Nr. 1. Der Hleßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener AamitieuvtLiter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Mittwoch den 1. Januar r Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. 1890. Vierteljähriger Aöonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt föt? den Aveis Gieren. ! chralisSeilage: Hießoi« KamilienLkätter. folgenden Tag erscheinenden Nn-umer bis Vorm. 10 Uhr. V _______ , , _ D'raus die Becher hoch gehalten Und dem Neuen Jahr gedacht, — Sei in weihevoller Stunde Ihm ein Profit froh gebracht! Th. Loos. Amtlicher TheU. Gießen, den 30. December 1889. Betr.: Die Einführung der Hebammen in die neue Dienstanweisung Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die GroßhezogUchen Bürgermeistereien der nachverzeichneten Gemeinden. Wir beauftragen Sie die nachverzeichneten Hebammen anzuweisen, zum Zweck der Jnstruirung nach der neuen Dienstanweisung an den festgesetzten Tagen und Stunden an die betreffenden Orte vor Großh. Kreisgesundheitsamt zu erscheinen und ihre Instrumente und Arzneien, sowie die neue Dienstanweisung mitzubringen. Den Gemeindehebammen sind die Transportkosten per Bahn oder mit 40 Pfg. pro Stunde zu vergüten. Außerdem ist denselben eine Gebühr von 2 Mk. für Zehrung aus der Gemeindekasse zu bewilligen. Es haben zu erscheinen: am 4. Januar 1890 zu Grünberg im Rathhaussaal, Nachmittags 1 Uhr, die Hebammen aus den Orten: Beltershain, Bersrod, Goebelnrod, Grünberg, Harbach, Hattenrod, Lindenstruth, Lumda, Oppenrod, Queckborn, Reinhardshain, Saasen, Stangenrod, Weickartshain, Weitersham; am 6. Januar 1890 zu Sich im Rathhaussaal. Nachmittags 1 Uhr, die Hebammen aus den Orten: Albach, Bettenhausen, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt, Ettingshausen, Holzheim, Lich, Muschenheim, Münster, Ober- und Nieder-Bessingen, Ober-Hoergern, Steinbach; am 8. Januar 1890 zu Hungen im Rathhaussaal, Nachmittags 1 Uhr, die Hebammen aus ^en Orten: Bellersheim, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Nonnenroth, Obbornhofen, Roethges, Rodheim, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen; am 10. Januar 1890 zu Allendorf a/d. Lumda im Rathhaussaal, Nachmittags 2 Uhr, die Hebammen aus den Orten: Allendorf a/d. Lumda, Allertshausen, Climbach, Geils- hausen, Kesselbach, Londorf, Mainzlar, Odenhausen, Rüddingshausen. v. Gagern. Sylvester. Mit der Glocke zwölftem Schlage, Der die Mitternacht uns bringt, Schwindet hin das Jahr, das alte, Still sein letzter Ton verklingt. Und der Kerzen letztes Flimmern Sagt verlöschend ihm Ade, Mit den wechselvollen Stunden, Mit der Lust und all' dem Weh! D'raus schallt lauter Jubel wider, NeuSS Zahr! sei sroh gegrüßt! Und in Freundschaft, wie in Liebe Innig Herz an Herz sich schließt. Wünsche glüh'n in allen Herzen, — Händedruck und Kuß um Kuß Bringen wir uns heut' entgegen Bei des Neuen Jahres Gruß. Alles Leid sei heut' vergessen, Sei versenkt im Strom der Zeit, Jede Fehde ausgesöhnet, Die wohl Menschen noch entzweit. Wo des Todes dunkler Bote Schwer das Menschenherz bedrückt, Manche hoffnungsvolle Blüthe Jäh' entblättert und zerknickt: O, da sendet, ew'ge Mächte, Süßen Trost dem tiefen Schmerz, O, da träufle aus den Höhen Balsam in das wunde Herz. Ohne Bangen, ohne Zagen In die Zukunjt stets geschaut; Mögen droh'n auch Weltgeschicke, Fest auf deutsche Kraft vertraut! <5 um irenen Jahre! Für uns an zeitliche Dinge mit ihren mannigfaltigen Wechseln von Glück und Unglück, Freude und Schmerz gebundenen Erdenkinder bedeutet der Eintritt in ein neues Jahr immer eine Frage an die räthselhafte Zukunft. Doch unmöglich ist es, den Schleier der Zukunft zu lüften, und es wäre daher geradezu thöricht, wenn man am Jahreswechsel Prophezeiungen für das neue Jahr verkünden wollt:. Aber das Leben ist ernst und in wichtigen Stunden verlangt das Menschenherz nach Trost und frohen Hoffnungen, und dies ist zumal auch zur Zeit der Jahreswende der Fall. Da gilt es denn vor allen Dingen, alle übertreibenden ängstlichen Bei fürchtungen von sich abzuschütteln und mit Muth und Gottvertrauen der Zukunft entgegenzublicken. „Das ganze menschliche Leben ist ein Gleichniß!" so urtheilt der größte deutsche Dichter, und dieses dem Suchen nach dem Heil, nach der ewigen Wahrheit und Schönheit geweihte Menschenleben kann natürlich nicht frei von Prüfungen und Verirrungen bleiben. In dieser Hinsicht, die eine fundamentale Bedeutung für das menschliche Leben hat, gleicht aber ein Jahr genau dem anderen, das heißt, im ne"" '"■■■'■ce werden auch Licht und Schatten, frohe und böse und Stunden abwechftln, aber ein vernünftiger Gru inern sorgenvollen Bangen vor der Zukunft liegt nich Natur der Dinge begründet. Dieselben zeigen vielmehr auf allen Gebieten und auch nach den schlimmsten Heimsuchungen und scheinbar erdrückenden Befürchtungen wieder segensreiches Gedeihen und gesunden Fortschritt. Es gilt dies sowohl vom Leben der Völker wie vom Dasein des einzelnen Menschen. Wie bangte man doch so manches Jahr hindurch und selbst zum Theil noch in dem zuletzt verflossenen um die Erhaltung des Weltfriedens, und siehe da, die Kriegswolken in Ost und West sind zerstreut, und das Jahr 1890 tritt in politischer Hinsicht mit einem reinen, klaren Himmel seinen Laus an! Es ist da wohl aber nur natürlich, daß das allgemeine Vertrauen in den