Nr. 27. Samstag den 1. Februar 1890 Der Kießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener As«rnMe«vlatier werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Generat-Mnzeiger. Vierteljähriger AkonncmentspretL: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schrrtstraße Zlr.I. Fernsprecher 5L Amts- und Anzeigeblatt füt? den Ureis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamikienßkätter. Alle Annoncen-Burcaux des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. llmtlkber Theil. Polizei - Reglement, die polizeiliche Beaufsichtigung der Spinnstuben in der Gemeinde Bettenhausen betreffend. Mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 23. Januar 1890, zu Nr. M. I. 2052, wird hiermit nachstehendes Polizei-Neglement für die Gemeinde Bettenhausen erlassen: 1 ) Spinnstuben dürfen nur bis zu der festgesetzten Polizeistunde stattfinden. Wer über diese Stunde hinaus eine Spinnstube hält oder an einer solchen cheilnimmt, wird mit Geldstrafe dis zu 30 Mark bestraft. 2 ) Gegenwärtiges Polizei-Reglement tritt mit dem Tage seiner Verkündigung in Kraft. Gießen, den 28. Januar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. (Statut, die Benutzung der Gemeinde -Centcstmal- Viehwaage zu Lumda betreffend. Mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 18. Januar 1890 zu Nr. M. I. 31861 und 89 und unter Zustimmung des Kreisausschufses des Kreises Gießen wird wegen Benutzung der Gemeindeviehwaage zu Lumda bestimmt: 8 1. Alle zur Verwiegung gebrachten Gegenstände müssen durch einen verpflichteten Wiegmeister gewogen werden. Außer dem Wiegmeister oder dessen Stellvertreter hat Niemand das Recht auf der Waage zu wiegen. § 2. Der Wiegmeister oder dessen Stellvertreter haben der ihnen zugehenden Aufforderung zum Wiegen alsbald Folge zu leisten Die Aufforderung hat von den Betheiligten (Käufer oder Verläufer) direct an den Wiegmeister zu geschehen. Wenn der Wiegmeister der Aufforderung nicht entspricht, so ist sich an die Großh. Bürgermeisterei zu wenden, welche denselben zum Wiegen anhalten und nöthigenfalls Großh. Kreisamt Anzeige erstatten wird. § 3. Der Wiegmeister oder dessen Stellvertreter haben über die von ihnen besorgten Geschäfte ein Tagebuch zu führen, in welchem unter fortlaufenden Ordnungs-Nummern anzugeben find: I a. der Ort des Wieggeschäfts, b. der Name des Verkäufers, e. der Name des Käufers, d. Datum der Verwiegung, e. die Art der gewogenen Gegenstände, f. das Gewicht der einzelnen Gegenstände, g. der Verkaufspreis per Gentner, insofern Käufer oder Verkäufer denselben angeben, wozu sie jedoch nicht gezwungen werden können, h. der Betrag der erhobenen Wieggebühren. § 4. Der Wiegmeister hat dem Käufer oder Verkäufer einen dem Eintrag ins Tagebuch gleichlautenden Wiegschein auszustellen, aus dem sowohl das Gesammtgewicht und eventuell der Kaufpreis der einzelnen verwogenen Gegenstände als auch der erhobene Gebührenbetrag zn ersehen ist. Ge bührentarif: § 5. An Wieggebühren sollen erhoben werden: 1) Für Kleinvieh, als: Schweine, Schafe, Kälber, Ziegen u.s.w. von 1 Stück......10 „ 2 ........20 „ „ 3 .......30 „ „ 4 „ . . . • • • • 35 „ Mehr als 4 Stück dürfen nicht auf einmal gewogen werden. 2) Für Großvieh, als: Ochsen, Kühe, Rinder u. s. w. unter 10 Ctr. von 1 Stück . . . . 25 „ über 10 Ctr. von 1 Stück . . . • 30 „ 3) Für andere Gegenstände, als: Heu, Stroh, Frucht, Kartoffeln, Steinkohlen, Fässer u. s. w. für 3 Ctr. und weniger .... 15 „ für jeden weiteren mitgewogenen Centner - 3 „ § 6. Sogleich nach stattgefundener Wiegung sind die vorbemerkten Wieggebühren nebst 5 Vergütung für jede Wiegung an den Wiegmeister oder dessen Stellvertreter auszubezahlen. § 7. Am Schlüsse jeden Monats hat der Wiegmeister das Tagebuch in der Art abzuschließen, daß sowohl die im Lause des Monats gewogenen Gegenstände, als auch der erhobene Gebührenbetrag summirt werden. Ferner ist ein Auszug aus dem Tagebuch über die im verflossenen Monat gewogenen Gegenstände zu fertigen, die Nichtigkeit desselben von dem Wiegmeister zu bescheinigen und der Bürgermeisterei zu überreichen, worauf die erhobenen Wieggebühren dem Gemeinde- Einnehmer nach Maßgabe des oben ausgeführten Gebührentarifs in Einnahme decretirt und von dem Wiegmeister aus- bezahlt werden. § 8. Der Wiegmeister und dessen Stellvertreter werden von dem Ortsvorstand aus Widerruf ernannt und von dem Kreisamt verpflichtet und unterliegen als Gemeindebeamten btt: für solche geltenden Disciplinarvorschristen. Gießen, am 28. Januar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Deutsches Reich. Darmstadt, 30. Januar. Die gestrige Versammlung der Nationalliberalen und Conservativen des Wahlkreises Darmstadt- Großgerau bestätigte einmüthig die Candidatur Osann. (K.Z.) Berlin, 28. Januar. Seine Majestät der Kaiser hat au seinem Geburtstage das altmärkische Ulanen-Regiment Nr. 16 besonders auszuzeichnen geruht. Bei der Parade am Montag Morgen verlas der Regimentseommandeur v. Bernewitz nachstehende allerhöchste Cabinetsordre: „Ich will das Andenken an den Generalmajor Hennigs v. Treffenseld, welcher in den Feldzügen Meines erhabenen Ahnherrn, des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, namentlich bei Fehrbellin und während des schwedischen Einfalls in Preußen, mit besonderer Hingebung gedient hat', dadurch ehren und für alle Zeiten in Meinem Heere lebendig erhalten, daß Ich dem altmärkischen Ulanen-Regiment Nr. 16 den Namen „Ulanen-Regiment Hennigs v. Treffenfeld (altmärkisches) Nr. 16" verleihe. Ich vertraue zu dem Regiment, welches sich durch sein heldenmüthiges Verhalten in der Schlacht bei Vionville-Mars la Tour einen unvergänglichen Namen in der Kriegsgeschichte erworben hat, daß es in treuester Erfüllung seiner Pflichten sortsährt und sich dadurch weitere Ansprüche aus Meine und des Vaterlandes Dankbarkeit