Donnerstag den 26. September 1889 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bureaur Schulstraße 7. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlob». Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf« Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Nr. 22£. Erstes Blatt. Setreffenb: DieGesammt^mpfung des Jahres 1889. Gießen, am 24. September 1889. Das Großherzogliche Kreis-Gesundheitsamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. r suchen S.e tue kostenfreie Einsendung der aus einigen Gemeinden noch rückständigen Jmpfgebühren demnächst zu veranlassen. ---;___ __________________ Dr, Köhler. Wintersursus der Ackerbauschule des lundwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhefsen 1881 8« erwXben’llMeXdä M untere früher bereits besucht, ober sich anderweitig die in derselben zu Anstaltsvorsteher Landwirthschaftslebrer Dr obirlf eineJebe ^r derben Klaffen 20 «A Anmeldungen nimmt schriftlich ober mündlich der 8 »i e b b e t , im September 1889 Der Aussicht-rach der Ackerbauschule zu Friedberg: °- Kreisrath. Dr. Wallau, Amtmann. Schmidt, Schulrach, vr. Tobisch, Landwirthschastrlehrer. Politische Stundschau Gießen, 25. September. h ^"^nem hochbedeutsamen Worte Kaiser Wilhelms haben die großen £ruppen= B im M 0£frunöcn' raic nod> nachträglich bekannt wird. Bctm Verlasfen des Manooerfeldes bei Elze am vorigen Samstag richtete der Kaiser ?“r?e9rletnbe? MtlitarattachöZ eine Ansprache, in welcher er bemerkte, er habe Thetle seiner Armee in vorzüglicher Verfassung oorgeführt und sehe in der Kraftentwtckelung überaU mei9h^inCh Friedensbürgschaft. Hoffentlich wird man auch qU® 51 1 b bitlcn ®tnDrutf von den deutschen Kaisermanöoern empfangen t?ie akm»TiflCn£^amfia0 Quf bcm Schlachtfeld- von Oeversee stattgefundene Einweihung des den gefallenen Dänen gesetzten Denkmales weist eine besondere politische -öebeulung auf, denn zum ersten Male gelangte in der Feier, an welcher sich Deutsche und Danen einträchtig bethetligten, die sich zwischen den beiden Nationalitäten ooll- -tehende Aussöhnung zum offenen Ausdrucke. Zum ersten Male seit den Ereignissen des wahres 1864 betrat eine offtcielle Deputation dänischer Offiziere den so heiß umstrittenen Boden der Elbherzogthümer, zum ersten Mule seit einem Vterteljahrhundert I?» nimIL .unb bamJ.4e Offiziere in guter Kameradschaftlichkeit vereint, und honentltch wird die deutsch-dänische Verbrüderungsfeter von Oeversee von bester Vorbedeutung für die Weiterentwickelung der Beziehungen zwischen Deutschland und Dänemark sein, trotz der maßlosen, wuthschäumenden Angriffe, welche von Seiten des verbissenen DänenthumS gegen die Feier von Oeversee gerichtet worden sind. Die Verbrüderung zwischen t-en deutschen und den dänischen Offizieren trat indessen nicht nur bet dem eigentlichen Festacte hervor, sondern gab sich auch im weiteren Verlause des festlichen Tages kund, indem die dänische Offiziersdeputatton nach der Denkmalsfeier einer Ein- QDiered-r Flensburger Garnison in das dortig- Osfiji-rscasino folgte. Jllö die dänischen Offiziere am Abend von Flensburg aus die Rückreise nach Kopen- hagen antraten, wurden sie von ihren deutschen Kameraden nach dem Bahnhof geleitet, woselbst die herzlichste Verabschiedung zwischen beiden Theilen stattfand. Unter den westfälisch-rheinischen Bergarbeitern machen sich die Anfänge £nct Lohnbewegung bemerklich. Am Sonntag waren in St. Johann an der Saar loOOO Bergarbeiter versammelt, welche einmüthig beschlossen, da ihre srüheren