Weltfrieden auch stützend und fördernd auf jede Culturarbeit einwirken muß, uud daß Industrie und Handel, Landwirthschaft und Gewerbe, Künste, Wissenschaften wahrscheinlich im neuen Jahre einen neuen Aufschwung erfahren werden. Nur fegensvoll kann sich eine solche günstige Periode im Allgemeinen auch für das Leben jedes Fleißigen und Braven äußern, und, abgesehen von den Prüfungen, welche der Schöpfer über die Menschen und Nationen verhängt, kann man deshalb gerade in das neue Jahr mit den besten Hoffnungen eintreten und mit dem Dichter ausrufen: „9^1111 muß sich Alles, Alles wenden, D e Wett wird icbönev mit jedem Tag, Man weiß nickt, was noch werden mag!" politische Aeversicht. Gießen, 31. Deeember. Der Kaiser ist mit seiner Gemahlin und den kaiserlichen Prinzen am Montag aus dem Neuen Palais bei Potsdam nach dem königlichen Schlosse in Berlin übergesiedelt und werden die Majestäten daselbst die Wintermonate über re- sidiren. Der preußische Volkswirthschaftsrath soll demnächst wieder einmal eiuberusen werden, um den Entwurf eines Reichsge setzes über die Errichtung von Gewerbeschiedsgerichten zu begutachten. Seit dem Jahre 1884, in welchem der Volkswirthschaftsrath zur Begutachtung des damals aufgestellteu Entwurfes des Uufallversicherungsgesetzes eiuberusen worden war, hat die genannte Körperschaft noch nicht wieder getagt. Noch gegen Ende des alten Jahres 1889 haben abermals Präliminarien zu erneuten Ausgleichsverhaudlungen zwischen Deutschen und Czechen in Böhmen begonnen. Deutscherseits sind zu diesen Vorbesprechungen die Abgeordneten Schmey- kal, Pleuer, Scharschmidt, Hallwich, Schlesiger und als Vertreter des Großgrundbesitzes Graf Oswald Thun abgeordnet worden, auch die Czechen entsendeten sechs Vertreter zur Ausgleichseonferenz, um deren Zustandekommen sich Gras Taaffe lebhaft bemüht hat. Die i zcntlichen Conferenzver- handlungen werden indessen wohl erst Ansang nächster Woche beginnen, da in der Zeit vom 31. December bis mit 4. Januar die Ersatzwahlen für die ihrer Mandate verlustig erklärten deutsch-böhmischen Landtagsabgeordneten stattfinden. Auch die Regierung wird aus der Conferenz vertreten sein und zwar durch den Ministerpräsidenten Grafen Taaffe selber, ferner durch den Unterrichtsminister v. Gautsch und durch den Justizminister Grafen Schönborn. Die Regierung gedenkt den beiden beiheiligten Parteien ein förmliches Programm zu unterbreiten, welches dem Vernehmen nach die Hauptforderungen der Deutschen, nämlich Theilung des Prager Ober- landesgerichtes, sowie des Landesschulrathes und des Landes- culturrathes für das Königreich Böhmen, befürwortet und ein neues Sprachengesetz empfiehlt, wonach bei den böhmischen Gerichten auch czechische Eingaben deutsch erledigt werden können. Falls die Verständigung über alle diese Punkte gelingt, so soll alsdann der böhmische Landtag behufs Vornahme allgemeiner Neuwahlen aufgelöst werden und würden nachher die Deutschen auch wieder in den Landtag eintreten. Einstweilen bringt man jedoch in den Kreisen der deutschböhmischen Bevölkerung diesen Vorschlägen gerade noch keine sonderlichen Erwartungen entgegen und das völlige Fehlschlagen aller bisher unternommenen Verständigungsversuche zwischen Deutschen und Czechen rechtfertigt leider diese sceptische Haltung der Deutschböhmen. Zwischen England und Frankreich kommt jetzt das egyp- tische Thema immer nachdrücklicher zur Sprache. In Kairo ist nunmehr eine weitere Aeußerung Frankreichs in Betreff der Convers' r''Angelegenheit eingegangen und Verl > si die französische ' ■ hierin, daß der fiefo ouS hpr Gr- on egyprsi d, nach Abzug der Summen zu sung der und für Vermehrung der eg.)pii}4eH Armee, ergebende Ueberschuß zum Schutze der Bewässerungsanlagen verwendet werden solle. Eine besondere Commission sott darüber wachen, daß die Gelder auch wirklich zu diesem Zweck zur Verwendung gelangen. Ueber die Aufnahme des französischen Vorschlages seitens des Londoner Cabinets liegt noch keine Nachricht vor. Deutsches Reich. Berlin, 28. December. Der Deutsche Landwirth- schaftsrath wird seine nächste Plenarversammlung wahrscheinlich in der zweiten Woche des Februar 1890 in Berlin abhalten. Auf die Tagesordnung werden, soweit dies vorläufig bestimmt ist, folgende Gegenstände gesetzt werden: 1) Fortsetzung der Berathung über den Entwurf des Bürgerlichen Gesetzbuches. 2) Die Stellung der Landwirthschaft zur Warrantgesetzgebung. 3) Reichsgesetzliche Bestimmungen gegen die Versälschung von Futtermitteln. 4) Die bisherige Handhabung und Wirkung des Margaringesetzes. 5) Die Noth- wcndigkeit strengerer Maßregeln zur Unterdrückung von Viehseuchen im Julande. 