Ziem Kie Jj. Nbamyfer Sä Visite sfels S*Äg_ Mger 7897 .«*• «?**•* gg?> DLr ZS,- »'fall, unter 8« ^iLugrburg. Nr. 228 Mittwoch den L. October 1890 Kießmer Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Anrts- unb Anzeigeblatt für den Areis Gieren. Gratisöeikage: Gießener JamitienökäLter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. ASe Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Redactton, Expedition und Druckerei: SchutstraßeAr.1. Fernsprecher 51. Vierteljähriger Avonnemeutspret« i 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener MnmittenStLlter «erden dem Anzeiger »Schentlich dreimal beigelegt. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. gerichtsrath Spahn-Bonn (Centrum) 10156, Klempner Lücke- Köln (Socialist) 228 Stimmen. Wien, 29. September. Die Vorbereitungen anläßlich der Ankunst Kaiser Wilhelms schreiten rüstig fort. Unter dem bereits fertigen Decorirungen fallen die an der Zollamtsbrücke beim Eintritt in die Stadt und an der Mariahilferlinie beim Austritt aus der Stadt auf. Auch j)ie Vorbereitungen in den Vorortengemeinden Fünfhausen, Rudolssheim und Penzig werden eifrig betrieben. Auf dem Wiener Gemeindegebiet werden 11 Tribünen errichtet. Bern, 29. September. England verweigert, gestützt auf Artikel 7 des Auslieserungs - Vertrages, die Auslieferung Castionis, des vermuthlichen Mörders des Staatsraths Rossi. — Hier werden Vorbereitungen getroffen zu einer großen Volksversammlung in der Mittelschweiz, um den Liberalen Tessins für ihre Stellungnahme gegen die Bestrebungen der Reaction Sympathien zu bezeugen. Paris, 29. September. Wie die Blätter melden, bat der Gerichtshof von Nancy gegen den verhafteten Absender von lügenhaften, Börsenspeculationen dienenden Telegrammen die Untersuchung eingeleitet. Paris, 29. September. Den Morgenbkattern zufolge sagte Ribot in der Rede vor seinen Wählern in Saint Omer: Frankreich, seiner Kraft bewußt, habe das Recht, stolz zu sein; gleichwohl bleibe es friedlich. Das Ausland erkenne das gegenwärtige Regime als das festeste und dauerhafteste an. Schließlich kündigte der Minister an, die Regierung werde demnächst ein Gesetz, betreffend die Entfestigung von Saint Omers, einbringen. Paris, 29. September. Wie die Abendblätter melden, hat der verhaftete Börsenspeculant Arnauld, an welchen die Lügendepesche aus Nancy über einen Grenzzwischenfall adressirt war, eingestanden, bereits im April vorigen Jahres zum Zwecke eines Börsenmanövers derartige Depeschen abgesendet zu haben. Calais, 29. September. 70 Tüllfabriken wurden geschloffen- 4000 Arbeiter sind beschäftigungslos. Delegirte der Nottinghamer Tradesunions überbrachten den Strikenden 3000 Pfd. Sterling. Rom, 29. September. „Stesani"-Meldung aus Aden: Der Generalresident Italiens bei König Menelik, Graf Salimbeni, ist in Antoto angekommen. Brüssel, 29. September. Stanley, mit seiner Gemahlin aus der Schweiz kommend, trifft heute oder morgen hier ein und wird vom König empfangen. Nach einem Aufenthalte von einigen Tagen wird er sich nach London zurückbegeben. Liffabon, 29. September. Martens Ferrao, der neue Ministerpräsident, ist heute Vormittag hier eingetroffen und hat bereits mit mehreren politischen Persönlichkeiten Unterredungen gehabt. Tipperary, 29. September. Im Proceß O'Brien und Genossen erklärte bei Eröffnung der Sitzung der Verteidiger Healy, er werde morgen Namens der übrigen Verteidiger den obersten Gerichtshof in Dublin auffordern, ein Mandat zu erlassen des Inhalts, daß der Proceß vor den Magistratsbehörden nicht weitergesührt werde, da diese gegen die Angeklagten parteiisch eingenommen seien. Der Staats- procurator beantragte daraufhin Vertagung, um sich mit dem Generalstaatsprocurator zu berathen. Die Sitzung wurde auf eine Stunde vertagt. Nach der Wiedereröffnung erklärte der Staatsprocurator, er werde die Verhandlungen fortsetzen. Belgrad, 29. September. Die „Agence de Belgrade" bestätigt das gemeldete Wahlergebniß mit dem Hinzufügen, daß mehrere Liberale, sowie der Fortschrittßführer Garaschanin ihre Wahl nur dem Grundsätze der Minoritätsvertretung zu verdanken hätten. Petersburg, 29. September. Laut einem Telegramm aus Tiflis ist der große Eisenbahntunnel bei Ssuram auf der transkaukasischen Eisenbahn gestern in Gegenwart des Verkehrsministers und Landeschefs feierlich dem Verkehr übergeben worden. — Bei einem in Taschkent gestern zu Ehren des Finanzministers Wyshnegradski gegebenen Diner constatirte dieser das außergewöhnliche Anwachsen des Russenthums in Centralasien und Turkestan und verhieß demselben eine glänzende Zukunft. Maffauah, 29. September. Der Sanitätsrath erklärt die Cholera seit gestern für erloschen. Generalversammlung des Vereins für Sacialpolitik. in. — Frankfurt a. M., 27. September. Generalsecretär Bueck-Berlin, Geschäftsführer des Centralverbandes deutscher Industrieller, spricht vom Standpunkt der Arbeitgeber und erklärt gleich Eingangs, daß selbstverständlich seine Ansichten denen des Vorredners diametral gegenüberständen. (Große Heiterkeit.) Er gebe zu, daß der Arbeiter sich gedrückt fühle, daß Uebelstände bestehen, aber diese Uebelstände seien mit unseren socialen und gesellschaftlichen Verhältnissen unzertrennbar verbunden. Durch die Gesetzgebung sei indeß schon Vieles gebessert. Das Prädo- miniren der Arbeiterinteressen betrachte er als ein Herausgehen aus unseren wirthschaftlichen Verhältnissen. Autorität und Unterordnung habe es immer gegeben und werde es immer geben. Das treffe nicht allein den Arbeiter, sondern auch die geistige Arbeit. Wer nichts Anderes besitze als seine Arbeit, müsse sich Dem fügen, der seine Arbeit nimmt, der Nehmer stehe zu ihm in einem Autoritätsverhältniß. Redner sucht nun den Beweis für seine oppositionelle Stellung gegenüber der Organisation der Arbeiter auS den englischen Verhältnissen zu liefern, die er genau studirt zu haben versichert. Die Gewerkvereine, meint er, würden zu furchtbaren Kämpfen führen, wie sie nie dagewefen feien. Die Gewerkvereine strebten dahin, die Leistungen des Einzelnen wie der Gesammt- heit herabzusetzen. Ein englischer Gewerkverein habe seit 1888 sechs Mal Lohnerhöhung gefordert und auch erhalten, jetzt fordere er Verkürzung der Arbeitszeit von 8 auf 7 Stunden. Das beweise, daß die Arbeiterforderungen nicht zu befriedigen seien. Jede Befriedigung fei die Mutter einer neuen Forderung. Dem einen Werk gestatteten die Gewerkvereine die Accordarbeit, dem anderen nicht, gegen die völlige Ausnutzung der Kraft der Maschinen machten sie Front, die Arbeitslöhne nivellirten sie und unterdrückten damit jedes Bestreben, sich auszuzeichnen. Das Beispiel von der Buchdruckerorganisation sei nicht beweiskräftig, denn im Buchdruck habe man eine ziemlich gleichmäßige und einfache Arbeit. Er möchte aber z. B. sehen, wie man für die Eisen- und Stahlindustrie einen Lohntarif aufstellen wolle, der allerwärts zu den gegebenen Verhältnissen passe, der in Nord und Süd brauchbar sei. Wenn die Gewerkvereine, wie das in England mehrfach vorgekommen, beschlössen, die Production einzuschränken und die Löhne in derselben Höhe zu erhalten, so sei das ein Ueber- griff, denn die Production zu bemessen sei Sache des Arbeitgebers. Referent führt nun eine Menge Beispiele dafür an, daß die englischen Trades Unions keine Mäßigung kennen. Sie kämpften so lange gegen das Capital an, bis die Production den Arbeitern gehöre. Die Gewaltacte, welche in England vorkämen, feien unerhört. Die Gewerkvereine stellten z. B. vertragswidrig die Arbeit ein und hinderten durch Gewalt die Arbeitgeber, andere Arbeiter, die gerne die Löhne nähmen, welche die Gewerkvereine verschmähen, einzustellen. Das sei kein Kampf mehr gegen das Capital, das fei ein Bruderkampf. Jobn Burns nennt Referent einen eminent begabten, unheimlich zielbewußten, socialdemokratischen Agitator. Der Liverpooler Congreß habe außerordentlich radicale Beschlüsse gefaßt. Aus dem Angeführten und Dem, was er in England überhaupt gesehen und gehört, ziehe er den Schluß, daß die Arbeiterorganisationen