Ooo°ooQQa 1890 Mittwoch den 3. September Nr. 204 ießener Anzeiger Kadenz Kenerat-Anzeiger Amts- und Anzeigebtatt für den Atreis Gie^ei» chratisöeikage: Gießener AamilienöläLLek Amtlicher Theil. Regierungsrath. .V»* Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinendm Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen» Di« Gießener WnmtttenßtLtts, Werden dem Anzeiger wlchrnttich dreimal beigelegt. Der Olr-ener Anzeigrr erscheint täglich, Mit Ausnahme deS MontagS. Nachrichten ausgetaucht, denen zufolge die Angelegenheit ein immer ungünstigeres Aussehen annehmen würde. Namentlich hieß es, die serbische Regierung habe eine neuerliche sehr bestimmte Note nach Wien in Sachen des Verbotes der Einfuhr serbischer Schweine nach Oesterreich-Ungarn gerichtet und hierin gedroht, falls die österreichisch-ungarische Regierung dieses Verbot nicht baldigst aufhöbe, die serbische Regierung von dem Handelsverträge mit Oesterreich - Ungarn zurücktreten würde. Nunmehr erklären aber Mittheilungen aus Belgrad in glaubwürdiger Weise, daß eine solche serbische Note gar nicht existire und daß sich die serbische Regierung auch gar nicht mit der Absicht, dem Wiener Cabinet einen so ernsten Vorhalt aus diplomatischem Wege zu machen, trage, da sie keine Verschärfung des wirthschaftlichen Conflictes mit Oesterreich-Ungarn wünsche. Es werden dann die Gerüchte von jener Note aus Wahlmänner der Oppositionsparteien in Serbien zurückgeführt, welche ein politisches Interesse daran hätten, die Stellung des radicalen serbischen Cabinets in der „Schweine- srage" möglichst zu verdrehen und zu verdunkeln. Die erwähnten Belgrader Mittheilungen schließen mit dem Hinweise darauf, daß die aus Serbien kommenden Nachrichten jetzt mehr wie je in Hinblick aus die in diesem Lande stattfindenden Wahlkämpfe sorgsam auf ihren Ursprung geprüft werden müßten. Politische Uebersicht. Gießen, 2. September. Ueber die bevorstehenden weiteren größeren Reisen unseres Kaisers nach Beendigung der diesjährigen Manöver ist bis jetzt nur bekannt, daß der hohe Herr auf Einladung des Kaisers von Oesterreich in der ersten Octoberhälfte an den Hosjagden in der Steiermark theilnehmen, hierbei aber voraussichtlich Wien nicht berühren wird. Dagegen ist bekanntlich die Nachricht von einer abermaligen Herbstreise des Kaisers und dec Kaiserin nach Italien durch eine anscheinend von unterrichteter Seite stammende Miltheilung in der „Nordd. Allg. Ztg." als durchaus unbegründet bezeichnet worden. Wahrscheinlicher klingt jedoch die Versicherung einiger Blätter, Kaiser Wilhelm werde im Spätherbst einen Ausflug nach Elsaß-Lothringen zur Besichtigung der von ihm angekausten Herrschaft Urville bei Metz unternehmen. Nachdem die Gerüchte über den angeblich bevorstehenden Rücktritt des preußischen Kriegsministers v. Verdy sich als haltlos erwiesen haben, taucht jetzt dafür die Nachricht vom bevorstehenden Rücktritt des Eisenbahnministers v. Maybach aufs Neue auf. Die „K. Z." giebt dem Gerüchte Verbreitung, daß Herr- v. Maybach im Herbste seinen Abschied nehmen und durch den jetzigen Präsidenten der königlichen Eisenbahn- direction in Hannover, Herrn Thielen ersetzt werden würde. Das rheinische Blatt selbst gesteht aber, daß es sich hierbei zunächst nur um Vermuthungen handele und bleibt daher abzuwarten, ob an den Herrn v. Maybach betreffenden Rücktrittsgerüchten wirklich etwas Wahres ist. Aus dem Heidelberger Schlöffe sand am Sonntag als Vorfeier des Sedantages ein von 5000 Personen besuchtes nanonalliberales Parieifest statt, welches den besten Verlauf nahm. Reichscommiffar v. Wißmauu, welcher wieder vollkommen hergestellt ist, reiste am Sonntag, begleitet von seinem Adjutanten Dr. Bumiller, nach Brüssel und Ostende ab, um dem König von Belgien einen Besuch abzustatten. Von Belgien aus begiebt sich Major von Wißmann nach Bremen, Hamburg, Cöln, und gedenkt am 16. September in Berlin einzutreffen. Ueber den Stand des „Schweinekrieges" zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien sind in der letzten Zeit wiederum Neueste Nacheichten. WolffS telegraphisches Torrespondenz-Burcau. Kiel, 1. September. Admiral Goltz gab heute zu Ehren des österreichischen Geschwaders im Gartensaale der Marineakademie ein Mittagessen. Die Maschinisten der deutschen Flotte veranstalten ihren österreichischen Kameraden Abends ein Fest. Kiel, 1. September. Gestern Abend war zu Ehren des österreichischen Geschwaders Gartenfest, Souper und Ball in der Marineakademie. Vor der Abendtasel erschienen Prinz und Prinzessin Heinrich, Erzherzog Stephan und Admiral Sternek, die um 71/2 Ufjr ins Schloß zurückkehrteu. Breslau, 1. September. Die „Breslauer Ztg." erfährt von zuständiger Seite, daß die Waldenburger Grubenverwaltungen wegen Absatzmangels zwar Feierstunden ein- gesührt hätten, daß jedoch, entgegen einigen Blättermeldungen, größere Arbeiterentlassungen nicht bevorstünden. Kaiserslautern, 1. September. Das amtliche Ergebniß der Stichwahl zum Reichstage lautet: Von 20,908 abgegebenen Stimmen erhielt Brunk (nat.) 10,648, Grohe (Volkspartei) 10,260 Stimmen. Der Erstere ist gewählt. Bern, 1. September. Bei Viß im Canton Wallis ist infolge eines aus das Geleise gestürzten Felsblockes heute ein Zug entgleist, doch wurde Niemand verletzt. St. Gallen, 1. September. Das Ueberschwemm- ungsgebiet im Rheinthale nimmt zu. Seit gestern regnet es wieder ununterbrochen. Der Wasserstand des Bodensees ist so hoch, daß Landwasser dahin fast keinen Abfluß haben. Von allen Seiten werden Erdabrutschungen und i Straßenverschüttungen gemeldet. In überschwemmten Ort- | schäften werden Häusereinstürze befürchtet. so sind dieselben zu Einem Pfennig auf Eine Mark Grundsteuerkapital anzunehmen. 3) Die Beilage 2 — Verzeichniß des beweglichen und unbeweglichen Vermögens — ist zu den Voranschlägen für 1891/92 zergliedert auszustellen. 4) Als Beitrag zur Kreiskasse ist die für das Jahr 1890/91 angeforderte Summe vorzusehen. 5) Auf Beschaffung eines ausreichenden baaren Betriebskapitals ist Bedacht zu nehmen, damit Verlegenheiten für die Gemeindekasse und namentlich Kaffeanlehen vermieden werden. 6) Sofern für außerordentliche Bedürfnisse keine, oder- unwesentliche Beträge vorzusehen sind, muß ein den Verhältnissen angemessener Betrag zur Schuldentilgung in Aussicht genommen werden. Wir empfehlen hierbei denjenigen Gemeinden, welche noch ältere Kriegsschulden haben, zuerst deren Rückzahlung vorzunehmen. Hierbei ist jedoch zu beachten, daß eine weitere Umlage aus die immer steuerbaren Objecte in der Höhe der Kapital- rückzahlung unter Rubrik 54 einzustellen wäre. 7) Veränderungen und namentlich Herabsetzung der Umlagen sind, wenn nicht ganz besondere Gründe dies rechtfertigen , zu vermeiden; bei günstigen Abschlüssen empfiehlt es sich vielmehr Kapitalrückzahlungen eintreten zu lassen. 8) Das Ergebniß des Voranschlags der Gemeindekrankenversicherung ist unter Rubrik 93 „Für die Gemeindekrankenversicherung" summarisch anzugeben, auch ein etwaiger Vorschuß der Gemeinde zu wahren. 9) Zur Berathung des Voranschlags ist der Gemeinde- Einnehmer zuzuziehen, welcher indessen Stimmrecht nicht hat. Im Uebrigen wollen Sie unsere früheren Ausschreiben, sowie die Revisionsbemerkungen und Beschlüsse zum Voranschlag sür 1890/91 genau beachten. Arrslarrd. Newyork, 31. August. In der Standard-Coke-Fabrik in Scottsdale (Pensylvanien) haben 1000 Kohlenarbeiter wegen Beschäftigung von Nicht-Gewerkvereinlern die Arbeit eingestellt. Melbourne, 31. August. (Reuter-Meldung.) In den Straßen, die heute theilweise wieder electrisch erleuchtet sind, herrscht vollständige Ruhe. Eine Kundgebung, an der sich gegen 40,000 Personen betheiligten, verlief ruhig. Es wurden Resolutionen angenommen, worin den Gewerkschaften Englands für ihre Sympathie und materielle Hilfe gedankt wird. Die Rheder lehnten es ab, mit den Vertretern der Strikenden zu confernen, bevor sie mit den vereinigten Arbeitgebern berathen hätten. Die Regierung Sydneys beschloß, einen Theil des Quais zu verbarrikadiren, damit die Nichtunionisten unbehelligt arbeiten können. Bilbao, 31. August. Die Königin-Regentin traf, von dem Ministerpräsidenten Canovas de Castillo begleitet, gestern Nachmittag von San Sebastian Hierselbst ein und wurde von der zahlreich zusammengeströmten Menschenmenge mit begeisterten Zurusen begrüßt. Von hier fuhr die Königin- Regentin weiter nach dem englisch-spanischen Schiffbauhof in Portugalete, woselbst dieselbe dem Stapellaufe des neuen Kreuzers „Jnfanta Maria Teresa" beiwohnte. Abends erfolgte die Rückkehr nach San Sebastian. Gießen, am 29. August 1890. Betr.: Die Ausstellung der Voranschläge für die Landgemeinden des Kreises Gießen für 1891/92. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgerweiftereirir de- Kreises. Unter Hinweis auf die §§ 3 und 4 der Instruction vom 20. October 1874, die Ausstellung und Revision der Gemeindevoranschläge betreffend, beauftragen wir Sie, mit Ausstellung der Voranschläge für 1891/92 baldigst zu beginnen und dafür zu sorgen, daß deren Einsendung an uns spätestens bis zum 15. November l. I. erfolgt. Wir empfehlen Ihnen zur Beachtung noch insbesondere das Folgende: 1) Das Gesetz vom 22. November 1872, betr. die Mitwirkung der Forensen bei der Festsetzung des Gemeindevoranschlags, ist durch Gesetz vom 19. Juli 1 890 aufgehoben. Die Einladung der Vertreter der Forensen zur Berathung des Voranschlags fällt daher für die Zukunft fort. Dagegen bestimmt der Art. 2 des letztgenannten Gesetzes, daß, wenn die Erhebung einer Umlage, zu welcher die Forensen beizutragen haben, vom Gemeinderath beschlossen wird, der Bürgermeister mittelst Einrückung ins Kreisblatt unter Bezeichnung des Orts der Offenlegung, zur Kenntniß der Betheiligten zu bringen habe, daß der Voranschlag während 8 Tagen von dem anzugebenden Zeitpunkte an zur Einsichtnahme und Entgegennahme etwaiger Einwendungen offen gelegt wird. Sie wollen diese Bekanntmachung stets so zeitig erlassen, daß hierdurch in der Vorlage der Voranschläge an uns keine Verzögerung entsteht. In einer besonderen Beilage zum Voranschläge ist zu beurkunden, wann die Bekanntmachung erfolgt ist und ob, bezw. welche Einwendungen erhoben worden sind. Die hier verfügte Offenlegung fällt natürlich mit der in Art. 71 der Landgemeindeordnung bereits vorgeschriebenen zweiten Offenlegung des Voranschlags zusammen, was wir zur Vermeidung von Mißverständnissen hier anfügen. Das Gesetz vom 3. Mai 1858, wonach mit voller Stimm- berechtigung außer den gewählten Mitgliedern auch derjenige höchstbesteuerte Grundbesitzer, welcher wenigstens ein Viertheil der in der Gemeinde aufzubringenden Grundsteuern entrichtet, oder in Ermangelung dessen der Höchstbesteuerte, welcher ein Grundsteuerkapital von wenigstens Eintausend Fünfhundert Gulden in der Gemeinde hat, zum Gemeinderath gehört, ist nicht aufgehoben. Diese zum Ortsvorstand zählenden Grundbesitzer oder deren Bevollmächtigte sind nach wie vor zu den Sitzungen des Gemeinderaths einzuladen. Ferner besteht die Bestimmung noch zu Recht, wonach die Voranschläge derjenigen Gemeinden, in denen dem Großh. Fiscus ein Grundsteuer- kapital von mindestens 500 Gulden zur Last steht und eine Vertretung auf Grund des Gesetzes vom 3. Mai 1858 im Gemeinderalh nicht stattfindet, bei Beginn der zweiten Offenlegung der betr. Großh. Oberförsterei mitzutheilen sind. 2) Nach § 20 der Verordnung vom 11. Juli 1888, betr. die Unfall- und Krankenversicherung der in land- und sorstwirthschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen, sind die Beiträge zur land- und sorstwirthschastlichen Unsallversicherung aus Grund der von den Großh. Steuercommissariaten aufzustellenden Hebregister von den Pflichtigen durch die Gemeinde - Einnehmer l einzuziehen und binnen vier Wochen nach Empfang des Re- ' gisters in ganzer Summe an den Genossenschaftsvorstand einzusenden. Für die Erhebung der Beiträge hat der Gemeinde-Einnehmer eine Hebgebühr von drei Procent der ein- gezogenen Beiträge zu beziehen, welche bei Einsendung der Beiträge an den Genossenschaftsvorstand in Abzug zu bringen ist. Mit Rücksicht auf die kurze Ablieferungsfrist wird es nicht zu umgehen sein, daß die Gemeindekasse die Beiträge theilweise vorlegt. Es wird dies umsoweniger einem Anstande unterliegen, als die von der Gemeinde vorschußweise eingesendeten Beiträge, bei welchen sie den wirklichen Ausfall oder die fruchtlos erfolgte Zwangsvollstreckung nachweist, ihr f nachträglich zurückerstattet werden. Wir bestimmen hinsichtlich der Verrechnung [ dieser Beiträge vorläufig, daß dieselben unter Rubr. 5 9 „Beiträge zur land- und sorstwirth- R schädlichen Unfallversicherung" in Einnahme und unter 101a „Für die land- und sorstwirthschaft- Iliche Unsallversicherung" in Ausgabe vorzusehen »und nach Analogie der allg. evang. Kirchensteuer ßzu behandeln sind. Was die Höhe der Beiträge anlangt, Vierteljähriger >ödttuemewt»rttlM 2 Mart 20 Psg. mfi Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Nedaction, Expedttt« und Druckerei: Kchnlstratze Ar.S« Fernsprecher 61. Bekanntmachung. Zu Rohrbach, Kreis Büdingen, ist bei einem Stück Rindvieh die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Gießen, am 30. August 1890. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Jost, Regierungsrath. . - der «Ä P°- f* ÜÄ«. W^tto,la8e33._ ilSÄsBB 'SÄ'M*JU * > LTcMiSÜL- i D(r01lÄ/f, ^orbmWL- «LZL i & 'Ä eat9^/™-rf6(trn 8g M uni 1 aWL Corridor, sofort m ___Ludwigstraße 14, Heichelhetm'schen «st di- ümX )dODtT. NöhneS bei weFWöhüüngen £ Simmern mit Zubehör, nebst Gatten, BleichMhen rc., am ; btt frei. Näheres Frankfutterstraße 49. Eine Mmsarden-Wohmuig, vier i ' mit Zubehör und Wasserleitung, itetben._____________Astenveg 6. In meinem Hause, Mceftraße ist der 3. Stock, 6 Zimmer, Küche merleitung und Zubehör, sofort itetben-1 Frau Professor DMs Wwe. L^gis im 2. Stock, bestehend au? mem mit Zubehör, per fofort rieM__ Schillerstraste 9. 'gint'fi. Äunfl )u Dermiete M. Haart, .Nrch.'nM 8. den Wubauttn am Oswalds frb zwei Wohnungen oon it imem >u vermiethen. § bei AMtci ÄoÄttM G. Wr Ototo Locales rinv prwinjiene». Gießen, 2. September. — Provinzialdirector Freiherr von Gagern ist von seiner Urlaubsreise hierher zurückgekehrt. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 4. September 1890, Nachmittags 4 Uhr : 1) Mittheilungen. 2) Die Parzellenvermessung. 3) Gesuch des Johs. Schmidt IV. um Ertheilung der Concession zum Wirthschaftsbetrieb. 4) Desgleichen des Peter Jmmel. 5) Desgleichen des Ferdinand Hattenhauer. 6) Gesuch des F. Schott um Erlaubniß zum Verlaus von Branntwein über die Straße. 7) Die Uebersicht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben der Vorschule des Gymnasiums für 1889/90. 8) Erkrankung der Elisabethe Riedel aus Frankenberg. 9) Gesuch des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege um Ueberlassung des Rathhaussaales. 10) Gesuch des Heizers Adolf Moog um Austausch von Gelände. 11) Räumung des Klingelbaches. 12) Baugesuch des Ludwig Kohler- martn; hier Festsetzung der Baufluchtlinie. 13) Die Festsetzung der Baufluchtlinie in der Sandgasse. 14) Verbesserung des Haupteinganges zum Bürgermeistereigebäude. 15) Die Anlagen'vor dem Friedhof. 16) Die Anbringung Paris, 1. September. Die Blätter veröffentlichen einen BriefFreycinets, worin der Minister aus die betreffende Anfrage des Deputirten Bastissol erklärt, die Aushebung oder Verringerung der Garnisonen der kleineren Forts in den Ostpyrenäen werde durch die Nothwendigkeit veranlaßt, die Streitkräfte an der exponirteren Grenze zu vermehren, und durch die Möglichkeit, die Truppen dort besser ausbilden zu können. Plymouth, 1. September. Der Hamburger Dampser „California" kehrte heute hierher zurück. Das Schiff hat am 25. August, Abends 6 Uhr, während eines nur mäßigen Windes, als es sich bereits auf dem 50. Breitegrade und 26. Längengrade befand, drei Schraubenblätter verloren. Rom, 1. September. General Baldiss era, Chef- commandant in Afrika, und Major Pedrozzi begeben sich zu den großen Manövern nach Schlesien. Madrid, 1. September. In den von der Cholera inficirten Provinzen sind gestern 43 Erkrankungen und 20 Todesfälle vorgekommen. Lissabon, 1. September. Im Fieberzustande des K ö n i g s ist noch keine Aenderung eingetroffen, wohl aber hat sich das Allgemeinbefinden des Kranken gebessert. Die Krankheit des Königs wird als ein typhöses Fieber bezeichnet. Es liegen jedoch keinerlei beunruhigende Symptome vor. Liverpool, 1. September. Der Congreß der Trade- Union wurde heute eröffnet. 460 Delegirte, welche li/2 Millionen Mitglieder vertreten, darunter viele von Frauen entsandte Delegirte, nahmen daran Theil. Petersburg, 1. September. Die auswärts verbreiteten Gerüchte von einer Verstimmung zwischen den Kaisern Wilhelm und Alexander während der letzten Manövertage in Narwa werden von maßgebender Seite als vollständig aus der Lust gegriffen bezeichnet. Nach Mittheilung von Betheiligten liegt nicht der leiseste Anhalt zu derartigen Muth- maßungen vor. Aschkabad, 1. September. Wie verlautet, hätte der Landescommandirende Kuropatkin mehreren in Aschkabad wohnhaften Juden den Befehl ertheilr, ihre Geschäfte abzuwickeln und binnen einem Monat Transkaspien zu verlassen. Rischnij - Nowgorod, 1. September. Der Finanzminister erwiderte auf die Ansprache der Aeltesten der Kaufmannschaft, als neuer Beweis der Fürsorge des Kaisers für die Entwickelung des Handels und der Industrie könne die Erhöhung des Zolles aus ausländische Maaren dienen, ausgenommen solche, die nicht im Lande producirt würden. Die bisherigen Schutzzölle hätten mit dem steigenden Wechsel- cours ihre Bedeutung verloren. Die Erhöhung gelte bis zum 1. Juli 1891, bis wohin die allgemeine Revision des Zolltarifs hoffentlich beendet sei. Der revidirte Tarif werde bald dem Reichsrathe zugehen. Er hoffe, die Vertreter der Kaufmannschaft anläßlich der Generalrevision des Zolltarifs im Ministerium zu sehen. Sofia, 1. September. Anläßlich des Jahrestages der Thronbesteigung des Sultans übermittelte Fürst Ferdinand dem Sultan telegraphisch seine Glückwünsche. Stambulow bat in einer Depesche den Großvezier, dem Sultan die Glückwünsche der bulgarischen Regierung zu unterbreiten. Swansea, 1. September. Ein großes Meeting von Bergleuten beschloß heute eine Resolution zu Gunsten des achtstündigen Arbeitstages. Unter den Rednern waren Sir Charles Dilke und der Deputirte Francis Evans. Kairo, 1. September. Nach einer Meldung aus El Tor in Arabien sind dort 48 Cholerafälle, darunter 18 tödt- lich verlaufene, vorgekommen. In Mekka wurde seit Dienstag kein neuer Fall festgestellt. Die Epidemie ist dort als erloschen anzusehen. Rhein-Neberschwemmungen. St. Margrethen, 30. August. Nachdem es am letzten Sonntag und Montag unaufhörlich unter erheblichen Gewittern geregnet hatte, trat Montag Abend kühle Witterung ein und die Berge wurden mit Schnee bedeckt, so daß die Gefahr einer Rheinüberschwemmung beseitigt schien. Doch leider stellte sich am Donnerstag Abend schon wieder heftiges Regenwetter ein, welches jetzt noch andauert und den Rhein derart anschwellen ließ, daß man bereits gestern in den Abendstunden große Besorgnisse hegte und alle möglichen Vorkehrungen traf, um sich in der Nacht nicht unvorbereitet finden zu lassen. Leider waren diese Besorgnisse nur zu begründet, denn bereits Nachts gegen 1 Uhr läuteten die Sturmglocken des benachbarten österreichischen Dorfes Höchst, wo ein Dammbruch zu befürchten war, der denn auch gegen 3 Uhr Morgens ca. 13 Meter breit eintrat und durch welchen der wild gewordene Strom seine trüben Fluthen in die blühende Ortschaft und deren Gärten und Felder wälzte. Das halbe Dors war bis gegen Morgen 9 Uhr unter Wasser, bis die emsig arbeitenden Wasserwehren von Höchst und St. Margarethen nothdürftige Ableitungen geschaffen hatten. Das Unglück ist weit größer als 1888, jedoch noch keineswegs zu übersehen und leider noch nicht zu Ende, denn eben, Mittags 12 Uhr, verkünden die Sturmglocken vom benachbarten Dorse Lustenau (Voralberg) einen weiteren Dammbruch. Derselbe soll ca. 300 Meter breit sein und mächtige Fluthen drängen sich durch denselben, das ganze liebliche Rheinthal auf