6) Die normalen Gewichte der im Terminhandel gehandelten Haupt-Getreidearten. Ausland. Paris, 29. December. Der Minister des Innern, Constans, ist zum Senator von Toulouse gewählt worden. — Eine officielle Depesche der hiesigen brasilianischen Gesandtschaft dementirt die Nachricht, daß die Güter der brasilianischen Kaiserfamilie confiscirt seien- cs sei lediglich die in das Budget eingestellte Dotation gestrichen worden. Zanzibar, 29. December. (Meldung des Bureau Reuter.) In einer Streitsache zwischen der Expedition Stanleys und T i p p o Tip fand gestern vor dem Consulargericht eine Vernehmung von Zeugen, nämlich Stanleys und Bonnys statt. Es wurde dabei dargethan, daß Tippo Tip seinen Vertrag mit der Expedition, wonach diese alle seine Lebensmittel und Munition erhalten sollte, nicht erfüllt hat. Außerdem erklärten die Zeugen, daß Tippo Tips Neffe Salim Mohamed befohlen hatte, die Eingeborenen, welche Lebensmittel für die Expedition bringen würden, niederzumachen- auch habe er die Zanzi- bariten verhindert, mit denjenigen zusammenzukommcn, welche ihnen Lebensmittel brachten - dadurch habe er die große Sterblichkeit in der Expedition hervorgerusen. Die Expedition verlangt nun zehntausend Pfund Sterling Schadenersatz. Deshalb ist dem Agenten Tippo Tips in Zanzibar verboten, diese Summe, welche gegenwärtig für Tippo Tip in seinen Händen ist, an Tippo Tip auszuzahlen. — Stanley gedenkt am 30. December an Bord eines englischen Kreuzers nach Mombassa 511 fahren und von dort per Postdampser nach Egypten weiter zu reisen. Newyork, 29. December. In A a z v o - City in Mississippi ift ein Speicher mit 6000 Ballen B a n m wolle abgebrannt. Der Verlnst wird aus 350 000 Doll, geschätzt. Neueste Nuchvickteu. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Burcau. Berlin, 30. Deeembcr. Der Kaiser verlieb dem Fürsten Pleß den S ch w a r z e n A d l e r o r d c n. Berlin, 30. Dccember. Bei der Kaiserin Augusta sind auf heute Abend die Botschafter mit ihren Gemahlinnen zu einem Essen geladen. — Die kaiserliche Familie ist Nachmittags nach Berlin übergesiedelt. — Zu einer Kieler Mittheilnng der hiesigen Zeitung „Volk", wonach in kirchlichen Kreisen Erregung wegen Berufung zweier aus der unirten Kirche stammenden Räthe in das Kieler Consistorium herrsche, bemerkt die „Nordd. Allg. Ztg.", daß die Nachricht von der Berufung des Militäroberpfarrers Hoffmann (Altona) unwahr sei und daß der aus Braunschweig stammende Consistorialassessor Müller evangelisch-lutherischer Consession und durch zeitweilige Beschäftigung im Consistorium der Provinz Brandenburg ein Wechsel in seiner konfessionellen Stellung nicht eingetreten sei. Danzig, 30. Deeember. Bei dem Brande in der Gewehrfabrik ist nach weiteren Ermittelungen die große Betriebsmaschine nur leicht beschädigt worden und betriebsfähige geblieben. Etwa 250 Arbeiter sind in Folge des Brandes augenblicklich ohne Beschäftigung. Königsberg, 30. Deeember. Der Schluß der Dampfschifffahrt steht wegen Froftwetter unmittelbar bevor. Elberfeld, 30. Deeember. Das heute Abend in dem großen Geheimbundsproceß verkündete Url heil spricht 43 Angeklagte, darunter Bebel, Grillenberger und Schumacher, frei und verurtheilt den Conditor Finke zu 18, Harm zu 6, Roellinghoff, Bierenfeld und Neumann zu je 5, Hüttenberger und Bartel zu je 4 Monaten Gefängniß. Die übrigen Angeklagten erhielten geringere Strafen bis zu 14 Tagen herunter. Breslau, 30. Deeember. Im Befinden des Professor Felix Dahn ist eine Besserung eingetreten. Stuttgart, 30. Deeember. Die Königin ist an Influenza leicht erkrankt. Pest, 30. Deeember. Nach der zwischen dem österreichischen und dem ungarischen Handelsminister getroffenen Vereinbarung wird die Telephonlinie Wien-Pest am 1. Januar eröffnet. Paris, 30. Deeember. Die Influenza ist hier im Abnehmen begriffen, tritt dagegen besonders heftig in Toulouse, Grenoble und Ajaceio auf. — Nach einer Meldung aus Obok sind zwei französische Missionäre auf dem Wege vom Zelah nach Harrar durch Parteigänger des Sultans von Aninhallt' gelobtet worden. London, 30. Deeember. Wie verlautet, oegidt sich das englische Kanonenboot „S w a l l o w" nach Rio de Janeiro, wohin auch voraussichtlich zwei weitere Schiffe von Montevideo gehen werden. Charlcroi, 30. Deeember. Der Strike der Kohlengrubenarbeiter hat weiter zugenommen, so daß die Zahl der Ausständigen jetzt gegen 17,000 beträgt. Der Gouverneur des Hennegau verhandelte mit den Delegirten der Arbeiter und Arbeitgeber zwecks Herbeiführung einer Verständigung. Rom, 30. Deeember. In dem heutigen Consistorium hielt der Papst eine Alloeution und zeigte die Ernennung zweier Cardinäle an, behielt sich jedoch die Namensnennung vor, bis er die Zeit dazu für gekommen erachte. Rom, 30. Deeember. Der Papst hielt heute ein Consistorium ab. Bukarest, 30. Deeember. Der Senat nahm mit 71 gegen 1 Stimme das provisorische Handelsübereinkommen mit Frankreich an. Sofia, 30. Deeember. Die Nachrichten Konstantinopeler Blätter über ein vom bulgarischen Finanzminister betreffs der Eisenbahnen erlassenes Rundschreiben werden von Seiten der Regierung für unbegründet bezeichnet. Der Minister hat die bulgarischen Behörden lediglich angewiesen, die strenge Ausführung des Reglements der Orientbahnen zu überwachen und etwaige Klagen zu prüfen, die gegen die Eisenbahngesellschaften vorgebracht werden könnten. — Die Erkrankungen an Influenza haben einen großen Umfang angenommen. Eine bedeutende Anzahl der Zöglinge der Militärschule ist erkrankt. Sofia, 30. Deeember. Von der bulgarischen Negierung und dem diplomatischen Vertreter Englands wurde soeben ein zwischen England und Bulgarien für zwei Jahre abgeschlossenes provisorisches HandelS-Uebereinkommen unterzeichnet. Dasselbe soll am 1. Januar 1890 in Kraft treten. Zanzibar, 30. Deeember. (Reutermeldung). Stanley und der britische Consul Evan Smith sind nach Mambassa abgereist, um die Insel vor der Abreise nach Egypten zu besichtigen. Die übrigen Mitglieder der Expedition reisen morgen nach Egypten ab. Zanzibar, 30. Deeember. (Meldung des Reuter'schen Bureaus.) Der sranzösische Aviso „Bouvet" hat an der Südwestküste von Zanzibar Schiffbruch gelitten. Ein englischer Kreuzer begibt sich alsbald zur Hilfeleistung dorthin. Cocates und KrovinzieUes. Gießen, 31. Deeember. — Wie gewohnt, überreichen wir mit Rr. 1 des neuen Jahrganges unseren Lesern den kleinen Wandkalender. Indem wir bitten, das dem Anzeiger seither bewahrte Wohlwollen auch im neuen Jahre zu erhalten, rufen wir allen Lesern desselben hiermit ein herzliches Prosit Neujahr zu. Red. und Exped. des Gießener Anzeigers. — Wie die „Köuigsb. Allgem. Zeitung" meldet, hat Herr Profcffor Dr. v. Hippel hier den an ihn ergangenen Ruf als Nachfolger Jaeobsons an der Universität Königsberg angenommen. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 2. Januar 1890, Nachmittags pünktlich 4 Uhr: 1. Die Einführung und Verpflichtung der ueugewählten Mitglieder der Stadtverordneten-Versammlung. 2. Der Verkehr der Radfahrer auf öffentlichen Wegen u. s. w.; hier Local-Reglement. 3. Baugesuch des Rechtsanwalts Labroisse. 4. Gesuch des Bäckermeisters Schomber nm pachtweise Ueber- laffung eines Holzlagerplatzes am Lutherberg. 5. Gesuch des Predigers C. Reith nm Ueberlaffung des NathhauSsaales zur Abhaltung eines biblischen Vortrags. 6. Herstellung der Reichensand-Bahnhofstraße. 7. Gesuch deS L. Kohlermann um Erlaubniß zum Bauen in der Bleichstraße. 8. Deeretur von Kostenrechnungen. — Bei der diesjährigen Verloosung des Kunstvereins für das Großherzogthum Hessen sind nach Gießen folgende Gewinne gefallen: 1. Gewinn Nr. 2: Erholungspause, Oel- gemälde von Kröh in Darmstadt — Aetie Nr. 790: Herr Major Haupt. 2. Gewinn Nr. 5: Am Weiher, Oelgemälde von Eilers in München — Aetie Nr. 814: Frau Landgerichtsdirector Dr. Stammler. 3. Gewinn Nr. 15: Landschaft, Oelgemälde von Splitgerber in München — Aetie Nr. 818: Herr Bankier Wasserschleben. t In der Provinz Oberhessen betrug im Jahre 1888 die Zahl der Telegraphenanstalten (einschließlich der Telegraphenhilfsstellen) 63, die bei denselben in diesen Zeitraum aufgegebenen Telegramme 54396 mit einer Gebühren-Ein- nahme von 42 836 Mk. Im Jahre 1887 beliefen sich die aufgegebenen Telegramme auf 50 773, die erhobenen Gebühren auf 38 925 Mk., mithin hat der Verkehr bei den Telegraphenanstalten in 1888 eine nicht unerhebliche Steigerung erfahren. Die höchsten Ziffern weisen auf: Die beiden Anstalten zu Gießen 20990 Stück Telegramme mit 16066 Mk. Gebühren- Einnahme, Bad-Nauheim (6264 Stück — 6690 Mk.), Friedberg (4150 Stück — 3031 Mk.), Alsfeld (2347 Stück — 1788 Mk.), Büdingen (1235 Stück — 891 Mk.), Butzbach (1751 Stück — 1201 Mk.), Lauterbach (1250 Stück — 887 Mk.), Lollar (1386 Stück — 1309 Mk.). Eine Zunahme des Verkehrs fand statt in Altenstadt, Affenheim, Düdelsheim, Echzell, Ermenrod, Gedern, Grebenaus Großen- Buseck, Groß-Felda, Grünberg, Heldenbergen, Hirzenhain, Hungen, Lang-Göns, Lich, Mücke, Münzenberg, Nieder-Flor- stadt, Nieder-Wöllstadt, Ober-Mörlen, Ortenberg, Ranstadt, Rockenberg, Rodheim v. d. H., Ruppertenrod, Schlitz, Schotten, Staden, Steinbach, Treis a. d. Lda., Ulrichstein, Vilbel, dagegen ist bei den Anstalten in Allendors a. d. Lda., Altenschlirf, Berstadt, Bönstadt, Gambach, Grebenhain, Groß- Karben, Herbstein, Homberg, Kirtorf, Laubach, Lindheim, Londorf, Nidda, Reichelsheim i. W., Romrod, Stockhausen, Wallenrod eine mehr oder weniger große Abnahme des Verkehrs gegenüber dem Vorjahre eingetreten, nur in Engelrod war die Zahl der aufgegebenen Telegramme die gleiche wie 1887 geblieben. — Neu eröffnet wurden im Jahre 1888 die Anstalten zu Angersbach, Bingenheim und Freien-Steinau. r. Bei dem Amtsgerichte Lich werden im Jahre 1890 a. die ordentlichen Schöffengerichts-Sitzungen Montag den 13. Januar, 3. und 24. Februar, 17. März, 14. April, 12. Mai, 2. und 23. Juni, 14. Juli, 4. August, 1. und 22. September, 13. und 27. October, 17. November und 8. Deeember: b. die Feldgerichte: Montag den 17. Februar, 21. April, 16. Juni, 18. August, 20. October und 15. Deeember- c. die Forstgerichte: Samstag den 22. Februar, 19. April, 21. Juni, 23. August, 25. October und 13. Deeember abgehalten. — Für das Jahr 1890 wurden gewählt: a. als Hauptschöfsen: die Herren Gilbert Sames, Landwirth zu Bettenhausen, Johannes Müller V., Beigeordneter zu Birklar, Heinrich Bender V., Landwirth zu Dorf Gill, Wilhelm Conrad Görlach, Bürgermeister zu Eberstadl, Heinrich Christoph Marsteller, Landwirth zu Grüningen, Philipp Rock, Landwirth zu Hattenrod, Adam Roth II., Landwirth zu Langsdorf, Philipp Jung, Landwirth das., Carl Reimmuth, Müller zu Lich, Johann Heinrich Walz I., Spengler das.. Johannes Roth L, Landwirth zu Mtischenheim, Heinrich Horst, Bürgermeister zu Nieder-Bessingen - b. als Hilfs schössen: die Herren August Gros, Secretär, Peter Dietz III., Landwirth, Adam Köhler, Kaufmann, Carl Winheim, Stiftsrechner, Carl Christian Zimmer, Spengler, sämmtlich zu Lich. Friedberg. Die Voraussetzungen, unter welchen die Herstellung einer Eisbahn auf der von Helmolt'schen Wiese (Irrgarten) möglich ist, haben sich in der letzten Zeit so weit erfüllt, daß die Berufung einer Versammlung zur Erledigung der Kostensrage binnen Kurzem bevorsteht. G-. Laubach, 30. Deeember. Die Zeit, in welcher Laubach in Bahnverbindung mit der Provinz treten wird, rückt