Nr. 3. Samstag den 4. Januar 1890 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener Mnmilienvtälter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Generat-Mzeiger. Vierteljähriger Kvonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: SchutstraßeAr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt für den ALreis Gieren. Gratisöeikage: Gießener Iamikienökätter Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Vorm. 10 Uhr. Amtliche»» Theil. Gieren, am 2. Januar 1890. Betr. - Die Ausführung des Gesetzes vom 10. September 1878 über den Schutz der in fremde Verpflegung gegebenen Kinder unter 6 Jahren. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung der Verfügung vom 3. v. Mts. — Anzeiger Nr. 285 — im Rück« stände sind, werden hieran mit Frist von 5 Tagen erinnert. v. Gagern. Bekanntmachung, die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Militärdienst im Frühjahr 1890 betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Frühjahr 1890 stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgesordert, ihre desfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meidung des Ausschluffes von dieser Prüfung spätesten- bi- zum 1. Februar 1890 bei der unterzeichneten Commission einzureichen. Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Speciellen das Folgende bemerkt: 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichueten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Zulaffung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn bie nähere Adresse angegeben wird. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugniß; L. Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über deffen Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeit- lich zu bescheinigen und muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt fein; c. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches von der Polizei-Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist; d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf. 5) In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, Lateinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will. 6) Ist bereits früher ein Gesuch um Zulaffung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenheitszeugniß beizulegen. lieber die Anforderungen, welche an die, zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungs»Ordnung (Anlage 2 zur Wehr-Ord. vom 22. Novbr. 1888 — Reg.-Bl. Nr. 5 von 1889) Aufschluß. Bezüglich des Prüfungstermins, sowie des Lokals, in welchem die Prüfung statlfindet, erfolgt event. weitere Bekanntmachung; auf specielle Ladung kann nicht gerechnet werden. Darmstadt, den 20. December 1889. Großh. Prüfungs-Commission sür einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. Keber die epidemische Grippe oder Influenza wird der „Nordd. Allg. Ztg." von sachkundiger Seite Folgendes geschrieben: Die Influenza ist eine acute Infektionskrankheit, welche in Form von mehr oder weniger ausgedehnten Epidemien, die oft den Character wahrer Pandemien angenommen haben, seit Jahrhunderten den ganzen bewohnten Erdkreis von Zeit zu Zeit überzieht. Die Krankheit ist beobachtet worden in allen Zonen und zu allen Zeiten des Jahres. Es besteht über sie eine sehr umfangreiche Literatur aus älterer und neuerer Zeit. Aus dem Alterthum liegen zwar keine Nachrichten vor, welche mit Sicherheit aus Influenza bezogen werden können, aber schon von dem 9. Jahrhundert unserer Zeitrechnung ab häufen sich die Berichte von epidemischen Krankheiten, die möglicherweise als Influenza anzusehen sind. Sicher können mit diesem Namen diejenigen Epidemien belegt werden, welche in den Jahren 1323, 1327 und 1387 in Italien und Frankreich auftraten, von denen uns Buoninsegni und Villani berichten. Nach Hirsch sind noch ältere Angaben auf Influenza zu beziehen, so für 1173 von Sigbertus über das Auftreten der Seuche in Italien, von Godefridus in Deutschland, von Rodulfus de Dicetus in England. Ein nachweislich pandemisches Auftreten der Krankheit ist zuerst aus den Jahren 1510, 1557, 1580, 1583 berichtet worden. Seitdem haben die Seuchenzüge sich noch ost wiederholt. Eine übersichtliche Zusammenstellung der Jnfluenzaepidemien in den Jahren 1173 bis 1875 findet sich in dem Handbuch der historisch-geographischen Pathologie von Professor Dr. A. Hirsch, Seite 14; die diesbezügliche Quellenliteratur ist zusammengetragen an derselben Stelle Seite 30—40. Die Benennung der Krankheit hat nach Zett und Ort geschwankt. Nach Gluge wurde sie z. B. schon 1712 in Deutschland „Modekrankheit" genannt. Andere Bezeichnungen sind: Spanischer Ziep, Schashustcn, Blitzcatarrh, in Frankreich: Coqueluche, Baraquette, Generale Grippe, Follette, petite peste, Allure chapeau quarre, in England: Influenza, epidemic catarrh. Grippe ist nach Biermer von agripper, nach Frank vom polnischen cbrypkaraucedo abzuleiten. Die Krankheit tritt stets epidemisch aus und endigt saft stets in vollkommene Heilung. Die davon Besallenen pflegen meist plötzlich zu erkranken, eigentliche Prodromalerscheinungen in Form "von Unbehagen und Verschnupstsein sind ziemlich selten. Unter mehr oder weniger starkem Frösteln, selten ausgesprochenem Schüttelfrost, stellen sich hohes Kcunkhrüts- gesühl, Schmerzen in den Gliedern, dem Kreuz, Kopfschmerzen, sowie mehr oder weniger heftiges Fieber ein. Eine catarrha- lische Erkrankung sümmtlicher Schleimhäute, insbesondere der Athmungsorgane, fehlt selten. Husten und Schnupfen ist in oft sehr quälender Art vorhanden. Ernstere Erkrankungen, Lungenentzündungen, Darmerscheinungen, Ohnmächten, Delirien, Convulsionen gehören schon zu den Seltenheiten. Nach 3—4 Tagen lassen alle Erscheinungen schnell nach und im Verlauf von 8—14 Tagen pflegen die Kranken meist wieder hergestellt zu sein. In leichteren Fällen dauert die ganze Krankheit nur 1—3 Tage, in sehr vielen Fällen steht jedoch das hohe Krankheitsgefühl in keinem Verhältniß zu den sonst so geringfügigen Symptomen, nur