österreichischer Seite unter Wasser setzend. Die blühenden Ortschaften: Brugg, Lustenau, Birkenfeld, Haard, Fußach, Hohenems, Koblach, Büren rc. stehen unter Wasser. Häuser sind eingestürzt oder dem Einsturz nahe, Brücken und Bahndämme zerstört, so daß der Verkehr auf der Bahnlinie Bregenz—St. Margrethen heute Vormittag eingestellt werden mußte. Seit heute Mittag 2 Uhr fällt der Rhein, doch hat der Regen noch nicht aufgehört. Ein neuer Rheinausbruch bei Altach wird soeben gemeldet. Auch von Schweizer Seite laufen Nachrichten von größeren Ueberschwemmungen durch Rheinstauwasser ein, wodurch theilweise der Postverkehr gehemmt ist. Besonders stark sollen die Strecken Ragatz- Sargans, Sennwald-Rüti u. A. betroffen sein- der Bahnhof Rüti ist kaum noch zugänglich. — Nachmittags 4^2 Uhr: Soeben steigt dichter Rauch aus einem der Nebengebäude der der Firma Giese von Bregenz gehörigen zur Gemeinde Fußach zählenden Baumwollspinnerei auf, zu der Niemand gelangen kann, da selbige tief im Wasser steht und die starke Strömung keine Verbindung zuläßt. — Abends 9 Uhr: Die gesammte Spinnerei mit Nebengebäuden steht in Flammen. Arbeiter und Bewohner sind bereits heute Vormittag vor dem andringenden Wasser geflüchtet. — 31. August. Seit heute Vormittag regnet es wieder unaushörlich und befindet sich jetzt (5 Uhr) der Rhein bereits im Steigen, so daß abermals neue Durchbrüche zu befürchten sind. Trotz des strömenden Regens waren heute zahllose Fremde hier, um das Ueber- schwemmungsgebiet in Augenschein zu nehmen. Aus Zürich, 1. September, wird der „Franks. Ztg." telegraphirt: In der Nacht auf Samstag begannen die regen' überfüllten Gewässer Graubündens ihre Verwüstungen. Pfäffers ist durch Erdrutsche vom Verkehr abgeschnitten, die Straße nach Nagatz mehrfach unterbrochen- von der Landquart bis nach Chur sind zunehmende Verheerungen zu melden. Vom Calanda, dem östlichen Bergstock der Glarner Alpen, sind Rusenen niedergegangen- bei Zizers ist Alles vom Schlamm überschüttet. Die Tardisbrücke bei dem Orte Landquart stürzte ein sammt zwei darauf befindlichen Personen, einer Mutter und ihrem Sohne. In Chur selbst ist das „Hotel Steinbock" wegen der nahe vorbeidonnernden Plesfur gefährdet. Die Wehre hielten jedoch noch, aber im benachbarten Schamfigg vernichtete die Plesfur eine mit großen Kosten aufgesührte Straße für längere Zeit, so daß die Poststraße von Arosa und über Fluela unbenutzbar sein wird. Der Cburer Stadtgarten ist theilweise weggeschwemmt. Schwere,Schädigungen werden auch aus dem nahen Bad Passug berichtet. Erdrutsche in der Umgebung des Ortes zerdrückten einige Häuser. Bei Zizers kam ebenfalls ein Brückeneinsturz vor, der zwei Personen das Leben kostete. In Domleschg, zwischen Reichenau und Thusis, wurde eine Brücke sortgeschwemmt, ebenso in Disentis. Zum Glück hat sich die Rheincorrection solid gehalten. Tiefer im Canton ist bis jetzt bekannt ein Unterbruch der Schyastraße an 17 Stellen, eine theilweise Zerstörung der Via Mala und der Oberländerstraße nach Engadin. Aus Lustenau wird der Tod durch Ertrinken von 8 Personen gemeldet. Sasall bei Chur ist von Rusenen bedroht. Alle Gewässer bringen Bäume und Häusersragmente mit. Aus Engadin, Bergell rc. erwartet man ebenso unheilvolle Berichte. Die Schädigungen sind schon jetzt nach Millionen zu beziffern. Außerdem ist zahlreiches Vieh in den Alpen eingeschneit. Viel schlimmer steht's noch im Rheinthal. Der Dammbruch ist an der gleichen Stelle wie 1888 bei dem österreichischen Ort Büren erfolgt und 300 Meter breit- die Bahnlinie St. Margrethen-Lindau ist zerstört. Drei weitere Einbruchstellen haben weite Gefilde in seeähnlichen Zustand versetzt, mit den Dörfern als Inseln darinnen. Im schweizerischen Rheinthal steht Montlingen mehrere Fuß tief im Wasser - bei Rebstein, Heerbrugg und St. Margrethen ist sämmtliches Kulturland eine Wasserwüste. Heber Menschenverluste dort liegt noch keine Nachricht vor. Der Depeschenverkehr ist allerorts gestört. Auf schweizer Gebiet ist kein Dammbruch eingetreten, nur Stauwafferschädigungen sind zu verzeichnen. Rheinabwärts steht Rorschach großenteils im Wasser- Arbon ist theilweise überschwemmt- in Höre drohen mehrere Häuser mit Einsturz. In Romanshorn wächst die Gefahr. Schon steht fußtiefes Wasser in den Kellern. Ueberall hatte man gehofft, es werde heute ein Rückgang erfolgen, doch begannen die Güsse Nachmittags von Neuem. Im Thurgau steht Frauenfeld unter Waffer. Die Thur macht die Straße unpassirbar. Der Walensee ist in zwei Tagen zwei Meter gestiegen, über den höchsten Stand von 1876- ähnlich auch der Zürichersee, an dessen Ausfluß die Limmat bei Wipkingen auszutreten ansängt. Aus Bern wird bedrohliches Anschwellen der Aare, die auch einen Menschen weggespült hat, gemeldet, doch hat man aus dem dortigen Oberland bislang keine Berichte, man hofft, der eingetretene ^Schneefall vermindere die Gefahr. In Glarus liegt bis in die Thalsohle hinab Schnee- dort sind deshalb Rutschungen zu erwarten. Constanz, 1. September. Der heutige Pegelstand zeigt 5,65 Mtr. Damit ist der zweithöchste Mass er st and dieses Jahrhunderts erreicht. Bern, 1. September. Die Rheinbrücken bei Dießenhofen, Stein und Constanz sind wegen des Hochwassers für Dampfschiffe nicht mehr passirbar, daher sind die Dampfschifffahrten zwischen Dießenhofen und Constanz eingestellt. -e- Lich, 1. September. Der hiesige Vorschuß-Verein (eingetragene Genossenschaft) hat sich aufgelöst und die Mitglieder desselben haben eine Actien-Gesellschaft gegründet, welche die Firma „Licher Spar- und Credit-Actien-Gesellschaft" führt und in Lich ihren Sitz hat. Die Gesellschaft hat alle eines Reserve-Einfallschachts in der Alicestraße. 17) Her- tellung einer Einfriedigung an der Westanlage. 18) Decretur von Kostenrechnungen. 19) Deutscher Verein für öffentliche Gesundheitspflege. 20) Die Rechnung der Armenkasse sür das Jahr 1889/90. — Die zwanzigjährige Erinnerungsfeier an die Schlacht bei Sedan wurde, gestern Abend in einer der Bedeutung des Tages würdigen Weise eingeleitet. Nachdem auf Textors Hardt ein mächtiges, weit über das Lahnthal hin sichtbares Freudenseuer abgebrannt war, ordnete sich an der Lahnbrücke ein imposanter Lampionzug. Der Zug, in welchem fast sämmt- liche Vereine Gießens vertreten waren und der wohl an 1200 Lampions zählte, bewegte sich unter Mitwirkung zweier Musikcapellen durch die Neustadt, Bahnhofi und Liebigstraße, Seltersweg, Mäusburg, Markt und Wallthorstraßc nach dem ' Cafe Leib. Der geräumige Saal vermochte die Theilnehmer nicht alle zu fassen, es mußten daher viele auf die Theil- nahme an dem nun folgenden Banket verzichten. Nach Absingen des Liedes „Ich hab mich ergeben" ergriff Herr Post- secretär Mayer, der Vorsitzende des Krieger-Vereins, das Wort, um zunächst den Anwesenden den Dank für ihr zahlreiches Erscheinen auszusprechen, sodann aber in markigen Worten die Bedeutung des Sedantages für unser deutsches Vaterland darzulegen. Herr Mayer schloß seine Ansprache mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, in welches die Versammlung dreimal begeistert einstimmte und stehend das „Heil Dir im Siegerkranz" sang. Hierauf theilte Herr Post- secretär Mayer mit, daß, die Zustimmung der Festversammlung vorausgesetzt, ein Telegramm an Se. Kgl. Hoheit den Großherzog abgesandt werden solle. Dasselbe lautete: „Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog, dem ruhmreichen Führer seiner Hessen im glorreichen Kriege 1870/71, bringen die zur Sedanfeier versammelten Vereine Gießens ein dreifach donnerndes Hurrah! Mayer, Präsident. Gnauth, Oberbürgermeister." Mit rauschendem Beifall wurde dem Telegramm zugestimmt und das Hoch auf Se. Königl. Hoheit den Großherzog jubelnd ausgenommen. Von überaus erhebender Wirkung war die mit den besten Citaten unserer deutschen Dichterheroen durchzogene Rede des Herrn Stadtverordneten Schm all, der den andächtigen Festtheilnehmern ein Bild unseres deutschen Vaterlandes von der Zeit seiner tiefsten Erniedrigung und Zerrissenheit bis zur schwer erkämpften Wiederausrichtung des Deutschen Reiches gab. Brausend erklang durch den Saal das vom Redner auf das deutsche Vaterland ausgebrachte Hoch. Herr Stadtverordneter Löb er brachte ein Hoch auf den Vorsitzenden des Krieger-Vereins, Herrn Post- secretär Mayer, aus, den eine gütige Vorsehung dem Verein noch lange erhalten möge. Herr Böck brachte ein weiteres Hoch auf das deutsche Vaterland aus, indem er der Zuversicht Ausdruck gab, daß die Jüngeren in gleichem Maße, wie die Aelteren dies gethan, eintreten würden für die Ehre und Freiheit des Vaterlandes. Das dritte, von Herrn Bender auf das deutsche Vaterland ausgebrachte Hoch schloß sich an die Auffordernng zum Festhalten an unseren höchsten Gütern, an deutscher Sitte und deutscher Frömmigkeit. Herr Verwalter Keller erklärte, indem er aus die Erziehung der Jugend zur Vaterlandsliebe, als unserer besonderen Pflicht, hinwies, nicht umhin zu können, dem deutschen Vaterland ebensalls ein Hoch auszubringen. Herr Flimm forderte die Anwesenden auf, zum Zeichen, daß auch Diejenigen nicht vergessen werden, die die wieder errungene deutsche Einheit mit ihrem Herzblut besiegelt, sich zu erheben und den Todten einen stillen Trunk zu weihen. Die ganze Feier nahm einen, von warmer Vaterlandsliebe der Theilnehmer zeugenden Verlauf, sie bildete eine weihevolle Einleitung zur heutigen, hoffentlich zu Aller Zufriedenheit verlaufenden officiellen Sedanfeier. — Der Verein deutscher forstlicher Versuchsanstalten hielt seine diesjährige Jahresversammlung vom 30. August bis 1. September hier in Gießen ab. Als Vertreter zu derselben waren von Preußen Herr Oberforstmeister Dr. Danckelmann und Herr Professor Dr. Schwappach, von Bayern Herr Proseffor Dr. von Baur mit den Assistenten Privatdocent Dr. Freiherr von Tubeuf, Privatdocent Dr. Käst und Dr. Behringer, von Württemberg Herr Professor Dr. Lorey, von Baden Professor Forstrath Schuberg, von Elsaß-Lothringen Herr Forstmeister Carl, von Hessen die Herrn Professoren Dr. R. Heß und Dr. Wimmenauer mit dem Assistenten Forstassessor Hämmerle, von Braunschweig Herr Kammerrath Horn und von der Schweiz Herr Professor Dr. Bühler entsendet worden. — Die Versammlung begann ihre Thätigkeit am Samstag Morgen mit einer Sitzung in dem im Forstgarten befindlichen Hörsaal unter dem Vorsitz des Herrn Oberforstmeisters Dr. Danckelmann, nach deren Beendigung ein von der Großherzoglich Hessischen Stcatsregierung den Gästen gegebenes Frühstück in der festlich geschmückten Halle des Forstgartens eingenommen wurde. Am Nachmittage wurden die in der Nähe des Forstgartens gelegenen Probeflächen sowie dieser selbst einer eingehenden Besichtigung unterzogen und hier allgemein von den sachkundigen Beschauern die große Sorgfalt und Umsicht, mit der er geleitet wird, anerkennend bemerkt. Am Sonntag Morgen wurden die Sammlungen des akademischen Forstinstuts in Augenschein genommen, welche durch ihre Reichhaltigkeit namentlich aus den Gebieten des Waldbaus und Forstschutzes und durch ihre Schönheit und musterhafte Ordnung das Interesse der Herrn Professoren in hohem Maße fesselten. Nachdem am Montag Morgen die Verhandlungen im Universitätsgebäude zum Abschluß gebracht worden waren, begaben sich die Vertreter sehr befriedigt von dem Gebotenen und Gesehenen in den Vogelsberg zur Besichtigung der dort gelegenen Probeflächen. Se» * 10 bis Ä*. Offerten Ju "*"8 »on tebirN tags 12 he» ** 18 <**?