den fortwährenden Krieg bedeuten. Die durch ihn vertretenen Arbeitgeber seien gleichfalls der Ansicht, daß die Organisation der Arbeiter nicht allein Kampf, sondern auch rohe Gewalt, Selbstsucht und Herrschaft bedeuten. Wo die socialdemokratischen Fachvereine die Gewalt in Händen hätten, würde der Kampf bis aufs Aeußerste geführt werden, niemals würden sie eine Gleichstellung anerkennen (Lachen), so weit man niemals sagen kann (Ah!) und so weit sich ihm nicht bedeutende Einflüsse entgegenstellen. Einige der durch ihn vertretenen Arbeitgeber seien den Arbeiterausschüssen nicht abgeneigt, sofern solche von selbst aus dem Werke herauswüchsen, dagegen würden sie sich allzeit ablehnend gegen hineingettagene verhalten und auch nie und nimmer ihnen einen Schein von Bestimmungsrecht zugestehen. Es sei das Recht des Arbeitsgebers, die Arbeitsordnung zu bestimmen. Gegen die Arbeiterausschüsse sei er vor allen Dingen, weil nach seiner Ueberzeugung damit der socialdemokratischen Agitation Alles in die Hand gegeben werde. Er anerkenne, daß noch Manches zur Verbesserung der Lage der Arbeiter geschehen müsse (Bravo!), aber er betone auch, daß Diejenigen sich weit schwerer an den Arbeitern versündigten, die ihnen eine nach Lage unserer ganzen Zustände unmögliche Gleichstellung prophezeiten, die sie die Hand nach Gebilden ausstrecken ließen, welche sich als Scheingebilde, als fata morgana darstellten, alö jene, welche, sich ihrer Organisation ablehnend gegenüberstellten. politische Uebersicht. Gießen, 30. September. Die freundschaftlichen Beziehungen, welche bereits seit langen Jahren Deutschlands und Oesterreichs Herrscher und Völker verbinden, finden durch den Besuch des am 1. October in Wien eintreffenden Kaisers Wilhelm eine neue Bestätigung. -Gleichzeitig mit dem Kaiser Wilhelm wird auch der König Albert von Sachsen, der in herzlichster Freundschaft mit den Kaisern von Deutschland und Oesterreich verbunden ist, in Wien eintreffen. Auch der Prinz Friedrich Leopold von Preußen wird den Kaiser aus der diesmaligen Reise nach Oesterreich begleiten. Ueber die Vorlagen, mit denen sich der Bundesrath nach seinem Wiederzusammentritt zunächst beschäftigen wird, erfährt -man, daß außer dem neuen Patentgesetze und der Novelle zum Krankenversicherungsgesetze nur kleinere Vorlagen, wie die bereits eingegangene über die Einführung einer Prüfungsanstalt für Gewehrläufe, in Betracht kommen werden, und daß der Reichshaushaltsplan den Ihauptberathungsgegenstand bilden wird. Verschiedene Specialetats sind bereits im vorläufigen Entwürfe fertig, so namentlich, wie wir erfahren, der Militäretat, der noch weiteren Erwägungen nach finanziellen Gesichtspunkten im Rahmen des Gesammtetats unterliegt. In der zweiten Hälfte des Octobers und Anfang November werden die Einzeletats beim Bundesrath eingehen, so daß der Reichstag alsbald nach Wiederbeginn seiner Sitzungen in der Lage sein wird, die erste Lesung des Etats vorzunehmen. Aus die Gestaltung des Militäretats wird der bevorstehende Wechsel im preußischen Kriegsministerium, der nichts weniger als einen Wechsel des Systems bedeutet, ohne 'Einfluß bleiben. Hinsichtlich der Einführung der Alters- und Invaliditäts« Versicherung find die Bundesregierungen ersucht worden, die Vorarbeiten bis Mitte November zu bethätigen und der Termin von den Bundesregierungen auch eingehalten worden. Erst dann wird man an den Entwurf der kaiserlichen Publikation des Gesetzes gehen, die wahrscheinlich Mitte December .erfolgen dürste. Bezüglich des bevorstehenden Personenwechsels im prenßi- scheu Kriegsmiuisterium wird von allen Seiten mitgetheilt, Laß unter den in Frage kommenden Persönlichkeiten in unterrichteten Kreisen die Berufung des gegenwärtigen Comman- Leurs der 2. Garde-Infanterie-Division, Generallieutenant von Kaltenborn-Stachau, als der wahrscheinlichste Fall gilt. Aus Hamburg wird gemeldet, daß die Leitung der -eutschen Ostafrikalinie im Interesse einer baldigen Verbindung Deutschlands mit allen Plätzen Ostafrikas, besonders Deutsch- Ostafrikas, einen neuen fertigen Küstendampfer angekaust hat, welcher demnächst nach Ostafrika hinausgehen soll. Der nächste Dampfer der Hauptlinie wird dadurch auch Passagiere und Güter nach allen in dem Vertrage der Gesellschaft mit dem Reichskanzler vorgesehenen Plätzen befördern können. Die regelmäßige Verbindung Europas mit Tanga, Pangani, Saa- dani, Bagamoyo, Dar-es-Salaam, Kilwa, Lindi, u. s. w. ist .somit hergestellt. Aus Budapest wird berichtet, daß der ungarische Abgeordnete Daranyi in einem von seinen Wählern abgehaltenen Rechenschaftsbericht betonte, daß das Bündniß zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn sich zu einem Bündnisse der Völker gestaltet habe, welches unerschütterlich sortbestehe zur lebhaften Befriedigung der ungarischen Nation, die dasselbe stets aufrichtig unterstützt habe. Depeschen aus Washington melden, daß sich die Ausschüsse >be§ Senats und des Repräsentantenhauses über die Zoller- .Höhungen Hals über Kops geeinigt haben, und daß der neue .Zolltarif bereis am 6. October in Kraft tritt. '’v - L-HLL-'J----__LJLSgg?~gPCTJg.'»l»|iJw!lM Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Torrcspondenz-Bureau. Berlin, 29. September. Der „Reichsanzeiger" schreibt: lieber die zukünftige Organisation des ost afrikanischen Küstengebiets wird innerhalb der Reichsverwaltung das erforderliche Material vorbereitet, damit dem Reichstage sofort bei Zusammentritt ein vollständiger Plan mit allen Einzelheiten vorgelegt werden kann. Der kaiserliche Gouverneur von Kamerun, Herr v. Soden, begibt sich Lieser Tage nach Ostafrika, um über die künftige Gestaltung der inneren Verwaltung und die Regelung der Jurisdictionsverhältniffe an der Küste Ermittelungen anzustellen und darüber zu berichten. Bonn, 29. September. Amtliches Wahlergebniß aus Bonn-Rheinbach: Abgegeben 10502 Stimmen- davon Land- F 9100 9170 7900 31-00 21800 163.5 Ä 11)31 90-03 Hievte lbencme rt ltt- SF. • *** -rj Erwachen Ladmer. Sfti’nWi. Dirndl . „sind bei Herrn E.CI* । Hark ZU haben. jen b-i Näheres । verlad t Avtch^tt erd. l>reheS‘ 2i Mktplatz^-^- ,9 K liglteils-Coücert i der Abgebrannten Staufenberg tober 1890. Abends JV^Uhr Saale der Loge. Clavier und moll) . . Beetiiwen. träge: .... Meyerbeer, linnicht , Hoffmann. I , , . Bohm. rSge: ... Chopin. dundGei- ? ans dem Holländer LM-Tagw. Ke Fahnen, gute R zung, billigste Preise. \ skiisl crlheücy: y LTaioily, Antwerpen Gciicnlagont, Üainz, q in Langsdorf [371 Reichstagsabgeordneter Redactcur Stützet- Essen: Was er sagen werde, sage er im Interesse der Versöhnung. Es sei eine große Spannung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vorhanden, welche gehoben werden müsse, wenn nicht unsere ganze wirthschaftliche Entwicklung zu Grunde gehen solle. Unsere Großindustrie befinde sich vielfach in den Händen von Gesellschaften. Bei diesen ständen den Arbeitern keine eigentlichen Arbeitgeber gegenüber. Der mit den Arbeitern verkehrende Beamte betrachte es als seine erste Aufgabe, das Capital fruchtbar zu machen, die Arbeiter seien ihm Nebensache. Ein Director habe ihm einmal gesagt, er könne in seiner Stellung nicht anders, als die Arbeiter als eine Waare zu betrachten. Wäre er der Eigenlhümer, so würde er, seinen persönlichen Empfindungen entsprechend, manche Rücksicht nehmen. Wenn der Arbeiter aus diesem Zustand heraus wolle, so könne man ihm das wahrlich nicht übel nehmen. Er befürchte nicht, wie Herr Bueck, daß durch die Arbeiterorganisation das Schädeleinschlagen legalisirt werde. Bergleute hätten ihm u. A. geklagt, daß die Zusammensetzung der Kameradschaften vielsach an Unglücken schuld seien. Junge unerfahrene Bergarbeiter würden an gefährliche Plätze gestellt und die alten Bergleute erklärten: wir werden dadurch mit in die Gefahr gezogen. Die Leute hätten feinen Einfluß auf die Zusammensetzung der Kameradschaft, sie wollten aber dagegen geschützt sein, durch Unerfahrene ins Unglück gezogen zu werden, auf die Ausbildung der jungen Leute wollten sie