.00 Ostpreußen 187.50 Bochumer GußstahlacriLN Tendenz: schwankend. | Abonnements - Preis der Gartenlaube in Wochennummern 1.60 I vierteljährl., in jährl. 14 Heften ä 50 $ ob. 28 Halbheften ä 25 | Man abonnirt auf die Gartenlaube bei den meisten Buchhand- g langen, auf die Wochen • Ausgabe auch bei den Post - Anstalten 3 (Post zeitungsliste Nr. 2273). JE lElian, Sattlerei und Schuhwaarenhandlung. Pianos an vermiethen. Monatliche Mieth preise: 3, 4, 5, 6 M,k. und höher. Freie Stimmung. Aut einzelne Tage zu Hochzeiten, Concerten, Tanzunterhaltungyiejfi. 6, 7, 8, 9 Mk. und höher (einschliesslich der Transportkosten). 143 WiSh.Rudoäpii. Pianohandlung, JVeuenweg 9. Eingesandt. — Mit schmerzlichstem Bedauern habe ich vorgestern die unglaubliche Nachricht in den „Oberhessischen Nachrichten" gelesen und in Ihrem hochgeschätzten Blatte gestern bestätigt gefunden, daß die berüchtigten „Gespenster" des nordischen Dichters Ibsen hier aufgeführt werden sollen- Das bekannte Lustspiel enthält die wenig verschämte Zeichnung eines Pastors und außerdem so viel Pikantes, um keinen anderen Ausdruck zu gebrauchen, daß es eine Depraoation des classischen Geschmackes zur Folge haben muß, und meine ich deßhalb, es solle nicht aufgeführt werden. Wes Geistes Kind das Stück ist, geht auch schon daraus hervor, daß es in Stettin und Berlin verboten worden ist. Einsender dieses war zwar noch nicht hier im Theater, meint aber, daß womöglich auch das Personal nicht ausreicht für das figurenreiche Stück- Ceterum censeo: Wir wollen nichts von der modernen Schule wissen und bei dem bewahrten und guten Alten bleiben [189 Wegen Umzug Anfangs Februar a. c. in mein Haus Bahnhofstraße 29 verkaufe sämmtliche Wollwaarerr, garrrirte und ungarnirte Hüte zu und unter Einkaufspreisen. Zur BaSE-Saison empfehle: Tülle, Spitzen, Sammte, Atlaffe, Moire und Seidenstoffe- sowie sämmtliche Bänder, Sckarpenbänder in Moire, Atlas rc«, Ballhandschuhe in Seide, ©läge, BallblnMen, sowie sonstige Artikel mit extra 10 % Preisermässigung. 191] Zwei anständige Mädchen, welche kochen können, möchten Stellen annehmen, alsbald und am 1. März. Ludwigsstraße 45_IIL_ 182] Ein tüchtiger Pferdeknecht gesucht vou 2Lug. Schlesflnger. Alice-Schule. Der neue Bügelcurfus beginnt Mittwoch den 8. Januar 1890. GROSSES CONCERT ausgeführt von der Capelle des Gr. Heff. Jnf.-RgtS. Nr. 116 unter Leitung bes Herrn Musikdirectors C. Krautze. Anfang s Nhr? ea Bier im GlclS bhi Entree 30 Pf. Steins Garten Sonntag den 3 Januar: der Comumuditgefellschaft für Mercerie 8. Relnach & Cie. 5 Markt 5 Um für die im Frühjahr eintreffenden Maaren Platz zu schaffen, unterstellen wir unser Lager in Winterwaaren einem Soison-Äusverk^f und gewähren auf die schon außerordentlich billigen Preise nachstehend verzeichneter Maaren einen 1K8 Rabatt v : Ubr 15 Mw. Das regelmäßige MM Riegenturnen begin«t wieder Montag, 6. Januar. Der Vorstand. 