« -—««< ?■ S Mr Ne« Seiger s ®r, IHtjk,. "4 Mtr § l» bm,u * SÄ! zegebe" ® mjt G-m U . D°- Nchs-B-r-'N des W» _ W-n" betrieb«» stl'den W-' j#t g Publik » Mibe»- SÄ'-'SS c ^fickseier einer rM i L> «■«; Friedberg, 3L ms-re- Stabt M h° W 31. Augtlst 185V » 24 Sogen bestehenden Vi stein mit entsprechen s a Weningr, 31. i Fest in würdiger Weise die Kriegervtt->ne von V eingefunben. 4 Gedern, 31. Ai Hannes Lambmann Stand der Ehe. Sein wollte diese Familiensev Brautpaar aus der eines Revolvers einen < bekam, denn der jung linken Hand vollständig Schotten, 27. Augu tage unseres geliebte Grobherzogs Ludwig 1 Mehrzahl der Lehrer dem Hoherodskopf zur Himmel des 25, Augi das nebelige Wetter a Gebirgstour, gar zu ( Herr Kreisschulinspectc schastlichen Mahles e welche durch fernerer kreisen derartig anwu des aus dem Hoherods. berger Höhenclubs, bit mochte, begrüben. $ Verlauf. Lauterbach, 2. Se tönte das prächtige G St-dtkirchi, jur Boch d-Mrdigm Schlach laute loderten mächtige sUchv-, das Frendens Wt Zag von Fach, ran dorten ans der ( 7° 6ti der begönne »Mden aus eir bta”»‘. Bei einem E..l H... er. weilt. Winheim. 7272 Kliniken. 7292 Gnauth. 7296 Der Vorstand. 7193 [6891 7297 | 3253 Südanlage 15 I. 422] Nach einer die Landes- Grabdenkmäler, Engel, Gr. Gerichtsvollzieher. Einfassungen, Gedenktafeln aus deutschen, schwedischen und norwegischen Graniten und Syeniten in jeder gewünschten Ausführung liefern die Granit- und Syenitwerke Bensheim Karl Oftsrtag, Bensheim (in Hessen). Wir ladenzumBesucheunseres reichhaltigen Lagers höflichst ein. Auf Wunsch übernehmen wir gern die Ausstellung der bei uns gekaust.Denkmäler. Grasversteigerung. Montag den 8 September d. I., Vormittags 8 Uhr anfangend, soll das Grummetgras von den dem Marienstift Lich zustehenden etwa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Nieder- und Ober-Bes- singen versteigert werden. Der Anfang ist hinter dem Kirchhof an der Straße nach Grünberg. Lich, 1. September 1890. Donnerstag den 4. d. Mts. Nachmittags 2 Uhr, in der früher Bramm'schen Hofraithe dahier sollen durch den Unterzeichneten öffentlich gegen Baarzahlung versteigert werden: 2 Schweine, 11 Gänse, 1 Handwagen, eine Parthie eichene und kieferne Bohlen, eine Parthie Wirthstische, 1 Pianino, 1 Sopha, 1 Schreibtisch, eineParthieRegulateur- undSchwarz- wälder Uhren, 2 Kleid^rschränke rc. endlich 1 photogr. Apparat — Camera obscura. Versteigerung betr. des photogr. Apparats bestimmt; betr. des Uebrigen voraussichtlich theilweise. Gießen, den 1. September 1890. Obstverstcigerung. Die diesjährige «Obsternte, bestehend in Aepseln und Birnen, soll Freitag den S. September und zwar Vormittag- 9 Uhr beginnend von den Bäumen am Krosdorfer Weg und Wiesecker Weg (Zusammenkunft an der Lahnbrücke) und Nachmittags 3 Uhr beginnend von den Bäumen am Steinbacherweg, Lutherberg, Anneröderweg undLerchen- wäldchen (Zusammenkunft am Schützenhof) meistbietend versteigert werden. Gießen, 2. September 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen. — Lebensmittel-Preise Ende Zuli 1890. Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für statistik kosteten: Amtliche Prüfung der Lichtstärke des Leuchtgases. Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gasverbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Paraffinkerzen. Monat August 1890: 14 Kerzen. Buchner. Die neuesten und schönsten Muster in grosser Auswahl ZU äusserst billigen Preisen. Reste von 5—20 Rollen gebe ich unter Fabrikpreisen ab Veilchen - Seife, Rosen-Seife in vorzüglicher Qualität empf. ä Packet (3 Stück) 40 4 (5428 H. Tichy (Gg. Petri Wwe. Nachf.) Temperatur der Latz« und der Lust am 2. September, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 11, Lust 14*/a Gr. Rübs amen. Heinrich Hochstätter Schlossgasse 19. Activen und Passiven des ehemaligen Vorschuß-Vereins übernommen und betreibt das Geschäft desselben unter der neuen Bezeichnung weiter. Es sind 118 Actien ä 200 Mk. ausgegeben worden,- dieselben lauten aus den Namen der Actionäre und sind nur mit Genehmigung des Vorstandes der Gesellschaft übertragbar. Das Gesellschaftsvermögen (einschließlich des vom Vorschuß-Verein übernommenen Reservefonds) beträgt 41 671 Mk. — Wenn die Geschäfte der Gesellschaft in der soliden Weise betrieben werden, wie dies bei dem ehemaligen Vorschuß-Verein seither geschehen, dann wird ihr das nöthige Vertrauen des Publikums nicht vorenthalten und das Emporblühen nicht ausbleiben. Wir wünschen ihr viel Glück! L. Alsfeld, 1. September. Die zwanzigste Wiederkehr des Gedenktages von Sedan wurde gestern hierunter zahlreicher Betheiligung der Vereine und aller Schichten der Bevölkerung festlich begangen. Mit dieser Feier zugleich war die Jubelfeier einer Fahne verbunden, welche vor 50 Jahren dem hiesigen Veteranenverein Seitens der Frauen gestiftet und von den zwei überlebenden Veteranen vor 17 Jahren dem hiesigen Kriegerverein übergeben wurde. Friedberg, 31. August. Ein bedeutendes Bauwerk unserer Stadt feiert heute sein 40jähriges Jubiläum. Am 31. August 1850 nämlich wurde an dem großen, aus 24 Bogen bestehenden Viaduct über das Rosenthal der Schlußstein mit entsprechenden Feierlichkeiten eingesetzt. A Wenings, 31. August. Heute wurde das Sedan- Fest in würdiger Weise gefeiert. Es hatten sich hierzu auch die Kriegervereine von Gedern, Hirzenhain, Kefenrod u. s. w. eingesunden. ■t Gedern, 31. August. Der hiesige Ortsbürger Johannes Lambmann trat heute zum zweiten Mal in den Stand der Ehe. Sein 14jähriger Sohn aus erster Ehe wollte diese Familienfeier verherrlichen und gab, als das Brautpaar aus der Kirche nach Hause gekommen war, mittelst eines Revolvers einen Freudenschuß ab, der ihm aber übel bekam, denn der junge Mann schoß sich den Daumen der linken Hand vollständig ab. Schotten, 27. August. Vorgestern, als an dem Namenstage unseres geliebten Landesherrn, Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs Ludwig IV. versammelte sich die überwiegende Mehrzahl der Lehrer des Kreises Schotten mit Damen auf dem Hoherodskops zur fröhlichen Festfeier. Machte auch der Himmel des 25. August Anfangs ein trübes Gesicht, war das nebelige Wetter am Morgen wenig einladend zu einer Gebirgstour, gar zu einer Tour mit Damen, so konnte doch Herr Kreisschulinspector Karg kurz vor Beginn des gemeinschaftlichen Mahles eine sehr zahlreiche Festversammlung, welche durch ferneren Zuzug aus Lehrer- und Nichtlehrerkreisen derartig anwuchs, daß der ziemlich geräumige Saal des auf dem Hoherodskops befindlichen Clubhauses des Vogelsberger Höhenclubs, die Theilnehmer nicht alle zu fassen vermochte, begrüßen. Das Fest nahm einen sehr animirten Verlauf. Lauterbach, 2. September. Gestern Abend 7 Uhr ertönte das prächtige Geläute der Glocken unserer hiesigen Stadtkirche, zur Vorfeier des 20jährigen Gedenktages der denkwürdigen Schlacht bei Sedan. Kurz nach dem Geläute loderten mächtige Flammen am Vaitsberg zum Himmel empor, das Freudenfeuer war angezündet worden. Ein langer Zug von Fackel- und Lampionsträgern bewegte sich von dorten aus der Stadt entgegen, hübsch nahm sich derselbe bei der begonnenen Dunkelheit aus. Am Viehmarktplatze wurden auf einem mächtigen Haufen die Fackeln verbrannt. Bei einem guten Glas Bier in Stumpfs Garten Sanitätsverein. Verehrlichen Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß durch Beschluß der Generalversammlung vom 23. August d. I. Herr Dr. Schliephake, Seltersweg 64, II. Stock, als Vereinsarzt angenommen wurde. — Sprechstunden desselben sind an den Wochentagen Morgens von 8—9 Uhr und Mittags von 1—2 Uhr, Sonntags nur Morgens von 8-91/2 Uhr. — Die Thätigkeit des Herrn Dr. Schliephake für den „Sanitätsverein" beginnt mit dem 1. October d. I. Uebertritt von einem zu dem anderen Arzt kann nur vor dem ersten eines jeden Monats unter Angabe der Nummer des Quittungsbuches und Angabe der Wohnung stattfinden und ist dieser Uebertritt dem Vorsitzenden Herrn I. Bräutigam, Ederstraße 8, schriftlich oder mündlich anzuzeigen. Anmeldungen zum „Sanitätsverein" nehmen I. Bräutigam, Eder- straße 8, Max Sepp, Wettergaffe, A. Vock, Liebigstraße, sowie sämmt- liche übrigen Vorstandsmitglieder entgegen. Vereinsärzte: Dr. Haupt, Dr. Markwald, Dr. Schliephake. Ost-lndischeTheehandlung Georg F. Abich Wiesbaden direct Import., ausgezeichnete frische und sehr preiswerthe Thees in Paketen von Vi, Va, xk Pfund zu 2 50, 3.—, 3.20 und 4.