Nr. 2. Freitag den 3. Januar 1890. Gießener Anzeiger Henerat-Wnzeiger Aints- und Airzergeblatt für den Ureis Gieren Gratisbeilage: Gießener Aamitienötätter Redaction, Expedition und Druckerei: Schnlstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger ASonnemeutspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog» 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener MnmiktenötLtter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Der chießerrer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Alle Annoncen-Bureaux deS In» und Auslandes nehm» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Vorm. 10 Uhr. Amtlicher TheiL. Bekanntmachung, das Ersatz-Geschäft für 1890 betreffend. Mit Bezug aus die Bestimmungen der Deutschen Wehr- Ordnung werden alle im Jahr 1870 geborenen Militärpflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitioe Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt haben, oder in demselben als Studenten. Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirthschastsbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aufhalten, hiermit aufgesordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 13* Januar bi» zum 1. Februar L. I. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, beziehungsweise ihres Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem Otte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und wenn sie sich bereits bei einer früheren Musterung gestellt haben, ihren Loosungs-Schein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Diejenigen, welche die Anmeldung Unterlasten, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 30 «X oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Theilnahme an der Loosung aus- geschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche aus Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden. Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- And 'Fabrikherrn zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Die Großherzoglichen Bürgermeisterelen des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, am 2. Januar 1890. Der Civllvorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission Gießen- Jost, Regierungsrath. Bekanntmachung, Feldbereinigung in der Gemarkung Ruttershausen betreffend. Nachdem das Großh. Kreisamt Gießen die Einleitung des Verfahrens der Feldbereinigung und der Anlage von Wegen in den Baunfftücken in der Gemarkung Ruttershausen beantragt hat, nachdem von der Großh- Landescommission für Feldbereinigung das beantragte Verfahren als zulässig erachtet und der Unterzeichnete als Commiffär zur Leitung der Abstimmung bestellt worden ist, wird Tagfahrt zur Abstimmung über den gestellten Antrag auf Montag den 13. Januar 1890, Vormittag- von 10 bi- 12 Uhr, in da- Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Ruttershausen anberaumt und zu derselben die beteiligten Grundeigentümer unter dem Rechtsnachthell eingeladen, daß diejenigen, welche in dem Termin weder persönlich noch durch gehörig Bevollmächtigte abstimmen, als sür den gestellten Antrag stimmend angesehen werden. Gießen, am 17. December 1889. Der zur Leitung der Abstimmung bestellte Commiffär: Nebel, Amtmann. Bekanntmachung, die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß' hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h- seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden- Auch erscheint es zweckdienlich, wenn die nähere Adresse angegeben wird. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a) Geburtszeugniß; b) ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich z'u bescheinigen; c) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und den sonstigen mllitärberechtigten Lehranstalten) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit ooer ihre vorgefetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d) das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Unterschrift de» Vaters oder Vormundes beglaubigt sein muß. Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugniffe für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugniffe für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober - Realschulen, sämmtlich nach dem Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.