die Kranken sind noch längere Zeit hindurch sehr matt und angegriffen. Die seltenen Todesfälle ereignen sich meist bei Kindern und Greisen, bez. sonst geschwächten Individuen. Ein einmaliges Ueberstehen der Krankheit schützt nicht vor Wiedererkrankung; eine solche ist sogar" im Verlause derselben Epidemie nicht selten beobachtet worden. Ueber die Ursachen der Krankheit ist nichts bekannt. Es steht nicht einmal sest, ob die Krankheit von Mensch zu Mensch ansteckend ist oder nicht. Die einzelnen Epidemien, welche im Verlauf einer Pandemie austreten, erreichen meist sehr schnell ihren Höhepunkt. Sie verbreiten sich mit großer Schnelligkeit und treten gleichzeitig auf weiten Landstrecken aus, ohne daß irgend eine Beziehung zu den Wegen des menschlichen Verkehrs sich bisher hat herausfinden lassen. Der Zug der Jnflueuza-Epidemien ging häufig von Ost nach West über die ganze Erde, aber auch in umgekehrter Richtung, sowie auch in der Richtung von Nord nach Süd sind die Epidemienzüge beobachtet worden. Meere und Gebirge scheinen dem Laufe der Seuche keine Hindernisse zu bieten, wenigstens ist ein Ausbrechen der Krankheit auf Schiffen, welche wochenlang mit keiner Küste in Verbindung waren, öfters beobachtet worden. So berichtet Pop von einer Schiffsepidemie, die im Februar 1856 im Hafen von Makassar von 340 Leuten einer niederländischen Fregatte urplötzlich 144 ergriff. Ganze Flotten wurden durch die Krankheit zur Umkehr in den Hafen gezwungen. Häufig brach die Krankheit aus solchen Schiffen aus, dw in der Nähe von mit Influenza befallenen Ländern fuhren. Die Schnelligkeit, mit welcher die Epidemien von Ort zu Ort sich bewegen, ist sehr verschieden, meist aber erstaunlich groß. In den Pandemien von 1833 und 1837 wurden ausgedehnteste Länderstrecken wie mit einem Schlage ergriffen, in anderen Fällen schritt die Seuche dagegen sehr- langsam weiter. Sehr oft wird ein sprungweiser Fortgang beobachtet, auch kommen Abweichungen von der einmal eingeschlagenen Verbreitungsrichtung nicht selten vor. Unerklärliches Verschontbleiben gewisser Plätze oder bestimmter Bevölkerungsklassen ist zuweilen beobachtet worden. Zahlreiche Einzelheiten dieser Art sind von Dr. Hirsch zusammen getragen. Die Influenza ergreift alle Rassen, kommt' in allen Klimaten und zu allen Jahreszeiten vor. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 2. Januar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht solgenden Erlaß des Kaisers vom 30. December an den Reichskanzler: „Zum bevorstehendeu Jahreswechsel sende ich Ihnen, lieber Fürst, meine herzlichsten und wärmsten Glückwünsche. Voll innigen Dankes gegen Gott blicke ich zurück aus das zu Ende gehende Jahr, in welchem uns bc- schieden war, nicht nur unserem theuren Vaterlande den äußeren Frieden zu erhalten, sondern auch die Bürgschastcn I für Aufrechterhaltung des Friedens zu verstärken. Mit hoher Irgend eine Bezeichnung'^ ätiologischer Art zu Einflüssen der Jahreszeit oder der Witterung hat sich bisher nicht auffinden lassen. Mit dem Namen „Influenza" sind bekanntlich auch gewiße Thierkrankheiten belegt worden, ohne daß jedoch daraus ein Zusammenhang derselben mit der Influenza der Menschen abgeleitet werden dürfte. Die Thierinfluenza ist kein einheitlicher Begriff, und wenn auch gewisse, mit diesem Namen bezeichnete Krankheiten in ihrem Austreten entfernte Ähnlichkeit verrctthen mit der menschlichen Influenza, so ist eine nähere Beziehung jedoch mit ziemlicher Sicherheit auszu- chließen. . Die diesjährige Influenza-Epidemie hat, soweit sich bte bisher vorliegenden Nachrichten übersehen lassen, in schnellem Zuge unter oft sprungartigem Vorgehen im Verlaufe weniger Monate von Rußland her zunächst!das europäische Festland ergriffen, ist dann auch nach England übergetreten und zuletzt auch in Amerika ausgebrochen. Sichere Angaben über Zahl und Ausdehnung der Einzelepidemien können zur Zeit noch nicht gemacht werden, nur soviel scheint sest- zustehen, daß die Epidemien einen durchweg gutartigen Character zeigen. Vorschläge über die Heilung bezw. Behandlung der ^n= fluenzakranken zu machen, kann hier nicht beabsichtigt werden. Zur Behandlung Erkrankter ist vielmehr ärztliche Hilfe rechtzeitig in Anspruch zu nehmen. Bei der großen Ausdehnung der Epidemie und der Schädigung, welche sie Handel und Wandel allerorts zufügt, möge jedoch daraus hingewiesen werden, wie voraussichtlich ein noch weiteres Umsichgreifen der Seuche verhindert werden kann. Zunächst sind thunlichst Ansammlungen von Menschen zu vermeiden. Wo solches, wie in den Kirchen behufs des Gottesdienstes nicht angängig ist, würde nach Kräften für eine ausreichende Heizung der Versammlungsräume zu sorgen sein, damit Erkältungen, welche das ^Zustandekommen der Jnfluenzaerkrankung zu begünstigen scheinen, möglichst vermieden werden. Ucberhaupt ist einem Jeden während des Herrschens der Epidemie der Rath zu ertheilen, sich vor jähem Temperaturwechsel thunlichst zu bewahren. Der Verkehr mit Jnfluenzakranken ist zu beschränken, denn es ist nicht ausgeschlossen, daß eine Ansteckungsgefahr besteht. Ein Ueber- heizen der Wohnungen ist ebenso wie das Ungeheiztlassen einzelner in Benutzung befindlicher Räume zu vermeiden. Eine gleichmäßige Temperatur von 14 bis 15 Grad Reaumur ist am zweckmäßigsten. Beim Aufenthalt im Freien vermeide man möglichst, sich dem Winde auszufetzen. Ebenso ist das Eindringen kalter Lust direct durch den Mund in die Athmungsorgane thunlichst zu verhüten. Man athme lieber durch die Nase und halte den Mund geschlossen. Deutsches Reich. ][ Darmstadt, 2. Januar. Am morgenden Vormittage findet in dem Kranichsteiner Wildpark, in welchem jüngst Seine Majestät Kaiser Wilhelm II. der Jagd oblag, Großherzogliche Hofjagd statt; es sollen nur Sauen geschossen werden. Außer der Hosjagdgesellschast werden auch der Herzog von Nassau nebst dem Erbprinzen von Nassau, welche morgen Vormittag von Frankfurt hier eintreffen und im Großherzog- lichen