Forderungen noch nicht ersüllt seien, erneut aus deren Erfüllung hinzuwirken. Verlangt wird ein Accordlohn von 4 M, cm Schichtiohn von 3,40 3L, eine 8 stündige Schtcht- bauer samstags und Montags, eine s stündig- Schichtdauer an den übrigen Tagen, ÄuS- und Einsahrtszett mit gerechnet. Außerdem sollen in Bezug aas das Knavp- schastsw-Ien 15 Aendcrungen beim Oberbergamt in Bonn beantragt weiden. Bergmann Schroder-Dortmund empfahl tebhast die Gründung eines Vereins und sestes Zusammenhalten. Die Verhandlungen, denen mehrere Directionsmstglieder der Staatskohlettwerke an öei enar beiwohnten, nahmen einen musterhaften Verlauf. . kaiserliche Entschließung auf das Gesuch einer Anzahl Herren des elsaß- lothnngischeu Landesausschusses um Aufhebung, refp. Milderung ves PntzzwangeS er a 0 ünb 5roar im ablehnenden Sinne. Jedenfalls ist die allerhöchste ^!lm bUn49 nacbk eingehender Prüfung der hierbei in Betracht kommenden Ver- ro0\ben21?? mu6 man annehmen, daß gewichtige politische Gründe ' b c,? ^Haltung der bisherigen Paßoorschriften gegen Frankreich sprechen. An der Spitze der politischen Tagesereignisse steht der WahlauSsall in Krank- reich, der sich nunmehr fast vollständig übersehen läßt. Bis Montag waren 560 Wahlen 560 9UnM,n ft JE*"* 16 Wahlkreisen die Nachrichten fehlten. Von diesen ^publ kanischen und 159 im oppositionellen Sinne ausgefallen, . Xd> r1l7i?7 ^roabkn vv^wendig. Von den 224 republikanischen indetz 57nChCn beknn.en 3Ur opportunistischen oder gemäßtgt-radici len Richtung, ler LJnmin ™ ^n0*Cn; bic 159 bis jetzt gewählten Abgeordneten u^te? Är, Oval sten, 51 Bonapartisten und 22 Boulangisten - XerftM S°Ul?"0Cr fck,ft 7 3ufQmmc^ eigentliche Entscheidung werden also erst die am nächsten Sonntag oorzunehmenden 177 Stichwahlen bringen die dürften. Tl in ft Pnä nimm! In bnw cy> — .-1C nx . P b bu nur bestätigen I Sttomabl^ "L" mar,Jn £Cn $“rifer R-gi-rungskr-is-n an, daß von b-n Stichwahlen etwa 140 im republikanischen Sinne ausfallen werden, wozu nach den vorliegenden Berichten auch alle Aussicht vorhanden ist. Im Ganzen rechnet die Regierung in der neuen Kammer auf 369 Republikaner und 201 Oppositionelle und wenn sich diese Ziffern vielleicht auch noch etwas zu Gunsten der Oppositionsparteien verschieben r-^en, so kann doch schwerlich bezweifelt werden, daß auch in der neuen französischen Volksvertretung eine entschiedene republikanische Mehrheit vorhanden sein wird. Daß ein derartiges Resultat trotz der so grell heroorgetretenen Fehler und Schwachen der dritten französischen Republik, trotz der Eifersucht zwischen den gemäßigten Republikanern und den Radicalen und ungeachtet der wüthenden Vorstöße der anti- republikanischen Parteien erreicht werden konnte, beweist nur, welche tiefe Wurzeln der republikanische Gedanke doch schon im französischen Volke geschlagen hat und an den leitenden Mannern der Republik wird es nun sein, in Zukunft weitere gefährliche Krisen zu vermeiden- Nicht gering ist die Enttäuschung natürlich im Lager der Bou- langisten, die auf eine weit größere Mehrheit für sich gehofft halten, als sie ihnen im ersten Wahlgange thalsächlich zu Thetl geworden ist und Boulanger, der sich schon an die Spitze der erträumten revisionistischen Mehrheit zu stellen gedachte, wird auch fernerhin nicht mehr als der Führer eines Häufleins Unzufriedener sein. Bemerkenswerth ist auch, daß von den feststehenden republikanischen Wahlen der weitaus größte Theil im gemäßigten Sinne ausgefallen ist - freilich unterlag dafür