erwerben wird. Berlin, den 27. Januar 1890. gez.: Wilhelm jR. An das altmärkische Ulanen-Regiment Nr. 16." Hennigs v. Treffenfeld (Joachim) war brandenburgischer General, schlug die Schweden am 30. Januar 1679 bei Splitter und starb am 21. December 1688 in Könnigde bei Bismark. Ans Oberschlefien, 28. Januar. Der Regierungspräsident Dr. v. Bitter in Oppeln hat in Folge einer vom Beuthener Magistrat an ihn gerichteten Petition die directe Einfuhr in Rußland oder Ungarn geschlachteter Schweine gestattet. Dem Steueramt in Beuthen ist gleichzeitig durch den Finanzminister die Befugniß zur zollamtlichen Abfertigung des im Eisenbahnverkehr vom Auslande eingehenden Schweinefleisches ertheilt worden. Feuilleton. Honigwochen. Joses Hevesi veröffentlicht im „Budapester Tageblatt": Wenn ich ein moderner Novellist wäre, müßte ich meine Erzählung wie folgt beginnen: „Aladar saß, in seinen türkisch gestickten Schlafrock gehüllt, neben dem Kamin, blies den Rauch einer ächten Havanna!) vor sich hin und schaute in die lodernde Gluth. An .ben Fenstern, welche der Winter mir seinen Eisblumen bemalt hatte, rüttelte der Sturm und Aladar horchte auf seine wilde Melodie, während er träumerisch in die zuckenden Flammen des Kaminseuers starrte . ." Nun heißt aber mein Held gar nicht Aladar, sondern — Andreas, trägt keinen gestickten Schlafrock, sondern befindet sich in Hemdärmeln, und raucht keine Havannah, sondern eine gewöhnliche Regalia. Ebensowenig saß er neben dem Kamin, denn er besaß gar keinen so altmodischen Feuerplatz, und an den Fenstern waren weder Eisblumen gemalt noch rüttelte der Sturm daran, weil es eben ein schöner Hochsommertag war. Endlich träumte er auch gar nicht, er hatte etwas Besseres zu thun — er küßte seine Frau, diese junge, schöne, goldblonde, kleine Frau, welche er erst seit ein paar Monaten sein nennen konnte. Ein paar Monate! Ihm schienen sie nur einige Augenblicke zu sein. Dort saßen die zwei Glücklichen eng aneinander geschmiegt auf dem sammetnen Divan. Vor ihnen stand ein Tischchen aus Ebenholz mit antiker Mosaikeinlage und auf diesem ein Schälchen mit schwarzem Kaffee. Während sie abwechselnd daraus nippten, gaben sie sorgsam darauf Acht, daß jedes denjenigen Rand der Schale, welche das andere eben mit den Lippen berührt hatte, zum Munde führe. Sie sprachen nicht viel, aber wenn sie sprachen, so waren das nicht Worte, sondern jenes unbeschreibliche Geflüster, jene unbestimmbaren Laute, deren sich die hingebende Zärtlichkeit, das stille und tiefe Glück, die Ekstase der Liebe bedient. Es war kein Gespräch, es war eine Folge von Küssen. Andreas langte nach der Schale. „Laß mir den Zuckersatz übrig", sagte sein Frauchen zu ihm, den goldblonden Kopf ein wenig von seinem Schooße erhebend. Er leerte die kleine Schale und sah abermals auf den Grund. — „Nun?" frug seine Frau. — „Es ist kein Zucker mehr darin," antwortete ihr Gatte mit komischer Bestürzung. — Sich umschlungen haltend, untersuchten sie nun gemeinsam die mit Tausendschönchen bemalte Schale. Dann lachte die Frau auf einmal aus und zeigte auf das niedliche Tellerchen, das aus dem Tisch stand. Da lagen drei Stückchen Zucker. „Wir haben den Kaffee ohne Zucker getrunken", sagte er, die Lippen zusammenziehend, als spüre er jetzt erst den bitteren Geschmack. „Ist es denn ein Wunder? Wir sind doch in den Honigwochen!" . . . . Man klopft an der Thür. „Wer ist da?" — „Ich bin es, der Jonas, ich bringe einen Bries an den gnädigen Herrn." — „Legen Sie ihn aus meinen Tisch." — >«Man wartet aus Antwort." —' „Nun, so geben Sie her." — Der Diener überreichte das Schreiben und ent- fernte sich. Andreas, ohne das Couvert anzusehen, erbricht den Brief. Kaum hatte er aber einen Blick in denselben geworfen, so springt er erregt auf. — „Von wem ist der Bries?" fragte die Frau. — Der Gatte schwieg, er schien zu zaudern, als wäre er mit sich nicht im Reinen, was thun? — „Ach, darf ich es nicht wissen?" fragte die Gattin etwas lebhaft. — Mit niedergeschlagenen Augen und stotternd antwortet der Mann: „Er ist von ihr." — „Von wem?" — „Von meiner Jugendsünde," antwortete Andreas und überreichte ihr den Bries. — „Von Lilli?" — „Ja." — Die Frau sah gar nicht in den Bries hinein. — „Was will sie?" — „Sie schreibt, wenn ich ihr nicht fünfzig Gulden schicke, werde sie den fürchterlichsten Seandal machen." — „Was kann sie thun?" — „Sie wird Dir alles verrathen." — Die Frau lachte auf. „Machen wir uns einen Scherz mit der Armen." — „Wie?" — „Gieb die fünfzig Gulden." — Der Gatte bückte sie verwundert an: „Du wirst doch nicht —" — „Ich bitte Dich, die fünfzig Gulden." — Andreas entnahm seiner Brieftasche die Summe und übergab sie seiner Frau. Diese trat zu ihrem Schreibtisch, legte das Geld und die Visitenkarte in ein Couvert und schellte. „Hier die Antwort!" sagte sie zu dem eintretenden Diener. — Andreas warf sich seiner Gattin zu Füßen und bedeckte ihre kleine Hand mit Küssen. „Ich sehe, Du hast mir in der That verziehen." — Die Frau blickte ihn triumphirend an. „Wir müssen der Armen doch für unsere Honigmonate eine kleine Vergütung geben." * Gedankenlose Höflichkeit. Dr. A. (vorstellend): „Ich erlaube mir, Ihnen meine Tante vorzustellen — leider tief gebeugt durch schwere Schicksale ..." — Dr. B. (sich verbeugend) : „F r e u t m i ch s e h r." * An! A.: „Höre mal, Deine Braut ist aber so kalt gegen Dich; sie umarmt Dich ja kaum!" — B.: „Ja, und dabei wagt die Welt doch noch zu behaupten, ich lebe in drückenden Verhältnissen!" * Eine Veränderung. A.: „Wie, Du stehst hier mitten auf der Straße und läßt Dich naß regnen?" — B.: „Nun, es ist doch mal eine Veränderung, wo man das ganze Jahr auf dem Trocknen sitzt!" Neueste Nachrichten Wolff- telegraphische- Lorrespondenz-Burcau. Berlin, 30. Januar. Ein kaiserlicher Erlaß vom 29. Januar an den Reichskanzler besagt: „Im Schmerze