4 pCt. Reichsanleihe 3V2 , 4 „ Preuß. Consols 136] 6650 -Meter Acker am Krof- dorferweg neben der Backsteinbrennerei von Größer und 3250 lH - Meter Acker neben der Ziegelbrennerei von H. Schomber an der Rodheimerstraße sind zu verkaufen bet PH. Schwan I., Neustadt 43. Gegen Husten und Heiserkeit sind die besten Mittel: Malzbonvorts, Gummibon- I bons, Rettigbonborrs, Al- H thievonvonS, Cachu, Isländisches Moos, Emser und Sodener Pastillen, Vichy- Pastillen, Brombeerblätter, Bestandtbeile d. Brustthees r Althee- (Eibisch) -Wurzel, Süßholz,Huflattig,Lakritzen Salmiak, Alaun, chlorsaures Kali, Salicylsäure, Borsäure, Tannin re. rc. zu haben in der 137 Dkogenhandlung von Otto Schaaf, ? ettersweg 39. D<"ttsn-Megenschtrrrr in einem Hause st hen geblieben. Es wird gebeten, denselben Kaplansgaffe 21 gefälligst abgeven zu wollen. Ein flinkes reinliches Mädchen gegen guten Lohn zu lrichter Vaurrnder Arbeit gesucht. Wo? sagt die Exp. d. Bl. 4tJ Ein älteres Mädchen mit guten Zeugnissen welches ganz selbständig kochen kann und sich jeder Hautzaibelt unterzieht, I wird alsbald zu mMfien gesucht. Frau Elisabeth Hochstätter, _______________Bahnhofstraße. Zöpfe, Tuffen, Dreher, Haarketteu, Bouquets u. s. w. werden schön und dauerhaft ar- Jllustrirtes Famürenblatt. Programm der im Jahrgang 1890 erscheinenden Erzählungen und Roman«: Flttmmen^ichen. y01l E. Werner. Gin Mann! Don Hermann Helberg. Amtt. Don Theodor Fontane. Hawnm Müller. Don Karl von Heigel j Sprung im Glase. Don A. v. Verfall. | Eine unbedeutende Krau. Don W. Heimburg. u s. w. u s. w. Belehrende und unterhaltende Beiträge erster Schriftsteller. Prachtvolle Illustrationen bedeutende! Künstler. Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 4. Januar 1890. .. -----------Lj 180-50 180 Tode*-Anzeige« Heute entschlief nach kurzem Leiden unser innigst geliebter Gatte, Vater, Bruder und Schwager Carl Lenz, Bäckermeister, im 32. Lebensjahre, was wir Verwandten und Bekannten tief betrübt anzeigen. Die Hinterbliebenen. Giessen, den 4. Januar 1890. 194 Die Beerdigung findet Montag den 6. Januar, Vormittags 11 Uhr, vom Trauerhause, Neustadt 6, aus statt. Mrrniethungen. 169] Ein Familienlogis zu vermiethen ___________________Katharinengasse 10. 16*] Ein Logis, 4 Zimmer mit Zubehör Marktplatz 5, sowie ein Logis, 6 Zimmer mit Zubehör SSrillerstratze 15 per 1. April Preis- Werth zu vermiethen. ____ M. Scheel. 69] Ecke der Ludwig- und Bismarckstraße Nr. 11 ist der zweite und dritte Stock je 7 Zimmer nebst Zubehör, weg- zugshalber per 1. April zu vermiethen. 186] Goethestraße 18: 1 Stock zu vermiethen, 4 Zimmer mit Zubehör. _______W. Seipp Ludwigsstraße 28. 176] Der zweite Stock meines Hauses Kreuzplatz 3 per 1 April a. c. anbei weit zu rermiethea. _______Hermann Mettenheimer. 17 ] Schillerstr. 20 r 3. Stock mit Masserleitung bis 1. April zu vermiethen. 174] Ein gut möblirtes Zimmer mit Aussicht nach der Straße in einem neuen Hause zu vermiethen __________________Asiersweg 12, 2 Tr 181] Möblirtes Zimmer zu vermiethen. _____ __Flügelsgasse 6. ~185| Schön möblcrtes Zimmer sofort zu vermiet en. Bahnhofstraße 61 III. 163] Ein möblirtes Parterre Zimmer in der Südanlage an einen ruh gen jungen Mann zu vermiethen. Näheres in der Exped d. Bl. Vermischte Anzeigen. 173] LogiS-u.Pens.