1890 Dienstag den 4. November Aints« und Anzergsblatt fut? den ICwi» Greszen Amtliehev Lhsil in Loos, Iranische Feuilleton lief einige Male im Zimmer auf und ab Der Notar Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Bemerkungen Vierteljähriger AOonncmcnUprtUi 2 Mark 20 Pfg. mtt Br^Rgerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. , Redaction, Expedit,or * und Druckerei: -chufstraße Fernsprecher 51 lieh RiedesePschen ierbach ist zu haben 3341 Lichechrche. :anb^e. Ltemstraße. er, Seltersweg 16. t, Bahnhosstr. 57. Schaufenster." Der Andere schüttelte den Kopf und bemerkte gleich- müthig: „Mein werther Herr, es kann Ihnen nicht entgangen sein, daß das Bild in seiner jetzigen Gestalt zehnmal mehr werth ist als ein bloßes Porträt. Es ist jetzt ein Werk der Phantasie und Erfindung und ich halte es für eins meiner gelungensten. Ich kann es nicht unter sünszehntausend Francs sortgeben." Der Notar scherzen!" „Ganz und es dafür nehmen Der Notar Sie erst gesagt, daß es Ihnen nicht im Geringsten ähnlich sähe. Sehen Sie — hier ist ja noch Ihr Bries." Van Spach biß sich aus die Lippen,- er war gefangen. Wiertz fuhr fort: „Unter diesen Umständen und da ich das Werk zurückerhalten hatte, war ich vollkommen berechtigt, darüber nach meinem Gutdünken zu verfügen." selbe zu urtheilen, zu einem glanzvollen und der Bedeutung der Festlichkeit entsprechenden gestalten. Eine Bekanntmachung des Ministers des Innern, v. Herr- furth, im „Reichs- und Staatsanzeiger" bestätigt die Annahme, daß diesmal die Eröffnung der preußischen Landtags- session wegen der besonderen Wichtigkeit der bevorstehenden Sitzungsperiode durch den Kaiser und König in Person erfolgt. Der Bundesrath erledigte in seiner jüngsten Wochenplenarsitzung meist Sachen von untergeordneter Bedeutung und genehmigte außerdem die Vorlagen betr. die Controle des Reichshaushalts und betr. den Landeshaushalt für Elsaß- Lothringen pro 1890/91. Was den Fortgang der Berathun- gen in den zuständigen Bundesraths-Ausschüssen über den neuen Reichsetat anlangt, so liegen hierüber noch keine eingehenderen Nachrichten vor, es scheint indessen, als ob die Feststellung desselben durch den Bundesrath noch nicht so bald erfolgen werde und müßte dies auch auf die Dispositionen für den Wiederzusammentritt des Reichstagsplenums zurückwirken. Mit einer gewissen Spannung sieht man allseitig dem Ergebnisse der Bundesrathsverhandlungen über die bekannten Anträge Sachsens und Bayerns hinsichtlich der Milderung der Viehsperre entgegen, da sich in dieser Frage gewisse Einflüsse zu bekämpfen scheinen. Sehr bemerkenswerth erscheint jedenfalls das Interesse, welches der Prinz-Regent Luitpold von Bayern fortgesetzt der Angelegenheit der Fleisch- theuerung widmet. Der hohe Herr ließ sich dieser Tage hierüber Vortrag vom Minister des Innern, v. Feilitzsch, halten und erklärte der Prinz-Regent schließlich sein vollständiges Einverständuiß mit den Anschauungen des bayerischen Ministercollegiums und mit den von letzterem zur thunlichsten Milderung der hohen Fleischpreise getroffenen Maßnahmen. Man darf wohl annehmen, daß diese entschiedene Stellungnahme des bayerischen Prinz-Regenten in der „Fleischfrage" auch aus die bezüglichen Entscheidungen des Bundesrathes nicht ganz ohne Einfluß bleiben wird. Nachdem in Holland die einleitenden Schritte zur Einsetzung der Regentschaft geschehen sind, befaßt man sich auch in Luxemburg mit der Regentschaftsangelegenheit. Hier steht allerdings die Hauptsache, nämlich die Uebernahme der Regentschaft durch den Herzog Adolf von Nassau, schon fest und handelt es sich nur noch um die Erledigung einiger Einzelheiten. Zu ihnen gehört die Frage, ob die gesetzmäßig an diesem Dienstag zusammentretende luxemburgische Kammer ihre Arbeiten ohne vorherige Eröffnung durch den Herzog- Regenten beginnen könne und beschäftigte sich der luxemburgische Staatsrath in voriger Woche mit dieser Frage. Jedenfalls lies davon. Aber er war noch nicht weit gekommen, als er wieder umkehrte, er bedachte, daß, wenn das Gemälde ausgestellt bliebe, er sich bald nirgends mehr blicken lassen dürste- er mußte in den sauren Apfel beißen. „Herr Wiertz", begann er, als er wieder vor dem Maler stand, „ich habe mir die Sache noch einmal überlegt und füge mich in Ihre Bedingungen. Ich will das Bild für fünfzehntausend Francs nehmen." „Sie sind sehr freundlich," erwiderte Wiertz. „Aber ich habe mir die Sache noch einmal überlegt und bin da auf einen guten Gedanken verfallen." II. Wahlen durch die fünfzig Höchstbesteuerten. 1. Forstmeister Thaler zu Gießen, 2. Freiherr Adalbert von Nordeck zur Rabenau Friedelhausen, 3. Geh. Hofrath Prof. Dr. Streng zu Gießen, 4 Rentner Aug. Heß zu Gießen, 5. Rechtsanwalt Hirschhorn zu Gießen. politische Uebeesicht. Gießen, 3. November. Am Berliner Hofe rüstet man sich zu der schönen Familienfeier, welche im Laufe dieses Monats im Schooße des deutschen Kaiserhauses begangen werden wird, zur Vermählung der Prinzessin Victoria von Preußen, der zweitältesten Schwester Kaiser Wilhelms, mit dem Prinzen Adolf von Schaumburg-Lippe. Es soll dabei zwar kein außergewöhnlicher Prunk entfaltet werden, wie man von unterrichteter Seite versichert, immerhin dürste sich der äußere Rahmen des freudigen Festes, nach dem vorläufigen Programm für baS» '2*‘ -.......- I II ■■ ■ | ■ "gl Aäe Annoncen-Bureaux de- In- und Auslandes nehm«-» Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger" entgehn Bekanntmachung, die Wahlen zum Kreistag des Kreises Gießen betreffend. Die in der nachstehenden Zusammenstellung aufgeführten Wahlen zur regelmäßigen Ergänzung des Kreistags haben stattgefunden und sind von dem Kreistage in feiner Sitzung vom 22. d. Ms. bestätigt worden. Gießey, 31. October 1890 Der Vorsitzende des Kreistags des Kreises Gießen: v. Gagern. I. Wahlen durch die Bevollmächtigten der Gemeindevorstände. Verzeichnis der zu Anfang des Jahres 1890 durch die Bevollmächtigten der Gemeindevorstände als Mitglieder des Kreistages des Kreises Gießen neu Gewählten. _______ Bekanntmachung. Nachdem an Stelle des Beigeordneten Pitz von Annerod der Gemeindeeinnehmer Heinrich Keßler III. daselbst zum Mitglied der Zählungscommifsion für Annerod ernannt worden Bekanntmachung, Blldung einer öffentlichen Wassergenoffenschaft für die Fluren IV und VIII der Gemarkung Langd betreffend. Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 21. October l. I. — Kreisblatt 247 — bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß die Vorarbeiten zu obigem Project auch noch am Tag der Abstimmung, 7. November l. I., auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Langd zur Einsicht der Beteiligten offen liegen. Gießen, den 1. November 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. von heute ab meine ätsse, Art, Strümps- licke ic. x. ftaj 4 I ui stöhnte: //Fünfzehntausend Francs! Sie gar nicht. Das ist mein Preis. Sie können oder nicht — wie Sie wollen." rief wüthend! „So behalten Sie es?" und rthen. Freie Stimmung. .Unterhaltungen etc. iportkosten). [8220 \euenweg 9. zulegen versuchen. Francs aus und Sie nehmen das schändliche Ding aus dem und sagte endlich mit einem erzwungenen Lächeln: „Kommen Sie, wir wollen diesen abgeschmackten Handel in Güte beb Ich zahle Ihnen sofort die dreitausend alte Notar in den Kunstladen hinein, dessen Eigenthümer in ihm sosort das Original seines Bildes erkannte. „Herr Melchior," begann der Besucher, „ich bin das Opfer eines niederträchtigen Witzes eines Ihrer Kunden geworden. Es ist mein Porträt, Herr, das in Ihrem Fenster hangt- ich, Herr, ich, der Meister van Spach, werde in der nichtsnutzigen Sudelei, als bankerotter Schuldgefangener verhöhnt, an den Pranger gestellt. Wenn Sie das Zeug nicht augenblicklich zurückziehen, werde ich mich an die Polizei wenden." Der Kunsthändler lächelte über diese Drohung und erwiderte mit höflicher Kälte: „Ich muß Sie an den Künstler verweisen, Monsieur- das Gemälde gehört ihm und ohne seine Erlaubniß kann ich cs nicht zurückziehen." Schäumend vor Wuth und Unwillen rannte van Spach zu dem Künstler - er fand diesen behaglich in seinem Armstuhl zurückgclehnt, eine Cigarre rauchend, und wurde von ihm mit den befangenen Worten begrüßt: „Ah, Sie sind es, maitre? Welcher glückliche Umstand verschafft mir diese Ehre? Bitte, setzen Sie sich. Darf ich Ihnen eine Cigarre anbieten ?" „Monsieur," so unterbrach der Notar diese Höflichkeiten, „lassen Sie uns nur gleich zur Sache kommen. Melchior- Hat in seinem Schaufenster ein Gemälde, — eine Carricatur, welches mich dem Gelächter der ganzen Stadt preisgibt. Ich bestehe darauf, daß es augenblicklich entfernt wird. Verstehen Sie mich?" p Nicht ganz," versetzte der Andere mit unzerstörbarer Ruhe.^ „Bei Melchior ist allerdings ein Gemälde von mir, aber ich "sehe nicht ein, wie das Sie lächerlich machen kann?" „Sie sehen das nicht ein? Das Gemälde ist ja mein Porträt, Herr, mein Porträt!" „Ihr Porträt?" wiederholte der Andere ganz überrascht. ^Natürlich! Das sieht ja Jedermann auf den ersten Blick." „Verzeihen Sie," fiel hier der Maler ein, „gestern haben Der Oktzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme dcS Montags. Die Gießener WemikienSkälter werden dem Anzeiger D-chentlich dreimal beigelegt. Eine wahre Begebenheit. Erzählt von A. I. Mordtmann. (Schluß.) Daun verschwand das ganze notarielle Beiwerk- der Hintergrund wurde zur Mauer einer Zelle mit einem vergitterten Fenster und an die Stelle des Tisches mit seinen Papieren und Pergamenten trat eine rohe Bank, unter welcher ein Wasserkrug und ein Brod sichtbar waren. Dann brachte der Künstler seinen Namenszug an und versah den Rahmen mit der weithin sichtbaren Etikette: „Schuldgefangener." Mit dem so umgestalteten Bilde fuhr Wiertz zu dem weltbekannten Kunsthändler Melchior und sagte zu diesem: ,/Jch habe Ihnen etwas mitgebracht, das ich nicht für schlecht halte. Haben Sie in Ihrem Schaufenster Platz dafür?" „Platz dafür?" rief der Kunsthändler begeistert. „So viel Sie wollen. Ich habe von Ihrer Hand noch nichts so Originelles und Passendes gesehen — und das will viel sagen. Wie hoch soll ich den Preis stellen?" „Ich bin noch unentschlossen," entgegnete der Maler. .Wenn ein Käufer sich meldet, so sagen Sie mir Bescheid." Das Gemälde erhielt augenblicklich den Ehrenplatz und erregte bald Aufmerksamkeit. Den ganzen Tag wurde der Platz vok Melchiors Schaufenster nicht leer, am anderen Morgen besprachen die Zeitungen das Bild und immer neue Schaaren strömten hin, es anzusehen. Unter den letzteren befand sich auch ein Freund des Meisters van Spach, der feinen Augen nicht trauen wollte, als er den würdigen Notar in dieser zweifelhaften Gestalt wieder erkannte. Augenblicklich eilte er zu ihm und es dauerte nicht lange, so stürzte der and < *: öchckver- ▲ k ich den ▲ Ejhe, die A W. I ti a (auf» ' 7 Tage. - [ßbor? ngräaü» 3iessf%. "L in jHdd«i_beod. | Grakisönlage: Gießener Jamilienölatter. ist, so wird dies in Gemäßheit des § 8 der Bestimmungen für die Ausführung der Volkszählung im Großherzogthum am 1. December 1890 und mit Bezug auf die Bekanntmachung vom 15. September l. I. (Anzeiger Nr. 220) zur öffentlichen. Kenntniß gebracht. Gießen, den 1. November 1890. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. __I V: Jost.__ Gießen, am 1. November 1890. Betr.: Ermittelung der landwirthfchaftlichen Bodenbenutzung und des Ernteertrags im Jahr 1890. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an di« Großh. Bürgermeistereien de» Kreise». Soweit Sie noch mit Einsendung der rubricirten Verzeichnisse im Rückstände sind, erinnern wir Sie unter Hinweir auf unsere Versügung vom 24. Juli L I — Anzeiger Nr. 172 - an deren alsbaldig« Vorlage. v Gagern. Orb -Nr. II Wahlbezirk Der Gewählten Namm Wohnort 1. I. Gießen (Stadt) Bürgermeister Gnauth Fabrikant Georgi Gießen if 2. III. Großen-Linden Heinrich Velten III. Großen- Linden 3. IV. Watzenborn Gemeindeeinnehmer Maid Watzenborn 4. VIII. Grünberg Bürgermeister Pracht Grünberg 5. IX. Reiskirchen Bürgermeister Jünger Reiskirchen 6. X. Lich IBÜrgermeister Balser Albach 7. XI. Eberstadt Bürgermeister Muschenheim Roth ist es nicht unwahrscheinlich, daß Herzog Adolf zur Kammereröffnung in Luxemburg eintrifft. (Siehe unter Wiesbaden). Die Ausgleichsverhandlungen im böhmischen Landtage sind in ihrem Ausgange auch bestimmend für das Schicksal der im nächsten Jahre geplanten Landes Ausstellung des Königreichs Böhmen in Prag. Den Czechen ist die im Princip bereits zugestandene Betheiligung ihrer deutschen Mitbürger an der Ausstellung höchst erwünscht, denn dieselbe würde eine sehr klägliche Rolle spielen, wenn sie nur aus den czechischen Bezirken des Landes beschickt werden sollte. Die Czechen möchten nun gern, daß die Deutschen schon jetzt eine endgiltige und bindende Zusage betreffs ihrer Betheiligung an der Prager Ausstellung gäben, aber die Deutschen machen dies vorsichtiger Weise von dem weiteren Gange der Ausgleichsverhandlungen abhängig. Eine Erklärung des Clubs der deutschen Landtagsabgeordneten Böhmens besagt, daß die definitive Entschließung der Deutschen über ihre Theilnahme an der Ausstellung erst zu dem Zeitpunkte erfolgen könne, zu welchem ein klares Urtheil in der Ausgleichssrage möglich sei. Da die Anmeldesrist für die Beschickung der Ausstellung erst am 30. November abläuft, so dürfte bis dahin die Entscheidung über das endliche Geschick des Ausgleiches erfolgt sein, dessen etwa zu vermuthendes Scheitern die Deutschböhmen zur Nichtbeschickung der Ausstellung bestimmen würde. Die durch zahlreiche Zwischenfälle unterbrochene General« debatte über das Budget in der französischen Deputirtenkammer