Schlosse Absteigequartier nehmen, an der Jagd theil- nehmen. Prinz Christian von Schleswig-Holstein ist mit seinem ältesten Sohne, Prinz Victor, bereits heute Mittag von Wiesbaden hier eingetroffen und mit den beiden Prinzessinnen Töchtern Victoria und Louise' im Neuen Palais abgestiegen. — Im sogenannten alten Palais am Luisenplatz findet Samstag, 4. Januar, Abends 8 Uhr ein Grobherzoglicher Hos- ball statt, zu welchem zahlreiche Einladungen ergangen sind. Derselbe ist zugleich als ein Ersatz sür die Neujahrsgalatasel zu betrachten, welche in diesem Jahre ausfällt. — Sicherem Vernehmen nach wird Seine Königliche Hoheit der Großherzog am 11. Januar einer Einladung Sr. Majestät des Kaisers zur Theilnahme an der Grunewalder Jagd- entsprechen. Befriedigung hat es mich auch erfüllt, daß eS unter der vertrauensvollen Mitwirkung der Vertretung des Reiches gelungen ist, daS Gesetz über die Alters- und Invaliditäts- Versicherung zu Stande zu bringen und dadurch einen wesentlichen Schritt auf dem mir besonders am Herzen liegenden Gebiete der Fürsorge für die arbeitende Bevölkerung vorwärts zu thun. Ich weiß sehr wohl, welch reicher Antheil an diesen Erfolgen Ihrer aufopfernden, schaffensfreudigen Thatkrast gebührt und bitte Gott, er möge mir in meinem schweren verantwortungsvollen Herrscherberufe Ihren treuen erprobten Rath noch viele Jahre erhalten." Berlin, 2. Januar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Verordnung über Einberufung des Landtages zum 15. Januar. Berlin, 2. Januar. In der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde nach der Einführung und Verpflichtung der neugewählten Stadtverordneten der bisherige Vorsteher Dr. Stryck mit 78 von 106 Stimmen wiedergewählt. Dreizehn Stimmen erhielt Dr. Alexander Meyer, acht Singer. Der bisherige Stellvertreter des Vorstehers, Langerhans, wurde ebenfalls wiedergewählt. — Der hiesige Hof legt für die Kaiserin von Brasilien eine dreiwöchentliche Trauer an. Aachen, 2. Januar. Heute Abend brach im städtischen Lagerhause eine Feuersbrunst aus, welche das ganze Gebäude, in dem alle Requisiten des Stadttheaters lagerten, bis aus die Mauern in Asche legte. Die nahe gelegene Michaelskirche mit dem Thurme stand in großer Gefahr- es gelang indeß den angestrengtesten Arbeiten, das Feuer von derselben abzuhalten und ein weiteres Umsichgreifen desselben zu verhüten. Der Brand blieb sonach auf seinen Herd beschränkt. Die Entstehungsursache ist b'is zur Stunde noch nicht ermittelt. Breslau, 2. Januar. Auf dem von der Oberschlesischen Eisenbahnbedars - Actiengesellschaft gepachteten Kohlenfelde „Schmideschacht" hat die Belegschaft heute Morgen die Arbeit eingestellt- über die Forderungen der Arbeiter, achtstündige Arbeitszeit, freies Förderquantum und die bestimmte Zusicherung einer Lohnerhöhung sind Verhandlungen im Gange. Ruhestörungen sind nirgends vorgekommen. München, 2. Januar. Der vom Papste präconisirte Paffauer Bischof Ramps hat dem Papste ein ärztliches Zeugniß eingesandt, auf Grund dessen er die Belassung aus der Münchener Domprobststelle krankheitshalber nachsucht. Prag, 2. Januar. Bei den heute in den städtischen Wahlbezirken vorgenommenen Ersatzwahlen zum böhmischen Landtage sind nach den bisherigen Nachrichten die früheren Abgeordneten wiedergewählt worden. Die Wahlbetheiligung der Deutschen war lebhaft. — Die Influenza nimmt an Ausdehnung zu. Zahlreiche Professoren und Lehrer an den Universitäten und den Mittelschulen sind erkrankt. Zürich, 2. Januar. Gestern Abend 10 Uhr brach im Foyer des Theaters Feuer aus, durch welches das ganze Gebäude zerstört wurde- vom Publikum ist Niemand verunglückt, von den Decorationen nichts gerettet. Das anstoßende Staatsarchiv und das Regierungsgebäude blieben unversehrt. Zürich, 2. Januar. Das gestrige Feuer im Theater entstand im Foyer durch die Unvorsichtigkeit zweier Mägde. Als der Regisseur auf der Bühne davon unterrichtet wurde, erklärte derselbe sofort dem Publikum, die Vorstellung könne nicht zu Ende geführt werden wegen Erkrankung eines Schauspielers. Der Zuschauerraum leerte sich infolge dessen ganz ruhig, während bereits die Hellen Flammen emporstiegen. Paris, 2. Januar. Die wegen des Auftretens der Influenza erfolgte Schließung der Militärschule zu Saint Cyr ist bis zum 12. d. M. verlängert worden. In Montpellier und Angers ist die Epidemie ebenfalls sehr heftig ausgetreten. In Angers sind alle Schulen und das Priesterseminar geschlossen. Nom, 2. Januar. Die Kaiserin Friedrich mir ihren Töchtern wurde bei ihrer Ankunft von der ganzen königlichen Familie erwartet. Die Kaiserin fuhr mit der Königin in einem Wagen, dem der Prinz von Neapel mit den Prinzessinnen Victoria und Margarethe folgte. Der König und der Kronprinz geleiteten die Angekommenen in die Gemächer des Hotels Bristol. Die Begrüßung war eine herzliche. Aus dem Bahnhofe befanden sich auch der deutsche Botschafter Gras Solms, der englische Botschafter Lord Dufferin und der Präsect und Sindaco. Rom, 2. Januar. (Wiederholt.) Gestern Nachmittag um 5i/2 Uhr, nach Beendigung des Empfanges im Quirinal, warf ein Individuum eine Büchse mit einer brennenden Lunte vor das Portal des Schlosses und flüchtete eiligst. Ein Gensdarm drückte die Lunte aus. Das Individuum wurde verhaftet und es stellte sich heraus, daß es ein 30jähriger Sicilianer, Namens Tancred Vita war, welcher früher Student in Pisa und dann Präsect des Instituts Macchiavell in Florenz war. Er nennt sich Professor der Pädagogik und behauptet, das Gesäß enthalte eine ungefährliche Mischung von Petroleum und Firniß. Brüssel, 2. Januar. Der Bürgermeister wies in der gestrigen Ansprache an den König aus die Festlichkeiten hin, womit man das sünsundzwanzigjährige RegierungS- jubiläum des Königs zu begehen beabsichtige. Der König erwiderte, es müsse Alles geschehen, um das Loos der Invaliden der Arbeit zu verbessern. Er wolle vor Allem das Wohl des Vaterlandes und widme demselben sein Leben. Er