und 11 »us den !e" des weif. ' Elisabeth. in Homberg. ru W bann. "anischuSse, "1”- M tfasse 25, ibarben gewannen 1 ff] Schwetzerbahnen haben °on Puddings in Vanille, me rc. mo Mtn, Torten, Brod«, ^Eytbücher -rati-iv iiebig“. behauptet, ©riedjtn sich lm geringiügige Ptocent : sind wie die Couye btr von russischer Seite aiß Kohlenactten profitirtei er konnten 8% ansiehrn Etsenactlen sind erhedllj n könnten. M. n vom 21./XI. 21/11. B8u.89 I . MV mbahn- ,L. A.. । -g.1880r | d'-Aril." I 88.- 86,50 86.40 90.60 100.75 17.75 I 72.70 91.30 \ 87Ä> 90 1(0 72.50 92.35 103.80 ; 83.30 55.60 62.90 92.90 91.95 55.'! 631 92.5 923 825 65.75 98.50 99.90 85- 103/ 98.! 66.3 98/ 99,^ 84# ombarden do. do. er Gold. ftSchk.) if Stlder mt. Jtai. hn - • D tzsiab. I :a$ garnk. il.Sec.stir. i j j64.-11631' 157.901158> ui.doUo^ 125. 227.10 283- oviv" 286.- I181.Ü »gsanstalt i®*’ it. • • Lrrdm. - Derew • ercwsbavk rflibbr- 101 M ton' 1001 91' 95.« 6$«* ;100 M -!r. 282. 1890 Mittwoch den 3. Deccmber Der Gteshener Anzeiger erscheint täglich, «it Ausnahme des Montags. Die Gießener InmitienötLller »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Generat-Wnzeiger. Hieneljähriger ASounemeuispreiAz 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. iRcbaction, Expebitisv und Druckerei: Kchutstratze Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblntt für den Kreis Gieren Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für dm falzenden Tag erscheinmden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamitienbkatter Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehme« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. verstsches Reich. Darmstadt, 30. November. Nach dem Hauptvoranschlag für die Finanzperiode 1891/94 sollen bei den Kreisämtern und Provinzialdirectionen fünf weitere Amtmänner angestellt werden, da die Arbeitslast derselben in Folge Durchführung der socialpolitischen Reichsgesetze, sowie des hessischen Feldbereinigungsgesetzes die Beschaffung weiterer Arbeitskräfte nöthig mache. Der katholischen Kirche hat man 22,000 Mk., der evangelischen Kirche 40,000 Mk. mehr zugedacht, um die Maximalpfarrgehalte von 1400 Mk. aus 1800 Mk. normiren zu können. An den höheren Bildungsanftalten sind mehrfach Personalergänzungen in Aussicht genommen. So soll die Landesuniversität Gießen eine neue Professur für Sanskrit und vergleichende Sprachwissenschaft und zwei außerordentliche Professuren für Chemie und Geographie erhalten. Ferner sollen mehrere Assistentenstellen errichtet und ein Docent für Ohrenheilkunde angestellt werden. Für die technische Hochschule ist ein Lehrstuhl für Agriculturchemie und weiter ein solcher für Botanik vorgesehen, auch sollen die Assistenten um zwei vermehrt werden. Für die Volksschulen sind insgesammt 1,087,000 Mk. im ordentlichen und 20,000 Mk. im außerordentlichen Budget vorgesehen. Der Zugang tm ordentlichen Budget betragt 228,000 Mk. und hat seinen Grund in der Erhöhung der Gehalte und Pensionen der Volksschullehrer (Gesetz vom 23. Juli 1890). Die Gymnasien, Real- gymnasieu und Realschulen erfordern einen Staatszuschuß von 381,000 Mk. (69,000 Mk. mehr als seither). — Auch die L an d w i r th s ch a f t s sch ul en und diejenigen, welche der Centralstelle für das Gewerbewesen unterstellt sind, sollen erhöhte Zuschüsse erhalten, so sind namentlich für die Neuerrichtung von erweiterten Handwerkerschulen in Darmstadt, Alsfeld, Bingen und Nidda entsprechende Staatszuschüsse vorgesehen. V 1. December. Abermals ist in diesen Tagen nach juiinu.p i; i Pause der bedeutsame Act der Volkszählung im Deutschen Reiche vollzogen worden, selbstverständlich wird aber noch einige Zeit vergehen, ehe sich ein Ueberblick über das Gesammtresultat der diesmaligen Volkszählung ermöglichen lassen wird. Bekanntlich hat es sich bei der Zählung vom 1. December d. I. nicht nur um die Feststellung der gegenwärtigen Bevölkerungsziffer des Deutschen Reiches, sondern auch um andere wichtige statistische Erhebungen gehandelt, die sich auf die Nationalität resp. Staatsangehörigkeit, ferner aus das Alter, Geschlecht, den Beruf u. s. w. der einzelnen Bewohner beziehen. Jedenfalls wird sich ans der diesmaligen Zählung ein nach verschiedenen Richtungen hin sehr interessantes Bild ergeben, das außerdem | noch ein gewisses politisches Moment ausweist. Denn wenn I sich, wie zu vermuthen steht, abermals eine beträchtliche Vermehrung der Einwohnerzahl Deutschlands ergibt, so dürfte dies die kriegslustigen Elemente im Auslande, die so gern einmal mit Deutschland anbinden möchten, denn doch etwas nachdenklich stimmen und ihnen das Gefährliche eines Angriffes aus das bevölkerungsstarke Deutschland vor Augen führen. Münster, 1. December. Dem „Wests. Merkur" zufolge hat v. Schorlemer-Alst sein Reichstagsmandat wegen nicht unbedenklicher Erkrankung niedergelegt. Helgoland, 30. November. Die Fernsprech-Verbind un g mit Cuxhaven ist zum Betrieb eingerichtet. Ausland. Pest, 30. November. Nach Telegramm des „Pesti Hirlap" und des „Neuen Pester Journals" aus Gran wird die Verordnung des Cultusministers, betreffend die Mischehen, bezüglich der Uebermittelung der Matrikel-Auszüge im Wege der Verwaltungsbehörden in kirchlichen Kreisen als entschieden den Dogmen widersprechend erachtet und daher für nicht vollstreckbar erklärt. Das „Neue Pester Journ." folgert daraus, daß es den Katholiken unbedingt verboten sei, Mischehen einzugehen. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Torrespondenz-Bureau. Berlin, 1. December. An der Galatasel anläßlich der Jubelfeier der Thronbesteigung des Großen Kurfürsten nahmen an der Seite des Kaisers Prinz Friedrich Leopold und der Kronprinz von Griechenland Theil, dem Kaiser gegenüber Moltke zwischen Pape und dem Reichskanzler, ferner die in der Garde dienenden Prinzen, die Generalität, Minister und Commandeure der vier ersten Leibregimenter. Die Tafel bestand aus 156 Gedecken. Die Musik wurde gestellt vom schlesischen Kürassier-Regiment „Großer Kurfürst". Während der Tafel hielt der Kaiser eine Ansprache. Nach einem historischen Rückblick auf die damalige Zeit hob der Kaiser hervor, was der Kurfürst für die militärische und sittliche Hebung des Volkes gethan, seine Schöpfungen bildeten die Basis, auf der das Reich auferstanden sei, er wiederhole Friedrichs des Großen Worte: „Der Mann hat viel gethan" und rufe besonders den Herren vom Regiment „Großer Kurfürst" zu: „Wir wollen fortfahren auf der Bahn meines großen Ahnherrn, festhalten an der Gottesfurcht, Treue, Hingebung und Gehorsam. Ich trinke auf das Wohl Brandenburgs." Berlin, 1. December. Der Kaiser erließ anläßlich des Gedenktags der Thronbesteigung des Großen Kurfürsten einen Armeebefehl: Er weist darin auf die Schaffung des stehenden Heeres als Grundlage der Machtentsaltung des Staates hin, er habe die Feldzeichen aus jener glorreichen Zeit hier am Denkmal des Großen Kurfürsten versammelt, damit sie die Erinnerung an seine und seines Heeres Thaten wachrusen, welche nur möglich gewesen seien durch den Geist der Treue, Gottesfurcht, des Gehorsams und der Tapferkeit, welche der Ahnherr im Heere zu erwecken und zu erhalten wußte. Dieser Geist blieb über zwei Jahrhunderte Eigenthum des Heeres, auf ihm beruht die Größe und Stärke des Vaterlandes, ihn zu bewahren, zu pflegen ist auch heute noch die heiligste Pflicht der Armee; hinblickend aus den Großen Kurfürsten und sein ruhmreiches Heer, soll und wird jeder Einzelne der Armee dieser Pflicht eingedenk bleiben. Berlin, 1. December. Die Gew er beschütz-Co n fer enz nahm Nachmittags eine Reihe von die Reformen der Markenschutzgesetzgebung betreffenden Thesen an, welche die fernere Beibehaltung des bloßen Anmeldeversahrens verwerfen, die Anmeldung sämmtlicher Waarenzeichen einer ausschließlich von Angehörigen der Industrie, des Handels und von richterlichen Beamten besetzten Centralstelle überweisen und den Klageweg gegen die Entscheidungen der Centralstelle beim Reichsgericht oder bei einer mit der Centralbehörde selbst geschaffenen obersten Instanz regeln wollen. Alsdann begann die Beratung der Specialfrage der Patente. Fortsetzung morgen. Berlin, 1. December. Die Abendblätter bestätigen das Gerücht, daß der Spender einer Million Mark für die Koch'sche Heilanstalt der/Geheime Rath von Bleichröder ist. Außer der Million hat derselbe auch noch Baugründe angewiesen. Berlin, 1. December. Im Abgeordnetenhause wurde heute die Landgemeinde-Ordnung weiter berathen. Abgeordneter von Heydebrand und der Lasa spricht für die Vorlage, verlangt aber Erweiterung der Competenzen der Kreisausschüsse. Abgeordneter Rickert ist ebenfalls für die Vorlage, wenn jeder Parteistandpunkt fern bleibe, und wünscht die Erweiterung des Wahlrechts der dritten Klasse Abgeordneter von Tiedemann-Labischin ist mit der Bildung von Sammelgemeinden und Zweckverbänden einverstanden. Abgeordneter von Schalscha findet, daß die Vorlage eine Verkürzung der Ansässigen sei, ohne Compensation dafür zu bringen, da viele das Stimmrecht erhielten, ohne Communal- steuern zu zahlen. Minister des Innern Herrsurth ersieht, daß die Regierung die richtige Mitte getroffen habe. Dem geheimen Communalwahlrecht könne die Regierung nicht zustimmen, auch der Stärkung des Kreisausschusses nicht beipflichten. Abgeordneter Gras zu Limburg-Stirum betont die Nothwendigkeit selbstständiger leistungsfähiger Gutsbezirke. Abgeordneter Staatsminister a. D. Hobrecht erklärt die Verleihung des Wahlrechts an Nichtangesessene für einen Fortschritt, den er gut heiße. Die Abgeordneten Wessel (sreicons.) und Schroeder (Pole) sprechen gleichfalls für die Vorlage, Feuilleton. Rudlys Posaune. Nach dem Italienischen deS Antonio Ghislanzoni. (Schluß.) Wenn Rubly sich auf der Straße zeigte, wieS man aus ihn, wie auf eine besondere Merkwürdigkeit. Er war stets allein- seine Blicke irrten unstät umher, bald auf den Himmel, bald auf die Erde gerichtet, bei fortwährend wechselndem Ausdruck. Die meisten hielten ihn für verrückt. In jenem Jahre wurde zu Padua für die Messe des „Santo" eine außerordentlich glanzvolle Opernsaison vorbereitet. Den Reigen sollte, von Angelo Mariani*) in- fcenirt und dirigirt, „Robert der Teufel" eröffnen. Rubly war Mitglied des Orchesters. Jedermann kennt Bertrams phantastische Beschwörung im Kloster der heiligen Rosalie, Jedermann weiß, welche hervorragende Rolle in dieser großartigen Scene der Posaune zufällt. Rubly wuchs mit seiner Ausgabe, während er die mächtigen Klänge des großen Meisters wiedergab, war auch er groß und erhaben. Die der Probe beiwohnten, fühlten bei diesen Klängen einen Schauer ihre Adern durchrieseln. Der Capellmeister erbleichte. Er konnte sich nicht entsinnen , jemals solche Macht der Töne kennen gelernt zu *) Angelo Mariani, brr Sohn eines Arbeiters zu Ravemio, in seiner Jugend Stiefelputzer, war im letzten Jahrzehnt der oedeu- tendsle und anerkannteste C^pellme.fter Italiens. Er inscer.irte und dirtgirte in mustergiltiger Weise tm Herbste 1872 am Teatro com- ■wunale Bologna den „Lohengrttt". Es war Meß der erste von «lünzmdem Erfolge gekrönte Versuch, Richard Wagner dem Ver- ßMndniß der Italiener zu erschließen. Vor einigen Jahren starb er fci Genua, betrauert von seinem ganzen Volke. Anmerk. h. Rebers. haben- ihm schien es, als bedeuteten diese Posaunenklänge etwas Ueberirdisches, Göttliches. Und da Niemand sich erhob, um ein Zeichen des Beifalls zu geben — so groß war das Staunen und die