ist in voriger Woche endlich zum Abschlüsse gelangt. Es war dies aber nur eine Art parlamentarischen Vorpostengefechts zwischen dem Cabinet Freycinet und seinen Anhängern einerseits und der sich aus Radicalen, Boulangisten und Monarchisten andererseits zusammensetzenden Opposition, und wird jedenfalls die Einzelberathung des Budgets zu ernsteren parlamentarischen Kämpfen führen. In Griechenland ist mit dem neuen Ministerium Dely- annis wieder Einmal das chauvinistische Element an's Ruder gelangt. Es geht dies aus den Aenßerungen hervor, welche Delyannis in einer Unterredung mit einem französischen Journalisten gethan hat und' in welcher der neue griechische Cabinetschef seinen Vorgänger Trikupis geradezu beschuldigte, die griechischen Interessen in der Türkei überall im Stich gelassen zu haben, die also jetzt Herr Delyannis anscheinend kräftigst vertreten wird. Andererseits allerdings ließ er sich auch wieder gemäßigt aus, er erklärte den Panhellenismus für ein Unding und meinte, Griechenland bedeute für Europa keineswegs mehr eine Gefahr. Deutsche- Reich. Darmstadt, 1. November. Seine Königliche Hoheit Prinz Heinrich von Preußen sind heute Vormittag 71/2 Uhr hier eingetroffen und von Seiner Königl. Hoheit dem Großherzog, Ihrer Königl. Hoheit Prinzessin Heinrich von Preußen, Ihrer Großherzogl. Hoheit Prinzessin Alix, sowie Seiner Großherzogl. Hoheit dem Prinzen Heinrich empfangen worden. Der Königlich preußische Gesandte Frhr. v. Plessen war zum Empfang anwesend. Darmstadt, 1. November. Das heute ausgegebene Großherzogltche Regierungsblatt Nr. 43 enthält: 1. Gesetz, die Errichtung einer Landescreditkasse betr. 2. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Redaction des Gesetzes über das Verfahren in Forst- und Feldrügesachen betreffend. Berlin, 1. November. Den „Berliner Politischen Nachrichten" zufolge dürsten für das bevorstehende Handelsabkommen mit Oesterreich-Ungarn in den Be- rathungen der Conferenz formulirte Vorschläge über die Con- cessionen, welche Deutschland machen will und von Oesterreich zu erhalten wünscht, dem Wiener Auswärtigen Amte binnen Kurzem mitgetheilt werden. Man nehme an, daß die Verhandlungen der beiderseitigen Commissarien schon in der zweiten Novemberhälfte beginnen werden. Berlin, 1. November. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Characters als Wirklicher Geheimer Rath mit dem Prädicat Excellenz an den Staatssecretär des Staatsraths und Unterstaatssecretär im Reichsamt des Innern Bosse. Der Notar schauderte. Er fürchtete Wiertz' „Gedanken" und ahnte, daß ein neues Unheil ihm bevorstehe. „Was ists denn?" fragte er ängstlich. „Da mein Gemälde einiges Aussehen erregt zu haben scheint, so denke ich es verloosen zu laffen, das Loos zu fünf Francs, und damit die ganze Stadt es zu sehen bekommt, will ich einen Dienstmann engagiren, der es einen oder zwei Tage durch die Straßen tragen soll. Wie finden Sie diese Idee?" Meister van Spach war sprachlos vor Bestürzung. „Das — das werden Sie doch nicht thun?" stammelte er. „Warum nicht? Ich bin überzeugt, daß diese Idee mir mindestens dreißigtausenö Francs cinbringen wird, für weniger möchte ich sie nicht ausgeben." Dem Notar brach der kalte Angstschweiß aus- sich aus dem Rücken eines Dienstmannes mit der Etikette „Schuldgefangener" in ganz Brüssel herumgetragen zu sehen — es war ein entsetzlicher Gedanke. Endlich rief er verzweifelt, indem er sein Taschenbuch herausriß: „Hier ist eine Anweisung aus den Betrag. Um Himmelswillen, geben Sie mir daS Bild und lassen Sie uns nicht mehr darüber reden. Eine halbe Stunde später war die verhängnißvolle Leinwand in seinem Besitze; aber erst, als er sie aus dem Rahmen herausgeschnitten und verbrannt hatte, fühlte er sich vor neuen Racheideen des Malers ganz sicher. Wiertz machte inzwischen seine Anweisung zu Gelde, behielt 10,000 Frcs., den Betrag seiner ursprünglichen Forderung, für sich und überwies den Rest im Namen des Herrn van Spach einer milden Stiftung der Stadt Brüssel. Berlin, 1. November. Die Abendblätter veröffentlichen das amtliche Ergebniß der Untersuchung über die Brand- katastrophe in der Fuchs'schen Wohnung am 19. Septbr. Danach sind von dem Momente des ersten Feuerrufs durch die Erzieherin bis zur Ankunft der Feuerwehr 10 Minuten verstrichen, während welcher heißer Qualm durch die offene Thür des Korridors ungehindert in das Schlafzimmer der Kinder drang. Der zuerst erschienene Arzt constatirte den Tod der Kinder und bestätigte, daß dieselben bei der Ankunft der Feuerwehr nicht mehr gelebt haben können. Der Bezirks- physikus gab ein Gutachten ab, daß die Kinder fast unmittelbar, nachdem die Erzieherin das Zimmer verlassen hatte, durch Kohlenoxydgas den Tod gesunden haben. Auch bezüglich der Leichen der Dienstmädchen ist erwiesen, daß die Feuerwehr beim Eintreffen nur noch die Leichen bergen konnte. Bezüglich der Entstehungsursache ist nichts Bestimmtes festgestellt, es steht nur fest, daß das Feuer in der Berliner Stube entstanden ist. Die anderen gegen die Feuerwehr erhobenen Beschwerdepunkte haben, wie die ausführlich mitgetheilten Zeugenaussagen ergeben haben, keine Bestätigung gesunden. Berlin, 1. November. Die von der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft auf Grund des von ihr mit der Reichsregierung geschlossenen Vertrages auszugebenden Zollobligationen sind von einem Consortium, bestehend aus den Bankhäusern S. Bleichröder, Mendelssohn u. Co., der Direction der Disconto-Gesellschaft und den Bankhäusern Delbrück, Leo u. Co. und v. d. Heydt, Kersten u. Söhne, übernommen worden. Die Emission wird voraussichtlich im nächsten Monat stattfinden. Wiesbaden, 1. November. Der „Rheinische Courier" theilt mit: Herzog Adols von Nassau trifft am Montag in Luxemburg ein, um die Session der Kammer persönlich am Dienstag zu eröffnen. München, 1. November. Den „Neuesten Nachr." zufolge werden anläßlich des Namensfestes des Prinzregenten zu Ehrenmitgliedern der hiesigen Kunstakademie erwählt die Maler: Duran, Paris- Onleß Reid, London- Thoma, Frankfurt a. M. - Guthrie, Glasgow - die Bildhauer: Kopf, Rom, Thornycroff, London- die Radirer: Unger, Wien- Macbeth, London und Architect Baurat Wallot, Berlin. Braunschweig, 1. November. Die Landesversamm- lung der Nationalliberalen des Herzogthums Braunschweig ist auf den 9. November festgesetzt. Hamburg, 1. November. Landgerichtsrath Zimmerer ist nach Ablauf seines Urlaubs heute mit einem Dampfer der Wörmann-Linie nach Kamerun abgereist, um seine Funktionen als stellvertretender Gouverneur daselbst wieder zu übernehmen. XuslmeO» London, 1. November. Das Bureau Reuter läßt sich aus Tripolis vom 29. October melden, daß in Folge von Anweisungen aus Constantinopel die dortigen Ortsbehörden Veranstaltungen zur Aufnahme von Vorräthen für eine beträchtliche Verstärkung