— per Pfd. bestens empfohlen. Niederlage in Gießen bei F. Lachmann, verintfthte». * Kirchhain (Kr. Marburg), 29. August. Bei den hiesigen Truppentheilen ist eine Feldbäckerei und Schlächterei eingerichtet worden. Die Bäckerei arbeitet mit fünf Oesen. Das Vieh, welches in der Feldschlächterei verwandt wird, wird von Berlin bezogen. *= Frankfurt a. M., 1. September. Eine gefährliche Ballonfahrt sollte die letzte sein, welche in diesem Jahre von unserem Zoologischen Garten aus gestern Nachmittag unternommen wurde. Der bekannte Aeronaut Lattemann stieg um 6 Uhr mit seinem Ballon, begleitet von dem Beamten des Gartens, Herrn Dillenius, in die Höhe und konnte sich bald nach dem Ausstieg jenseits des Mains mit seinem Fallschirm niederlassen. Während Herr Lattemann glücklich landete und kurz nach 1/27 Uhr wieder im Zoologischen Garten eintraf, erhob sich der Luftballon mit Herrn Dillenius bis zu einer Höhe von mehr als 3000 Meter. Schon war der Ballon, der sich in der Nähe von Isenburg befand, bis auf etwa 2000 Meter gefallen, als er von einem fürchterlichen Wirbelwind erfaßt und dermaßen im rasenden Wirbel gedreht wurde, daß Dillenius seine Kraft aufs Höchste an- spannen mußte, um nicht aus der furchtbar hin und her pendelnden Gondel geschleudert zu werden. Gefährlich wurde die Situation namentlich noch dadurch, daß der Wind den Ballon herab- und so zusammendrückte, daß sich das Ventil öffnete und das Gas massenweise ausströmte. Ein Versuch, sich durch Auswerfen von Sand so hoch zu erheben, daß der Wirbelwind den Ballon nicht mehr erreichte, war erfolglos. Statt in die Höhe ging der Ballon mit gräßlicher Geschwindigkeit in die Tiefe. Auf einer Lichtung hinter Isenburg suchte Herr Dillenius Anker zu werfen, umsonst,' der Wind trieb das Fahrzeug mit rasender Schnelligkeit fort, dem Walde zu. An einer der hohen Tannen blieb ein Seil des Ankers hängen und nun schwebte der Ballon mehr als eine Stunde über den Bäumen, gepeitscht vom Sturm, ein Landen für den Insassen geradezu unmöglich machend. Ein zwölfjähriger Knabe befreite Herrn Dillenius endlich aus der schrecklichen Situation, indem er die mehr als 20 Meter hohe Tanne erklommen und das Seil losmachte. Dem Knaben hat es wurde die Vorfeier gemüthlich beendigt, möge auch ebenso I schön das heutige Hauptfest verlaufen. ' Bekanntmachung. Der Vorschuß-Verein (E. G.) hat in seiner Generalversammlung vom 21. Juli v. Js. die Auflösung des Vereins beschlossen und tritt nunmehr in Liquidation. Zu Liquidatoren sind die seitherigen Vorstandsmitglieder: 1) Karl Vogt 4r., Vorsitzender, 2) Heinrich Schäfer, Controleur, 3) Johann Konrad Kämmerer, Rechner, sämmtlich zu Lich, bestellt worden. Die Gläubiger der Genoffenschaft werden aufgefordert, sich bei dem genannten Vorstande zu melden. Eintrag in das Genoffenschaftsregister ist erfolgt. Lich, 28. August 1890. Großherzogliches Amtsgericht Lich. Langermann. 7273 Grummetgras- versteigerung. Das diesjährige Grummetgras von den Wiesen der Gemeinde Wieseck soll nächsten SamStag den 8. September d. I. versteigert werden. Der Anfang zu den Wiesen bei Wieseck ist des Vormittags um 10 Uhr im Dorfeld'schen Garten und zu den Wiesen bei der Badenburg des Nachmittags um 5 Uhr auf der Badenburg. Wieseck, am 1. September 1890. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. 7276 Sommerlad. der Lustschiffer zu danken, daß er diesmal ohne Unfall abgekommen ist. Nach Loslösung des Seiles vom Baume trieb der Sturm das Luftschiff schnell weiter. Schließlich blieb indeß die Gondel zwischen den Bäumen hängen und Herr Dillenius hatte das Vergnügen, sich an einer 20 Meter hohen Tanne herabzulaffen, um weiterer Gefahr zu entgehen. Der Ballon, der recht übel zugerichtet wurde, konnte erst erreicht werden, nachdem vier dieser stattlichen Bäume gefällt waren. An die Fahrt, die in mancher Beziehung an die grauenhafte Fahrt des Aeronauten Wolf erinnert, wird Herr Dillenius wohl länger denken. Gießen, 1. September. Aus den Schlußsatz des gestrigen Eingesandt unter H. bemerken wir, daß der evang. Kirchengesangverein schon aus dem Grunde am Sonntag nicht singen konnte, weil er zur Zeit ohne Dirigenten ist, Herr Dr. Haym weilt seit 14 Tagen nicht mehr in Gießen, Herr Hohmann trifft erst in 14 Tagen ein; außerdem aber ist eine große Zahl Mitglieder, Damen wie Herren, verreist. Auch die Chorschule konnte füglich nicht singen, da ihr Dirigent ebenfalls in den Ferien ordnet, sich „ ),n Mtbarts 1 ^ren unh <' *atnmt= ' eiI*mte und stehend das ..Hierauf theilte HerrM- )UsNmmung der Fchvechim- >mm an S, Kgl. Hohm Öen oöe. Dasselbe lautete: „Sr. 'm ruhmreichen Führer seiner 0 <1, bringen die zur Sedan- Ben$ ein dreifach donnerndes snauth, Oberbürgermeister." e dem Telegramm zugesümmt \V Hoheit den Großherzog 'naus erhebender Wirkung war lnserer deutschen Dichterheroeii Stadtverordneten Schwall, ilnehmern ein Bild unseres Zeit seiner tiefsten Erniedrigung :r erkämpften Wiederaufrichtung Brausend erklang durch den : das deutsche Vaterland aus- »erordneter Löb er brachte ein j i Krieger-Vereins, Herrn Post- ! gütige Vorsehung dem Verein ‘ )err Böck brachte ein weiteres j md aus, indem er der Zuversicht < ren in gleichem Maße, wie dic > m würden für bie Ehre und g dritte, non Herrn Bendel -gebrachte Hoch M an 1 an unseren höchsten Gütern, | i qer Frömmigkeit. Herr W n er ans * - unserer besonderen M »m dem deutschen Vaterland, n^ie 9«n5eö*** ' ** Submission. Die Lieferung von Weißzeugstücken für die neuen Kliniken soll auf dem Submisstonswege vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen sind auf dem Verwaltungsbureau des Großh. akademischen Hospitals, Vormittags von 10 bis 12 Uhr, einzusehen. Offerten mit der Aufschrift „Lieferung von Weißzeug" sind bis zum 6. September 1890, Vormittags 12 Uhr, verschlossen an die unterzeichnete Behörde einzureichen. Gießen, den 2. September 1890. Großherzogliche Direktion der neuen jnnnüing terfeßen ab- pr. deckkMPr Wn he« itolril«1 D. Things 1*: s- SP ’Ä« ' v 1 Äesäl^^.^rkeu^^ £****"' ----- , 7;, JW’ WM Verkehr-, LanS- und Vol?snürtkscdaft. Gießen, 2. September. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. JL 1,10—1,1b, Hühnereier 1 St. 6, — 2 St. 11 H, Enteneier 1 St. 2 St. - H, Käse pr. St. 4—7 Käsematte pr. ©t 3 H, Erbsen pr. Liter 16 4, Linsen pr. Liter 26 H, Tauben pr. Paar JL 0,60—0,80, Hühner pr. Stück JL 0,90—1.40, Hahnen pr. St. .X 0,70—1,00, Enten pr. Stück vtl 1,40—1,60, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70—74 H, Kuh- und Rindfleisch 60—64 Schweinefleisch 68-70 4, Hammelfleisch 50—68 H, Kalbfleisch 56—60 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,50-8,00, Weißkraut pr. St.--H, Zwiebeln per Centner Ji. 6,00—7,00, Milch per Liter 12-18 H. Friedberg, 30. August. Buttermarkt. Butter kostet per Pfd. JL 1.20-1.30, Eier 1 St. 7 2 St. 13 B. Freiensteinau, 30. August. Augenblicklich unterliegen hier die Fruchtpreise mannigfachen Veränderungen. So war heute ein Käufer von Steinau hier, der durch die Schelle bekannt machen ließ, daß er Hafer zum Preise von 24 JL für das Malter (200 Pfd.) aufkaufe, ein Preis, der wohl jemals kaum von Land- wirthen erzielt worden ist. Selbstredend bezieht sich das Angebot auf vorjährige Ernte, denn der neue Hafer ist im Preise sehr gesunken. Händler zahlen dafür 15—16 JL pro 200 Psd. — Für die durch Hagelfchlag Beschädigten in Königsberg gingen ferner ein: Von Heyer 7 JL, S. Katz 3 JL, Wilhelm Gail 20 JL. Zusammen 30 JL Rest-Uebertrag 7.90 Jnsgesammt 37.90 JL Für den bedürftigen Conrad Röhrsheim in Crumbach gingen ferner ein: Von Heyer 3 «X, A. G. 1.50 JL Zusammen 4.50 JL Rest-Uebertrag 8.80 JL Jnsgesammt 13.30 JL Die Quittungen über die abgesandten Gelder liegen zur Einsicht auf. Weitere Gaben nimmt gern entgegen Die Expedition des „Gießener Anzeiger". Gaben für Königsberg an Stroh u. bergt nimmt Herr H. Scho mb er, Rodheimerstraße 56, entgegen. Ochsenfleisch per Pfund 1 | Rindfleisch per Pfund | Kalbfleisch per Pfund Schweinefl. per Pfund Hammelfleisch per Pfun^ Gemischtes Brod Roggen- Brod Butter per Pfund _______— Milch 1 Liter | Eier 1 Stuck Städte mit Octroi Darmstadt 76 70 70 72 66 14 12 94-104 17 6-7 Mainz 72 56 70 70 65 15 13 85-95 19 5-7 Offenbach 70 60 70 70 65 15 14 106-118 22 6-8 Worms 70 64 68 72 70 13 12 99-104 17 5-7 Gießen Städte ohne 72 63 60 68 65 14 12,5 85-94 17 5-6 Octroi Bingen 70 65 60 75 70 13 12 5 90-104 19 6—7 Bensheim 66 60 66 66 60 11,5 10,5 80-100 17 6—7 Alzey 65 60 70 70 70 15 12 84-97 17 6-7 Friedberg 70 60 60 64 50 14 13,5 100-110 16 6 Alsfeld 62 56 60 60 — 14 12 90-100 14 5-6 Lauterbach 60 1 60 50 64 56 15,5 12 100 14 5 7283] Eine Parthie frisch ausgeleerte Wein-Fass preiswerth zu verkaufen. Gebrüder Schwa«. 7293] Mehrere noch gute Treppe« billig abzugeben. Näheres Nordanlage 33 Bekanntmachung Laut Gesellschaftsvertrag vom 22. September 1889 mit Abänderung vom 3. August 1890 hat sich unter der Firma „Sicher Spar- und Credit-Aetien-Gesellschaft" mit dem Sitze zu L ich eine Actien- Gesellschast aus unbestimmte Dauer geblldet. Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb des Spar- und Leihkaffen-Geschäfts, das heißt: 2 Hängelampe«. 1 Arnerttaner-Ofen, 2 Glaskasten 1 Hundehütte billig abzugeben. _ x. Buchhändler Baltz, 7269 SelterSweg 53. Aermiethurrgen. 7267] Das seither von Fraulein von Haxthausen bewohnte Logis ist ander- weit zu vermiethen. Philipp Uhl. Franksurterstraße 5. 7271] Wohnung, mittlerer Stock, von 3 Zimmern und Küche per 1. October zu vermiethen. Näheres bei Louis Hellmold, Steinstraße 19. 7277] Kleines^Logis zu vermiethen. W. Loeber, Brandgasse. ”7281] Freundl.Wohnung,gleichbeziehb-, an der Grünbergerstraße zu vermiethen. Näheres_________Kreuzplatz 3, 2. St. 7280] Logis zu vermiethen. Neustadt 11. 7288] Mansmden-Logis zu vermiethen, 3 Zimmer, 2 Kammern und Küche, nur an ruhige Familie. Frankfurterftraße 6. 7287] 2 Zim., Küche u. Zub., gl. beziehb.. zu verm. Löwengaffe 9. 7279] Kleines Logis zu vermiethen. _________ Tiefenweg 13. 7290] Ein kleines Logis zu vermiethen. "__Steinstraße 57. 7289] Ein kleines Familienlogis zu ri^miethem L. Friedel Sandgasse. 7014] Kleines Logis an ruhige Leute zu vermiethen.__Neustadt 37. ' 7274] Fr. Logis zu vermiethen. Neustadt 27. _ ~6498] Mansardenlogis mit Wasserleit, seither von Herrn Lehrer Kolb bewohnt, zu verm. bei Th. Brück, Schloßgasse 16. 7268] Ein bis zwei möbl. Zimmer bis 1. Octbr. zu vermiethen. Ostanlage 15. 