hoffe, daß das Land gelegentlich der Jubelseier das Losungswort ausspreche und sage, was es hoffe und wünsche. Lüttich, 2. Januar. In dem Kohlenbecken von Scraing ist in den Gruben Cockerills und der Gesellschaft Marihaye der Strike erklärt worden. Gegenwärtig haben 1200 Personen die Arbeit eingestellt- dieselben verlangen eine Lohnerhöhung, verhalten sich jedoch ruhig. In den Kohlengruben am linken Ufer der Maas wird weitergearbeitet. In Char- leroi ist die Lage unverändert. Bukarest, 2. Januar. Bei der Berathuug der die auswärtigen Beziehungen betreffenden Paragraphen des Adrehen twurss erklärte der Minister des Aeußern gegenüber den Abänderungsanträgen der Opposition, daß die Minister der kleinen Staaten bei der Beantwortung der Anfragen wegen der auswärtigen Lage sehr vorsichtig Vorgehen müßten, da auch die Minister der großen Staaten die Beantwortung derartiger Anfragen des Oefteren verweigerten. Alle Regierungen wünschen aber den Frieden. Sollte jedoch unglücklicher Weise ein Krieg ausbrechen, so würde das Land befragt und der bezügliche Beschluß einhellig gefaßt werden. Für die Unabhängigkeit des Landes sei es gut, Blut zu opfern. Selbst die Schweiz und Belgien, deren Neutralität garantirt ei, brächten Opfer für ihre Armeen. Der Minister wider- egte dann, daß der König persönliche Politik treibe- derselbe halte die Verfassung aus das Gewissenhafteste inne. Der Abänderungsantrag der Opposition wurde daraus abgelehnt und der Paragraph in der Fassung der Majorität angenommen. — Im weiteren Verlaufe wurde dann mit 99 gegen 64 Stimmen die ganze Adresse angenommen. Dieselbe soll morgen dem König überreicht werden. — Die Meldung von Unterhandlungen zwischen Rumänien und Holland betreffend Abänderung der Bestimmung über die Einfuhrvergünstigung für in Holland naturalisirte Maaren ist unbegründet. Die Regierung hat sich noch nicht über diese Frage entschieden. Cocakf r»nd protHttjicUc». Gießen, 3. Januar. * Die gestrige erste Sitzung der Stadtverordneten, in welcher die am 7. November v. I. neu gewählten Stadtverordneten eingeführt wurden, wurde von Herrn Bürgermeister Gnauth mit einer Ansprache eröffnet: Einer schönen Sitte folgend, nach der die Herren Stadtverordneten an der Schwelle des Jahres begrüßt worden, und dem Wunsche Ausdruck gebend, daß der Erfolg der Arbeiten im neuen Jahre ein glücklicher sein möge, müsse er dieser Sitte und diesem Wunsche noch einige Worte hinzusügen, angesichts der neuen Zusammensetznng der Stadtverordneten-Versammlung, der vollzogenen gesetzlich vorgeschriebenen Drtttelerneuerung, der durch besondere Satzungen erfolgten Vermehrung der Mitglieder der Stadtverordneten- Versammlung und des Vorhandenseins von zwei Dritttheilen des alten Stammes derselben. Er begrüße die neuen Stadtverordneten als aus verschiedenen Gebieten erprobte Männer und nun berufen zur Vertretung des Gemeinwesens, in deren Wahl die Wünsche der Bevölkerung sich wiederspiegelten, in der eine neue besondere Bedeutung für die Entwickelung der Stadt zu erblicken sei. Die Stadtverordneten-Versammlung werde sich in ihrer neuen Zusammensetzung den immer wachsenden Anforderungen der Gegenwart nicht entziehen können, bei Betrachtung derselben und der dadurch entstehenden Mehrforderungen beruhige ihn die Mitarbeit neuer Mitglieder. Der städtische/Bebauungsplan würde der Verwirklichung entgegengesührt, ein geschlossener ZukunftSplan mindestens für die nächsten 10 Jahre geschaffen werden müssen. Der Ausbau der Wasserleitung, Anschluß neuer Quellen, Vermehrung der Häuseranschlüsse und Herabsetzung des Wasserpreises würden es ermöglichen, den Wasserbezug zum Gemeingut Aller zu machen. Die Frage der Canalisation, als im sanitären Interesse der Stadt liegend, dürfe nicht ungelöst bleiben- um die Erreichung des durch Umbau erweiterten Güterbahnhofes zu erleichtern, bedarf es der Anlage besserer Zufuhrwege, in Verbindung damit der Errichtung öffentlicher Lagerhäuser- auch die Errichtung eines Viehmarktplatzes, die Beschaffung eines geeigneten Marktplatzes inmitten der Stadt mit gedeckten Verkaufsständen würden Gegenstände kommender Berathungen sein - der Ring der städtischen Anlagen werde geschlossen, die Anlagen bereichert werden. Alle diese äußeren Aufgaben der Stadtvertretung erforderten aber auch eine innere Verbesserung der städtischen Verwaltung- es werde durch Umgestaltung des Octroi-Regle- ments eine Verbesserung in demselben herbeigesührt werden müssen, unter thunlichster Einschränkung der Zahl der octroi- pflichtigen Gegenstände, Erleichterung der Controle u. s. w. Mit der Sorge für die städtischen Beamten und deren Hinterbliebene zur Schaffung eines tüchtigen Beamtenstandes, mir der offenen und geschlossenen Armenpflege, letztere in Verbindung mit einem zu errichtenden Bürgerhospital, werde sich die Stadtverordneten-Versammlung beschäftigen, desgleichen werde ihre Thätigkeit aus das Gebiet zur Ermöglichung gesunden Wohnens durch Erleichterung des Bauens kleiner Häuser sich erstrecken müssen. Bei all den gestellten Anforderungen werde es die Versammlung als ihre Ausgabe betrachten, sich im Rahmen der Leistungsfähigkeit zu halten und im Thatendrang nicht über daS Ziel zu schießen- auch unter möglichster Berücksichtigung der Wünsche kleiner Theile werde man das Ge- sammtwohl der Stadt zu wahren wissen. Wenn so der Geist der Sachlichkeit und Versöhnlichkeit in der Versammlung walte, wie seither, könne getrost mit der Arbeit begonnen werden. Den Bestimmungen der Städteordnung gemäß erfolgte nun die Vereidigung der neugewählten Stadtverordneten Herren Professor Dr. Thaer, Fabrikant Heyligenstaedt, Bäckermeister Löb er, Ingenieur Schiele, Bauunternehmer Adami, Ortsgerichtsmann Ke l l er, Fabrikant Schm all und Fabrikant Habenicht 8en. Der von diesen einzeln abgelegte Eid hat folgende Formel: „Ich schwöre, daß ich das mir anvertraute Amt eines Stadtverordneten der Stadt Gießen treu und gewissenhaft verwalten und die mir obliegenden