Nr. 103. Drittes Blatt. Sonntag den 4. Mai 1890 Zießener Anzeiger Kenerat-Unzeiger. Die Gießener Wa«trie«ötä1ler »erden dem Anzeiger «»chentlich dreimal bttflfltgt Der Aietzener Anzeiger erscheint täglich, wit Ausnahme deS MontagS. Vierteljähriger AdonuementsprerA» 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 60 Pfg. Rcdaction, ExpedNi» und Druckerei: Kchnlstraße 3te.lt Fernsprecher 61. Amts- rrird Anzeigeblatt für den Areis Gieren. ! Hr-ti-S-il-g-7Hßn,-r Kamili-nSM-r. Derrtsches Reich. nn. Darmstadt, 2. Mai. Zweite Kammer der Stände. Nach Verkündigung einer Reihe neuer Einläufe und einer Interpellation des Abg. Lautz über die Gesängnißarbeit gegenüber dem freien Handwerk, setzt das Haus heute die Berathungen über die Nebenbahnvorlagen und zwar derjenigen von Rheinhessen, fort. Zur Berathung steht zunächst die von der Regierung vorgeschlagene Linie von Worms nach Nieder-Olm. Abg. Stefan spricht in scharfer Weise sich dafür aus, daß man beim Bau dieser Bahn unbedingt auch Osthofen berücksichtigen müsse und nicht, wie vom Ausschuß vorgeschlagen, die Bahn von Worms über Herrnsheim, Abenheim und Bodenheim führen möge. Osthofen besitze eine Reihe großer Fabriken und ausgedehnte Geschäfte mit bedeutender Arbeiter- Bevölkerung, welche mit Ungeduld auf einen geeigneten Verkehrsweg mit anderen Orten rechneten. Nach allem, was aber bis jetzt geschehen, sei es anzunehmen, daß man in Worms daran denke, Osthofen seinen Verkehr zu entziehen und nach Worms zu lenken. Abg. Reinhardt erwidert, die Provinz Rheinhessen sei wohl diejenige von der Natur am meisten begünstigte, und mit der größten Einwohnerzahl gegenüber anderer Provinzen. Sie trage aber auch hinsichtlich ihrer Steuern am meisten zu den Gesammtlasten des Staates bei. Er hoffe, daß auch Rheinhessen Seitens des Hanfes einer gewissen Berücksichtigung bei Herstellung der Nebenbahnen sicher sein dürfe. Wenn man das Alles betrachte, werde man finden, daß Rheinhessen nicht zurückgeblieben sei, sondern an der Spitze marschire, wo es gelte für das Staatsintercsse einzutreten. Die vom Ausschuß vorgeschlagene Linie durchschneide den Garten von Rheinhessen und trage allen berechtigten Wünschen in vollstem Maße Rechnung und empfehle er die Annahme derselben. Die von der Minderheit vorgeschlageue Stichbahn über Gundheim nach Worms entspreche nicht dem socialpolitischen Zweck, welchen man an eine Nebenbahn stellen müsse. Die Minderheit des Ausschusses befinde sich im Widerspruch nut den Wünschen Großh. Regierung. Auch widerspricht er der Ansicht des Abg. Stefan, daß man Osthofen durch Entziehung seines Verkehrs schädigen wolle. Abg. Wolfs kehl betont, daß die Ausschuß-Minderheit gerade dadurch die Interessen der Arbeiter- und Landbevölkerung gewahrt glaubte, daß sie dem Hause die Linie Worms- Abenheim-Gundheim vorschlug. Er empfiehlt dem Minder- heitsantrag zuzustimmen, weil er glaube, daß dann auf diese Weise alle Interessen gewahrt worden seien. Minist.-Präsident Weber erklärt, die Regierung müsse unbedingt an ihrem Project festhalten, wenn sie auch nicht verkeUne, daß die Interessen Osthofens nicht in dem Maße bedacht worden seien, wie es vielleicht gewünscht worden. Die Regierung müsse aber auch nochmals den Wunscl) aus- drücken, daß man sich auf die vorgelcgten Projecte beschränken möge. Für weitergehende Vorlagen reichten nicht die Arbeitskräfte und auch die Finanzkräste des Landes würden in zu starkem Maße in Anspruch genommen. Er möchte noch warnen, ins Blaue hinein Summen zu bewilligen, von denen man keinen Nutzen erwarten könne für das Land. Staatsminister