der Garnison sowie für Befestigungen in der Provinz treffen. Madrid, 1. November. Zwischen der Regierung und der Central-Commission, welche auf Grund des Gesetzes über das allgemeine Stimmrecht eingesetzt ist, um die Aufstellung und Revision der Wahllisten zu überwachen, sind Meinungsverschiedenheiten ausgebrochen. Die Regierung hatte gewisse Beschlüsse der Commission, welche sich gegen die Haltung verschiedener Provinzialbehörden hinsichtlich der Ausstellung der Listen richteten, nicht ausgesührt. In der heutigen Sitzung der Commission wurde ein von Sagasta eingebrachter Antrag, die Differenzpunkte zwischen der Commission und der Regierung sofort den Kortes zu unterbreiten, berathen, ein Beschluß jedoch noch nicht gefaßt. Die Berathung soll am Montag fortgesetzt werden. Sansibar, 1. November. (Reutermeldung.) Die Witu- expedition ist beendet, Witu ist vollständig zerstört. Vier Engländer wurden verwundet. Von den Feinden wurden mehr als 50 getödter und mehrere verwundet. Newyork, 1. November. Nach einer neuerlichen Zählung besteht die gesammte Bevölkerung der Vereinigten Staaten aus 62,480,540 Personen. New-Bork, 1. November. Nach den letzten Nachrichten bei dem Zusammenstoß des Dampfers „Vizcaha" mit einem Schooner sind neunzig Personen zu Schaden gekommen. Der Schooner, von Philadelphia nach Fall River fahrend, hieß „Cornelius Hargraves". Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Petersburg, 2. November. Wie die „Nowoje Wremja" meldet, ist der russischen Regierung der Statutenentwurf einer französisch-russischen Gesellschaft zum Zwecke des Exports von russischem Sch ass lei sch nach Frankreich zur Bestätigung zugegangen. Constantinopel, 2. November. Der Neffe des Unter- staatssecretärs Artin Pascha, Vasran Bey, ist wegen angeblicher Theilnahme an den Umtrieben in Armenien verhaftet worden. — Wie die „Agence de Constantinople" meldet, wollten am Tage des Schutzpatrons der Insel Ke- phalonia, Gerasimus, einige Bewohner der Insel die Kirche in Galata besuchen, fanden die Thüre aber in Gemäßheit der Anordnungen des Patriarchen geschlossen. Sie erbrachen daraushin unter heftigen Verwünschungen gegen den Patriarchen gewaltsam die Thüren der Kirche und verrichteten ohne Gegenwart eines Priesters und unbehindert von der herbeigeholten Polizei ihre Gebete. Locale» nnö prottinjicUe». Gießen, 3. November. — Vorträge im Gewerbverein. Die von dem hiesigen Gewerbverein wie in den verflossenen Jahren auch für diesen Winter veranstalteten Vorträge werden am 11. und 12. November mit einem zwei Abende umsaffenden Vortrage beginnen über ein Thema, das nicht nur für technische Kreise, sondern für Jedermann von so großem Interesse ist, wie wenig andere technische Fragen. Der Gewerbverein hat den in weiten Kreisen durch seine klare und anregende Vortragsweise bekannten Electrotechniker Herrn A. Egts gewonnen, um an zwei Abenden über „Die technischen Anwendungen der Electricität" und speciell über „Die Maschine in der Electrotechnik und die Hilfsmittel zur Versorgung ganzer Städte mit Strom" zu reden. Herr Egts thut dies unter Vorführung einer großen Menge von Experimenten, zu welchen er eine reichhaltige Sammlung electrischer Apparate und Maschinen mitbringt, sodaß durch diese Vorträge in Wort und Beispiel die wichtigsten Erfindungen aus dem Gebiete der Electrotechnik einem Jeden verständlich dargestellt werden und dieselben ein anschauliches Bild darüber gewähren, welche Erfindungsobjecte bis heute im practischen Leben mit Vortheil verwerthet werden können. Eine Uebersicht der von demselben behandelten Ausgaben gibt das solgende Programm seiner Vorträge: Erster Abend. Die verschiedenen Stromquellen. Magnetismus. Electromagnete. Wechselwirkung zwischen Electricität und Magnetismus. Magnetelectricität und magnet- electr. Maschinen. Die erste Lichtmaschine. Wechselstrom- und Gleichstrom-Maschinen. Grammescher Ring. Dynamo- electr. Maschinen, ihre Einrichtung, Erregung und Wirkung. Electr. Funken. Electr. Schmelzungen und Schweißungen. Reparatur gesprungener Dampfkessel durch den Strom. Lichtbogen. Bogenlicht. Regulatoren (Bogenlampen). Electr. Beleuchtungsanlage. Störungen, ihre Ursachen und Mittel dagegen. Vor- und Nachtheile des Systems. Wirkung des Lichtes auf das Auge. Nutzeffect. Anwendbarkeit des Systems. Telegraphie durch Bogenlicht. Pause. Abstoßung gleichnamiger Pole. Secundäre Maschinen (Electromotore). Die Naturkräfte mit Hilfe des Stromes nutzbar gemacht. Electrischer Kraftübergang in Landwirthschast und Industrie. Leitungsdraht statt Treibriemen. Die Kraftübertragung und die sociale Frage. Electrische Eisenbahnen. (Directer Betrieb). Betrieb für Güter und Bergwerke - für Personenverkehr mit electr. Lichte. Verschiedene Systeme. Vor- und Nachtheile des Betriebes. Eigenthümliches Verhalten bei Steigungen und Gefällen. Gefahr für Taschenuhren. Betriebsstörungen und ihre Ursachen. Electr. Briefpost. Electr. Fahrstuhl. Electr. Hammer. Electr. Sägewerk. Nähmaschine. Hebe- krahn usw. Zweiter Abend. Chemische Wirkung des Stromes. Zersetzungen. Knallgas. Brennbarkeit des Wasserstoffes und die Verwerthung desselben. Stromsammler (Accumulatoren) „Electricität auf Flaschen gezogen". Ladung und Entladung der Sammler. Anwendung derselben für die verschiedenen Betriebe. Vor- und Nachtheile des Betriebes. Regulirung schwankenden Stromes durch Sammler. Stromversandgeschäfte. Electricität aus der Luft gesammelt und aufbewahrt. Leitungswiderstand. Wärmeentwickelung. Ausdehnung der Körper durch den Strom. Electr. Kochapparate und Heizvorrichtungen. Contactglühlicht. Contactlampen, ihre Einrichtung und Wirkung. Störungen und ihre Ursachen. Vor- und Nachtheile des Systems. Wirkung des Sauerstoffes aus die weißglühende Kohle. Vacuumglühlicht. Lampen nach Edison, Swan und Anderen. Herstellung und Brenndauer der Lampen. Die kurze Lebensdauer einzelner Lampen und ihre Ursache. Lampenhalter (Fassungen). Kronleuchter. Lichtschwankungen und ihre Ursachen. Mittel dagegen. Vor- und Nachtheile des Systems. Anwendbarkeit desselben. Stromtheilung. Dämpfung des Lichtes. Die Glühlampe und ihre Anwendung auf dem Meeresboden, in gesunkenen Schiffen und Taucherglocken. Pause. Electr. Centralstationen. Licht, Kraft, Wärme ufw. aus einer Quelle. Stromlieferant und Abnehmer. Controlapparat. Aus- und Einschaltungen von Zweigleitungen. Sicherheits- und Signalapparate gegen Störungen. Die allgemeine Versorgung ganzer Städte mit Strom. Wirkung aus das gewerbliche Leben. Große Stromverzweigung und ihre Schwierigkeiten. Hilssmittel zur Ueber- windung derselben. Sammler (Accumulatoren) und lieber« träger (Transformatoren). Spannungs- und Quantitätsstrom. Einrichtung, Wirkung und Anwendung der Transformatoren. Vor- und Nachtheile. Der heutige Stand der Electrotechnik und die nächstliegenden Ziele. Um