einen Einfluß gewinnen. Auch wolle der Bergmann dagegen geschützt sein, daß alte, tüchtige Arbeiter von jungen Beamten im Handumdrehen entlassen werden. Herr Bueck sei sehr im Jrrthum, wenn er glaube, die Gährung sei von Außen in die Bergarbeiter hineingetragen worden. Die Gährung, welche im vorigen Jahre zum Ausbruch kam, habe seit Jahren bestanden, und gegenwärtig sei die Gährung so groß wie nie Dorher. (Bewegung.) Selbst Arbeiter, welche im vorigen Jahre nicht gestrikt, höre man heute sagen: wenn es aber jetzt losgeht, machen wir mit und dann muß es biegen oder brechen. (Hört!) Wer mit den Arbeitern in Berührung komme, wisse das. Er kenne einen Fall, wo der Director befohlen habe, am Königs-Geburtstage Dynamitpatronen loö- zuknallen. Der Unterbeamte habe verlangt, die Patrone solle am Schmiedefeuer angezündet werden. Der betreffende Arbeiter habe sich geweigert und nun sei er vor die Alternative gestellt worden, zu gehorchen oder seine Entlassung zu erhalten. Er habe sich gefügt und die Dynamitpatrone am Schmiedefeuer angezündet, dabei aber sei ihm die rechte Hand zerschmettert worden. Als er Entschädigungsklage angestrengt, sei er abgewiesen worden, weil der Unfall nicht im Betriebe passirt sei. (Hört!) Durch solche Vorkommnisse gehe das Vertrauen beim Arbeiter verloren und das Vertrauen sei bis heute noch nicht zurückgekehrt. Es seien Arbeiter beim Berg- arbeiterstrike gemaßregelt worden, die fleißige, brave Menschen waren und den besten Willen gehabt hätten, aus die anderen Arbeiter günstig einzuwirken. Das Mißtrauen wachse dadurch. Die Organisationen sollten lediglich dem Arbeiter einen Einfluß auf den Arbeitsvertrag sichern. Suche man die Arbeiter an der Organisation zu hindern, so werde diese doch zu Stande kommen, dann aber keine Organisation der Versöhnung, sondern des Kampfes sein. Die Organisation sei keine Erfindung der Socialdemokratie und noch weniger sei jeder organisirte Arbeiter ein Socialdemokrat. In Versammlungen werde manchmal ein scharfes Wort gesprochen, aus dem man schließe, der Sprecher sei Socialdemokrat. Man dürfe nicht jedes Wort aus die Goldwage legen. Der Arbeiter fühle sich dem Capital gegenüber wehrlos, er wolle seinem Empfinden Ausdruck geben, finde aber nicht immer das rechte Wort. Vor allen Dingen ziehe man bei der Lösung der socialen Frage die Religion noch zu wenig in Betracht. Es sei bekannt, daß die Bergarbeiter sich von der Socialdemokratie abgewandt hätten. Wieso kam das? Es seien fast alles Männer — er spreche nicht nur von Katholiken —, die auf christlichem Standpunkt ständen, die eine streng religiöse Ueberzeugung hätten. Die brutale Behandlung der Arbeiter sei vielfach an den Mißständen schuld. Der Arbeiter wolle gerne sein Arbeitsquantum leisten, aber er wolle dafür nicht auch noch von oben herab behandelt werden. Für ein gutes, ruhiges Wort sei der Arbeiter stets zugänglich, das habe er in einer von 6000 Bergarbeitern besuchten Versammlung in Essen gesehen. Nur Vt Stunde habe er zu diesen 6000 erregten Männern gesprochen und sie vom Strike abgehalten. Die Arbeiter verlangen aber, daß das Recht, welches das Gesetz ihnen zuweist, ihnen auch in Wirklichkeit wird- wer offene Augen hat, weiß doch, daß sie das Coali- tionsrecht im Grunde genommen gar nicht besitzen, an vielen Stellen wird ihnen die Organisation einfach unmöglich gemacht. Da soll man sich aber auch nicht über den Contract- bruch beklagen. Beim großen Bergarbeiterstrike lag ein Contractbruch nicht vor, wenigstens kein rechtlicher. Die Arbeiter hatten den Zechen erklären lassen, sie würden die Arbeit niederlegen, wenn bis dahin ihre Forderungen nicht ersüllt seien. Das wußte man genau. Man steckte sich aber hinter den Vorwand, die Vertreter der Arbeiter nicht anerkennen zu können. Wenn d a s Recht ist, dann lag allerdings ein Contractbruch vor, aber fest steht doch, daß die Arbeiterdeputationen vorher ihre Absicht zu erkennen gegeben hatten. Die Schatten, die Heraufziehen, können gebannt, Friede und Versöhnung herbeigeführt werden, wenn man den Arbeitern entgegenkommt, wenn man ihnen giebt, was ihnen von Gott und Rechts wegen zukommt. Der Arbeitgeber vergiebt sich gar nichts, wenn er dem Arbeiter giebt, was das Gesetz ihm zubilligt. Aber man komme zeitig den Arbeitern entgegen, daun wird man ein gutes Werk thun, das dem Staat und der Gesellschaft zum Segen gereicht. (Lebhafter Beifall.) Commerzienrath Freiherr v. Heyl-Worms spricht Herrn Bueck seinen besonderen Dank für seine Ausführungen aus. Der Arbeitsvertrag sei in seinen wesentlichen Theilen durch das Gesetz fixirt, es bleibe nur die Regelung der Arbeitszeit und des Lohnes übrig. Arbeiterausschüsse zn bilden ohne bestimmte Competenzen, halte er für sehr gefährlich. Das Uebertrageu der englischen Trades Unions müsse er ent- ) schieden bekämpfen. Dieselbe würde jede Familienarbeit vernichten und die Großindustrie aus den Händen der Privaten in diejenigen von Abtiengesellschasten bringen, denn die Rücksichtslosigkeit, welche solchen Organisationen gegenüber nöthig sei, vermöge der Privatmann nicht an den Tag zu legen. Gerade, weil in England die Trades Unions bestanden, habe die deutsche Industrie der englischen so vielfach erfolgreich begegnen können. Das wüßten die Trades Unions auch ganz genau und deshalb strebten sie nach einem internationalen Verband. Er warne dringend davor, die Trades Unions auf deutsche Verhältnisse zu übertragen; er sei überzeugt, die Organisation der Arbeiter werde dann sehr bald in die Hände der Socialdemokratie fallen. Auch die internationale Arbeiter- schutz-Consercnz, an welcher er Theil genommen, habe die Trades Unions verworfen. (Fortsetzung folgt.) Cocolc» xtnt prot>ht$ieIU». Gießen, 30. September. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 2. October 1890, Nachmittags 4 Uhr: 1. Gesuch des PH. Bob zu Gießen um Ertheilung der Concession zum Wirthscbastsbetrieb. 2. Die Verwerthung von Grabengelände auf der Ostanlage. 3. Gesuch des Georg Koch um Erlaubniß zur Feststellung von Thonlagern im Gebiete des Gießener Stadtwaldes. 4. Reinigung der Straßen, hier Gesuch der drei Karrenführer um Lohnerhöhung und Bestimmung eines Lagerplatzes für den Kehricht. 5. Den Betrieb des Schlachthauses,- hier die Chaussirung des Warthweges bis zu dem städtischen Grundstück am Rodberg. 6. Die Stiftung des Friedrich Bücking von Gießen. 7. Die Ausübung der offenen Armenpflege. 8. Die Prüfung der Rechnung der Armenkasse Gießen für 1889/90. 9. Desgleichen der Plockischen Stiftung. — Unter Hinweis aus das morgen (Mittwoch) im Saale der Loge stattfindende Wohlth'ätigkeits-Coucert zum Besten der Abgebrannten in Staufenberg bringen wir nachstehend aus den vielen uns vorliegenden durchaus günstigen Besprechungen über das Auftreten der bei diesem Concert mitwirkenden Frau Rath Ruppert aus Karlsruhe die nachfolgende zur Kenntniß unserer geehrten Leser. Der „Pforzheimer Beobachter" schreibt: „Die Dame besitzt eine wohlklingende hohe Sopranstimme, in deren Schulung man deutlich die ausgezeichnete Methode der berühmten Gesangslehrerin Frau Schnorr von Carolsf^ld wahrnimmt. Die Lieder von Hauser, Josephson, Lindblad, Hofmann, Raff, Meyerbeer, Adam, Eckert, sowie eine Zugabe, Jodlerlied, welche Frau Ruppert sang, waren durchweg effectvoll und ansprechend. Im Vortrage derselben bekundete sie eine bedeutende Gesangsroutine, namentlich verstand sie es meisterlich, in den Gesängen heiteren Genres den richtigen Ton ohne jegliche Uebertreibung zu treffen, der das Publikum begeistert und zu stürmischen Beifallsbezeugungen hinreißt, welche denn auch im reichlichen Maße Frau Ruppert zu Theil wurde. Wir können uns diesem Urtheil vollständig anschließen und nur den Wunsch aussprechen, Frau Ruppert möge in der mit der gestrigen Aufführung so glücklich begonnenen Concertsaison wieder einmal bei uns einkehren, sie kann sich der herzlichsten Aufnahme versichert halten, denn sie hat sich in unser Herz hineingesungen." — Der mit dem morgigen Tage in Kraft tretende Winterfahrplan der die Station Gießen passirenden Personenzüge weicht im großen Ganzen wenig von dem seitherigen Fahrplan ab. Der auf der Strecke Gießen-Frankfurt im vorigen Sommerhalbjahr eingelegte Omnibuszug 2.