Mittwoch den 27. November Nr. 277. 1889. Gießener Anzeig er Heimat-Anzeiger. Die GieHener A«mtkte«-tä11er werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelrgt. Der Htetzener Mzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Dierteljähriger Adonnemeutsprets: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kch,k»r.»«Ar.1. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren. | Hratisöeikage: ^itgtntr ganiifictiCfititcr. J Amtlichem Theil. Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 25. August 1888 nun zur öffentlichen Kenntniß gebrecht, daß der „Mannheimer Rückversicherungs-Gesellschaft zu Mannheim" die Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum aus Widerruf ercheill worden ist. Gießen, den 22. November 1889. Grobherzogliches Kreisamt Gießm. v Gagern. Gießen, am 25 November 1889. Betr.: Gesuch des Dombauvereins zu Metz um Erlaubniß zum Vertrieb von Lolterieloosen im Großherzogthum. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Gr. PoUzeiamt Gießen und die Gr. Bürgermeistereien der Landgemeinden de- Kreise-. Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat bem Dombauverein zu Metz die Erlaubniß ertheilt, die Loose für eine im lausenden Jahre zu veranstaltende Geld-Lotterie, durch welche die Mittel zum Ausbau des Domes in Metz theilweise beschafft werden sollen, im Großherzogthum vertreiben zu dürsen. v. Gagern. Bekanntmachung, die Abhaltung landwirthschaftlicher Vorträge betreffend. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Sonntag den 1. Decewber 1. I., Nachmittags 3 Uhr, Herr Landwirthschaftslehrer Leithiger in Alsfeld einen Vortrag „über Schweinezucht" in dem Saale des Herrn Gastwirths ChristianWagnerin Grünberg abhalten wird. Alle Mitglieder des landwirthschastlichen Vereins und der landwirthschaftlichen Localvereine und alle Freunde der Land- wirthschast werden zu diesen Versammlungen hierdurch ergebenst eingeladen Die Herren Bürgermeister der Gemeinden, in welchen die Vorträge abgehalten werden, sowie die der benachbarten Orte werden hierdurch ersucht, aus möglichst zahlreichen Besuch der Versammlungen hinzuwirken. Gießen, den 19. October 1889. Der Director des landwirthschastlichen BezirkrvereinS Gießen. Jost, Negierungsrath. politische Nebevsicht. Gießen, 26. November. Berliner Meldungen wollen wissen, daß die dem Bundes- rathe zugegangene Vorlage, betr. die Errichtung einer subven- tionirten Dampferlinie nach Ostafrika, nicht mehr an den Reichstag gelangen würde. Es ist indessen vorerst unerfindlich, was die Reichsregierung zu einer Zurückstellung dieser Vorlage veranlassen sollte, die doch unläugbar eine wesentliche Stärkung der gesammten politischen und commerciellen Stellung Deutschlands in Ostafrika bezweckt und deren Nothwendigkeit ja m der Begründung der neuen Dampfer-Vorlage schon hinlänglich dargelegt woden ist. Eine Ablehnung der Vorlage im Reichstag wäre unter keinen Umständen zu befürchten und auch der Hinweis aus die beschränkte Arbeitszeit des Reichstages erscheint keineswegs gerechtfertigt, da die Erledigung dieser Materie in kürzester Frist geschehen könnte. Noch in der Begründung des dem Reichstage soeben zugegangenen Nachtragsetats für die Zwecke der Wißmann-Expedition ist auf die zu errichtende Reichspostdampferlinie nach Ostasrika hingewiesen worden und um so unerklärlicher bleibt es, daß die Regierung plötzlich wieder von dem Plane Abstand genommen haben sollte. Der Zanzibarer Meldung, daß die Expedition des Dr. Peters von den Wilden Ostafrikas nicht niedergemetzelt worden sei, sondern im Gegentheil das Kenia-Gebirge, von wo aus Dr. Peters seinen weiteren Zug zur Aufsuchung Emin Paschas anzutreten gedachte, glücklich erreicht habe, sind bislang noch keine weiteren Nachrichten gefolgt. Doch ivird man an der Richtigkeit der Freudenbotschaft nicht länger zweifeln dürfen und da Dr. Peters sich mit seinen Leuten glücklich bis zu dem genannten Punkte durchgeschlagen hat, so wird es ihm hoffentlich auch gelingen, wieder die Küste zu erreichen, da selbstverständlich sein weiteres Vordringen nach dem Innern Astikas infolge der Ankunft Emin Paschas und Stanleys im deutschostafrikanischen Schutzgebiete zwecklos geworden ist. Was Emin Pascha und Stanley anbelangt, so befinden sie sich gui? Stunde zuversichtlich auf dem Marsche von Mpwapwa nach Bagamoyo, woselbst sich Stanley beim Reichscommissar Major Wißmann bereits durch ein kurzes Schreiben angekündigt hat. Zwischen der neuen fran-ösischen Dezivtirtenkammer und der Regierung drohte die Frage der Zündholzfabrikation einen ersten Eonflict heraufzubeschwören, welche Gefahr aber nach neuerlichen Pariser Meldungen als beseitigt gelten kann. Fabrikation und Verkauf von Zündhölzchen sind in Frankreich Staatsmanopol, dessen Ausbeutung der Staat bis jetzt einer Gesellschaft für den jährlichen