einer möglichst großen Zahl von dem Gewerbverein nicht Angehörigen die Theilnahme an diesen Vorträgen zu ermöglichen, werden dieselben im großen Saale von Steins Garten gehalten werden und der Vorstand des Gewerbvereins ladet schon jetzt zu deren Besuch ein. Auch Damen können an denselben Theil nehmen. Während die Vorträge des Gewerbvereins im Allgemeinen für Jedermann unentgeltlich zugänglich sind, muß für diese beiden — wegen deren beträchtlicher Kosten — von Nichtmitgliedern des Vereins eine Eintrittskarte gelöst werden. — Es ist wohl schon in weiten Kreisen bekannt geworden, daß der zum Dirigenten des Evang. Kirchengesangvereins ernannte Herr E. Hohmann aus Innsbruck, ehe er seine Stelle angetreten hatte, eine Berufung der bayrischen Regierung als Musiklehrer nach Bamberg empfing und daher um Enthebung von der Leitung des Kirchengesangvereins bat, die ihm, da die dortige Stellung wesentlich günstiger für ihn war, nicht verweigert wurde. Wir können nun mittheilen, daß es dem Evang. Kirchengesangverein gelungen ist, einen sehr guten Ersatz für ihn zu finden in dem seitherigen Organisten in Grünberg in Schlesien und Dirigenten des dortigen Kirchenchors, Dr. Stollbrock. Derselbe ist nicht nur ein tüchtiger Orgel- und Claoierspieler, sondern hat sich auch schon litterarisch und als Componist hervorgethan. Die Möglichkeit, eine solche Kraft zu berufen, ist dem Evang. Kirchengesangverein in sehr dankenswerther Weise durch außerordentliche Beiträge seiner activen und inactiven Mitglieder gewährt'^gu We>M 9 c n Heater- - S'S:.- * «Reined ' ben g° 1|e’L n en. 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Leitung^ üsbehnnng der Körper -eundheizvorrichtuWE Einrichtung und WrrkG ot; unb Nachthelle » s auf die weißglüheck nach Edis“", ®wan J auet ber Sampen. ““ unb ih-° *ter Wsch"“"^V J‘%Or unb MN‘ Wien Sttew'h« • *■ 5,“* !!. ; Knsch-ltMS-" W« er®*®? 5t ®ectM*i gewährt werden. Herr Dr. Stollbrock wird die Proben am 11. November beginnen. p. Theater. In Bezug aus die Freitags-Vorstellung haben wir nachzutragen, daß der lustige und unterhaltende Moser'sche Schwank „Mit Vergnügen" vor einem ani- mirten Publikum flott gespielt und beisällig ausgerrommen wurde. Besonders erfreut waren wir davon, daß Frau Anni Reiners in einer größeren Rolle reichlichst Gelegenheit hatte, den ganzen Liebreiz ihres Spieles zur Geltung zu bringen. Vorzüglich wurde ebenso der Hypochonder Schwarzkopf von Herrn Reiners dargestellt, wie auch die Herren Wienolt und Goullon mit charakterischer Wiedergabe ihrer Partien aufwarteten. Herr Georg Fritzschler gab sich alle Mühe und hatte einige recht gute Momente, alle übrigen Rollen waren befriedigend besetzt, die Vorstellung des lustigen Stückes also im Ganzen sehr wohl gelungen und zur Wiederholung §u empfehlen. — Am Sonntag gelangte die Pohl-Wilken'sche Gesangsposse „Auf eigenen Füßen" zur Aufführung. Der Hauptantheil an dem guten Erfolg entfällt auf Herrn Adam Reiners und Fräulein Adelheid Martin. Von seiner besten Seite zeigte sich Herr Goullon, während Herr Fritzschler noch lebhafter hätte sein dürfen. Die übrigen Mitwirkenden erfüllten ihre mehr oder weniger dankbaren Aufgaben mit gutem Gelingen. — Theater. Wir weisen an dieser Stelle noch einmal besonders auf die Aufführung des bekannten und viel belachten Lustspieles „O, diese Männer" hin. Wer sich einmal wirklich in feinerer Weise amüsiren will, versäume die Gelegenheit auf keinen Fall, zumal die Nollen sich in den Händen der besten Kräfte des neuen Theaters befinden. — Circus Lorch. Allabendlich bildet der Circus Lorch einen besonderen Anziehungspunkt des Publikums. Daß dies geschieht, zeugt dafür, daß das Gebotene vollständig den Ansprüchen gerecht wird, die man an ein besseres Institut seiner Art zu stellen gewöhnt ist. Die im Circus Lorch austretenden „Specialitäten", unter denen besonders auf die italienischen Clowns Piguotti, auf den jugendlichen Julius Lorch mit seinen Leistungen auf dem Telegraphendraht, aus den Jockeyreiter Goudschmidt, auf die Gebrüder Flumm mit ihren Kraft- und Balance-Productionen u. s. w. hingewiesen sein soll, verdienen volle Anerkennung. Daß auch die an- muthigen Reiterinnen des Circus den Beifall der Zuschauer durch ihre Leistungen redlich verdienen, sei besonders hervorgehoben. Pferdekennern und Liebhabern wird das Verführen des prächtigen Pserdematerials, in allen Gangarten vorzüglich dressirt, Freude bereiten, während die Clowns für ihre „komischen Entres" dankbare Zuschauer dort finden, wo man sich einmal auslachen will. Alles in Allem genommen hat der Circus Lorch seinen alten Ruf auch hier wieder bewährt, so daß ihm immer ein volles Haus zu wünschen ist. dt. Neu - Ulrichstein, 1. November. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro October 1890. Ende October 1890 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 74 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 21, Königreich Preußen: Berlin 1, Regierungsbezirk Cassel 5, Regierungsbezirk Wiesbaden 10, Provinz Rheinlande 7, Provinz Hannover 6, Provinz Sachsen 2, Provinz Brandenburg 2, Provinz Pommern 2, Provinz Posen 1, Provinz Westpreußen 1. Königreich Bayern 9. Großherzogthum Baden 2. Großherzogthum Oldenburg 2. Thüringische Staaten 3.1 Hiervon waren: Arbeiter 20, Anstreicher 1, Bäcker 2, Barbier 1, Buchbinder 1, Bergmann 1, Brauer 1, Eisengießer 1, Glaser 1, Glasmacher 1, Gürtler 1, Hausbursche 1. Holzbildhauer 1, Kellner 2i, Kaufleute 3, Kupferschmied 1, Maschinenbauer 1, Maschinenschlossers, Maurer 1, Metzger 2, Schmied 1, Schneider 5, Schreiber 3, Schreiner 1, Schlosser 1, Strumpfwirker 1, Schuhmacher 7, Stellmacher 1, Tüncher 1, Tuchmacher 1, Vergolder 1, Weber 1, Ziegler 1, Zimmermann 1. Im Monat October wurden entlassen 11 und zwar in Stellung durch die Colonie 1, in Stellung durch eigenes Bemühen 2, aus eigenen Wunsch 8.' Verpflegungstage im October 1890 : 1678. Gearbeitet wurde an 1498 Tagen, hierunter 345 Tage für fremde Rechnung. Friedberg, 31. October. Wie der „O. A." berichtet, wird die Ackerbauschule in diesem Jahre besonders stark i besucht. Bereits sind 28 Anmeldungen erfolgt, so daß Schüler nur noch in die Unterklasse bis 11. November incl. ausgenommen werden können. Die Eröffnung des Cursus findet Donnerstag den 6. November, Vormittags 9 Uhr, in der Ackerbauschule statt. Friedberg, 31. October. Nachdem der „Irrgarten" in dankenswerther Weise dem Eis-Club von Dem Besitzer vermiedet werden wird, konnte an die Ausführung der voriges Jahr zurückgestellten Angelegenheit gedacht werden. Zu diesem Zwecke fand gestern Abend eine Versammlung in der „Reichskroue" statt. In den Vorstand wurden C. Trapp, Dr. Heid, C. Walter, Rentner Gwinner, Dr. Stromann, Lehrer Muth und Kaufmann C. Müller gewählt, und derselbe ermächtigt, mit Gutsbesitzer O. von Helmolt abzuschließen. Heute