Bestürzung — da sprach, das düstere Schweigen brechend, Mariani zu Rubly gewandt: „Wenn Gott eine Posaune brauchen wird, um die Todten zu erwecken aus ihren Grüften, dann wird er Keinem besser als Ihnen dies feierliche Amt übertragen können. Sie sind von der Vorsehung bestimmt, der Engel des jüngsten Gerichts zu werden." Aus dem Orchester und von der Bühne herab erscholl nach diesen Worten einstimmiger Beifall. Rubly rührte sich nicht von seinem Platze. Aber er heftete auf den Capellmeister einen Blick voll Zweifel und Hoffnung. Dann neigte er den Kopf und drückte das Instrument wie einen Freund an sein Herz, indem er seufzend vor sich hin sprach: „Jetzt ist der rechte Augenblick da für uns beide." Am anderen Morgen sollte die zweite Probe stattfinden. Die Künstler waren versammelt, nur Rubly fehlte. Dem Capellmeister wurde ein Brief gebracht, in welchem es hieß: „Verzeihen Sie, daß ich heute meine Schuldigkeit versäume - ich bin durch zwingende Nothwendigkeit abgehalten. Sollte ich binnen 24 Stunden nicht wiederkehren, dann rechnen Sie nicht mehr aus mich." Natürlich trug dieser Bries Rublys Unterschrift. Der Leser wird errathen haben, welchen Weg der arme Posaunenbläser eingeschlagen hatte. Nein, er war kein Narr. Die von des Zweifels Bläffe angekränkelte Welt liebte es, mit diesem Namen verleumderisch jede große, ungewöhnliche Leidenschaft zu bezeichnen. Eine Stunde nach Sonnenuntergang kam er in dem Dörfchen an. Zuerst besuchte er das Stübchen, wo seine Maria gestorben war- dann schweifte er einsam durch die Felder, bis keine menschliche Stimme mehr an sein Ohr klang. Sein Antlitz, wie seine ganze Art hatte nichts Auffallendes. Er war ruhig und heiter. Unter dem Arme*trug er seine in ein grünes Tuch gehüllte Posaune. Bevor es Mitternacht wurde, schlug er einen kleinen Seitenweg ein, welcher zu dem unterhalb des Hügels gelegenen kleinen Friedhof führte. Das im Mondlicht weißschimmernde Dörfchen war stumm. Die Lebenden schliefen so ruhig wie die Todten, die Häuser waren nicht belebter als die Gräber. Er näherte sich der niedrigen Mauer, blickte sich um und schwang sich dann hinüber. Unter den wenigen Kreuzen war eins, das zeigte ein reineres Weiß als die übrigen und war von einem Blumenbeet eingefaßt. Zu diesem richtete Rubly seine Schritte. Hier lag, seit Jahresfrist etwa, seine Maria begraben. Er kniete nieder vor dem Kreuze und vorgebeugten Hauptes sprach er leise und zärtlich wie ein Jüngling heimlich zu seiner Geliebten: „Ich bin gekommen, Maria! Verzeih mir, daß ich Dich warten ließ. Ich habe gelitten so wie Du. Nun aber ists nicht möglich, länger getrennt zu leben. Entweder Du kommst zu mir oder ich bleibe hier zurück." ES schlug Mitternacht. Rubly stand auf, nahm seine Posaune aus der Umhüllung, führte sie an die Lippen und Klänge von übermenschlicher Zaubergewalt erschollen über den Gräbern. Unbeschreiblich war die Wirkung dieser so plötzlich das Schweigen der Nacht durchbrechenden, vom Echo der Häuser und Hügel zurückgeworsenen Töne. Dieses Echo war wie die Antwort der Todten, wie ein Seufzer der aus einem tiefen und geheimmßvollen Schlafe zu de» Schrecken des Lebens wiedererwachenden Menschheit. >. In dem überhalb des Friedhofs gelegenen Dörfchen welche das Haus schließlich an eine 28gliedrige Commission verweist. Nächste Sitzung Donnerstag den 4. d. M., 11 Uhr. Tagesordnung: Anträge betreffend Wildschaden-Ersatz und Jagdpolizei. — Die Arbeiterschutzcommission begann heute die zweite Berathung auf Grund der in der Subcommission gefaßten Beschlüsse. Die Socialdemokraten erklärten, sie stünden von der Stellung eigener Anträge, gegenüber den Compromißbeschlüssen der anderen Parteien ab und behielten sich dieselben für die Berathungen im Plenum vor. Zunächst wurde der neue Paragraph 40 A angenommen, wonach in solchen offnen Verkaufsstellen, deren Bediensteten Sonn- und Festtags nicht zu beschäftigen sind, auch Gewerbebetrieb nicht stattfinden darf; ferner Paragraph 55 A, wonach an Sonn- und Festtagen der Gewerbebetrieb im Umherziehen, mit Ausnahme künstlerische Leistungen, verboten ist. Sodann wurde bei Paragraph 105 A der Compromißzusatz angenommen, wonach Gewerbetreibende Arbeiter zum Arbeiten an Sonn- und Festtagen nicht verpflichten können. — Wie der „Reichs-Anz." meldet, wird die Conferenz über das höhere Schulwesen am 4. d. M. im Cultus- ministerium zusammentreten. Der Kaiser beabsichtige der Eröffnung beizuwohnen- der Cultusminister werde, soweit er nicht anderweitig behindert, den Vorsitz führen- zugleich veröffentlicht der „Reichsanzeiger" das Verzeichniß der zur Conserenz berufenen 44 Mitglieder, von denen aber der Geheime Medicinalrath Dr. Koch um Dispensation gebeten hat. Gleichzeitig wird der für die Conferenz bestimmte, inhaltlich bereits bekannte Fragebogen veröffentlicht. Berlin, 1. December. Die heute hier eröffnete, von zahlreichen Jndustrieverbänden, Handelskammern und gewerblichen Instituten beschickte Conferenz für den Schutz gewerblichen Eigenthums, der Commiffarien des Reichsamts des Innern, des Handelsministers und der Präsident des Patentamts beiwohnten, wählte Hammacher zum Vorsitzenden und Henne berg (Berlin) zum Stellvertreter. Die Conferenz sprach sich einstimmig für Bildung einer Reichs- Centralstelle zum Schutz des gewerblichen Eigenthums aus und bejahte einstimmig die Frage, ob es geboten scheine, bei Berathung der neuen Schutzgesetze die Frage des Anschlusses an die Staatenunion für Schutz des gewerblichen Eigenthums zu berücksichtigen. Sie überwies die Frage, ob sich ein solcher Anschluß empfehle, einer Section zur Vorberathung und genehmigte einstimmig die Resolution, daß sich für alle Gebiete des gewerblichen Eigenthums die Anwendung des Grundsatzes