Finger betont, daß es selbstverständlich Ausgabe der Regierung sei, alle Interessen des Landes wahrzunehmen, soweit es möglich sei. Die Regierung erwärme sich weder für Worms noch für Osthofen, auch sei nichts geschehen, um Worms zu begünstigen oder Osthosen zu schaden. Bei dem Regierungsproject sei man von der Ansicht ausgegangen, durch die Benutzung der Hauptstraße das Richtige getroffen zu haben. Er sage, wenn man eine so bedeutende Linie herstelle, so müsse man sie so bauen, daß man sie auch gebrauchen könne. Abgeord. Schröder spricht sich für den Antrag der Majorität des Ausschusses aus, hält für die Strecke Worms- Westhosen-Heßloch an der Regierungsvorlage fest, weil hier eine directc Verbindung dieses Theils von Rheinhessen mit Worms und seinem Hasen herbeigeführt werde. Die von der Minderheit vorgeschlagene Stichbahn Worms-Herrnsheim- Abenheim biete hierfür keinen Ersatz. Auch die Befürchtung Osthofens, vom Verkehr abgeschnitten zu werden, hält derselbe nicht für ernst. Osthofen bleibe ja verbunden mit der nach Westhofen gehenden Nebenbahn. Nachdem noch die Abgg. Wolfskehl, Stefan, P sann stiel und Ministeppräsident Weber sich theils für die Regierungsvorlage, theils für den Antrag der Ausschuß- Mehr- und Minderheit ausgesprochen, genehmigt die Kammer die Linie Worms über Abenheim, Gundheim, Westhosen nach Obernheim und weiter über Hahnheim nach Bodenheim mit 27 Stimmen- ferner den Antrag Stefan: Abzweigung von Osthofen nach Bechtheim-Heßloch, einstimmig ferner die Nebenbahnen Osthofen, Rheindürkheim, Friesenheim, Köngernheim nach Oppenheim-Nierstein- Alzey nach Odernheim. — Von Wöllstein-Neu-Bamberg und von Flonheim nach Wendelsheim ohne Debatte. Locales unö provinzielles. Friedberg. Außen und innen am hiesigen Schlosse wird mit Hochdruck gearbeitet, damit alle Reparaturen fertig werden. Se. König!. Hoheit der Großherzog und höchstdesien Familie werden am "10. oder 12. Mai zu einem mehrwöchigen Aufenthalte hier erwartet, um die Badekur in Bad-Nauheim zu gebrauchen. .Heldenbergen. Am 28. April sand dahier das fünfzigjährige Priesterjubiläum des Decans Brentano statt. Am vorausgehenden Nachmittage wurden ihm die zahlreichen Festgeschenke überreicht. Auch Abgesandte der evang. und israel. Schule fanden sich als Gratulanten ein. Am Abende des Vorfestes brachte man dem Jubilar einen wahrhaft imposanten Lampionzug - Turner- und Kriegerverein, drei Gesangvereine, Comite und der größte Theil der Gemeinde nebst vielen Besuchern der Nachbarschaft betheiligten sich daran. Die Gesangvereine, die Musikcapelle und die Schulkinder trugen geeignete Musikstücke vor, der Bürgermeister hielt eine Ansprache und der Gefeierte dankte. Böllerlösungen und Feuerwerk erhöhten die festliche Stimmung. Am andern Morgen eröffneten Glockengeläute und Böllerschüsse den Hauptsesttag, vom Kirckthurme ertönte ein Choral der Capellmusik über den festlich beflaggten Marktflecken. Gegen 10 Uhr kündeten Böller das Erscheinen der Kreisbehörde an, vertreten durch Kreisrath Dr. Braden, Amtmann Wallau und Schulrath Schmidt. Bald darauf begann das feierliche Hochamt. Das reich geschmückte Gotteshaus, die Anwesenheit von circa 45 Geistlichen, die herzliche, die hohe Würde des Priesterstandes schildernde Festpredigt, gehalten von einem Vertreter des Mainzer Domcapitels, wie auch die der Feier angemessenen Musikstücke der Capelle trugen zur Erhöhung derselben wesentlich bei. Um 1 Uhr begann das Festbanket. An der Mahlzeit nahmen 111 Personen Theil. N. Nidda, 1. Mai. Zu Ehren des Herrn Pfarrer- Eckstein, welcher unsere Stadt, in der