—4. Klasse verkehrt auch im kommenden Winterhalbjahre (ab Gießen 950 Uhr Vorm., an Frankfurt 1157 Uhr) weiter, desgl. der Gegenzug (ab Frankfurt 4 Uhr, an Gießen 604 Uhr Nachmittags). Sonstige Veränderungen weist der Fahrplan der Main-Weserbahn nicht aus, nur der seither zwischen Fronhausen und Gießen verkehrende Localzug trifft von Friedberg Morgens 40 Minuten später (also 620 Uhr ein, der seither Abends 625 Uhr nach Fronhausen abgelassene Zug geht um 630 Uhr. — Der Morgens von Weilburg ankommende Zug (seither 640 Uhr) trifft vom 1. October ab um 6^ Uhr hier ein. Der seitherige Schnellzug 1244 Uhr Coblenz- Gießen trifft um 124i Uhr hier ein, der seitherige Personen- zug 330 Uhr trifft 4 Min. später hier ein. Der Personenzug, welcher seither 715 Uhr Abends nach Coblenz abging, geht vom I.Octvber ab 20 Min. später ab. — Aus den Ober- hessischen Eisenbahnen werden die seither bis Nidda verkehrenden Züge (von Gießen aus) bis Stockheim durchgeführt, die Fahrzeiten bleiben unverändert- die seither Sonntags Abends 855 Uhr von Gießen abgelassenen Züge, sowie die um 1117 Uhr hier ankommenden Züge fallen im Winterhalbjahre aus. — Die Perfonenzüge der Strecke Hanau-Friedberg werden beschleunigt und fahren durchweg etwas später von ihren Anfangspunkten ab, nur Zug 277 fährt früher, um 402 Uhr Nachts (statt 405 Uhr) von Hanau- Ost und kommt 502 Uhr Nachts (statt 510 Uhr) in Friedberg an. — Auf der Strecke Wabern-Wildungen fallen die Sommerzüge 425, 426, 429 und 430 aus. — Errichtete und gelöschte Hypotheken. In den Provinzen Starkenburg und Oberhessen wurden in der Zeit vom 1. Juli 1888 bis zum 30. Juni 1889 freiwillige Hyphoteken 3609 im Betrage von 13 250 698 Mk. eingeschrieben und 3756 im Betrage von 13 404188 Mk. gelöscht. Mithin wurden mehr gelöscht als eingeschrieben 147 Hypotheken im Betrage von 153489 Mk. .Gesetzliche Hypotheken und Cautionen wurden 1355 mit 2465 448 Mk. eingeschrieben, 1303 mit 2 184115 Mk. gelöscht. Darnach sind mehr eingeschrieben als gelöscht worden 52 gesetzliche Hypotheken 2C. mit 281332 Mk. * Eine erweiterte Prüfung für Oberlehrer und Lehrer an erweiterten Volksschulen soll im Lause des Monats November in Darmstadt stattfinden. Lehrer, welche sich dieser Prüfung unterziehen wollen'', haben ihre mit den nöthigerr Anlagen versehenen, an die Ministerialabtheilung für Schulangelegenheiten zu richtenden Gesuche bis spätestens 15. October d. I. bei der betreffenden Kreis-Schul-Commission einzureichen. Die Examinanden erhallen besondere Verfügung darüber, ob sie zur Prüfung zugelassen werden, an welchem Tage und in welchem Locale dieselbe stattfindet, sowie welche Ausgabe sie zu behandeln haben. * Ostheim, 27. September. Die durch ihre vorzüglichen Obstsorten und durch ihre gute O b st b a u mp sl e g e sich auszeichnende hiesige Gemeinde hat auch in diesem Jahre wieder eine schöne Einnahme aus ihren Gemeindeobstbaumanlagen erzielt. Die Gesammtobsternte des diesjährigen Gemeindeobstes ergab den Netto-Erlös von 3493 Mk. 95 Pf., hiervon erwarb ein Herr aus dem Großherzogthum Baden allein für 1110 Mk. Ein großer Theil unserer Gemeinde-Obst- bäume hatte in diesem Jahre Strike gemacht, sonst wäre unsere Obsteinnahme eine noch größere gewesen. Erwähnt fei noch, daß bei der am 24. September stattgehabten Obstversteigerung der Landwirth Joh. Georg Schneider VI. für einen einzigen Baum mit Honigbirnen die Summe von 100 Mk. erzielte. □ Vom Vogelsberg, 29. September. Neber das schlechte Ergebniß der Hühner- und Hasenjagd haben wir zu Beginn dieses Monats berichtet- es hat sich inzwischen nicht gebessert und die Klagen der Waidmänner sind infolge dessen nicht verstummt. Dies schlechte Jagdresultat ist aber nicht bloß für den Vogelsberg allein zu verzeichnen, sondern trifft für das ganze Großherzogthum zu. Auch aus Schlesien und vom Rhein kommen die gleichen Nachrichten. Dessenungeachtet ist der Preis für Wildpret der frühere, normale geblieben- Das kommt daher, weil in anderen Gegenden der diesjährige Wildstand ein vortrefflicher ist. So berichtet man aus der Umgegend von Frankfurt a. M. die ergiebigste Jagd. Auch in Sachsen, wie in Baden um), namentlich in Oesterreich sind die Rebhühner gut ausgefallen und das Weniger gegen das Vorjahr ist bei weitem nicht so bedeutend, wie man anfänglich annahm. Die Fasanenjagd gibt reiche Ausbeute, namentlich in den Donaugegenden. Die Hasenjagd soll sich allerorten gut entwickeln, auch Rehe sind zahlreich, weniger Wildenten,, obwohl stellenweise sehr starke Ketten zu treffen sind. Der schlechte Ausfall der Jagd ist also kein allgemeiner, sondern nur ein theilweiser in besonderen Länderstrichen. A Aus dem Ohmlhale, 29. September. Stände die Sonne nicht schon so schief und malte gigantische Schatten,, hätten die Tage nicht so erheblich sich schon gekürzt und zeigte nicht das Leben der Fauna und Flora den Herbst an, der Temperatur nach könnte man meinen, der Sommer stände vor der Thüre. In der That muß die Witterung des September eine höhere als die des Juni fein. Zwar haben wir keine meteorologische Statistik zur Hand, aber wir wagen doch diese Behauptung angesichts der wirklich sommerlichen Schwüle, die den Schweiß aus allen Knopflöchern treibt. Die Bauernregel: Wie der Hirsch um Aegidi in die Brunst geht, so geht er nach vier Wochen wieder heraus, hat Recht behalten. Behält die andere: Fällt das Laub frühe von den Blumen, so folgt ein gelinder Winter, ebenso Recht, dann braucht uns vor dem kommenden Winter nicht zu bangen, denn schon ist der Blattabfall ein allgemeiner und mancher Baum steht schon völlig kahl da. Der Wald allerdings hält sich noch tapfer, hat aber auch bereits jein grünes Kleid mit dem braun-roth'gelben vertauscht. Dieses frühe Abfallen der Blätter wird allein bedingt durch die ungewöhnliche Trockenheit des Bodens. Schon seit Monaten ist kein erheblicher Regen gefallen, dazu fast ununterbrochener Sonnenschein, so ist denn der Boden steinhart geworden. Welk werden in Folge dessen die späten Herbstblumen des Gartens und sterben ab, auch das Obst ist hierdurch früher reif geworden als gewöhnlich. Dem' Landmanne kommt dagegen diese Witterung sehr zu Statten, trockener Herbst ist stets von Segen, denn wie gewaschen komme" die Kartoffeln, die Rüben und andere Erdgewächsc in den Keller. Auch die mannigfachsten ländlichen Arbeiten, die sich stets im Herbste um so mehr steigern, als die Tage kürzer werden, gehen rasch und sauber ab. Allerdings zur Bereitung der Wintersaat, Korn und Weizen, ist der Erdboden viel zu hart und ausgetrocknet, so daß dieser- halb ein kurzer, durchweichender Regen sehr erwünscht wäre. vermischtes. * Bad Salzschlirf (bei Fulda). Die diesjährige Bade- srequenz hat trotz der ungünstigen Witterung im Frühjahre und Sommer die größten Erwartungen übertroffen. Nicht nur aus allen Gauen Deutschlands, sondern auch aus dem Auslande, aus Holland, Belgien, England, Rußland, Bulgarien, Nord- und Südamerika kamen Curgäste hierher, um Heilung zu suchen und zu finden. — Den Hauptruf verdankt Salzschlirf den außerordentlichen Heilwirkungen seiner Boni- faciusquelle. Es beruhen solche auf deren glücklichen chemischen Zusammensetzung, insbesondere aber aus dem hohen Lithiumgehalt derselben. Das Lithium ist bekanntlich der einzige Arzneistoff, welcher die Fähigkeit besitzt, die sich im Blute und Körpersästen bildenden und die Gicht, Rheumatismus, Harngries, Stein, Nieren- und Blasenleiden verursachenden harnsauren Salze wieder aufzulösen und aus dem Körper anszuscheiden. Wegen dieser erst in neuerer Zeit bekannt gewordenen Eigenschaft werden gegen jene Leiden die Lithium« wässer ärztlich jetzt fast allgemein verordnet. Die stärkste aller überhaupt existirenden Lithionquellen ist nun der Salz- schlirfcr Bonifacinsbrunuen- sein Lithiumgehalt übertrifft denjenigen der übrigen Quellen zehn- bis zwanzigfach. Auch in Folge seiner sonstigen medicinisch wichtigen Bestandtheile, wie Chlornatrium, Jodmagnesium, Kohlensäure rc. hat sich der Bonifaciusbrunnen als vorzügliches Heilmittel gegen Magen- und Leberleiden, Gallenstein, Hämorrhoiden, Verstopfung 2C- i Wählt- In- i Selben find-' ArMd'°b sowie il”6 "NÜ fl%e U*5al,n’tifl"’S "E--.A "rli?k/w,tol'r unweit der 1 worden. 