Morgen ist bereits mit dem Anfahren von Grund zu dem Damm begonnen worden. Es ist aber nun nothwendig, daß noch weitere Mitglieder beitreten, denn die ersten Kosten sind ziemlich bedeutend. Eine Liste zur Einzeichnung und Erhebung von Beiträgen wurde sofort in Umlauf gesetzt und steht hoffentlich ein starker Beitritt um so mehr zu erwarten, als die Katastrophe vom Nauheimer Teich noch zu srisch vor Aller Augen steht. Ober-Wöllstadt, 1. November. Bürgermeister Feuerbach hier hat um Entbindung von seinem Amte gebeten, da er bereits 81 Jahre alt sei. Diesem gewiß berechtigten Wunsche wurde Seitens Großh. Kreisamts Friedberg entsprochen und unterließ dabei die Behörde nicht, dem Manne, welcher 35 Jahre als Bürgermeister unserer Gemeinde Vorstand, ihren besonderen Dank auszusprechen für seine langjährige treue Dienstleistung. △ Aus dem Ohmthal, 3. November. Die Zeit der trüben kurzen Tage und damit der langen Abende ist wieder gekommen. Schon frühe werden jetzt Lampen und Lichte in den Dienst gestellt und lange darin belassen. Naturgemäß steigert sich infolge dessen der Verbrauch von Petroleum. Ueberall werden aber lebhafte Klagen über den schlechten Gehalt desselben laut. Im Vergleich zu dem in früheren Jahren verbrauchten, besitzt das gegenwärtig in Handel gekn achte kaum die Hälfte der Brenndauer und einen bedeutend siywächeren Grad der Beleuchtungsstärke. Bekanntlich ist seit einem Jahr der Verkauf minderprocentigen Erdöls gestattet worden und feit dieser Zeit ist dasselbe auch auffallend minderwerthig, trotz des gleichen Preises der früheren besseren Sorte. Eine baldige Abhilfe hierin würde von allgemeinem Nutzen und Segen sein. Vermischtes. * Darmstadt, 2. November. Militärdienst nachrichten. Neumann L, Zeuglt. vom Art.-Dep. in Mainz, zum Art.-Depot in Straßburg, G log er, Zeug-Pr.-Lt. vom Art.-Depot in Karlsruhe, zum Art.-Dep. in Mainz, S t e ljt e r, Zeug-Lt. vom Art.-Depot in Mainz, zum Art.-Depot in Cob- lenz,. Neumann II., Zeug-Lt. vom Art.-Depot in Torgau, zum Art.-Depot in Mainz — versetzt. Spam er, Assist.- Arzt 1. Kl. vom 3. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117, zum Stabs- und Bat.-Arzt des 2. Bats. des Jnf.-Regts. Nr. 143 — befördert. Dr. Scriba, Assist.- Arzt 2. Kl. der Res. vom Landw.-Bezirk Friedberg, im activen Sanitätscorps, und zwar als Assist-Arzt 2. Kl. mit einem Patent vom 26. October d. I. beim 6. Thür. Jnf.- Regiment Nr. 95 — angestellt. * Worms, 31. October. Der gestern im Cafe Weiß dahier abgehaltene hessische Gastwi rthst a g war von etwa 40 Teilnehmern besucht. Hauptgegenstand war die „Abschaffung der Weinsteuer" und die zu deren Erwirkung zu treffenden Maßnahmen. Man sprach sich für die gänzliche Abschaffung der Weinsteuer aus, verwarf aber die vorgeschlagene Patentsteuer. Die Abgeordneten der Kammer sollen laut „W. Z." noch speciell angegangen werden, für die Abschaffung einzutreten. Verkehr, und Grünberg, 1. November. (Fruchtpreise). Weizen v4L 19.20, Korn X 17.—, Gerste JL 16.—, Hafer JL 14 —, Erbsen JL 17.—, Linsen 24.—, Lein —, Wicken —.—, Samen —, Kartoffeln 0.—. Ffrankfnvt, 1. November. Marktpreise. Heu pro 100 Ko. JL 5 00-7.20, Stroh X 5.00-6 20, Kartoffeln 4.50 bis 7.50, Butter per Pfd. JL 1.10-1.20, Eier per St. 6-10 H, Roggenbrod 4 Pfd. 45 H, do. feines 48 gemischtes 6 Pfd. 86 Berlin, 31. October. Amtliche Preisfeststellung für Butter Käse und Schmalz. Butter. Hof- und Genossenschafts-Butter la pro 50 kg 118 bis 120 M., do. Ila 113 bis 117 M., do. Illa 000 bis 000 M., abfallende 105-110 M., Land-, Preuß. 87-95 M., Netz- brücher 87-95 M-, Pommersche 87-95 M., Polnische 80-88 M., Bayer. Senn- — bis — M-, do. Land- — bis — M., Schlesische 90-98 M., Galizische 75 bis 80 M., Margarine 40-70 M. Käse, Schweizer Emmenthaler 93—98 M., Bayerischer 75—80 M., Ost- und Westpreußischer la 72—78 M., do. Ila 65—70 M., Holländer 80—90 M., Limburger 42—48 M., Quadratmagerkäse 25—30 M., Schmalz, Prima Western 17 pCt., Ta. 40,00 M., reines, in Deutschland raff. 43,50-46,50 M., Berliner Bratenschmalz 47,00-50,00 M. Fett, in Amerika raff. 38,50 M., in Deutschland raff. 41,50-43,50 M. — Runkelrüben als Pferdefutter. Allbekannt ist die günstige Wirkung der Mohrrüben oder Möhren auf den Gesundheitszustand unserer Pferde. Ganz ähnlich oder ebenso günstig wirken die Runkelrüben, welche bislang meist nur an Rindvieh und Schweine verfüttert werden. Namentlich für langsam arbeitende und ruhende Pferde sind Rüben auch als dauerndes Futter, in mäßigen Mengen verwendet, vorzüglich. Sie heben hier die nachtheiligen Wirkungen einer dauernden Trockenfütterung mit größeren Strohmengen auf, beugen Koliken vor und regen den Appetit an. Große Mengen dagegen setzen die Leistungsfähigkeit des Körpers herab und schwächen die Widerstandsfähigkeit desselben gegen krankmachende Einflüsse, namentlich wenn nicht genügend Kraftfutter nebenbei verabreicht wird. Auch bleichsüchtige Zustände können dann entstehen, wenn kein Kleeheu gefüttert wird. Es fthlt im Futter an phosphorsaurem Kalk und Kochsalz. Beide setze man dann zu, ersteres in Form von gereinigtem Knochenmehl. $>rid>ten. Hamburg, 31. October. Der Hamburger Doppelschrauben- Schnelldampfer „Columbia", Capitän Vogelgesang, welcher am 24. October von Southampton abgegangen, ist am 31. October, 9 Uhr Morgens wohlbehalten in New-York angekommen. Reisedauer von Hamburg bis Newyork 8 Tage 1 Stunde. Oceanfahrt nur 7 Tage. Bremen, 1. November. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Aller, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 22. October von Bremen und am 23. October von Southampton abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. H am burg, 31. Octbr. Das Hamburg-Newyorker Post-Dampf schiff „Wieland", Capitän Barends, welches am 19. October von hier und am 21. October von Havre abgegangen, ist am 31. October, 10 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. «Gummi- ITbpfX Paris. Feinste Specialitäten. 4447 Zollfr. Versandt durch W. H. Mielck, Frankfurt a. M. Special-Preisliste in verschloss. Couvert ohne Firma geg. Eins. g. 20 Pfg. in Briefm. Temperatur tn Meßen. October 1890. Niederste.......— 1,9 °B. Mittlere.......4- 7,ltz „ Mittel früherer Jahre.....4- 7,11 u Höchste........-+• 19,0 „ Niederschlag an 15 Tagen.....2,44 Par. Zoll. „ im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen 1,97 „ „ Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde. Bibelstunde heute Montag den 3. Novbr, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule; Jaksbusorief 6ap. 2, der Glaube an Christus leidet nicht Ansehen der Person. Pfarrer Dr. Naumann. Missionsstunde am Donnerstag den 6. November, Abends 8 Uhr, in der Kirche: Prüfungszeiten für die ostafrikanische Misston. Pfarrer Dingeldey. Bekanntmachung. Samstag den 8. November 1890, Nachmittags 2 Uhr, sollen vier Bauplätze der Stadt — zwei an der Licher- und zwei an der Wolfstraße gelegen — unter den im Termine bekannt gegeben werdenden Bedingungen an Ort und Stelle versteigert werden. Gießen, 29. October 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen _________Gnauth.____9191 Betr.: Die Verpachtung des Kellers unter dem alten Rathhaus. Der vorbemerkte Keller soll SamStag 8. November d. I., Vormittag- HV2 Ahr, im Saale des alten Rathhauses auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Gießen, den 30. October 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 9192______Gnauth._________ Bekanntmachung. Mittwoch, 5. Novbr. l. A, Nachmittags 2 Uhr, werden im „Adler" dahier gegen Baar- zahlung versteigert: Sovhas, Kommoden, Kleiderschränke, Tische, Bilder, 1 vollst. Bett, 1 Nähmaschine, 1 Verticow, 1 Secretär, 1 nußb Kleiderschrank, 1 Eisschrank, 1 Wiege mit Klotz, 1 Ladentheke, 2 Hobelbänke mit Werkzeug, 2 Pferde, 1 Kuh u. a m. Seitzler, 9219_________________Gerichtsvollzieher. Dienstag den 4. ds. Mts., Nachmittags 2 Uhr, in der früher Bramm'fchen Hofratthe fcu Gießen, sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 1 Wrgen, 2 Schweine, 11 Gänse, 1 Hobelbank, 1 Parthie Holz, 1 Ladentheke, 2 Reale, 1 Pianino, 1 Schreibtisch, 2 Commoden, 2 Sophas, 1 Laden- schrank, 1 do. Spiegel, 1 Nähmaschine u. s. w- W Schellfische, Zander, LM- Hecht, Seezungen "98 gew. Stockfisch, -W» zM- Sprotten u. Bücklinge “W bei [9222] C. G. Kleinhenn. Prachtvolles Mastgefiügel. Wollens und wasserdichte Pferdedecken 9226 empfiehlt billig und gut inallenPreislag n W. SpieS. Sattlermstr-, Neuenweg 14. flasöefrucQluiifl. I Zwei dreiarmige Hängelampen,1 zwei Schaufenster - Lampen zu verkaufen bei 9202 A» Boeter. 9216] Ein gewandtes Mädchen, welches auch kochen kann, wird zu Anfang December zu miethen gesucht. Dasselbe muß in besseren Häusern gedient haben und langjährige gute Zeugnisse ausweisen können. Näheres in der Expkd. d. Bl 92T3] Eine Dienstmagd auf sofort gesucht. Neuenweg 33. Gießen, 1. November 1890. 9207 «ngel, Gr. Gerichtsvollzieher. I. A.: Schlosser. Gießen, den 3. November 1890. Königliche Eisenbahn-Station. entgegengenommen. Die jüngeren Mädchen versammeln sich, wie bisher, Freitag Abend von 6 bis 8 Uhr. Gießen, den 10. October 1890. 8466 N ä habe u d. Die Nähabende am Dienstag jeder Woche sind ausschließlich für Frauen und bereits eonfirmirte Mädchen (Dienstmädchen, Fabrik- DonnerStag den 6, No» _ vewber d. I., Nachmittags 4 Uhr, > arbeiterinnen u. s. w.) bestimmt, und werden daher wird im Main-Weser-Bahnhöfe dahier | Abends von V28 Uhr an eine Grube Dünger unter den bei, gehalten. Anmeldungen dazu werden im Local selbst, im alten Rathhause, der Versteigerung bekannt gemachten; """ Bedingungen öffentlich meistbietend i versteigert. 9215 ■ Cvang. Kirchengesangverem. Die regelmäßigen Proben nehmen am 11. November 1890, Abends 8 Uhr, im Saale des Realgymnasiums wieder ihren Anfang. Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten. 9225 Schlosser. Entöltes Maisproduct. Zu Puddings, Milchspeisen, Sandtorten, zur Verdickung von Suppen, Saucen, Cacao vortrefflich, in Colonial- und Drog.-Hdig. */< u. 1/2 Pfd. engl. ä 60 und 30 Pfg. [9216 Piaaios äu vermietheii. Monatliche Mietpreise : 3, 4, 5, 6 Mk. und höher. Freie Stimmung. Auf einzelne Tage zu Hochzeiten, Concerten, Tanzunterhaltungen etc. 6, 7, 8, 9 Mk. und höher (einschliesslich der Transportkosten). [8220 Willi. Rudolph, Pianohandlung, Neuenweg 9. 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Der Voranschlag der Gemeinde Weickart-bain für 1891/92 liegt vom 5. bis 13. November auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier zur Einsicht der Beteiligten und Entgegennahme von Einwendungen Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Annerod für 1891/92 liegt vom 4. bis 13. November l. I. auf unserem Bureau zur Einsicht aller Betheiligten offen. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Muschenheim für 1891/92 liegt vom 5. d. Mts 8 Tage lang zur Einsicht aller Betheiligten auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier offen. Wohne jetzt Schrüstrrche 4, Nonlsg -k, l Hardt tzh Immobil uwt 33 Nr. 24: fcooaim Äet G'chn, 20. Cri Großh. Ort Wegen Geschäfts Verlegung ♦ in das von mir erkauste Haus „Mänsburg 5" £ wird mein großes W«arenlager t gänzlich ansverkauft. Statt besonderer Anzeige. Hiermit die schmerzliche Mittheilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen bat, unsere innigst geliebte Tochter, Schwester und Braut, Fräulein finna Leinweber, im noch nicht vollendeten 21. Lebensjahre nach langem schweren Leiden zu sich zu nehmen. Um stille Theilnahme bitten Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Giessen, den 2. November 1890. Die Beerdigung findet Dienstag den 4. November, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause (Lindenplatz 7) aus statt. - 9194 *eul Auftreten der Fr. Kathi Weitz, sowie des Münchener Humoristen Jos. Mamma. — Entree frei. 9214. Wirthschafts-Groffnung» Einem hiesigen sowie auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich unterm Heutigen Schulftratze Nr. 4 eine Wirthschast „Zur* Reichspost“ eröffne. Ein seines Glas Henninger-Bräu, kalte und warme Speisen, reelle Bedienung zusichernd, ladet ergebenst ein. Achtungsvoll Louis Feldbaus I. Heute Abend: Fxoi’CONGEHT* 9205 Wermiethungen. 9221] Schlafstelle und möbl. Zimmer billig zu vermiethen. Neuenweg 48. 9220] Stube, Cabinet und Küche zu vermiethen.__Kaplansgaff cjh_ 9208] Zwei Zimmer mit Cabinet, Wasserleitung und Zubehör, sofort zu vermiethen. 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Erne mächtige ■ Partei sucht mit allen Mitteln die Course herunter zu drucken, wie oft auch die Börse einen Anlauf zum Besseren nimmt, oder Kaufe aus Prrvatkreisen eine Besserung verursachen, die enlschlossenen Abgaben dieser Partei werfen die Course immer von Neuem zurück und verursachen eine Verstimmung, die notwendiger Weise von neuen Käufen abschrecken muß. Die Erfolge dieser Woche sind, zstfern- mätzig ausgedrückt, allerdings gering, berücksichtigt man aber, daß zu anderen Zeiten die glückliche Beendigung der Liquidation, die nur in Berlin eine kleine Zahlungsstockung brachte, mit einer bedeutenden Ausbesserung der Course gefeiert worden wäre, und daß die große Mehrzahl der Käufer dieselbe auch erwartete, so bedeuten die heutigen Course doch einen Erfolg der Baissepartei, der nicht unterschätzt werden darf. Voraussichtlich werden die getäuschten Hoffnungen in der nächsten Zeit nrcht ohne Einfluß auf die Coursentwicklung sein. Neue Gründe für Ine Abwärtsbewegung sind so wenig wie in der Vorwoche erbracht worden. Allerdings ist zu bemerken, daß sich in Kreisen des Prioatpublicums eine gewisse Schwache fühlbar macht, die daher zu rühren