7234] Zwei Zimmer mit od- o. Möbel zu vermiethen. Kaplansgasse 12. Vermischte Anzeigen. Das Aufarbeiten und Liefern von Sophas und Betten wird gut besorgt. 7291 Tapezier Enders, Kaplansgaffe 12. Keltern sind zur gefl. Benutzung aufgestellt. Emil Schmall, 7275_______„Frankfurter Hof". 7285] Ein Helm der städt. freiw. Feuerwehr Bahnhofstr. 62, Mansarde, stehen geblieben. Gegen Erstattung von ReinigungSkoste« rc. daselbst ab- zuholen. , EmaMirtes Kochgeschirr tristt heute Mittwoch auf Oswalds Garten ei«. 7286 Frau Kellner. Wirth gesucht für gutgehende Wirtschaft hier am Platz. 7161 _________Gebr. Röhrle. 7291] Ein zuverlässiges braves Dienstmädchen in einen kleinen Haushalt gesucht. Zu erfragen Aormittags) Cudanlage 2'-, III. 7295] Auf Michaeli ein Mädchen von 16-18 Jahren gesucht. Frau Marie Scheel, ___________________Marktstraße 30.__ 7298] Eine reinliche Frau sucht Lauf- dienst. Näbeies Sandgasse 19. 7278] Älterer Mann für Stalldienst gesucht durch Fran Tränkner, Wolkengasse. Fernsprecher 51. rief- iiimS Packetsiegel- Marken in Prägedruck werden schnell und billig angefertigt in der rnhl’schen Druckerei Schulstrasse 7« Vorhandene Stempel können benutzt werden, 1. die Annahme von Spareinlagen resp. Kapitalien gegen entsprechende Zinsvergütung; e 2. die Gewährung zinsbarer Darlehen gegen Bürgschaft oder Realsicherheit: 3. der cesstonsweise Erwerb von Forderungen, insbesondere von Güter- kausgeldern unter gleicher Sicherung; Das Grundkapital der Actien - Gesellschaft beträgt dreiundzwanzig Tausend sechs Hundert Mark (23,600 JO und ist eingetheilt in einhundert achtzehn Actien ä zweihundert Mark, lautend auf den Namen und nur übertragbar mit Genehmigung des Vorstandes der Actien-Gesellschast. Die Einzahlung des Grundkapitals ist nach dem Bericht der von Großh. Handelskammer zu Gießen bestellten besonderen Revisoren, des Herrn Bankdirectors von Jungenfeld und des Herrn Rechtsanwalts Dr. Jung von Gießen in baarem Gelde erfolgt. Die Gründer, welche sämmtliche Actien übernommen haben, sind folgende: 1. Heinrich Albach II-, Landwirth. 2. Johann Georg Alt, Kammerdiener. 3. Paulus Arnold, Taglöhner. 4. Heinrich Dietz VI., Buchbinder. 5. Friedrich Dietz, Landwirth, Wittwe Erben: 1. Lina, 2. Elisabethe, 3. Friedrich Dietz. 6. Wilhelm Christian Dietz, Buchbinder. 7. Georg Förster, Orgelbauer. 8. August Förster, Orgelbauer. 9. Philipp Heinrich Fuhr II., Schuhmacher. 10. Johannes Fischer, Rendant. 11. Karl Groß, Glaser. 12. Karl Goppelt, Bahnwärter. 13. Heinrich Glöckner, Gastwirth. 14. Maximilian Hisgen, Lackirer. 15. Manasse Hecht, Händler. 16. Konrad Huber, Schutzmann i. P. 17. Marie Junker Wittwe. 18. Johann Kämmerer, Rechner. 19. Johann Keck II., Glaser Wittwe. 20. Friedrich Kämmerer, Spengler. 21. Adam Kempf, Schuhmacher Wittwe. 22. Heinrich Koch, Zimmermann. 23. Karl Klücker, Sattler. 24. Heinrich Klamm, Bedienter. 25. Adam Keck, Glaser. 26. Johannes Lang, Maurer Wittwe. 27. Georg Ludwig Lautz, Bergarbeiter Wittwe. 28. Johann Jacob Ledermann, Maurer. 29. Philipp Jacob Meyer, Kirchendiener. 30. Stephan Oßwald, Schuhmacher Wittwe. 31. Heinrich Petri I., Bäcker. 32. Christian Rau, Landwirth- 33. Hermann Rau, Metzger. 34. Karl Reinmuth, Mühlenverwalter. 35. Karl Roth, Landwirth. 36. Konrad Rühling, Rentier. 37. Karl Christian Roth, Schuhmacher. 38. Heinrich Schäfer, Rentier. 39. Heinrich Schmidt III., Schreiner. 40. Albert Schnabel, Schlosser. 41. Georg Schieferstein, Schmied. 42. Karl Schwenck,Dachdecker Wittwe. 43. Georg Ludwig Schmidt, Schlosser. 44. Ludwig Schmidt VI., Schneider. 45. Heinrich Spahr, Maurer Wittwe. 46. Konrad Scherff, Glaser. 47. Georg Heinrich Schäfer, Bäcker. 48. Joh. Baptist Trost, Uhrmach " 49. Joh. Georg Urhahn L, Sch macher. 50. Karl Vogt IV., Metzger. 51. Karl Vogt VI., Metzger 52. Karl Vogt VII., Schankrmrth. 53. Heinrich Vater, Dachdecker. 54. Heinrich Wagner,Metzger Wittwe 55. Heinrich Walter, Schuhmacher. 56. Christian Walter, Schuhmacher Wittwe. 57. Karl Walter, Schuhmacher. 58. Hermann Walz, Dachdecker. 59. Georg Wolf, Landwirth. 60. Anton Wolf, Dachdecker. 61. Heinrich Zimmer VII., Kaufmann Wittwe. 62. Heinrich Zimmer X., Kupferschmied. 63. Philipp Wllhelm Zimmer, Spengler. Alle in Lich. 64. Johannes Brück, Landwirth in Albach. 65. Christian Lauer, Landwirth daselbst. 66. Friedrich Karl Zimmer, Forstwart daselbst. 67. Johannes Thörner, Gastwirth in Arnsburg. 68. Eberhard Dörmer, Zimmermann in Birklar. 69. Heinrich Dörmer II., Landwirth in Birklar. 70. Heinrich Eller, Taglöhner daselbst. 71. Georg Heinrich Loth, Landwirth daselbst. 72. Peter Müller II., Landwirth daselbst. 73. Kaspar MMer III., Polizeidiener daselbst. 74. Friedrich Schmidt, Landwirth Wittwe daselbst. 75. Otto Schnabel, Landwirth daselbst. 76. Heinrich Schöck, Landwirth daselbst. 77. Johannes Schöck II., Landwirth Wittwe daselbst. 78. Gilbert Seipp, Lthrer daselbst. 79. Christoph Seipp, Landwirth Wittwe daselbst. 80. Georg Schneider, Gemeindeeinehmer daselbst. 81. Nathan Stiefel, Händler daselbst. 82. Gilbert Schmidt II., Schmied daselbst. 83. Michael Thörner, Landwirth daselbst. 84. Heinrich Weisel, Landwirth Wittwe daselbst. 85. Johannes Münch, Landwirth in Burkhardsfelden. 86. Hermann Neger, Schneider in Cöln. 87. Michael Bender, Landwirth in Dorf-Gill 88. Henrich Geißler III., Dreschmaschinen-Besitzer daselbst. 89. Andreas Sames L, Landwirth daselbst. 90. Gilbert Sames IV., Landwirth daselbst. 91. Heinrich Ernst Brock, Landwirth in Eberstadt. 92. Konrad Holler, Landwirth daselbst. 93. Lehrer Haffelbaum daselbst. 94. Joh. Gilbert Löbrich, Landwirth daselbst. 95. Johannes Blei, Schreiner in Ettingshausen. 96. Wllhelm Mohr, Landwirth daselbst, 97. Heinrich Ruppel, Landwirth Wittwe daselbst. 98. Otto Schneider, Landwirth daselbst. 99. Heinrich Serth VII., Landwirth daselbst. 100. Wllhelm Wolf, Mühlenvesitzer daselbst. 101. Jean Schmidt, Schreiner in Frankfurt a. M. 102. Johann Peter Spreng, Gerichtsvollzieher in Groß-Gerau. 103. Heinrich Gilbert, Landwirth in Grüningen. 104. Christian Leidich, Gemeindeeinnehmer daselbst. M 105. Johannes Sames II., Backsteinfabrikant in Holzheim. 106. F. Bach, Lehrer in Langsdorf. 107. Israel Goldstein, Viehhändler daselbst. 108. Pfarrer Philipp Berwig in Monsheim. 109. Gabriel Becker II., Landwirth in Muschenheim. 110. Heinrich Becker V., Kirchenrechner daselbst. 111. Nikolaus Eiser, Schmied daselbst. 112. Wilhelm MMer, Polizeidiener daselbst. 113. Balthasar Neun, Taglöhner Wittwe, daselbst. 114. Georg Pfeffer, Landwirth in Münster. 115. Lehrer Hermann Hotz in Nidda. 116. Johannes Matern, Landwirth u. Handelsmann in Rabertshausen» 117. Konrad Seipp, Landwirth in Treis-Münzenberg. 118. Philipp Tag, Landwirh daselbst. Bis zu der int Januar 1891 stattfindenden ersten regelmäßigen Neu* wähl besteht der Vorstand aus folgenden Personen: 1. Karl Vogt IV., Vorsitzender. 2. Heinrich Schäfer, Schriftführer und Controleur. 3. Johann Konrad Kämmerer, Rechner. 4. Philipp Christian Heller II. 5. Wilhelm Dietz. 6. Karl Reimuth. 7. Georg Heinrich Schäfer. 8. Heinrich Schmidt III. 9. Georg Schieferstein. Sämmtlich von Lich. Den Aufsichtsrath bilden: 10. Georg Förster von Lich. 11. Gilbert Seipp, Lehrer von Birklar. 12. Christian Leidich, Rechner von Grüningen. Die vorstehenden, unter 1—3 genannten Personen bilden den engeren Vorstand, welcher die Actien-Gesellschast nach außen gerichtlich und außergerichtlich zu vertreten hat. Die Zeichnungen durch den engeren Vorstand geschehen in der Weise, daß der Firma der Actien-Gesellschast die Namensunterschriften der drei Mitglieder des engeren Vorstands beigefügt werden und unter dieser Voraussetzung allein sind Zeichnungen zu Lasten der Actien- Gesellschast Dritten gegenüber verbindlich; dagegen unterzeichnet der Ge- sammtvorstand Namens der Actien-Gesellschast oie Schuldscheine über die der Gesellschaftskaffe geleisteten Darlehen. Eintrag in das Handelsregister ist erfolgt. Lich, 28. August 1890. [7270 Großherzogliches Amtsgericht Lich. ____________________Langermann.____________________ || Münchener Loewenbräu. Ausschank bei C. Balzer (Caf<6 Ebel). Laut Ausweis des Kgl. Steueramtes in München hat B die Loewenbrauerei wie in den letzten Jahren so auch in A diesem Jahre abermals die stärkste Zunahme des g Versandtes nachzuwreisen, und bei einer Jahresproduction von 508,000 Hectoliter gegenwärtig die grösste Leistungs- M Fähigkeit von tkllen Münchener und sonstigen bayerischen g Brauereien erworben. Diesen fortgesetzten Aufschwung des Geschäftes ver- B dankt die Loewenbrauerei lediglich der gleichmässig I vorzüglichen Qualität ihres Bieres, welches nach Idem Urtheile von Fachleuten hinsichslich seines hohen J MalzgehaStes und feinen Geschmackes I von keinem anderen Münchener Biere übertroffen werden 1 dürfte. 7177 | Mein Lager in Strick- und Nockwolle ist wieder vollständig neu sortirt und empfehle solche in guten Qualitäten zu billigsten Preisen. Julius Schulze, 7284_____________Ecke von Kreuz und Seltersweg. üloster Arasburg. Zu dem am 6. October d. I. stattfindenden Festball für Israeliten ladet ergebenst ein [7282] Das Comit^. von E. WasserscMeben, KlMkgeMft. Rr-mI-nE« WSrso tro® S September iSttü. SLKcheour-- 1 Uür ib Mia 1 vCt. ReickSarrlei^k * * 4 - Vreuß. Consol« 107.20 1C0.0 106 60 KO 10 4 pCt. Ungar. Goldrentr 0 , Italiener Rente Oesterr. Silbcrrente: Rufs. Orient in. 9200 95 89 8170 78.50 DiSconto-Eomm. v30 20 Bufchtherader 448 25 Darmstädter Bank->Äct. 1 4 90 Elbethal-Bahn-Att. 22200 Dresdener Bank-Act. 165 30 Gotthard-Bahn-Act. 170 20 Berliner Handelsges. 174.40 Schweizer Nordost 151.00 Öefterr. Crebit-Act. 281.50 „ West 94 20 Wiener Bankvereins-Act. 109 00 Gelsenkirchener 182.10 Oefterr. Staatsdadn 224 37 Ver. Kon.- und Laurahütte-Act. 156 70 Lombard. Eiserchaha 140.25 Oesterr. Alvine-Morttam 89 30 Tendenz: fest. Telegraphische SsrrrsLtrtHL der Berliner Börse vow 2. September ISStt. Celtrrr. CreLttattien 176 60 Oefterr. 110 60 Dortmunder Uuion-Aeticrr 102 50 Darmstädter 164.75 DtLcsm g om« ÄJj*. r..