Ferry, das eigentliche Haupt der Opportunisten — was eine Gesundung der gesummten Partei-Verhältnisse Frankreichs erhoffen läßt. " , a Berlin, 24. September. Die Frage, ob man die dem deutschen Heere infolae des Februargesetzes von 1888 zugehenden neuen Mannschaften nicht besser vertheilen könne, wird^ lebhaft erörtert unp ein neues Heeresgliederungsgesetz als nothwendia bezeichnet, ^m„L>chwabtschen Merkur" wird dieser Gedanke näher ausgeführt. Die ^nelleze Mobilmachung schreibt das Blatt, wird durch die so verschiedenartige Gliederung der 18 deutschen Armeecorps offenbar nicht begünstigt; sicher ist, daß die Franzoien und Russen, diefe jedenfalls mit dem europäischen Theil ihrer Truppen/ uns in Bezug auf Gleichmäßigkeit der Gliederung der Armeecorps im Frieden überholt ? e lfett in ber Zusammensetzung der deutschen Armeecorps ist nachstehend ersichtlich gemacht: 1 Bataillone SchwaBatteriei i Pionier- TrainGardecorps: 29 dronen 40 20 compagnien 5 compagnien 1. (oft- und westpreuß.) Corps: 31 35 20 4 3 2. (pommersches) 33 25 20 4 3 A 3. (branbenburg.) 25 30 20 4 4. (Magdeburg.) 25 20 20 4 3 5. (posensches) 28 25 20 4 3 6. (schlesisches) 29 25 20 4 3 7. (westfälisches) 29 20 20 4 3 8. (rheinisches) 26 20 20 4 3 9. (schleswig-holstein.) 10. (hannoversches) H 26 25 20 20 20 20 4 4 3 3 11. (hessisches) 39 30 27 4 4 12. lsächsisches) 36 30 23 4 3 13. (württembergisches) II 21 20 18 4 3 14. (badisches) 28 20 18 4 3 15. (elsaß-lothringisches) 49 40 18 8 3 1. bayerisches II 29 25 20 5 3 2- u 26 20 20 5 3 „ Von diesen Corps liegen an der russischen Grenze das 1., 2. und 6., an der französischen Grenze das 15., sowie Thetle des 8. und 14. Armeecorps. Hieraus heißt es in dem gekannten Blatte weiter, möchte sich die thetlweise größere Anzahl von Infanteriebataillonen und Caoallerieschwadronen bei diesen Corps erklären, während die Feldartillerie bei den deutschen Armeecorps (ausschließlich 11. und 12. welche 3 Divisionen haben) nahezu dieselbe Stärke hat. Auffallend ist insbesondere das artilleristische Verhältniß beim 15. Armeecorps, wo auf 49 Bataillone Infanterie in 3 Divisionen nur 18 Feldbatterien kommen. Legt man für ein Armeecorps m 2 Divisionen die Übliche Stärke von 25 Bataillonen Infanterie, 20 bis 30 Schwadronen Cavallerie, 20 Feldbatterien, 4 Pionier-Compagnien und 3 Train-Compagnien zu Grunde, so ergibt sich, daß zur Bildung zweier neuer Armeecorps, von deren dem- nächstiger Aufstellung in neuester Zeit vielfach die Rede ist, genügend Infanterie- und Cavallerietruppentheile vorhanden find. Bei der Cavallerie muß dabei die Zusammen- DS.MFSWMBLBK mH unbr I Huldigung gerne entgegen, hoffe aber, datz Sie dieselbe nicht nur $«§ und Gemüsen verzehrt. Der Botschafter aenieüt W • r™lt fcÄ'Ä'ÄiTÄ I unb^eCärne^r^f^6unbnebn.J08 **" bm °6r™' b°ß »“ ^ebnen" knL, »2!ig!S bcr- bct2 Armeecorpsdienst entbehrlichen Schwadronen in selbstständige Caoallerie- Kriege, noch bester schon im Frieden — mit rettender Artillerie — im 8 ^Lnf?r 1 A" We burdj ©Übung zweier neuer Armeecorps erforderlichen Ä$"“ÄS1S .Äi’Ä?"«”««*•»« w« w tIe8lnC ^ühe, die Topfe derart umzudrehen, daß die gestern der Jnnen- r A?«? mhTtiUCenbde Sette heute dem Lichte zugekehrt wird Dadurch «- ^an*e 6anz durch sich selbst einen geraden gleichmaßtgen Wuchs Pflanzen wachsen immer nach derselben Richtung, woher ihnen das Licht zukommt. Unterlaßt man das Umdrehen, so bemerkt man gar bald daß durch !n^./Mttge Lage auch nur die eine Hälfte zur vollständigen Entwickelung ^kommt indeß die andere Hälfte, der Dunkelheit zugewendet, nach und nach verkümmern muß.' Telegraphische Depeschen. Wolff's tekgr. Korrespondenz ° Burean. 