-Gesuch. Solid, geb. Herr, 50 I., sucht zum 1. MLrz od. später bei geb. kl. Familie ob. einz. Dame ein gut möbl. sonn. warmeS Zimmer (eig. Bett und Schreibtisch), wo er bei einia Verk ein freund!, dauernd. Heim fanbJ — Beding.: ruh anst. Straße, ganze ob. theilw- eins, aber gute Pens.,mäß. Preise.Ausf Off. m. Preisang sub A. D 90 nach Wiesbaden post!. erb. 190] Unabhängige Lauffrau oder Mädchen gesucht. Nordantage 10. Iutchm-Verem. Wegen Erkrankung des Special- Vorstandes an der Influenza heute keine Geheimfitzung, sondern nur Kafseabend. [178 Der Cermonienmeister. Montag Abend: Jentzen. Neues Theater, Giessen (Direotion: Adam Reiners). 181 Sonntag den 5. Januar: Im Abonnement Im Abonnement Vereinskarten ungültig;. „Die Grille“. Ländliches Characterbild in 5 Acten von Ch. Birch-Pfeiffer. Personen: Vater Barbeaud Max Jaskowski. Mutter Barbeaud Luise Maas. Landry | Zwillingsbrüder Paul v. Gallas. Didier I ihre Söhne Albert Ullrich. Martineau Etienne Collin Dio alte Fadet Fanchon Vivieux, ihre Enkelin Vater Gaillard Madelon, s. Tochter Susette Mariette Richard Lerch. Fritz Mai Heinrich Samet. Marie Jaskowski. Anni Reiners. Otto Frank. Luise Neuschilling. Auguste Pfeil. Franzis Martin. Kassenöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende IO1 /8 Uhr. Dienstag den 7 Januar: Zum Benefiz für Herrn u Frau Jaskowski: „Gespenster*4. Textors Terrasse. Die Wirthschaft bleibt auch an Sonina- lagen bis auf Weiteres gesebBossen. 179 Wörfenwochets Bericht von E. Wasserschleheia, Bankgeschäft. Die Widerstandsfähigkeit der Börse wurde in der verflossenen Woche mehrfach auf eine harte Probe gestellt. Die Geldschwierigketten der Liquidation wollten kein Ende nehmen, von Tag zu Tag wuchs der Geldbedarf und stiegen die Sätze, welche für Darlehn auf kurze ober lange Frist bezahlt wurden. Diese Erscheinung steht in vollkommenem Gegensätze zu den Erfahrungen früherer Monate, nach welchen die Börse regelmäßig lange vor dem eigentlichen Zahttage die angenehme Entdeckung machte, daß der hauptsächlichste Geldbedarf scho 1 gedeckt und eine wettere Geldver- theuerung nicht mehr zu erwarten sei. Man kann nicht sagen, daß die Speculation diesmal in ihren Disposi'.tonen mit wen.ger Vorsicht verfahren fii, wenn auch die lhatsächliche Vc'sorgung etwas später begonnen haben mag als in nü "ue.i Monaten, und wird daher die bis zum letzten Liquidations-Tage steigenden Reportsätze fast gänzlich dem gewaltigen Umfang der bestehenden Engagements zur Last schreiben müssen. Den Einfluß des an sich großen Geldbedarfs für Handel und Industrie darf man nicht überschätzen, denn dieser, wie groß derselbe auch sein mag, fällt doch nur zum geringsten Thetle der Börse zur Last. Es verschließt sich auch Niemand der Einsicht, daß die herrschende Geldklemme nur eine Folge der bestehenden Ueber- spcculation ist, aber die Nutzanwendung, welche in einer freiwilligen Herabminderung der Engagements besteben sollte, fehlt. Tie Börse selbst kann freiltch wenig dazu tbun, denn, wie schon so oft gesagt, sind die Träger der Bewegung nicht an der Börse, sondern in dem P.ioatpubltkum