- 5 von 1889 — ausgestellt sein muffen. Im llebrigen wird aus die 89, 90, 93 und 94 der angeführte Großh. Prüfungs für einjährig Freiwillig Der Vorsitzende: Dr. Zeller. Deutsche» Reich. Berlin, 31. December. Gestern sand eine Sitzung des Staatsministeriums statt, welche sich anscheinend mit Vorlagen für den Landtag beschäftigt haben dürfte. Berlin, 31. December. Die Abendblätter bringen ein aus Mixesse, 26. November datirtes Schreiben EminPaschas an das Emin-Pcffcha-Comite, worin derselbe für die Ausrüstung der deutschen Expedition dankt. Emin begrüßt darin daS große Unternehmen, welches ihm und seinen Leuten.Hilse bringen solle, als einen Beweis für das lebhafte Interesse, das man nun auch in Deutschland den afrikanischen Verhältnissen zuzuwenden beginne, wovon er reichen Segen für diese Länder erwarte. Aus deutschem Boden befindlich, habe er nur Gutes kennen gelernt. Was er zum rüstigen Fortbau aus den gelegten Grundlagen beitragen könne, werde gern geschehen. Breslau, 31. December. Wie der „Breslauer Ztg." aus Trachenberg gemeldet wird, wird Se. Majestät der Kaiser am Freitag Abend ß1/^ Uhr als Gast des Fürsten Hatzfeld in Trachenberg eintreffen, wo eine große Jagd in Aussicht genommen ist. Die Rückreise Sr. Majestät wird nach den bisherigen Bestimmungen am Samstag über Breslau stattfinden. Die Bürgerschaft Trachenbergs und die dortigen Vereine treffen Vorbereitungen zu einem feierlichen Empfang. Gegen 350 Fackelträger werden vom Bahnhose bis zur Stadt Spalier bilden. Ausland. Wien, 31. December. Die Influenza ist in stetigem Wachsen. Der Landessanitätsrath hat beschlossen, den Unterricht in sämmtlichen Schulen Meder-Oesterreichs bis zum 7. Januar zu sistiren und zugleich das Ersuchen an den Bürgermeister gerichtet, Vorsorge für die Eröffnung eines Epidemie- Spitals zu treffen. Wien, 31. December. Wie der „Polit. Corresp." aus Belgrad gemeldet wird, waren daselbst gestern Gerüchte über das Bevorstehen einer M i n i st e r k r i s i s verbreitet. Dieselben seien auf Differenzen zurückzusühren, welche zwischen der Regierung und der Regentschaft wegen Reconstruction des Staatsrathes entstanden seien und deren Austragung ursprünglich noch gestern hätte erfolgen sollen, aber nunmehr bis nach den Weihnachtsserien vertagt worden sei. Kopenhagen, 31. December. Dem amtlichen ärztlichen Berichte zufolge hat die Influenza in der letzten Woche hier erheblich abgenommen, es wurden während der ganzen Woche nur gegen 3000 neue Erkrankungen gemeldet. Der Verlauf der Epidemie ist ein fortdauernd gutartiger geblieben. Rom, 31. December. In dem letzten geheimen Con- sistorium hat der Papst 31 Erzbischöfe und Bischöfe prä- conisirt und zwar 5 Spanier, 8 Italiener, 6 Russen, 3 Deutsche, 1 Dalmatiner, 6 Franzosen, 1 Belgier und 1 Mexikaner. Darunter befinden sich Anton Thoma, Erzbischof von München, Anton Zerr, Bischof von Terespol, Peter Kossowski, Suffragan-Bischos von Wladislaw, Philipp Nakic, Bischof von Spalato (Dalmatien), Anton Stillemans, Bischof von Gent, Hermann Dingelstädt, Bischof von Münster, Michael Rampf, Bischof von Passau, Anton Andzicwicz, Bischof von Wilna, Franz Yaczewski, Bischof von Lublin und Administrator der Diöcese Podlachien, Michael Wowodworski, Bischof von Ploczk. Ferner theilte der Papst mehrere bereits durch Breve erfolgte Ernennungen mit, darunter die des Mgr. Piavi zum lateinischen Patriarchen von Jerusalem und des Mgr. Walsh, von London nach Toronto (Canada) versetzt. Endlich hat der Papst dem Patriarchen von Jerusalem das Pallium bewilligt und den neu ernannten Cardinälen den Cardinalsrang verliehen. Rom, 31. December. In der Allocution, welche der Papst in dem gestrigen Consistorium hielt, sprach derselbe seine Befriedigung aus über die Errichtung von katholischen Universitäten in Washington, Ottawa und Freiburg. Um so größeren Schmerz verursache ihm Italien, wo, wie jüngst ein im öffentlichen Leben stehender Mann erklärt habe, die Machthaber unaufhörlich die Kirche und den Papst zu bekämpfen trachteten. Das Papstthum habe ein Recht auf die weltliche Macht, weil hierauf die Unabhängigkeit und die zur Ausübung der Pflichten nothwendige Freiheit beruhten. Das neue italienische Strafgesetzbuch und das jüngst votirtc Gesetz über die frommen Stiftungen und Wohlthätigkeitsanstalten seien eine Beleidigung der Geistlichkeit und eine Verletzung der Kirche. Die Priester seien von der Verwaltung der Wohlthätigkeitsanstalten ausgeschlossen worden, während die Frauen dazu zugelassen würden. Man habe gesagt, die Wohlthätigkeit müsse von Laien geübt werden, weil sie dann besser ausgenommen werde. Die Unglücklichen aber schämten sich, außerhalb der Kirche christliche Mildthätigkeit in Empfang zu nehmen, weil es außerhalb der Kirche keine wahre Mildthätigkeit gäbe. Turin, 31. December. Bei einem Fe st banket, welches der hiesige Verein der Industriellen zu Ehren des hier anwesenden Marineministers veranstaltete, besprach letzterer die Militärausgaben und äußerte dabei, es sei zu beklagen, daß die europäischen Verhältnisse einen so großen Druck auf ein Land wie Italien ausübten, welches nur bestrebt sei, in Frieden mit Allen zu leben und welches, nachdem alle seine Bemühungen der Erlangung der Unabhängigkeit gegolten hätten, jetzt die Nothwendigkeit fühle, sich gänzlich der wirth- schastlichen und socialen Wiedergeburt zu widmen. Es sei zu wünschen, daß dieser Zustand sich zum Besseren wende. Der heißeste Wunsch, den er an diesem Tage aussprechen könne, sei der, daß