9q ® , *a W I Pst und ein Her inten, wurden fi>- 611 ! Mmcher Comod Striammtong befind M fi-er Mw DckS" den Versammlungen ! Ausführungen großer - Das Project Mainz-Wiesbadei oberhalb dem Forts ai den Vordergrund und t die für die Ausführunc Gouvernements der hie wie verlautet, sehr für verschiedentlich Unterhai Eisenbahnbehörde ftattg> Gouvernement der Fest erbauende Rheinbrücke sondern gleichzeiüg mn eingerichtet werde, ein' | Ministeriums indesi nii die Verhandlungen in Kactoren gediehen sm *A Mainz, 29. ' netenversammlung hat ■ Versorgung von um den Betrag von dem Kauf dieses Waf betreffenden stadttätl keineswegs eine dam Stadt geschaffen, for aus wenige Jahre i gleichzeitig weiter besc NNerjorgung aus heimMfferbach einer Bei dem ersten Besch Werkes enthielten sich Michel und der Tor Ersterer aus gefchästl M-tivirmg, d°tz mt Werk nach wenigen c , *8 Heidelberg, M der Schreiber 1 Lb-rhessm die eletti M logst w'wtyung einsühn «tat aus Ruppe, hnniachzm tut 011 i£'' 6“-s e/ecirii o^Wth-erbe, ™ Mn M i Mm am Mg |ee* erefto" Mmsburg, ÄÄ*’ Fremden btfnrf?1 ®*fen fe S 6°r 5 ■ Mord L' Kchl. I-h-cht z„ to/, ,n de Wj' beg„ geworfen t9n!ailn ist bie%^a8 U. ““«rangirfe m,e|en cs Br Wie « ?nei»! rs> 2 Unsere 8097 Corsettcnl CoroedBeef 7696 empfiehlt schank. Gg. Schäfer, Grünbergerstraße 13. 1 1 Eine fetten Preisen. 2 1 (1) 1 2 1 (1) Organ. Herzkrankheit 1 (1) Tuberkulöser Hirnhaut- 1 1 2 1 (1) 1 2 Diphtherie Lungenschwindsucht Lungenentzündung entzündung Diarrhoe Altersschwäche Selbstmord 8. Reinach n Ä" ein= werden Aus der Statistik der evangelischen Kirche im Großher^ogthum Hessen im Jahre 1888. Die Zahl der von der evang. Landeskirche (formell) Getrennten betrug: Altlutheraner 1087 (1126), Dissidenten 43, Baptisten ^c. 955, Methodisten 23, Freiprotestanten 3824, zusammen 5932. Im Jahre 1888 sind zur evang. Landeskirche über» getreten: von der kathol. Kirche 70 (58), von anderen christlichen Confessionen 106 (65), sonstige 6 (15), zusammen 182 (138); aus der evang. Landeskirche ausgetreten: zur kathol. Kirche 12 (1), zu anderen christlichen Consessionen 1 (16), zu anderen Religionen 1, ohne Uebertritt 3 (0), zusammen 17 (17). Die Zahl der Communicanten war: im öffentlichen Gottesdienst 350 108 (346 329), privatim 5954 (5707), zusammen 356 062 (352 036) oder 55,8 (54,7) auf 100 evang. Bewohner, in Starkenburg 36,6 (35,9), in Oberhessen 80,9 (81,1), in Rheinhessen 50,6 (46,5). Wird der Berechnung der Procentzahlen die Zahl der Erwachsenen zu Grunde gelegt, so erhöhen sich, da nach den Ergebnissen der Volkszählung von 1885 die Bevölkerung aus 33pCt. Kindern unter 14 Jahren und 67 pCt. Erwachsenen (Personen von 14 Jahren und darüber) bestand, die angegebenen Procentzahlen der Communicanten um beiläufig die-Hälfte. Auf 100 bürgerliche Eheschließungen kamen 88,8(86,3) kirchliche Trauungen durch evang. Geistliche; in Starkenburg 89,3 (86,4), in Oberhessen 97,4 (98,4), in Rheinhessen 75,5 (70,4). Die Zahl der durch Geistliche anderer Consessionen vollzogenen Trauungen von Evangelischen, also namentlich von Mischehen, ist hierunter nicht begriffen und konnte in zuverlässiger Weise nicht angegeben werden. Ebenso war die Zahl der nur bürgerlich abgeschlossenen Ehen im Jahre 1888 nicht zu ermitteln. Auf 100 Lebendgeborene kamen 89,7 (88,3) von evang. Geistlichen Getaufte; in Starkenburg 90,9 (89,0); in Oberhessen 97,2 (95,5), in Rheinhessen 78,2 (77,5). Auch hier fehlen die Angaben der von Geistlichen anderer Confessionen Getauften aus Mischehen. Ferner kommt hier in Betracht, daß die Verhältnißzahlen der Getauften zu den Geborenen höher sein würden, wenn die in den ersten Wochen nach der Geburt ungetauft gestorbenen Kinder außer Berechnung gelassen werden könnten. Consirmirt wurden: aus rein evang. Ehen 13 492 (13 518), aus Mischehen 796 (860), zusammen 14 288 (14 378). Von 13987 (13568) verstorbenen Evangelischen, worunter 5069 (5076) Kinder unter 6 Jahren und 8918 (8492) Personen über 6 Jahren, wurden unter Mitwirkung evang. Geistlicher 10835 (10 184), darunter 2327 (2112) Kinder unter 6 und 8508 (8072) Personen über 6 Jahren, ohne Mitwirkung 3152 (3384). darunter 2742 (2964) Kinder unter 6 und 410 (420) Personen über 6 Jahren, beerdigt. Von je 100 Beerdigungen über 6 Jahre alter Personen fanden also 4,6 (4,9) ohne Mitwirkung evangelischer Geistlicher statt. Die Zahl der Ehescheidungen betrug 63 (50), von welchen 49 (35) auf rein evang. Ehen, 14 (15) auf Mischehen kamen und zwar 8 (7) auf solche, bei welchen der Mann und 6 (8), bei welchen die Frau evangelisch war. 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: — 1 bewährt. — Von den berühmtesten Aerzten und medicinischen Schriftstellern des In- und Auslandes wird der Bonifacius- brunnen gegen vorerwähnte Krankheiten anempfohlen. — Der Versandt desselben findet durch alle Mineralwasserhandlungen und Apotheken, sowie durch die hiesige Brunnenverwaltung statt, von welcher auch kostenfreie Zusendung von Analysen und Gebrauchsanweisungen erfolgt. * Wetzlar, 29. September. Der Maurermeister Philipp H., welcher seit einigen Tagen verschwunden war, ist am Samstag unweit der Altenberger Schleuse in der Lahn ausgefunden worden. *△ Mainz, 29. September. Behufs Wahl von Delegierten zum Parteitag in Halle fanden heute Nachmittag und gestern Abend stark besuchte Versammlungen der socialdemokratischen Partei hier statt. In der gestrigen Versammlung, in welcher der Reichs- und Landtagsabgcordnete Jöst und ein Herr Hoch von Frankfurt als Referenten austraten, wurden für die Stadt Mainz Abgeordneter Jöst und Schuhmacher Conrad als Delegirte gewählt. Die heutige Versammlung bestand aus Vertretern der Landbezirke des Wahlkreises Mainz und wurde in derselben Kaufmann Sprenger von hier zum Delegirten für Mainz-Land bestimmt. In beiden Versammlungen befleißigten sich die Redner bei ihren Ausführungen großer Mäßigung. — Das Project einer directen Eisenbahnverbindung Mainz-Wiesbaden mit einer Ueberbrückung des Rheines oberhalb dem Forts auf der Petersaue tritt jetzt wieder in den Vordergrund und wird von einer Seite sehr befürwortet, die für die Ausführung wesentlich fördernd ist. Seitens des Gouvernements der hiesigen Festung soll man sich nämlich, wie verlautet, sehr für das Project interessiren, und letzthin verschiedentlich Unterhandlungen zwischen der Militär- und Eisenbahnbehörde stattgefunden haben. Insbesondere soll das Gouvernement der Festung dafür eingetreten sein, daß die zu erbauende Rheinbrücke nicht nur für den Eisenbahnverkehr, sondern gleichzeitig auch für den Fuhr- und Personenverkehr eingerichtet werde, ein Vorschlag, der die Billigung des Kriegsministeriums indeß nicht gefunden. Wie weit im Allgemeinen die Verhandlungen in der Sache unter den maßgebenden Factoren gediehen sind, darüber verlautet nichts. *△ Mainz, 29. September. Die hiesige Stadtverordnetenversammlung hat heule Abend beschlossen, zur Wasserversorgung von Mainz das Rautert'sche Wasserwerk um den Betrag von 600 000 Mk. käuflich zu erwerben. Mit dem Kauf dieses Wasserwerks ist, wie der Berichterstatter der betreffenden stadträthlichen Commission ausdrücklich betonte, keineswegs eine dauernde, ausreichende Wasserversorgung der Stadt geschaffen, sondern es sind damit nur die Bedürfnisse auf wenige Jahre gedeckt, weshalb die Stadtverordneten gleichzeitig weiter beschlossen haben, das Project einer Grundwasserversorgung aus dem linken Mainusergelände bei Raunheim-Kelsterbach einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Bei dem ersten Beschluß der Uebernahme des Rautert'schen Werkes enthielten sich zwei Stadtverordnete, Commerzienrath Michel und der Socialdemokrat Dörr, der