zu suchen. Es herrscht heute kein Zweifel mehr darüber, daß die Börse aus der ganzen gewaltigen Bewegung der vergangenen 2 Jahre nur sehr geringen Nutzen gezogen hat, weil sie sich von allem Anfang an der Bewegung widersetzte. Das Prtvatpublikum aber hat gerade durch die Zähigkeit, mit welcher es seiner Ueberzeugung anhing und durch die ihm zu Gebote stehenden fast unbegrenzten Mittel allen Warnungen zum Trotz Recht behalten und ungeheure Gewinne eingeheimst oder wenigstens rechnungsmäßig erzielt. Daß es, gestutzt auf diese Erfahrung, heute weniger als je geneigt ist, irgendwelchen Warnungen Gehör zu schenken, ist wohl begreiflich, aber bedauerlich, weil dadurch Verhältnisse gezeitigt werden, welche es schwer machen zu glauben, daß sich eine Correctur der Uebertrelbung auf gewissen Marktgebieten ohne eine ernstliche Erschütterung des Marktes vollziehen könnte. Es ist darauf htngewiesen worden, daß im Jahre 1889, im großen Jahr der Hausse, in aller Stille und unbemerkt von der großen Menge sich Coursermäßigungen au in Vergessenheit gesunkenen früheren Lieblingen der Berliner Speculation vollzogen haben, welche bis an 100 % heranreichen. Diese Berichtigung einer früheren Ueber- treibung hat sich vollzogen, ohne den Markt irgendwie zu beeinflußen. Daß aber die gegenwärtigen Uebertreibungen auf dem Berliner Montanmarkt sich mit der gleichen Ruhe corrigtren werden, ist wegen der Allgemeinheit der Bewegung und der Größe des in diesen Werthen investirten Eapitals zum Mindesten sehr unwahr- 'Äeinlich. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß eine Rectificatton der Eourse der Montanwerthe unmittelbar bevor ober ancb nur in Aussicht stände. Das Prophe- rechen ist unter berr gegenwärtigen Verhältnissen eine nützliche Sache geworden, weil Factorcn in Berechnung zu ziehen sind, über deren Größe uns jeglicher Anhalt fehlt. Wie die Dinge liegen, glaube ich, daß ich nach manches Mal im neuen Jahre uner Börsen zu berichten Haven werde, welche allen Verhältnissen zum Trotz steigende Eourse bringen. Die Steigerung des Reportsatzes am Samstag der Vorwoche hatte nur mäßige Coursabschwächungen hevoorgerufen, aber die neue Woche begann mit neuen Sorgen. In Berlin war am Montag noch ein ungemein starker Geldbedarf zu befriedigen und da das Angebot von Reportgeldern offenbar nicht ausreichte, so half man sich, so weit man konnte, durch Verkäufe von Änlagewerthen, besonders der 3'/2°/o Reichsanleihe und Consols. Dr traf die Meldung ein, daß die Bank von England ihren Dtseontsatz auf 6% erhöht habe, und diele völlig unerwartete Nach- -icht ließ die Börse einen Augenblick schwanken, ob sie beharren oder mit stärkeren Verkäufen vorgehen sollte. Die Eourse gingen auch etwas zurück, aber nur sehr unerheblich, denn man folgte nach einigem Schwanken der Erwägung, daß die Börse, die soeben noch 10% offiziell für Reportzins gezahlt hatte, einen Discont iatz von 6% nicht zu fürchten habe. Am Dienstag endlich konnte man die glückliche Beendigung der Liquidation feiern, die eigentliche Hausseströmung kam aber erst mit der ersten Börse des neuen