er so lange Jahre segensreich wirkte, in Kürze verlassen wird, findet am Montag den 5. Mai eine gesellige Vereinigung im „Gam- brinus" statt. Alsfeld, 30. April. Se.Durchlaucht Für st Bismarck hat in Erwiderung der ihm gelegentlich seines 75. Geburtstages übersandten Glückwunschadresse ein Dankschreiben, z. H. des Großh. Kreisschnlinspectors Müller, hierher geschickt, das nachstehend zur Kenntniß sämmtlicher Interessenten gebracht wird: Friedrichsruh, 13. April 1890. Für die Glückwünsche zu meinem Geburtstage sage ich Ihnen und den anderen Herren Unterzeichnern, die meiner freundlich gedacht haben, meinen verbindlichsten Dank. v. Bismarck. Vermischtes. *= Frankfurt a. M., 2. Mai. Der 1. Mai ist auch in seinem zweiten Theile völlig ruhig verlaufen. Weder Nachmittag noch Nackt brachten irgendwelche Ruhestörungen. Am Nachmittag zogen gegen 2000 feiernde Arbeiter nach Neu-Asenburg, wo in vier reservirt gehaltenen Gärten ein vergnügtes Treiben begann. Die aufgebotene berittene und unberittene Schutzmannschaft fand keinerlei Anlaß zum Einschreiten, in größter Ruhe und Ordnung vollzog sich alles. Am Abend fanden zahlreiche Versammlungen statt, in denen Resolutionen zu Gunsten des Achtstnnden - Arbeitstages gefaßt wurden. Die Buchdrucker tagten im „Grünen Wald." — Die Steinmetzen und Marmorarbeiter hgtten gleichfalls eine Versammlung einberusen, welche die Forderung des Achtstundentages ausstellte. Die Buchbinder und Portefeuiller erklärten sich mit den Beschlüssen des Pariser Congresses einverstanden und erkennen in der Dnrchsührung eines gesetzlich bestimmten Maximal-Arbeitstages den besten Weg zur Hebung der zerrütteten Lage der arbeitenden Klassen. Auch andere Berussgenossenschaften hatten Versammlungen veranstaltet, die alle ohne Ausnahme in Ruhe und Ordnung verliefen. Der gefürchtete 1. Mai hat somit für Frankfurt keinerlei Aufregung gebracht. * Frankfurt a. M, 2. Mai. In der benachbarten Fabrikstadt Höchst am Main kamen gestern Abend große Tumulte vor. Unter den Arbeitermassen kam es in einer Wirthschaft zuEzcessen: von hier aus durchzogen sie lärmend die Straßen, wo berittene und Fußgensdarmerie die Tumultuanten vertrieben. Sämmtliche Wirthschaften wurden geschlossen und viele Verhaftungen vorgenommen. * Marburg, 2. Mai. Die gesammte Gensdarmerie wurde neuerdings mit Revolvern und neuen Gewehren ausgerüstet. * Wiesbaden, 30. April. Exkaiserin Eugenie weilt seit heute in unseren Mauern. Mit dem gewöhnlichen Personenzuge, der 5 Uhr 54 Min. aus Coblenz auf dem hiesigen Rheinbahnhof anlangt, war dieselbe in einem Coups 1. Klasse hierher gekommen. Begleitet war sie von einer Gesellschaftsdame. Auf dem Bahnhofe erwartete sie ein Fräulein aus ihrem Gefolge, ein Courier und ein Vertreter des „Rheinhotels", in dem die Kaiserin zum Curgebrauch bei Herrn Dr. Mezger Wohnung nahm. Die Kaiserin benutzte keinen Wagen, sondern ging zu Fuß, gestützt auf einen einfachen Krückenstock, der ihr auch beim Aussteigen aus dem Eisenbahnzuge gute Dienste geleistet hatte. Außerdem mußten ihr dabei noch zwei Diener behülflich sein. Die Kleidung der ehemaligen Beherrscherin der Mode war die denkbar einfachste. Ein schwarzer Strohhut bedeckte den greis werdenden Kopf und ein dunkler, langer Radmantel umhüllte den schlanken Körper. Als die Kaiserin das letzte Mal hier war, saß ihr Gemahl noch auf Frankreichs Throne, gefürchtet von der halben Welt. Heute zog sie hier ein, ungekannt, als vielgeprüfte, leidende und verwaiste Frau. F. G.