Preis von 17 Millionen Frcs. überließ. So lange die Zündholzfabrikation in Frankreich noch frei war, bestanden die größten Unternehmungen dieser Art w Marseille und der Marseiller Abgeordnete Leydet hielt sich darum und in Anbetracht des baldigen Ablaufes des Pachtvertrages des Staates für verpflichtet, einen Gesetzentwurf emzubringen, der auf Freigabe der Zündholz-Fabrikation und Einführung einer Steuer an Stelle des Monopols zielt. Die Kammer nahm schließlich auch den ersten Artikel des Leydet'schen Entwurfes an und der Finanzminister Rouvier reichte deßhalb seine Entlassung ein, ließ sich indessen vom Ministerpräsidenten Tirard zum Verbleiben im Amte bewegen. Nunmehr erklärte sich das Cabinet in der Zündholzfrage für solidarisch und in der Sonnabends-Sitzung der Kammer sprachen sich Tirard wie Rouvier entschieden gegen den Entwurf Leydets aus und da die Kammer hieraus den Artikel 3 desselben ablehnte, zog Leydet seinen ganzen Entwurf zurück. Schließlich erklärte der Finanzminister, die Regierung werde künftig das Monopol der Zündholz-Erzeugung selbst ausüben und hiermit ist der parlamentarische Zwischenfall anläßlich der Zündholz- Frage, der seine nickt unbedenkliche Seite besaß, erledigt. Der Ackerbau-Minister Fayes schob die Anwendung des unterm 22. d. M. erlassenen Verbotes der Einfuhr deutschen und österreichischen Viehes in Frankreich insolgß dringender Vorstellungen der großen Viehhändler von La Billette bis zum 5. December aus. In Britisch'Nordamerika sollen sich Bestrebungen zur Herstellung einer canadischen Republik geltend machen. ES kann kaum bezweifelt werden, daß die so rasch und erfolgreich verlaufene Revolution sich in ihren Rückwirkungen auch in den canadischen Unabhängigkeitsbestrebungen bemerklich macht. Deutscher Reichstag. 22. Plenarsitzung. Montag den 25. November 1889, 1 Uhr. Haus und Tribünen sind mäßig besetzt. Am Bundesrathstische Niemand. Das Haus tritt in die Tagesordnung ein: I. Erste Berathung des Antrages A i ch b ü ch l e r (Ctr.) und Genossen betr. Sonntagsarbeit. II. Erste Berathung der Anträge Aichbüchler (Ctr.) und Lohren(Rp.) Kinder- und Frauenarbeit betr. Sämmtliche Anträge werden in gemeinsamer Debatte erörtert. Abg. Hitze (Ctr.). Die Mehrheit des Hauses ist mit den Anträgen einverstanden. Nachdem der Reichskanzler sich mit Entschiedenheit gegen eine bloße Resolution ausgesprochen, haben die Antragsteller ihre Vorschläge als Gesetzentwurf formulirt. Wichtiger noch als die Regelung der Frauen- und Kinderarbeit sei die der Sonntagsarbeit. Die Regelung der letzteren könne man nicht ganz den Einzelstaaten überlassen. Es müssen gewisse Prinzipien festgestellt werden. So sollte man dafür sorgen, daß evangelische Arbeiter nicht an ihren kirchlichen Feiertagen, ebenso aber auch katholische Arbeiter an den katholischen Feiertagen nicht gezwungen werden dürsen zu arbeiten, weder birect noch indirect. Daß eine solche Regelung möglich ist, beweist die Schweiz. Die vom Reichskanzler veranlaßte Enquete habe die Nothwendigkeit einer gesetzlichen Regelung dargethan. So lange gewerbe- gesetzliche Bestimmungen durch das Reich erlassen werden, kann man nicht sagen, daß die Angelegenheit den Einzelstaaten überlassen werden dürfe. Die in den Anträgen geltend gemachten Forderungen sind die wirksamsten Waffen zur Bekämpfung der Sozialdemokratie. (Bravo!) Abg. Schrader (dfr.). Wir haben früher bereits eine Resolution beantragt, damit die Regierung die gesetzliche Regelung der Frauen- und Kinder-Arbeit in die Hand nehme - wir thatcn dies in der Hoffnung, daß die verbündeten Regierungen einem solchen einstimmigen Antrag gegenüber Stellung nehmen würden. Es wird nöthig sein, die vorliegenden Anträge in drei Lesungen noch in dieser Session zu Stande zu bringen, damit die Regierung genöthigt ist, zu diesen Gesetzentwürfen Stellung zu nehmen. Verharre der Bundesrath in seiner ablehnenden Haltung, so müßte der Reichstag eine Commission niedersetzen, welche das nöthige thatsächliche Material für eine solche Vorlage zu beschaffen hat. Wäre bei uns das Coalitionsrecht der Arbeiter besser entwickelt, so brauchte man kein Bedenken zu tragen, ein geringeres Maß von Arbeiterschutz für ausreichend zu halten. Daö Coalitionsrecht verkümmere aber unter dem Socialistengesetz und unter dem Vereins- und Versammlungsrecht. Die verbündeten Regierungen mögen endlich in der Sache zustimmen, von der der Reichstag mehr verstehe als die verbündeten Regierungen. Abg. Duvigneau (natl.) erklärt auch seinerseits und Namens seiner Freunde zur Herbeiführung eines möglichst einstimmigen Votums beitragen zu wollen. Auch von seiner Seite werde die Coalitionsfreihcit der Arbeiter nicht bekämpft. Ein absolutes Verbot der Sonntagsarbeit würde zu Schwierigkeiten für Hausindustrie und Handwerk führen, selbst wenn man im Princip die Sonntagsarbeit zum Zweck der Vermehrung der Production verwirft. Auch bezüglich der Frauen- und Kinderarbeit haben seine Freunde einige Bedenken- im Allgemeinen aber sei nur dringend zu wünschen, daß die Anträge auch von der Regierung angenommen werden, denn ihre Wichtigkeit und wohlthätige Wirkung in religiöser und wirtschaftlicher Beziehung ist nicht zu verkennen. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) verweist auf seinen im Jahre 1878 eingebrachten Antrag zur Gewerbeordnung, welcher Beseitigung der Sonntagsarbeit bezweckt. Damals habe dieser Antrag leider im Hause nicht die nöthige Unterstützung gefunden, die Regierung hätte damals aber eine solche Bestimmung sicher angenommen, beim sie hätte bic Gewerbe- orbnungsnovelle nicht scheitern lassen. Das generelle Verbot ber Frauen- und kinberarbeit sei nicht immer zu billigen. Es lassen sich sehr wohl Verhältnisse benfen, unter benen gerade die Einführung der Kinder- und Frauenarbeit ein Segen für die Bevölkerung in gewissen Distrikten ist. Einer ber schwersten Schüben, ben bie Socialbcmokratie anrichte, fei, baß sie bie Harmonie zwischen Arbeiter unb Unternehmer störe, ohne welche keine Jnbustrie bestehen kann. Solche Un- zusriebenheit über Frauen- unb Kinberarbeit werde leicht durch Declamationen in solche Bevölkerung getragen, wo diese Arbeit am wenigsten bekannt ist. An solche Declamationen dürfe man sich nicht kehren, man müsse prüfen, was dem Arbeiter nützlich ist, und darnach handeln. Die Stellung der Socialdemokratie sei gleichgültig. Der Antrag Aichbüchler sei nicht unbedenklich, namentlich wegen der weitgehenden Befugnisse, die er dem Bundesrath giebt, ber bamit auch bie Verantwortung tragen würbe. Rebner wirb in ber zweiten Lesung seinen Antrag vom Jahre 1878 wieberholen. Der Antrag sei allerbings bezüglich ber Kinberarbeit berechtigt, nicht aber hinsichtlich ber Frauenarbeit- in letzterer Beziehung wenigstens nicht in seinem ganzen Umfange. Es wiberspreche ber Entwickelungsgeschichte, bie ber Frau bas gleiche Recht wie bem Manne auf bem Gebiete bes Erwerbes einräumt. Daß Frauen burch Nachtarbeit besonbers angestrengt würben, sei nicht richtig- er erinnere nur an bie Krankenpflegerinnen. Wenn bas Haus heute bie Anträge annehme, so würbe ber Bunbesrath sich veranlaßt finben, mit ber ersorberlichen Enquete über bie Frauen- unb Kinderarbeit vorzugehen. Abg. Meister (Soc.) polernisirt mit dem Abg. v. Stumm unb erklärt seine volle Zustimmung zu bem Anträge auf Aushebung ber Sonntagsarbeit mit bem Bebauern über bie ab- lehnenbe Haltung ber Regierung. Dem vom Abg. v. Stumm angckünbigten Anträge könne er nicht zustimmen, ba bas Haus sich mit solchen Halbheiten nicht zu beschäftigen brauche. Aus den Enqueten komme nichts heraus, ba bie Ermittelungen gewöhnlich von Freunben ber Arbeitgeber vorgenommen werden. Für Kinder bis zum 14. Jahre soll bie Arbeit verboten sein. Auch bic Hausinbustrie müßte unter staatliche Controle gestellt werben, benn sie sei in vielen Beziehungen schlimmer als bie Fabrikarbeit. In Sachsen habe bie Kinberarbeit einen bebenklichen Umfang angenommen. Es sei boch wahrlich kein erstrebenswerther Zustanb, wenn in gewissen Jnbnftriegegenben am Morgen bie ganze Familie zur Arbeit geht. Da könne man von einem Familienleben nicht reden. Möge man bie Arbeiterschutzgesetzgebung sörbern- bie Socialdemokratie schädige man damit ganz gewiß nicht. Abg. Stöcker (eons.) Es wäre beffer gewesen, wenn die Regierung eine Vorlage gemacht hätte. Die ablehnende Haltung ber Regierung verschulbe bas augenblickliche Zurückströmen ber Arbeiter zur Socialbemokratie. Die Arbeiter werben irre an bem guten Willen ber Regierung, wenn sie sehen, baß bie Regierung ber einstimmigen Forberung bes Reichstags nicht Folge gibt. Mit ben Fortschritten ber Industrie hat das persönliche, sittliche unb Familien-Leben ber Arbeiter nicht gleichen Schritt gehalten. Der Mensch ist nicht für bie Jnbustrie, fonbern bie Jnbustrie für ben Menschen. (Sehr richtig.) Die Ehefrau gehöre vor allen Dingen ins Haus, sie müsse vor der Arbeit nach Möglichkeit geschützt werden, wenn nicht das Haus veröden soll. Ebenso sollen Kinder, die noch schulpflichtig sind, nicht zur Industrie-Arbeit angehalten werden. Der Staat hat die Pflicht, die Arbeitgeber in Schranken zu halten, wenn diese sich zu weitgehende Ausnutzungen der Arbeitskraft zu Schulden kommen lassen. Redner wird für die Anträge stimmen. Win ter er (Els.) spricht sich für die Anträge aus. Die Debatte wird geschlossen. Nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen nimmt das Schlußwort für die Anträge Aichbüchler (Ctr.), -der Abg. v. Lieber (Ctr.), der sich hauptsächlich gegen den Abg. Frhrn. v. Stumm wendet, für den Antrag Lohren der Abg. Henning, welcher die Form der Resolution vertheidigt gegenüber dem Gesetzentwurf Aichbüchler. Damit ist die erste Berathung der Anträge beendet. Da ein Antrag auf Commissionsberathung von keiner Seite gestellt ist, so kommen die Anträge demnächst zur zweiten Berathung. Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr: Etat (Auswärtiges Amt), Nachtrags-Etat. — Schluß 5l/2 Uhr. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 25. November. Der deutsche Botschafter in Petersburg, Graf Schweinitz, begab sich heute Vormittag zum Besuche des Reichskanzlers nach Friedrichsruh. — Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Die gegenwärtige Lage in Brasilien, soweit dieselbe aus den vorliegenden telegraphischen Meldungen zu erkennen ist, dürste den Mächten einen Anlaß zur Beunruhigung nicht geben. Der provisorischen Regierung fehlt anscheinend weder die Macht noch der Wille, die Ordnung aufrecht zu erhalten; es liegt daher auch kein Bedürfniß vor, deutsche Kriegsschiffe nach Rio zu entsenden. Friedrichsruh, 25. November. Der württembergische Ministerpräsident v. Mittnacht ist am Samstag zum Besuche des Reichskanzlers Fürsten Bismarck hier eingetroffen. München, 25. November. Die Kammer der Reichs- räthe hat den Gesetzentwurf, betr. die Herstellung von Doppelgeleisen, sowie den Militäretat, ohne Debatte und einstimmig angenommen. Straßburg i. E., 25. November. Der Statthalter hat zum Beigeordneten des Bürgermeisters von Straßburg den Rechtsanwalt Dr. Leiber, Mitglied des Gemeinderaths, ernannt. Dr. Leiber ist Altdeutscher. Bern, 25. November. Der Nationalrath und der Ständerath sind heute eröffnet worden; in dem ersteren hielt der Präsident Häberlin, in dem letzteren der Präsident Hoffmann die Eröffnungsrede. Beide Präsidenten erwähnten dabei das Gesetz über Einsetzung eines Bundesanwalts. Präsident Hoffmann hob hervor, daß dem Bundesrath mit der Ablehnung der Volksabstimmung über dieses Gesetz ein Vertrauensvotum ertheilt worden sei. Fiume, 25. November. Gouverneur Graf Zichy machte heute dem Herzog von Mecklenburg aus dem Panzerschiffe „Deutschland" einen Besuch und wurde mit seiner Gemahlin von Contre-Admiral Hollmann zum Dejeuner an Bord geladen. Heute Nachmittag erfolgte ein Ausflug nach Abazia, Abends findet beim Gouverneur eine große Soiree mit vierhundert Einladungen statr. Der Toast, welchen Graf Zichy beim gestrigen Diner auf Se. Majestät den Kaiser Wilhelm ausbrachte, hat folgenden Wortlaut: „Alle Blicke richten sich auf Deutschlands mächtigen Herrscher, der an der Spitze seiner tapferen Kriegsmarine, die Friedenspalme in der Hand, Europas Reiche aufsuchte. Und nun ist auch uns vergönnt, unsere treuen Bundesgenossen wiederzusehen. Mit ihnen vereint wollen wir nun unsere Gläser erheben auf das Wohl Seiner Majestät des Deutschen Kaisers, dem die Welt den Frieden verdaukt. Seine Majestät der Kaiser und König Wilhelm II. lebe hoch \“ Rom, 25. November. Der König hat heute Vormittag 11 Uhr die parlamentarische Session für 1889 und 1890 mit dem gewohnten Ceremoniell eröffnet. Die Thronrede sagt hinsichtlich der auswärtigen Politik: Sie haben in dem Wetteifer allgemeiner, lebhafter Thätigkeit die italienische Production begünstigt. Dieser Schutz darf indessen nicht aus Mißtrauen und Argwohn hervorgehen, welche ohne allen Nutzen die Völker trennen, noch darf er Reformen verhindern, welche, indem sie die Grenzschranken niedriger machen, den Austausch der Erzeugnisse erleichtern und die internationalen Beziehungen freundschaftlicher gestalten. Sie haben die industrielle Entwickelung des Landes jetzt auf eine solide Grundlage gestellt. Die Regierung wird Ihnen Vorschlägen, den Differential- Tarif zwischen Italien und Frankreich aufzuheben, welchen Sie in einem Augenblicke des Ueberganges als zeitgemäß billigten. Dieser Differential-Tarif würde aber, ferner aufrechterhalten, uns hindern, zu einem freieren, jedoch jederzeit festen Handelssystem zu gelangen, welchem meine Regierung sich nicht entziehen wird, wenn sie unterstützt wird. Durch die genannte Maßregel, durch die stetige Befolgung einer ebenso festen wie würdigen Politik streben wir nach jener Ruhe der Gemüther, welche dem heiteren Character des italienischen Volkes entspricht und die beste Garantie des Friedens ist. Der Friede scheint in Europa heute mehr als je gesichert zu sein, Dank den Rathschlägen der Großmächte, Dank meiner und meiner Verbündeten Bestrebungen. Die Fragen, welche den Frieden stören könnten, sind jedoch nicht sämmtlich beseitigt. Wir werden daher sortfahren, mit wachsamer Sorgfalt, jedoch ohne unseren Staatshaushalt zu sehr zu belasten, den Bedürfnissen unserer Armee und Marine zu entsprechen, welche die Vertheidiger unserer Einheit und Unabhängigkeit und mit unserem Recht der beredte Ausdruck unserer Interessen in der Welt sind. Aber ich hege das Vertrauen, daß es, dank der Weisheit der Regierungen und der