der Zustand der Ruhe, wozu Italien gelangt sei, sich derart kräftige, daß bald der Tag kommen möge, wo es möglich werde, die das Land bedrückenden Opfer zu erleichtern. Die Regierung sei von der Pflicht durchdrungen, Alles zu thun, um diesen Tag möglichst bald herbeizuführen, dieselbe habe die feste Absicht, dies Ziel zu erreichen. Petersburg, 31. December. Durch ein heute veröffentlichtes Gesetz wird der Minister für Volksaufklärung ermächtigt, das deutsche Gymnasium in Goldingen (Kurland) binnen drei Jahren zu schließen und die der Kurländischen Ritterschaft für das Gymnasium bewilligte Regierungs- subsidie von 1600 Rubel jährlich von Neujahr 1890 ab zurückzuziehen. — Nach einem heute veröffentlichten Gesetze sind denjenigen ausländischen Actiengesellschaften, welche die Erlaubniß nachsuchten, ihre Operationen in Rußland fortzusetzen und Handelspapiere für das lausende Jahr erhielten, solche auch für das künftige Jahr zu verabfolgen, wenngleich die Erlaubniß noch nicht ausgesertigt ist. Washington, 31. December. Der Congreß der See- User-Staaten hat heute die Arbeiten beendigt und sich auf unbestimmte Zeit vertagt. Neneste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 1. Januar. Heute Morgen 11 Uhr war Gottesdienst in der Schloßcapelle, dem der Kaiser und die Kaiserin 3 NI UU| Ordnung verwiesen, sion rnnstadt. nebst den kaiserlichen Prinzen, die hier anwesenden Prinzen imb Prinzessinnen, die Hofstaaten, die General- und Fluges Adjutanten, daS diplomatische Corps :c. beiwohnten. Danach war große Defilircvur im Weißen Saale, nach welcher sich das kaiserliche Paar mit den Prinzen zur Gratulation zur Kaiserin Augusta und den großh. badischen Herrschaften begab. Sodann fuhr der Kaiser zur Großen Parole nach dem Lichthofe des Zeughauses, woselbst eine kurze Ansprache au die commandirenden Generale sämmtlichcr Armeecorps erfolgte. Dresden, 1. Januar. Die Königin wird wegen Unpäßlichkeit an der heutigen GratulationScour nicht theilnchmeu. London, 1. Januar. Der Bericht des Schatzamtes weist an Einnahmen für das am 31. December schließende Quartal Lst. 21,577,798 gegen Lst. 21,266,907 des Vorjahres auf, für die am 31. December schließenden 12 Monate Lst. 88,963,595 gegen Lst. 90,173,416 des Vorjahres. Die Einnahmen aus den Zöllen der verflossenen 12 Monate nahmen um Lst. 496,000 und diejenigen aus den Posten und Telegraphen um Lst. 780,000 zu. Dagegen nahmen die Einnahmen aus den Steuern um 1 Million und aus den sonstigen Mgaben um Lst. 1,215,000 ab. London, 1. Januar. Die Krankheit, welche Lord Salisbury zwei Tage ans Bett fesselte, war Influenza. Der Leibarzt der Königin, Dr. Jenner, war zur Consultation zugezogen worden. Das Befinden des Patienten besserte sich langsam, doch muß derselbe noch das Zimmer hüten. — 'Em unbekannter Wohlthäter überwies dem Vorstande eines hiesigen Hospitals Lst. 100,000 zur Grundlegung eincv Sanatoriums für genesende Patienten der Londoner Hospitäler. Brüssel, 1. Januar. Das königliche Schloß zu Lacken steht in Flammen. Sämmtliche Kunstsammlungen in dem Schlosse sind zerstört, die Gemächer des Königs sind erhalten. Die Prinzessin Clementine, welche mit ihrer Erzieherin beim Ausbruch des Feuers im Schlosse anwesend war, ist mit Mühe gerettet worden. Die Erzieherin wird vermißt und fürchtet man, daß dieselbe in den Flammen den Tod gesunden hat. Petersburg, 1. Januar. Die „Neue Zeit" bespricht die Ernennung der Bischöfe durch den PSpst. und con- statirr dessen versöhnlichen Geist. Die Regierung sowie das russische Volk seien immer sehr talerant gegen den Katholizismus als Religion gewesen, die russischen Katholiken genössen dieselben Rechte wie die Protestanten, die Resormirten, die Armenier und Gregorianer. Dem Vatican werde die Lösung der Bischofsfrage sicherlich Vortheile darbieten und als Beweis dienen, daß der Papst in völliger Aufrichtigkeit handelte, als er das Prinzip der Einmischung der Geistlichkeit in die Politik tadelte. Bukarest, 1. Januar. Der Senat nahm die Vorlage betreffend das Recrutencontingent für 1890 an. Die Kammer lehnte die Amendements der Opposition zu der Adresse ab und nahm den ersten Paragraphen des Entwurfes bei* Majorität an. — Zahlreiche bisher nicht schwere Fälle von Influenza werden hier konstatirt. Die Zahl der in der Garnison an der Influenza Erkrankten betrug gestern Abend loo7. Sofia, 1. Januar. Das amtliche Blatt veröffentlicht eine Verordnung betreffend die Regelung der Handelsbeziehungen zwischen Bulgarien und England. Hiernach unterliegen englische nach Bulgarien eingeführte Waaren einem Zolle von 8 pCt. vom Werthe. Außerdein sind I für dieselben eine Gebühr von 1/z pCt. und die gesetzlichen I Communalabgaben zu entrichten. Für Spiritus, Tabak, Salz, Pulver und andere der Verzehrungssteuer unterworfene, oder ein Monopol bildende Artikel sind außer den oben erwähnten Zollgebühren