Abstimmung. Ersterer aus geschäftlichen Gründen und Letzterer unter der Motivirung, daß nach seiner Ueberzeugung das Rautert'sche Werk nach wenigen Jahren zum alten Eisen zu wersen sei. * 8 Heidelberg, 29. September. Mit großem Interesse hat der Schreiber dieser Zeilen vernommen, daß auch in Oberhessen die electrische Beleuchtung immer mehr Eingang findet und daß sogar ein Dorf in der Lage ist, die electrische Beleuchtung einführen zu können. Wenn aber der Berichterstatter aus Ruppertsburg die Vermuthung ausspricht, daß sein Heimathsort wahrscheinlich das erste Dorf in Deutschland sei, das electrische Beleuchtung einführt, so möge hier nur mitgetheilt werden, daß schon seit einiger Zeit die Dörfer Landa in Baden an der Eisenbahn Heidelberg-Würzburg und Lauffen am Neckar zwischen Heilbronn und Bietigheim elec- trisch beleuchtet werden. Doch nichts für ungut! Die Freude soll den Rupperlsburgern nicht genommen werden. — Interessant ist vielleicht die Mittheilung, daß Heidelberg in der Zeit vom 1. Mai bis 26. September dss. Js. von 80042 Fremden besucht wurde, d. h. von solchen Leuten, die in den Gasthöfen der Stadt übernachteten. — Nächsten Freitag findet aus Anlaß der 13. Hauptversammlung des Vereins für das höhere Mädchenschulwesen eine Schloßbeleuchtung statt, die immer eine große Zahl von Fremden anlockt. * Neurode (Schlesien), 28. September. Ein entsetzlicher Mord wurde in der Nacht zu Samstag auf dem Wols- schacht zu Mölke begangen. Der zum Feuern des Wetterosens bestellte Bergmann ist in die glühenden Flammen des Ofens geworfen worden und elendiglich verbrannt. Es liegt ein Racheact vor. Anm. Die tn Klammern geletzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen Parthie zurückgesetzte Cor» verkaufe zu enorm billigen Robert Haas, Seltersweg 18. Wollene Schlaf-u. Pferdcleppiche in großer Auswahl billigst bei Louis Wittich II., Sattler, 7532]Neustadt 6. Kartoffelfeuer!!! In der gestrigen Nummer Ihres geschätzten Blattes wendet sich ein Einsender mit großem Eifer gegen die unschuldigen Kartoffelfeuerchen. Die empfindliche Nase macht in diesem Falle den Herrn Einsender unduldsam und etwas egoistisch. Man muß nicht gleich verbieten wollen, was andere bei ihrem Gewerbe oder ihrer Thätigkeit nicht oder schwer entbehren können, weil man einmal unangenehm davon berührt wird. Die Feld- und Gartencultur macht es unbedingt nöthig, daß manche nicht verwendbare Rückstände, namentlich holzige Abfälle, verbrannt werden; — man kann nicht harte Strünke, holzige Theile, Zweige und Reiser baldigst untergraben. Es müssen nicht nur Kohl- und Kartoffelstrünke beseitigt, sondern auch die dürren Theile aus den Bäumen entfernt werden, damit dieselben nicht Heerde von Ungeziefer werden und großen Schaden anrichten; es müssen Dornhecken beschnitten werden, wobei ebenfalls holzige Acste in Mengen absallen, rc. rc. — (und die Behörde hält mit Recht darauf, daß dieses geschieht). — Es ist aber kaum möglich, alle diese nicht unterzugrabenden Abfälle aus entfernten Feldern oder Gärten nach Hause zu tragen und im Ofen zu verbrennen, wie es ja schon äußerst schwierig und zeitraubend wäre, solche Abfälle (Dornreiser und dergl.) nur in eine Form zu bringen, daß man sie in einen Ofen stecken kann. Das gänzliche Hindern des Verbrennens dieser Theile wäre deshalb von den bedenklichsten Folgen für Feld und Garten. Wollte man aber nach der Idee des Herrn Einsenders alle Abfälle auf Haufen bringen und vermodern lassen, dann wäre es für empfindliche Nasen nicht nur zehnmal lästiger als die Kartoffelfeuer, wenn in fast jedem Felde und Garten ein modernder stinkender Hausen — Brutstätte aller Ungeziefer — läge, sondern dies wäre auch höchst gesundheitsschädlich, während ein Feuer, das bekanntlich als luftreinigend gilt, dies niemals ist. Stände der Einsender der Landwirthschaft näher, dann würde er den unerträglichen Gestank eines modernden Haufens von Kartoffelstroh und Kohlstrunken kennen und gewiß nicht wünschen, daß — ganz abgesehen von dem häßlichen Anblick — man gezwungen wäre, das ganze Jahr über fast auf jedem Feld und in jedem Garten einem derartigen Compost- haufen zu begegnen, (denn schnell verwesen holzige Theile nicht) um einige Kartoffelfeuerchen zu vermeiden. Es ist auch für Jedermann lästig, wenn er auf seinen Spaziergängen an frisch gepfuhlten Aeckern, an einem brennenden Backsteinhaufen, oder an einem heftig Staub machenden Wagen vorbei kommt, er muß es doch geduldig hinnehmen, denn wer in dieser Welt lebt, muß andere leben lassen, und es kann nicht alles nur für die Annehmlichkeit der Spaziergänger eingerichtet werden. Wohl ist strafbar, wer ohne Noth einen Anderen belästigt, aber kein Gesetz und keine Polizeiverordnung verbietet Jemanden, auf seinem Acker etwas zu verbrennen, es müssen nur Diejenigen, die solchen Verbrennens nicht entrathen können, die erforderliche Rücksicht auf Wind und Wetter nehmen und ihre zu verbrennenden Abfälle zuvor möglichst trocknen lassen, damit Andere so wenig wie möglich belästigt werden. Möge der Einsender, wenn er wieder sogen. Kartoffel- seuerchcn sieht, solche mit freundlicheren Augen ansehen — selbst wenn sie nur zum Vergnügen,von Kindern angezündet werden — mögen sie ihm wie Dank- und Freudenseuerchen erscheinen, die nach einer gesegneten und mühevollen Ernte zum Himmel steigen, dann wird er duldsamer sein gegen einen alten Gebrauch, dessen Hebung Feld- und Gartenwirthschaft einmal nicht entbehren kann, der, wenn mit der nöthigen Vorsicht und Rücksicht auf Wind und Wetter geübt, gar nicht, ohne diese Vorsicht nur unbedeutend belästigt und — der auch nicht ganz ohne Poesie ist. Versteigerungs-Anzeige. I Freitag den 3. Oktober läßt die Bahnverwaltung der Main-Weser- Bahn zu Gießen circa 800 Stück ausrangirte Bahn-u. Weichenschwellen, sowie verschiedenes Brennholz und von Bauwerkengewonnene Materialien, als: große theilweise gut erhaltene Thore, Eingangsthüren, Zimmer- ihüren und Fenster in verschiedenen Größen [8085 öffentlich meistbietend verkaufen. Schwellenverkaus Anfang 8 Uhr an der Rüsstngffchen Wirtschaft, Materialien-Verkauf Anfang 10 Uhr gegenüber dem Empfangsgebäude. Gießen, den 29. September 1890. Königliche Bahnmeisterei XIV. jllOlIClIllllältclllUIll ist eröffnet und laden zum Besuche derselben höflichst ein. "Mtbaiimairto * "n Gmeinde-O ^ sonst L »ÄW WWn Obsieg Schneider VI. L en bie Summe r! Ueber das schlechte jagd hMn wir zu 1 M inzwischen nicht nnd infolge dessen sultat ist aber nichb ichnen, sondern trifft ch aus Schlesien und en. Dessenungeachtet i normale geblieben^ senden der diesjährige 'erichtet man aus der giebigste Jagd. Auch lich in Oesterreich sch ls Weniger gegen das id, wie man anfänglich Ausbeute, namentlich jb soll sich allerorten >, weniger Wildenten^ zu treffen find. Der . allgemeiner, sondern erstächen. itember. Stände die- :e gigantische Schatten,, chon gekürzt und zeigte a ben Herbst an, der her Sommer stände : Witterung beS ©ep- 3. Zwar haben wir , aber wir wcGN wirklich sommerlichen Knopflöchern treibt. Aegidi in die Brunst >x heraus, hat Recht vas Laub frühe von Sinter, ebens» R-cht, Sinter nicht zu bangen, meiner und mo*' Wald allerdings galt jein grünes Kleid mit es frühe AbM der ungewöhnliche Swfen- „„ ist kein erheblicher ,encr ®(nin*in' 0 " ffielf werd« « ■©artens und ft* „js «worden al» 9l J diese Witterung 9e9en denn von ®C9CU' . 1 Silben und « «' Summa : 10 (2) 7 (2) Verkehr, Ltnrd- rrird Vottswirthschirft. 30. September. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochemnarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,85—0,90, Hühnereier 1 St. 7, 2 St. 13— H, Enteneier 1 St.--H, 2 St. — H, Käse pr. St. 5—8 A, Kasematte pr. St. 3 H, Erbsen pr. Liter 17 Linsen pr. Liter 28 Tauben pr. Paar Jt 0,50—0,60, Hühner pr. Stück «£ 0,85—1.00, Hahnen pr. St X 0,50—1,00, Enten pr. Stück JL 1,60—1,80, Ochsenfleisch pr. Pfd 70—74 H, Kuh- und Rindfleisch 60—64 Schweinefleisch 70-80 H, Hammelfleisch 58—68 Kalbfleisch 60— H, Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 5,00—7,50, Weißkraut pr. St---Zwiebeln per Centner JL 6,00—0,00, Milch per Liter 12-18 H. Butzbach, 27. September. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund X 1,10—1,15, Käse per Pfund 45—46 Eier zwei Stück 13 Di- d'-^1ühj°hrl gittern"! ”2 W ;„M nUer, um n oerd°"» ®e^aupt ner ren-KE nuf6<ö1 her eiW19 M ' rt«ete< ö ^chiuo,' :> Di- f.$ nun d°L I de- 5 ft* ihoidth aus der Freiherrlich Riedesel’schen Brauerei in Lauterbach ist zu haben 3341 I. Hengst, Licherstraße. G. Bötz, Brandgasse. A. Blum, Steinstraße. W. Sernmler, Seltersweg 16. Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in Gießen; 39. Woche. Vom 21. September bis 27. September 1890. Einwohnerzahl: 20 500 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsztffer: 25,4 o/w Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom Süssen Aepfelwein empfiehlt Oastwirth Rühl, I 8111 Wieseck. 18053] p. I*. Giessen, den 1. October 1890. Hierdurch beehre ich mich, Ihnen die ergebenste Mittheilung zu machen, dass ich meine unter der Firma Fehsenfeids Universitäts - Buchhandlung, Kunsthandlung und Antiquariat (M. Baltz) dahier bestehende Buchhandlung an die Herren Frees & Tasche käuflich übertragen habe. Für Ihr gütiges Wohlwollen, welches Sie dem Geschäfte während meiner mehrjährigen Leitung freundlichst entgegengebracht haben, spreche ich Ihnen meinen wärmsten Dank aus und bitte Sie gleichzeitig, auch meine Herren Nachfolger mit dem gleichen Vertrauen beehren zu wollen. Hochachtungsvoll ______ M. Balta. P. P. Giessen, den 1. October 1890. Aus vorstehender Mittheilung des Herrn M. Baltz belieben Sie zu ersehen, dass wir die bisher in dessen Besitze befindliche Buchhandlung käuflich erworben, haben; unter der Firma : Fehsenfeids Universitäts-Buchhandlung, Kunsthandlung und Antiquariat (Frees & Tasche) werden wir das Geschäft in der bisherigen, soliden Weise weiterführen. Wir übernehmen ein wohlassortirtes umfangreiches Bücher- wie Bilderlager und werden dasselbe durch Hinzufügen aller wichtigen Neuigkeiten im Buch- wie Kunsthandel stets in sorgfältigster Weise ergänzen, so dass wir hoffen dürfen, den weitgehendsten Anforderungen gerecht werden zu können; auch den beiden Nebenzweigen des Geschäftes, der Leihbibliothek und dem Journallesezirkel, werden wir dieselbe Sorgfalt zuwenden wie unser Herr Vorgänger. Indem wir Sie bitten, Ihr bisher Herrn Baltz bewiesenes Vertrauen gütigst auf uns übertragen zu wollen, versichern wir Sie der aufmerksamsten und coulantesten Bedienung. Mit vorzüglichster Hochachtung Frees & Tasche 8091 in Firma: Fehsenfeids Universitäts-Buchhandlung, Kunsthandlung und Antiquariat. ztehbar- W. Seuliug. 1) Sonate für Clavier und Violine (C-moll) Betthoven. Chopin. dem Wagner-Liszt. 8090 Vermischte Anzeigen 99 65 8095 Tuchhandlung, 8109 Tendenz: matt. Photographie sofort zurück- 8077 larper.er 95.50 Tendenz matt. dieses Blattes. ReichSbank-DtScont 5 p«t - Frankfurter Bank-DiSeont 5 vCt. Rcdacturn: 8L Scheyda, - Druck uns «erlag der Brühllch« Drucker-, Er. Ehr. Pietsch) in Gießen. hnttiet Hhnwwr «mftcht 6 •<#<*. Sucher. Lachner. Steinbach. Müller. und Gartenantheil, auf Wunsch auch mit Pferdestall, zu vermiethen und gleich be- 9110 94.80 79 50 81-70 230 10 1*2.50 165,10 172.40 278 00 109.00 224 50 138 50 435.00 218 50 164.40 149 70 98 70 183.50 152.70 8960 Meyerbeer. Hoffmann. Bohm. Kermielyungen. 8093] Ein kleines Logis am 1. Noobr. beziehbar, zu vermiethen- , _>stpreußev 163 201 Bochumer GußSatzlacttrn 174 751 DiSLontL-Gom^Nrrt-eilc 113.50 ■- u, u. allen Handarbeiten. _Su erfragen in der Exped. d. Bl. Der Vorstand des Wetterauer Obstbauvereins. _______Dr« Braden. (frühere Stadtkaffe). Max Rühl 1 Metall-Graveur. 230 75 218 90 103.40 172.00 106.1014 pCt. Ungar. Goldrente 99 6515 , Italiener Rente 106101 Oesterr. Stlberrente 99.751 Ruff. Orient m. — I Ankauf alter Bücher g. Bilderwerke. Angebote ganzer Bibliotheken, sowie ■ einzelner Bücher erbittet die [579 J. Ricker’sche Buchhandlung Griessexi. des Wetterauer Obstbauvereins vom 2. bis 8. Oktober auf dem SteinhäußerMeu Felsenkeller zu Friedberg. Die Eröffnung der Ausstellung findet Donnerstag den a. fio tober, Bormittags 10 Uhr, statt. Hierauf gemeinsamer Rundgang durch bie Ausstellung. Um 1 Uhr Essen im Hotel Trapp. Die Ausstellung ist täglich von 9 Uhr Vormittags bis Abends 6 Uhr ^öffnet. Für Mitglieder Eintritt frei gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte, Nrchtuntglieder zahlen den ersten Tag 30 Pf., die übrigen Tage 25 Pf. Sonntag den S. October, Nachmittag- 2 Uhr, Versammlung der Vereinigung der Baumwärter im oberen Zimmer -e- Saalbaue-, um Uhr Hauptversammlung des Wetterauer Obstbauvereins im großen Saale de- SaalbaueS. Vortrag des Vereinsgeschäftsführers Dr. v. Peter über Obstver- werthung, speciell Obstweinbereitung, des Obstbautechnikers E. Metz.- Die Lebensgeschichte eines Obstbaumes". " Die Verloosung von Gerüchen, Bäumen und Obstvroducten findet den 8. October, Nachmittags 2 Uhr, auf dem Steinhäußer'schen Felsenkeller statt. Um 6 Uhr Schluß der Ausstellung. Zu zahlreicher Betheiligung ladet ergebend ein (Frl. Gross und Herr Bauer). 2) Lieder-Vorträge: a. Mailied b. Vergissmeinnicht c. Waldteufel (Frau Ruppert). 3) Clavier-Vorträge: a. Etüde b. Spinnerlied und Geisterschiff aus fliegenden Holländer (Frl. Gross). 4) Violinsolo. (Herr Bauer). 5) Lieder-Vorträge: a. Liebesglück b. Frühlingserwachen c. Rothhaarige Schätzlein d. Verhexte Dirndl (Frau Ruppert). Nr. 22, 6 Zimmer im 1 Stock mit al.— Zubehör, Gartenantheil, Bleicholatz, zu vermiethen._________I. Bernhardt. 8101] Im Hause Nordanlage 29 ist die untere Etage mit allen Bequemlichkeiten 79C3] HauSbürschcherr gesucht. Näheres Mäusburg 3 im Laden- 4 pCt. ReichSanleihe °Vi * - 4 , Prmß. gonfoll D/l , , _ Anfang Abends 7i/2 Uhr. Eintrittskarten ä 1 Mk. {sind bei Herrn E. 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Dich U ®i4?eiie.n,g -fch kann M ■»au' bist Dü mMich. kam wch > A llnd einmal wl Herr Schmalman lctn3 an, dM -rP l Me fi«/ 01,31 mch immer »erl-gm 0 Mache das Esten ging sichend mchder Mhig an fem itint Finger über bie Wifl unb ein metfa Aus einer Tonart in hmterbunteften mußka! wenn er ein Orchestt hernnterspielen wollen ihm heute den Trost wieder aus zu spielen. „Welt und Men ob ich nicht wüßte, w Welt, auf Gott, aus auf alle im Leben c erreicht. Es wird il Der sunge Mau gesolgt und als er ih Instrument ßtzen sal „Was ist das Herr Schmalmm," Dieser saF tyn binnen, burdj fein £ auch nur irgenb weh werden es nicht vers, scher, daß Tie es nid Ihnen sage." „Wenn Tie nur davon zu nennen, obe ö" geben, so würde ii Mhe - Mg das hat noch Niema jemand gethan hat ^tte, es zu verstehe hat sich noch Nie s°, emsach. Es lieai uEch '. ,Das Ern Mia« -er fäuit । £i«ferung AS.-- ^etmeij *8äS,; - ssft» siegel, Maschine M «. a. eine 8615 . ^515 btt i °Ctober 1890. October ,Ug 8 erw0rbea ^schej ®itea Jm Buch- wie ito bei^ W Merksamsten unj 6iChIh-«nmein61 alt8. und dem ^Vereins l in üikdbklz 'kstag den 2. Lv gemeinsamer Ruchang ags bis Abends 6 Uhr ung der Mitgliedskarte, brigen Tage 25 Pf. tlag- 2 Uhr, Ver- beren gimwer des LWaiivereins eter über Obfiret' iferi §. Sief: „Die Obstvroduäen findet iuber'fihen Felfenkeller xer Obstbauvereins. len.