immer näher. Unser Bahnhof erhält demnächst die nöthigc Zufuhrstraße. Dieselbe wird vorerst chaussirt werden und sind die hierzu erforderlichen Arbeiten (ausschließlich Lieferung des Steinmaterials, welches die Bauverwaltung liefert) „auf Donnerstag den 9. Januar ausgeschrieben. Büdingen, 30. Deeember. Zum Zuckerrübenbau schreibt der hiesige „Anzeiger": Das abgelaufene Jahr hat bewiesen, daß von sämmtlichen landwirthschastlichen Cultur- pflanzen in hiesiger Gegend die Zuckerrübe wohl die beste Rente liefert. Diese Ansicht hat sich jetzt in allen Kreisen Dahn gebrochen und trotzdem zeigen die kleineren Landwirthe wenig Lust zum Rübenbau. Die Zwiebelcultnr bringt das nicht ein, was die Zuckerrübe liefert, aber die Leute sind diese Cultur gewöhnt, sie rutschen im Vorfrühling wochenlang I aus den eiskalten Aeckern herum, ruiniren Brust und Lunge f und verdienen doch nicht so viel, als die Zuckerrübe abwirst. | Die Fabrikbeamten geben sich große Mühe, unsere kleinen I Landwirthe aufzuklären und sie zum Pflanzen von Staufrüben anzuspornen, aber die erzielten Erfolge sind doch nicht bedeutend. — Die Stockheimer Fabrik hat mit dem ab- gclaufenen Jahre alle Schwierigkeiten übernmnben und es steht ihr eine gute Zukunft bevor. Sie wird für die Umgegend von großem Segen sein, deßhalb müßten die Landwirthe aber auch durch fleißigen Anbau der Rüben zu beweisen suchen, daß sie den Nutzen des Instituts zu würdigen versieben. vermischtes. * Darmstadt, 30. Deeember. Während der gestrigen Vorstellung im Hoftheater wurden plötzlich mehrere Orchester- mitglieder von Unwohlsein (Influenza?) befallen und mußten sich nach Hause begeben. * Frankfurt, 28. Dccember. Das Diebsgesindel scheint sich die Weihnachtsseicrtage zur „Arbeit" ausersehen zu haben, denn, abgesehen von dem bereits gemeldeten Raubmordanfall in Eschenheim ist in der Nacht vom Sonntag zum Montag iu dem benachbarten Ecken heim bei dem Gastwirth Kronberger eingebrochen worden, wobei die Diebe eine Geldkassette und die Büchse der Ortskrankenkasse mitgehen hießen. Letztere fand man noch unerbrochen im sog. Diebsgrund; der Dieb muß also entweder bei Bergung seiner Beute gestört worden sein oder er hat sie zu gelegener Zeit abholen wollen. * Nach einer neuen Statistik des internationalen Telephon Wesens besitzen gegenwärtig Fernsprechstellen in Deutschland 167 Städte mit 26000 Abonnenten, in Schweden 156 mit 15000 Abonnenten, in Großbritannien 125 mit 25 000 Abonnenten, in der Schweiz 71 mit 8000 Abonnenten, in Italien 49 mit 9600 Abonnenten, in Frankreich 39 mit 10800 Abonnenten, in Rußland 36 mit 7600 und in den Vereinigten Staaten von Nordamerika 750 mit 200000 Abonnenten. * Florenz, 29. Deeember. Das Theater Re Umberto ist vor Beginn des Ballets Amor bis auf die Grundmauern abgebrannt. Es ist Niemand verunglückt. »29. Deeember. Der Gesundheitszustand lt sich trotz des Sinkens der Temperatur nicht verändert- der Zugang an Kranken in den Hospitälern ist noch immer beträchtlich. Unter dem Personal der großen Verwaltungen sind Erkrankungen noch sehr zahlreich. In der Provinz herrscht die Grippe, wenn auch in geringem Grade, fast überall. Eingesandt. Gieße«, 31. December. [3um Festhausbau.) Unsere in Nr. 293 d. Bl. an die hiesige Bürgerschaft gerichtete Ermunterung, mit festem Schritt an die Errichtung eines Festhauses nach dem Muster von Worms heranzugehen, hat den Erfolg einer Erwiderung in Nr. 295 d. Bl. gehabt, deren Inhalt uns aber in jeder Hinsicht zulässig erscheint. Wir begreifen recht wohl, daß unser- verehrt. Stadtvorstand zur Zeit vorerst die Frage zu erwägen hat: soll die Stadt die Offerte der 30 Herren, welche die Schüler'sche Besitzung für den in Rede stehenden Zweck auf eigene Rechnung gekauft und selbige mit einem Eigenverlust von 19,000 JL ersterer wieder zum vorläufigen Erwerb angeboten haben, annehmen oder nicht. Für die Bejahung dieser Frage haben wir der gedachten Erwiderung gar nichts entgegenzustellen und nichts anzufügen. Der Verfasser derselben hat von seinem, wie wir sagen müssen, ganz gesunden, realistischen Standpunkte aus die Frage, die zur Zeit in den Vordergrund tritt, allen Kreisen deS hiesigen Bürge, standes in so allseitige^ Beleuchtung gerückt, daß wir darüber wohl außer Zweifel fein dürfen, die Stadtverwaltung werde dieses Angebot nicht ausschlagen. Wir erkennen dabei auch gerne an, daß mit Annahme der gedachten Offerte ein gewiß nicht zu unterschätzender Schritt weiter nach dem angestrebten Ziel geschehen ist, aber der sicheren Verwirklichung des letzteren sind wir doch nur sehr wenig näher gerückt. Von unserem „idealistischen" Standpunkte aus finden wir nicht eher eine Gewähr zur Verwirklichung der Sache, die wir anstreben, bis wir aus allen Kreisen des hiesigen Bürgerthums Stimmen vernehmen, welche einen engen Anschluß an das bereits bestehende „Consorttum" zur Errichtung einer Festhalle fordern und aus den gedachten Kreisen für diesen Zweck unausgesetzt Zeichnungen und Gaden bei jenem einlaufen. — Der Verfasser der „Erwiderung" spricht schließlich von „Betteln"; wir glauben nicht, d«ß es, falls die Stadt nicht mit dem Verlust der Garantiezeichner sich begnügt, nöthig ist, bei unserer Bürgerschaft um die schon bekannten aber noch fehlenden 21000 Mark zu betteln. Die Summe ist zu gering, als daß bei einer auch nur mäßigen Begeisterung für die schwebende Sache ihre Ausbringung Schwierigkeiten heroorbringen dürfte. Möge nur unsere löbliche Stadtverwaltung erst mit einem Beschlüsse, wie er oben gedacht ist, vorgehen, dann wird, wir glauben uns nicht zu täuschen, die hiesige Bürgerschaft den Mantel der Gleichgültigkeit, in welchen sie sich jetzt noch hüllt, schon abwerfen und gewiß Mann für Mann nach Ver- hältniß ihrer Leistungsfähigkeit für eine Sache eintreten, durch welche unsere Stadt der Förderung eines idealen wie praktischen Bedürfnisses in edelster Weise entgegenkommt. Verkehr, Land- und Volksn»irthschaft. Gießen, 31. December. Marktbericht.^ Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. -A 0,8u-l,00, Hühnereier 1 St. 8—0, 2 St. —. 5t, Enteneier 1 St. 0— H, 2 St. — Gänseeier — 5t, Käse pr. St. 4—7 5t, Käsematte pr. St. 3 5t, Erbsen pr. Liter 18 Linsen vr. Liter 30 5, Tauben pr. Paar JL 0,50-0,60, Hühner pr. Stück JL 0,85-1,00, Hahnen pr. St. JL 0,60-1,20, Enten pr. Stück JL 1,70—2,00, Gänse pr. Pfd. 60—70 5t, Ochsenfletsch pr. Pfd 66—72 5t, Kuh- und Rindfleisch 56—60 5t, Schweinefleisch 60—70 5t, Hammelfleisch b0—66H Kalbfleisch 56-60 5t, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00-4,50, Weißkraut pr. St. 6—8 5>, Zwiebeln per Centner v4L 8,00—9,00, Milch pr. Liter 12-18 5>• ______________________________________________ Farbige Seidenstoffe von 93 Pfge. bis 12.55 p. Met. — glatt gestreift, karrirt und gemustert, (ca- 2500 versch- Farben und Dessins) — vers. roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-Döpöt €L Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend- Briefe kosten 20 Pfg. Porto. 15 Rademanns Kindermehl, Medaille, unerreicht i. Nährwerth und Leichtverdaulichkeit, ist nächst der Muttermilch thatsächlich die beste und zuträglichste Nahrung für Säuglinge. Zu haben ä 1.20 pro Büchse in allen Apotheken, Drogen- und Colonialwaarenhandlungen.______[7 — Pariser WeltauAsteürrng 1SSS. Die Preisliste der Elaste 69 (genießbare Fette, Milch und Milchproducte) ist erst dieser Tage veröffentlicht worden. Wir bemerken darin, daß das Ha»S NestlL in Vevey für seine ausgezeichnete condensirte Milch den atoBttt Prai» erhalten hat. Dem berühmten, in der ganze» Welt so vortheilhaft bekannten NestlS'schen Kindermehl wurde schon in der Elaste 67 die gotottlt Medaille, die höchste, Produkten dieser Kategorie bewilligte Luszeichnung, zuerkannt. Zur Aufklärung. Ein in Waldenburg (Schlesien) wohnhafter Desti llateur, welcher seit einiger Zeit einen Liqueur unter der Bezeichnung „Bene- dictine“ auf den Markt bringt, behauptet in den Ankündigungen seines Fabrikates sowie in von ihm veröffentlichten Reklame-A'tik.ln, dah das letztere auf der diesjährigen internationalen Ausstellung zu Paris mit der goldenen Medaille ausgezeichnet worden sei. Auf Grund des amtlichen Kataioges und der Liste der verliehenen Auszeichnungen gestattet sich der unterzeichnete Generaldirector der Actiengesellfchafl Distillerie de la Liqueur BenSdictine de 1’A.bbaye de Fecamp hiermit öffentlich zu fonflatiren, datz sich der gedachte Destillateur unter den Ausstellern der Exposition Internationale Überhaupt nicht befunden hat, sowie datz ein deutsches Erzeugniß unter der Bezeichnung „Benedictine“ auf der letzteren nicht vertreten gewesen ist, folglich auch weder mit der goldenen Medaille noch sonstwie hat prämiirt werden können. Dies jur ^Beurteilung Der Handlungsweise jene§ Fabrikanten und des Werthes seiner Versicherungen. Fecamp (Frankreich), den 24. December 1889. [21 Der Generaldirector der Societe Anonyme de la Distillerie de la Liqueur Benedictine de l’Abbaye de Fecamp. A. Legrand aine. Enthebung von Neujahrs'Gralulationßbesuchen. Nach- benannte Herren haben zur Erhebung von rtteujahrs Gratulalions- besuchen der Kleinkinder - Bewahranstalt Gaben zugewendet: 1. Rentner Balthasar Lenz. 2. Geh. Kirchenrath Dr. Köllner. 3. Fabrikant Gustav Patz. 4. Dr. Clewitz. 5. Bürgermeister Gnauth. 6. Planer Schlosser. 7. Bankvorstand Wortmann. 8. Realgymnasiallehrer Albach. 9. Ingenieur Schiele. 10. Pfarrer Dingeldey. 11. Polizeiratb Fresenius. 12. Rentner Louis Limpert. 13. Kaufmann Emil Ptrlor. 14. Justtzralh Dr. Dtery. 15. Rechtsanwalt Rietz. 16. Bankier Sigmund Heichelheim. 17. Fabrikant Eugen Kauffmann. 18. Steuerralh Süffert. 19. Pfarrer Dr. Naumann. 20. Lehrer Römer. 21. Rechtsanwalt Grünewald. Von den voranstehenden Herren sind 47 Mk. für unsere Anstalt gespendet worden. Allen freundlichen Gebern sagen wir unseren herzlichsten Dank. Mit besonderem herzlichen Dank bescheinigen wir auch den Empfang von 50 Mk., bte durch Herrn Zahnarzt Koch von Mitgliedern der hiesigen Freimaurerloge, der Gründerin unserer Anstalt, als besonderes Neujahrsgeickenk übergeben wurden. Gießen, den 31. December 1889. Ter Vorstand der Kleinkinder-Bewahranftalt. Dr. Naumann. Amtliche Prüfung der Lichtstärke des Leuchtgases. December 1889: 19 Kerzen. Buchner. Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in Gießen. 