noch die betreffenden Spezialabgaben zu zahlen. Nach England eingeführte bulgarische Boden- und Jndustrie- producte werden wie die Waaren einer meistbegünstigten Nation behandelt. Die Verordnung bleibt bis zum 1. Januar 1891 in Kraft und gilt, falls seitens keines der beiden Vertrag schließenden Theile bis zum 1. October d. I. Kündigung I erfolgt, als bis zum 1. Januar 1892 verlängert. Rom, 2. Januar. sPrivatdepesche.) Gestern Nachmittag 5i/2 Uhr, nach Beendigung des Empfanges im Quirinal, warf ein Individuum eine Büchse mit brennender Lunte vor das Portal des Schlosses und flüchtete sodann eiligst. Ein Gensdarm drückte die Lunte aus. Das Individuum wurde verhaftet und stellte es sich heraus, daß es ein 30jähriger | Sicilianer Namens Tancred Vita ist, welcher früher Student ! in Pisa war. Es wird behauptet, das Gesäß enthalte eine ungesährliche Mischung von Petroleum und Firniß. totales unö ^provinzielles. Gießen, 2. Januar. — Die Neujahrsnacht ist in der hier üblichen Weise verlaufen. Obwohl der Besuch der Wirthschaften gegen früher bedeutend schwächer geworden, zeigte das Leben und Treiben aus der Straße um die bedeutungsvolle Stunde das gewohnte Gesicht: Eine große Menge „Prosit-Neujahr"-Rufer. Mit Schießwaffen und sogen. Fröschen wurde natürlich auch gespielt) dieser Sport — Unfug ist bezeichnender — ist auch gar zu schön, als daß man ihn in Rücksicht auf Kranke und Kinder unterlassen könnte. Bald nach 1 Uhr hatte der Lärm, diesmal besonders srüh, sein Ende erreicht. Resultat der polizeilichen Thätigkeit: 33 Anzeigen wegen Schießens und Froschwersens, und die Aussicht aus ein für später zu erlassendes Verbot jeglichen Neujahrsspectakels vor 12 und nach 1 Uhr. — Wie uns vom Vorstande des Eis Vereins mitgetheilt wird, haben verschiedene Vorkommnisse es nothwendig erscheinen lassen, den Besuch der Eisbahn einer strengeren Controle, als seither, zu unterwersen. Es sei daher daraus ausmerksam gemacht, daß die Beikarten, welche lediglich dem unterschriebenen Besitzer die Berechtigung zum Betreten der Eisbahn geben, stets mitzubringen und aus Verlangen dem Aufsichtspersonal vorzuzeigen sind. Um indessen das lästige Vorzeigen der Karten aus der Eisbahn selbst zu vermeiden, sind dieselben sür die Folge beim Eintreten in den eingefriedigten Raum vorzuzeigen. - Lebensmittel Preise Ende November 1889. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle sür die Landes' statistik kosteten: ______________________________ ' Ochsenfleisch per Pfund Rindfleisch per Pfund Kalbfleisch per Pfund Schweinefl. per Pfund Hammelfleisch per Pfund Gemischtes Brod Roggen- Brod Butter per Pfund Milch 1 Liter Eier 1 Stück Städte mit Octroi Darmstadt 70 64 70 72 60 14 12 104-114 17 6-9 Mainz 72 54 70 70 60 14 12 100-111 19 6—7 Offenbach 70 60 66 70 65 14 13,5 116-126 22 6-10 Worms 70 64 67 72 60 12 11 105-118 16 6-8 Gießen 69 58 60 69 62 14 12 111-117 17 7-8 Städte ohne Octrot Bingen 70 65 60 70 50 13 12,5 104-113 18 7-10 Bensheim 64 56 64 70 60 12,5 10 90-107 ¥1 7—8 Alzey 65 60 70 75 70 14 11 105-115 17 9-10 Friedberg 70 60 60 64 50 14 13 105-110 16 8-9 Alsfeld 62 56 55 60 — 14 12 100 14 6 Lauterbach 56 56 50 64 50 15 11,5 100 14 6 — In der Provinz Oberhessen bestehen z. Z. folgende, zum hessischen Landesverein gehörende Kirchengesangvereine: Gießen, Bad Nauheim, Friedberg, Londorf, Grünberg, Annerod, Alsfeld, Holzheim, Nainrod, Lauterbach, Lardenbach, Schotten, Herbstein, Romrod, Bingenheim, Ober- Mockstadt, Ulrichstein, Wenings, Bruchenbrücken, Rommelhausen, Ober-Gleen, Klein-Karben. Kirchenchorschule Gießen. — Eingegangen sind im Lause der Zeit die Vereine zu Schlitz, Lich, Allendorf a. d. L., Burkhards und Okarben. Alsfeld, 31. December. Am Sonntag fand hier im Saale des Weinhauses eine Versammlung d e r A r b e it e r Alsfelds statt. Die Tagesordnung lautete: „Wie stellen sich die Arbeiter Alsfelds und Umgebung zu den jetzigen erhöhten Lebensmittelpreisen?" Herr Georg Schuchard wies darauf hin, daß unter den jetzigen Verhältnissen dem Arbeiter wirklich unmöglich sei, bei der steten Steigerung der Lebensmittelpreise mit seinem Verdienste auszukommen. Da nun die Arbeiter der hiesigen Gegend nicht in der Lage seien, in eine Bewegung zur Erzielung besserer Arbeitslöhne einzutreten, so sähen sie sich genorhigt, Mittel und Wege ausfindig zu machen, wie sie billigere Lebensmittel, besonders Brod, welches jetzt auch aus einer Preisstufe steht, die dem Arbeiter, der einen größeren Bedarf hat, den größten Theil seines Lohnes verschlingt, beschaffen können. Nachdem der Redner ein Schreiben von einer auswärtigen Brodfabrik verlesen hatte, wurde von der Versammlung beschlossen, mit den Herren Arbeitgebern und den hiesigen Bäckermeistern zusammenzukommen, um zu sehen, ob die ersteren gewillt sind, diese Nothfrage ihrer Arbeiter zu unterstützen, und die letzteren, ob sie billigeres Brod