Amtsgeschäste den bestehenden Gesetzen entsprechend mit Unparteilichkeit besorgen will, so wahr mir Gott helfe." — Die wiedergewählten Stadtverordneten Herren Hoch, Scheel, Homberger und Vogt erneuerten mittelst Handschlag den früher geleisteten Eid. Außer den hier angeführten neu- resp. wiedergewählten Stadtverordneten waren noch anwesend: Herr Beigeordneter Langsdorfs, die Herren Stadtverordneten Georgi, Grüneberg, Jughardt, Petri, Dr. Ploch, Schopbach, Simon und Wallenfels. — Nach Beendigung der Einführungssormalitäten wurde in die Berathuug der weiteren auf der Tagesordnung stehenden Gegenstände eingetreten. Das im vorigen Jahre berathene Local-Reglement für die Stadt Gießen, betr. den Verkehr der Radfahrer auf öffentlichen Straßen und Plätzen nebst einer Verfügung Großh. Kreisamts ist an die Bürgermeisterei zurückgegeben worden, wonach Großh. Kreisamt ein entsprechendes Reglement für den ganzen Kreis zu erlassen beabsichtigt und demgemäß Erklärung darüber verlangt, inwieweit die Stadt dann von dem Erlaß eines besonderen Reglements abzusehen gewillt ist. Da in dem vom Großh. Kreisamt vorgelegten Entwürfe eines solchen Reglements annähernd dasselbe ausgedrückt ist, wie in dem s. Z. von der Stadtverordneten-Versammlung berathenen, so erklärt sich dieselbe mit Ausdehnung des für den ganzen Kreis entworfenen Reglements auf die Stadt Gießen einverstanden, unter Aufrechterhaltung der Bestimmung, daß in den Anlagen das Fahren mittelst Velocipedes verboten wird. — Herr Rechtsanwalt Labroisse beabsichtigt, an der Plockstraße, mit der Richtung nach der Schoor, einen Neubau zu errichten. Die Versammlung spricht sich, dem Anträge der.Baudeputation entsprechend, für Beanstandung des Gesuches aus. Für den Antrag der Baudeputation waren drei Gründe bestimmend, nämlich: erstens ist die Plockstraße nicht in den Bebauungsplan ausgenommen und für sie keine Fluchtlinie festgesetzt, zweitens entspricht der Bau des projectirten Gebäudes nicht den Bestimmungen der Bauordnung, nach welchen von einem zu bebauenden Grundstück ein Fünftel als Hofraum rc. unbebaut bleiben muß, und drittens beabsichtigt Gesuchsteller, den Neubau direct an den Schoorgraben zu stellen, während im Interesse der Grabenreinigung, überhaupt der Erleichterung sonstiger am Graben städtischerseits vorzunehmenden Arbeiten die Freilassung eines 1 Meter breiten Streifens,, vom Grabenrande an gerechnet, festgesetzt wurde. Wie Herr Bürgermeister Gnauth ausführt, ist die Frage der Bebauung der Plockstraße gelegentlich eines Gesuches des Herrn I. Bach in Erwägung gezogen worden, und zwar nur für den nordöstlichen Theil - eine Bebauung beider Seiten widerspreche den Bestimmungen der allgemeinen Bauordnung, nach welcher neu anzulegende Straßen eine Breite von nicht unter 12,5 Meter haben müssen, die Plockstraße aber nur eine durchschnittliche Breite von 10,5 Meter habe. Eine Bebauung der Plockstraße käme auch insofern weniger in Betracht, als von einer Durchführung derselben zwecks Herstellung einer directen Verbindung des Seltersweges mit der Südanlage wohl für immer abgesehen werden könne, wenn die Verhandlungen über den Erwerb des ehemaligen Lazareths zu einem voraussichtlich günstigen Abschlüsse gelangt seien und damit, unter Benutzung des als Bauplatz für eine zweite evangelische Kirche bestimmten Schmidt'schen Gartens, die Möglichkeit zur Anlage einer Verbindungsstraße vom Seltersweg in der Richtung nach der Götheftraße gegeben sei. Ein Bedürfniß zur Eröffnung der Plockstraße und Aufnahme derselben in den Bauplan liege sonach nicht vor. Der dem Gefuchsteller bereits gewordene Baubescheid hat denselben, im Verein mit Herrn I. Bach, veranlaßt, in ausführlicher Darlegung der f. Z. bei Anlage der Plockstraße hervorgetretenen Gesichtspunkte die Gründe zu widerlegen, aus welchen die Baudeputation ihren Antrag auf Beanstandung des Baugesuches stellte - die Interessenten bitten schließlich, die Baufluchtlinie für die Plockstraße festzusetzen. Da das Gesuch an Großh. Polizeiamt gerichtet ist, von diesem aber im Hinblick auf die Bestimmungen der Bauordnung abgelehnt werden soll, so liegt der Stadt bei jedenfalls erfolgendem Recurs an das Großh. Kreisamt resp. an Großh. Ministerium lediglich die Abgabe von Gutachten über das Gesuch ob- die Baudeputation hielt deshalb bis zur Entscheidung über den polizeilichen Bescheid in allen Instanzen die Beanstandung des Gesuches für zweckentsprechend. — Herrn Bäckermeister Schomber soll ein Lagerplatz am Lmherberg pachtweise überlassen werden. Seither wurden diese Lagerplätze, unter gegenseitiger Einhaltung einer sechsmonatlichen Kündigung, zu einem Preise verpachtet, der als- sehr gering bezeichnet werden muß- es soll von jetzt ab der Pachtpreis auf 30 Pf. pro Quadratklafter festgesetzt, auch die bisher zu entrichtenden Pachtbeträge der gegenwärtigen Inhaber von Holzlagerplätzen dementsprechend erhöht werden. — Das Gesuch des Predigers C. Reith um Ueberlassung des Rathhaussaales zur demnächsteu Abhaltung eines biblischen Vortrages wird abgelehnt. Derartige Gesuche wurden früher theils genehmigt, theils abgelehnt- letzteres erfolgte im Jahre 1878 deshalb, weil die Stadtverordneten-Versammlung ein Bedürfniß zur Abhaltung besonderer religiöser Vorträge als nicht vorliegend erachtete. Herr Georgi be- bemerkte, daß ein solches Bedürfniß auch wohl im vorliegenden Falle nicht vorhanden sei, er spreche sich deshalb gegen das Gesuch aus. Herr Beig. Langsdorff spricht sich für freie Bewegung in religiösen Dingen aus und ist für Ueberlassung des Saales gegen entsprechende Vergütung für Heizung und Beleuchtung. Herr Scheel bemerkt, daß, im Falle ein Bedürfniß zur Abhaltung religiöser Vorträge vorhanden, es Sache des Gesuchstellers sei, sich mit den hiesigen Geistlichen wegen Ueberlassung entsprechender Räume, vielleicht der Kirche, in's Benehmen zu setzen. — Herr Postsecretär Mayer ersucht in seiner Eigenschaft als Vormund der Besitzer des Lenz'schen Felsenkellers