2 tl ^plember. Der „Börsencourier" veröffentlicht heute ein Schreiben 6lAD0D1 er15, August an eine hiesige Firma, in welchem es heißt: ^ch kann die Perstchelung geben, datz die Regierung niemals daran gedacht hat oder gegenwärtig daran denkt, die Einkommensteuer, welche auf der italienischeir Rente lastet «mi $Yuxa.‘Ä"* •»"« ».ääxv; »ess*unl rntc (-^„ehburg, 24. September. Im dritten hannoverschen Wahlbezirk wurde Land- rath Heye (frriconseroattv) einstimmig zum Landtagsabgeordnelen gewählt. flfa 2^^September. Die Blätter betrachten das französische Wahlergebnitz und Radtkalt^mna^^olS der Republikaner und als eine Niederlage des Boulangrsmus ©tiArnnhkn Hnh Allerdings thue ein einiges Vorgehen der Republikaner bei den Slickwahlen und in der Kammer noth, um eine feste Regierungsmehrheit begründen wablen"m.'t "^^^blatt" hält die Krisis für überwunden, wenn die Sttch- feten hiHrfi ht^Är* ?r* metnt' cine Diktatur und ein Staatsstreich beseitigt, die Beseitigung Boulangertz aber sei das wichtigste HnÄ-"^^.^ahltages. Die „Presse" äußert sich ähnlich, hält jedoch die inneren 8u- ^de Fran reichs für noch nicht gründlich geheilt; del Gesundungsprocetz habe gerufen habe ' nbem Wn cinii0er 6anbtbat offen den Reoanchegedanken trad)-- &^nnnn^^ftChkti6 Sie hier Ruhe und Ordnung au'frechiHr hauenden." h-tmlich enttnnt D°n Oer Ahnung des Obersten Vojnarovits Wabler?ebn!k^tn/n ® f, republikanischen Zeilungen erblicken in Dem Ä wiebel Lw l /1 Repuoltkaner und hoffen, die neue Majorität werde äVmnlfhi.nL - h x anl Derf“UeiL Das „Journal des Debüts" drückt seine 3® ber ffidgbett berh^uen mZitat ^ul-ngi.muS aus, bat aber (ein Vertrauen fall an^r6^ 2„4' ^iemder. Der „Correa" berichtet über einen neuen Zwischen- Wffairafm httAAt Wa^lto'. Das spanische Kanonenboot „Crocodtlo" routbe oon SJiffpirakn besoffen, eroiberle ben Angriff mib zerstörte einige Wobnungen. 21 S-pt-mber Der Mintster bes Aeußeren wies ben spanischen S,"„?J8tabteÜ16 seines Beglaubigungsschreibens zu ver- ISe ategicrung wegen bet Kaperung unb Ptülcherung eines spanischen Schiffes burch Riffpiraten bei Albueemas Genugtbuung geletftet habe Begriffe staub nad^feh^Tiia ®er ^dbiftbof von Cosenza ist In Renbe, als er im dnen RenalnertAnk' ( T 8utuef,utebren, POI, einem Küster burch oerbaftet * 8 ben ®4en£d lc**1 oerrounbet warben; ber Verbrecher ist be§ Rrt^'nah' ?,rP*TO?e(r- xF>t>?-iiorma" f,£Ut ln Abrebe, baß bie Ministerien verlangen b b ™arine bie Erhöhung ihres Bubgets um vierzig Millionen ^allschstm"w's b-k-nni- Lustschiffer Leraux ist beute mit seinem »^auicyirrn tn s Meer getrieben und dort ertrunken. WMSSSZM SSS~gS£~ SWNMM ®ranbn>itnbcn zugerichtet waren; Näheres habe ich bisher noch nicht ettahren können. iebeSR™ «J»'mÄW und die Migräne war verschwunden. ä IS!“,;, «AM ä es,»?: Ä'ÄÄffi, Ä&;*‘ — (Die Bedienung des Kaisers von CHina.i An Dienern fehlt es bem ^oiser von China, wahrlich nicht. Wünscht er auszugehen so sieben semer Verfügung. Ist es naß, so sind 10 Leuteda,deren einziges 30 krite ft'(S^lbarnr?» rm In Gesundheit und Krankheit umgeben^ ihn 16 Lehrer unb 4)^"’ 23 50 $a,af,b'ent£- 50 ^faim, 75 Lraiag/n" °.i,7luL.?''L"S"LL S£nb NS7i.r-?"st SwLT*™»»ÄÄ.” Vermischtes. hanblu®g7aX\§brä* 3" bd Behausung aon Moritz Frucht- innerbalb kaum einer S unb- die äiL!, °USs fi? fo «rbret'teFe, baß Stallung und Scheuer beS ®utäM?er8 'tdehr?