52. Woche. Vom 22. December bis 28. December 1889. Einwohnerzahl: 20 200 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 25,2 9/;0. Kinder Es starben an : Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: Masern 1 — 1 Lungenentzündung 1 1 — — Lungenblutschlag 1 1 — — Diarrhoe 1 — 1 — Nierenentzündung 1 (1) 1 (1) — — Hirnhautentzündung 1 1 — — Tuberkulose d. Gelenke 1 — — 1 Lebensschwäche 1 — 1 — Altersschwäche 1 1 — — Selbstmord 1 1 — — Summa: 10 (1) 6 (1) 3 1 Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen Vergebung von Grdarbeiten Schriftliche Angebote für das zur Einebnung der Baustelle für die Zellenstrafanstalt nöthige Graben, Verkarren und dergleichen von circa 30 000 cbm Grund werden bis zum Dienstag den 14. n. M., Vormittags 11 Uhr, erbeten. Butzbach, den 30. December 1889. Großh. Baubehörde für die Zellenstrafanstalt Butzbach. _________von Riefel._______16 Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 6. Jauuar 1890/ von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem Districte Hangelstein nachverzeichnetes Ho!z versteigert werden: A. Bau-, Werk- und Nutzholz. 42 Eichenstämme mit 29,98 Festmeter (darunter 20 Stämme mit 40 bis 80 cm Durchmesser), 6 Kirschenstämme mit 1,25 Festmeter, 4 Nadelstämme mit 0,56 Festmeter, 219 Nadelstangen mit 4,84 Festweter. B. Brennholz. Scheith. Kuüppelh. Stockh. Reish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen. Buchen 107,6 97,8 41,8 2875 Eichen 12 38 21 1140 Nadel - - — 150 Die Zusammenkunft ist an der S raße nach Daubringen am Steinbruch. Gießen, am 30. December 1889. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 28 Moderne Salon- Einrichtung in schwarzem Holz, bestehend aus: Sopha, 2 Sesseln und 6 Stühlen, 1 Berticow, 1 Tisch, Spiegel mit Trumeau, passenden Vorhängen und Teppichen (sLmmt- licheS tadellos)/ ist wegzugshalber bedeutend unter Einkaufspreis zu verkaufen. Die Möbel sind in einer der renonv mirtesten Mainzer Fabriken nach Zeichnung angefertigt worden- Den verkauf vermittelt LorriS Rothenberger, 49 Neuenweg 22. Aeitgeöotenes. Frische Schellfisch-, Schollen zum Backen sind eingetroffen. 59 H. Stoltiug, „z. Feldschlößchen". Hamhb verkauft (12 «arl Wallenfels II. Backlilche „TAÄÄ. 60 Restauration Aeldschlößchen. 19 Zwei gebrauchte, gut erhaltene GtRickmaschinen sind pretswerth zu verkaufen. von wem? sagt die Exped. d- Bl. WerheMe «iWnttt. Das Artikeloerzeichniß des Stückgutausnahmetarifs erfährt vom 1. k. M. ab hinsichtlich des Verkehrs mit den Stationen Ebernburg, Ludwigshafen a Rh-, SaargemÜnd und Scheidt bei St- Ingbert eine Ergänzung, worüber die betheiligten Güterexpedilionen Auskunft ertheilen. Gießen, den 28. December 1889. Großherzogliche Direktion 10 der Oberhessischen Eisenbahnen Bekanntmachung. Betreffend: Die Mathildenstistung für Oberhessen. In dem Voranschlag der Mathlldenstistung sür Oberhessen sind für das Jahr 1889 980 Jt. vorgesehen, welche zu wohltätigen Zwecken verwendet und womit in erster Linie die in der Provinz bestehenden Kleinkinderschulen bedacht werden sollen. Es werden hiernach die Vorstände solcher Schulen, sür welche eine Subvention gewünscht wird, aufgefordert, ihre deßfallsigen Gesuche, mit welchen eine möglichst ausführliche Mittheilung über Ausdehnung, Mittel und Bedürfnisse der betreffenden Anstalt zu verbinden ist, bis zum 1. Februar l. I. an den unterzeichneten Vorstand der Stiftung gelangen zu lassen. Gießen, den 1- Januar 1890. Der Vorstand der Machckden-Stistung für Oberhessen. __________________v- Gadern, Provinzml-Direclor._______________ Holz Versteigerung. Montag den 6. und Dienstag den 7. Januar, Vormittags 10 llbr anfangend, sollen in dlm Albacher GemeinSe- wald, Distrikt Mühlberg, nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden: A. Brennholz. Scheit Knüppel Reisig Stock rm rm Wellen rm Buche 10 2 DU — Eiche 10 57 900 19 Nadel — 20 25U0 16 B. Bau-, Werk- und Nutzholz. 155 Eichenstämme von 20 bis 52 cm Durchmesser, 3 bis 13 m Länge, enthaltend 87,16 fm; 134 Nadelstämme von 19 bis 52 cm Durchmesser, 3 bis 15 m Länge, enthaltend 87,15 fm; 69 Nadelderbstangen von 7 bis 10 cm Durchmesser, 6 bis 10 m Länge, enthaltend 2,59 fm; 270 Nadelreisigstangen von 4 bis 7 cm Durchmesser, 5 bis 8 m Länge, enthaltend 4,97 fm. Bemerkt wird noch, daß das Holz an der Kreisstraße von Albach nach Lich lagert und das Eichenstammholz sich zu Schnittholz eignet. Die Zusammenkunft ist zur bestimmten Stunde im District Mühlberg und zwar kommt am ersten Tag das Brennholz, den zweiten Tag das Bau- und Werkholz zur Versteigerung. Albach, am 30. December 1889. Großherzogliche Bürgermeisterei Albach. Bals er.42 Julius lloos empfiehlt seine diesjährigen in den neuesten Mustern sehr geschmackvoll sortirten weil sehr vorteilhaft bezogen, zu außsrgrwöhnlich billigen Preisen. ♦ Frankfurter Schuhlager ; ♦ 27 Marktstr. Giessen Marktstr. 27 ♦ empfiehlt alle erdenklichen Sorten Winterschuhe u. -Stiefel A in Filz/ Melton, Double, Tuch und Leder für Herren. Damen ♦ und Kinder; ebenso Gummischuhe, Holzschuhe und Einlage- sohlen. 9732 ♦ 3MF Die Preise find streng fest, aber ♦ ♦ auch sehr billig. Garantie für solide Arbeit. ♦ 4k Separat-Anprobiriimmer für Dame«. v ♦ M. Beiss, Marktstr. 27. J T h e e. 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Erbauung einer neuen Halle. 5) Winterfest u- Ball. Der Vorstand. Der Unterricht in meiner Schule beginnt wieder BT* am 2. Januar 1890. TK3 Achtungsvoll Anna Singer, geprüfte Lehrerin. ^>^GEGR? /y 1846 Geschäfts Verlegung. - Das Bandageugeschäft von Otto Heger befindet sich von heute an ■ Marktstraße 16 ■ zur Betheiligung an der Frankfurter S-rtenlooS-Gesellschaft, welche für ihre Teilnehmer in der Serie bereits gezogene Staatsanlehensloose beschafft, die unbedingt mit Treffer herauskommen müssen. Am 1- Februar ds. Js. Äehung der Cöln-Mindener 1<)0 Thl. Serienloose. Haupttreffer 165,000 Jahres- textxaa v4L 48.