civil- und strafrechtlicher Verantwortlichkeit empfehle. Berlin, 1. December. Die heutige militärische Feier anläßlich des Jahrestages der Thronbesteigung des Großen Kurfürsten nahm einen glänzenden Verlauf. Der Kaiser hatte schon früh einen prachtvollen großen Lorbeerkranz, dessen Altasschleisen seinen Namenszug trugen, vor dem Standbilde des Kurfürsten niederlegen lassen. Ueber dem Standbild war ein Baldachin mit Fahnenschmuck errichtet, dabei hielten zwei Leib-Kürassiere, ein Garde-Kürassier und ein Grenadier des 2. Garde-Regiments Ehrenwache. Nachdem die dazu befohlenen hiesigen Truppen und die Deputationen auswärtiger Regimenter mit Fahnen und Standarten in der Nähe des Standbildes Aufstellung genommen hatten, trat der Kaiser in der Uniform des Leib-Kürassier-Regiments „Großer Kurfürst" Punkt 11 Uhr, umgeben von dem Kronprinzen von Griechenland, den Prinzen Leopold, Albrecht, Alexander und zahlreichen anderen Fürstlichkeiten und glänzender Suite aus dem Schloßportale. Die Truppen präsentirten, der Kaiser hielt eine kurze, auf die Feier bezügliche Ansprache, an deren Schluß die Leib-Batterie mit 101 Schüssen salutirte. Die Truppen rückten nach dem Lustgarten ab, der Kaiser stieg zu Pferde, ritt die Front der „Unter den Linden" zur Parade ausgestellten Truppen entlang und ließ sie dann in Parade an sich vorbeimarschiren. Er sprach sich sehr be- sriedigt über den Verlauf der Parade aus, sowie darüber, daß er die früher übliche Abnahme der Parade „Unter den Linden" wieder eingesührt habe. Moltke und Blumenthal wohnten ebenfalls der Parade bei. Der Kaiser wurde überall mit Jubel begrüßt. Berlin, 1. December. Der „Reichsanzeiger" sagt in einem Artikel über die Thronbesteigung des „Großen Kurfürsten": „Drei Gedanken durchziehen die Politik des Großen Kurfürsten: den Staat militärisch stark und kräftig zu machen wurde es gleich nach den ersten Klängen unruhig, die Fenster erhellten sich, schattengleich bewegten sich menschliche Wesen hinter denselben. Rubly, furchtbar erregt schon allein durch die Wirkung der mächtigen Klänge seiner Posaune, wähnte in dieser Be- wegnng menschlicher Geschöpfe das Wunder der Auferstehung zu schauen. Die aufgeschreckten, mit wildem Gekrächze umher- fiatiernden Nachtvögel vermehrte« noch den Eindruck dieser phantastischen Scene. Dann kam ein Augenblick, da wurden die Posaunen- klange furchtbar. Die Häuser der Lebenden antworteten mit einem Aufschrei des Schreckens. Es war das letzte Aufgebot eines erhabenen Wahnes. Nach und nach wurden die Töne schwächer- die Verzweiflung chien sich zu besänftigen, die letzten Töne erstorben wie der letzte Funke einer erlöschenden Fackel. Die Bewohner des Dörfchens schlossen die Fenster und suchten itjre gestörte Nachtruhe wiederzufinden. Morgens, gegen Sonnenaufgang, betraten der Pfarrer und der Küster den Friedhof und sanden den armen Rubln ein Marmorkreuz umschlungen haltend. Sic riesen ihn an Iie schüttelten ihn, vergeblich. Seine edlen Gesichtszüae hatten einen ruhigen, glücklichen Ausdruck, aber sie waren kalt im Tode erstarrt. ' 6r hatte sein Versprechen gehalten. Maria war nicht zu ihrem Paolo zurückgekehrt, er aber war zu ihr gegangen. und von fremden Gewalten zu befreien- die Untenhanen mit dem Bewußtsein eines einheitlichen Staates zu durchdringen und die Staatsgewalt im Sinne ausgleichender Gerechtigkeit zu handhaben. Auf dem Wahrspruch des Großen Kurfürsten: „Ich werde die Fürstengewalt so führen- daß ich weiß, sie ist nicht meine Privatsache, sondern Volkssache" arbeiteten die Könige und Kaiser weiter bis heute, wo das damals begonnene Werk blühend, glänzend, gesund und kräftig als Bürgschaft des Friedens im Innern und nach Außen dasteht. Der Kaiser gab heute am Denkmal des Großen Kurfürsten den Gefühlen der Dankbarkeit, Ehrfurcht und Bewunderung vor dem Geiste Ausdruck, welcher Preußen geschaffen und erhalten hat. Mit dem Kaiser schlagen heute alle Preußenherzen höher und geloben, sestzuhalten an den Grundlagen, welche der Große Kurfürst geschaffen hat, und aus ihnen weiterzubauen. Straßburg, 1. December. Durch Verfügung des Unter- staatssecretärs Schraut mit Genehmigung des Reichskanzlers wurde die Einfuhr italienischen Rindviehs in die Schlachthäuser der größeren Städte des Reichslandes gestattet. Wien, 1. December. Der „Presse" zufolge findet morgen im Ministerium des Auswärtigen eine Sitzung der österreichisch-ungarischen Zoll-Handelsconferenz bezüglich des Handelsvertrages mit Deutschland statt. Derselben folgt Nachmittags eine Conferenz der deutschen und österreichisch-ungarischen Delegirten. Luxemburg, 1. December. Staatsminister Eyschen trifft morgen in Coblenz mit dem Großherzog zusammen und begibt sich mit demselben nach dem Haag. Die luxemburgische Regierung wird bei der Bestattung des Königs durch vier Mitglieder vertreten, die Kammer durch den Vorsitzenden und zwei durch das Loos bestimmte Deputirte, der Staatsrath durch zwei Mitglieder, die Hauptstadt durch den Bürgermeister. Haag, 1. December. Die Königin Wilhelmine und die Königin-Mutter sind heute früh von Loo eingetroffen und begaben sich alsbald nach dem Palais Noordeinde. Gestern Abend fand am Sarge des Königs ein Gottesdienst in Gegenwart der beiden Königinnen statt. Loo, 1. December. Die Trauer feier am Sarge des Königs ist in erhebendster Weise verlaufen. Eine nach Tausenden zählende Menge folgte der Ueberführung des Sarges nach dem Bahnhofe, von wo derselbe um 11 Uhr 35 Min. mittelst Sonderzuges nach Haag übersührt wurde. Paris, 1. December. Bankier Cer nuschi schickte Pasteur eine Anweisung auf 10,000 Franken zur Unterstützung fremder Studirender. Paris, 1. December. Anläßlich der gestrigen Schlußsitzung des Katholiken - Congr