* ^u-r des Genannten, sowie bie stäub,g nieder brannten taÄZ? ?r- ,tnb bic des Wagners A. voll- Ein seltenes Jubiläum. (Nachdruck verboten.) , rnr r A Gießen, im September 1889. , fv, Ohne viel Ausfehen, ohne viel Pomp wird in den nächsten Tagen (am 1. Oktobers h«>np?Ub aUm "erden, das zu begehen, und noch in so ehrenvoller'Weise zu ?n6hpn unendlich Wenigen vergönnt ist. Wir selbst sind der Sucht, weiche sich Abcn ^hlen Jahrzehnten mehr denn früher geüend machte, jeden Gedenktag — um- saßte er auch nur eine verhaltnißmäßig kleine Spanne Zett — mit offictellen und nicht- nnhnur1 Sfr Mttmenichen einzuprägen, sehr abhold lick^ mlllkonimen-i-^r«b onhere und würdige Veranlassung kann daher für uns ein wtrk- lich willkommener Grund sein, eines Jubiläums zu gedenken. Sind es doch nickt fünfundzwanzig oder fünfzig Jahre, sondern mehr noch: sechzig Jahre ständigen ®Sa“ sä«" snf5r t?l3)r/tn8 Erwählt zu werden, nach welcher Stadt er im Jahre 1807 uberstedelte. Er starb 1813; auf seinem Krankenlager seine Kinder seanend 5)er Cffiunfd3Uainnnin » Benedict, indem er sagte: „Der muß Rabbiner werden/' 0U1i0 n ?^ullung. Er war im Talmudischen im 13. Jahre schon so er- iR94n,hemn »r s"« Abhandlung seines Vaters vortragen konnte Jrn Jahre nn*?frhp^*rr und Griechischen ziemlich kundig (er hatte die Dr Kreiz- s1$C oLm t ^hr gutem Erfolge absolvut), die Universität Würzbura Börte bfl 1 ? 8 l?27 geologische, philologische, philosophische und andere Collegim und machte im November desselben Jahres, nach weiteren Studien, das philosophische Doctor^amen, promouirte in den ersten Tagen des November öffentlich hielt eine D^rVbetbtate^bie6an^^teN^8U™mi Nwninis colendi rationibus eicut communia, promovitt b liusgestellten Thesen deutsch und ward hiernach zum Doctor philosophiae bem Qekbr\pnei^nhht^r uJ?bUbun9 genoß er alsdann noch talmudischen Unterricht von nation ^ieU bb Amberger, von welchem er auch später die rabbinische Ordi- lanate Rabbinatsstelle hier frei geworden und Dr. Levi er- Menu schwierigen Examen. Dieses mußte vor einer eigens 8berb $rofTf nr Seuracht werben und es cerdtent besonderer Erwähnung, oay Der Professor Prälat Schmidt äußerte: „L>ie können die Fragen mit in ^br Loais lief ^bC?nQÜnOmnnimhC6mCni; ^^nd kann Ihnen hierbei helfen." Das Examm är- Pubimn I6 0ppnib am \w^MOber x1829 ernannte Se. Kgl. Hoheit ber Großherzog L? 0 Lo:1?;t.ßeü ium Rabbiner in Gießen. Dieses Rabbinat wurde später mit vom Kunden, dessen Inhaber verstorben war, so daß das Rabbinat foüte^Ma^m-Üs !^^"tche israelitischen Gemeinden in der Provinz Oberhessen um- 6ofe felgte ^meimnHn, ^^ordentlichen Ansehens des Provinzial Rabbiners auch bei j^ofe sei Die zweimalige Auszeichnung desselben noch besonders erwähnt. Im Jahre Lokale-. 5Beibm^^rml?i„:;4;i?nP!CA6er' lSchwurgericht.^ Betrüglicher Bank-rutt und b-zw. ^tn? bte Wflc^n, welche dre Handelsmänner Se l i gm a n n G o t t l i e b III manaf? fflntH16? Bruber Wals Gottlieb unb b-s Ersteren Schm gerpater Manafse Gottlieb von ba beute auf bie Anklagebank bringen. 0 A.brnrf?ct rnman" Eottlieb lebte mit feiner zahlreichen Familie^ seit längerer steil In "6t=, im März b. { bei Großh. SS&w®* ” ”=ä s L 7as'L ge^se nekÄub? 7 e?L?'^ng°n bestehen ba/in, baß er in bem 141 und 200 gj?nrf SorKb erkannten Concurse Forderungen tm Betrage von 8WWM8-MB- MUS-MSSDIW einem Jahr, gegen Wolf GoUliehbeine Gottlieb eine Gefängnißstrafe von « ÄS EÄ“ ± gegen Manasfe gepaßt ist. Das Statut soll nunmehr geb?uÄb ^rmb^iÄfÄ^^eJ^Jg8eft“^;t -ÄÄä,a» m genommen,. in ben Koth I?7? $-flh ro^an\ ?c‘ Hoheit der Großherzog ihm den Ludwtgsorden zweiter Classe überreichen lassen, und im Jahre 1879 war es Se. Kgl. Hoheit der Großherzog Ludwig IV., welcher Dr. Levi mit dem Phtlippsorden erster Elasse decortrte. H,mnrh^U%r?rC^,Cnl ??