-; I 229 75 Aarex 222 00 UfLpraifccP 103 80 Bochumer KnßsiLhlkcritÄ 173.9() Tendenz ruhig. Reichrbsrck-Diveont 4 p(5t — Frankfurter Bank-Di Scout 4 vCt. ffkebaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gieße» Die hsnllr« Stammte masatzt 6 Sette». MWch da Sotbtli Eine billige werden es nicht gfa eine großartige 6rrm Mittoirtyfäaftlid/eU, iente: Zag für Zag i Mich schmeckende Bu Ist das nicht em ui Mr auch Weich Mackes! M dem • den Kaffee rc. gebram ßi Novelle von *nn. Stz Einwohner Mdchw, SD- zeklöch a HnteM®9 “ n Da auäftettung zn «afteten G-w-rb^ wendet, dahin wir aewerbes cin-Beth> ru errichtenden D e i herbeigeftihrt werde Errungenschaften m Mete der electi Heilung zur Anscha der Beweis damit dieses Zweiges der Kraft im großen M billig zu produckei kleine Betriebe eine zur Verwendung zu bereits eine Anzah Werkstätten mit eb Mission, aus den c Sache in die Han! * Erledigte < 11. Armeecorps: Hessischen Ludwig- weichenwärter in Dornberg-Groß-G Gehalt und ca. 5i Mainz, Postamt 1, 900 M. Gehalt , ®ie füllte fi " ° der Fürst hi, cS. Nt« werden W°s -em bie Sä $ W mir in dt M« t » ,el Aber e, M'ä-- ich i,"79m auf laucht" LJ. 01 "* yC, »«Ä». Herzen. ble $ Ähörer'" 'Sht-N J" ' [7270 »1 Nicht Lich. L prljft xäti.' swenbräu. Cafe Ebel). ■amtes in München hat 2ten Jahren so auch in irkste Zunahme des einer Jahresproduction ' die grösste Leistlings- 1 sonstigen bayerischen 7 des Geschäftes ver- er gleichmässig *s Bieres, ■welches nach hslich seines hohen r Geschmackes Pre übertroffen werden 7177 9200 qo?0 8170 U825 22200 161-00 Hockwolle lb kHsehle solch- in 6* IS Schuld isburg* S£*-* 1. Mgaw» Z iflj» JL6**» <** . li rklar. Stitaingen. benaget«, £ sir^ und anbei, Bochid ctaK&H^aft die Namaz, Hßownbs beigefügt werden Mngen zu Lasten der Actien- Mn unterzeichnet der Ge« duCchuidicheine über bieder ilgt Alheim. pW** MelbR. fe*» L ?SSX2lbit,ä6*. onen;^en tesMigw 5^ «e*1 »K*** Mittwoch den 3. September. Gietzerrer Anzergev. Beilage zu Rr. 204. - 1890. Vermischtes. *nn. Darmstadt, 31. August. Ein vor zwei Tagen statt- gesundener Selbstmord zweier Dienstmädchen aus dem benachbarten Traisa in dem in der Nähe unserer Stadt im Walde befindlichen Waltersteich läßt die Gemüther unserer Einwohner noch immer nicht zur Ruhe kommen. Die beiden Mädchen, Schwestern, waren das eine in Frankfurt a. M., das andere hier bedienstet und erfreuten sich des besten Leumundes. Was die beiden Mädchen veranlaßt hat, in dem einsamen Teich den Tod zu suchen, ist noch nicht völlig aufgeklärt, es wird vielmehr vermuthet, daß die ältere Schwester die jüngere mit in das nasse Grab hineingezogen hat. Die Untersuchung über diesen traurigen Selbstmord ist im vollsten Gange. — Der Vorstand der internationalen electrotechnischen Ausstellung zu Frankfurt a. M. hat sich nunmehr an die größeren Gewerbe-Vereine in Hessen mit dem Ersuchen gewendet, dahin wirken zu wollen, daß Seitens des Kleingewerbes eine Betheiligung an den gelegentlich der Ausstellung zu errichtenden Werkstätten mit electrischem Betrieb herbeigeführt werde. Es sollen hierdurch dem Kleingewerbe die Errungenschaften und Fortschritte der letzten Jahre aus dem Gebiete der electrischen Kraftübertragung und Kräste-Ver- theilung zur Anschauung gebracht werden. Es soll zugleich der Beweis damit geführt werden, daß der heutige Stand dieses Zweiges der Electrotechnik es gestattet, die electrische Kraft im großen Maßstabe an irgend einer Stelle äußerst billig zu produciren, um sie an beliebig viele und beliebig kleine Betriebe einer Stadt oder eines kleinen Jndustrieortes zur Verwendung zu bringen. In unserer Stadt haben sich bereits eine Anzahl von Gewerbetreibenden bereit erklärt, Werkstätten mit electrischem Betrieb einzurichten. Eine Commission, aus den angesehensten Fachleuten bestehend, hat die Sache in die Hand genommen. * Erledigte Stellen für Milit'äranw'ärter im Bezirk des 11. Armeecorps: Dornberg-Groß-Gerau, Specialdirection der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft in Mainz, Centralweichenwärter in der nördlichen Stellwerkbude in Station Dornberg-Groß-Gerau, auf monatliche Kündigung, 700 Mk. Gehalt und ca. 50 Mk. Vergütung für Nachtdienst jährlich. Mainz, Postamt 1, Postschaffner, aus vierwöchentliche Kündigung, 900 Mk. Gehalt und 180 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Koebelens Iamilien-Buttcrmaschine. Eine billige Familten-Buttermaschine für den Haushalt! Viele werden es nicht glauben, und doch ist es so. Es ist in der That eine großartige Errungenschaft für die Familien, welche eine völlige volkswirthschaftliche Umwälzung heroorzubringen im Stande ist. Man denke: Tag für Tag kann man sich binnen 5 Minuten ganz frische, köstlich schmeckende Butter höchst billig, ja beinahe kostenlos Herstellen! Ist das nicht ein unschätzbares Ersparnißmittel für jede Familie? Aber auch zugleich ein kostbarer Apparat zur Befriedigung des Geschmackes! Mit dem Rahm der täglich nothwendigen Milch, die für den Kaffee rc. gebraucht wird, läßt sich durch die Famtlien-Butter- maschine soviel Butler Herstellen, als man für einen Tag nöthig hat, | in diesem Falle kostet also die erhaltene Butter keinen Pfennig; braucht man mehr, nun so kauft man sich fertigen Rahm oder man lasse mehr Milch stehen; man kommt immer noch bedeutend billiger weg, als wenn man die theure Butter fertig kauft. Die abgerahmte Milch kann man zum Kaffee, auch zum Trinken noch sehr gut verwenden, sie ist noch nahrhaft genug. Die gewonnene Buttermilch ist völlig fettfrei, daher besonders Kranken, Reconvalescenten und Säug- Mengen von Kalisalzen bestreut, d. h. wenn der Boden genügend feucht ist, um die Salze schnell lösen zu können. Es sinkt der Erstarrungspunkt durch diese Manipulation auf mehrere Grad unter Null, oder mit anderen Worten, der Boden bleibt wett länger locker, so daß mit dem Ausgraben der Kartoffeln fortgefahren werden kann. Da die Kartoffeln dem Boden große Mengen von Kalisalzen entzoaen haben, wird sich ein Ersatz derselben ohnehin für viele Verhältnisse empfehlen. lingen zu empfehlen. Besonders hervorzuheben ist, daß den Forderungen der Reinlichkeit in denkbar höchstem Grade entsprochen wird; die zu bereitende Butter bleibt nämlich im verschlossenen Glase fern von allen Einflüssen fremder Körper, bis sie zum sofortigen Genüsse mittelst eines Löffels herausgenommen wird. Das Glas selbst kann auf die leichteste Weise gereinigt werden. Auswaschen und Salzen der Butter sind überflüssig. Eine bestimmte Temperatur ist nicht erforderlich, um Butter erzeugen zu können, es ist bei jeder beliebigen möglich. Natürlich je besser Vie MUch und der Rahm, desto besser auch die Butter und desto mehr; daher kaufe man nur beste Vollmilch. Die Bauern brauchen übrigens dieses Maschinchen nicht zu fürchten. Wenn es allgemein eingeführt ist, werden sie ihre Milch bester verkaufen können; zugleich aber ist es ihnen bet eigenem Gebrauche der Familien-Buttermaschine möglich, eine vorzügliche Waare zu einem billigeren Preise auf den Markt zu bringen. Der Preis ist so gering (nur 15 Mk.), daß jede Familie sich den Apparat anschaffen kann; kein Anderer macht sich so schnell bezahlt. Der Erfinder und Alleinfabrtkant, Albert Röbelen in Stuttgart, erthetlt bereitwillig jede weitere Auskunft. Gerichtliche Entscheidungen. * — Nachfitzende Schulkinder sind „Gefangene" im Sinne des Gesetzes! Das ist das Neueste aus dem reichen Capitel der Gesetzesauslegung durch die deutschen Gerichte. Nach 8 120 des Retchsstrafgesetzes wird mit Gefängniß bis zu drei Jahren bestraft, wer „einen Gefangenen aus der Gefangenen-Anstalt oder aus der Gewalt der bewaffneten Macht, der Beamten oder desjenigen, unter dessen Beaufsichtigung, Begleitung oder Bewachung er sich befindet, vorsätzlich befreit oder ihm zur Selbstbefreiung behilflich ist." Dieser Bestimmung hat das Ober-Landesgericht in München die Auslegung gegeben, daß ein im Schularrest befindlicher Knabe „Gefangener" im Sinne des § 120 sei. Ein Mann hatte seinen sechsjährigen Sohn, welcher nachsitzen mußte, aus dem nicht verschlossenen Schulzimmer ohne Erlaubniß des Lehrers abgeholt und war deshalb unter Anklage gestellt worden. Das Landgericht zu Bayreuth lehnte die Verfolgung ab; auf die Beschwerde des Staatsanwalts ordnete aber das Ober- Landesgericht in München die Erhebung der Anklage an, weil der Schularrest sich als eine in gesetzlich gebilligter Form aus Gründen des öffentlichen Interesses verfügte Entziehung der persönlichen Freiheit darftelle, der Schüler also als Gefangener im Sinne des § 120 des St.-G.-B. zu betrachten sei! In der darauf stattgehabten Verhandlung blieb das Landgericht Bayreuth bei feiner Ansicht, daß das Zurückbehalten fauler Schulkinder zum Zweck der Nachholung ihrer mangelhaften Schularbeiten nicht als Gefangenschaft im Sinne des Strafgesetzbuches angesehen werden könnte. Da der Staatsanwalt, welcher eine Gefängnißstrafe von einem Tag beantragt hatte, wohl Revision einlegen wird, so wird sich demnächst das Reichsgericht mit der Frage zu beschäftigen haben. VerOehr, Canb« ttttö Volk-wirth schäft. — Bei verspätetem Kartoffelernte kommt es oft vor, daß Nachtfröste den Landwtrth derart überraschen, daß die Erntearbeiten dadurch gestört werden, weil die Erdkruste erstarrt ist. Diesem kann aber dadurch vorgebeugt werden, daß man das Feld mit geringen Weiße Seidenstoffe von 95 Pfge. bis 18.20 p. Met. — glatt gestreift und gemustert (ca. 150 verschied. Qual.) — vers. roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-Dspöt G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Porto. 