klugen Vorsicht der Völker nicht nöthig sein wird, die von Allen vorbereiteten Waffen zur Anwendung zu bringen. Wir werden die Waffen auch in Afrika niederlegen können, wo der Erfolg, welcher Denjenigen zufällt, welche ihn zu verdienen wußten, unsere Politik derart begünstigt hat, daß uns ausgedehnte Besitzungen gesichert sind und eine weite Actionssphäre künftig unserem Einfluß geöffnet ist. Internationale Vereinbarungen, über welche unter unserer Theilnahme zur Zeit verhandelt wird, werden uns, wie wir hoffen, den Ruhm verschaffen, in einem Continent, wo die Barbarei noch in grausamster Form die Menschlichkeit verletzt, derselben wirksame Dienste zu leisten. Inzwischen werden wir in unseren neuen Gebieten, bei dem Herrscher sowie bei der Bevölkerung, welche zu unserer ehrlichen Freundschaft Vertrauen haben, der Civilisation Eingang und Geltung verschaffen. Wie in früheren ruhmreichen Zeiten, wo das italienische Genie die Grenzen der bekannten Welt ausdehnte, werden Alle aus unserem Werke Nutzen ziehen. So gedenke ich mit meiner Regierung und mit Ihnen den Namen des neuen Italien zu einem gesegneten zu machen. totales rrnd provinzielles. Gießen, 26. November. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 2 8. November 1889, Nachmittags 4 Uhr: 1. Mittheilungen. 2. Mandatsniederlegung des Herrn Stadtverordnelen Adolf Noll. 3. Gesuch des I. M. Schulhof um Erlaubniß zum Ausschank von Branntwein. 4. Die Rechnung über die Vorschule des Gymnasiums fürs Etatsjahr 1888/89. 5. Desgl. des Realgymnasiums. 6. Herstellungen im alten Realschulgebäude. 7. Erbauung eines Knabenschulgebäudes. 8. Kostendecreturen. 9. Herstellungsarbeiten im alten Arresthausgebäude. 10. Die Canalisirung der Stadt Gießen. 11. Unterhaltung der Gräber der dahier beerdigten Krieger aus dem Jahre 1870/71. 12. Uebertragung der Feldpolizei auf die Bürgermeisterei. 13. Den Ausbau eines Theiles der Ludwigstraße und des Leihgesternerwegs. 14. Feststellung der Baufluchtlinie für den Seltersberg u. s. w. 15. Die Errichtung eines Ueberwinterungskastens seitens der Gärtner Jakob Noll Wwe. 16. Gesuch des L. Kohlermann um Herstellung von Verbindungsthüren. 17. Baugesuch des Steueraufsehers L. Fink. 18. Den Einsturz der Mauer des Stadtbachs am früher Karl Stieber'schen Hause. 19. Hilss- bedürftigkeit des Karl Paul Kauf aus Oppeln. 20. Gesuch um Beleuchtung des Eichgartenweges. 21. Fortführung des Hauptrohres der Wasserleitung durch die Sonnenstraße behufs neuer Anschlüsse. 22. Coakspreise. — Der am Donnerstag in Steins Garten concertirenden Pionier-Capelle aus Coblenz geht ein vorzüglicher Ruf voraus, so daß man namentlich von den Solisten etwas Besonderes erwarten kann. Einer uns vorliegenden Zeitungsnotiz zufolge verfügt die Capelle über vorzügliche Kräfte in der Streichmusik. Mit Bezug aus die Solisten lesen wir über ein Concert am 19. d. Mts. u. A.: In dem 7. Violin-Concert von de Beriot lernten wir in Herrn Wild einen Violinisten von vorzüglicher Begabung kennen, der nicht unerhebliche technische Schwierigkeiten der Reproduction dieses opus mit Sicherheit zu überwinden wußte! Einen nicht minder durchschlagenden Erfolg wie Herr Wild hatte ein Solist der Coblenzer Pionier- Capelle, Herr Urban, mit seinem Cornet ä piston zu verzeichnen. Der Solist brachte eine Romanze des berühmten Trompetenlehrers Koslcck vom Berliner Conservatorium und ein Lied von Götze zu Gehör- namentlich Letzteres wurde lebhaft ausgezeichnet und da capo verlangt. Die Capelle kann sich zu dem Solistenpaar gratuliren. — Recitation des Herrn Oscar Zack am Samstag den 30. November, Abends 8 Uhr (s. Jnseratentheil). Anknüpsend an unsere vor Kurzem gebrachte Mittheilung glauben wir im Interesse unserer geschätzten Leserinnen und Leser zu handeln, wenn wir einige Worte über das zum Vortrag kommende Rudolf Baumbach'sche Gedicht:- „Kaiser Max und seine Jäger" sagen. Der Dichter hat es verstanden, in diesem, seinem neuen Werke, den alten Ruf, welcher ihm den ersten Platz unter den Meistern der Romantik schon lange eingeräumt hat, noch zu erhöhen. Seine echt natürliche Schilderung aus dem Leben gegriffener Charactere, wie Hans Sachs und Sixt Thurnweller, Marilene und Else Kreglerin, verdient allein schon die höchste Beachtung. Die Handlung ist nicht nur fesselnd, sondern man glaubt sie selbst mit zu durchleben. Auf der einen Seite prächtiger Humor und auf der anderen ergreifender Ernst. Das Gackze im Rahmen vollendeter Poesie. Wenn wir nun in Betracht ziehen, mit welchem Erfolge s. Z. Herr Zack Zlatorog und Das Häslein von demselben Dichter gelesen hat, so können wir gewiß einen reich interessanten Abend in Aussicht stellen, welcher bei dem billigen Eintrittspreis von 60 Pfg. jedenfalls, wie in den Vorjahren, eine äußerst zahlreiche Zuhörerschaft heranziehen wird. Reiskirchen, 24. November. Seit