ßener Universität sind dem Jubilar große Ehren zu Theil geworden. Anläßlich des fünfzigjährigen Doctor-JubtläumS hat die Landes-Universität das Doctor-Diplom erneuert. Reclor, Senat und Professoren erschienen persönlich zur Gratulation. Am 7 November 1888 überreichte der Decan der philosophischen Facultät Namens der Universität eine ehrenvolle, künstlerisch schöne Adresse. Politisch gehörte der Jubilar der nationalen Richtung an, und es darf nicht x«CrH?lnt ? ^ben, daß er 1848 Ausschreitungen der anderen Richtung wiederholt öffentlich entgegentrat. v za Dr‘ ,ßcDt ^on seit 1845 Wittwer, nachdem er nach kurzer Ehe seine zweite WSnri?lrlore?’ Ktne "sie Ehe ging er mit einem überaus gebildeten und besonders musikalisch außerordentlich beanlagten Mädchen ein. Dasselbe entstammte einer angesehenen Mannheimer Familie. Sie starb schon 1842 und hinterließ drei Kinder Auf eines derselben, Hermann Levi, hat sich offenbar die musikalische Veranlagung vererbt, und der Name des Bayreuther Dirigenten, des Generaldirectors Lear, ist - man darf es wohl sagen — von internationaler Berühmtheit besonders für alle Jene welche den Schöpfungen Richard Wagners huldigen. Der ältere Sohn, Wilhelm, ,st Procunst k Bankhauses in Mannheim. Eine Tochter, die Wtttwe des Colonel I. Mack, lebt in Parts. Die Tochter aus zweiter Ehe ist in Karlsruhe gestorben . c. In kurzen Zugen haben wir so das Leben des Jubilars scizzui; wer ihm noch in diesen Tagen in das lebhafte Auge geschaut, wer noch, wie Schreiber dieser Heilen, den redegewandten und humorvollen Mann gehört und gesprochen, der muß sich wundern daß dieser schon an der Schwelle des 84. Jahres steht^ Beliebt bet seiner b^t Andersgläubigen, waltet er in fast jugendlicher Frische und Rüstigkeit seines Amtes, das rhm der Pflichten viele auferlegt. Wie viele Menschen mHfpn Kunden, wie vielen er Trost gespendet, wie viele er endlich zu Grabe geleitet, wissen wir nicht; aber es war gewiß eine erkleckliche Zahl' nrtFmhArl; «!?♦ £Cr religiösen Richtung an, und so sind ihm von orlhodoxer «Seite Awetndungen nicht erlpart fleblteben. @c hat dabei indessen - un- 7 das Sprüchwoit: „«eben ist Silber, Schweigen tft Gold beherzigt und seine Toleranz ebensowohl Andersgläubigen als auch den Israeliten gegenüber bewiesen, welche aus irgend welchen Beweggründen das Banner ?llzu hoch halten und sich zu der immer größer werdenden Gemeinde der Freidenker bekennen. b. , Kber das literarische Wirken des Jubilars möchlen wir zur Vervollständigung n-? fcine ausgedehnte Amtsthätigkeit hierzu nur wenig Zett ' ^he geistvoller Predigten sind mehrere Abhandlungen, u. A. über x>te Zulässigkeit der Orgelbegleitung tn der Synagoge erschienen. * * GpGp vor, w as die Erwartung und die Hoffnung unberechtigt erscheinen ließe, daß dies nicht bas letzte Jubiläum sei und Herrn Dr. Leot in körperlicher und ' fnt%nn?pr &AAhCt) als eines in Aussicht stehe. Wir wollen daher eine Reihe : anter Angaben, welche wir gesammelt, in dem Gedanken und mit dem Wunsche zurucklegen, daß wir jenen Blättern im Laufe der Jahre noch recht viele beifügen i Lebensversicherung. flpfpkt tnArftlptihp . f i , .. — f _ i ... . u t ich land eine fort- ’ Lb'ktzt wachsende Betheiligung, so wurden z. B. bei der