um Entfernung der unterhalb dieses Besitzthums befindlichen Böschung an der Bahnhofstraße, Ausstellung eines Reverses, nach welchem die Stadt das Eigenthumsrecht daran den Lenz'schen Erben zuspricht, sowie um Herstellung einer besseren Einfriedigung. Es wird im Sinne des Gesuchstellers beschlossen, dagegen ein weiteres Gesuch desselben, die Stadt möge gegen eine entsprechende Vergütung das Bestreuen des längs des Lenz'schen Felsen- kellers lausenden Bürgersteigs übernehmen, abgelehnt. Erfahrungsweise reichen, wie der Herr Bürgermeister anführt, die städtischen Arbeiter bei eintretendem Glatteis kaum auS, es könne deshalb nicht noch das Bestreuen solcher Straßen- theile, wozu die Anlieger verpflichtet seien, übernommen werden. — Herr L. Kohlermann (Bleichstraße) beabsich- tigt eine in seinem Doppelhause befindliche, beide Häusertheile trennende Mauer zu durchbrechen und eine Thür in derselben anzubringen und bittet um Befürwortung seines dreser- halb eingereichten Dispensationsgesuches. Trotzdem nach Ansicht der Baudeputation kein Anlaß vorliegt, aus welchem aus Grund der Bauordnung eine Beanstandung des Gesuches zu erfolgen habe, spricht sich dieselbe, unter Verzicht aus alle einschränkenden Bedingungen, für Genehmigung des Dlspen- sationsgesuches aus- die Versammlung schließt sich dem Anträge der Baudeputation an. si Im November v. I. betrug die Zahl der Todesfälle in der Stadt Gießen 39. Von den Verstorbenen waren 23 erwachsen, 8 waren Kinder im 1. und 8 im 2. Va. Lebensjahr. Todesursachen waren in je einem Falle Verunglückung und Unterleibstyphus, in je zwei Fällen Diphterie und Schlag- fluß, in 4 Fällen Masern, in 6 Fällen Lungenschwindsucht, in 5 Fällen acute entzündliche Krankheiten der Athmungs- organe. In 17 Fällen waren andere bekannte Krankheiten Todesursache, in einem Falle war dieselbe unbekannt. k. Theater. Auf die Aufführung des „Herrgott-, schnitzer von Oberammergau" von Ganghofer und Neuert dürfen Direction und Regie mit besonderer Befriedigung zurückblicken. Das schwierige Stück war von Herrn Laskowski mit großer Umsicht und Energie trefflich inscenirt und alle Vertreter waren mit seltener Einmüthigkeit und Vollkommenheit ganz und voll an ihrem Platze. Die Titelrolle lag in den Händen des Herrn Paul von Gallas, der uns mit einer mit tiefem Verftändniß ausgefaßten und sorgfältigst characterisirten und ausgearbeiteten Darstellung des Pauli erfreute. Sein wahres und ergreifendes Spiel machte einen tiefen Eindruck. Wer Frau Anni Reiners und die von ihr gespielte Rolle der Loni kennt, dem braucht nicht erst versichert zu werden, daß die geschätzte Künstlerin wiederum eine entzückende Leistung bot. In gleich schöner Darstellung brachte sie den anfänglichen verachtungsvollen Trotz, und dann die Verschüchterung und die ihr zum Bewußtsein kommende Liebe Pauli gegenüber zur Geltung. Die große Scene im vierten Act zwischen Loni und Pauli fand denn auch ganz besonders lebhaften Beifall. Der Pechler- lehnt wurde von Herrn von Jaskowski und zwar ganz vorzüglich gespielt. Mit jeder Vorstellung erkennt man mehr, ein wie tüchtiger, vielseitiger, allen Sätteln gerechter Künstler Herr Jaskowski ist. In der Erzählung von seinem Kinde, der darauffolgenden Scene mit Pauli und der Darstellung seiner Freude im letzten Acte war er einfach nicht zu übertreffen und sein Spiel von ganz hervorragender Wirkung. Dem tadellosen Triumvirat der Hauptdarsteller reiht sich noch würdig Fräulein Helene Pauli als Gaisbub Lois'l an. Mit ihrem ungekünstelten, frischen Wesen brachte sie eine famose Wiedergabe des ewig Schenkbedürftigen zu Wege und bildete immerzu den Anlaß großer Heiterkeit, ohne daß sie diese durch Uebertreibungen erkaufte. Sehr nett war auch wieder ihr Gesang. Bei einigen der übrigen Mitwirkenden sind Ausstellungen nöthig. Herr Lerch (Baumiler) schien durch eine gewisse Befangenheit in seinem Spiel behindert, Herr Otto Frank hatte als Höflmaier scheinbar nicht die nämliche Sorgfalt, wie die übrigen Darsteller', auf das Studium seiner Rolle verwandt und Herr Alberr Ullrich, bei dem wir übrigens auch gestern wieder ganz bedeutende Fortschritte constatirten, darf deutlicher, d. h. mehr Consonanten sprechen. Die übrigen Nebenrollen waren völlig befriedigend besetzt. Wie wir hören, sollen demnächst Ibsens „Gespenster^ ausgeführt werden. Nach dem, was wir von Herrn und Frau Jaskowski und Herrn Gallas erst gestern wieder und schon sonst (Waise aus Lvwood) in ernsten Rollen gesehen haben, dürfen wir von ihnen eine treffliche Wiedergabe der Hauptpartien in Ibsens berühmtem Drama erwarten. — Im Interesse der Reisenden sei auf eine von dem Minister der öffentlichen Arbeiten ergangene Bestimmung hingewiesen, die noch vielfach außer Acht gelassen wird. Das von Reisenden auf Stationen übergebene Handgepäck wird nach Verlauf von acht Tagen, falls es nicht abgeholt wird, dem Fundbureau der betreffenden Eisenbahn-Direction überwiesen und alsdann als Fundsache behandelt. Eine längere Aufbewahrung findet nur aus geäußerten Wunsch statt- die Gebühr beträgt sür das Stück und den Tag 10 Pfg. - für abhanden gekommenes Handgepäck wird der gemeine Handelswerth erstattet, jedoch nicht mehr als 50 Mk. — Dem Schaffner Müller von hier wurde am 1. d. M., Abends, an der Haltestelle Eschersheim bei Frankfurt a. M. die eine Ferse abgefahren. Der Mann blieb auf der Strecke liegen, während der Zug weiter nach Gießen fuhr. Mit dem nächsten Gütcrzugc nach Gießen in die Klinik gebracht, wurde dem Verletzten gestern das Bein oberhalb des Fußgelenks | amputirt. — Wegen wiederholt und öfters verübter Zechprellerei wurde heute Morgen ein Schlossergeselle von hier verhaftet, weil fluchtverdächtig. -u. Heuchelheim. Ju letzter Zeit ist wiederholt ein gewisser junger Waldschmidt als von hier stammend in Verbindung mit frechen Diebstählen in G. genannt. Es erfordert die Billigkeit und die Ehre der hiesigen Gemeinde, öffentlich zu sagen, daß der Vater der betreffenden traurigen Familie nicht hier, sondern in Rodheim a. d. B. daheim ist, ebenso, daß sich die hiesige Gemeinde mit den verschiedenen verwahrlosten Gliedern der Familie vergeblich schon manche Mühe gegeben hat und noch gibt. Im Uebrigen herrscht unter unserer hiesigen vorwiegenden Arbeiterbevölkerung — trotz mancher menschlichen Schwächen — bis jetzt gerade eine erfreuliche Redlichkeit, die derartige üble Beispiele verabscheut. -s Im III. Quartal 1889 verstürben in der Provinz Oberheffen 1120 Personen - darunter waren 221 Kinder im 1. und 198 im 2.