um den Verlust der erst vor Kurzem zur ewigen Ruhe eingegangenen geliebten Großmutter und unter dem ergreisenden Eindrücke des so schnellen Hinscheidens mehrerer meinem Herzen nahestehenden Fürstlichkeiten, konnte ich meinem diesjährigen Geburtstage nur mit wehmüthigcn Empfindungen entgegengehen. Wenn jedoch etwas geeignet ist, mich an diesem Tage freudiger zu stimmen, so war es die herzliche Theilnahme und die treue Anhänglichkeit, welche mir wiederum aus dem engeren und weiteren Vaterlande, sowie von außerhalb lebenden Deutschen in mannigfaltigster Art ausgedrückt ward. Es sind mir von Gemeinden, Vereinen, Festgesell- schasten, einzelnen Personen Glückwünsche, theilweise in poetischer Form, und Spenden in Fülle zugegangen, so daß es nicht möglich ist, alle diese Kundgebungen einzeln zu beantworten. Ich wünsche Allen, welche mir so liebevolle Aufmerksamkeiten erwiesen, den innigsten Dank erkennen zu geben und ersuche Sie daher, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenntniß zu bringen." — Der Kaiser verlieh dem Oberhosprediger Kögel 'den Stern der Comthure des Hansordens der Hohenzollern. Ferner empfing er den Feuerwehrmann Eichgrün und überreichte demselben persönlich das allgemeine Ehrenzeichen. Berlin, 30. Januar. Der Bundesrath nahm heute Kenntniß von den Beschlüssen des Reichstags zu dem Socialistengesetz und stimmte der veränderten Fassung der ostasrikanischen Postdampfervorlage zu. Berlin, 30. Januar. Abgeordnetenhaus. Bei der zweiten Etatsberathung erklärt der Landwirthschaftsminister v. Lucius, die Regierung würde den berechtigten Wünschen der Forstbeamten, betreffend Gehaltsaufbesserung, möglichst entgegenkommen. Zu Deichanlagen gegen Ucberfluthungen durch Regenmassen werde der Fiscus die Mittel nicht vorenthalten. Die Colonisation der Moore sei in vollem Gange. Dem landwirthschaftlichen Unterrichtswesen widme die Regierung eifrige Fürsorge. Im weiteren Verlaufe der Debatte erklärt der Minister sich nicht einverstanden mit dem Wunsche Sombarts, für das Studium der Thierarzneikunde das Reise- zeugniß eines Gymnasiums oder eines Realgymnasiums zu verlangen, das ganze Schulwesen leide unter dem Berechtigungswesen. Der Minister erkennt die Nothwendigkeit eines Neubaues der thierärztlichen Hochschule in Hannover an, hält eine größere Decentralisirung des Rennwesens nicht für rath- sam und erklärt, er werde einer unsachgemäßen Verwendung des Totalisators energisch begegnen. Die Etats der Land- wirthschaftsverwaltung und der Gestütsverwaltung werden angenommen. Nächste Sitzung Montag 11 Uhr. Etat. Berlin, 30. Januar. Wie die „Germania" berichtet, sandte Cardinal Rampolla anläßlich des Todes des Freiherrn v. Franckenstein das folgende Telegramm: „Der hl. Vater, dem ich die Trauernachricht mittheilte, bekundete darüber lebhaftes Beileid. Derselbe betet für den hochverdienten Verstorbenen und drückt Ihnen und Ihrer Familie seine Theilnahme aus. Zugleich gebe auch ich hierdurch meiner Betrübniß besonders lebhaften Ausdruck." Straßburg, 30. Januar. Bei der heutigen Eröffnung des Landesausschusses hielt der Statthalter folgende Ansprache: Mit Befriedigung darf zunächst aus die günstige Finanzlage des Landes hingewiesen werden. Das Etatsjahr 1888/89 ergab einen namhaften Ueberschuß- das laufende Etatsjahr wird voraussichtlich mit noch erheblicherem Ueber- schuß abschließen. Der Ihnen zur Berathung zugehende Landeshaushaltsetat für 1890/91 weist in allen Verwaltungszweigen reichliche Mittel zur Förderung des öffentlichen Wohles aus, namentlich für das Schulwesen, Vervollständigung des Eisenbahnnetzes, öffentliche Bauten und Landesmelioration. Dabei nimmt die Schuldentilgung aus den ordentlichen Einnahmen den gesetzlich geregelten Fortgang. Die sür die Schuldentilgung und die Verbesserung sowie den Ausbau des Canalnetzes zurückgelegten Fonds bleiben zur Verfügung. Angekündigt werden Gesetzentwürfe im Interesse der Land- wirthschaft, insbesondere betreffend die öffentlichen Genossenschaften, ferner zwecks Anlage von Feldwegen, Bewässerungen und Entwässerungen, schließlich Gewährung von Entschädigung für Viehverlust infolge Milzbrand und Rauschbrand, Haltung von Zuchtstieren, Ausübung des Husbeschlaggewerbes, ferner einen Gesetzentwurf über die Viehverstellungsverträge, um der wucherlichen Ausbeutung der ländlichen Bevölkerung durch diese Art von Rechtsgeschäften entgegenzuwirken, endlich Entwürfe betreffend Zwangserziehung verwahrloster Kinder, Verjährung von Fischereifrevel und Ausführung des Reichs- gesetzes vom 22. März 1888 über den Vogelschutz. Voraussichtlich werden noch zur Vorlage kommen Gesetzentwürfe über die Rechtsverhältnisse der Professoren der Kaiser-Wilhelms- Universität, über die Einführung von Grundbüchern und die Versicherung des Rindviehbestandes. Wien, 30. Januar. Der Kaiser begab sich früh in die Capuzinerkirche und verweilte längere Zeit am Sarge Rudolfs, während gleichzeitig die Kaiserin und Erzherzogin Valerie m der Josefscapelle der Hofburg einer stillen Messe, die übrigen Mitglieder des Kaiserhauses einem Traueramte in der Hosburgpfarrkirche beiwohnten. Gegen 10 Uhr Vorwittags begaben sich, der Kaiser und die Kaiserin und Erzherzogin Valerie nach Mayerling und wohnten in der Capelle einer Seelenmesse bei. Zahlreiche Kränze wurden niedergelegt, namentlich von der Kronprinzessin und deren Tochter, der Erzherzogin Elisabeth. Die Kaisergruft in der Capuzinerkirche ist in Trauer gehüllt. Aus Ungarn und den Provinzen werden Kundgebungen der Trauer gemeldet. Fast sämmt- liche ungarische Blätter, sowie die Blätter der Provinz bringen anläßlich des Trauertages patriotische Kundgebungen, worin die Seelenstärke des Kaisers gepriesen wird. I , Pans, 30. Januar. In einer gestern stattgefundenen Wählerversammlung in Boulogne wurde der antisemitische Boulangist Laur von dem