Lebensversicherunas- und Stuttgart im ersten Jahrzehnt lyrer Willsamkei! vou 1854/64 F K/' dagegen ^"^en von 1865/74 81,3, im dritten von 1875/84 177,1 uno tn ben letzten vier Jahr en von 188d/88 88,7 Millionen Maik auf Todesfall versichert- im die Versicherungsnahme von 1855/88 372,3 Millionen Mark. Der 5) ?1 MabrUi Qöänbc • 3’7' ftieß bi§ ^nde 1874 auf 17,2, bis Ende 1884 auf i 18™ a,uf 73J un? im Laufe dieses Jahres Hal sich solcher bereits au ) ca. 76 ^'^onen Maik erhöht, dabei wurden von 1855/88 für fällig gewordene Ver- ?? 43 ?,arf ausgezahlt und über 22 Millionen als Dividende an Inehpn"vd weitere 12 Millionen Mark werden in diesem und mitbhpJ Ä /S »ur Rückvergütung gelangen. Diese Ergebnisse wurden mit^dem^geringen Verwaliungsaufwand von durchschnitlttch 5,4pCt. von 1855/88 erzielt. — Die Bedeutung einer rationellen Ernährung wird täglich mehr anerkanm. Man weiß jetzt sehr wohl, daß eine große Anzahl Leiden durch schlechtes, nicht gebenig zusammengesetztes Blut hervorgerufcn wird, z. B Blut- Bleichsucht, Scropheln, Hautausschläge etc. Hätte man in all diesen Fällen Gerichte aus I" rank 8 ^.venaeia, das durch seine Letchtoerdaultchkeit, durch seinen nnrnp^tV?' Haltbarkeit (auch bei größter Sommerhitze) als das erste und vornehmste 9tahrmittel her Neuzeit anerkannt und ärztlich als solches anaelegenlltchtt empfohlen wird, qIS tägliche Speise ermaßt, Tausenden würden^ihre Leiden “ pait ßcbl^br” t^'ank's Äoenac.a ist zu JL 1.20 die Büchse erhältlich in Gießen bei Emil Fischbach und Earl Krombach. 6657 Ueber Retters Haarwasser. fanV!^ ßenug wiederholt werden, und ist auch darüber schon Vieles von Autoritäten geschrieben worden, daß Dele und Pomaden die Hauiporen nur verstopfen in Folge Zuttitts des Staubes sich eine Schichte bildet, welche die Hautausdünstuna verhindert, die Haarwurzeln erstickt und dadurch Kopfleiden und kahle Stellen erzeugt Und dennoch gibt es noch eine Unzahl Leute, die im olinden Vertrauen aus schwindelhafte Reclame — unbedacht, ob das Versprochene zu erfüllen möglich sei — Hunderttausende ur ichadlrche yaarmittel ausgeben und in dem Wahne leben, neue Haare auf Wn Stellen zu erzeugen wahrend sie damit doch nur ben Charlatanismus unterstützen und ihrer Gesundheit schaden. Ware es denn nicht viel vernünftiger bei Heilen von dem unnatürlichen Dressiren der Kopfhaare abzulasftn und dafür ein wirklich gutes conserotrendes Haarmittel statt der insgesammt schädlichen Oele und Pomaden zu gebrauchen? Als ein solch verläßliches und unschädliches Mittel kann das Haarwasser von Carl Retter in München n?ta?en£US empfohlen werden, da dasselbe laut Gutachten hervorragender Autoritäten wie Professor Dr. o. Wutstetn rc. rc., Alles enthält, um das Haar feucht, weich glän- jcnt) und d.e Kopfhaut tmmer thät.g und weich zu erhallen, sowte die lästigen Schuppen innerhalb acht Tagen ga.^zllch zu entferoen. - Zu beziehen per Flacon ä 40 und JL 1.10 bei Herrn I. H. Fuhr, Sonntnstraße 25, Gießen. Sehwarze und farbige Seidenstoffe direkt ans der Fabrik von von Elten & Keussen, Crefeld, 2 also aus erster Hand, in jedem Maass zu beziehen. Man verlange Muster *O mit Angabe des Gewünschten. Handel uno Verkehr. h. a ^?Eeßen, 25 September. Aufbewahrung des Reisegepäcks.j Neuer- d ngs habe.l dce Smatsoaoneu für sämmtllchr L.nten übereinstimmende Anordnungen für die Aufbewahrung des Relseg-pucks bezw. Handgepäcks getioffen. Hiernach erfolgt auf den ßtoBeien äiattonen Die Aufbewahrung oeS Gcpäcks unter Haftpflicht der Eifen- bahnoerwmtung