-A. Lotterie für die Ht. Iosephskirche in Main;. Obgleich der Loose - Absatz für die am 1. Mai d. I. bestimmte Ziehung ein sehr flotter war und der Generalagent nur ein noch kleines Quantum Loose im Vorrath hat, ist das Comtlö den Wünschen vieler Loosehändler, welche noch nicht ausverkaust haben, entgegengekommen und hat die Ziehung verlegt. Der neue Termin ist nun definitiv zrrm 1« Juli I. festgesetzt. (Näheres in heutiger Annonce.) Unter Freunden wird der vorzügliche Holländ. Tabak allseitig empfohlen, 10 Pfd. fco. 8 Mk. nur direct bei B. Becker in Seefen a. 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Pfd. 50—60 H, Ochsenfletsch pr. Pfd. 68—72 H, Kuh- und Rindfleisch 60—62 Schweinefleisch 60—70 H, Hammelfleisch 56—68 H, Kalbfleisch 52—60 Kartoffeln pr. 100 Kilo A 3,40—4,20, Weißkraut vr. St. 6-8 H, Zwiebeln per Centner A 12,00—00,00, Milch per Liter 12-18 H. - I Sa (L Senners Nachf.) 8 empfiehlt: Reiseartikel jeder Art, i Wagen, Geschirre und J Reitzeuge, Feine Lederwaaren: A Damentaschen,Cigarr.- Etuis, Portemonnaies, i Damengürtel u. Hosen- träger in best. Qualität. Sa t £s; zu billigsten Preisen. J. Pfeffer 2855 Mein Lager in allen Fabrikaten Ruckskintz u. Kammgarnen ist auf das Reichste sortirt und empfehle meine Anfertigung nach Maß unter Garantie guten Paffens Feines Eau d dicinisck Balsam in großer Bem 4011] ;Ä> Ä «Ä BMi 5'®? HZ 3828 (von Sonntag zu Sonntag) retournirt. Agentur für Gietzen bei Frau Jean Boek, Wallthorstraße 18. Preisen (3315 2684 Preisen. 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Enders Söhne". in Hamburg versendet portofrei gegen Nachnahme neue Bett federn Friede. Utting, -Heinrich Ramspeök, Philipp I Weiß. Jacob Steinhäuser, Pb D. Kümmich I. Baumeister, ganze Flasche, halbe Flasche. i ib 9 Tage n Bahnhofstr. 27 Laubach Lich Nidda Marburg If Berlinische Lebens - Versicherung« - Gesellschaft von 1836. Dmmidfülifzigste^Gcschästs-Bericht. Im Jahre 1889, dem 53. Geschäftsjahre der Gesellschaft, wurden Am 24. März. 2) Die Firma Jacob Katz II. in Steinbach wurde gelöscht. Am 3. April. 3) Das unter der Firma Katzenstein L Seipp dahier betriebene Holz- und Kohlengeschäft ist mit dem 1. März d. I. auf Wilhelm Seipp als alleinigen Inhaber unter Uebernahme der Ac- tiven und Passiven übergegangen und wird dasselbe von diesem unter der seitherigen Firma weiter geführt. Am 10. April. 4) Der Inhaber der Firma „Gebrüder Haustein", Wilhelm Haustein in Gießen, hat seiner Ehefrau Marie, geb. Wilk er, Procura ertheilt. 5) Adolf Müller inGießen ist als Theilhaber in das unter der Firma „Moritz Gregori und Sohn" daselbst bestehende Geschäft eingetreten. Am 13. April. Mk. 9 698 000 Capital und Mk. 16 972 Rente. Briefpapier und Couverts 1 mit Feine Seifen. Parfümerien, jEau de Coloaoe, alle me- dicinifcden Seifen (Theer-, Balsam-, Schwefel- u. s. ro.) in großer Auswahl bei Benner T* empfiehlt ein reichhaltiges Lager in Gesammte Jahres-Einnahme pro 1889 Mk. 6 588 479. Angemeldet 415 Stervefätte über Mk. 2140 028 Capital. Geschäftsstand Gnde 1889. BersicherungSbestand 28 041 Personen mit Mk. 134 933 859 Capital und Mk. 290 392 Rente. Gesammt-Ga rantiefonds .....Mk. 45132 703. Unvertheilter Reingewinn der letzten fünf Jahre . ......... • • Mk. 4705 296. Auf die Prämie pro 1890 erhalten die Berechtigten 33V3% Dividende. Berlin, den 26. April 1890. Direetion d. Berlinischen Lebeks-Berficherungs Gesellschaft Weitere Auskunft wird gern ertheilt, auch werden Anträge auf Versicherungen entgegen genommen von 3913 Wilhelm Mosler, Schillerstraße 11. 6) Die Firma „M. Student" in Gießen wurde gelöscht. Am 25. April. 7) Die Inhaber der Firma „Meyer und Günther" in Gießen haben seit dem 1. April 1890 ihr Domicil nach Wieseck verlegt. Am 28 April. 