einigen Monaten treibt sich dahier ein hiesiger geisteskrank gewordener junger Bursche von ca. 18 Jahren, fern von Familie, sehr auffällig zur Belästigung, wohl auch Belustigung von Ortsbewohnern und Fremden, in Dorf, Feld und Wald herum. Zuweilen, namentlich Sonntags, ahmt er Thierstimmen nach, die Blicke und Ohren von Alt und Jung auf sich lenkend, in oft durchnäßten und schmutzigsten Kleidern herumlaufend. Es bleibt zu verwundern, daß für dessen Verbringung in eine Anstalt nicht gesorgt wird. Hoffentlich dienen diese Zeilen dazu, daß dieser bedauernswerthe junge Mensch baldigst geeignet untergebracht werde. * Grünberg, 25. November. Wie der hiesige Anzeiger berichtet, hat der unter anderen vielen deutschen landsmannschaftlichen Vereinen in Newyork bestehende „Grünberger Verein" am 31. October d. I. auch seinen Gallus-Ball gehalten, über den die Amerikanische Hessen-Darmstädtische Zeitung ziemlich eingehend berichtet. Viele ehemalige Grünberger fanden sich bei dem Gallus-Ball zusammen, gedachten der Heimath und brachten schließlich ihrer Vaterstadt ein Hoch aus. Lauter bei Grünberg, 24. November. Eine hier in Diensten stehende Magd aus Weickartshain machte am Donnerstag ihrem Leben durch Erhängen ein Ende. Merlau, 24. November. Heute - Morgen machte der hiesige Schäfer die unangenehme Entdeckung, daß über Nacht in seinem Pferche 33 Schafe verendet waren. Eines davon war angefressen, lieber die Ursache des Eingangs der Schafe konnte bis jetzt nichts festgestellt werden. Vermischtes. Mainz, 24. November. Folgendes Wahlunicum wird von hier berichtet: Bei der soeben stattgefundenen Stadtverordnetenwahl hat ein Wähler einen Zettel in eine der Wahlurnen geworfen, welcher folgende Bezeichnung trug: „Ehesaias 41, Vers 44." Diese Bibelstelle lautet: „Ihr seid nichts, Euer Thun ist nichts und Euch zu wählen ist ein Greuel." Berlin, 23. November. Bei einem in dieser Woche stattgehabten Duell zwischen einem hierher versetzten Lieutenant und einem Studenten wurde letzterer, Namens Frohwein aus Elberfeld, so schwer verwundet, daß derselbe am Donnerstag im Augusta-Hospital gestorben ist. Die Ursache des Duells ist auf ein Rencontre zurückzuführen, das Samstag Nacht voriger Woche im Cafe National staltgesunden hat. Der betr. Infanterie-Lieutenant, der nach Berlin zur Militär-Turn- anstalt abcommandirt ist, saß in Gesellschaft von Kameraden im genannten Local nnd erblickte daselbst einen Herrn, den er von Straßburg aus . zu kennen glaubte. Dieses war der Student Frohwein. Der Lieutenant trank ihm in launiger Weise mit den Worten „Prost Straßburg!" zu. Dies faßte F. als eine Beleidigung auf und forderte den Offizier. Zunächst suchte Letzterer den Studenten von seinem Jrrthum zu überzeugen, fand aber keinen Glauben, vielmehr ging Frohwein sofort zu Thätlichkeiten über. Die Folge war jenes unglückliche Duell, in welchem gleich beim ersten Kugelwechsel Frohwein die tödtliche Wunde erhielt. Also wieder einmal: „Um Nichts!" Frankfurt a. M., 25. November. Eine telegraphische Meldung unseres Berliner Correspondenten bestätigt, daß Kaiser Wilhelm II. am 9. December hier eintreffen werde. Wie wir ferner erfahren, erfolgt die Ankunft von Darmstadt Nachmittags halb 2 Uhr. Um 5 Uhr ist Festessen im Palmengarten, Abends Festvorstcllung im Opernhause. Die Abreise erfolgt noch Abends gegen 11 Uhr. Es ist bereits ein Comite gebildet worden, welchem u. A. auch hervorragende Künstler angehören, das die Ausschmückung der Straßen, durch welche der Kaiser fährt, in die Haud nimmt. Seitens des Magistrats wird an die Stadtverordneten das Verlangen gestellt werden, einen entsprechenden Betrag zur Deckung der Ausschmückuugskosten zu bewilligen. Ein Beschluß über die Höhe dieser Forderung ist, wie wir des Weiteren vernehmen, noch nicht gefaßt worden. Die Verhandlungen mit dem Kaiser!. Hofmarschallamte in Berlin über die zu treffenden Dispositionen werden übrigens nicht durch Herrn Oberbürgermeister Miquel, sondern durch Herrn Stadtrath Dr. Vareutrapp, welcher sich zu diesem Zwecke in die Residenz begeben hat, geführt. (F. Z.) Schiffsnach richten. Bremen, 23. November. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Schnelldampfer Lahn, Capt. H. Hellmers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 13. November von Bremen und am 14. November von Southampton abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. verkehr, Land- und volkswirthfchaft. Gießen, 26. November. Marktberichts Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. .