durch befonders dafür bestimmte Beamte, während auf den kleineren ^ortters, Gepäckträgern ober anbeien geeigneten Personen über- M"?st- An Gebührm für d,e Aufbewahrung werden für jedes Gepäckstück und jeden Tag, den Tag der Abgabe und Zurücknahme voll gerecbner, 10 erhoben. Die Auf- bewahrungsfrist ist auf 8 Tage festgesetzt, doch kann dieselbe auf Wunsch des Reisenden "h^drese Zeit verlängert werden. Nach Ablauf Der Frist werden bie znrückge- ,tu^e b^onbdt. Al^ Entschädigung für den Vertust Don bintirle0trn @cbacfdürfen wird der von den Reifenden nachzuweisende Handelswerth, im Hochstbetrage jedoch Ji. 50 für baS Siück, gezahlt. V tiMF" Unregelmäßigkeiten in der Zustellung des Anzeigers bitten wir sofort zu unserer Kenntniß zu bringen, damit wir in der Lage find, Abhülse schaffen zu können. Expedition des „Gießener Anzeiger." Bekanntmachung. Für das Gr. akademische Hospital soll pro 188%o die Lieferung von 12 Ctr. Aepfel, 500 „ Kartoffeln, und 10 „ Kornstroh auf dem Wege der Submission vergeben werden. Die Bedingungen können auf dem Verwaltungsbureau an den Wochentagen, Nachmittags von 3—5 Uhr, Lingesehen werden. [7767 Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 3. October d. I., Mittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Gießen, 24. September 1889. Großh. Direktion des akad. Hospitals. Donnrrslsg den 17. Moder, Nachmittags L'/r Uhr, sollen aus dem hiesigen Ortsgericht die zur Concursmasse des Äarl Keiner in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 34 Nr. 596,6 — 206 Meter Grab- flarten zwischen dem Wäldchen und dem Schießhaus, Flur 34 Nr. 596,9 - 240 Meter Hof- raithe daselbst, Flur 34 Nr. 581a,9 - 619 Meter Grabgarten am Schießhaus, Flur 34 Nr. 581a/10 - 25 Meter Hofraum daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 26. September 1889 Großh. Ortsgericht Gießen I- >2L: Bogt. 7769 IseikgeSottnes. 7752 Ein einpferdiger Gasmotor mit allem Zubehör zu verkaufen. Zu erfragen in der Exped- d. Bl- Allgemeiner Anzeiger. v ersuchen Sie gefälligst die vorzüglichen [118 Java-Kafre e’s der Dampf-Kaffee-Brennerei M. Schuster, Bonn, & Höchste Auszeichnung Cöln 1889: Goldene Medaille. Verkaufsst.: Hch. Wallach, Giessen, Markt 8. von Daniel Heil 3KB* Lindenplatz 3 "3^ empfiehlt: Bier der AcUen-Brauerei Gießen: Lagerbier, hellfarbig (Wiener Brauart) per Flasche 18 do. dunkelfarbig (Bayr. 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Crcoitaciien 99 30 4°/o Gießener CM 164.80 Redactton: A. Scheyda. Druck und Lerlag der Brühl'schcn Druckerei ^Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Stummer enthält 2 Blätter« 235 90« 50.30 97.50 221.25 Oefterr. StaatSbahn-Actirn Dortmunder Union-Actien Darmstädter Bankactien 114.50 Ostpreußen 168 90 Bochumer Gußstahlactieo Tendenz: fest. Coursvcricdr von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. frankfurter «Srse vom 25. September 1889. ___________________________________[42W swr Keine Lademniethe!!! Sämmtliche Neuheiten für die Herbst- und Winter Lnifn- miethe" schr°M?^°^ Om 8a9et Unb °°^aufe wegen Ersparung ____- H gfltnyr, Putzgeschaft^Afterweg 6, 1. Stocks Oeffentliche Versammlung Sonntag den 29. September 1889, Nachmittags 3 Uhr, im Saal« dcS Cafg Leib. Tagesordnung: Errichtung einer Allgemeinen Sterbekaffe. Vorlaae der Statuten. 775g ^^Recht^zahlreicher Bethelligung sieht entgegen die Commiffion 3MF Donnerstag Abend treffen Ja. Helgoländer Schellfische in Etspackung ein. 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