esses in Nantes hielt Bischof Freppel eine Predigt, in der er aufforderte, die Revolution und deren Principien rastlos zu bekämpfen und der Kirche hierdurch zum Triumphe zu verhelfen. London, 1. December. Morell Mackenzie nahm gestern in seinem Hospital in Gegenwart zahlreicher Aerzte an zwei Lupuskranken und einem an Kehlkopsschwindsucht Leidenden Impfungen mit Koch'scher Lymphe vor. Rom, 1. December. Nach einer Meldung der „Agenzia Stefani" hat der König ein Amnestie-Decret unterzeichnet, durch welches Personen begnadigt werden, welche wegen Preßvergehens und einiger anderer Vergehen und Uebertretungen einschließlich politischer Demonstrationen ver- urtheilt waren. Das Decret begnadigt ferner Stellungspflichtige, die vor dem 1. Januar 1851 geboren sind. Washington, 1. December. Präsident Harrison richtete an den Congreß eine Botschaft, in welcher er die Beziehungen zu allen Staaten Europas und des Orients als freundliche bezeichnet und bemerkt, daß die Verbindung mit den amerikanischen Staaten durch den panamerikanischen Congreß verstärkt wurde- der Präsident hofft, die Mächte werden das Schifffahrts-Reglement annehmen, erklärt ferner, es sei nothwendig, einige Monate abzuwarten, um die Wirkung der Silberacte auf die vom Silber abhängigen Werthe festzustellen- vorläufig habe das Gesetz im Allgemeinen einen wohltätigen Einfluß auf die Geschäfte ausgeübt. Der beträchtliche Golövorrath der Vereinigten Staaten werde den Abschluß einer internationalen Vereinbarung über den uneingeschränkten Gebrauch des Silbers fördern, sowohl in geprägtem wie in ungeprägtem Silber. Bezüglich der Mac Kinley-Bill erklärt die Botschaft, es sei nicht zweckmäßig, Veränderungen vorzunehmen, bevor nicht eine allgemeine und vollständige Erfahrung über die Wirkung des Tarifs vorliege- bisher sei nicht bewiesen, daß der Tarif den Interessen des Handels und der Industrie der Vereinigten Staaten nachtheilig sei, eher das Gegentheil. ^provinzielles. n. Großen-Liuden, 1. December. Die Volkszählung ergab 1426 Anwesende- gegen die letzte Zählung mehr: 157. :: Lich, 1. December. Prof. Koch' sches Heilverfahren. Aus sicherer Quelle wird uns mitgetheilt, daß der Fürstl. Hospitalarzt Herr Dr. Stamm die Koch'sche Lymphe bereits erhalten und die betreffenden Einspritzungen bei den an Lungen- und Knochentuberkulose, sowie an Lupus Erkrankten zur Anwendung bringt. Selbstverständlich sieht man hier mit großer Spannung dem Erfolge dieses Wundermedicaments entgegen. ^öad Nauheim, 1. December. Der Gemeinderath beschloß in seiner letzten Sitzung den Bau eines städtischen Hospitals, in welchem einheimische Kranke, die der häuslichen Pflege entbehren, und unbemittelte Curgäste, welche seither im Curhospital an der Usabrücke Ausnahme fanden, gleichmäßig Aufnahme finden sollen. Mit ansteckenden Krankheiten Behaftete sollen in einem Jsolirhaus Ausnahme finden. Das bisherige Hospital und das alte Amtsgerichsgebäude würden dann zur anderweitigen Verfügung frei werden. Friedberg, 1. December. Heute Morgen 8 Uhr wurde der D i e n st b e t r i e b in dem neu erbauten Posthause an ocr Bahnhofsstraße hierselbst eröffnet, nachdem am Abend vorher, nach Schluß des Dienstes im alten Posthause, die Uebergabe des neuen Hauses stattgefunden hatte. Letztere vollzog sich lediglich als ein dienstlicher Act. Oberpostdirector Clavel aus Darmstadt hielt dabei in der Schalterhalle vor den versammelten Postbeamten, Bauleitern und Bauhandwerkern eine kurze Ansprache, worin er die Entwicklung der postalischen Verhältnisse in Friedberg, die Entstehungsgeschichte des neuen Hauses und die Fürsorge der Verwaltung zur Gewinnung guter Diensträume und bestmöglicher Bedienung des Publikums hervorhob und mit einem Hoch aus Kaiser und Großherzog schloß. Postdirector Wüst übernahm das Haus mit dem Ausdruck des Dankes für den obersten Leiter des deutschen Postwesens, Staatssecretär Dr. v. Stephan, und brachte Letzterem ein Hoch aus, worauf ein Rundgang und Besichtigung des Hauses erfolgte. Nach Schluß dieser geschäftlichen Uebergabe des neuen Posthauses vereinigten sich die dabei betheiligt Gewesenen im Hotel Trapp zu einem gemächlichen Beisammensein, bei welchem auch dem hochverehrten Leiter der Oberpostdirection Darmstadt, Oberpostdirector Clavel, durch ein Hoch der Dank für seine Bemühungen um das neue Haus und um die Förderung des Postwesens in dem ihm unterstellten Bezirke dargebracht wurde. Die Stadt Friedberg hat durch das neue Posthaus eine neue Zierde erhalten und macht dasselbe besonders vom Bahnhofe aus einen recht günstigen Eindruck. Dasselbe ist nach dem vom Postbaurath Cuno in Frankfurt angefertigten, im Reichspostamte festgestellten Entwürfe ausgeführt. Die örtliche Bauleitung erfolgte bekanntlich durch den jetzt nach Höxter versetzten Architekten Hartig. O. A. Friedberg, 1. December. Der vielfach verbreiteten Meinung, Friedberg sei einer der theuersten Plätze des Großherzogthums, wird im „Oberh. Anz." mit folgenden Ziffern entgegengetreten: Es kostete seither: Ochscufleisch das Kilo in Darmstadt Mk. 1,52, Offenbach Mk. 1,32, Gießen Mk. 1,44, Mainz Mk. 1,44, Bingen Mk. 1,50, Friedberg Mk. 1,36- Kuh- und Rindfleisch in Darmstadt Mk. 1,40, Offenbach Mk. 1,24, Gießen Mk. 1,24, Mainz Mk. 1,20, Bingen Mk. 1,40, Friedberg Mk. 1,20 - Kalbfleisch in Darmstadt Mk. 1,30, Offenbach Mk. 1,32, Gießen Mk. 1,24, Mainz Mk. 1,40, Bingen Mk. 1,40, Friedberg Mk. 1,20- gemischtes Brod in Darmstadt Mk. 0,28, Offenbach Mk. 0,30, Gießen Mk. 0,28, Mainz Mk. 0,30, Bingen Mk. 0,26, Friedberg Mk. 0,28 - Butter in Darmstadt Mk. 2,60, Offenbach Mk. 2,60, Gießen Mk. 2,50, Mainz Mk. 2,20, Bingen Mk. 2,50, Friedberg Mk. 2,60. dt. Neu - Ulrichstein, 1. December. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro November 189 0. Ende November 1890 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 113 Mann. Dieselben Vertheilen sich aus das Groß- herzogthum Hessen 32, Königreich Preußen: Berlin 1, Regierungsbezirk Cassel 9, Provinz Hannover 5, Provinz Brandenburg 4, Provinz Ostpreußen 1, Provinz Westpreußen 1, Provinz Rheinlande 13, Provinz Sachsen 3, Provinz Schlesien 1, Provinz Westfalen 2, Provinz Pommern 3. Königreich Bayern 12. Großherzogthum Baden 2. Großherzogthum Mecklenburg 1. Großherzogthum Oldenburg 2. Provinz Hessen Nassau 13. Thüringische Staaten 6. Hohenzollernsche Lande 1. Kaiserreich Oesterreich 1. Hiervon waren: Arbeiter 37, Anstreicher 4, Bäcker 5, Bergleute 1, Brauer 1, Barbier 2, Buchbinder 1, Buchdrucker 1, Eisengießer 1, Färber 1, Former 1, Gärtner 2, Glaser 1, Glasmacher 1, Gürtler 1, Hausbursche 1, Kaufleute 4, Kellner 3, Kupferschmied 1, Maurer 1, Maschinenbauer 1, Maschinenschlosser 1, Maschinenheizer 1, Metzger 2, Mechaniker 1, Sattler 1, Schirmmacher 1, Schlosser 7, Schmiede 2,'^Schneider 4, Schreiber 3, Schuhmacher 8, Stellmacher 1, Strumpfwirker 1, Tuchmacher 1, Tüncher 3, Vergolder 1, Weber 1, Ziegler 1, Zimmerleute 2. Im Monat November wurden entlassen 8 und zwar in Stellung durch die Colonie 1, auf eigenen Wunsch 5, rum Militär 2. Verpflegungstage im November 1890 : 2747. Gearbeitet wurde an 1299 Tagen, hierunter 402 Tage für fremde Rechnung. Seit Bestehen der Colonie find ausgenommen worden 1586 Mann, dagegen abgegangen 1473- bleibt Bestand 113 Mann. Ulrichstein, 23. November. Heute Abend nach 8 Uhr versammelten sich dahier im Gasthof von Fr. Groh (Vogelsberger Hof) auf Einladung des Herrn Amtsrichters Engel hier ungefähr 30 Personen zwecks Gründung eines Bürgervereins für Ulrichstein und Umgegend. Die dargelegten Ideen gipfeln ungefähr in folgenden Hauptpunkten: Dem Verein kann jeder unbescholtene Erwachsene beitreten, gleichviel welcher Religion oder politischen Parteirichtung er an- gehört, ausgeschlossen sind nur Socialdemokraten - verpönt sind ferner Gespräche über Religion und Politik. 1. Hauptzweck des Vereins ist, als Ordnungspartei energisch Front zu machen gegenüber den einen allgemeinen Umsturz der bestehenden Verhältnisse bezweckenden Bestrebungen der Socialdemokraten. 2. Es soll der Wohlthätigkeitssinn nach besten Kräften gefördert werden z. B. durch Weihnachtsbescheerungen an würdige, unterstützungsbedürftige Personen rc. 3. Soll der gesellige Verkehr unter den Mitgliedern thun- lichst gepflegt werden. Der vierteljährliche Beitrag wurde auf 50 Pfg. festgesetzt. Die eigentlichen Statuten werden von einer Commission von sieben Herren z. Z. ausgearbeitet. Atzenhain, 30. November. Am 28. November, Mittags von 1 Uhr an bis tief in die Nacht hinein wurde hierselbst durch Großh. Staatsanwalt und Großh. Amtsgericht Grünberg in Begleitung der Gendarmerie eine Untersuchung abgehalten bezüglich des zwischen Atzenhain und Lumda tobt aufgefundenen I. Wagner von Beltershain. Es wird nämlich vermuthet, der genannte Wagner fei von böser Hand erschlagen worden- inwieweit die Sache auf Wahrheit beruht, wird die Untersuchung ergeben. s-hl°g „1C fWWÄ eii * ”4 W * T, ,u 51 |n Utr b «°hl »ich 6(rl ietn l>°» ’^'JL einer biffil« * “"("'"a ,n jammen 36 fieften. Goldammer/ Halm kommen abgeschloß spannende und> g argentinischen Wn Mderbeigaben vi jurth in Weimar zuversichtlich noch Unternehmen, we Erwerb und Gew thätigt, ist den Ä Schichten nach em Schmidt'schen „3 Heimathshasen" u und Colorados" ir von nur 1 Mk. I -gern entgegen geb $änbt" der Wei bessere Buchhandli werben allerdings die Bezahlung) vo Vorzugspreise gen dem Protektorat Sachsen-Weimar s begrissen ist, aus nunmehr IWHri er sich mehr und nunmehr schon üb reich-Ungarn, die Amerika erstreckt, constituirte, theil Zweigvereine, so von einem „Netz' Deutschland gezoi Augsburg, Leipzi mit Zeichnungen i MMerM fr W; darunter be Miche Mitglieder (Diese letztere Rat reres ein Gratis-.' dauernde MitM und mehr stnd 1 das finanzielle E entgegen so man denen Stimmen Oktober d. I. die Einnahmen v un Ganzen 39 062 fragen hoben, 10321,83 % t bestand des Vere $er dorq V vom 1. Dec. ** iut A C Wi 10054 «ar ? Monatsbericht ber 1890. Ende a-, resp. arbeitslos aus das Groß- : Berlin 1, Regie- Provinz Branden- nz Westpreußen 1, Provinz Schlesien 1, ern 3. Königreich . Großherzogthnor 16mg 2. Provinz 5. hohenzvllnniche *>tfT* LK ntfte^4e?6i*et icher N? iur ®e= Ä""l ta &« r S“69 Z biejer gti , Ce«migten sich iu ei"m ‘“Vem h°chv-r. *bt, Otajafe !n! seine »'Äderung des ff1 d-rgebrach, 5 h ?°^°us ! j bchnd« notn btui. Saäjelbt ”i,utt ""gefertigten, f« ausgeführt. Die ,ur4 den jetzt nach . . O. A. 'blsach verbreiteten rsten Plötze des nz." mit folgenden r; Ochlensleisch das M l/32z Gießen if. 1/50, Friedberg armstadt Mk. 1,40, ' Mainz M. 1,20, Kalbfleisch in Darm- Gießen Mk. 1,24, fliedberg Mk. 1,20; Offenbach Mk. 0,30, Bingen Mk. 0,26, ldt Mk. 2,60/Offen- fz Mk. 2,20/ Singen reicher 4, Backer 5, Buchbinder 1/ Bnch- inner 1, Gärtner 2, aausburfche 1, Kauf- laurer 1, Maschinenheizer 1/ Metzger 2, jer 1, Schlosser 7/ f8Ä -1, Tüncher 3, Ber- [gute 2. offen 8 unb R *H5'w ., 9747 (gearbeitet me pr f"”i( lfger-ommeti W* J tobt M«"b Ahend nach 8 £•-,15 *£ b!^ ib- De« ys* S 6tr, 6,‘ . e,t *•* Lauterbach, 25. November. Der längsterwünschte Rückschlag in den.Preisen für^chweine, besonders fetten Mastschweinen, macht sich jetzt ungemein fühlbar. Die Metzger, welche noch vor einiger Zeit 64 Pfg. per Psd. Todtgewicht zahlten, bieten jetzt bedeutend weniger; es sollen schwere Mastschweine zu 58 Pfg. pr. Pfd. verkauft worden sein. In der bevorstehend?