564 — Die Bewegung zu Gunsten der Errichtung von Volks- Heilstätten für Lungenkranke, welche seit einiger Zeit int Gange ist, hat einen neuen Aufschwung erhalten dadurch, daß nun auch die ^Gartenlaube^ in ihrer Nr. 34 dieses Jahrgangs ihre gewichtige und weitgehörte Stimme zur Förderung dieses Gedankens erhebt. Dr. med. Driver, einer der ersten Sachverständigen auf dem Gebiete der Lungenheilkunde, weist in Uebereinstimmung mit anderen hervorragenden Aerzten nach, daß die Behandlung der Lungenkranken in gesonderten Anstalten eine dringende Forderung der Wiffenschaft ist und daß andererseits die Sorge für das allgemeine Volkswohl es gebieterisch erheischt, auch dem minder Bemittelten einen reichlich bemessenen Aufenthalt in solchen Anstalten zu ermöglichen, d. h. aus Staats-, Gemeinde-, Vereins- oder endlich Schenkungsmitteln Volksheilstätten für Lungenkranke in der Nähe der großen Städte zu errichten. Es ist zu hoffen, daß dieser warm geschriebene Weckruf die Sache einen guten Schritt vorwärts bringt. Denn das zu bekämpfende Nebel ist ein fürchterlicher Feind der Menschen, insbesondere der großstädtischen Bevölkerungen. Waren doch in Berlin im Jahre 1885 von 1000 Gestorbenen 283, im Ganzen 4472 Personen der Schwindsucht zum Opfer gefallen! Und das vorgeschlagene Mittel verspricht große Erfolge. Oel oder Pomade Retters unübertroffenes Haarwaffer (staatlich geprüft und begutachtet), um 40 H, JL 1.10 bet I. H. Fuhr, Sonnenstr. 25, Gießen- [7032 Spielplan der vereinigten frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Mittwoch den 3. September: Lohengrin. Große Preise. Außer Abonnement. Donnerstag den 4. September: Hamlet (Oper). Große Preise. Freitag den 5. September: Mikado. Puppenfee. Große Preise. Außer Abonnement. Samstag den 6. September: Robert der Teufel. Große Preise. Sonntag den 7. Sevtember: Fidelio. Große Preise. Schauspielhaus. Mittwoch den 3. September: Fallissement. Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 4. September: Abonnement-Vorstellung für einen ausgefallenen Montag. Der Geizige. Hierauf: Tartuffe. Gewöhnliche Preise. Freitag den5.September: Die berühmte Frau. Gewöhnliche Preise. Samstag den 6. September: Zum ersten Male: Die arme Löwin. Schauspiel in 5 Aufzügen von E. Augier. Deutsch von Paul Lindau. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 7. September: Zum [ersten Male wiederholt: Die arme Löwin. Gewöhnliche Preise. Feuilleton. Die verlorene Perle. Novelle von I. Dedekind, Verf. der „Achten-Lini". (Schluß.) Sie fühlte sich peinlich berührt und wollte weitergehen, über der Fürst hielt sie zurück und sagte galant: „Dir wird es leichter werden als mir, Tonina, den Meister zu überreden. Was dem Diplomaten, dem Kunstfreunde nicht gelingt, wird die Schülerin, die Jugendfreundin eher erreichen - ich habe mir in den Kops gesetzt, den Herrn auch bei uns zu sehen. Er muß Dich hören, Tonina, es liegt mir zu viel daran. Aber er weicht aus und führt Gründe an, die —" „Verehrteste Durchlaucht, nicht Gründe, die leidige Notwendigkeit, noch Ende der Woche in Petersburg eintreffen zu müssen, zwingt mich, alles, was mir hier Verlockendes geboten wird, bis zu meiner Rückkehr aufzuschieben. Ich reise noch in dieser Nacht- irre ich nicht, so wartet schon jetzt der Wagen auf mich - nur unter dieser Bedingung durfte ich heute der beglückenden Aufforderung der Hoheiten folgen. Aber noch bleibt mir eine halbe Stunde- könnte Ihre Durchlaucht", mit einem unbeschreiblichen Blick aus Antonie, „sich nicht entschließen und uns gleich heute den Genuß gewähren?" „Nein, o nein," sagte Toni bestürzt und so entschieden abwehrend, daß selbst ihr Gatte verstummen mußte. „Wie könnte ich nach Ihnen spielen," fügte sie, um die Absage zu mildern, hinzu, „das hieße doch, den Altar entweihen, aber sehen Sie, noch steht er de, mit anderen Worten: der Flügel ist offen, und . . ." Georg folgte ihrem Wink - hätte der Fürst nicht zwischen ihnen gestanden, sie würden sich noch viel gesagt haben. Nun wurde die Musik die beste Zuflucht für beide bedrängte Herzen. Es bedurfte kaum der Anfrage bei der Herzogin. Freudenlaute wurden von allen Seiten vernehmbar, als Georg noch einmal sein Füllhorn voll goldener Töne über die glücklichen Zuhörer ausgießen wollte. Seine Phantasie führte ihn auf unbetretene Pfade - durch Waldesdunkel mußte man ihm folgen, das schwankende Boot mit ihm besteigen und sich vom feuchten Element wiegen lassen. Die Wogen rauschten, Wasserlilien rankten sich und blühten von allen Seiten- traumhafte Weisen ertönten aus der Ferne, sie kamen näher und weckten ein melodisches Echo. Und hoch und höher hob sich aus der Fluth, in Blüthen und Wohllaut ruhend, die von Palmen beschattete Insel des Friedens- sie grüßte und winkte und zog uns hinüber und das Sehnen unseres Herzens und unser sagenreicher Fährmann lenkten den leichten Kahn dorthin. Geliebte Arme hoben uns ans Ufer und wir ruhten geborgen im grünen Eiland der Seligen, der letzte Ton erstarb, wie der Seufzer eines Glücklichen. Die Dämonen waren gebannt. Feiernde Andacht lag aus dem Kreise. Alle hatten sich erhoben und still wurde es wie in der Kirche. Endlich sand der Dank seinen Ausdruck- erst vereinzelt und leise, dann laut geworden, einstimmig, der Dank für das neue, das größte Wunder, mit dem der Zauberer seine hohe Begnadigung gezeigt hatte. Er ging, selbst bewegt, blaß, ergriffen, kindlich sein Lob annehmend oder ablehnend und zugleich Lebewohl sagend durch die Reihen. Ganz zuletzt blieb er vor Antonie stehen- ihr Auge war umflort, als ob sie geweint oder geträumt hätte und in ihrer Stimme zitterte das Klopfen ihres Herzens nach. „Dank, o Dank," sagte sie beseligt, „das war das hohe Lied der Versöhnung." „Eine Abbitte — und mein Abschied, süße Toni," sagte er mit tiefsinnigen, traurigen Augen. „Ich wußte, Georg, Du kehrst nicht zu uns zurück — und sollen wir uns nie wiederfinden?" „Im Reiche der Töne, mein Lieb, da dürsen sich die abgeschiedenen Seelen begegnen." „Und Du hast vergeben, Georg?" Sie reichte ihm ihre bebende Hand, er nahm sie und berührte sie mit seinen Lippen. So verschmolzen sie einen Augenblick ineinander . . . Als sie ihre Hand der seinen entzog, fühlte sie Feuer darauf brennen und daneben das herbe Naß einer Mannesthräne. Dann entschwand er ihr — für immer. Die Unterhaltung wurde nach seinem Abgänge noch einmal lebendig um sie her. Sie stellte sich in die Fenstervertiefung und horchte, ob sie seinen Wagen nicht hörte. Es blieb noch alles still- so weilte er noch in ihrer Nähe. Indessen zog sich der Hof zurück. Ihr Gatte kam auf sie zu, um ihr mitzutheilen, daß der Herzog ihn zum Spiele zurück behielte und daß er sie zuvor nach dem Wagen geleiten wollte. Sie zögerte und wollte nicht noch einmal mit Georg in des Fürsten Gegenwart Zusammentreffen. Jetzt rollte ein Wagen. Das war er gewesen- sie ließ sich nun geduldig zu dem ihrigen führen. Erschöpft sank sie in die weichen Polster- da lag aus dem Sitz neben ihr etwas Schimmerndes, zwei weiße Rosen waren es, die Stiele in ein festes Blatt Papier gehüllt - sie entrollte eS mit zitternden Fingern und las beim Schein der Laternen, von seiner Hand geschrieben mit Bleistift — er mußte es eben im Vorzimmer gethan haben, — das Motiv, das er zuletzt gespielt hatte. „Ein letzter Gruß von der Insel der Seligen," sagte sie und heiße Schmerzensthränen rollten auf das Liebeszeichen nieder, die ersten, die sie seit langen Jahren geweint hatte. Wie sollte auch ihr ödes, gleichmäßiges Leben, in dem höchstens „die Gespenster des Zwanges, der Vorurtheile und der Langenweile" umgingen, Anlaß zu Freuden- oder Schmerzensthränen geben? Heute flössen sie süß, erleichternd und erlösten die kranke Brust, die sich wie unter einem Banne gefühlt hatte. „Thränen? Durchlaucht haben geweint?" fragte ihre Dienerin, als sie ihr Mantel und Schleier abnahm. Es kam ihr unglaublich vor, sie kannte eigentlich nur Sonnenschein aus dem Angesichte der Gebieterin, wenn es oft auch nur eine Wintersonne war. „Ach, Durchlaucht haben sicher eine von den Perlen verloren?" „Nein," antwortete Antonie rauh und löste mit nervöser Hast das kostbare Geschmeide von Hals und Armen. Hortense wollte ihr behilflich sein, wurde aber zurückgewiesew „Wollen Durchlaucht sich noch nicht auskleiden lassen?" „Nein, ich möchte allein bleiben." „Darf ich in einer Stunde wiederkommen? Oder zu welcher Zeit befehlen Durchlaucht?" „Wozu? Gehen Sie schlafen, ich werde schon allein fertig." Das Fräulein starrte sie an. Sie kannte die Fürstin nicht mehr. Antonie wiederholte: „Gehen Sie zur Ruhe, ich will es so, ich wünsche es," sagte sie milder. Dann saß sie lange allein in der stillen Nacht, die Hand, die er in der seinen gehalten, auf das kranke, wildschlagende Herz gepreßt. Verlassen in der Wildniß des Lebens durch eigene Schuld! Um eiteln Götzendienst von der Gottheit ab- gesallen! Zwischen die anklagenden Gedanken tönte sein Friedenslied und sie konnte, was sie lange nichts gethan, die Hände falten wie ein hilfesuchendes Kind. Die Stunden schwanden, die Kerzen brannten trübe, der Mond schien ins Fenster und ließ die umherliegenden Perlen geisterhaft leuchten. Sie aber neigte reuig das Haupt und beweinte mit heißen, brennenden Thränen die eine Perle, die unwiederbringlich verloren war. I «Ä*« to**”' !niX ilr'' Äderung jje »qens. 8 Oe ?***• Si?5^ Bck Es wird hiermit zv Grotzherzogliches Ministi nachstehende Bestimmunge der Dampskessel bei den jchen Anlagen erlassen h> 1) Eine besondere Haupt- und Nebenbahn^ reglements snr die Eis vember 1885 und nach bahnen untergeordneter statt. 2) Die Concessior kessel, Schisssdampskes der militärßscalischen 2 transportbahnen und dienende Bahnen, sot Locomotiven hat nach innere Verwaltung uni vom 12. Juni 1874, Die technische Bk die Abnahmeprüfung commission für Dump' Diejenigen Privl gierungscommWre bej. Ledere ein§ureid)eu, E bmnbaflen meröm 3) Die periodischen öic in Verbindung mit 1 d^r Locomotiven, statior nnö Locomobilen der l bahnen bleiben den Dir .4) Die periodische bie 'n Verbindung mit ber Locomotiven , ftatii locomobilen der Privat, Md Materialtransport a?En/ sowie der als ENolgen durch 7°weit nicht bestimm tnngeu dresseits, soweit mit rn”Nt ioldjer j;(h enNtigt fini, M S«X“Ä ***XE*" gÄ» ben/ am 3n ®”h'j Irr rdt"”' flonioa6- ■— tu, , br a. <6h vcut b. fc‘ Ul e. Ä d. ä°N-i U- e »’t Die reichhaltigste aller Moüen-Zeilungea 5743 Laden Neustadt lli 6552 Portweine Mark Old Port bis zu Mark 10.— per Flasche. per Flasche. Mark 4 — Verdelho in alten Weinen für pClianiill Beconvalescenten. Neustadt 56. 6948 Carl Schwaabt Seltersweg 23. 5182 Ausstattungen. | [6938 empfiehlt billigst Carl Petri, Marktplatz. A. 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