* 1,20—0,00, Hühnereier 1 St. 7-8, 2 St. —. H, Enteneier 1 St. 0- 2 St. — H, Gänseeier — Käse pr. St. 5—8 Käsematte pr. St. 3 H, Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen vr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar JL 0,40—0,55, Hühner pr. Stück JL 0,85-1.00, Hahnen pr. St. Jt 0,50-0,60, Enten pr. Stück JL 1,40-1,80, Gänse pr. Pfd. 50—60 Ochsenfleisch pr. Pfd 66—72 H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 60—70 Hammelfleisch 50—66 H, Kalbfleisch 56-60 Kartoffeln pr. 100 Kilo vtL 3,50—4,00, Weißkraut pr. St. 4—8 -5», Zwiebeln per Centner JL 7,00—8,00, Milch pr. Liter 12—18 H. ______________________________________ Farbige Seidenstoffe von 95 Pfge. bis 12.55 p. 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Zwischen dem berühmten Kammersänger Herrn Emil Götze und der hiesigen Intendanz, ist eine Vereinbarung getroffen worden, wonach der Künstler am Samstag den 30. November im Frankfurter Opernhaufe ein einmaliges Gastspiel absolviren wird. Der viel bewunderte Tenorist wird an diesem Abende den Lyonel in der „Martha" singen. Bestellungen von Plätzen werden von heute an an der Easse des Opernhauses entgegengenommen. _______________ Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde. Btbelstunde am Mittwoch den 27. Novbr-, Abends8Uhr, in der Kleinkinderschule, Philipper-Brief Kap. 3, Paulus und die Jrrlehrer, Gesetzes- und Glaubensgerechtigkeit, der höchste Gewinn. I Pfarrer Dr. Naumann. richten. er transatlantischen Telegraph.s , Hellmers, vom Norddmtschm ionember von Bremen und am egangen war, ist gestern 4 M mgekommen. , !siEitbeS l, cmen Qe J“'Si Et«, »«mens^^'Enont '“6 derselbe aX*'n °us • % UmX?"nttät»9 h7L7 Berlin m- Wn^ ^etr. ^s---'chch dk » ^nrn- 7eIb|'f eint» toTm en glaubte. Dick-" ' en 'n' tränt jA 7°»?er C*r9!" f lÄT fotberte de^sL^ “ “»n feinem Jmh^M «.'Äf 8"°* t*E Ne tor jenes S 1 er|lcn Kugel- “* *'■ Ns« wieder We telegraphische «taMh bestätig, datz ■ December hier eintreffen ,n' txW die Ankunst von hl-. Um vUhr ist Festessen Vorstellung im Opernhause, 's gegen 11 Uhr. Es ist en, welchem u. A. auch Herdas die Ausschmückung der ’ sähr^in die Hand nimmt. n die Stadtverordneten das n entsprechenden Betrag zur n zü bewilligen. Ein Beorderung ist, wie wir des gesagt worden. Die Ber- larjdjaÜQmte in Berlin über werden übrigens nicht durch sondern durch Henn Stadt- ch zu diesem Zwecke in die «. N »ot,e«iber. ($. ”bt 'in > Machte h !ndet h, dgff ,'ic ’e der 4 h>- ffi 6er Nach, e oes^ ^lies bnh “erben. *"88 berg^ Volkswkch^ast' eler 1 Sl- O" % ri *x A To ßgfanitte pr. St. ÄALwbenp'^ Ä-1Ä N™1 »r’S ^L«iZ KZL'LS off« von 95 Vf8e- lCe^KeÜM^^ leinene p1® M wiU ettbeden u. V »• -Os-Z-Ätz s'ab olviren ’( in der Ä«** Bekanntmachung. In unserem Genossenschafts-egister ift eingetragen, daß der Vorschuß« verein zu Wieseck durch Beschluß vom 25. Dctober 1889 in folgenden Punkten Statutenänderung beschlossen hat: 1) Die Firma lautet nunmehr: „Spar- und Vorschußverein zu Wieseck, eingetr. Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht". 2) Bekanntmachungen des Vereins ergehen im Gießener Anzeiger unter der Firma des Vereins und werden von mindestens zwei Vorstandsmitglredern unterzeichnet. 3) Der Vorstand zeichnet durch Beifügen der Namensunterschriften mindestens zweier Vorstandsmitglieder zu der Firma des Vereins oder zur Benennung des Vorstandes Gießen, den 21. November 1889 Grobherzogliches Amtsgericht Gießen Kullmann- 9505 NürnbergerLebkuchen eingetroffen in C. G. Kleinhenn* Delikatesten-, Fisch- il Geflügel-Handlung, Bahnhofstraße 59, [9527 MF Täglich r diverse frische Alvsr. «nd Seefische.__ Mschenbier-Gefchäst mit guter Kundschaft zu verkaufen- Näheres in der Erved d. Bl. 9568 9519s Trockenes Brennhslz und Zimmerspäbne bei __________Zimmermeister P. Pitz. In- und ausländiscke Weine: Bersteigerungs Anzeige. Donnerstag den 28. SRoD-mber d. I., Vormittags von 10 Ut>r an, werden durch den Unterzeichneten in Bad Nauhe.m in der Semler'schen Fabrik folgende Gegenstände meistbietend gegen Baarzahlung versteigert: 2 Schreibtische, 1 Pfeilerschrank mit Spiegel, 1 Spieltisch, 1 Chaiselongue, 8 Oelgemälde, 8 Oeldruckbilder, 1 goldene Taschenuhr mit dto. Kette, 2 Kassenschränke, 1 Doppelpult, 2 einfache Pulte, 1 Glasschrank mit Untersatz, 1 dre.thür. Schrank, 1 Copirpresse, 1 electr. Controlubr, 2 electr. Batterien, i chem. Waage, 1 Morsetelegraph, 1 Bücherregal, Tische, Stühle, 1 Nähmaschine, 2 Decimalwaagen, 1 Balkenwaage, verschiedene chem. Utensilien, Vorräthe an Chemikalien, halbsertiger u: d fertiger Magnesia, 2 Ventilatoren, 1 Feldschmiede mit Handwerkszeug, 1 Kreissäge, 1 complette Dampfmaschine (zerlegt), 8 große Bottiche, 1 Filterpresse, verschiedene Formen. Hordchen, leere Fässer, Kisten, Blechdosen, Flaschen, Absüllgestelle, Trockengestelle, 1 Haspel, 2 Handwagen, 1 Schiebkarren, % Faß Bittersalz, 1 Faß Natron, 2 Faß Soda u. a m. Friedberg, den 25. November 1889. Bangel, Großh. Gerichtsvollzieher-9511 Bekanntmachung. Die Lieferung der für die Zeit vom 1. April 1890 bis Ende März 1891 erforderlichen Verpflegungsartikel ausschließlich Brot und Hülsenfrüchte, Feuerungsmaterialien ausschließlich Stein« kohlen, Erleuchtungs-, Retnigungs- und Füllungsmaterialien, sowie die Anfuhr des Brotes und Steinkohlenbedarfs soll am 12. December d. IS., Vormittag- 11 Uhr, im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Die bezüglichen Bedingungen, deren Einsicht Seitens der Submittenten vor dem Termin erforderlich ist, liegen im Geschäftszimmer der Unteroffizier Vorschule in den Dienftftunden aus- Weilburg, den 24. November 1889. 