hier am Platze schaffen können. Lauterbach, 31. December. Am vorigen Sonntag hat sich hier unter dem Namen Zuchtvercin Lauterbach ein Verein constituirt, der es sich zur Aufgabe stellt, die Rindviehzucht in unserem Kreise zu heben, hauptsächlich durch Einführung der Simmenthaler Race. Zu diesem Zwecke soll das Rindvieh der Mitglieder von einer Commission besichtigt und die tauglichen Thiere als Stammzuchtthiere gekört und gezeichnet werden. Hierbei werden jedoch nicht blos etwa reine Simmenthaler Mutterthiere angenommen, sondern alle Thiere mit gutem Körperbau und hohem Gebrauchswerth ohne große Rücksicht auf die Race. Die reinen Simmenthaler Thiere werden besonders behuss Eintragung in das Heerdbuch sür das Großherzogthum Hessen vermerkt. Zur Veredelung des vorhandenen Zuchtmaterials dürfen nur reinracige Simmenthaler Bullen verwandt werden, lieber die gekörten Stammzuchtthiere und deren Nachkommenschaft wird ein genaues Zuchtbuch geführt, um Viehkäufern Aufschluß über die Abstammung eines jeden Thieres geben zu können und um Anhalt zur Beurtheilung der eigenen Stammzuchtthiere zu gewinnen. Ferner bezweckt der Verein, seinen Mitgliedern den Bezug von Original-Rindern und -Bullen zu erleichtern. Es haben sich bereits verschiedene Mitglieder zur Anschaffung von Original-Simmenthaler Rindern bereit erklärt und wird demnächst vom Zuchtvereiu um Aufgabe fester Bestellung ungefragt werden. Es soll weiter vom Zuchtverein eine Vereinbarung über einheitliche und zweckmäßigste Aufzucht des Jungviehs, Belehrung der Mitglieder und Erzielung günstiger Absatzwege für Zuchtvieh ins Auge gesaßt werden. — Der Beitrag ist für jedes Mitglied auf 3 Mk., für jede Gemeinde auf 5 Mk. pro Jahr festgesetzt. Bis jetzt sind dem Verein 65 Landwirlhe beigetreten, weitere Anmeldungen stehen in Aussicht. Wer sich noch melden will, hat dies schriftlich an Herrn Dr. A. Backhaus in Rudlos zu thun. dt. Neu - Ulrichstein , 1. Januar. Monatsbericht pro December 1889 der Arbeiter-Colonie. Ende December 1889 sind in der Colonie stellen- resp. arbeitslos 118 Mann. Dieselben verteilen sich aus das Groß- herzogthnm Hessen 35, Regierungsbezirk Cassel 19, Regierungsbezirk Wiesbaden 18, Provinz Brandenburg 3, Pro- | vinz Hannover 4, Pommern 3, Ostpreußen 2, Provinz Sachsen 1, Provinz Schlesien 4, Westfalen 4, Provinz Rheinpreußen 4; Königreich Bayern 9, Königreich Sachsen 2, Königreich Württemberg 1, Großherzogthum Baden 1, Groß- herzogthum Oldenburg 1, thüringische Staaten 2, freie Stadt Hamburg 2. Oesterreich 2. Italien 1. Hiervon waren Anstreicher 1, Arbeiter 61, Bäcker 3, Bergmann 1, Bildhauer 1, Buchbinder 1, Buchdrucker 1, Böttcher 1, Drahtzieher 1, Elfenbeinschnitzer 1, Färber 1, Former 1, Glaser 1, Glasmacher 1, Gärtner 1, Goldarbeiter 1, Häsner 1, Kaufleute 3, Leinweber 2, Maurer 3, Metzger 2, Sattler 2, Steinhauer 1, Seiler 1, Steinmetz 1, Schlosser 2, Schmied 1, Schreiner 1, Schornsteinfeger 1, Schreiber 2, Schuhmacher 4, Tapezierer 2, Tüncher 1, Vergolder 1, Wagner 1, Ziegler 2, Zimmerleute 2, Schneider 4. Seit Bestehen der Colonie wurden ausgenommen 1349. Abgegangen sind 1231. Im December wurden entlassen 9, und zwar in Arbeit durch die Colonie 3, auf eigenen Wunsch 4, arretirt 1 , wegen Trunk 1. Verpflegungstage im December 3609. Gearbeitet wurde an 2829 Tagen, hierunter 78 Tage sür fremde Rechnung. ______________ vermischtes. * △ Mainz, 1. Januar. In dem nahen Rüsselsheim hat die Influenza einen Arzt aus seinem Berufe hinweggerafft. Der auch in weiteren Kreisen bekannte Dr. Melsheimer wurde vor einigen Tagen von der Influenza befallen, die alsbald in Lungenentzündung ausartete und den Tod des pflichttreuen Arztes verursachte. * △ Mainz, 1. Januar. Im Verfolg des*Eisenbahn- projectes Mainz-Wiesbaden hat die preußische Staatsbahnverwaltung jüngster Tage der hiesigen Bürgermeisterei die Aufforderung zugehen lassen, sich über die Anlage der unterhalb des Mainzer Zoll- und Binnenhafens zu erbauenden Eisenbahnbrücke zu äußern. Die Bürgermeisterei hat die Angelegenheit der städtischen Baucommission überwiesen. * △ Aus Rheinhessen, 1. Januar. Anläßlich ihres fünfzigjährigen Bestehens hat die L e d e r f a b r i k von Doerr und Reinhart in Worms am Sylvesterabend einen Betrag von hunderttausend Mark zur Erbauung von Arbeiterwohnhäusern ausgesetzt. Diese Häuser sollen zu einem mäßigen Zins den Arbeitern der Fabrik zur Versügung gestellt werden. Weiter hat die Firma ein Capital von fünf undzw anzig- tausend Mark gestiftet, dessen Zinsen zur Ergänzung des von der Betriebskrankenkaffe der Fabrik geleisteten Krankengeldes dienen soll. Diese Stiftungen waren von einer Danksagung an die Arbeiter begleitet, worin es heißt, daß die Träger der Firma stets der Pflicht eingedenk seien, ihren Arbeitern mehr zu schulden als b.en Lohn. * Frankfurt, 31. December. Den sichersten Maßstab für die Verbreitung