Gegencandidaten Lissa- garay geohrseigt. Die Versammlung endete mit einem allgemeinen Handgemenge. Laguerre, Laisant und Millevoye sind gestern zu einer Conferenz mit Boulanger nach Jersey abgereist. Eine Stellungnahme des Nationalcomitvs zum Antisemitismus wurde aufgeschoben. Paris^ 30. Januar. Der „Temps" bestätigt, daß der Zar das Schiedsrichter amt in der Streitfrage zwischen Holland und Frankreich abgelehnt hat. Dieses Er- gebniß sei nicht durch Frankreich verschuldet, das sich dem Schiedssprüche des Kaisers absolut unterwerfen wollte, während Holland gewisse für den Zaren unannehmbare Vorbehalte gemacht habe. — Der „Temps" sieht die gestrige republikanische Plenarversammlung als eine von der republikanischen Mehrheit gelegte Schlinge an und hofft, daß dieselbe ihren Zweck verfehlen werde. Das „Journal des Debats" spricht sich im gleichen Sinne aus. Die meisten Blätter bezeichnen die gestrige Versammlung als mißglückt. x Rom, 30. Januar. Zufolge dem „Capitan Fracassa" circulirt in vaticanischen Kreisen das Gerücht, der Papst beabsichtige, Monsignore Meceuni in einer Mission an den König von Portugal zu entsenden und ihm ein eigenhändiges Schreiben mitzugeben. In den letzten Tagen habe ein lebhafter Notenaustausch zwischen dem Nuntius von Lissabon und der päpstlichen Staatskanzlei stattgefunden. Bukarest, 30. Januar. Die gestrige Kammer- srtzung wurde vollständig mit der Verlesung des Berichts, betreffend den Antrag, das Cabinet Bratiano in Anklage- zustand zu versetzen, ausgefüllt. Heute beginnt sofort die Debatte. Sofia, 30. Januar. Die „Agence Balcanique" erklärt das Gerücht der serbischen Presse über die Mobilisirung der bulgarischen Armee und die Befestigung der bulgarischen Grenze sür durchaus erfunden. Diese Gerüchte seien wahrscheinlich verbreitet worden, weil die serbische Regierung demnächst von der Skupschtina einen Militärcredit verlangen wolle. — Die Verhandlungen über einen serbisch-bulga- rischen Handelsvertrag dauern fort, obgleich über gewisse Punkte des Tarifs Schwierigkeiten entstanden sind. — Der von der „Corr, de l'Est" veröffentlichte Wortlaut der bulgarischen Note auf das russische Rundschreiben über die bulgarische Anleihe, von ' welchem der Großvezier dem bulgarischen Vertreter in Konstantinopel Vulkowic eine Copie übergab, enthält mehrere Unrichtigkeiten. Washington, 30. Januar. Harrison empfing gestern den brasilianischen Gesandten Valente und den Specialgesandten Mendonca. Dadurch hat Seitens der Vereinigten Staaten die formelle Anerkennung der Republik Brasilien stattgefunden. Die Begegnungen waren sehr freundschaftlich. Harrison gab auf die Ansprache Valentes der Genugthuung über den friedlichen Character des Regierungswechsels Ausdruck und fügte hinzu, er werde stets bemüht sein, die freundschaftlichsten Beziehungen zu der Regierung Brasiliens aufrechtzuerhalten. Darmstadt, 31. Januar. Seine Königliche Hoheit der Großherzog, sowie die Prinzessin Alix reisen heute Abend nach Malta ab. Locales und provinzielles. Gießen, 31. Januar. — Die gestrige Sitzung der Stadtverordneten behandelte als ersten Gegenstand der Tagesordnung und bevor zu den sonst üblichen Mittheilungen übergegangen wurde, in Anwesenheit des Herrn Steuerrath Süffert die Wahl der Mitglieder und Ersatzmänner der E i n s ch ä tz u n g s c o m m i s s i o n für die erste und zweite Abthcilung der Einkommensteuer sür die Periode 1890/92. Es wurden, nach Anhörung der Vorschläge des Herrn Steuerraths Süffert wie des Herrn Stadtverordneten Grüneberg mittelst Stimmzettel die folgenden Herren in die Einschätzungscommission der ersten Abtheiluug gewählt: Stadtverordneter Homberger, Stadtverordneter Vogt, Kaufmann E. Pistor II., Ad. Zinßer, Wilh. Mosler und Chr. Wallenfels III. Dieselben gehörten, mit Ausnahme des Herrn Wilh. Mosler, schon seither der Einschätzungscommission an. Zu Ersatzmännern wurden gewählt die Herren Georgi, Wortmann und Liebrich. Nach dem Einkommensteuergesetz müssen zwei Mitglieder der Einschätzungs- Commission für die erste Abthcilung auch Mitglieder der Stadtverordneten-Veriammlung sein. In die Einschätzungs- Commission für die zweite Abthcilung, welche seiner aus den Herren Schopbach, Simon, ®auf, Jughardt, Carl Loos, H. Flick, H. Adami, Ferd. Hofmann und Andreas Keller als Mitglieder, den Herren Scheel, Mann, I. Krailing und L. Plank als Ersatzmänner bestand und in welcher sechs Mitglieder Stadtverordnete sein können, eins aber Stadtverordneter sein muß, wurden gewählt die Herren Simon, Jughardt, Adami, Keller, Habenicht, Schmall, Carl Loos, H. Flick und Ferd. Hofmann, zu Ersatzmännern die Herren Scheel, Mann, L. Plank und Wilh. Löber. Der nach Erledigung des Wahl- geschästes von Herrn Scheel gestellte Antrag, den Einschätzungs- Commissions-Mitgliedern der zweiten Abtheilung ebenfalls (wie den Mitgliedern der ersten Abtheilung) keine Diäten mehr zu bewilligen, wird angenommen. — Herr Bürgermeister Gnauth theilt hieraus mit, daß Herr Ferd. v. Eberlei n der städtischen Bibliothek ein Exemplar seines Geschichrs- werkes über die Familie von Eberstein überreicht habe. Ein Angehöriger dieser Familie war der General-Feldmarschall öon Eberstein, der z. Z. des dreißigjährigen Krieges das Commando über tie Festung Gießen führte. Dem Spender dieses Werkes, der auch schon durch andere Werke die Bibliothek bereicherte, soll der Dank des Stadtvorstandes abgestattet werden. Wie bereits mitgetheilt, wird im Laufe des Jahres 1891 das Liebig-Denkmal sertiggestellt toeiQeiu SUS Standort für dasselbe war ursprünglich der Platz vor dem Universitätsgebäude in der Lüdwigstraße in Aussicht genommen. Dieser Platz wurde indeß von dem ausführenden Künstler, Professor Schaper in Berlin, unter Hinweis auf den ungeeigneten Hintergrund für das aus weißem Marmor aus- zusührende Denkmal als weder ausreichend noch paffend