___ nzche. n raozmlterricht. genommen- Vkivast ien bitte ich in memr [olUi ebniidt» nkauf h. Bnetk. ,r Bibliotheken, eowie erbittet die l jche Buchhandlung essen- räusburg^^s-- Mtschiist. tt lS»0- lotbrerrtt Mk att SU0 <480 7950 81-70 1. Id- st wr«W‘,ito „«SS »00 2185® 164.00 «70 *9870 183.5« 18270 SSt« IXttr” )l), 103.4° 172.0« Gretzsnep AnzeigerBeilage zu Nr. 228 - 1890. Mittwoch den 1. October. Feuilleton. Der Mann ohne Kopf. Novelle von Woldemar Urban. (Fortsetzung.) „Vater, er liebt mich so innig!" „(Sieb Acht, Traudchen, sage ich; die Besten gehen fort. Deine Mutter liebte mich auch so innig — wo ist sie nun?" „Du mußt die Hoffnung nicht verlieren, Bctter! Er wird Dich und mich lieben." „Die Hoffnung, Kind? Ich hoffte so viel und hoffte so lang! Ich kann nicht mehr." „Doch, Vater, Du mußt hoffen, auf ihn, auf Reinhold, und aus Gott und aus die Menschen. Du mußt hoffen, sonst bist Du unglücklich." „Unglücklich? Ich weiß es nicht, Traudchen, aber es kann wohl sein. Ich bin sehr, sehr oft getäuscht worden." „Und einmal wird Deine Hoffnung sich doch erfüllen/' Herr Schmalmann sah seine Tochter einen Augenblick lang an, dann erhob er sich langsam von seinem Eimer und blickte scheu, fast ängstlich nach dem jungen Musiker hin, der noch immer verlegen am Küchenfenster stand. „Mache das Essen, Traudchen," sagte er endlich und ging seufzend nach der Wohnstube zurück, wo er sich weh- müthig an sein altes Clavier setzte. Weich und leise glitten seine Finger über die Tasten. Es war eine merkwürdige Musik und ein merkwürdiges Stück, das er hervorbrachte. Aus einer Tonart in die andere überspringend, kamen die kunterbuntesten musikalischen Figuren zum Vorschein, als wie wenn er ein Orchesterstück unmittelbar vom Clavier hätte herunterspielen wollen. Aber auch diese Trösterin versagte ihm heute den Trost und mit verbitterter Miene hörte er wieder auf zu spielen. „Welt und Menschen!" murmelte er für sich hin, „als ob ich nicht wüßte, was das wäre, besser wie sie! Aus die Welt, aus Gott, aus Reinhold hoffen! Ha ha! Ich habe aus alle im Leben gehofft, auf alles, und ich habe nichts erreicht. Es wird ihnen genau so gehen, genau so." Der junge Mann war ihm leise in das Wohnzimmer gefolgt und als er ihn so melancholisch und traurig an seinem Instrument sitzen sah, fragte er bescheiden: „Was ist das für ein Stück, das Sie da eben spielten, Herr Schmalmann?" Dieser sah ihn verwundert an. Er konnte sich nicht besinnen, durch sein Spiel je irgend welches Interesse oder auch nur irgend welche Neugier geweckt zu haben. „Sie werden es nicht verstehen," sagte er endlich. „Ich bin sicher, daß Sie es nicht verstehen werden, auch wenn ich es Ihnen sage." „Wenn Sie nur die Güte haben wollten, mir den Titel davon zu nennen, oder eine Analyse davon, eine Erläuterung zu geben, so würde ich mir Mühe geben, es zu verstehen." „Mühe — Mühe geben?" fragte er erstaunt. „Nun, das hat noch Niemand gethan. Ich weiß es, daß das noch Niemand gethan hat. Wenn sich Jemand — Mühe gegeben hätte, es zu verstehen, so hätte er es auch verstanden. Aber es hat sich noch Niemand Mühe gegeben. Und doch ist es so einfach. Es liegt schon alles im Titel. Der Titel lautet nämlich: „Das Erwachen der Natur"". WTIII „Würden Sie die Güte haben, mir einiges davon noch einmal vorzuspielen?" „Mein Gott, wenn Sie sich dafür interefftren, Herr Sander, mit dem größten Vergnügen," erwiderte Herr Schmalmann sehr bereitwillig und fast aufgeräumt. Es that ihm sichtlich wohl, mit seiner Musik bei einem Musiker Interesse erweckt zu haben und nach einem Vortrag gefragt zu werden. „Also hören Sie, Herr Sander. Diese Aeeorde, in weicher, träumerischer Unbestimmtheit, sollen die Dämmerung, die noch auf der Erde liegt, versinnbildlichen, die nun durch die melodiösen Motive immer mehr und mehr, immer klarer und bestimmter durchbrochen wird. Morgenwind und Bäumerauschen geben die Begleitung der von allen Seiten herein- dringenden Lichtwellen. Der Vögel mannigfaltiger Chor erwacht, das Reh tritt vorsichtig über raschelndes Laub und Reisig aus dem Waldesdunkel hervor. Da schlägt auch schon die Meute an und das Jagdhorn des Jägers ertönt. Die Jagd beginnt . ." Während Herr Schmalmann dem jungen Musiker weiter sein Tonstück erläuterte, konnte sich dieser nicht der Bewunderung enthalten, mit welcher wahrhaft rührenden und kindlichen Phantasie sich der Vortragende über die elenden Mängel seines Klapperkastens hinweghalf. Mit welcher ursprünglichen Gewalt mußte der Vortragende seine Ideen im Innern gestalten, daß er die schreienden Unvollkommenheiten der Reproduetion so vollständig überhören konnte. Dasselbe Tonstück, das in der Vortragsweise des Componisten ein kaum anzuhörender Jammer war, konnte vielleicht bei sorgfältiger Instrumentation im vollen Orchester großen Beifall erringen. „Hören Sie wohl, Herr Sander? Was meinen Sie wohl, was dies so sorgfältig vorbereitete, stolz und getragen einherschreitende maestoso bedeuten will? Das ist die aufgehende Sonne, die Quelle alles Lichts und alles Lebens, die Mutter der Menschheit." Das maestoso kam in vollen, mächtigen Aeeorden und so wuchtig zu Gehör, daß der altersschwache Klapperkasten auf allen vier Beinen wackelte. „Ist Ihnen nie eingefallen, Herr Schmalmann, daß sich dieses Musikstück für Pianoforte wenig eignet und eigentlich für volles Orchester inftrumentirt werden müßte, um zur vollen Wirkung zu kommen?" „So, so, so," meinte Herr Schmalmann sehr wichtig und in einer Weise aufgeregt, wie man es feit langen, langen Jahren nicht an ihm gesehen hatte. „Sie meinen also, mein werthester Herr Sander, daß das „Erwachen der Natur" orchestrirt werden müßte, um zur — vollen Wirkung zu gelangen?" „So ist meine bescheidene Meinung, Herr Schmalmann, und ich glaube, daß sich zum Beispiel der zweite Satz, in ein Violinsolo im Dreivierteltaet umgewandelt, vorzüglich machen müßte." Herr Schmalmann war entzückt über das Violinsolv im Dreivierteltaet und als daun noch von Orchesterstimmen, von Klangfarbe der Waldhörner und von einem kleinen Flötenfolo für Herrn Sander die Rede war, leuchteten feine Augen in einem unbeschreiblichen glücklichen Eifer auf. Herr Sander mußte zum Essen dableiben, zum starren Erstaunen Traudchens, die in „ihres nichts durchbohrendem Gefühl" nicht wußte, was dieser plötzliche Umschwung der Dinge und die fortwährende, höchst aufgeregte Diseufsion der beiden Männer über die Orchestrirung, Partitur, über die Klangfarbe von i imtoSKtiK» — MSM—■—M Waldhörnern, über Soli und Einsätze, Pausen, dreiviertel, sechsachtel und andere halsbrecherische Taete zu bedeuten hatte. Aber sie sagte nichts und war im Innern sehr glücklich und zufrieden darüber, daß ihr Vater wieder Antheil nahm an irgend etwas, daß er nicht mehr im stumpfen und dumpfen Hinbrüten, in trauriger, melancholischer Versunkenheit dasaß und in sich selbst zerfiel. Welche Zaubermittel Reinhold angewendet hatte, um ihn daraus zu erwecken, wußte sie nicht. Sie sah nur den glücklichen Erfolg und freute sich königlich darüber. „Morgen ist Sonntag," rief Herr Schmalmauu eifrig aus, „morgen werde ich die Instrumentation beginnen. Morgen soll es . ." Er brach plötzlich, sich besinnend, ab, wurde wieder etwas niedergeschlagen und fuhr dann trübselig fort: „Ich kann morgen nicht." (Fortsetzung folgt.) provinzielles. GH Zeche Hedwig b. Rinderbügen, 29. September. Seit einigen Tagen ist die Straßenwalze aus dem Kreise Offenbach hierher gebracht worden und arbeitet auf der zu reparirenden Kreisstraße. Nun ist der Verkehr gänzlich unterbrochen, nur Fußgänger können noch verkehren. Die Massengüter in dem hinteren Terrain: Braunkohlen, Steine aller Art u. s. w., stauen sich gewaltig auf. Die Straßenbaukosten werden um einige Tausend Mark überschritten. — Einen sonderbaren Bi erkeller hat ein Wirth im benachbarten' B. Er legt nämlich, in Ermangelung eines Besseren, seine Fäßchen in den vorbeifließenden Bach, wodurch das Bier kühl bleibt. Obgleich nun so ein Fäßchen Bier ein angrifflidjer Gegenstand und unschwer zu beseitigen ist, so ist doch noch niemals eins weggekommen, was ein schöner Beweis für die Ehrlichkeit der dortigen Leute ist. In großen Städten ober auch schon in der Nähe derselben würden die Fäßchen sehr wahrscheinlich bald Beine bekommen. HHirzenhain, 29. September. Ein neues industrielles Etablissement steht in nächster Nähe in Aussicht. Die prächtigen, massiv aus Steinen erbauten Mühlengebäude am unteren Ende des Dorfes, aus denen aber die Mühlenvorrichtungen feit längerer Zeit entfernt sind, soll von den Herrn Grafen zu Stollberg in ein neues Schneid- und Sägewerk umgewandelt werden. Wasserkraft, die billigste Arbeitskraft, ist reichlich vorhanden. Die Herrn Grafen von Stollberg, der Großherzogliche Fiseus, der Fürst von Isenburg u. v. 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