8) Die Firma Schmidt und Repp in Gießen wurde gelöscht. Am 29. April. 9) Die Firma „Philipp Kreiling in Gießen wurde gelöscht. Am 1. Mai. 10) Karl Ackermann in Gießen betreibt vom 1. Mai 1890 ab daselbst ein literarisches Commissionsgeschäft unter der Finna: „Literaturbüreau Carl Ackermann". Gießen, den 1. Mai 1890. bei Herrn Carl Haberkor« Nachf A. Docinck, F. W. Schellerrberg, Otso Steller, H. Zimmer VII., W. Moll, Max Brunn, Karl Leupold, P. Tromm, Eduard Reck, Hermann Löhr. 3038 Die echten Flaschen müssen mit dem Namen J. ■■ K sehen sein und kosten von nun ab:8OPfg<, 60 Ffg., Mk. l.—s Mk. T. ■I liefert die BrOhl’sche Druckerei (Fr. Ohr. Pietsch) 7. Schulstrasse 7. Fernsprecher 51. x-™" z Z » • L Lacke, Farben und /ussooaenansiridie liefert die Qualitäten Drogeuhandluug von Otto Schaaf, Seltexs-v^-egr 2D. wieder billiger geworden 4008] Das den Erben des Anton Waldschmidt und dem Gewerken I. A. Waldschmidt gehörige, in Wetzlar o Hauserthor bei. Grundstück-Bauplatz u. Marmorbruch—Flur Nr-13 von 80 Ar 71 o-Mtr. soll auseinanoersetzungshalber unter günstigen Zahlungsbedingungen verkauft werden. Das Grundstück eignet sich seiner vorzügl. Lage halber — zwischen Stadt und Bahnhof — zu jedem größeren Fabrikunternehmen. Näheres bei Ernst Böcker in Wetzlar. 4007] Eine mit Vortheil betr. und noch im Betr. bef. Brauerei, Wirtschaft und Metzgerei in Wetzlar — beste Straßenlage — ist wegen Sterbefalls auf 12 Jahre zu verpachten. Vorhanden: Wohnhaus mit Laden und Geschäftsräumen, Saal rc., Brauereigebäude, Hofraum, Waschküche, Pferde- und Schweineställe, verschied. 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Prtvatdiscont 3%. 902] Der untere Stock Bahnhofstraße Nr. 64: 6 Zimmer mit Zubehör per sofort zu vermiethen. „ Wilhelm Reiber, Bahnhofstraße 66. Börfe«woche«bericht von E. Wasserschlebe», Bankgeschäft 5% Buderus-Obligat. . 1103.851104.— Course der Frankfurter Börse Staatsanleihe«. 3745] Parterre - Etage in meinem Hause, Westanlage Nr. 23, per 1. Juli zu vermiethen. Aug. MontanuS. " 3432] Dritter Stock sofort zu vermiethen Ludwigstraße 14. 3968] Zwei schön möbl. Zimmer zu'j 3523] Möbl. Zimmer mit Cabinet zu vermiethen- Kirchenplatz 15 l. St. ' vermiethen. Neuen Baue 21 I. 2440] Eine Mansarden-Wohnung, vier Zimmer mit Zubehör und Wasserleitung, zu vermiethen.____________Asterweg 6. 3943] Ein Logis sofort zu vermiethen. Frankfurterstraße 165. Das von mir bewohnte Haus hat die Stadt angckauft, und bin ich dadurch gezwungen, mein ganzes Waarenlagcr vollständig zu räumen. Dasselbe^bictet sämmtliche Saison-Neuheiten in Damen- und Mädchen-Confection^gg^l An der Börse hat sich in den letzten Tagen eine Wandlung zum Besseren geltend gemacht. Zum ersten Mal seit geraumer Zett gehen die Schlußcourte über das Niveau der Vorwoche hinaus. Freilich hat es auch in dieser Woche an Coursrückgängen nicht gefehlt. Die Tendenz der ersten Tage war matt, denn die Ungewißheit über den Ausgang der Arbeiterdemonstrationen am 1. Mai bedruckte die Gemüther und gab zu immer neuen Verkäufen Anlaß. Die hierdurch schon ungünstige Stimmung wurde noch verstärkt durch die Ermäßigung der ©runbprtne des Deutschen Walzeisenverbandes. Diese H°rabsetzung der Verkaufspreise hat nicht überraschen können, sie konnte nach der Lage des Weltmarktes nicht ausbleiben, wie- viele gegentheilige Versicherungen auch von den Interessenten in die Welt gesandt wurden. Die Börse war seit geraumer Zeit darauf gefaßt, ober sie konnte doch an diesem Ereigntß nicht vorübergehen, ohne ihm gebührende Würdigung