scheint, daß alte, wahrscheinlich noch vonahrige, Hausseengagements jetzt noch bestehen. Dieselben sind zwar keinesfalls so groß, daß sie eine Gefahr für den Markt bieten, aber sie nehmen doch den betreffenden Kreisen die Möglichkeit, kaufend einzugreifen, und auch das ist für die Baisfepartei ein Gewinn. Den Bestrebungen, die Course herab zu drucken, kommt noch zu Statten, daß die auswärtigen Märkte noch immer sehr schwach liegen. Zwar ist die Liquidation auch in London gut oorübergegangen, aber doch wurde von dort aus mehrmals ein starker Druck auf die Course ausgeübt. In der Vorwoche waren Portugiesen der Gegenstand Londoner Abgaben, diesmal unterlagen Griechische Anleihen demselben Schicksal. Den Grund gab ein Wahlsieg der Opposition, welcher angeblich die Stellung des otzigen Finanzministers gefährdet. Inwieweit das der Fall ist, und welche Folgen ein etwaiger Sturz des Ftnanzministers haben würde, kann von hier aus gar nicht controlirt werden, und die deutschen Besitzer dieser Anleihen müssen sich gefallen lassen, daß die Course ihrer Fonds ihnen von England dictirt werden. Mehr noch als London, wurde jedoch New-York für die flaue Stimmung verantwortlich gemacht. Dort hat die Silberspeculation einen Zusammenbruch erlitten, wie ihn nach so kurzer Zeit wohl Niemand für möglich hielt. Neben den sichtbaren Vorräthen scheinen im ganzen Lande ungeheuere Quantitäten Silber aufgespeichert worden zu sein, die den Bedarf des Schatzamtes weit überschreiten, und da zu gleicher Zeit die Ausfuhr nach Ostindien gänzlich stockt, so ist eine schmerzliche Ernüchterung an Stelle der früheren hoch gespannten Erwartungen getreten. Gerade die größten Eiferer, die den öilbet; preis nicht hoch genug sehen konnten, erscheinen jetzt am muthlosesten und das Snndicat selbst hat mit der Herrschaft über den Markt jede Direction verloren. Der Silberpreis, der vor Kurzem noch 122 notirte, fiel in dieser Woche auf 104. Glücklicher Weise hat sich die österreichische Valuta gänzlich von den Schwankungen des Silberpreises emancipirt und die Silberbaisse kann daher keinen unmittelbaren Einfluß auf die deutschen Märkte ausüben. .. . Der Geldmarkt hat sich um ein Geringes erleichtert. In der L.quidat.on hielt sich der Preis auf ca. 5V* % und nur am letzten Tag der Versorgung stellten sich die Sätze in Frankfurt etwas höher. Die große Mehrzahl der Papiere wurde aber doch — besonders in Berlin — unter Satz geschoben, und dieser Umstand . läßt schon jetzt ein ziemlich bedeutendes Docouvert erkennen. Dauern die Blanco- abgaben in der nächsten Zeit in ähnlichem Umfang wie bisher fort, so kann leicht das Deckungsbedürfniß in der nächsten Liquidation einen Umschlag der Tendenz Hervorrufen. In Frankfurt stehen die Sätze auch heute noch über Benner Parität, aber die allgemeine Markttendenz scheint doch auf eine zunehmende Gcldflu'stgkeit k- 53 ist der von hinzustreben. Der letzte Reichsbankausweis zeigte wieder beträchtlichen Nückflutz, innehabende Laden und allem Anschein nach hat die ßiqutbation ferne erhebliche Verschlechterung des rnneyaoenoe rave« ^ursacht. - In den ersten Tagen der Woche wurde die Lage des Eisen- markteö wieder lebhaft drscutirt. Der Pessimismus, mit dem man teil den letz en Preisermäßigungen die Lage der E'senindustrie beurteilte, ist betannt Die sertttr wandte sich besonderts gegen die Verbände und von verschiedenen Serien wuroe deren baldiger Zerfall verkündet. Die industriellen Kreise antworteten hierauf nut dem Anschluß fast aller noch außenstehenden Werke an den Walzersen-Verbano. Diese Nachricht klang so überraschend, daß sie lange Zeit nicht geglaubt wurde; |te hat aber tatsächlich ihre Bestätigung gefunden, und der gleichzeitig gemeldete Prets- aufschlag erwies sich als fictlo. Der Anschluß der Werke aber und noch mehr Die Darlegungen des Generaldirectors Richter bet Gelegenheit der Generalversammlung der Laurahütte lassen erkennen, daß man in pessimistischer Beurteilung dielen ^Industriezweiges eiwas zu weit gegangen ist. Trotz aller gegenteiligen ^richte ®er Bazar ist tonangebend und bringt Mode, Handarbeiten, Colorirte Stablstichbilder, Schnittmuster in natürlicher Grosze. Romane und Novellen. Prachtvolle Illustrationen. Alle Postanstalten und Buchhandlungen nehmen jederzeit Abonnements an. Probe-Nummern versendet aas Wunsch unentgeltlich die Administration des „Bazar", Berlin SW. 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Die übrigen Jndustriewertbe sind nicht gleichmäßig verändert. Guano gewannen 4,70 o/o, Badische Anilin 4 ®/0, Kalk Brauerei 2 %, Scheideanftatt 2 o/0 Siemens 1,50, Lloyd 1,50%, dagegen verloren Binding 2 o/0, Duisburger Brauerei 8,70 %, Essighaus 2V2 %, Chemische Fabrik Griesheim 3 %, Deutsche Verlags-Anstalt 18%, Straßburger Druckerei 3% rc. Course der Fraiiffurter Börse. b«/o Rumänische Rente . 4Vs°/g Russische Anl.. . 99.05 101.30 99.05 101.70 3Va°/o Egypt..... 92.40 —.— SisenvLhW-PrioritLte«. 40/0 Pfälz. Ludwigsbahn 59/0 Sudbahn Lombarden 102.90 103.20 (Bexbach) . . . 100.50 102.25 4°/o do. do. 98.70 98.80 w Hessische Ludwigsb. 30/0 do. do. 66 25 66.25 68/69 garant. . 101.95 —.— 4o/o Prag-Duxer Gold . 99.40 99.40 „ Elisabeth, steuerfrei w Rudolf Gold (Salzt.) 99.50 99.40 Gold .... 100.60 100.75 „ Franz-Josef Silber 84.60 85.60 50/0 Oestr. StaatsbaHn. 106.15 —.— 3% ftaatl. garant. Jtal. 40/0 do. do. 99.75 100.— Eisenbahn . . 56.65 56.80 30/0 do. do. 30/0 Livorneser . . . 63.85 64 — I.—VllI.Emiss. 82.80 83.15 4o/g Russ.Südw Eisend. 93.— 94.3a 3o/o do. Ergänzimgsnetz SVo Nordwestbahn Gold 80.25 106.80 80.50 107.— 40/0 Wladikawkas garnt. 40/0 gar. Sardin.Sec.stfr. 92.25 84.— 93.30' 84.1fr Sisendahn-Uetten. Ludwigshafen-Bexbach. 225 — 227.— Lübeck-Büchner . . - 167.— 165.— Hessische Ludwigsbahn. 116.75 117.— Mecklenburger . . . —.— — e- Pfälzische Nordbahn . 119.50 119 50 Gotthardt..... 158.70 157.7fr Marienburger-Mlawka. 63.50 61.20 Jtal. Mittelmeer . . 112.20 113.— Deutsche Reichsbank . 143.50 1 145.— Dresdmer Bank. . . 154.90 154,60 Berlin. Handelsgesellsch. 162.40 161,50 Mitteldeutsche Creditb. . 110.— 110.— Deutsche Bank . . . 164.— 1 164.— Wiener Bank-Verein . 104.— 105.— DeutscheGenossenschftsb. v.Soergel,ParrisiusLCo. 129.40 128.50 Württemb. Veretnsbank 125.80 126.— Industrie-Papiere. Binding-Brauerei . . Stern- do. (Oberrad) 164.— 164.10 Deutsche Verlagsanftalt 245.10 229.— 134.60 134.70 Farbwerke,vorrn.Meifter, 283.20 283.10 Bad. Anilin- u. Soda- Lucius & Brüning. fabrif .... 279.90 283.90 Riebeck'scheMontanwerke 180 90 183.60 Pfandbriefe. 4°/o Franks. Hyp.-Pfdbr. v. 86 ab . . . 4o/oDeutscheGrundschld.- 101.50 101.50 102.— 102.— Bk.-Pfandbr. . 3MoFrnkf.Hyp.-Pfdbr. 40/gPreuß.Hyp.-Act.-Bk.- 96.50 96.50 3..c) Wieseg ' ^chnhmache K J'b« 2Baqe be Je»h Die allgemein der Metall Dertljche Ve Blisej, i d) Mr, ®le &ntral>e Wer zu gliche Beu b