9517 Königliche Unteroffizier-Vorschule Bekanntmachung. Zur Empfangnahme oder Beischreibung der Zinsen pro 1889 für Einlagen zur hiesigen Spar- und Leihkasse sind folgende Zahltage festgesetzt worden: Mittwoch den 27. November 1889, Donnerstag „ 28 „ „ Samstag „ 30. „ „ Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mit woch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Montag Dienstag 3. December 4. 5. 7. 10. 11. 12. 14. 17. 18. 19. 21. 23. 24. w n » n n ■ Die Einleger werden deßhalb ersucht, ihre Zinsen an einem der oben genannten Tage unter Vorlage der Scheine in Empfang zu nehmen oder beischreiben zu lassen. Die Vorlage der Scheine ist diesmal um so nothwendiger, als mit dem 1. Januar k. I. Einlagebüchelchen ausgegeben und die alten Scheine eingezogen werden- Die Gr. Bürgermeistereien des Spar- kastebezirks werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung im Interesse ihrer Ortsangehörigen auf geeignete Weise zu deren Kenntniß zu bringen Gießen, am 11. November 1889. Der Rechner der Spar- u Leihkasse Gießen. Doering. Mittwoch den 27. llonbr, Nachmittags 2 Uhr, werden in der Restauration Klingenderg—früher Bramm — gegen Baarzahlung versteigert: 1. Sophas, Commoden, Kleiderschranke, Console, Waschtische, Spiegel, Bilder, 6 Stühle, Tische, 1 Verticow, 2 vollst- Betten, 1 Regulator, 2 Hochs, nußb. Buffets, 1 Trompete, 150 Damen- und Kinderschürzen, 1 Stoßkarren, 1 Pferd, 1 Kuh, 1 Hobelbank; 2. Tonditorwaaren, Limonade, cons Früchte, Chocolade, Gläser, Schachteln, Flaschen u. a-, sodann l1/» Dutz f. Messer und !*/> Dutz. f. Gabeln Die Versteigerung unter 2 findet bestimmt statt- Geißler, 9497 Gerichtsvollzieher. 9523 Ein junger Pudel, halbjährig (Männchen), sowie ein Pudel, 4 Jahre alt (Weibchen), billig zu verkaufen. Grünbergerstraße 20. Mittwoch drn 27. November, Vormittags 10 Uhr und Nachmittags 1/22 Uhr, sowie Donnerstag dcn28 November, Nachmittags V32 Uhr, werden die zur Hinterlassenschaft des Herrn Anton Petri gehörigen Weihbinder-Utensilien, als: Nufstftuagen, Dielen, Kloben, Seile, Leitern, (Stmer, Schablonen usw., sowie die noch vorhandenen Farbe»., Lacke, Pinsel und Nohr, 1 Hobelbank, einige Farbwühlen, eine fast neue 10 Ctr. Decimalwaage mit Gewichte, mehrere Wagen, insbesondere ein wenig gebrauchter kleiner Rollwagen, für jedes Geschält geeignet, 9370 versteigert. Das Rüstzeug kommt Mittwoch Vormittags zum Ausgebot. F. Hoffmann. Ieitgeöotenes. 9529 Drei gut erhaltene Wagen, eine Ehaife, Geschirr, ein Pftug ist zu verkaufen. Näheres Frankfurterstraße 4, im unteren Stock. 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Itsrchcilliräil" usschank des vorfiigl. allgemein beliebten bayerischm Mportbieres von der BrauereigeseUschaft „?um Storchen", vorm. Chr. Sick, Speyer a. Kh. per Krug 15 Pfg. bei Frau C. Hess Wwe., Lombard. Eisenbahn- „] Es sind Nachahmungen von Fays ächten Sodener Mineral- Pastillen aufgetaucht und versuchen einige Verkaufsstellen, die sich dadurch auf Kosten des kaufenden Publikums einen Vorlheil verschaffen wollen, nachgeahmte Sodener Mineral-Pastillen zu verabreichen, obschon von dem Publikum ausdrücklich Fays ächteSodener Mineral-Pastillen welche einzig aus den Salzen der seit Jahrhunderten berühmten Gemeinde-Heilquellen des Bades Soden a. T. hergestellt sind, verlangt wurden. Diese Imitationen sind äusserlich den Fays Pastillen täuschend ähnlich nachgebildet, ohne den Heilwerth derselben ZU besitzen und mahnen^- wir deshalb das Publikum zur äussersten Vorsicht und bitten unseren grossen Consumentenkreis diese NachahniungCM nicht nur energisch zuriiekzuweisen, und auf der Verabreichung von FW s ächten Sodener Mineral-Pastillen zu bestehen, sondern auch jeden solchen Versuch uns gefälligst mitzutheilen, um uns in Stand zu setzen, gegen diese Firmen vorzugehen. _________________ Entöltes Maieproduct. Für Kinder und Kranke mit Milch gekocht speciell geeignet — erhöht die Verdaulichkeit der Milch. — In Colonial- und Drog.-Hdlg. */l u. Va Pfd. engl. ä 60 und 30 9530 4 pCt. Reichsanleihe 3V2 , „ 4 , Preuß. Consols ^Va w w u Neisender in ein hiesiges Colonialwaaren-Geschäf', welcher mit der Branche bekannt ist, gesucht. — Ein solcher, der in der Umgegend und Oberhessen bekannt ist, bevor, zugt — Schriftliche Offerten erbeten unter A. Z. an die Exoed, d. Bl. 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