bezeichnet, weshalb zunächst ein Platz in der Süd-Anlage, gegenüber dem Gymnasium, in Aussicht genommen wurde. Den von Professor Schaper geäußerten Bedenken hinsichtlich des Platzes vor der Aula in der Ludwigsstraße hatte sich auch das Central-Comits in Berlin angeschlossen und das Local-Comite in Gießen ersucht, hiervon abzusehen, obgleich nicht zu verkennen, daß bei den Verdiensten Liebigs um die Universität dessen Standbild ein Platz vor dem Universitätsgebäude gebühre. In einem Schreiben an das Central- Comitö in Berlin legt Professor Schaper nochmals die Gründe dar, aus welchen er für Auswahl eines anderen Platzes sich äußern müsse. So könne es dem ausführenden Künstler nicht gleichgültig sein, ob ein Denkmal, dessen Herstellung er mehrere Jahre seines Lebens gewidmet, einen geeigneten Standpunkt erhalte oder nicht. Der Platz vor dem Universitätsgebäude sei durch andere Bauten so eingeschränkt^ daß das (nahezu fertiggestellte) Denkmal wenig §ur Geltung fomme; selbiges müsse einen grünen Hintergrund haben, dessen Anlage mittelst Buschwerk des beschränkten Raumes vor dem Universitätsgebäude wegen nicht ausführbar sei; fo habe man z. B. in Berlin durch Anlage von Buschwerk das Schiller-Denkmal verschönern wollen, damit aber nur die Ansicht des Schauspielhauses verdeckt, Gießen könne unmöglich eine Art der Aufstellung eines Denkmals wünschen, die man in Berlin für verfehlt erachtete. Professor Schaper bittet das Central-Comite, nochmals in diesem Sinne auf das Local-Comite wirken zu wollen. Das Local-Comite, zu welchem Herr Bürgermeister Gnauth zugezogen worden, hat in seiner Sitzung vom 25. d. M. die gegen die Aufstellung des Liebig-Denkmals vor der Universität gerichteten Ausführungen Professor Schapers als berechtigt anerkannt und dementsprechend die Wahl eines anderen Platzes, zunächst in der Anlage, ins Auge gefaßt. Das Comite ist hierbei von der Wahl des Platzes vor dem Gymnasium in der Süd-Anlage abgegangen und hat sich für die Ost-Anlage ausgesprochen. In der Süd-Anlage müßten, wenn das Liebig- Denkmal dort zur Aufstellung kommen sollte, bedeutende Umbauten ausgcsührt, namentlich umfangreiche Auffüllungen vorgenommen werden, wogegen die Ost-Anlage, etwa der Platz vor der Villa des Herrn Commerzieurath Noll, ohne Gefahr für die erst in der Entwickelung begriffenen Anpflanzungen geeigneter sei, nicht durch Bauten beengt werden könne und des dauernden grünen Hintergrundes des botanischen Gartens sicher sei. Herr Bürgermeister Gnauth machte der Stadt- verordneten-Versammlung über die hier dargelegten Ansichten des Local-Comites Mittheilung mit dem Anfügen, daß eine Entscheidung über die Platzsrage erst zu treffen fein werde, wenn Professor Schaper sich selbst über den Vorschlag betr. der Ost-Anlage geäußert habe- derselbe werde bchuss Besichtigung des Platzes selbst nach Gießen kommen. — Nach einer Verfügung Großh. Ministeriums in Betreff der seit 9. December v. I. in Gießen cingesührten freiwilligen Trichinenschau hat die Anstellung und Verpflichtung der Trichinenschauer in derselben Art zu erfolgen wie die der Fleischbeschauer. — Die neulich beschlossene Einsriedigung längs der Lenz'schen Besitzung an der Bahnhofstraße ist auf Mk. 410 veranschlagt. Die Einfriedigung wird in einer Länge von 61 Metern aus gehobelten Latten hergestellt werden. — 'Herrn Architect Stein wnrde der Bau eines Wohnhauses in der sog. Scheppeneck, zwischen den Häusern des Herrn G. K. Simon an der Bahnhofstraße, s. Z. unter der Bedingung gestattet, daß Gesuchsteller sich zum Ausbau, Unterhaltung, Reinigung und Beleuchtung der Straße auf seine Kosten verpflichtet, daß die Verpflichtung zur Reinigung und Instandhaltung der Straße sowie deren Beleuchtung auf die Stadt erst übergeht, wenn zwei Dritttheile der Straße bebaut sind. In einer neuerlichen Eingabe bittet Herr Architect Stein im Verein mit einigen Interessenten, die Gas- und Wasserleitungsrohrlegung in genannter Straße chon jetzt vornehmen zu lassen, da das zuerst erbaute Wohnhaus demnächst zum Beziehen sertiggestellt werde, außerdem noch einige auf Errichtung weiterer Wohnhäuser, durch welche das vorgeschriebene Zweidrittel des bebauten Theiles der Straße erreicht werde, gerichtete Gesuche vorlägen, somit die in den früher gestellten Bedingungen der Stadt erwachsenden Verpflichtungen als vorhanden zu betrachten seien. Gleichzeitig ersuchen die Interessenten wegen Katastrirung ihrer Häuser um Benennung der Straße, für welche sie sich die Namen Badestraße, Gerinnstraße, Fischerstraße oder Graben- traße in Vorschlag zu bringen erlaubten. Die Baudeputation hat beantragt, die Gasrohrleitung ausführen zu lassen, obald die Straße aufgefüllt ist, die Wasserleitung nach den irojectirten Neubauten ebenfalls Herstellen zu lassen, wenn von den Interessenten ein Wasserbezug garantirt wird, dessen Ertrag 10°/0 der Anlagekosten entspricht, der Straße aber die Bezeichnung „Grabenstraße" zu geben. Es wird nach dem Anträge der Baudeputation beschlossen. — Die Berathung über die Satzungen, betr. die Ausübung der offenen Armenpflege, wird auf Antrag des Herrn Scheel ausgesetzt. — Wie dex „Köln. Ztg." von hier berichtet wird, wurde in der am 29. d. Mts. abgehaltenen conservativen Partei- Versammlung beschlossen, bei der bevorstehenden Reichstagswahl für Herrn Gutsbesitzer Schlenke einzutretcn. M. Alsfeld, 30. Januar. Am 1. Februar feiert Philipp Kömpf in Elpenrod (Kreis Alsfeld) seinen 99. Geburtstag und freut sich noch der besten Gesundheit. Seine Frau erreichte das Alter von 84 Jahren und ist vor einigen Jahren gestorben. Die Nachkommen (Kinder, Enkel und Urenkel), welche noch nm Vebcn sind, beziffern sich aus k 44 Personen. Schotten, 28. Januar. Die Generalversammlung der hiesigen Sparkasse in 1889 hat auch wieder beschlossen, diejenigen eine Volksbibliothek unterhaltenden Vereine im