zu zollen, und dieser Würdigung in den Coursen Ausdruck zu verleihen. Es lieg in dieser Preisermäßigung das Eingestäudniß, daß es trotz Schutzzoll und Eartell nicht möglich ist die deutsche Eisenindustrie dauernd von dem Einfluß des Weltmarktes unabhängig zu machen. Nach vielem Sträuben, nach dem fast gänzlichen Verlust ausländischer Absatzgebiete sieht man sich gezwungen, die Verkaufspreise herabzusetzen, um nicht im eigenen Lande den Boden unter Hen Fußen zu verlieren. Widerwillig und zögernd ermäßigt man die Preffe, welche auf eine Höhe getrieben wurden, die weit über das Niveau der Preise im Weltmarkt hinausging und nur erreichbar war durch die Fähigkeit, mit welcher der Consum an alten Bezugsquellen zu hangen pflegt, und durch das streng durchgeführte Prinzip des Staates, seinen Bedarf nur im Inland zu decken. Erst jetzt erfährt man, was früher nicht allgemein bekannt war, in welcher Weise sich einzelne Cartelle diese Lage der Dinge ru Nutze gemacht haben. Der Deutsche Walzeisenverband hatte seinen Grundpreis bis auf 200 Mr. erhöht, der Formeisenoerband, welcher vollkommen gleichwerthtge Producte liefert, was sich auch aus früheren Preisnotirungen ergibt, ist bei einem Preis von 150 Mr. stchen geblieben und erachtete diesen für hock genug, um seinen Werken einen ausreichenden Verdienst zu sichern. Der erste Verband sieht sich heute genothigt seine Preise auf 180 Mk. zu ermäßigen, aber es gehört keine Prophetengabe dazu, um zu erkennen, daß es damit nicht sein Bewenden haben kann, und daß der Consum, nachdem er durch exorbiante Preise einmal eingeschüchtert wurde, nicht eher aus seiner Reserve wieder heraustreten wird, als bis die Jnland-Preise sich im Einklang mit denen im Weltmarkt befinden. Auch die Verwaltung der Staatsbabnen wird sich heute bedenken, ob sie noch fernerhin z. B. für Schienen einm Preis von 165 Mk. per Tonne bewilligen will, wenn englische Werke zu 135 Mk. zu liefern geneigt sind, wobei dem Staate außer der directen Ersparnitz noch eine Zolleinnahme von 25 Mk. für jede Tonne zufällt. . . , Die matte Tendenz, welche diesen Verhältnissen entsprang, wandte sich jedoch zum Besseren in dem Maße, als die Hoffnung stieg, daß der erste Mai ohne ernstliche Ruhestörung vorübergehen würde. Vom Mittwoch an wurde die Haltung sreundltcher und sie steigerte sich zu einer Festigkeit, wie sie lange an der Borfe nicht geherrscht hatte, nachdem der gefürchtete Tag meist in voller Arbeit, an allen Orten aber in vollkommener Ruhe vorübergegangen war. Namentlich am Freitag war die Kauflust und das Deckungsbedürsniß recht bedeutend, und die Course stiegen auf allen Gebieten. Man sieht erst an der Reaction, einen wie großen Druck die Furcht vor ernstlichen Ruhestörungen auf die Börse ausgeübt hatte. Daß die Gefahr glücklich vorübergegangen ist, wird jetzt freudig als Erleichterung empfunden und vermag für eine Zeit jede andere Beklemmung vergessen zu lassen. In den thatsächlichen Marktverhältnissen hat sich jedoch Wenig geändert, die Kauflust ist — —' 2954 •*** ~ W. N* amr Damenwäsche. Hemdentuche. Rein- und Halbleinen, Futterstoffe. Möbel- und Kleider-Cattune. PelzPrquo-. Burkins k. rc. •— Gvofzev poften Itteifcerftoffreftc. ~ A. Docter, Seltersweg 57. 3899] Zu vermiethen eine kleine Man- | 3701] Eine Mansarden - Wohnung per ........ ". 1. August zu vermiethen. 