« Weihnachtszeit ist es wohl nicht ganz „unzeitgemäß", auf die ungemein wohlfeilen Veröffentlichungen des Weimarer „Vereins für Massenverbreitung guter Schriften" in Lieferungsausgaben (zu 10 Psg. das Heft) hiermit hinzuweisen. In dem von ihm herausgegebenen „Familienbücherschatz", einer billigen Sammlung guter, volkstümlicher Erzählungen von unseren besten Schriftstellern, sind nämlich bisher (in zusammen 36 Heften) seit März d. I. W^rke von Zschokke, Goldammer, Halm, Putlitz, Jensen, Max. Schmidt, S. Steinberg, F. W. Runze, d. h. also 10 größere nnd kleinere, vollkommen abgeschlossene Novellen erschienen, während eine sehr- spannende und gehaltvolle Geschichte aus den Zeiten der argentinischen Wirren von Rud. Röttger mit ausgezeichneten Bilderbeigaben von dem bekannten Illustrator Oskar Herr- furth in Weimar eben jetzt unter der Presse sich befindet und zuversichtlich noch vor Weihnachten fertig vorliegen wird. Das Unternehmen, welches bekanntlich ohne jede Nebenabsicht ans Erwerb und Gewinn in rein gemeinnütziger Richtung sich^be- thätigt, ist den Weihnachtswünschen auch der unbemittelteren Schichten nach einem guten Buche durch Ausgabe der Max. Schmidt'schen „Johannisnacht", des Steinberg'schen „Im Heimathshafen" und der Röttger'schen Erzählung „Blancos und Colorados" in reich illustrirten Einzelbänden zum Preise von nur 1 Mk. (gesammelt aus den einzelnen Lieferungen) gern entgegen gekommen und sind diese sogenannten „Mark- Bände" der Weimarer Schriftenvertriebsanstalt durch jede bessere Buchhandlung zu beziehen. Mitglieder des Vereines werden allerdings am Besten thun, die Bestellung (nicht aber die Bezahlung) vorher an den Verein selbst zu richten, da sie Vorzugspreise genießen. — Aber auch sonst darf der unter dem Protectorat Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs von Sachsen-Weimar stehende Verein, der im besten Fortschreiten begriffen ist, auf eine recht erfolgreiche Thätigkeit seit seinem nunmehr l^jährigen Bestehen zurückblicken. Nicht nur, daß er sich mehr und mehr vergrößert hat und seine Wirksamkeit nunmehr schon über ganz Deutschland, ein gut Stück Oesterreich-Ungarn, die deutsch-französische Schweiz und deutsches Amerika erstreckt, zählt er jetzt auch bereits an 40 theils fest constituirte, theils unmittelbar in der Bildung begriffene Zweigvereine, so daß die „Grenzboten" unlängst sogar schon von einem „Netz" sprechen konnten, welches er über ganz Deutschland gezogen- und es sind darunter einige Städte wie Augsburg, Leipzig, Berlin, Frankfurt a. M., Duisburg, Köln mit Zeichnungen von 3000 bis zu 5000 Mk. vertreten. Seine Mitgliederzahl hat nun annähernd die Höhe von 5000 erreicht- darunter befinden sich 194 Körperschaften und 1001 persönliche Mitglieder mit je einer Jahresleistung von 10 Mk. (Diese letztere Kategorie -seiner Mitglieder erhält ohne Weiteres ein Gratis-Exemplar sämmtlicher Vereinsschriften.) Als dauernde Mitglieder mit einer einmaligen Spende von 300 Mk. und mehr sind dem Verein bis jetzt 86 beigetreten. Auch das finanzielle Ergebniß ist sonach kein ungünstiges und ist entgegen so manchen jüngst, auch in der Presse, laut gewordenen Stimmen nach dem Vermögensstand des Vereins vom 1. October d. I. an dieser Stelle vielleicht festzustellen, daß die Einnahmen vom 1. Januar er. bis zu genanntem Datum im Ganzen 39 062,63 Mk., die Ausgaben dagegen 28 740,80Mk. betragen haben, was einem aetiven Kassen-Restbestand von , 10 321,83 Mk. entspricht, während der gefammte Vermögens- \ bestand des Vereins (incl. aller Jnventar-Werthe der Canzlei wie der Schriftenvertriebsanstalt) am 1. October die Summe von rund 41000 Mk. (genau 41 469,18 Mk.) betrug. — Von den seit März herausgegebenen Schriften hat seine „Schristenvertriebsanstalt" bis zu diesem Zeitpunkt 143 389 Einzelhefte fest abgesetzt, was einer Summe von ea. 7200 Mk. netto baar gleichkommt. Das Verhältniß stellt sich also wesentlich günstiger, als vor Kurzem erst von einem Gegner unserer Sache behauptet wurde, der einem Aufwand von 18 000 Mk. Herstellungskosten ein Erträgniß von nur 2000 Mk. gegenüberstellte- es stellt sich um so günstiger, als in jenem (auf der Hauptversammlung des Vereins am 29. Juni (. I. genannten) allgemeinen Ausgabeposten von 18000 Mk. thatsächlich nicht allein der Aufwand für die Schriftenvertriebsanstalt enthalten ist, sondern im Gegentheil, da die Trennung und gesonderte Rechensührnng derselben erst mit 1. Juli er. in Kraft trat, alle jene nicht unbeträchtlichen Druckkosten, welche der Verein für seine Drucksachen, Flugblätter und Ankündigungen im ersten Jahre zu bestreiten hatte, fast ausschließlich darunter zu verstehen waren. Rechnet man zu jenem Heftabsatz noch das gratis ausgegebene Sammelmaterial mit ca. 80000 Einzel-Heften und die mittlerweile seit jener Aufstellung vom 1. Oetober wieder neu herausgegebenen 6 Nummern, sowie die Band-Ausgaben mit hinzu, so läßt sich sagen, daß der Verein bis Mitte November 1890 bereits an 300 000 einzelne Hefte (in wöchentlichen Auflagen von je 10000 Exemplaren) unter's Volk gebracht hat. Das Unternehmen erscheint sonach finanziell wohl gesichert, das Resultat als ein materiell wie ideell für den ersten Anfang durchaus befriedigendes, und steht daher zuversichtlich zu hoffen, daß der Verein für Massenverbreitung guter Schriften nun mehr und mehr auch in dem Urtheile der größeren Oeffentlichkeit sich befestigen wird, um den Ausbau der gesteckten hohen und großen Aufgabe in allen ihren Theilen mit jenem durchgreifenden Erfolge sich widmen zu können, der im Interesse der volksfreundlichen Sache unter allen Umständen wünschenswerth erscheint. Jetzt, aus das bevorstehende Fest, bietet sich die beste Gelegenheit, das genannte Unternehmen durch recht zahlreiche Weihnachtsbestellungen zu unterstützen und somit „das Angenehme mit dem Nützlichen" zu verbinden. Das „Thue Geld in deinen Beutel!" wird hier einem Jeden um so leichter gemacht, als um einen so spottbilligen Preis kaum jemals auch nur annähernd Gleiches an gediegenem Inhalt und schöner Ausstattung geboten worden ist. Daß der Verein im vergangenen Juli ein Preisausschreiben auf 1000 Mk. für das beste, seinen Zwecken hervorragend dienliche Werk erlassen hat, mag schließlich hier noch erwähnt sein. vertmtsehtes. * Marburg. 