Sparkassenbezirk zu unterstützen, welche sich der Bestimmung unterwerfen, daß ihre Bibliothek weder verkauft , noch unter die Mitglieder des Vereins vertheilt werden darf und im Falle der Auflösung des Vereins unter der Aufsicht deö Ortsgeisl- lichen und deö Bürgermeisters zum Nutzen der Gemeinde dauernd erhalten bleibt. Vereine, welche sich um eine Unterstützung bewerben, können bis zum 15. Februar d. Js. ihre deffsallsigen Gesuche an die Directwn der Sparkasse zu Schotten einreichen. Sodann hat die Generalversammlung der Sparkasse auch wieder beschlossen, aus den etwaigen Uebcr- schüssen, welche sich aus dem für Volksbibliotheten verwilligten Betrage ergeben sollten, auch solche Schülerbibliotheken innerhalb des Sparkassenbezirks zu unterstützen, welche im abge- lausenen Jahre innerhalb ihrer Gemeinde von Schülern, öffentlichen Kassen oder privaten Personen einmalige oder- dauernde Beiträge erhielten. Flensungen, ‘28. Januar. Heute Abend gegen 6 Uhr wurde der hiesige Lehrer auf dem Rückwege von Weickartshain zwischen Stockhäuser Hof und Flensungen von zwei ihm unbekannten Menschen angefallen. Indem der eine sich vor, der andere hinter ihn poslirte, wurde er zum Stillstehen gezwungen und mit Jnswasserwerfen und dergleichen Liebenswürdigkeiten bedroht. Unter vielem Zureden gelang es ihm, mit den Beiden in die Nähe Flensungens zu gelangen und sich dort von seinen ausdringlichen Begleitern zu verabschieden. Bei einer alsbald vorgenommenen Streife wurden dieselben in der Neitz'schen Wirthschaft in Flensungen vorge sunden und als zwei in Stangenrod ansässige Flensunger namhaft gemacht. Sollten die Zwei es aus einige Zeit freies Logis nebst Kost abgesehen gehabt haben, dann werden ihre Wünsche sicher das nöthige Entgegenkommen finden. (Gr. A.) * Darmstadt, 29. Januar. Nach dem Vorgänge von Offenbach veranstaltete kürzlich der Localgewerbeverein dahier unter Mithilfe von Vorständen einer Reihe hiesiger Innungen, des Fabrikantenvereins und des Vereins der Werkmeister die erste G e s e l l e n p r ü f u n g. Außer Fertigung von Gesellenstücken fand eine Prüfung in gewissen Fächern statt. Ziemlich zahlreich war die Betheiligung und wurden schließlich Gesellenbriefe eitheilt. Die mühevolle Arbeit solcher ersten , freiwilligen Gesellenprüfungen soll im Interesse eines tüch- | tigen Gesellen- und Meisterstandes fortgesetzt werden und 1 findet sich hoffentlich immer regere Betheiligung dafür in dem Gewerbestand. Am nächsten Freitag wird über diesen < Gegenstand im Localgewerbeverein dahier von dem Vor- i sitzenden dieser Prüfungs-Commission, Herrn Prof. Lincke, ; Bericht erstattet und erörtert, wie die Prüfungen womöglich 1 regelmäßig einzurichten sind und sind Interessenten zu der ' Sitzung des Localgewerbvereins eingeladen. * Mainz, 29. Januar. Eine Abtheilung des hier | garnisonirenden Infanterie-Regiments Nr. 117 sollte gestern ; Mittag unter Führung eines Feldwebels nach dem Casteler i Schießplätze marschiren. Hierbei ist die „Lache" bei Castel i zu überschreiten. Da die darüber führende Brücke wegen ! Hochwasser und Uebersluthung des Mains abgeführt war, wollte der Feldwebel seine Mannschaften — etwa 25 an ( Zahl — in einem Ponton übersetzen. Letzteres schlug aber - um und sämmtliche Insassen fielen ins Wasser. Glücklicher ! Weise konnten sich sämmtliche Soldaten, zum Theil ohne Hilfe, zum Theil mit Hilfe herbeieilender Schiffer auf das nahe Ufer retten. Eine Anzahl Gewehre wurden von der starken Strömung fortgerissen. * Berlin, 27. Januar. Eine sclbstthätige nächtliche ! Treppenbeleuchtung, welche nach 10 Uhr in Wirk- I samkeit tritt, wird aus electrischem Wege geplant. Man | braucht nicht mehr mit schnell verlöschendem Zündholz die | Treppeii hinauszutasten, wobei man doch nur immer cmc j kurze Strecke übersehen kann, sondern eS wird dem nächtlichen Wanderer über kurz oder lang von selbst „heimgeleuchtet" werden und zwar so: Wenn er die Hausthür geöffnet hat, so stammt plötzlich durch das Dunkel im Parterre eine Glühlampe auf, die so lange leuchtet, als Zeit gebraucht wird, ! nm die Thür zu verschließen und den Flur bequem zu durch- ; schreiten. Alsdann verlöscht die Lampe im Parterre und i sosort entzündet sich eine zweite, welche Treppe und Flur des ersten Stockwerkes beleuchtet. In gleicher Weise wird der Weg durch das ganze Haus erhellt. Der Apparat, welcher keinen größeren Raum einnimmt als ein Telephon mit Batterieschrank ist hier schon hie und da eingeführt. Es ist kein Zweifel, daß auch diese neue, bequeme und nützliche Anwendung des clectrischen Lichtes, zumal die Kosten überaus gering sein sollen, sehr bald Gemeingut werden wird. * In militärischen Kreisen wird erzählt, der Kaiser wolle dem Unwesen des Duells in der Armee allmählig ein Ende machen. Osfiziere, die Kameraden zu einem Zweikampf mit tödtlichem Ausgang herausgefordert haben, sollen streng bestraft, ja sogar, wenn die Forderung in frivoler Weife erfolgt sei, aus der Armee entfernt werden. Eine derartige Anordnung würde, so hofft man, auch einen heilsamen Einfluß auf die studentischen Duelle ausüben. * Das Technikum Mittweida (Königreich Sachsen) zählt im laufenden 23. Schuljahre 886 Schüler, welche die Abtheilung für Maschineu-Jngenieure und Electrotechniker, bez. die für Werkmeister besuchen. Unter den Geburtsländern bemerken wir: Deutschland, Oesterreich, Ungarn, Rußland, Schweiz, Großbritannien, Dänemark, Holland, Italien, Rumänien, Schweden, Norwegen, Bulgarien, Spanien rc., aus Asien besonders Java, Sumatra, Ostindien, aus Afrika: Kapland, ferner Nord- und Südamerika und Australien. Die Eltern der Schüler gehören hauptsächlich dem Stande der Fabrikanten, Ingenieure, Mühlen- und Brauereibesitzer, Schlosser, Mechaniker, Baugewerke, Staats- und Commuual- beamten und Kaufleute an. Die Aufnahmen für das.nächste Sommerhalbjahr beginnen am 14. April. Programm und Jahresbericht erhält man unentgeltlich von der Directiou des Technikum Mittweida (Sachsen). * Furchtbare Stürme wüthen auf dem Atlantischen Odean. 30 Dampfer sind bereits seit mehreren Tagen fällig und ist ernster Grund zu der Besorgniß vorhanden, daß dieselben untergegangen. Der Dampfer „Erin", mit einer großen Viehladung von New-Uork nach London unterwegs, mit 72 Köpfen starker Mannschaft und 15 Viehtrcibern an Bord, ist gänzlich untergegangen. * Was man auf Maskenbällen sehen kann. Auf einem Maskenbälle im östlichen Berlin har die Frau eines Schlächtermeisters, der „es hat", folgenden Aufzug vollführt. Punkt 11 Uhr öffnete sich die Thür des Saales für vier handfeste Männer, welche einen Sarg trugen, den sie mit- sammt der Bahre mitten im Saale unter dem Kronleuchter niedersetzlen. Der Sarg hatte einen Glasdeckel und unter demselben lag „malerisch hingegossen" die besagte „Madam Schlächtermeesteru" in einem kurzgeschürzten, pelzverbrämten Atlasklcide, mit einem Myrthenkrcmz im Haar und einer weißen Maske vor dem Gesicht. Eine volle Stunde verharrte so, von Allen angestaunt und bewundert, die schöne „Maske" in dem Sarge, dem sie um Mitternacht schweißtriefend entstieg, nachdem das Zeichen zur Demaskirung gegeben worden war. Die heldenmüthige Dame wollte „Schneewittchen" darstellen. * Paris, 28. Januar. Während Deutschland 19 476 Postämter, England 17 587 besitzt, hat Frankreich nur 7 346. In Deutschland wurden letztes Jahr 65 Mill. Anweisungen im Betrag von 4800 Mill. Frc., dagegen in Frankreich 21 Mill. Anweisungen im Betrage von 658 Mill. Franken befördert. Die Postbehörde hat das t)ied)t, in Frankreich jährlich 25 neue Poststellen zu errichten, während ihr 1800 Forderungen auf Errichtung von Postämtern vorliegen. In Paris langt eine Rohrpostkarte erst nach 1—11/2 Stunden an den Adressaten, während in Turin bei 16—18 Leerungen der Briefkästen ein Brief schon in einer Stunde in Händen des Empfängers ist. * Der Stern von Bethlehem, welcher nach den Berechnungen des Astronomen Tycho de Brahe alle 315 Jahre im Gesichtsseide der Erde erscheint, wird in diesem Jahre und zwar im Monat November innerhalb des Sternbildes der Cassiopeia sichtbar werden. Seit der Geburt Christi ist es also das sechste Mal, daß dieser Stern, der von vielen Astronomen als Komet betrachtet wird, erscheint. Das letzte Mal, im Jahre 1575, wurde derselbe in der gleichen Nacht sichtbar, in welcher der Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg geboren wurde. Damals legte man ihm den Namen „Stern des Hauses Brandenburg" bei. Ititioerfitäts - Nachrichten. — Der bisherige Prtoatdocent Dr. Konrad Dtetertct zu Berlin und der bisherige Syndicus der Handelskammer in Bremen, Dr. Warner e>ombart, sind zu außerordentlichen Professoren in der philosophischen Facultät der Universität Breslau ernannt worden. — Die Königliche Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig hat die ordentlichen Professoren der Mathematik am Königlichen sächsischen Polytechnikum zu Dresden, Dr. phil Martin Krause und Dr. phil. Karl Rohn zu Mitgliedern erwählt. — Die medicinische Facultät der Universität Jena hat den Großh. sächsischen Staatsmnuster Dr. Stichling zu ihrem Ehren- boctor ernannt. Derselbe ist nunmehr Ehrendoctor aller vier Faculiäten. Literatur und Nunst. — DaS Lexikon -er feinen Sitte. Practisches Hand- und Nachschlagevuch für alle Fälle des gesellschaftlichen Verkehrs. Von Kurt Adeltels (Verfasser des „Lexikons des Lebensglücks"). Broschirt 3.60 Mk. Eleg. geb. 4 50 Mk. Verlag von Levy L Müller in Stuttgart. — Wer wäre nicht schon in die Lage gekommen, in irgend einer gesellschastltchen Frage — sei es gelegentlich eines Besuches, sei es aus Anlaß eines Balles, einer Einladung, einer Hochzeit u. s. w. sich Raths erholen zu müssen! Hunderte von Fällen «xtstiren, in denen selbst der in den gesellschaftlichen Formen Bestbewanderte eines Führers bedarf. Der Verfasser hält sich fern von allem kleinlichen Formelwesen, stellt vielmehr nur die Regeln auf, welche in dem gesellschaftlichen Verkehr sich herausgebtldet und allgemeine Anerkennung gefunden haben. Es ist eine practische Ledensphilosophie, welche in den Kreis ihrer Betrachtung ebenso die Ethik wie den sogenannten guten Ton zieht. Gerade dadurch erhält das Buch aber einen erziehlichen Character, bei es weit über den Rahmen erhebt, den der Titel desselben anzudeuten scheint. Das prächtig ausgestattete Buch wollen wir als ein fürs Leben nützliches und gewiß auch bei Jung und Alt willkommenes Festgeschenk angelegentlich empfehlen. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst Sonntag Septuagesimä, 2 Februar. Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. Bibelstunde am Mittwoch den 5. Februar, Abends 8Uhr, in der Kleinkinderschule, Offenbarung Joh. Cap. 2, von Vers 1 an, Sendschreiben des Herrn für die Gemeinde zu Ephesus- Pfarrer Dr. Naumann. Am Sonntag den 9. Februar: Beichte und heiliges Abendmahl im Vormittagsgottesdienst. Die Pfarrgefchäfr»' in der Woche vom 2. bis 8. Februar besorgt Pfarrer Dingeldey. Katholische Gemeinde. Sonntag Septuagesimä, 2. Februar. Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V28 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um * */?7 Uhr Austheilung der hl. Communion; um Vr8 Uhr Frühmesse; um 3/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um W Uhr Christenlehre und Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. 1. Februar. Freitag Abend 43° Uhr, Samstag Morgen 850 Uhr, Samstag Mittag 300 Uhr, Samstag Abend 540 Uhr. Thüringer Kunstfärberei Königsee und chemische Wäscherei. - KStenwiaKen WB- Anerkannt vorzügl. Leistungen. -MN Kein Portozuschlag. (loQrLur llppr? Giesten, sofort zu verkaufen bei 33^- Eiliges zum Reinigen in wenigen Tagen. "W Annahme und Muster bei uüoumw. LLvvL 6, Nebenweg 7. j. Pfeffer, Marktplatz 6. H. NESTLt'S KINDERMEHL ÄOjäSüriger JErfo8g. Fabrik-Marke 32 Auszeichnungen, worunter 12 Ehrendiplome und 14 Gold. Medaillen. Zahlreiche ÄEtiesivassE der ersten medicinischen Autoritäten. Vollständiges Nahrungsmittel für kleine Kinder. Ersatz bei Mangel an Muttermilch, erleichtert das Entwöhnen, leicht und vollständig verdaulich, desshalb auch ERWACflSEBJE^ bei M[AGE]¥“ LEIDEN bestens empfohlen. 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Knüppelh Stockh. Rrish Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen. Eichen- 361 156,5 126 4200 Nadel- — 5 3 1090 Die Zusammenkunft ist an den Ochsenwiesen (Rödgerstraße) Gießen, am 28. Januar 1890 Grotzh. Bürgermeisterei Gießen Gnauth. 864 Holzversteigerung in der Königlichen Ober försterei Krofdorf. Donnerstag den 6. Februar, Vormittags 9 Uhr, bei Wirth Kahlert in Krofdorf; Schutzbezirk Waldhaus. District Schotteuholz 45, Eichen r 1 rm Scheit; Buchen: 81 rm Scheit, 71 rm Knüppel, 24i rm Reiser District 29, 34, 35, 37 38, 44b c , 45, 46,47 u 48 Totalität (Schneißen- oufhieb), Eichen: 34 Stämme mit 6,42 fm c. I., 5 rm Scheit, 14 rm Knüppel, 2 rm Stöcke. 15 rm Reiser; Buchen: 269 rm Scheit, 220 rm Knüppel, 160 rm Stöcke und 96" rm Reifer. Krofdorf, den 30. Januar 1890. Der Königliche Oberförster: 929 Müller. Bekanntmachung. Die auf Montag de« 3, Fe^ bruar 1890 anberaumte Fichten- und Kiesern'Bau- und Grubenholz-Versteigerung der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms (bei Wetzlar—Gießen) in den Districten Buchenberg, Fuchslöcher, Eichelsberg und Scheuernwald wird hiermit auf Montag den 10. Februar 1890 verlegte Hohensolms, 30. Januar 1890. Fürstliche Oberförstern. Rietsch. 934 EelanntMüchlmg. Die Holzversteigerungen vom 27. und 29. lsd. Mts. in der Freiherrlichen Oberförfterei Rabenau sind genehmigt. Die Abfuhr scheine können vom 10. Februar ab auf Frech. Rentei zu Londorf in Empfang genommen werden. Ueberweisung des Holzes und erster Fahrtag am 11. Februar. Keffelbach, den 30. Januar 1890. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau.' Schlotterer. 942 Verein der deutschfreisinnigen Partei. Außerordentliche Generalversammlung Samstag den. 1. Februar 1890 Abends s Uhr, in der Restauration Ieidel. . Tagesordnung: Aufstellung eines Candidaten für die Reichstagswahl. 868 Der Borstand. Ä Veteranen-Verein. SamStag den 1. Februar: Generalversammlung bei Kamerad Seng Tagesordnung: Geschäftsbericht, Rechnungsablage, Vorstandswahl. 853 Der Vorstand. Gescliäfts'Verlegung. Mein Geschäft befindet fich nunmehr im Haufe de- Herrn Bang, SelterSweg 2S. Carl Geismar, 861 Uhrmacher. Masken-Nnzüge und Dominos in sehr großer und schöner Auswahl zu ver- lechen bei [891 Gustav Gerhardt. Aufträge nach AuSwärtS werden besten- besorgt. Warme Bäder bei Andreas Euler. Täglich geöffnet von 6 Uhr Morgen- bi- *1 Uhr Abend- Sonntag- bi- Mittag 12 Uhr. Die Zellen sind durch Dampf geheizt. [121 Außer verschiedenen Salzen und Mutterlaugen sind sämmtliche Bade- Extrakte, als: Fichtennadel-, Malz-, Loh- und Weizenkleie-Extracte zu haben. W Abonnements werden jederzeit entgegengenommen. Popular-uatunoiffenschafil. Verlag non Otto Weifert, Stuttgart. Rahmer, Physiologie, broschiert M.5.— gebunden M. 6.— Alsberg, Anthropologie, brosch. M. 6.- gebunden M. 7.— Roßmäßler-Engel, Die Geschichte der Erde, 4. Aufl., br. M. 6, geb. M. 7. Rotzmäßler, Die vier Jahreszeiten 6. Aufl.. br. M. 5, geb. M. 7. Clarus Sterne, Die allgem. Weltanschauung, br. M. 6., geb. M. 7.50. Klein, Allgem. Himmelskunde, 2. Aufl. br. M. 5.—, geb. M. 6.—. Hetz, Prof. Dr. W., Spezielle Zoologie, Bd. I., br. M. 4., geb. M. 5. Ledebur, Die Metalle, br. M. 3.50, geb. M. 4.50. Clarus, Die rationelle Ernährung, d. 60 Pf. 122 Hlibne^ I. G., Pflanzenatlas, 6. Aufl., neue AuLg., kart. M. 4.50. von Mariens u. Kemmler, Flora von Württemberg und Hohenzollern, Band I u. IL, brosch. M. 10.50. ■ ■—WWWWMWWWWWWW Coursbericht Versteigerung. Samstag den 1. Februar l I., Vormittags 9 Uhr, versteigere ich in Allendorf a« d. Lda.: 1 Holzschneidmaschine, 3 Hobelbänke, 6 neue Bettstellen, 1 Bretterhütte mit Ziegeldach, verschiedene Schreiner-Utensilien, Dielen, Leisten und Holzabfälle gegen Baarzahlung. Versammlung vor dem Rathhaus. Gießen, den 29. Januar 1890. Born, 925 Gerichtsvollzieher. Dienstag den 4. Februar, Nachmittags 2 Uhr, werden im Local des Herrn I. Spies am Oswaldsgarten die zur Hinterlassenschaft der Herz Schulhofs Eheleute gehörigen Möbel, als: 1 Tisch, Stühle, 1 Bett Eommode mit Glasaussatz, Waschcommodr mit weißer Marmorplatte, sowie etwas Weißzeug, Kleider u s. w versteigert Im Auftrag: Hoffmann. 922 von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. ftranSitrött Börse vom 31. Januar 1890, Schlußcourl- 1 Uhr 15 Min 4 pCt. ReichSanlethr 107 001 4 pCt. Ungar. Goldrente 89 30 3Vr v „ 103 0015 „ Italiener Rente 94.70 4 „ Preuß. Consols 106 70 I Oesterr. Silberrente 76.90 3V» w „ , 103.101 Rufs. Orient UI. 70 00 Disconto-Commandit-Antheile 243.90 Darmstädter Bank-Actien 175 80 Dresdener „ „ 182.60 Berliner Handelsaesellsch-Antheile 193.30 Oesterr. Credit-Actien 279 25 „ Staats bahn-Actien 189.00 Lombard. Eisenbahn- „ 116 75 Buschtherader Eisenbahn-Aktien 359 25 Elbethal-Bahn-Actien 19450 Gotthard- w „ 168.10 Schweizer Nordost-Bahn-Actten 134 70 „ West- , „ 37 50 Gelsenkirchener Bergwerks-Actien 187 50 Oesterr. Alpine-Montan- , 87 50 Tendenz: schwach. Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 31. Januar 1890. Oesterr. Treditactten Oesterr. Staatsbahn-Actten Dortmunder Unton-Acttev Darmstädter Bankactten 17956 94 10 117.90 179.10 Dttzcortto-CoM'-Antvetl? Hrrpn^er Ostpreußen Bochumer Gußstahlactien Tendenz: unentschieden. 247.10 252.25 85 90 236.00 4 pCt. Gtchener Obligationen —.— 15 pCt. BuderuS-Obltgationen 114.40 ReichSbank-DtScont 5 pCt. — Frankfurter B