Jahres in Fluß, als der Prioatdisconlsatz schnell zu sinken begann und auch b r Satz für tägliches Geld, die letzter Zeit stark herabgestimmten Aussichten auf einen ausgiebigen Rückfluß im Januar sich wieder erheben ließ. Es sind wiederum Banken und Montanwerthe, welche die weifte Beachtung fanden und von diesen nicht zuletzt die Cassawerthe, bei welchen der Dividendencoupon mit dem ersten Januar abgetrennr wurde, ein Coursabfchlag, der nach alter Börsenpraxis möglichst schnell wieder eingeholt werden muß. Von Ultirnowerthen erfreuten sich am meisten der Gunst der Speculation Handelsgesellschaft und Dresdener Bank, bann auch Diccontogesellschast, weil man eine Reise des Herrn von Hansemann nach Wien und Pest mit dem Project der Valutareguli'ung in Oesterreich-Ungarn in Verbindung brachte. Aus demselben Grunde wurden auch Er edtt Actien bevorzugt. Mit dem fluffiger werdenden Gelbstand kamen bann die Renten in Ausnahme, besonders j J'altener und österreichisch-ungarische Anleihen, während sich Orient mit der vor- 1 wöchentlichen Steigerung begnügen mußten. Bei Jndustriewerthen wird die Coucsvergleichung durch die erfolgten Coupons- delachirungen erschwert. Großes Geschäft sand in Electricitätsactien statt auf die Nachricht, daß die Gesellschaft mit der Tudor'schen Accumulatorensabrik einen Trust- uerirag abgeschlossen habe. Die Actien wurden bis nahe an 240 gesteigert, sind aber in den letzten Tagen wieder bis auf 228 gefallen, besonders als sich die Verwaltung durch das Treiben an der Börse zu der Erklärung veranlaßt sah, daß eine wesentlich höhere Dividende nicht zu erwarten lei. Eisenactien waren in den letzten Tagen etwas gedrückt wegen eines partiellen StrikeS auf einem Schacht der Laurahütte, -foblenactien sind aber höher. Der Prioatdiscont ist rasck bis auf 4% 0/0 gesunken- Der Rrichsbaiikausweis, welcher über die tyatsächliche Lage des Geldmarktes die beste Auskunft geben könnte, sttht leider aus. Eourse der Frankfurter Börse. Staatsanleihen. fe* Braunschweig. 20 Thlr.- Loose .... 30/0 Oldenburger Loose . 3V,o/oKöln-Mindn.Loose 107.— 132.45 139.— 107.— 132.— 138.90 841 6o/nEhtc.Milw.f.St.Paul Prt.,rückzahib. 1910 . 5o/nChic.Milw.f.St.Paul Prt., rückzahlb-1921 . 6°/0 Centr. Pacif. I.Mrtg. rückzahlb. 1896 . . nerikar 116.30 103.90 111.20 rische E 118.— 104.40 110.50 -senbahn-NondS. 4^/o Ehtcago Burlington Nebraska 1927 . . 41/a°/o California Pacif. I. M., rückzahlb. 1912 6o/oPacif.oi 'Älissouri con- solidated I. M. r. 1920 90.50 105.60 107.65 91.— 108.40 183 Hekene Lenrp urrd Kind. Gießen, den 4. Januar 1890. Die Beerdigung findet Sonntag den 5. Januar, Nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehaus (Frankfurterstraße 82) aus statt. Todes -Anzeige. Verwandten und Bekannten machen wir hierdurch die schmerzliche Mittheilung von dem gestern Nachmittag erfolgten Hinscheiden unseres unvergeßlichen Mannes und Vaters Christian Aemp und bitten um stille Theilnahme. Nb Der heutigen Nummer liegt ein Extrablatt he* Firma A. Iuntz set. Wwe. in Bonn, Niederlage in GieHen bei Herrn I. M. Echulhof, bei. 195 Hebaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gietzev Tie heutige Nummer umfaßt 6 Seite«. f* oom L88il89 b. Gold- lenba'hn- LL.A.. 'ifl.l88Or >.. T. . ' mbrrden do. do. Gold. Mzk.) Silber iLM n . . 19 gaint tSecM. -'M. 96.- 83.59 84.70 102.75 17.50 103.60 89.50 101.- 98.60 62.55 100.90 100.60 83.70 57.70 6370 1 91.50 90.40 I 87.60 3./L 96 70 84.- 85 30 10'2.75 17.70 104.50 90.- 101.30 99.50 63.60 101.50 101.25 83.35 56.30 64.25’ 92.10 90.30 87.80 182.- 176.60. 164.- 164 30 . . . 171.10 167.50 T . . | 114.- —.— 191.30 194.10 ribitb.. 119.- 119.50 nein . 102.37 107 50 tnsbrnk 128.40 paiUtatt 277.- 27825 Jlditer, . jvna. 274.30 269.aO „irfthmowo 96.90 96.90 Mndbr. 101- loL 101- ioi - 98.50 98 50 mndschld.- mdbr. - 20 M. 107. 107. 105.60 183 Kiad. .3a82)^jS 132 45 132 — W ‘ 138.90 irr Loose . mditLoose^—- Verkehr, Land« und Volkswirthschaft. eine Neugierde mit einem recht hohen Eintrittsgeld in Ge- talt eines Säbelhiebes oder seiner Verhastung zu bezahlen hatte. Geradezu sein Leben aber setzte Derjenige aus's Spiel, welcher in einem Cylinderhut unter den Linden sich sehen ließ. Fäuste, Stöcke und Schirme sausten aus das Haupt des Um vorsichtigen nieder. Einen hohen Hut betrachtete der Mob I als eine Herausforderung, als einen ihm hingeworfenen Fehdehandschuh. Er nahm ihn auf und wie! Das „Huteintreiben" bildete einen besonderen, zu hoher Kunstfertigkeit ausgebildeten Sport und war eine geradezu unerläßliche Beigabe der Sylvesternacht geworden. Dieser einstigen, von einer wahren Pöbelherrschaft verunzierten Sylvesternacht gegenüber nimmt sich die heutige wie der Empfangsabend in einer vornehmen Familie aus. Man begrüßt wohl auch heute noch auf der Straße das neue Jahr durch lauten Zuruf. Nicht ganz salonfähige Gestalten ängstigen den von der Gesellschaft heimkehreuden einsamen Wanderer auch jetzt noch durch die ihm freundlich „zugebrüllten" Neujahrswünsche, aber Excesse, die ein Dreinhauen der Polizei nöthig gemacht, sind seit Jahren nicht mehr vorgekommen und mag es selbst aus der sogenannten „besseren Gesellschaft" Einzelne geben, welche da in der Erinnerung an die früheren, bei der Kranzler'schen Ecke vorgekommenen Scenen seufzend meinen, daß jetzt zu Sylvester doch gar nichts mehr los sei, die überwiegende Menge ist froh, daß durch die immer strenger auftretenden Behörden den gefährlichen und unwürdigen Auftritten schließlich ein Ende gemacht worden ist. Auch heute Abeud werden sich wieder Schreier und „Radaulustige" an der mehrfach erwähnten Stelle einsinden, doch das sind nicht mehr die Tausende von früher, sondern nur wenige Hunderte, die noch dazu von einem ganz anderen Geiste beseelt sind, da sie nicht mehr aus den widerlichsten — Für Pferdevesttzer. Prozessor Dr. Möller von der Berliner Mi ärztlichen Hochschule hat vor einiger Zeit gegen das sogen. „Roaren" die Kehlkopfsoämpfigkeit der Pferde, eine bestimmte Kehl- verlegt. Diese Operation wurde vor etwa 8 Wochen durch Thierarzt H. Brinkmann in Darmstadt unter Anwendung der Chloroformnarkose an einem Pferde der Herren Gebrüder Wiener, wohl als erste derartige Operation in