einer Krankheit geben zweifellos die Kranken- kassen, und wenn wir erfahren, wie sie durch die Influenza in Anspruch genommen werden, so haben wir die Gewißheit, daß die Krankheit in den letzten Tagen sehr stark ausgetreten ist. U.»A. wurde am Sonntag der Vorstand der Krankenkasse „Standhastigkeit" zu einer schleunigen Sitzung zusammen- berusen, da sich die Krankenanmeldungen so angehäust hatten, daß sämmtliche 15 Vorstandsmitglieder zur Erledigung der Geschäfte in Action treten mußten. Aehnliche Mittheilungen werden auch von anderen Krankencassen gemacht. — Im Bürgerhospital, das eben den höchsten Krankenstand ausweist und keine Betten mehr frei hat, wurde auch diesmal eine Weihnachtsbescheerung sür sämmtliche Patienten und Pfründner, zusammen 180, abgehalten) Dank den zahlreich eingegangenen Geschenken war die Bescheerung in diesem Jahre so reichlich ausgefallen, wie in keinem Jahre vorher. (8r- Ztg-) * Die Sonntagsruhe der Postbeamten. Eine dem Reichstage mitgetheilte Statistik gibt eine Uebersicht über das Maß der Sonntagsruhe der Postbeamten. Danach sind von 74,565 Beamten dienstfrei an jedem Sonntage nur 4910 Beamte, mindestens jeden zweiten Sonntag 20,940, mindestens jeden dritten Sonntag 22,910 und jeden vierten Sonntag und seltener 9203. Niemals haben einen ganzen dienstfreien Sonntag 16,602 Beamte. * Am ersten Wcihnachtstage, Abends, ereignete sich an einem der Bahnhöfe einer rheinischen Stadt ein recht pikanter Vorfall. Wenn es etwas Interessantes geben soll, muß allemal eine Dame dabei sein und so war es auch hier, ja, die betr. Dame war sogar die Hauptsache. Dieselbe hatte, wie das so manchmal vorkommen soll, Langeweile. Der Gemahl, ein sehr lebenslustiger Herr, der viel Glück bei den Frauen hatte, war sehr oft von Hause abwesend und alles Bitten der jungen Frau half nichts gegen das nun einmal überschäumende Naturell desselben. Selbst die Geburt eines Kindes besserte nur vorübergehend die zerfahrene Sachlage und zudem blieb das Kind auch nicht lange am Leben. So kam also die besagte Langeweile mit Riesenschritten daher und mit ihr auch — der übliche „Vetter". Vor wenigen Tagen erfuhr der flatterhafte Ehegcspons, daß seine Frau im Stillen ihre Sachen eingepackt und dies führte nun zu der oben erwähnten Scene. Kurz vor Abgang des Zuges erschien die Dame im Arme des „Vetters" im Perron, sich scheu und aufgeregt umblickend. Da plötzlich tritt der betrogene Gatte, der sich schon verborgen gehalten, hervor und aus düs Paar zu. Die Treulose will zu Boden sinken, aber auch ihrerw Begleiter ist nicht ganz geheuer, denn der beleidigte Eheherr hält sortwährend eine Hand hinter sich' verborgen) offenbar war es ein Revolver, den er da versteckt hielt. Schrecken und Entsetzen lähmen einen Moment dem Pärchen die Zunge. Da tönt die Klingel zum Einsteigen und im selben Moment bringt der Gatte die versteckte Hand zum Vorschein und überreicht dem Nebenbuhler — einen Bädecker, mit ironischem Lächeln sich verbeugend und davongehend. * Newyork, 21. December. Louis Kämmerer, einer der bekanntesten und geachtetsten Geschäftsleute der Stadt Newyork, ist gestorben. Louis Kämmerer war in Lich im Großherzogthum Hessen 1830 geboren, kam 1851 nad) Newyork und schon drei Jahre später gründete er eine Posamenttr- waarenfabrik, welche er bald zu hoher Blüthe brachte. Wie die „Newyorker Staatszeitung" hervvrhebt, stand Kammerer überall ba, wo es sich darum handelte, dem Deut chthum zur verdienten Anerkennung zu verhelfen, in den vordersten Jiciljen; er nahm reqcit Antheil au gemeinnützigen wvhlthatigeu Schöpfungen und scheute dabei weder Zeit noch Mühe oder peeuniäre Opfer. Einer der Hanptzüge seines Charakters war der, daß er unentwegt seiner Ueberzeugung folgte. Hatte er einmal etwas sür recht erkannt, so trat er ohne Rücksicht auf die Folgen auch mit Mannesmuth dafür ein, und gerade dieser Charakterzug war es, der ihm viele treue, anhängliche Frennde erwarb. Kämmerer war einer der Gründer des „Deutschen Liederkranz", als dessen Präsident er wiederholt gewählt wurde, und der es hauptsächlich seiner tüchtigen Leitung verdankt, daß er sich zu der Stellung ausgeschwungen Fabrik-Marke ii 282g'9§t«8e N«, s?c °U'sch° St,L ?iut9«meifterei 1E bet Zu crbauen- Egermeisterei Million übe" ’n • U und 'nb ^^tran ,n9b °n^ ! gestellt foerbk |Uf?i)PlöQn3i9: ! ^gnnznng des lt*n kranken- ^on einer Dank- ;\Wt, daß die leien, ihren en Lohn. *n N(tab für tc[l^ die Krcinken- ^3nsluenza tott die Gewißheit, r l^rk aufgetreten tand der Wanken- Sitzung zujammen- ' angehäust hatten, r Erledigung der iche Mittheilungen macht. höchsten Krankenhat, wurde auch ; für sämmtliche ab^altenj Dani ix die Dehnung oie in keinem Jahre (Fr. Ztg.) (fine dem Weüfä idjt über das Maß Danach sind von Einlage nur 4910 lag 20,940, mm- und feden vierten iahen einen ganzen s, ereignete sich an dt ein recht pikanter ; geben soll, muß n es auch hier, ja, he. Dieselbe hatte, Langweile. Der r viel GM bei den abwesend und alles pn das nun einmal lft die Geburt eines -erfahrene Sachlage ,gt am 2cb«. S° Dritten d°h«md Vor wenigen Tagen jeine Frau im Stillen e nan ,» * ,j Zuges tW" iÄ M ** >„ betrogene Gatte, „ .her auch ?