53 Seltersweg 53. S®— zwar gestiegen, aber das physische Unvermögen, sich an der Coursentwickelung zu neinere ^heiligen, dauert fort und muß sich binnen Kurzem wieder geltend machen. Die Ultimoliquidation ist glücklich zu Ende geführt worden. Geld war sehr reichlich vorhanden und zum Schluß mit 3% angeboten. Die Reportsatze der einzelnen Papiere entfernten sich nur sehr wenig von dem allgemeinen Satze, sodaß nunmehr ein annäherndes Gleichgewicht zwischen Hausse- und Baisse-Engagements Dermielßungen. 3797] Ein Familienlogis, 3 Zimmer mit 3 Kabinetten und allem Zubehör, zu vermiethen und 1- Sult ju begehen bei LouiS Lotz, Bahnhofstraße 22. 3785]"Wegen Uebersiedelung des Prof. Löhlein in feine Dienstwohnung ist Ostanlage 29 die Beletage, 6 große Zimmer mit Veranda, dazu 2 Zimmer tm 4. Stock, sowie Badezimmer, Magde- zimmer, Garteuantheil rc., auf 1. October zu vermiethen._______________ ___________ 3513] Ein schönes Logis, 4 Zimmer nebst allem Zubehör (Wasserleitung) zu vermiethen- Näheres _____________Wallthorstraße 16. ~3Ö3Ö] Asterweg 26: 3. Stock mit Zubehör und Wasserleitung per 1. Juni zu vermiethen.______ 3928] Ein Familienlogis vermiedet Ehr. Noll «I. Wittwe, Kanzleiberg 5. —2562] In meinem Hause, Grünberger- straße Nr. 28, Wohnung, 5 Zimmer, 2 Kammern, mit Wasserleitung, zu vermiethen, 1. Mai beziehbar. - on I. Witzner, Grünbergerstraße 20L 154] Der 2. Stock, 3 Zimmer, Küche u. s. w., sogleich beziehbar, zu vermiethen bei H. Schomver, Rodheimerstraße 56. “1150] Der mittlere Stock meines Hauses. 6 Zimmer mit Zubeh., zu vermiethen. Ehr. Saubach Um Ecke der Krofdorfer- u. Rodheimerstraße. 3696J Grabeustratze Nr. 8 ist eine Mansardenwohnung, 3 Zimmer nebst Zubehör, weamasbalber zu vermiethen. T041] Südanlage 17, Parterrewohnung, 7 Zimmer rc und Mansarde, vier Zimmer rc., zu vermiethen, schöner Garten, Pferdestall und Remise, sowie zwei große Zimmer im Nebengebäude können zu- gegeben werden. <£♦ Schlüter. '2919] Ludwigstraße 34, EckhauS, der 3. Stock zu vermiethen. Wilhelm Seipp, Ludwigstraße 28. 3927] Kleines Familienlogis zu vermiethen und sof. zu bez. Wieseckerwegö. 3917] Der 2. Stock zu vermiethen- H. 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Selbst Cassawerthe sind leicht gebessert, ein Moment, das sehr beachtenswerth ist, da daraus hervorgeht, daß die Aufwärtsbewegung nicht lediglich speculattven Charakters ist. Das läßt sich auch an den Cour]en der deutschen Bahnen erkennen, von welchen gerade diejenigen, welche sich als Anlage- werthe besonders eignen — die Pfälzer Bahnen — Besferringen erzielten, wahrend die übrigen, mit Ausnahme von Marienburger, eher etwas schwacher erscheinen. Für österreichische Bahnen herrschte eine sehr günstige Tendenz, namentlich für böhmische Werthe, von welchen Westbahn die Woche mit 7 fl., Nordbahn mit 3 fl., Duxer mit 8V2 fl-, Elbthal mit 2 fl. Gewinn verlassen. Auch Staatsbahn und Lombarden haben Besserungen von IV2—2% fl. zu verzeichnen. Bei Schweizer Bahnen stimu- Hrte die Festsetzung der Dividende der Centralbahn, welche noch um eine Kleinigkeit über die Taxation hinausging, und, da trotzdem erhöhte Rückstellungen vorgenommen wurden, einen sehr günstigen Einfluß auf die Course ausübte. Es gewannen Gotthard 4o/g, Centralbahn 2%%, Nordbahn reichlich 1 %._ Italienische Bahnen profitirten von einer günstigen Stimmung, welche speciell für Italiener Werthe sich geltend machte, und genährt wurde durch den Hinweis, daß gerade diese Actien durch die langandauernde Kcifis über Gebühr gelitten hätten. Am ursprünglichsten zeigte sich die Kauflust auf dem Gebiete des Rentenmarktes, wo sie zu einer Reihe recht erheblicher Coursbesferungen führte. Es gewannen Ungarn %°/o, Italiener 1%, Oesterreichifche Silberrenten und Papierrenten l°/o, Orient-Anleihe 1V*%. Die Besserung der Valuta-Anleihen steht im Zusammenhang mit der Gesetzesvorlage in den Vereinigten Staaten, welche die Silber- ankäuse des Schatzamtes um ein Beträchtliches vermehren will, so daß sie mehr als Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Cours vom 25./IV. 2./V._ Cours vom 25./IV. 2./V. 4% Hessische Obligation. 