Darmstadt, ausgeführt Die Heilung der Operattonswunde nahm nur etwa 3 Wochen in Anspruch und ist heute so vollständig, daß kaum noch eine Narbe zu sehen. Das operirte Pferd ist von seinem Leiden geheilt und seit einiger Zeit wieder in voller Arbeit. Uebrigens hat Professor Dr Möller, der hierzu eigens aus Berlin berufen worden war, in diesem Frühjahre auch zu Frankfurt an einem Pferde die erwähnte Operation vollzogen. - Schutz der HolzgefLtze gegen Feuchtigkeit im Keller. (Nachdruck verboten.) Um Fässer oder andere Holzgefatze vor Feuchtigkeit und Schimmelbtldung im Keller zu schützen, bestreiche man sie mit einem Firniß, der durch Zusammenfchmelzen von drei Tbeilen Kolophonium und einem Theile Letnölfirnitz erhalten wird. Dieser Firniß eignet sich indeß nur für Gegenstände, die vollständig trocken sind; er muß auf dieselben warm aufgetragen werden und bildet dann aber einen äußerst festen und dauerhaften Ueberzug, der die betreffenden Gefäße vollkommen gegen Feuchtigkeit und Schimmel- bildung schützt. Das Vorkommen von Viehseuchen in Hessen während des Monats November 1889. Milzbrand wurde festgestellt am 2. November in Rodheim im Kreise Friedberg bet einem crepirten Pferde, am 7. November in dem Schlachthaufe zu Mainz bet einem geschlachteten Rinde aus Drais, Kreis Mainz, und am 11. November in Darsberg, KretS Heppenheim, bei einer crepirten Kuh. Rotz. In Offenbach stehen drei Pferde eines Besitzers wegen Verdachts der Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung und ein Pferd desselben Besitzers wegen Verdachts der Seuche isolirt unter ^^^Jn^Habitzheim, Kreis Dieburg, und in Lengfeld, in demselben Kreise, steht je ein Pferd wegen Verdachts der Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung, Die Maul- und Klauenseuche in Laubenheim im Kreise Mainz, in Gießen, in Allendorf a. d. Lda., Kreis Gießen, in Stock- Hausen, Kreis Lauterbach, und in Weinheim, Kreis Alzey, ist erloschen. In Rodheim, Kreis Friedberg, herrscht die Seuche fort und ist daselbst seit ihrer Ermittelung am 23. October in 33 Gehöften mtt 158 Stück Rindvieh aufgetr-ten. Festgestellt wurde die Seuche in Seligenstadt im Kreise Offen- bgch am 6. November in einem Gehöfte mit 2 Rindern, welche alsbald abaeschlachtel wurden, und am 26. November in 2 Gehöften mit 20 Stück Rindvieh; in (Saftei im Kreise Mainz am 4. November in 1 Gehöfte mit 2 Stück Rindvieh; in den Orten des Kreises Worms: Hamm am 6. November in 2 Gehöften mit 19 Stück Rindvieh, Osthofen am 12. November in 1 Gehöfte mit 12 Stück I Rindvieb, Jlbersheim am 20. November in 1 Gehöfte mit 10 Stück Rindvieh und Kriegsheim am 24. November in 1 Gehöfte mit 35 Stuck Rindvieh; in den Orten des Kreises Bingen: Gaulsheim am 22. November in 1 Gehöfte mit 3 Stück Rindvieh unH Schwein, und am 25. November in einem weiteren Gehöfte mit 3 Stück Rindvieh, und in Sauer-Schwabenheim am 29. November in 1 Gehöfte mit 1 Stück Rindvieh. In (Saftei, Hamm und Osthofen ist die Seuche bereits wieder I tr ^ Der Bläschen ausschlag unter dem Rindvieh in Udenhausen, Kreis Alsfeld, heirscht fort. Festgestellt wurde