«»*■ *e «**'«* Ks d. 6Y,v. einer t Stabt N““ , Li-H im -°i 1 .efamenm- 5*55« sft,r6 ®a* ew«"l • ftyfl? , «J 9tanl)ä"l* ftbtnt igel' i» ’2>iin9'" llunü aU'S tn Gießen bei Emil Fischbach. 76 Troguen k 85 Psg. zu naben. 65 Extractum malti H. RESTLOS KINDERMEHL Zahlreiche ÄJEUG1VISSE der ersten rhedicinisohen Aeil'geöoteneL vielen Familien beliebt. Autoritäten. U Plund für ^l im Monat November 1889 auf 389 570 Tonnen, da»unter Puddelroheifen und Spregeletfen 175108 Tonnen, Bessemerrobeiscn 41131 Tonnen, Thomasroheifen 127 181 Tonnen und Gießereiroheisen 46 160 Tonnen. Dte Production im 9toveinber 1888 betrug 343 971 Tonnen, im October 1889 391337 Tonnen. Vom 1. Januar bl? 30. November 1889 wurden vroductrt 3 996 435 Tonnen gegen 3 874 618 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres. Zunahme de- Körpergewichts, verbessertes Aussehen, Förderung des Appetites und der Verdauung, das sind die unauSbletbltdbm Erfolge des regeln,ätzigen Gebrauch, von Fuank'S Aoenacta. Seme wo'glthätige Wirkung auf den kranken ooer ge- ichrnächten Organismus' wird bauptsächlich durch feinen hohen 9tähr- werth und Le-chtverdaulichkeit unb nicht durch eine in ihm befindliche Heillraft bedrngt, deswegen cmpfi Hit sich ferne Anwendung nicht als Arznei, sond?rn ab) Speise Hab bkit letztere ist es hn vorthell- haftesten Sinne des Wortes, daher haben b;e Preisrichter dec vorjährigen Internationalen Ausstellung für 9iäbrmiitel zu Köln, Aoe- nacia auch durch die aolbeucn Medaille preisgefrönt. Wer sich alfo rationell ernähren, Verdauung und Darmthätlgkeit stärken, die erregten Nerven beruhigen, verlorene Kräfte ersetzen will, bereite sich täglich ein Gericht von Avenacia und der gewünschte Erfolg wird sicher sein. Franks Avenacia ist zu M. 1.20 die Büchse erhältlich Geschäfts Verlegung, s Das Wandagengeschäft von Otto Heger befindet fiel, von heute an °»» MarktKra^e 16. — Danksagung Frau Müller, Löwengasse. von 105 Die trauernden Hinterbliebenen Giessen, Wiesbaden, Mainz, den 2. Januar 1890. 100 Nordanlage 31, parterre. istunbedmgi der feinste Beweis 81 Heu Kari Leng, was wir tiefbetrübt mittheilen. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 2 Uhr, vom Sterbehause, Schillerstrasse 16 aus, statt. 92 Andreas Euler. 85 Im Abonnement Im Abonnement 1—' 3/1 7 Nhr Bef. III Gr. 74 ■ Gsspenstsr! X ____________ 108 i 19 Zwei gebrauchte, gut erhaltene . Wo? sagt die Exped. d. Bl. _ 9b Ein firm breffirter Hühnerhund, glatthaarig, schwär-, bester Abstammung, Apporteur zu Wasser und Land, ist zu verkaufen- Max Jaskowski Marie Jaskowski. Albert Ullrich. Anni Reiners. Luise Neuschilling. Otto Frank Paul ▼. Gallaa Luise Maas. Richard Lerch. Helene Pauli. Heil °^auft 112 verkaufen «ar» Wallenfels H. | Von wem? sagt die Exped. d- Bl. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, daß es ^ott gefallen hat, unseren innigst geliebten guten Gatten, Vater, Schwiegersohn und Schwager, den Brauer Friedrich Schreiber gestern Nachmittag V24 Uhr nach längerem schweren L-iden zu sich zu rufen. Um stille Tueilnahme bitten Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 2. Januar 1890. Die Beerdigung findet Freitag Vormittag V211 Uhr vom Sterbehause (Liebigftraße 63) au» statt. 93 Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem schweren Verluste unseres geliebten Vaters, Schwiegervaters und Grossvaters Heute Nacht 12 Uhr verschied nach längerem Leiden im 74. Lebensjahre unser lieber Vater Bruder und Schwiegervater Verein sürDriesmarKenKunde, Gießen- Freitag den 3. d. M., Abends 9 Uhr: ordentliche Generalversammlung bet Wendler. 11'6 l Gespenster! 108 Gespenster! 108 Die IrmiertMiett Dittterbliebettett Giessen und Leipzig, den 1. Januar 1890. Vereinskarten gültig. „Tilli66. Lustspiel in 4 Acten von F. Stahl. Personen : Kassenöffnung 7* t Uhr. Anfang 8 Uhr. Enda nach 10 Uhr. Sonntag den 5 Januar: „Die Grille66. In Vorbereitung: „Gespenster66. efür -Metzger! Hackbretter und Hackklötze in allen Größen und Breiten stets vorräthig bei Neues Theater, Giessen (Direction : Adam Rein ejA\ Freitag den 3. Januar 1890: I Heute Morgen 7V2 Uhr starb nach langem schweren Leiden unsere gute Mutter, Krau Auguste Graf, geb. Schneider, was wir Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Thetl- nahme mitthellen. Im Namen der Hinterbliebenen: W18h; Graf. Gießen, den 1- Januar 1890. Die Beerdigung findet statt: Freitag den 3. Januar, Nachmittags 3 Uhr, vom Sttrbehause, Schloßgasse 17, aus- 113 WMIWWIWEWW _ .... . 