-, vierteljährlich «X 12.-, monatlich JL 4.-. Prospekte versenden Otto Rist & Cie., 20 Frankfurt a. M.. Eschenheimer Anlage 14. 63] Ein schönes l?yamMenlogtS im 1. Stock, bestehend aus 5 Zimmern, Kammer, Wasserleitung und allem Zubehör, ist per 1. oder 15. April zu vermiethen. Moritz Semmler, Wallthorstr. 15. 14] 3. Stock, 4 Zimmer mit allem Zubehör, per 1. April, Marktplatz 5. Näheres im Hinterhaus.__________, 43] Die mittlere Wohnung meir Hauses, 8 Zimmer, ist durch Wegz des Herrn Suermondt für 1 Ap zu vermiethen. Wasserleitung, ©arten» antheil. Bis zu 4 Zimmern und 5 Kammern in der Mansarde können zugegeben werden. Dr. A. Mettenheimer, _______________Frankfurterftraße 6. 48] Gartenstraße 13 ist der mittlere Stock, enth. 7 Zimmer nebst allem Zu- brhör, per 1. oder 1b. April zu vermiethen. Näheres bei Herrn Architect Stein. 52] Mittlerer Stock, 7 Zimmer nebst Zubehör, zu vermiethen. ________L. Bramm, Oftanlage 31. 53] Mehrere schöne Familienlogis im Hause Gartenstraße Nr. 38, bestehend in 5 Zimmern, Küche, Corridor und allen Bequemlichkeiten, nebst großem ©arten» antheil, sofort oder später beziehbar, zu vermiethen. Näheres Nordanlage 33. ”26] Kleine Familienwohnung zu ver- miethen.______________Kaplancigasse 9. 25] Ludwigsstraße 19: mittlerer Stock, 6 Zimmer, Badez. u. s. w, per 1. April 1890 zu vermiethen- ___________Anton Petri Wwe. 24] Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. Ecke der Eder- u. Steinstr. 36. 50] Schön möblirtes Zimmer zu vermiethen.____________Seltersweg 31 II. 38] Einfach möbl. Zimmer zu vermiethen. Asterweg 1. Vermischte Anzeigen. Gesangverein Heiterkeit Ähren werthen Stammgästen, sowie Ireun- den und Bekannten wünschen ein frohes Neujahr! 57 Ad. Wendler und Frau. Allen Freunden und Gönnern die besten Wünsche zum Jahreswechsel! //. Kulm, 17 Wetzlar. Gasthof zum Röm. Kaiser. 13 Für ein ehrliches, fleißiges Ladenmädchen, welches zwei Jahre in einem gemischten Waarengeschäft thätig, wird eine anderweitige Stelle gesucht. Näheres bei Earl Hoffmann in Herborn. Kespectabeter Vertreter von einer rheinischen Seifenfabrik gesucht die am hiesigen Platze bereits gut eingeführl ist. Anerbieten befördert unter Z. 100 die Exped. d Bl. 37 Sylv ester: FamUicnaben- bei Iran Pfeil, 56 Grünbergerstraße. Neues Theater, Giessen (Direotion: Adam Reiners). Mittwoch den I. Januar 1890 Im Abonnement Im Abonnement Vereinskarten gültig. Der Herrgottschnitzer von Ammergau. Volksstück mit Gesang in 5 Acten von Ganghofer. Personen: Höflmaier, Klosterwirth Otto Frank. Loni, seinePflegetochter Anni Reiners. Baumiler, Landschaftsmaler Richard Lerch. Löhner Traudl Pauli, ihr Sohn Röthelbachbauer Muckl, sein Sohn Pechlerlehnl Hochzeitlader Loisl, Gaisbub Resl, Kellnerin Regerl, Hochzeiterin Toni, Hochzeiter Nandl, Sennerin Kassenöffnung 7 Uhr. Ende 10*/ Freitag den ‘ „Till Marie Jaskowski. Paul v. Gallas. Fritz Mai. Albert Ullrich. Max Jaskowski. Adam Reiners. Helene Pauli. Luise Maas. Franzis Martin. August Lieber. Luise Neuschilling. Anfang 8 Uhr. 2 Uhr. bl 8. Januar: li“. 1890! Alle» hiesige?» Freunden und Bekannten dis besten Wünsche für das neue Jahr. Iamitie Fascoe. Keine Karten! 54 Ein herzliches Kapitali« n jeder Größe können jederzeit gegen Verzinsung mit 3V2 Procent bei der Spar- und Darlehenskasse eingetragene Genoffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht zu Bellersheim angelegt werden. Desfallsige Offerten bittet man mitzutheilen 62___dem Vorstand. Wir bitten den uns zur Zeit dem Namen nacb nicht erinnerlichen Herrn, welcher von uns Band LS der Entscheidungen des allen Freunden und Bekannten. Jean Arnold und Frau, Brauerei Förtsch. 47 JulchenVerein Unseren sämmtlichen hiesigen und auswärtigen Vereinsmitgliedern ein kräftiges Prosit UFeujahr! Der Cermonienwetster. NB. Erste Geheimsitzung im neuen Jahre Samstag den 4. Januar, 45 Hotel Kaltwasser Wetzlar a. d. Lahn ruft allen Freunden und Bekannten ein herzl. Prosit Neujahr! zu. 9 10221] .Wer ertheilt Zitherunter- richt? Wem? Zu erfr. in der Exp. d. Bl. herausgeg. von Jebens u. a, geliehen bat, um deffen gefällige Rückgabe. Diery & Metz, 39____Rechtsanwälte Tüchtiger cautton-fähiger Restaurateur für ein besseres Local Gießens von einer Export - Brauerei gesucht. Offerten mit Angabe der bisherigen Thätigkeit unter W. 8351 an Rudolf Moffe, Frankfurt a. M. 31 ncxsoaöDCXxroocxxsoao 9 18] In unserer g Cigarrenfabrik o S findet ein energischer, gut empfohlener q b Werkfützrer Ö Q (verheirathet), dauernde gut bezahltes Stellung. ä H LouiS Fröhlich & «ie., g g Stuttgart. g DSSGQöOOOCtoaOaOOOD rpr^TTT Die Beerdigung findet statt: Donnerstag den 2. Januar, Nachmittags 2 Uhr. 60 Todes-Anzeige. Es hat dem Herrn gefallen, mein einziges Kind, meine liebe, gute Tochter Mathilde in noch nicht vollendetem 21. Lebensjahre, nach monatelangem Leiden, heute durch einen sanften Tod zu sich zu nehmen. Dies allen Bekannten und Freunden statt besonderer Anzeige zur Nachricht mit der Bitte um stille Theilnahme. Londorf, den 30. December 1889. Weher, Pfarrer. Rebactten: A. Sch-yda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pi-tich) in Gießen