1. December. Nach aus Berlin hierher gelangten Nachrichten ist begründete Aussicht auf Bewilligung eines Neubaues der chirurgischen Klinik vorhanden. *— Frankfurt a. M., 1. December. Ueber der großen Maschinenhalle für die nächstjährige internationale electro- technische Ausstellung scheint ein wahrer Uilstern zu walten. Bekanntlich stürzte dieselbe in der vorigen Woche infolge des heftigen Sturmes zusammen. Der Schaden für den Erbauer wird auf 15—18000 Mk. geschätzt. Kaum hat man mit dem Ausbau von Neuem begonnen, da stürzt heute Vormittag ein 10J/2 Meter hohes Gerüst an der Halle zusammen. Diesmal ist der Unfall nicht so glatt abge- lausen wie beim ersten Mal, denn es sind vier Zimmerleute verletzt worden, glücklicherweise nicht schwer, wenigstens drei davon nicht. Die Namen der Verletzten sind Adam Gimpel aus Groß-Gerau, Heinrich Kröll aus Bleichenbach in Oberhessen, Balthasar Buxbaum aus Groß-Zimmern und Huppfeld aus Giebelbach/ Kreis Arnswalde. Am schwersten ist Gimpel verletzt, welcher am Auge und am Bein beschädigt wurde, am besten kam Huppseld davon, welcher aus einer Höhe von 9 Metern herabsprang, als er das Gerüst wanken sah. Er hat sich nur den linken Fuß verstaucht. Es ist sofort Untersuchung eiugeleitet worden. *= Frankfurt a. M., 1. December. Verschiedenes. Der Aerztliche Verein hält heute Abend im Senckenbergianum eine Sitzung ab, in welcher Herr Dr. de Bary einen Lupuskranken vorstellen wird, der mit Koch'scher Lymphe geimpft wurde. Herr Dr. Moritz Schmidt wird sodann über die in Falkenstein stattgehabten Impfungen an Lungenschwindsüchtigen berichten. Verflossenen Freitag wurden im Königswarter Hospital die ersten Impfungen mit Koch'scher Lymphe durch die Herren Dr.Dr. Kirchheim und Günzburg vorgenommen. — Zu dem Concurse des flüchtigen Bankiers Adolf Reiß wurden bis jetzt 530000 Mk. Forderungen angemeldet. — Umreit des Hauptbahnhofes glitt heute Vormittag der Maschinenführer Jeglitza aus Bockenheim von dem um 10 Uhr 10 Min. hier abgehenden Zuge der Taunusbahn von der Maschine und erlitt eine schwere Gehirnerschütterung. Der Zug befand sich in voller Fahrgeschwindigkeit. — Der Main, welcher stark mit Treibeis geht, ist seit Freitag um ca. zwei Meter gefallen. Da das Wetter etwas milder geworden ist, glaubt man ein Stellen des Eises nicht zu befürchten zu haben. Cond. nn0> n&H’emirtbfcbafx «letze«, 2. December. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X. 1,00—1,15, Hühnereier 1 St. 7—9, 2 St. — H, Enteneier 1 St.--2 St. — A. Käse pr. St. 4-8 L Käsematte pr. St. 3 A, Erbsen pr. Liter 16 A, Linsen pr. Liter 28 A, Tauben pr. Paar X 0,50—0,65, Hühner pr. Stück x 0,85—1.00, Hahnen pr. St. X 0,60-0,90, Enten pr. Stück ^bl-n«etsch pr Psd. 70-t4 A, Kuh- und Rindfleisch Schweinefleisch 64-76 Hammelfleisch 62-68 4, »alb. steisch 60—64 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 5,CO—0,00, Weißkraut pr. St. 3—7 A, Zwiebeln per Centner 6,00—0,00, Milch per Liter 12-18 A- Gänse pr. Pfd. 46—58 A. Bremen, 29. November. sPer transatlantischen Telegraph.! Der Schnelldampfer Aller, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 19. November von Bremen und am 20. November von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 29. November. sPer ttansatlantischen Telegraph.! Der Postdampfer America, Capt. A. Kohlmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 13. November von Bremen abgegangen war, ist vorgestern 10 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. „ 10045 De« Empfehlungen der Kraue« haben die ächten Apotheker Richard BtandtS Schweizerptllen unzweifelhaft einen großen Thetl ihres heutigen Erfolges zu verdanken, indem ihre angenehme, sichere, absolut schmerzlose Wirkung bet den Frauen alle anderen Mittel verdrängt haben und heute allein bet Storungen in der Verdauung (Verstopfung), Herzklopfen, Blutandrang, Kopfschmerzen rc. angewandt werden. (Preis ä Schachtel 1 X) Haupt- Depot: AdlerApothete in Frankfurt a. 9h, Trterscher Platz. Temperatur in Gießen. November 1890. Niederste — 10,9 Mittlere + 3,73 „ Mittel früherer Jahre 4-2 71 Höchste 10*0 " Niederschlag an 19 Tagen 2,82 Par. Zoll. „ im Mittel früherer Jahre an 16 Tagen 1,97 „ „ Amtliche Prüfung der Lichtstärke des Leuchtgase». Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gasverbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Parasfinkerzen. Monat November 1890: 13*/4 Kerzen. Buchner. Gedenket der hungernden Vögel! Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Queckborn pro 1891/92 liegt vom 1. December l. I. auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier acht Tage lang zur Einsicht der Betheiligten offen. Queckborn, den 1. December 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Queckborn. Schmidt. 10033 Mittwoch, 3. Derembkr l. I, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Adler" gegen Baar- rahlung: Sophos Commoden, Kleiderschränke, Glasschränke, Tische, Spiegel, Uhren. 1 Spiegelschrank, 1 Nähmaschine, 2 vollst. Betten, 2 Herrenschreibtische, 2 Hobelbänke mit Werkzeug, 1 Papp' fcheere, 1 Parthie Hutfedern, 1 Kuh, 1 Pferd, 1 Wagen u. a- m. Geißler, 10021 Gerichtsvollzieher. 10 49] Ein rdon-Natron Ofe« billig zu verkaufen. 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