86] Wollene und wasserdichte Strickmaschinen sind prciswerth zu Pferdedecken empfiehlt billigst *° “"--e Laut- Wittich ll, Sattler, Neustadt 6. Man lasse das ungesüsste Getränk ganz abkiihlen und schmecke. Nur Blooker’e Cacao hat dann noch den natürlichen irr—j----7---r------ CakeMOffe^hiiaÄcK bewahrt, der bei den anderen bekanntesten Ä. mXÄtB1Ä'Äd".rCht Die868 Mrat,iche A”™3 verdunstet Herrn Andreas Weidig sagen innigsten Dank 13 Für ein ehrliches, fleißiges Laden- München, welches zwei Jahre in einem gemischten Waarengeschäfl thätig, wird eine anderweitige Stelle gesucht. Näheres bei Carl Hoffmann In Herborn. nnverheirathet, in allen Oeconomiearbeiten selbstständig, auch im Garten- und Obstbau bewandert und geprüft, sucht Stellung; auch kann Eaution gestellt werden. Zu erfragen auf dem Bermieth-Bureau Wermietyungen. 69] Ecke der Ludwig- und Bismarckstraße Nr. 11 ist der zweite und dritte Stock wegzugshalber per 1. April 1890 zu vermiethen.___________________ 94] Löberftraße Nr. 2 ist der 2 Stock, bestehend aus 4 Zimmern, 1 Mansardenzimmer, mit Wasserleitung und ©artens antheil, zu oermirthen Näheres parterre. 95] Die Bel - i-rtaße mewes Hauses, Ludwigsplatz 9, ist in Folge Berufung des Herrn Professor von Hippel nach Königsberg zum 1. April d. I- zu ver- wiethen. _____________Mylins. 98] Eine Wohnung von 5 Zimmern mit allem Zubehör, Wasserleitung und Garten, zu vermiethen. Näheres __Seltersweg 20, I. Stock. 24] Ein kleines Familienlogis zu nera miethen. Ecke der Eder- u. Steinftr. 36. 48s Gartenstraße 13 ist der mittlere Stock, enth 7 Zimmer nebst allem Zu- bebor, per 1. oder 15. April zu vermiethen. Näheres bei Herrn Architect Stein. 43] Die mittlere Wohnung meines Hauses, 8 Zimmer, ist durch Wegzug des Herrn Suermondt für 1 April zu vermiethen Wasserleitung, Garten- anre-erl. Bis zu 4 Zimmern und 5 Kammern in der Mansarde können zugegeben werden. Dr. Sl. Mettenheimer, ________Frankfirrterstraße 6 s8] Grünbergerftraße 14: 3. Stock zum 5- März zu vermiethen. Näheres Grünbergerftr. 16 im 1. Stock 107 Ein tüchtiger Schreinergeselle gesucht. W. Dtehl. gr. Mühlgasse 21. 111 Ein Bursche für Oeconomie gesucht. _____________ Westanlage 25. _ 112] Zuverläss. Person erhält Lauf- stelle.______________________Neustadt 41. 36 Für einen Realschüler wird Kost und Logt» gesucht. Offerten sub E. abzugeben in der Exped. d. Bl. Rebus, Bankier Thekla, seine Frau Alfred 1 .. lz. , Tilli I Kinder Ella, ihre Nichte Baron Strauss Dr. phil. Ernst Müller Corinna Friederike I bei Kebua 72 Ein ordentliches Mädchen das kochen kann und Hausarbeit versteht, wird gesucht von Frau Oberstabsarzt John, Frankfurterstraße 6__ 91] Geübte Lumpensortirerinnen gesucht. Sortirlohn 75 Pfg. ____________Alexander Mayer. 97 Eine tüchtige Dienstmagd auf sofort oder später gegen hohen Lohn gesucht- Neuenweg 33. 104] Tüchtiger Schmiedegeselle gesucht-______I. Vecker, Wallthorstraße. Nicken und Iefloniren wird angenommen 102] Südanlage 15, Mittelstock. GraUatarmband verloren. Gute Belohnung. Capital, Ml. 10,000, auf erste Hypothek aus- ^uleiben. — Schriftliche Offerten unter Nr- 10319 an die Exped. d. Bl.[71 Stellensuchende ieden Ve- ruf- vlacirt schnell Reuters Bureau in Dresden, Maxstraße 6. 9825 7«J Der mittlere Stock meines Hauses, Frankfurterstraße 76, ist zusammen oder auch getrennt, per sofort oder später, zu vermiethen. I. Dern. 83] Eine Wohnung von 3—- zimmern mit Wasserleitung und allem Zubehör, sogleich beziehbar, an eine ruhige Familie zu vermiethen. _________W. Kerber, Buchhändler. 87] Durch sofortigen Wegzug der Frau OhnackerWwe. nach Münchbruch rst der zweite Stock, bestehend aus vier Zimmern nebst Zubehör, alsbald zu oer- miethen. A. Nöding, Riegelpfad 1 89>. Wallthorstraße 71 I. St. schöne Wohnung von 6 großen Zimmern rc. rc, mit Gartenanthetl, per April 1890 beziehbar, vermiethet __________L. Seuling, Afterweg 48. 73] Ecke der Ludwigs- und Bleich- ftraße Nr. 26 ist der mittlere Stock, sieben Zimmer mit Zubehör, per 1 April n I, zu vermiethen. Näheres ___Frankfurterstraße 4, unterer Stock- 90] Logis und möblirtes Zimmer zu vermiethen.___________Tiefenweg 6. 99] Zimmer zu vermiethen. Bismarckstraß- 14, 2. St. 82] Zwei möblirte Zimmer im Nebenhause zu vermiethen. LouiS Petri I. Wwe., Neuenweg 39 84] Möbl. Zimmer zu vermiethen. Altcestraße 19, Nebenhius. 38] Einfach möbl. Zimmer zu vermiethen. Afterweg 1. 103 Einen Schmiedegesellen sucht Heinrich Lindenstrnth, ____________________Ltndenplatz 10. 110 Eine Köchin oder Kochsrau für eine Restauration gesucht Näheres in der Exped. d. Bl. 40 Ein älteres Müdcken mit guten Zeugnissen, welches ganz selbstständig fachen kann und sich jeder Hausarbeit unterzieht, wird alsbald zu mietben gesucht. Frau Elisabeth HochstLtter, Bahnhofstraße. 46 Mehrere Mädchen vom Lande tuchen Stellen zum soforttgen Eintritt bei Frau Müller.^ermiethfrau,Löwengasse kkdactisn: A. Sch-,da. - Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen