Nr. 28. Zweites Blatt. Sonntag den 2. Februar 1890 Der -tetzeier An-eiger erscheint täglich, amt Ausnahme des Montage. Die Gießener M««itte»ßlütter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal " beigelegt. Gießener Anzeiger Keneral-Unzeiger. Vierteljähriger Aöonnementsprei«: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedtttsa und Druckerei: Kchatstratze Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- unb Anzeigeblatt für den Areis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Jamitienölätter Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Aintlichev Theil. Statut über die Benutzung der Centestmal-Viehwaage der Gemeinde Ober-Hörgern. Mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 18. Januar 1890 zu Nr. M. I. 31862 und unter Zustimmung des Kreisausschuffes des Kreises Gießen wird wegen Benutzung der Gemeinde-Viehwaage zu Ober-Hörgern bestimmt: § 1. Alle zur Verwiegung gebrachten Gegenstände müssen durch einen verpflichteten Wiegmeister gewogen werden. Außer diesem hat Niemand das Recht auf der Waage zu wiegen. § 2. Der Wiegmeister hat der ihm zugehenden Aufforderung zum Wiegen alsbald Folge zu leisten Die Aufforderung hat von den Betheiligten selbst an den Wiegmeister zu geschehen. Wenn derselbe der Aufforderung zum Wiegen nicht entspricht, so ist sich an die Großh. Bürgermeisterei zu wenden, welche denselben zum Wiegen anhalten und nöthtgenfalls Großh. Kreisamt Anzeige erstatten wird. § 3. Der Wiegmeister hat über die von ihm besorgten Geschäfte ein Tagebuch zu führen, in welchem unter fortlaufenden Ordnungs-Nummern anzugeben sind: a. der Ort des Wieggeschäfts, d. der Name des Verkäufers und Käufers, c. Datum der Verwiegung, d. die Art der gewogenen Gegenstände, e. das Gewicht des gewogenen Gegenstandes, f. der Verkaufspreis per Centner, insofern Verkäufer oder Käufer denselben angeben, wozu sie jedoch nicht gezwungen werden können, g. der Betrag der erhobenen Wieggebühren. § 4. Der Wiegmeister hat dem Verkäufer oder Käufer einen dem Eintrag ins Tagebuch gleichlautenden Wiegschein auszustellen, aus dem sowohl das Gesammtgewicht und eventuell der Kaufpreis als auch der erhobene Gebührenbetrag zu ersehen ist. Gebührentarif: § 5. An Gebühren sollen erhoben werden: 1) Für Kleinvieh, als: Schweine, Schafe, Kälber, Ziegen u. s. w. von einem jeden Stück.....5 H 2) Für Großvieh, als: Ochsen, Kühe, Rinder u. s. w. unter 10 Ctr. von 1 Stück . . • . 15 „ über 10 Ctr. von 1 Stück . . • - 20 „ 3) Für jeden anderen zur Verwiegung kommenden Gegenstand, als: Frucht, Kartoffeln, Steinkohlen u. s. w. bis zu 3 Ctr. . . 10 „ für jeden weiteren Centner .... 2 „ § 6. Sogleich nach stattgefundener Wiegung sind die vorbemerkten Wieggebühren nebst 5 H Vergütung an diesen zu entrichten. Für ortsfremdes Vieh oder sonstige Gegenstände sind 10 $ Vergütung für jede Wiegung an den Wiegmeister nebst den unter § 5 angeführten Wieggeldern zu bezahlen. § 7. Am Schluffe eines jeden Vierteljahres hat der Wiegmeister das Tagebuch abzuschließen, sodann hat er einen Auszug aus dem Tagebuch über die im verflossenen Vierteljahr gewogenen Gegenstände zu fertigen, woraus sowohl das Gewicht der gewogenen Gegenstände, als auch die erhobenen Gebühren ersichtlich sind. Diesen Auszug hat er in beglaubigter Form der Bürgermeisterei zu überreichen Die erhobenen Wieggebühren werden dann dem Gemeinde-Einnehmer in Einnahme decretirt und dann von dem Wiegmeister an denselben ausbezahlt. § 8. Der Wiegmeister wird von dem Ortsvorstand auf Widerruf ernannt und von dem Großh. Kreisamt verpflichtet; er unterliegt als Gemeindebeamter den für solche geltenden Dis ciplin arv ors chriften. Gießen, am 28. Januar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Ueverficht. Gießen, 1. .Februar. Der Bnndesrath nahm in seiner Wochenplenarsitzung vom Donnerstag Kenntniß von den Neichstagsbeschlüssen in Sachen des Socialistengesetzes und genehmigt die ostafrikanische Postdampfer-Vorlage mit den vom Reichstage beschlossenen Veränderungen. Das preußische Abgeordnetenhaus berieth in seiner Donnerstags-Sitzung den Specialetat der landwirthschaftlichen Verwaltung und genehmigte die sämmtlichen Titel und Capitel desselben ohne Abänderungen. In längerer Rede verbreitete sich Staatsminister Dr. v. Lucius über die aus dem Hause angeregte Aufbesserung der Lage der Communalförster, ferner über die Frage einer rationelleren Wasserwirthschaft und der Förderung der Mooreolonisation und kam er weiter auch aus die vom Abgeordneten v. Halem gewünschte Förderung des landwirthschaftlichen Unterrichtes zu sprechen. Der Minister- erklärte hierbei, daß die Hebung dieses Unterrichtszweiges von allen landwirthschaftlichen Vereinen und ähnlichen Corpo- rationen ernstlich in's Auge gefaßt werde, daß jedoch die Angelegenheit im Osten der Monarchie wegen örtlicher Verhältnisse aus größere Schwierigkeiten stoße, als im Westen. Mehrere aus dem Hause geäußerte Wünsche führten dann Herrn v. Lucius auf das Gebiet der Schulreform überhaupt und erklärte er, das höhere Schulwesen kranke an der Berechtigungsfrage- man thue am besten, aus dem Felde des Berechtigungswesens zunächst gar keine Aenderungen vorzunehmen. Man möge vielmehr die mittlere siebenklassige Schule mit einer modernen Sprache zu größerer Entwickelung gelangen lassen, und damit gleichzeitig den höheren Lehranstalten eine entsprechende Erleichterung verschaffen. Im ferneren Verlaufe der Sitzung nahm der Minister nochmals das Wort zu einer längeren Erörterung des Rennwesens und stellte hierbei energische Maßnahmen gegen die Auswüchse des Rennsports in Aussicht. Nachdem das Haus noch den Etat der Gestütsverwaltung genehmigt, vertagte es sich bis Montag. Graf Julius Andrasiy, der ehemalige österreichisch-ungarische Minister des Auswärtigen, liegt in Fiume schwer krank darnieder, sein Zustand gilt als sehr bedenklich. Die große Zollcommission der französischen Deputirten> kammer wählte am Donnerstag Meline, den früheren Kammer- präsidenten, zum Vorsitzenden. Meline hielt alsdann eine Ansprache, in welcher er die schutzzöllnerische Mehrheit der Commission dagegen verwahrte, als ob sie einseitige Bestrebungen verfolge, sie wolle vor Allem den Schutz der nationalen Arbeit und zu deren Vertheidigung würde sie keine Maßregel versäumen. Sie beanspruche indessen für die einheimischen Producenten weder Privilegien noch schutzzöllnerische Maßregeln, sondern wünsche nur, daß ihnen gestattet werde, mit gleichen Waffen mit ihren ausländischen Concurrenten zu kämpfen. — Bekanntlich soll die Commission in erster Linie die Frage der Verlängerung oder aber Aushebung der im Jahre 1892 ablaufenden Handelsverträge Frankreichs mit dem Auslande erörtern. Wie es scheint, geht die überwiegende Stimmung in der Commission dahin, daß die Handelsverträge nicht zu erneuern seien- sollte es in der That hierzu kommen, so würde diese wirthschastliche Absperrung Frankreichs selbstverständlich von tiefeinschneidender Wirkung aus die gesammte handelspolitische Lage Europas sein Ein Eingreifen des Papstes in den englisch-portugiesischen Streithandel scheint bevorzustehen. Wenigstens heißt es, Leo XIII. werde den Kämmerer Monsignore Mocenni in besonderer Mission nach Lissabon entsenden und werde Mocenni der Träger eines päpstlichen Handschreibens an König Karl sein. Auch soll in den letzten Tagen ein lebhafter Depeschenwechsel zwischen dem Nuntius in Lissabon und der Staatskanzlei des Vaticans stattgefunden haben. Wie übrigens eine Lissaboner Meldung besagt, ist der portugiesische Major Serpa Pinto in Lorenzo-Marquez an der Mozambiqueküste angekommen und wird er sich von hier aus, der erhaltenen Weisung seiner Regierung gemäß, nach der Westküste Afrikas begeben. Deutsches Reich. ][ Darmstadt, 31. Januar. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog und Ihre Großherzogliche Hoheit die Prinzessin Feuilleton. Aus der Reichshauptstadt. Berlin, 29. Januar. „Man muß dem lieben Gott für alles danken!" belehrt und ermahnt uns ein altes Wort. Unwillkürlich fiel es mir ein, als die Zeitungen kürzlich mit offenbarer Genugthuung constatirten, daß der übliche amtliche Polizeibericht über Unglückssälle, Selbstmorde u. s. w. nicht erschienen war. Also wenigstens ein Tag, an welchem das Mitleid, das Entsetzen und die Erinnerung an das menschliche Elend in einer Millionenstadt nicht wachgerusen wurde. Allerdings nur ein Tag. An den übrigen ist es. in dieser Beziehung recht traurig zugegangen und Verbrechen und Selbstmorde waren reichlich vertreten. Unter den ersteren erregt allgemeines Mitleid und Entsetzen der an einem Ehepaar vollsührte Ueberfall. Dieses Ehepaar hält eine Schankwirthschaft und in derselben wurde der Wirth und seine Gattin von drei Gästen mit dem Messer derartig bearbeitet, daß die Frau ihren Wunden bereits erlegen ist und der Mann sich in einem derartigen Zustande befindet, daß seiner Auflösung stündlich entgegengesehen wird. Wenn die Zahl der Selbstmorde eine erschreckend große in der hinter uns liegenden Woche war, kann nicht Wunder nehmen. Bei diesem abscheulichen Wetter, das uns Tag für Tag heimsuchte, konnte die Freude am Dasein selbst glücklicheren Menschen vergällt werden, als diejenigen waren, welche ihrem Leben ein gewaltsames Ende bereiteten. Das war ein ununterbrochenes Strömen des Regens und ein Heulen des Sturmes, nicht anders, als ob schließlich nur noch eine Arche unsere einzige Rettung werden könnte. So auf § Trockene gesetzt mit allen durch Schnee und Eis gebotenen Vergnügungen sind wir schon lange nicht gewesen, wie diesmal im heurigen regenreichen Winter. Er hatte nicht einmal vor dem kaiserlichen Geburtstage Respect und auch nicht der leiseste Schatten eines Hohenzollernwetters bezeichnete am Montag den festlichen Tag. Dessen Glanz litt natürlich unter dem verdrießlichen Gesicht, das die Elemente machten, und erst gegen Abend zeigten sie etwas weniger böse Mienen, als das gute Spiel der electrischeu Flammen, des Gases und des Stearinlichtes begann. Die Beleuchtung war keine unbedeutende. Unter den Linden, der Friedrich-, Leipziger- und Wilhelmstraße war kein Haus, das nicht im hellsten Glanze der Kerzen erstrahlt wäre. Alle und Alles jedoch „überstrahlte" in des Wortes vollster Bedeutung die Beleuchtung des Rudolph Herzog'schen Etablissements. Ein einziges, in allen Farben wogendes Flammenmeer war es, das die von einer Krone überragten Initialen des Kaisers bildete. So stark war der Lichteffect, daß er in den Fenstern des weitabgelegenen Schlosses sich noch widerspiegelte, und so gewaltig die von dem Flammenmeere ausgehende Gluth, daß die Breitestraße, in welcher das Herzog'sche Geschäft liegt, gleichsam von Oefen durchwärmt erschien. Von dem Lichtstrome angelockt, wälzte denn auch Alles, was der Illumination wegen überhaupt aus der Straße war, sich diesem Glanzpunkte der Beleuchtung zu und das dadurch hervor- gerusene Menschengewühl ward geradezu gefährlich, so daß es eines starken polizeilichen Aufgebots bedurfte, um die Ordnung wenigstens einigermaßen ausrechtzuerhalten. So war denn Herzog wieder einmal König. Freilich, er darf es sich gestatten, 50,000 Mk. für eine derartige, vom elektrischen Lichte aespeiste Beleuchtungsanlage herzugeben. Andere sind froh, \uenn sie das Nöthige für eine Petroleumbeleuchtung haben, und auch diese will eine hohe Obrigkeit jetzt noch erschweren. Die Gastwirthe und Inhaber von Tanz- und Versammlungslocalen in der Umgegend von Berlin sind nämlich nicht wenig erstaunt über eine neue Verfügung, worin dem Petroleum gewissermaßen der Krieg erklärt wird. In einer solchen Verfügung heißt es: „Zur Beleuchtung des Versammlungs- locals sind nur Pflanzenöle oder Kerzen zulässig. Die Verwendung von Mineralölen ist nur mit besonderer Erlaubniß gestattet." Nun aber haben alle Gastwirthe, die keine Gasleitung anlegen können, seit Jahren Petroleum zur Beleuchtung ihrer Räume benutzt- mancher Wirth hat große Kosten für Anschaffung eleganter, moderner und feuersicherer Lampen verwandt und jetzt soll er immer erst die Erlaubniß der Ortspolizei einholen, wenn er eine Petroleumlampe anzünden will. Sollte es nicht doch noch „brennendere Fragen" geben als diese? Da ist z. B. in der Elsasserstraße ein neuer Spuk entstanden, Genau wie in Resau machts auch dieser Geist, der offenbar zu den Dummen zählt, nach dem Sprichwort von den großen, dicken Kartoffeln zu schließen, über welche er verfügt, und die er den Leuten an den Kops wirft, als ob das Liter so gar nichts kostete. Der Unfug geht in dem betreffenden Hause der Elsasserstraße bereits eine geraume Zeit, ohne daß es den zahlreichen uni- sormirten und geheimen Schutzleuten gelungen wäre, "den Geist zu bannen. Sehr geistreiches vollsührt der Geist übrigens nicht in seinem Reich. Er wirft die Scheiben ein, hämmert gegen die Thüren und poltert in Kaminen und Schornsteinen, genau wie er es in Resau getrieben. Ja! Es giebt in der Stadt der Intelligenz gleichfalls Leute, die an die Echtheit des Spuks eher glauben, als an einen zweiten Earl Wolter. Wer aber geneigt ist, an Hexerei zu glauben. Die ehelichen Kinder entstammen aus: aus Hessen, Ehelich KnabenMädchen Knaben Mädchen Knaben Mädchen — 4 — 4 15 + 31 Männlich Weiblich 94 100 10 7 107 104 20 209 56 145 Zauber!" Heinrich Blankenburg. 276 235 201 216 15 11 108 56 16 2 7 1 2 2 « M Männlich 341 56 Weiblich 293 101 1889 lebend An Mehrgeburten sind 16 als im vorigen Jahre. Diese verthetlen sich aus: Preußen, Bayern, Württemberg, Baden, England, Elsatz-Lothrtngen, Sachsen-Meiningen. Zwillingsgeburten ersolgt, 7 mehr der könnte das durch ganz andere Dinge, die in Berlin vorgehen, als durch das öde und schließlich langweilige Werfen mit Kartoffeln. Kann es z. B. mit rechten Dingen zugehen und muß man nicht Hexerei annehmen bei folgender That- sache: Ein hiesiger Restaurateur beabsichtigte im vergangenen Jahre, sich in der Nähe des Grunewaldes anzukaufen und hatte ein ihm passendes Eckgrundstück bereits gefunden, für welches er etwa 6000 Mark zahlen sollte. Der Kauf zerschlug sich, und als er in diesem Jahre sich wiederum um dasselbe Grundstück bemühte, erfuhr er zu seinem Erstaunen, daß dasselbe jetzt 54000 Mark koste. Nun! ? Ist das nicht wunderbarer, als das ganze Kartoffelwersen von Resau und Berlin zusammengenommen? z@tn ödes Stück Land, höchstens vielleicht mit Kartoffeln besetzt, steigt innerhalb eines Jahres in seinem Werth um 48000 Mark! Nicht wahr! darin liegt doch noch etwas! Bei solcher Hexerei kommt doch noch etwas mehr heraus als ein paar zerbrochene Fensterscheiben und einige Monate, wenn man gekriegt wird. Wenn man bei dem Terrain etwas kriegt, so lohnt es sich doch und darum gefällt mir dieser letztere Spuk viel besser, ob auch andere Käufer später spucken und wüthend ausrufen mögen: „Fauler Hiervon gehen ab: ». dteunehelichenKinder, welche in der Entbindungsanstalt, sowie in Prioatwohnungen geboren wurden . . b. die ehelichen Kinder, deren Eltern auswärts wohnhaft sind hiervon gehen ab die im acad. Hospital, inderEntbtndungs- anstalt und Frauenklinik, sowie in Prt- vatwohnungen ge- storb. Ortsfremden 101 eheliche 4 mit Knaben, 3 mit Knaben und Mädchen, 3 mit Mädchen, uneheliche 2 mit Knaben, 2 mit Knaben und Mädchen, 2 mit Mädchen. Todtgeboren wurden 27 Kinder, 3 mehr als im vorigen Jahre. strebungen mit ihr in Ucbereinstimmung befänden." Unter- Bezugnahme hierauf beantragt der zweite Ausschuß zweiter Kammer: Die Kammer wolle die Großh. Regierung ersuchen, im Einklang mit dieser Erklärung auch fernerhin aus thunlichst baldige Feststellung des Entwurfs behufs dessen Vorlage an den Reichstag hinzuwirken. Im Jahre 1889 sind gestorben „ „ 1888 „ „ ______ sonach in 1889 mehr resp. weniger Ortsfremde Personen sind in dem academischenHofpital, in der Entbindungsanstalt und Frauenklinik, sowie in Prioatwohnungengestorb. Die Zahl der dahier im Jahre geborenen Kinder beträgt * Mann und Frau sind eins. Doctor: „Sind Sie und Ihre Frau nun das kalte Fieber losgeworden?" — „Nein, Herr Doctor, meine Frau und ich, wir befinden uns beide immer noch schlecht." — „Haben Sie denn den Cognac mit Chinin genommen, wie ich es Ihnen verordnete?" — „Ja wohl, Herr Doctor." — „Danach müßte sich das Fieber doch gelegt haben. Sie haben die Arznei doch in der vorgeschriebenen Weise genommen?" — „Ich denke, ja. Mann und Frau sind doch eins — na, und so habe ich den Cognac genommen, und meiner Alten habe ich das Chinin gegeben." vermischtes. NN. Darmstadt, 31. Januar. Wegen Diebstahls von Zeichnungen wurde gestern ein Ingenieur aus einer größeren hiesigen Maschinenfabrik verhaftet. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft in Braunschweig hielt unsere Schutzmann- | schäft in dessen Wohnung eine Haussuchung ab, welche so von | Erfolg war, daß derselben nicht weniger als ca. 200 Zeichnungen in die Hände fielen, welche sich als Eigenthum einer Braunschweiger Maschinenfabrik herausstellten. *△ Mainz, 31. Januar. Zur Regelung der Lohnver- hältnisse traten gestern Abend die hiesigen Schreinergehülfen zu einer weiteren Versammlung zusammen. Neben den bereits sestgestellten Forderungen einer 9%stündigen Arbeitszeit, eines Minimalwochenlohnes von 18 Mk. und Beseitigung des „schwarzen BucheS" wurden als weitere Bedingungen die procentuale Erhöhung des Minimums für bessere Arbeiten aus 15 Procent und ein Zuschlag von 33% Procent für jede Ueberstunde beschlossen. Als Termin zum Inkrafttreten des neuen Lohntariss wurde der 1. Mai festgesetzt. Um gegen alle Eventualitäten eines Lohnkampses für den ersten Augenblick gerüstet zu sein, 'beschloß man schließlich, einen Fonds zu gründen, zu welchem jeder hier beschäftigte Schreiner- wöchentlich 10 Pfg. beisteuern soll. Nach statistischen Ausnahmen sind hier 620 Schreinergehülfen beschäftigt, wovon 240 verheirathet sind und 444 Kinder haben. *△ Aus dem Wahlkreise BingenAlzey, 31. Januar. In einer gestern Abend in Alzey stattgehabten Versammlung der Vertrauensmänner der nattonalliberalen Partei wurde Bürgermeister Michel aus Neubamberg einstimmig zum Reichstagscandidaten proclamirt. * Mardorf (Kr. Kirchhain), 29. Januar. Unser Dors hat in den letzten Wochen nun auch seinen regelrechten Strike gehabt. Zwar war dies weder ein Strike der Kohlen- noch der Dock-Arbeiter, sondern ein solcher der Holzarbeiter. Die Wald-Jnteressen-Gemeinde Mardorf, die etwa 72 Interessenten mit 1700 Hektaren Waldfläche zählt, beschäftigte etwa 40 Arbeiter mit einem Tagesverdienste von rund 90 Pfg. Dieselben legten nun die Arbeit nieder und forderten dieselbe Verdiensthöhe wie ihre in den fiscalischen Waldungen arbeitenden College», nämlich 10 Pfg. pro Cubikmeter, was einem Mehrverdienste von ca. 1.20 Mk. pro Tag gleichkommt. Die ganze Angelegenheit fand indessen in wenigen Tagen ihre Erledigung dadurch, daß Seitens der Interessenten die gestellte Forderung bewilligt wurde. * Fürst Bismarcks letzter Walzer. Madame Carette, die einstige Vorleserin der Kaiserin Eugenie, erzählt in ihren in den nächsten Tagen bei Ollendorf erscheinenden Memoiren folgende Erinnerung aus ihrem Leben am Tuilerienhofe: Auf einem großen Balle, welcher in den Tuilerien während I des 1867er Ausstellungsbesuches des Königs von Preußen diesem zu Ehren gegeben wurde, kam mir während des I Cotillons die Idee, dem Grasen von Bismarck, der aus einer Ecke den Tänzen zusah, ein Rosenbouquct anzubieten, was die Bedeutung einer „Damenwahl" für eine Walzertour bedeutete. Bismarck, damals Gegenstand der allgemeinen Aufmerksamkeit, nabm das Bouquet au und der Einladung entsprechend, walzte er mit mir in vortrefflichster Weise mitten durch das Gewühl der Tänzer hindurch. Dieser kleine Vorfall, der mit der Würde des Grasen und mit der Rolle, die er schon damals in den Weltsragen spielte, gar nicht im Einklang stand, schien die anwesenden Souveräne und die ganze Gesell- I I schäft sehr zu amüsiren, da man kaum erwartete, Bismarck sich unter die Jugend mengen zu sehen. Als der Gras mich nach meinem Platze zurückgeleitet hatte, zog er eine künstliche Rosenknospe aus dem Knopfloch seines Frackes und überreichte mir dieselbe mit den Worten: „Wollen Sie die Rose in Erinnerung an die letzte Walzertour aufbewahren, die ich I in meinem Leben getanzt haben werde und die ich nicht ver- I gessen werde." * Ein höheres Hundesreffen. Das gesellschaftliche Leben in Warschau ist recht lebhaft und ein dortiges Blatt berichtet u. A. über eine Festlichkeit, welche wohl einiges Kopfschütteln erregen dürste. Die Wittwe eines Gutsbesitzers, welche in der Hauptstadt des Zarenthums Polen wohnt, hat drei Stubenhunde, die sic mit besonderer Sorgfalt pflegt. Dieser Tage nun arrangirte die Dame für ihre Lieblinge einen Hunde-Rout. Zur bestimmten Stunde kamen in Kutschen und anderen Equipagen zwölf zum Rout geladene Hündchen an- gesahren, die verschiedene phantastische Costüme und Mützen trugen. Im Speisesaal war die Mittagstafel gedeckt. Das Menu für die vierfüßigen Gäste war ein ausgesucht feines. Als Imbiß wurden schön decorirte Pastetchen gereicht, darauf folgte Roastbeef, Kalbsbraten, Wildbraten, Geflügel und zum Schluß das Dessert. Bedient wurden die Vierfüßler von Lakaien. (Hoffentlich ist das ein Zeitungsscherz, wenn auch kein gelungener. Wäre das nicht der Fall, so würde die Geschichte nicht „einiges Kopsschütteln", wie das edle Wasch- I lappski-Blatt meint, erregen, sondern geradezu die Entrüstung eines jeden anständigen Menschen.) Als eheliche Kinder wurden im Jahre 1888 lebend geboren .... Im Jahre 1889 ...... sonach im Jahre 1889 mehr resp. w Als uneheliche Kinder wurden im 1888 aeboren Jrn Jahre 1889 sonach im Jahre 1889 mehr Die unehelichen Geburten entfallen auf: in Gießen wohnhafte Mütter 34 ortsfremde Mütter .... 160 Von den unehelichen Geburten erfolgten: in der Entbindungsanstalt . 165 in Privatwohnungen ... 29 131 der unehelichen Mütter waren evangelischer Religion, 60 „ „ „ „ katholischer 3 „ „ „ „ israelitischer „ Unter den unehelichen Kindern befinden sich 3 Knaben, 4 Mädchen, welche von Wtttwen unehelich geboren wurden. Unter Berücksichtigung der Geburts- bezw. Wohnorte sind von den Müttern der unehelichen Kinder Unehelich Zusammen ergibt Sterbsälle für Gießen .... 175 männl.. 145 weibl. Pecs., verglichen mit der Zahl der Geborenen . . . 175 ergibt Geburten-Zuwachs 73 m., 64w. zusammen — 137. 15 19 bleiben 234 189 Die Gesammtzahl der Sterbsälle im Jahre 1889 beträgt 477, hiervon entfallen auf Kinder bis zu 14 Jahren 174, „ „ „ Erwachsene 303. Männliche Personen Weibliche Personen Statistische Mittheilungeu über den «ivilfland der Stadt Gießen im Jahre 188 v. Mitgetherlt von Großh. Standesamt Gießen. Die Zahl der im Jahre 1889 verkündeten Aufgebote beträgt . 280 davon aus Grund eigener Anordnung......161 davon auf Requisition auswärtiger Standesämter . . 119 Die Zahl der Eheschließungen im Jahre 1889 beträgt . . . 138 Im Jahr 1888 betrug dieselbe • 134 sonach im Jahr 1889 mehr 4 Die Zahl der im Jahre 1889 lebend geborenen Kinder beträgt 634 davon sind eheliche: 440. uneheliche: 194. Im Jahre 1888 wurden geboren 6 Im Jahre 1889__12 sonach im Jahre 1889 mehr resp. weniger . . . 4- 6 Knaben Mädchen zusammen 193 234 427 241 199 440 Alix sind, wie schon telegraphisch gemeldet, heute Abend | 10% Uhr nach Malta abgereist, nm ihre Verwandten, Prinz und Prinzessin Ludwig von Battenberg — die Prinzessin ist bekanntlich die älteste Tochter des Großherzogs — zu besuchen. Die Abwesenheit der höchsten Herrschaften ist aus ungefähr | drei Wochen bemessen. Da auck der Prinz und die Prinzessin | Heinrich von Preußen in Malta einzutreffen gedenken, wird I in den nächsten Wochen nahezu die gesammte Großherzogliche | Familie auf dem fernen Eiland beisammen sein. Darmstadt, 30. Januar. Das am 29. Januar aus- | gegebene Großh. Regierungsblatt (Beilage Nr. 2) I enthält u. A.: Promotionen an der Grobherzoglichen Landesunwersttat Gießen. Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigst geruht: Am 22. December 1889 der Wärterin in der Klcinkinderbewahranstalt zu Gießen Elisabethe Werner I )as Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Verdienste", am 4. Januar dem Schullehrer Peter Braun zu I Friedberg das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps >es Großmüthigen zu verleihen. Dienstnachrichten. Am 1. Jannur 1890 wurde dem Schullehrer Johann Heinrich Schäfer zu Reiskirchen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kostheim übertragen- am 8. Januar wurde der von dem Herrn Grafen von Schlitz, genannt von Görtz, aus die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Wegfurth präsentirte Schulamtsaspirant Carl Himmler aus Frischborn für diese Stelle bestätigt; am 14. Januar wurde dem Schulamtsaspiranten Josef Moll aus Wöllstein die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rockenberg übertragen. Rtthestandsversetzungeu. Am 4. Januar 1890 wurde der Schullehrer an der gemeinsamen Musterschule zu Friedberg Peter Braun aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen I treuen Dienste, mit Wirkung vom 16. Januar an, in den ; Ruhestand versetzt. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gambach mit einem Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Pohl-Göns mit einem Gehalte von 900 Mk. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Engelrod mit einem Gehalte von 900 Mk. Sterbefälle. Gestorben sind: Am 26. November 1889 der evangel. Pfarrer Friedrich Heberer zu Allendors an der Lda., am 2. Januar 1890 der Schullehrer Balthasar Vorbach zu Reibertenrod, am 13. Januar der Reallehrer Reinhard Dietz zu Gießen, am 17. Januar der Steuercommifsär i. P. Steuerrath Carl Limpert zu Grünberg. Darmstadt, 31. Januar. Seitens der Darmstädter Bank-wird dem „Fr. I." durch den Draht mitgetheilt, daß die von demselben dem „Rheinischen Courier" entnommene Nachricht im heutigen Morgenblatte, es habe zwischen der Hessischen Ludwigsbahn und der Verwaltung der Darmstädter Bank eine Besprechung betreffend Verstaatlichung der Ludwigsbahn' stattgesunden, falsch ist. Darmstadt, 30. Januar. Neues bürgerliches Gesetzbuch betr. Zu dem Anträge des Abgeordneten Metz (Darmstadt) und Genossen bebufs Feststellung des Entwurfes eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich hat sich die Großh. Staatsregierung dahin geäußert, „daß sie auf das Entschiedenste den Wunsch einer baldigen Herstellung der Einheit des bürgerlichen Rechts für das Deutsche Reich theile und, so viel in ihren Kräften stehe, aus thun lichst baldigste Feststellung des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuchs behufs Vorlage an den Reichstag hinwirken werde. Dieselbe könne es nur mit Befriedigung begrüßen, wenn die Stände des Großherzogrhums sich in diesen Bell 3 4 9 11 4 - 16 Hierzu kommen uneheliche Kinder, deren Mütter in Gießen wohnhaft sind...... 14 ergibt Geburten für Gießen 248 Die Zahl der im Jabre 1889 dahier Gestorbenen beträgt . . .276 männl., 201 weibl. Pers., Verkehr, Land« ttttö volkrwirthschaft. - Lünse deS Geflügel». (Nachdruckverboten.) Die Läuse, richtiger Hühnerhaarlinge, welche nur zu häufig neben verschiedenen anderen Quälgeistern unser Geflügel plagen und ein rechtes Gedeihen derselben hindern, finden sich hauptsächlich dort, wo nicht genügend auf Reinlichkeit der Ställe gesehen wird. Ne nttchkeit ist d e beste Vorbeuge, aber auch das beste Verttlgungsmittel. Wo sich die Lause eingenistet, da nehme man eine Radicalreinigung der Ställe, Schläge rc. vor. Sämmtltcher Dünger ist zu entfernen, die Wände, Sitzftangen, Alles gründlich zu reinigen und zu beöinficiren. Die Wände sind zunächst mit CreolinwassLr zu reinigen und dann mit Kalkmilch anzustretchen, wobei die Decke nicht zu vergessen ist. Fugen sind zu verstreichen. Diese Manipulationen sind auch mit Rücksicht auf die Vertilgung von anderen Parasiten von Bedeutung. Das Geflüael selbst ist in einer schwachen Lösung von artinautischem Ereolin zu baden und zwar gründlich, so daß die Flüssigkeit bis auf die Haut gelangt. Nach dem Bade müssen die Hühner, bis zum völligen Abtrocknen, an einen warmen, womöglich geheizten Ort gebracht werden, weil sonst leicht Erkältungskrankheiten folgen. Auch kann man gutes Jnsectenpulver mit Hülfe eines Zerstäubers anwenden. Jeder Versuch bringt dauernde Abnehmer deSHollünd. Tabaks, 10 Pfd. fco 8 Mk. nur bei B. Becker in Seesen a. Harz. [156 er + 48 — 35 + 13 re 85 75 160 . 100 94 194 Knaben F. 1 vangl. en G Z a Knaben % <3 = 2 » Mädchen S c frE a S ISr EI ael. )en g >E 6C 8 Knaben = Nist en_ 4 JQ :Q A h- Knaben bo ____ ö 9 Mädchen | 197 163 9 8 9 5 26 23 241 199 Verdingung Die Lieferung des Bedarfs an Verbrauchsgegenständen für 1890/91, und zwar ungefähr: 10215 kg Petroleum, 200 cbm kiefern Scheitholz, 45 kg weiße Seife, 1000 kg grüne Schmierseife, 1165 kg kcystall. Soda, 290 hl Streusand, 363 Haarbesen, 122 Piaffavabesen, 245 Besenstiele und ferner die Anfuhr von ungefähr 55 Dovpelwaggons Steinkohlen oom hiesigen Bahnhofe ab soll am Mittwoch den 3« Februar d I., Vormittag- 10 Uhr im Bureau der unterzeichneten Ver- walttmg, woselbst auch die Bedingungen ausliegen, verdungen werden. Abschrift der Bedingungen 1 Mark. Zuschlagsertheilung innerhalb vier Wochen. 523 Gießen, den 14. Januar 1890. Großherzogliche Garnisonverwaltung. 3nfli)ocrpadjtimg Donnerstag den 6. Februar 1890, Nachmittags 2 Uhr, soll die hiesige Gemeinde-Wald- und Feldjagd auf hiesiger Bürgermeisterei auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Annerod, am 28. Januar 1890. Großb. Bürgermeisterei Annerod. ________Engelhardt. 873, Jagdverpachtung. Fr-itag den 7. Februar d. I., Nachmittags 1 Uhr, soll auf dem Gemeindehause dahier die der Gemeinde Lang-Göns zustehende Wald-und Feldjagd, circa 1524 Hectare enthaltend, in drei Abtheilungen auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Lang-Göns, den 25. Januar 1890/ Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns. Brücket. 836 Iagdverpächümg Montag den 10. Februar d. I., Vormittags um V2U Uhr, soll die Jagd der Gemarkung Feldheim auf dem Rachhause zu Utphe unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf sechs Jahre verpachtet werden. Utphe, am 29. Januar 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Utphe für die Feldgemarkung Feldheim. Filsinger. 905 IägdverpÄchrunß. Montag den 10 Februar d. I.. Vormittags um 10 Uhr, soll die Der hiesigen Gemeinde zustehende Jagd unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf hiesigem Rathhause auf sechs Jahre verpachtet werden. Utphe, am 29. Januar 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Utphe. Filsinger. 904 Jagd-Verpachtung. Mittwoch den 12 Februar L I., Nachmittags 1 Uhr, soll die hiesige Gemeinde-Jagd auf weitere sechs Jahre auf dem Rathhause öffentlich verpachtet werden. Climbach, am 31. Januar 1890. Großh. Bürgermeisterei Climbach. Stein._________953 Holzversteigerung. Freitag den ^.Februar d. I., wiro in hiesigem Gemeindewald folgendes Nadelholz versteigert: 15 Stämme von 15 bis 35 Ctm. Durchmesser und 7 bis 11 Mir. Länge, 431 Rm. Knüppel (hierunter 78 Rm. von 3 Mtr. Länge), 48 Rm Stöcke, 4360 Wellen. Die Zusammenkunft ist Vormittags 9 Uhr am Pflanzgarten. Großen-Linden, 27. Januar 1890. Gr. Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 872 Friedl). Pferdeloose, Ziehung 15 Februar, [574 empfiehlt Julins Wallach, Oaßönerpadjtung der Stadt Mendorf a. d. Lumda. Mittwoch den 12. Februar l. I., Vormittags um 11 Uhr, soll die hiesige Gemeindejagd in zwei Abtheilungen auf weitere sechs Jahre auf hiesigem Rathhaus öffentlich ver- i pachtet werden. Die Bedingungen werden in dem Versteigerungstermine bekannt gemacht. Allendors a. d. Lumda, am 30. Januar 1890. [952 Rein, Beigeordneter. Holz-Versteigerung im L i ch e r Stadtwalde« Mittwoch den 3. Februar dS. Js., Vormittags um 9 Uhr anfangend, sollen in dem District Oberspeierlincskops folgende Holzsortimente zur Versteigerung kommen: 1) 372 Rmtr. Buchen-Scheiter, 2) 212 „ „ -Knüppel, 3) 20 „ Eichen- „ 4) 2730 Eichen- und Nadel - Reisig- Wellen, 5) 350 Rmtr. Buchen-, Eichen- und Nadel-Stöcke. Die Zusammenkunft ist an der Nieder - Bessinger Schneise an der Kreisstraße nach Hattenrod zu. Lich, am 31. Januar 1890. Großherzoglicke Bürgermeisterei Lich. ___Walz.________954 Montag den 3. Februar L I., Nachmittags 2Vr Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht erb- theilungshalber die den Erben der Friedrich Lind Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien Flur 1 N'. 326 — 75 Meter Hofraithe in der Katharinengasse, Flur 1 Nr. 327 — 31 Meter Hofraithe daselbst, Flur 26 Nr. s6o3/in — 286 Meter Acker auf der Weiserde am Weg öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 27. Januar 1890. Großh. Ortsgerickt Gießen I. A. Vogt.8_12 Dienstag den 4. Februar, Nachmittags 2 Uhr, werden im Local des Herrn I. Spies am Oswaldsgarten die zur Hinterlassenschaft der Herz Schulhofs Eheleute gehörigen Möbel, als: 1 Tisch» Stühle, 1 Bett, Commode rnit Glasaufsatz, Waschkommode mit Weitzer Marmorplatte, sowie etwas Weißzeug, Kleider u. s. w versteigert. Im Auftrag: __Hoffmann.________922 Montag den 3. Februar l I., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem diesigen Ortsgericht auf freiwilliges Ansuchen des Eduard PösHel in Cassel die demselben in der Gemarkung Gießen zustehenden Immobilien Flur 46 Nr. 134,2 — 357 Meter Acker in der Lichtenau, auf den Fluth- graben, Flur 46 Nr. 144,8 — 62 Meter Acker daselbst, Flur 46 Nr. 128,5 - 750 Meter Acker daselbst, Flur 46 Nr. 137,8 - 338 Meter Acker daselbst, Flur 46 Nr. 129,8 — 35'.' Meter Acker daselbst, Flur 46 Nr. 138,2 - 306 Meter Acker daselbst, Flur 46 Nr. 130 und 13 a,6 — 338 Meter Acker daselbst, Flur 46 Nr. 140,8 - 137 Meter Acker daselbst, Flur 46 Nr. 131 und 131 a,2 — 181 Meter Acker daselbst, Flur 46 Nr. 141,2 - 112 Meter Acker daselbst, Flur 46 Nr. 133,5 - 325 Meter Acker daselbst, Flur 46 Nr. 143 8 — 169 Meter Acker dasilbst öffentlich meistbietend versteigert werden Gießen, 27. Januar 1890. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A. Vogt. 843 IeUgeöotenes. 887] Ein fast neuer Hohlenwtisen sofort zu verkaufen bei J. Pfeffer, Marktplatz 6. Ein in welchem eben eine feine Restauration betrieben wird und wozu zwei Morgen Gartenland gehören, in der Nähe von Cassel bezw. Wilhelmshöhe, in ganz reizender und äußerst gesunder Lage, ist preiswürdig zu verkaufen. Das schöne Besitztum eignet sich auch vorzüglich zu einer herrschaftlichen Billa oder Pensionat oder Kuranstalt, eventuell zur Fabrikanlage. [917 Näheres in der Exped. d. Bl. 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Die Beerdigung- findet statt: Sonntag den 2. Februar, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Frankfurterstrasse 39, aus. 962 Glasergessllsehaft Giessen. Gonvtag den 2. Februar Feier des 3. Stiftungsfestes im Saite des Cafe Leid: Concert tm 948] Zur Herstellung von 300,000 Ruffensteinen wird unter günstigen Bedingungen ein Unternehmer gesucht. _______A. Stamm, Gladenbach. 951] Leistungsfähige Frankfurter Weinhandlung sucht für Gießen und Umgegend einen bei Wirthen und Privat- kundschast gut eingesührten Vertreter. Gefällige Offerten unter X. an die Exped. d- Bl. _____ Gesucht ein tüchtiger Pferdeknecht für Oeconomie und für einen Brodwagen zu fahren- Wo? sagt die Exped. d. Bl. [926 90jj Für Flickarbeiten wird eine Näherin an einem Tag in der Woche gesucht. Anmeldungen in die Expedition dieses Blattes erbeten._____________________ 888] Gesucht ein braves, tüchtiges Mädchen in einen kleinen Haushalt- Zu erfragen in der Exped. d. Bl. 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