die Seuche am 4. November in Rohrbach im Kreise Dieburg, und am 23. November in Alsbach im Kreise Citeratow nnd Arrnst. — Als vor bald fünfzig Jahren in Deutschland die erste illustrirte Zeitschrift erschien, hieß ba§ Untc™e|mej^ beÄ feindselige Aufnahme; man spöttelte über das „Bilderbuch . Aber bald zeigte sich, wie stark im Volke das Bedurfniß vorhanden war, auch durch die Anschauung Dinge kennen zu lernen, von denen man bisher nur gelesen hatte. Die von I I. Weber in Leipzig begründete .JUustririe Zeitung'' nahm rasch einen bedeutenden Aufschwung, und so zahlreiche Mitbewerber um die Gunst des Publikums ihr im Lause der Zeit erwuchsen, sie hat bis auf den blutigen Tag ihre hervorragende Stellung und ihren besonderen Rang behauptet. Dieser gründet sich darauf, daß das Blatt aufmerksam den Zeitereignissen folgt, und dasjenige, was sich bildlich darstellen läßt, möglichst schnell oorsührt. Mit welchem Geschick diese Aufgabe gelöst wird, beweist der letzte Jahrgang, der sich als eine getreue Chronik der Zeist im Bilde darstellt. Zu diesen, den Ereignissen auf dem Fuße folgenden Illustrationen gesellen sich stets auch Wiedergaben berühmter Gemälde u. s. w., die als Muster- leistungen der Holzschneidekunst , gerühmt werden muffen. Der früheren Klage, daß das Blatt mcht genügend Unterhaltungslecture ' bringe, ist bekanntlich seit einigen Jahren dadurch abgeholfen, daß jede Nummer auch eine Erzählung enthält. Ferner ist d-n Ansprüchen der Frauenwelt durch Beifügung eines Modetheiles genügt. — Nicht minder als seine beiden Vorgänger macht auch das dritte Heft von ,U1 »> ft n n 1.60 1.80 1.80 2.— 3 — 2.60 158 t) Maschinen - Ingeniear - Schale b) Werkmeister-Schule. • - Vorunterricht frei. — .aubenheimer iiereteiner Binger Eisler Ober-Ingelheimer (Rothwein.) Buche Eiche Nadel 19 16 Reisig Wellen 50 900 2500 52 cm Durchmesser, 3 52 cm Durchmesser, 3 Scheit rm 10 10 Stock rm tt tt n Knüppel rm 2 57 20 Werk- und 84] Möbl. Zimmer zu vermiethen. __________Alicestraße 19, Nebenh >us. 99] Zimmer zu vermiethen. BiSmarckstratze 14, 2. St. Keitgeöotenes. Fastenbretzeln u. Kreppeln täglich frisch bei Karl Germann, und Werkholz zur Versteigerung. Albach, am 30. December 1889. Grobherzogliche Bürgermeisterei Albach. Balser. Moussir. Rheinweine: (upferberg, Gold, Silber u. Kupfer, Schloss Wilhelm, Hochheimer, Orachenblu^mouisirender Rothwein), Spirituosen, Liqueure und Essenzen empfiehlt Friedrich Stooaa, Mar1k8,str- Cour. Jos. Keller, Tülldeckerr, Läufer, Schoner, gestickte Pantoffel, Corfets, Schürzen u Schürzenstoffe, Tricottaillen, Kragen und Manschetten, Shlipfe, seidene Hals» tücher re. verkaufe zu herabgesetzten Preisen. [151 Cour. Jos. Keller, Mmmrchc t& Gg. Scherer & Co., Langen. Alleinige Riederlage G. C. Windecker Seltersweg 2, Ecke am Kreuz. Montag, 6. Januar, Nachmittags ~ Uhr, versteigere ich im Auftrage der Erben des verlebten Herrn Canzleirath Clemm, Südanlage 17, eine große Partie Steinkohlen und kleingemachtes Brennholz in einzelnen kleinen Par« tien. Sodann Dienstag, 7. 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