104.30 104.50 47s%Portug.-A. 88 u.89 94.15 93.70 „ Bayern .... 106.— 105.90 5% amort. Serb. Gold- „ Baden..... 30/0 Sächsische Rente. . 103.90 93.60 104.— 93.80 Rente .... 5o/o SerbischeEis enbahn- 84.10 84.95 37,% BremerStaatsanl. —.— Hyp.-Obl. L. A. . 86.10 86.60 „ Hamb.Staatsrente 100.80 100.60 40/oSchwed. Oblig.1880r 102.45 102.60 4%Oestr. Goldrente . 94.10 94.60 1% Türken cono. . 18.35 18.50 „ GriechischeMonopol- 5% priv. Egypter. . . 104.30 105.60 Anleihe . . . 78.— 78.30 „ Argent. Gold - Anl. 4% Rumänische Rente . 98.50 98.35 0. 1887 . . . 86.80 87.10 578% Russische Anl.. . 101.95 102 — Eifenvahrr-Prtorttüten. 4% Psälz. Ludwigsbahu 5% Südbahn Lombarden 104.10 104.10 (Bexbach) . . . 103.05 102.85 40/0 do. do. 97.95 —.— „ Hessische Ludwigsb. 3% do. do. 64.25 64.25 68/69 flarant. . 102.45 102.25 4% Prag-Duxer Gold . 100.90 100.65 „ Elisabetbb. steuerfrei „ Rudolf Gold (Salzk.) 100.85 101.— Gold .... 101.30 101.40 „ Franz-Josef Silber 83.40 83.75 50/0 Oestr. Staatsbahn. 107.45 107.35 3% staatl. garant. Jtal. 57.20 57.40 4°/0 do. do. 100.50 100.50 Eisenbahn . . 3% do. do. 3% Livorneser . . . 64.25 64 45 I.—VIII.Kmiff. 82.35 82.55 40/0 Russ.Sudw Eisenb. 92.30 92.80 30/0 do. Ergänzungsnetz 79.90 80.— 40/g Wladikawkas garnt. 92.15 92.20 5% Nordwestbahn Gold 107.50 —.— 40/0 gar. Sardin.Sec.ftfr. 85.80 85.80 Eiserrdahrr-Aetteu. LudwigShafen-Bexbach. 225.50 226.45 | Lübeck-Büchner . . . 177.50 176.50 Hessische Ludwigsbahn. 120.20 118.30 Nrecklenburger . . . 164.45 164.— Pfälzische Nordbahn . 117.70 119.40 Gotthardt..... 161.10 164.60 Marienburger-Mlawka. 63.80 64.— Jtal. Mittelmeer . . 108.30 111.20 Barrr-Slttten. Deutsche Reichsbank . 138.— 138.40 Dresdener Bank. . . 143.20 146 40 Berlin. Handelsgesellsch. 157.30 160.50 Mitteldeutsche Creditb. . 109.— 109.— Deutsche Bank . . . 159.80 161.80 1 Wiener Bank-Verein . 97.50 100.25 DeutscheGmofsenschstsb. Württemb. Vereinsbank 123 90 123 80 v.Soergel,ParrisiusLCo. 129.30 129.90 Industrie-Papiere. Binding-Braucrei . . Stern- do. (Oberrad) 157.75 158.50 Deutsche Verlagsanstalt 279.40 270.50 130.— 130.40 Farbwerke,vorrn.Meister, Bad. Anilin- u. Soda- Lucius & Brüning. 270.80 269.— fabrik .... 270.75 271.90 Riebeck'sckeMontanwerke 176.— 179.90 Pfandbriefe. 40/0 Franks. Hyp.-Pfdbr. 4%DeutscheGrundschld.- 101.60 101.60 v. 86 ab . . . 102.— 102.— Bk.-Pfandbr. . 3720/oFrnks.Hyp.-Pfdbr. 98 — 98.— 37-0/0 do...... 98.50 98.50 4o/oPreuß.Hyp.-Act.-Bk.- 372% Rhein. Hyp.-Bank- 96.20 96.20 Pfandbr. . . . 101.70 101.70 Pfandbr. . . . 40/g Meininger Pfandbr. 3V2% do...... 98.50 98 50 101.50 101.50 40/gPreuß. Centr.-Bod.- Cred.-Psandbr. bis 1885 ..... 101.30 101.10 Loofe. Oestr. 1860rfl.500-Loose 120.70 124.70 Braunschweig. 20 Thlr.- 105.15 105.20 „ 1854r fl.250- „ 119.50 —- — Loose .... 40/0 Meininger Prämien- 3% Oldenburger Loose . 132.50 132.50 Pfandbr. . . . 131.55 131.60 37»%Köln-Mindn.Loose 139.80 140.10 Wmtritonifd,, Etsenbahn-Bond«. 6o/oChic.Milw.f.St.Paul 4% Chicago Burlington 90.20 90.30 Prt., rückzahlb. 1910 . — 114 — Nebraska 1927 . . 5»/oChic.Milw.f.St.Paul 472°/o California Pactf. 107.— 107.20 Prt., rückzahlb. 1921 . 104.60 105.25 I. M., rückzahlb. 1912 6% Centr. Pacif. I.Mrtg. 60/gPacif.of Missouri con- 107.75 108.25 rückzahlb. 1896 . . 110.90 110.— solidated I. M. r. 1920