—15. Lebensjahre, sowie 701 Erwachsene. Die meisten Todesfälle kamen vor in den Kreisen Gießen (327), Friedberg (299), Büdingen (173) und Alsfeld (132), am geringsten war die Sterblichkeit in den Kreisen Lauterbach (98) und Schotten (91). In dem gleichen Zeitraum hatten die Provinzen Starkenburg 2286 und Rheinhessen 1591 SteE fälle zu verzeichnen. vermischtes. *△ Mainz, 2. Januar. Die Kunde von eiyent schauerlich blutigen Drama durcheilte heute Morgen die hiesige Stadt. In einem Anfall von Geistesstörung schnitt gestern Abend ein hier wohnender Metzgermeister, Kißling mit Namen und gebürtig aus Bingen, zweien seiner Kinder, Knaben im Alter von 2 und 9 Jahren, mit einem großen Fleischermesser die Hälse ab und jagte sich nach dieser schaurigen That mittelst eines Revolvers eine Kugel durch den Kops. Um die That ungestört verüben zu können, schickte der Mörder seine Frau und ein 14jähriges Mädchen von Hause weg, nach deren Fortgang er die beiden Kinder nacheinander aus dem Schlafzimmer in eine leere Werkstätte in das Hinterhaus führte und sie in der oben angedeuteten Weise um das Leben brachte. Einem dritten in dem Schlafzimmer anwesenden Kind, einem Mädchen, that der Mörder nichts zu Leid. Ueber die Ursache der That verlautet, daß der 41 Jahre alte Kißling, der zu seiner Militärzeit schon einmal einen Selbstmordversuch gemacht hat, durch ständigen Geschäftsrückgang zu der Geistesstörung gekommen, dte er gegenüber seinen näheren Bekannten und Verwandten durch allerlei unverständliche Redensarten schon seit einiger Zeit documentirte. Auch der vieljährige Hausarzt Kißlings attestirt, daß die That in vollständiger Geistes- Umnachtung geschehen. Heute Nachmittag ist der Vater mit deu Kindern auf den Friedhof gebracht worden. *△ Aus Rheinheffen, 2. Januar. Der Wächter des Gesetzes in Wackenheim, d. h./der Polizeidiener, wurde am Tage vor Neujahr von der Gensdarmerie verhaftet und in das Untersuchungsgesängniß nach Mainz verbracht. Derselbe steht im Verdacht, in einer Strafsache einen Meineid geleistet zu haben. — In dem Gonsenheim er Forste fand man heute Morgen einen jungen Mann, dem Arbeiterstande angehörig, an einem Baum erhängt. * Creseld, 28. Decembcr. Zum Schluffe der heutigen Schöffengerichtssitzung wurde ein aus Brauweiler entsprungener Bettler und Landstreicher abgeurtheilt, der nach eigenem Geständnis; bereits 300 Mal vorbestraft war. Nach seiner Verurtheilung zu 14 Tagen Haft, welche Strafe als durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurde, äußerte sich der Verurtheilte mit einem Anflug von Galgenhumor dahin: „Herr Gerichtshof, die Strafe ist viel zu gering\" * Vom Rhein, 23. Decembcr. Von dem früheren und jetzigen Bestände der stolzen Rheindampfer-Flotte gibt eine Tabelle int „Rheinschiff" Auskunft: 1857 1888 Anzahl der Anzahl der Staat: Boote Pserdekr. Boote Pserdekr. Baden 5 720 22 1495 Bayern 3 540 12 954 Hessen 3 450 34 2005 Preußen 60 6 565 253 16873 Niederlande 20 3350 234 7 177 Jnsgesammt 91 11625 555 28468 Die Zahl der Schraubenboote stieg von 7 auf 408 mit zusammen 12 949 Pferdekraft, diejenige der Räderboote auf 147 mit 16518 Pserdekrast. Auch die Frachtfahrzeuge nahmen ganz bedeutend zu. Es fuhren im Jahre 1857 aus dem Rheiue mit seinen Nebenflüssen 943 Schiffe mit 4 474 937 Centner Ladungssähigkeit. Ende 1888 waren es 5505 Schiffe mit 22105154 Centner Ladungsfähigkeit und einer 14472 starken Mannschaft. Hamburg, 28. Decembcr. Ein entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich heute Mittag auf dem jungen Eise des Stadtgrabens beim Mttternthor. Dortselbst vergnügten sich eine Anzahl Jungen, wohl an 18 bis 20 Stück, damit, durch Ansassen an den Händen eine Kette zu bilden und so über das schwankende, erst zwei Tage alte Eis von einem User zu dem anderen zu eilen. Heller Frohsinn herrschte unter der jungen Schaar, als plötzlich den drei vordersten Knaben das Eis unter den Füßen wich. Sie geriethen sofort unter das Eis, während ihre Spielkameraden schreiend dem User zustrebten und dasselbe auch glücklich erreichten. Trotzdem von der nahebelegenen Feuerwehrwache aus das Geschrei der Kinder sofort Mannschaften mit Geräthen herbeieilten nnd die Rettungsversuche auf das Eifrigste betrieben wurden, gelang es erst nach geraumer Zeit, die Kiuder nur als Leichen herauszuziehen. Es waren die in dem Alter von 9—10 Jahren stehenden Knaben M. Moldt, H. Wonucrow und M. Mackel. Der Jammer der bedauernswertsten Eltern war, als man ihnen ihre noch zuvor so blühenden Lieblinge kalt und starr ins Haus brachte, ein grenzenloser. verkehr, Land- unö Volkswirtschaft. Gießen. Nachdem die Verwendung vonThomasphosphat- mehl in letzter Zeit eine colossale Ausdehnung angenommen hat, wozu namentlich die Schriften des Professors P. Wagner zu Darmstadt beitrugen, haben sich die Fabrikanten dieses Mehls, beim, der Thomasschlacke zusammengethan und den Preis desselben auf 510 X ab Peine bei 20 Procent Gehalt festgesetzt, während der Preis tn 1887 noch 310 X, in 1888 360—380 X betrug. Dabei ist nach- gewtesen, daß die Fabrikanten in das Ausland wett billiger verkaufen als tm Inlands und dabei dte Bedingung stellen, datz die Waare nicht nach Deutschland zurückoerkauft werden darf, bei einer Strafe von 100 und mehr X für den Waggon. Um dieser Ausbeutung der deutschen Landwirthe entgegenzuarbeiten, fordert dte Deutsche Landwirthschaftsgesellschaft zu Berlin auf, dte Anwendung von Thomasmehl so lange einzustellen, bis dte Fabrikanten zu einem Preise von 360 X für den Waggon 20procenttge Waare ab Peine (entsprechend 430 X ab Wanne) zurückgekehrt sind. Es wird als Ersatz für die Frühjahrsanwendung Superphosphat oder Präctpttat, für den Sommer Superphosphat allein oder im Gemenge mit Thomaspbosphat empfohlen. Limburg, 2. Januar. (Fruchtmarkt). Rother Weizen X16-90, weißer Weizen X 00 00, Korn X 13.60, Gerste X 12.35, Hafer 7.50, Erbsen X 00.00, Kartoffeln X 0.00. Schwarze und farbige Seidenstoffe direkt aus der Fabrik von von Elten & Keussen, Crefeld, also aus erster Hand, in jedem Maas zu beziehen. Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschten. 118 Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst Sonntag nach Neujahr, den 5. Januar. Vormittags 9^2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. Bibelstunde am Mittwoch den 8. Januar, Abends8Uhr, in der Kleinkinderschule, Offenbarung Johannis, Cap. 1, Eingang: Offenbaruag des, was geschehen soll, Segenswunsch an die Leser, der Herr kommt! Pfarrer Dr. Naumann. Missionsstunde am Donnerstag, den 9 Januar, Abends 8 Uhr, tn der Kirche: über die dermalige Lage und Aufgabe der evangel Mission in Ostafrika. Pfarrer Dingeldey. Am Sonntag den 12. Januar: Landesmissionsfest; an diesem Sonntag nach beiden Gottesdiensten Collecte für die Heidenmission An demselben Sonntag Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottesdienst. Di»' Pfarrgeschäfte in der Woche vom 5. bis 11. Januar besorgt Pfarrer Schlosser. Katholische Gemeinde. Sonntag nach Neujahr, 5. Januar. Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vrd Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um Uhr Austheilung der hl Communton; um V#8 Uhr Frühmesse; um 3/410 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um Vz3 Uhr Christenlehre und Andacht Gottesdienst in der Synagoge. 4. Januar. Freitag Abend 4"° Ubr, Samstag Morgen Ubr, Samstag Mittag 3,ni Hin Samstag Abend 5" Uhr « Bisauaia WMEBeaeiaeB*^tt;nv /.n. nnrnm inwgJMtfsacnv. 91] Geübte Lumpensorttreriune« gesucht. Sortirlohn 78 Pfg. Alexander Mayer. 97 Eine tüchtige Diensturagd auf sofort oder fpSter gegen hohen Lohn gesucht. Neuenweg 33. 104] Tüchtiger Schmiedegeselle gesucht. I. 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Rotzmähler, Die vier Jahreszeiten, 6. Aufl.. br. M. 5, geb. M. 7. Clarus Sterne, Die allgem. Weltanschauung, br. M. 6., geb. M. 7.50. Klein, Allgem. Himmelskunde, 2. Aufl. br. M. 5.—, aeb. M. 6.—. Ledebur, Die Metalle, br. M. 3.50, geb. M. 4.50. Clarus, Die rationelle Ernährung, b. 60 Pf. 122 Hübner, I. G., Pflanzrnatlas, 6. Aufl., nein Auög., kart. M. 4.50. von M-rtens u. Kemmler, Flora von Württemberg und Hohenzoüeru, Band I u. II., drosch. M. 10.50. Kopulär-naturwiffenschaftl. Nrrlag vou Vito Wriserl, Stuttgart. Hetz, Prof. Dr. W., Spezielle Zoologie, Bd. I., br. M. 4., geb. M. 5. bei Andreas Euler. TäalLch geöffnet von 6 Uhr Morgen- bi- *1 Uhr Abend- Sonntag- bi- Mittag 12 Uhr» Die Zellen sind durch Dampf geheizt. [121 Außer verschiedenen Salzen und Mutterlaugen sind sämmttiche Bade- tzxtracte, als: Fichtennadel-, Malz-, Loh- und Weizenkleie-Extracle^zu haben. Üb' Abonnements werden jederzeit entgegengenommen. "HBL Gesangverein Heiterkeit. Samstag den a. Januar, im Bereinsloeal«. Generalversammlung. Tagesordnung: Rechnungsablage, Fahnenweihe betr. 127 Anfang 8‘A Uhr. Der Vorstand. Tonangebend für Mode und nützlich für Handarbeit ist die erste und reichhaltigste Modenzeitung Der Bazar. Der Bazar bietet zur Selbstanfertigung der Garderobe doppelt so viele Schnittmufferbogen al- irgend ein Modrnblatt. Der Bazar erscheint in reichster Ausstattung und bringt Mode, Handarbeiten, Colorirte Modenbilder, Schnittmuster in natürlicher Größe. Romane «. Novellen. Prachtvolle Illustrationen. Alle Postanstalten und Buchhandlungen nehmen jederzeit Abonnements an. Abonnementspreis vierteljährlich 2Vr Mark (in Oesterreich-Ungarn nach Cours). Probe - Nummern versendet auf Wunsch unentgeltlich die Administration des „Bazar" Berlin SW. Heute Morgen 6V2 Uhr starb nach langem schweren Leiden unsere innigstgeliebte Mutter, Tochter und Schwester Frau Friederike Huber, geb. Linker, was wir Freunden und Bekannten mit ter Bitte um stille Theil- nahme mittheilen. Die iranermden Hinterbliebenen. Gießen, den 3. Januar 1890. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 3 Uhr, vom Sterbehaus (Schottstraße 11) aus statt. 132 WWWWWWWWWWWWMDWDWWWNWWWD^^DWDW 123 Verlust, der uns betroffen, sagen innigsten Dank Die trauerndk Witlw? Schreiber u. Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme an dem schweren gegr: I.S4K Samstag, 4. Isn., Abends 8'/- Uhr: 7 General Versammlung im Cafe Schnell. Tagesordnung: 1) Berichterstattung über Kreis, Gau u. Verein. 2) Decharge-Ertheilung des Rechners. 3) Ersatzwahl des Vorstandes. 4) Erwerbung der städtischen Turnhalle bezw. Erbauung einer neuen Halle. 5) Winterfest u. Ball. Der Vorstand. __ Heute frische Schellfische. 141 Emil Orbig. Gegen Husten und k Heiserkeit sind die besten Mittel: Malzbonbous, Gummibon- I bons, RettigbonbouS, Al- W threbonvonS, Eachu, JSlän- ■ disches Moos, Emser und I Sodener Pastillen, Vichy- I Pastillen, Brombeerblätter, I Bestandtheile d. 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Alpine-Msntan- • Tendenz: fest. 350.75 18925 167.50 132.60 37.10 220.40 84.00 Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 3. Januar 1890. 1C3.50 25250 332.40 87.75 276.10 —.— >5 pCt. BuderuS-Obligatione» — Frankfurter Bank-Diskont 5 pCt. 178 501 Disconto-Com.-Nnthrilr 98 601 Harper, er 137.50 Ostpreußen 186.251 Bochumer Gutzstahlactien Tendenz: still. Oesterr. Creditactten Oesterr. StaatSbahn-Aetien Dortmunder Union-Actien Darmstädter Bankactien 4 pCt. Gießener Obligationen ReichSdank-Discont 5 pCt. stedactisn: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Dnrckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen