Nr. 1LS Mittwoch deu 26. Juni 1889. Anzeigeblatt Amts- den Kreis Gießen. Vnreaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohw- Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf Amtlicher Theil. Betreffend: Den Abverdienst uneinbringlicher Feldstrafen aus dem Jahre 1888/89. Gießen, am 22. Juni 1889. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche mit dem Vollzug des Abverdienstes von Feldstrafen aus dem Jahre 1888/89 bezw. mit Einsendung der bezüglichen Specialverzeichmsse noch im Rückstände sind, werden an baldige Erledigung erinnert. v. Gagern. B i S t. t n. A i 51 i i ls es t- si. i a i A il Politische Sinndscha». Gießen, 25. Juni. Zur bevorstehenden Rorwegen-Reise Kaiser Wilhelms wird gemeldet, daß der erlauchte Monarch dieselbe am 30. Juni von Kiel aus an Bord der £)ad?t „Hohen- zollern" anzutretm gedenkt. Auf hoher See geht der Kaiser an Bord des Panzerschiffes „Kaiser" über, mit welchem Schiffe die Reise nach Hammerfest fortgesetzt wird. Die „Hohenzollern" dagegen soll alsdann nach Wtlhelmshafen beordert werden, um hier zur Verfügung der Kaiserin Friedrich für den beabsichtigten abermaligen Besuch der hohen Frau in England zu bleiben. • Der Dundeßrath wird in den nächsten Tagen noch eine Plenarsitzung abhalten und bann seine Sommerferten antreten. Der Wtederzusammentrttt genannter Körper- ' schäft zu der neuen Gefchäftssession wird jedoch in diesem Jahre etwas frühzeitiger als sonst erfolgen und zwar mit Rücksicht auf die ebenfalls zeitiger als sonfl beginnende Wintersession des Reichstages, zu welcher bekanntlich noch sehr wichtige Vorarbeiten zu erledigen sind, wie namentlich die Entscheidung über den Ersatz für das Socialtsten- gesetz. Im unmittelbaren Auftrage des Fürsten Bismarck hat sich der Geheime Ooer- Regierungsrath Gamp vor einer Woche nach dem Ruhrrohlenvezirk begeben, um burch eingehende persönliche Unterredungen mit Bergwerksbcsitzern, Bergarbeitern, Beamten und sonstigen sachkundigen Personen einen Einblick in die Lage zu gewinnen. Auch mit den Vertretern der Bergarbeiter pflog der genannte Herr bereits mehrfache Besprechungen, die dem Vernehmen nach insofern schon zu einem Ergebnisse geführt haben sollen, als zahlreiche Bergwerke behufs Abkürzung des Aufenthaltes der Bergarbeiter unter „Tage" in technischer Beziehung beim königl. Oberbergamt Erleichterungen der Polizeioorschriften bei der An- und Ausfahrt beantragen werden. Eine Reihe dieser polizeilichen Vorschriften wird von den Bergarbeitern nur als ihren Dienst belästigend und erschwerend gesunden und verlangen sie besonders Erleichterungen der Vorschriften über die^Seilfahrt und in diesem Sinne wollen die Bergwerksoerwaltungen mit beim Oberbergamte vorstellig werden. In Württemberg und vor Allem in dessen Hauptstadt Stuttgart begeht man . am heutigen Dienstag, den 25. Juni, das 25jährige RegierungSjubiläum deS ' Königs Karl, nachdem die erhebende Feier schon seit Wochen durch verschiedene Festlichkeiten eingeleitet worden war. Die blühende Entwickelung, welche das schöne württembergische Land auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens, namentlich aber in landwirthschaftlicher, gewerblicher und industrieller Hinsicht, in den nun verflossenen 25 Regierungsjahren König Karls I. aufzuweisen hat, wie nicht minder das Bewußtsein der hochgeachien politischen Stellung im neuen Reiche, welche Württemberg der echt deutschen und wiederholt erprobten nationalen Gesinnung seines erlauchten Monarchen verdankt, lassen es erklärlich erscheinen, wenn das württembergische Volk in allen Kreisen und Schichten das Fest in freudigster Bewegung feiert. Kommt ja doch die alte Schwabentreue, welche schon Graf Eberhard im Bart preisen konnte, bet dem König-Karl-Jubiläum wiederum auch zum erhebenden Ausdrucke und aus allen seinen Gauen, von den Gestaden des Bodensees und den Höhen des Schwarzwaldes an bis hinab zum weinreichen Neckarthale hat das Schwabenland zahlreiche Deputationen nach der Residenz entsendet, um dem Könige und seiner erlauchten Gemahlin zum Ehrentage des Herrschers auf's Neue die Versicherungen treuer Anhänglichkeit des württembergischen Volkes an sein Herrscherhaus darzubringen. Das übrige Deutschland nimmt an der württembergischen Jubelfeier herzlichen Antheil und ein großer Theil der deutschen Fürsten hat sich nach Stuttgart begeben, um König Karl persönlich zu beglückwünschen. Als die vornehmsten Gäste erscheinen aber in Stuttgart der Kaiser und die Kaiserin und verleiht somit ihre Anwesenheit den Jubiläumsfestlichkeiten in Württembergs Hauptstadt einen besonderen Glanz. Der dem Stuttgarter Hofe bekanntlich nahe verwandte Petersburger Hof ist bei den Jubiläumsfestlichkeiten durch den Großfürften-Thronfolger Nicolaus vertreten; das Gerücht, der russische Thronfolger habe auf feiner Durchreise nach Württemberg in Berlin Ort und Zeitpunkt des Gegenbesuches des Czaren bei Kaiser Wilhelm endgültig mitgetheilt, entzieht sich natürlich jeder Controlle. In der Freitagssitzung des schweizerischen Nationalrathes gab der Bundesrath eine längere Erklärung über den Streitfall mit Deutschland durch den Vorsteher des auswärtigen Departements, Droz, ab. In derselben wird der Verlauf der deutsch- ichweizerischen Verhandlungen in Sachen Wohlgemuth kurz rccapltulirt und auch das Eingreifen Rußlands und Oesterreichs tu der Angelegenheit des schweizerischen Fremdenpolizeiwesens erwähnt. Die Erklärung betont, jeder Staat, ob neutral ober nicht, sei -ar Ueberwachung der in ihm wohnenden revolutionären und anarchistischen Elemente verpflichtet und sei der Bundesrath erbötig, bezüglich der Schweiz die ersorderlichen Maßnahmen zu treffen. Der officielle Abschluß der Verhandlungen hierüber stehe noch aus und enthalte sich der Bundesrath daher weiterer Mittheilungen, wünsche aber von een Räthen, daß sie ihn mit den nötigen Mitteln für eine wirksame Ueberwachung der fremden Elemente auSrüfteten. Nach privaten Meldungen aus Bern hat Herr Droz außerdem das Bedauern deS Bundesrathes darüber, daß demselben nicht gleich die Verhaftung Wohlgemuth's durch die aargauischm Behörden angezeigt worden sei, ausgesprochen und das Vorgehen der betreffenden Beamten als einen Fehler bezeichnet, ] i zugleich aber auch erklärt, daß durch geheime deutsche Agenten wiederholt Ordnungsstorungen auf Schweizer Gebiete verursacht worden seien. Mit diesen Erklärungen ist man schweizerischerseits den deutschen Reclarnationen bis zu einem gewissen Grade gerecht geworden, zumal ja die beschlossene Errichtung eines eidgenössischen Bundes- Anwalts-Amtes zur strafferen Handhabung der Fremdenpolizei schon als eine erste practische Folge der deutscherseits erhobenen Beschwerden zu betrachten ist. Die neuerlichen Vorstöße der „Nordb. Allg. Ztg." gegen die schweizerische Neutralität deuten indessen darauf hin, daß zwischen Berlin und Bern noch lange nicht Alles glatt ist. Aus Rom melden Prioatnachrichten, daß Crispi dieser Tage wiederum eine längere Unterredung mit dem österreichischen Botschafter gehabt habe, veranlaßt durch die Beschießung einer italienischen Fischerbarke durch ein österreichisches Zollschiff. Verschiedene römische Blätter versichern, Crispi habe von Oesterreich entschieden Genugthuung, sowie die Garantie verlangt, daß sich derartige Willküracte gegen italienische Fischerboote nicht wiederholen. Crispi's Verlangen sei insbesondere auf sofortige Verhaftung und strengste Bestrafung der in die Angelegenheit verwickelten Zollwächter gegangen; über eine Antwort der österreichischen Regierung verlautet noch nichts. Wie die „Tribuna" erfährt, kam bei dieser Gelegenheit die Lage in Triest wiederum zur Sprache und soll Crispi hierbei angedeutet haben, die Fortdauer des jetzigen Zustandes könne schließlich die intimen Beziehungen Italiens zu Oesterreich gefährden (?). — Das Erscheinen des Triester Irredentisten-Organes „Jndipedente" ist bis auf Weiteres gerichtlich verboten worden. Die Angelegenheit der in Belgrad entdeckten Proclamation, welche die Slaven Oesterreich-Ungarns zum Ausstande auffordert, hat zum politischm Bankerott der serbischen Fortschrittspartei geführt. Die am Sonntag erschienene letzte Nummer des „Videlo", des. Organs der serbischen Fortschrittspartei, enthält eine Erklärung des Central-Comitö's, nach welcher die Fortschrittspartei sich vom politischen Schauplatze zurückzieht und das Erscheinen ihres Parteiorganes einstellt. Die bedenkliche Verwickelung eines Mitarbeiters des „Videlo" und überhaupt einiger Mitglieder der Fortschrittspartei in die Affaire der aufrührerischen Proclamation hat die Katastrophe der Fortschrittspartei in Serbien herbetgeführt, nachdem es mit letzterer schon seit den letzten allgemeinen Skupschtina-Wahlen stetig bergab gegangen war. lieber einen neuen und entscheidenden Sieg WitzmannS über die aufständischen Araber waren in voriger Woche Gerüchte in London im Umlauf. Wißmann sollte die Araber angegriffen und nach hartem Kampfe völlig zersprengt haben, worauf er mit seinen Verwundeten den Rückmarsch nach Zanzibar angetreten hätte; eine Bestätigung dieser Gerüchte ist indessen noch nicht eingegangen. Berlin, 24. Juni. Die bevorstehende Reise Sr. Majestät des Kaisers nach dem Norden Norwegens, bei welcher der Natur der Sache nach ein im Einzelnen im voraus sestgeftelltes Reiseprogramm nicht eingehalten werden kann, bietet in Bezug auf einen Dienstzweig nicht unerhebliche Schwierigkeiten. Während bei den bisherigen Reisen des Kaisers die erforderliche regelmäßige und schnelle Verbindung zwischen dem jeweiligen Aufenthaltsort und Berlin durch Einrichtung eines regelmäßigen Kurierdienstes unschwer zu ermöglichen war, bedarf es dieses Mal umfassenderer Vorkehrungen, um dasselbe Ziel zu erreichen. Nicht nur die weite Entfernung an sich macht Schwierigkeiten, sondern es fehlt, wenn erst der nördliche Endpunkt der norwegischen Bahnen erreicht ist, vielfach an ausreichend sicherer, schneller und regelmäßiger Verbindung. Es wird daher eine ziemlich komplizirte Organisation nothwendig werden, um trotz der Lückenhaftigkeit der vorhandenen Verkehrsmittel die erforderliche Sicherheit, Schnelligkeit und Regelmäßigkeit der Verbindung Sr. Majestät des Kaisers mit der Reichshauptstadt herzustellen. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Korrespondenz -Brrrean. Berlin/ 24. Juni. Der Kaiser, die Kaiserin und der König von Sachsen sind heute Abend 9 Uhr nach Stuttgart abgereift. Berlin/ 24. Juni. Die Trauungsfeier des Prinzen Friedrich Leopold und der Prinzessin Louise Sophie ist programmmäßig verlaufen. Bei der Trauung in der Kapelle sprach der Hofprediger Kögel über Psalm 37,5: „Befiehl dem Herrn Deine Wege, er wird es wohl machen!" Die Kaiserin führte rechts der König von Sachsen, links der König von Griechenland; der Kaiser führte vor der Kaiserin die Mutter der letzteren. Um 4Vs Uhr passirte der Zug den weißen ©aal. Nach der Trauung fand Cour statt, welcher die vier ältesten kaiserlichen Prinzen und die jüngste Schwester der Kaiserin in der Hofloge beiwohnten. Die Cour nahm den üblichen Verlauf und war um 53/< Uhr beendet. Es folgte hierauf Ceremonientafel im Rittersaal. Nach der Ceremonientafel, an welcher der Kaiier auf die Neuvermählten toastete, schloß die Feier im weißen Saale mit einem Fackeltanz völlig programmmäßig. Die Neuvermählten reiften um halb 9 Uhr nach Schloß Glienicke bei Potsdam ab. Stuttgart, 24. Juni. Bet der Ankunft des Großfürst-Thronsolgers von Rußland waren Prinz Wilhelm im Auftrage des Königs, ferner sämmtliche Prinzen des Königshauses, die gesammte Generalität, die russische Kolonie und eine Ehrencompagnie mit Musik und Fahne anwesend. Der Großfürst wurde vom Publikum sympathisch begrüßt. Eine äußerst herzliche Begrüßung zwischen ihm und dem Königspaar fand darauf im Schlosse statt. Wien, 24. Juni. Die Kaiserin und die Erzherzogin Valerie haben sich heute Morgen zum Sommerausenthalt nach Ischl gegeben. Wien, 24. Juni. Betreffs der Thronrede hebt das „Fremdenblatt" hervor,, die Welt stehe den gleichen Gefahren, aber auch den gleichen Friedensbürgschaften wie früher gegenüber. Daß der Monarch die Freundschaftsoersicherungen der serbischen Regenten • zur öffentlichen Kenntniß gebracht, müsse beruhigend wirken und die Betonung des I kaiserlichen Wohlwollens für Serbien und das serbische Volk könne die Wichtigkeit » guter Beziehungen veranschaulichen. Die „Presse" findet die englischen und französischen ; Auffassungen der Thronrede zu pessimtsttsch. Es liege, sagt sie, in der objektiven Darstellung der politischen Situation keine Drohung, zumal dieselbe auch die österreichischen und ungarischen Friedensbestrebungen ausdrücklich betone. Die „N. Fr. Pr/' leat den Lauvtnachdruck auf den Paffus, der Serbien und Bulgarien betrifft. Die Ansprache zeige, datz die Hoffnung, Rußland durch Nachgiebigkeit zu versöhnen, auch aut der j Hofburg im Schwinden begriffen sei. Trotzdem berechtigten die Prtoatäutzerungen des Kaisers zu den Delegirten zu der Hoffnung einer abermaligen Zerstreuung des Ge- | Volkes. Aus den Debatten der Delegationen werde heroorgehen, daß die Politik des i Kaisers im ganzen Reiche unterstützt werde. Andere Blätter erwarten von dem mar- X kanten Tone der Kundgebung eine friedliche Wirkung. Das „Vaterland" erklärt, eine | fo entschiedene Kundgebung für den Frieden sei mit einer solchen Deutlichkeit seit l Jahren^nich^erftllg^ ^Ufii Die Schwester der Königin, Prinzessin Auguste, ist nicht unbedenklich erkrankt. „ , ,, „ . L . Paris, 24. Juni. Bei dem gestern in Veziers stattgehabten Banket der Boulangtsten, an dem 1500 Personen theilnahmen, richteten Derouldde und Laisant heftige Angriffe gegen die Regierung und erklärten, Boulanger werde die nationale Republik gründen und ein gerechtes, ehrliches Regiment Herstellen. Gleichzeitig fand , in Veziers eine anttboulangtstische Versammlung unter dem Vorsitz Lifsagaray's statt. Später kam es zwischen den Zuhörern Lifsagaray's und den Boulangiften zu einem Zusammenstöße. Deroulede wurde beim Verlassen des Bankets vom Polizeicommissar verhaftet und dem Staatsanwalt vorgesührt. Später erfolgte wieder seine Freilassung. London, 24. Juni. Unterhaus. Unterstaatssecretär Fergusson erklärte, daß das ausschließliche Recht, Eisenbahnen in Persien zu bauen, Rußland nicht zugestanden fei, obschon das Versprechen der Priorität für den Bau einer Linie, deren Richtung nicht stipulirt worden, einer russischen Gesellschaft gegeben sein soll, falls die Gesellschaft in den nächsten fünf Jahren gebildet würde. — Im Oberhause erklärte Salisbury, daß die Gerüchte, wonach irgend eine fremde Macht die Annexion eines Theiles oder des gesammten Kretas projectirt habe, gänzlich unbegründet sei. Die jetzigen Zustande dort seien günstiger und verheißender, als vor Kurzem; es sei kein Grund, eine Krisis ernster Art zu befürchten. Rom, 24. Juni. Die „Rtforma" bespricht die Rede des österreichischen Kaisers zu den Delegationen und sagt, daß dieselbe auf's Neue die friedlichen Anschauungen der Monarchie und die wiederholte Erklärung, daß die Orientpolttik Oesterreich- Ungarns auf der Achtung der Nationalitäten und der Unabhängltchkeit der Balkanstaaten beruhe, bestätige. Serbien sollte aus diesen guten Dispositionen Nutzen ziehen und seine ganze Thätigkeit den inneren Fragen zuwenden. Die „Qpintone" betont den guten Rath an die serbischen Regenten, sich so zu verhalten, datz sie die Geschicke des Landes nicht in Frage stellen; sie hebt ferner den Passus betreffs Bulgarien hervor und glaubt, daß die Ansprache des Kaisers die aus der Unsicherheit der Lage heroor- gehenden Besorgnisse weder vermehren noch vermindern werde. Brüssel, 24. Juni. Der „Courter de Bruxelles" meldet, datz Ministerpräsident Beernaert morgen einen Gesetzvorschlag einbringen wird, welcher einen Beitrag von zehn Millionen Francs für den Bau von Eisenbahnen am Congo fordert. Lokales. Gießen, 25. Juni. Die Mitglieder des Thterschutzvereins machen wir auf die nächsten Donnerstag, Abends 8*/g Uhr im Postkeller stattfindende Generalversammlung aufmerksam. Recht zahlreiche Betheiligung erwünscht. — Bei dem vom 9.—11. September d. I. zu Berlin abgehalten werdenden Congresse des Verbandes Deutscher Zither-Vereine, womit auch ein Preis- Wettspiel verbunden ist, und wozu an sämmtltche Vereine, welche diesem Verbände ange- horen, Einladungen ergangen sind, wird auch das Gießener Zither-Quartett und zwar durch seinen Dirigenten Herrn Heinrich Wormsbacher vertreten sein. Gießen,25.Juni. sKölner Hänneschen-Theater.] AufOswald'sGarten in einem 400 Quadrat Meter großen Theaterbau, der durchaus allen gerechten^ Anforderungen betreffs der Ausstattung entspricht, begann am Sonntag die Kölner Gesellschaft den Cyclus ihrer komischen Vorstellungen. Man tritt gewöhnlich den Figurentheatern mit einigem Zweifel entgegen und es ist nicht zu verwundern, daß das Publikum behutsam mit seinen Besuchen umgeht, doch können wir von vornherein schon sagen, daß das Hanneschen-Theater des Herrn Millowilsch durchaus nicht in die Reihen der gewöhnlichen Schaustellungen gestellt werden darf, denn das hier Gebotene ist wohl das Grobartigste, was in dieser Art dagewesen ist. Auf einer großen, mit schönen reichhaltigen Decorattonen ausgestatteten Theaterbühne agiren fast lebensgroße, geschmackvoll costumirte und gut birlgirte Kunstfiguren. Jede dieser Figuren hat ihren Darsteller und nun entwickelt sich das Stück vor unseren Augen. Sonntag und Montag wurde „Die Reise um die Erde in 80 Tagen" gegeben, ein großartiges Ausstattungsstück, welches eine lange Zeit im verflossenen Herbst auf dem Repertoir des Frankfurter Opernhauses stand. Dieses Stück ist nun von Herrn Director Millowilsch für sein Hänneschen-Theater bearbeitet und wird mit einer Präcision gespielt, die wir in der Thal nicht erwarteten. Die Hauptfigur hierbei ist — das Hänneschen, welchem die Rolle des Passepartoute zugetheilt worden und welcher sein Kölner Platt mit lammt seiner Braut Barbara ganz unverfälscht zum Besten gibt. Hänneschen hat die Partie des schlagfertigen Kölner Naturburschen und wirkt auf das Zwergfell des Publikums ungemein. Die Dekoration des Stückes war, wie schon erwähnt, ausgezeichnet und der Verwandlungs-Apparat arbeitet sicher und rasch. Wir erwähnen nur kurz die Schnee- landschaft mit dem durchfahrenden Eisenbahnzug, und die Kesselexplosion auf offenem Meer, bann bas aus bem Nebel heroortretenoe Liverpool. Wer sich einige recht vergnügte Stunden verschaffen will, der gehe nur zum Hänneschen, er wird es gewiß nicht bereuen. Heute Abend kommt der Bettelstudent und morgen Abend der Zigeuner- baron, beides Operettenparodien, zur Aufführung. Man sieht, daß das Repertoir des Hänneschen auch reichhaltig ist. Vermischtes, Darmstadt, 22. Juni. Die Heerdbuch-Gesellschaft für das Großherzogthum Hessin hat auf der Ausstellung der Deutschen Landwirthschafts-Gesellschaft zu Magdeburg nachstehende Auszeichnungen erhalten: für das Vogelsberger Vieh aus den Zuchthöfen des landwtrthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessin vier erste Preise und einen zweiten Preis; für die Thiere des ^-immenthaler Typus trotz der sehr großen und schweren Concurrenz drei zweite Preise, einen dritten Preis und acht ehrenvolle Anerkennungen. Die Fahrconcurrenz ist noch nicht entschieden. Alles Nähere muß späterer Mitlheilung vorbehalten werden. = Frankfurt a. M., 23. Juni. Gestern und heute tagte Hierselbst in der „Rosenau" die III. Delegirten-Versammlung des Deutschen Pharma- ceuten-Vereins. An den Verhanblungen nahmen 36 Delegirte aus allen Theilen Deutschlands sowie aus der Schweiz Theil. Den Vorsitz führte Herr Apotheker Dörrien- Berlin. Die Beschlüsse des gestrigen Tages betrafen zumeist Statuten-Veränderungen, welche für die Oeffenllichkeit kein Interesse bieten. Heroorzuheben wäre von gestern die Mittheilung des Vorsitzenden, daß ihm vom Minister mitgetheilt worden sei, ein Gesetzentwurf betreffend die Apotheker sei in der Ausarbeitung begriffen und werde demnächst den gesetzgebenden Körperschaften vorgelegt werden. Ferner verdient der - Antrag des Bezirks-Vereins Reichslande Beachtung, welcher dahin geht, »hm aus- I nahmsweise zu gestatten, Apotheker-Lehrlinge bis zur allgemeinen Regelung der ] Apotheker-Verhältnisse in Elsatz-Lothringen als außerordentliche Mitglieder aufzunehmen. ; Der Antrag, dessen Annahme als eine Lebensfrage und im Interesse des Deutschthums > liegend bezeichnet wurde, wurde mit 26 gegen 8 Stimmen zum Beschluß erhoben. — j Aus den Vereinsnachrichten, welche gestern zur Kenntniß der Versammlung gelangten, j ist zu entnehmen, daß der Deutsche Pharmaceuten-Verein, welcher im Juni 1888 erst * 865 Mitglieder zählte, am 1. Juni d. I. diese Zahl auf 1243 feststellen konnte. Die Einnahmen des Vereins beliefen sich im Rechnungsjahre 1887/88 — es sei hierbei 1 bemerkt, daß nur alle 2 Jahre Rechnung gelegt wird — auf 11549, die Ausgaben auf 8089 vM Im Jahre 1888/89 besserte sich die finanzielle Lage noch wesentlich; die Einnahmen betrugen 12 282, die Ausgaben 7278 JL, so daß ein Ueberschuß von 5003 JL verbleibt, welcher theils in baar, theils in Werthpapieren vorhanden ist. Von den Beschlüssen des gestrigen Tages ist noch der bemerkenswerth, daß fortan in der Dereins- zeitschrift „Pharmaceut" Leitartikel socialpolitischen Inhalts erscheinen sollen. Heute wurden zu diesem Zwecke 500 JL bewilligt. Von weit größerer Bedeutung waren die Beschlüsse, welche die Versammlung heute in fiebenftündiger Berathung faßte. Die wichtigsten feien hier kurz hervorgehoben. Der Central-Vorstand hatte den Antrag eingebracht: Die Delegirten-Verfammlung wolle befchlietzen: Der Central-Vorstand wird ermächtigt, bei den Behörden vorstellig zu werden, daß auf legislatorischem Wege der $ 60 des deutschen Handels Gesetzes einen Nachtrag erhalte, wonach es verboten ist, daß beim Engagements-Abschluß hinzugefügt wird: „Bet Krankheit hört jeglicher Bezug von Gehalt auf rc." Nach lebhafter Discuffion wurde der Antrag mit 34 gegen 2 Stimmen angenommen. Noch eingehender wurde ein Antrag des Bezirks-Vereins Württemberg bebatttrt, dahingehend, den jeweiligen Ortsverhältnissen entsprechend eine Verminderung der Arbeitszeit herbeizuführen zu streben, mit Rücksicht darauf, daß in feinem anderen Stande eine solch unverhältnißmäßig lange Thätigkeit verlangt wird. Bei der Debatte über diesen Antrag wurden über die Ausnutzung der Arbeitskraft der in den Apotheken beschäftigten Gehülsen wundervolle Dinge zu Tage gefördert. Nicht nur konnte man feststellen, daß die Apotheker fast ausnahmslos 14—15 Dienst stunden täglich haben, sondern man erfuhr auch, daß in kleineren Orten der Apotheker in geradezu menschenunwürdiger Weise von Selten des Publikums behandelt wird. Von mehreren Herren wurde constatirt, daß Leute, die vom Balle in weinseliger Stimmung heimkehren, sich ein Vergnügen daraus machen, den Apotheker herauszuklingeln, um eine Flasche Selters- wasser ober einen sogen. Apothekerschnaps zu bekommen. Man wisse, daß der Apotheker zur Stelle sein müsse und darauf fuße und sündige man. Werde der Apotheker, der einen schweren Arbeitstag hinter sich habe, einmal ob solch frivoler Störung feiner Nachtruhe unwirsch, dann beschwere man sich noch gegen ihn. Die Versammlung faßte zu dieser Frage folgende Resolution: „Die 3. Delegirten-Versammlung des Deutschen Pharmaceuten-VereinS beschließt: Der Central-Vorstand wird ermächtigt, nicht nur bei der Regierung, sondern auch bei den Apothekenbesitzern vorstellig zu werden, daß die Dienststunden der Gehülsen in der Weise geregelt werden, daß dieselben von früh 8 Uhr bis 9 Uhr Abends mit einer Mittagspause von 2 Stunden thatig zu sein haben. Den Nachtdienst Habenden find früh 2 Stunden Freizeit zur Erholung zu bewilligen." Vom Bezirks-Verein Reichslande wurde ein Antrag auf Regelung des Militär- Verhältnisses der Apotheker eingebracht, welchem die Delegirten-Verfammlung durch Annahme einer Resolution, lautend: „Die Delegirten - Versammlung möge höheren Orts veranlassen, datz die „Apotheker das erste halbe Jahr in der Militärzeit unter der Waffe und das „andere halbe Jahr als Apotheker zu dienen haben" ihre Zustimmung gab. Einer der wichtigsten Beschlüsse des heutigen Tages war die Annahme der nachstehenden vom Vorsitzenden eingebrachten Resolution: „Die dritte Delegirten - VAfammlung des Deutschen Pharmaceuten-Vereins „beschließt, den Centralvorstand zu ermächtigen, bei dem Bundesrath und „sämmtlichen Bundesregierungen vorstellig zu werden: 1. die Anciennität „wird vom Gehilfenexamen an gerechnet; 2. ausgeschlossen von der Bewerbung „werden diejenigen, welche lebenslängliche mit Staatspension versehene „Stellungen innehaben; 3. die Seelerizahl zur Errichtung einer Apotheke „wird in größeren Städten von 10,000 auf 8000 herabgesetzt; 4) die Con- „ceffionen sollen allenthalben öffentlich ausgeschrieben werden." Der Mitgliedsbeitrag wurde von 2 JL auf 2.50 JL erhöht; für den Lehrling wurde die Bezeichnung „Praktikant", für den Gehilfen, der noch nicht ftubtrt hat, die Bezeichnung zweiter Assistent, und für denjenigen Gehilfen, welcher das Staatsexamen bestanden, die Bezeichnung erster Assistent gewählt. Dem Centralvorstand wurden 2100 Jt behufs Anstellung einer technischen Kraft bewilligt, außerdem 150 Jt als Repräsentationsgelder, 300 Jt zur Unterstützung hilfsbedürftiger Mitglieder und 200 für die Bibliothek. In den Vorstand wurden gewählt die Herren: Dörrien-Berlin, 1. Vors., Goldammer-Dresden, 2. Vors.; Altmann-Berlin, 1. Schrtftf., Emmer- München, 2. Schriftführer, und G. Hoffmann-Berlin, Kassirer. Als Ort der nächsten Versammlung wurde Berlin bestimmt. — In wenigen Tagen findet zum dritten Male in Worms Ziehung aus dem Glücksrad statt. Die Loose — zum Besten des Baufonds des Volkstheaters und Festhauses, das diesen Herbst feierlich eröffnet wird — erfreuten sich bereits bei letzten Lotterien sehr guten Absatzes und sind auch für diesmal schon bei der Generalagentur ausverkauft und nur mehr kleiner Vorrath bei hiesigen bekannten Verkäufern. — sAusslellung für Unfallverhütung, Berlin 1889.] Die Königliche Eifenbahn-Direciion zu Berlin erläßt zugleich Namens fämmtllcher Kgl. Eisenbahn- Directionen soeben nachstehende Bekanntmachung: Zur Erleichterung des Besuchs der Ausstellung für Unfallverhütung kommen an einzelnen Tagen jeden Monats auf einer Anzahl Stationen im Bereiche der Preußtfchen Staatsbahnen ermäßigte Rückfahrkarten II. und III. Classi mit verlängerter Geltungsdauer zur Ausgabe. Die Tage, an welchen, und die Stationen, von welchen btefc Fahrkarten zum Verkauf gelangen, werden von den betreffenden Königl. Eisenbahn- Directionen bezw. Betriebsämtern besonders bekannt gegeben werden. Wegen etwaiger Gewährung wcitergehender Fahrpreisermäßigungen für gewerbliche Arbeiter bleibt Bestimmung vorbebalten. Handel und Verkehr. Gießen, 25. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, pr. Pfd. I' X 1,18-1,15, Hühnereier 1 St. 6—, 2 St. 11Enteneier 1 St. 6H.2 St. — Gänfe- eier 11— H, Käse pr. St. 4-8 Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 16 X Linsen pr. Liter 28 X Tauben pr. Paar JL 0,50—0,70, Hühner pr. St. M. 0,85—1,10, Hahnen pr. St. 0,80—1,40, Enten pr. St. JL 1,80—2,20, Ochsenfleisch pr. Pfd- 60-70 X Kuh- und Rindfleisch 48-56 X Schweinefleisch 56-64 X Hammelfleisch 50—66 X Kalbfleisch 50— H, Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 5,00—6,00, Zwiebeln i per Gentner JL 10,00-12,00, Milch vr. Liter 12-18 H, Weißkraut pr- St. - X Kirschen pr. Pfd. 15—18 4« Weiße Seidenstoffe von Mk. 1.23 bis 18.20 per Meter — glatt und gemustert (ca. 150 versch- Qual.) — versendet roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-Depot G. Henneberg (K- u- K Hoflief.), Zürich. Muster umgehend- Briefe kosten 20 H Porto- 335 — Als Füllung von Kohlenbügeleifen wird immer dringlicher von berufenen Aerzten und Chemikern Cardon empfohlen. Diese vorzügliche und billige Plätts- kohle glüht gleichmäßig ohne Kohlendunst rauch- und geruchlos. In jedem größeren Geschäft der Branche zu erhalten, In Gießen bei (Sehr. Müller, Frankfurt a. M. Roeßler & Baumbach, Köln Jac. Ziegler, engroe durch die Chem. Fabrik A. 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Mittwoch den 26. Juni: Madame Bonivard. Vorher: Unter vier Augen. Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 27. Juni geschlossen. Freitag den 28. Juni: Neu-Frankfurt. Gewöhnliche Preise. Samsrag den 29. Juni: Goldfische. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 30. Juni: Letzte Vorstellung vor dm Schauspielserim. Hans Lange. Gewöhnliche Preise. Wöchentliche Nebrrstchi der Todesfälle in der Ztadt Meßen. 25. Woche. Vom 16. Juni bis 22. Juni 1889. Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 21,9 %q. Kinder Es ftarbm an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: Lungenschwindsucht 1 — — 1 Lungenerweiterung 1 (1) 1 (1) — — Miliartuberkulose 1 1 — — Organischer Herzkrankheit 1 1 — — Darmkatarrh 1 — - 1 Krampfen 1 — 1 - Diphtherie 1 — - 1 Keuchhusten 1 — — 1 Summa: 8 (1) 3 (1) 1 4 Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern gebm an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Wärmegrade der Lahn und der Luft gemessen nach Reaumur am 25. Juni zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 18 Grad, Luft 21 Grad. ' L. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. Allgemeiner Anzeiger. Arbeitsversteigerung. Donner-tag den 27. l. M., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhause versteigert werden: veranschlagt zu Steinhauerarbeit (aus Sandstein) . . . . «X 2088,88 Desgleichen (aus Lava- bajalt) . 3512,02 Schtosserari'eit . . . „ 81,50 ] Gußersenliejerungen . . „ 1079,79 \ Pflasterarbeiten . . . „ 3295,62 . Cementarbeiten - . . „ 3548.24 Gießen, den 24. Juni 1889. Großh. Bürgermeisterei Gießen. __________Gnauth.______5316 Vergebung von Bauarbeiten. Die Ausführung der Schreirer- arbetten für den inneren Ausbau der klinischen Neubauten dahier im Betrage von 48 800 Mark soll durch öffentliches Angebot vergeben werden. Voranschläge, Bedingungen und Zeichnungen können vom 27. Juni ab auf unferem Baubureau dec Kliniken eingesehen und die Anbietungsformulare daselbst erhoben werden. Copien von Zeichnungen und Voranschlägen rc. werven nur gegen Erstattung der Ver- vieliältigungsgebühr abgegeben. Die Einreichung der Offerten hat unter Couvert mit der Aufschrift „Submission" versehen, bis zum 6. Juli, Vormittags 10 Uhr, an unterzeichneter Stelle portofrei zu geschehen. Gießen, den 22. Juni 1889. Großh. Kreisbauamt Gießen. I. V. : Schnitz el.5320 Möbel. Freitag den 3. Juli, Nachmittags 3 Uhr, findet im Saale des Cafv Leib (Gühlholtz) eine Versteigerung von Polstermöbeln der gediegensten Art statt. Gleichzeitig kommen Spiegel, Kommoden u. s. w. mit zum Ausgebot. Die Möbel können Donner-tag den 4L Juli, Nachmittags, im Saale des Cafö Leib eingesehen werden. I. A-: 5331 W. Krämer, Kommissionär. Mittwoch den 26. Juni, Nachmittags 2 Uhr, werden in der Flett'schen Hofraithe dahier gegen Baarzahlung versteigert: Sophas, Kommoden, Kleiderschränke, , Secretäre, Spiegel, Bilder, Tische, zwei Garnituren feinerer Möbel, 23 Wirthstische, 1 Buffet, 3 Ladenschränke und 1 Theke, 1 Drehbank, 1 Kassaschrank, 1 Hobelbank, 1 Stoß- karren, 1 Pferd, 1 Kuh u. a. «Stiftlet, 5313 Gerichtsvollzieher. JeitzeSoteues. 5323 Ein antiker Kleiderfchrank (eingelegte Arbeit) steht zum Verkauf. Näheres Ederftraße 5 L Bekanntmachung. Am 25. Juni wird bei der Kaiserlichen Postagentur in Wieseck (Hessen) eine Telegraphenaustalt mit Fernsprechbetrieb eröffnet. Darmstadt, am 18. Juni 1889. Der Kaiserliche Ober-Postdirector. Clavel. Bekanntmachung. An den Werktagen vom 1. bis 20. k. Ms. wird für Gießen die Erhebung der Steuern und gleichzeitig der Brandverstcherungsbeiträge vorgenommen. Die Steuerreclamanten wollen die erlaffenen Beträge — unter Vorlegung der betr. Steuerzettel — gegen Quittung in Empfang nehmen. Grobherzogliche Districts-Einnehmerei Gießen I. Wasserbezug. Wegen vorzunehmender Arbeiten an der Hauptrohrleitung in den Neuen Bäuen und am Neuenweger Thor wird in den nachbenannten Straßen: Gartenstraße (Ludwig-platz- Neueuweger Thor), Neuen Baue, Schulstraße, Neuenweg, Weidengaffe, Erlengaffe, die Wafferlieferung auf einige Stunden des Vormittags dcs 27. Juni unterbrochen werden, was wir hierdurch zur gefälligen Kenntnißnahme der betreffenden Anwohner bringen. Gleichzeitig wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß durch diese Arbeiten, im nördlichen und nordöstlichen Theile der Stadt eine Druckoerminderung in der Wasserlieferung eintreten wird. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. 5337 iMeln Möbellager I bringe hiermit in empfehlende Erinnerung und offerire unter anderem Sprungfedermatratzen von 18 Mk an, Plüschgarnituren, - Sopha und 6 Stühle, von i 173 Mk. au, unter Garantie. Ernst Lotx, 5341]Neustadt 11. 3W Ich bin befreit von d. lästigen Sommersprossen durch den täglichen Gebrauch von [4184 Bergmann’s Lilienmilch-Seife. Vorräthig: Stück 50 H bei Carl Petri. Feinsten Himbeer-Syrup, Brausr-Limonade-Bonbons rc. empfiehlt 4481 Chx» Ludw. Thomas, _______23, Wallthorstraße 23._______ Oenaturirten Spiritus, stärkste Sorte, parfümirt, empfiehlt 5218 Carl Hoffmann, Spar- und l’eiljkallc Gießen. Freitag den 28. l. M., Nachmittag- 3 Uhr, findet in dem Sparkaffegebäude dahier eine Generalversammlung statt, zu welcher die oerehrlichen Mlglieder des Spar- und Leihkaffe - Vereins ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung. a) Wahl zweier Ausschußmitglieder, b) die Pensionsverhältniffe des jeweiligen Rechners rc., c) Wahl des Directors. Gießen, am 22. Juni 1889. Die Direction des Spar- und Leihkaffevereins Gießen. I. V.: L y n ck e r. Kleidercatlwn und C l(lc* l'Hl empfiehlt zu ermässigten Preisen 5245 Aug* AAontnnus» Hochfeine Weinessige per Liter IS, 18 und 24 Psg. 4868 G. C. Windecker, SelterSweg 2, Ecke am Kreuz. SMT Loose ä 2 Mark zur 3. und letzten 5223 Wormser Lotterie sind nur noch kurze Zeit zu haben liier bei: Julius Wallach) C* Ruckelshausene Schlossgasse 5, Carl Lehrmund Wwe», Gust. Gerhard, Friseur, Carl Petri. Saccharin (neuer Süßestoff). Berkauf-stellen bei den Herren: Emil Orbi^, Bahnhofstraße, Carl Petri, Marktplatz, Carl Schwaab, Seltersweg, Chr. L. Thomas, Wallthorstraße, [5292 und dem Hauptvertreter: Otto Schaaf. Ausverkauf der M. Studentischen Wäarenvnrrälhe (Marktstraße Str. 27), wird Mittwoch den 26. Juni l. I. beendet. h. Klees, 6<64 Konkursverwalter. Kirschen- und Heidelbeerenkuchen, täglich frisch, empfiehlt [5249 Aug. Guhr, Bahnhofstraße- Sommerunterjacken und -Hosen zu Fabrikpreisen empfiehlt 5221_____________Aug. Haubach. 5335 Eine frischmelkende Ziege zu verkaufen.Wolfstraße 4. 5333 Ein Cigarrenkasien (Eichenholz), mit 20 Gefächern, auch für Kurz- waarengeschäst passend, zu verkaufen- Wo? sagt die Expedition d- Bl. MW IW. Böger Mtwmg T. 841 Grösstes Kölner Hanne scheitln und überseeischen Plätze. 473 37 5286 Alexander Mayer Schlachtete ein fette- Pferd. Lloyd steamer al Bremen are Nordd. hereby notified that such tickets have 5319 Herrn Horn, Lehrer i. P zubolen Nordanlage 6. 9 Tage. Die Beerdigung findet Donnerstag den 27. Juni, Mt Nachmittags 3 Uhr, statt. 5336 Bremen nach Amerika n 9 Tagen Marktstraße 10. 1 Person. Bremen nach von 4 pCt. Ungar. Goldrente 86.70 4Vs pCt. Oesterreich. Silberrente 71.70 6 pCt. cons. Mexikaner, große Stücke 94.70 1889. 25. Juni oder dessen Agenten: [2063 Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. to be timely stamped up, al the Office before Ihey intent to take 96.30 80.20 91.30 63.90 92 80 den neuen Schnelldampfern des Norddeutschen Lloyd kann man die Reise von Keßler, Pferdemetzger. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren lieben Gatten, Vater, Schwiegervater und Großvater, Schlußcourie 108.00 104.15 106.75 105.20 machen. Ferner fahren Dampfer des Norddeutschen Lloyd 684] Ankauf von altem ^itm. Kupfer, Messing, ©lei, Zink. Eisen Akten, Papierabfällen, Lumpen zu höchsten Tagespreisen. Neuenweg LL. vermischte Anzeige». 5338 Ein Armband in der Westanlage gesunden. Abzuholen im Cafs Leib.I I. M. Schulhof, Gießen, - Elug. Kraft, Butzbach. 5255 Ein braves Dienstmädchen ge- sucht. Weserstraße 5. Uhr 15 Min. 5 pCt. Italiener Rente ult- 4 pCt- Griechen 4 pCt- 1880er do- Russische II. Orientanleihe 4 pCt. unif. Egypter heute Nacht 2 Uhr in ein besseres Jenseits abzurufen. Wieseck, den 25. Juni 1889. Die trauernden Hinterbliebenen Americans who posess Retoumtickets with the Dienstag den 25. Juni 1889 : Anfang 8Uhr, Der Bettel- student, «rkom. Operet- ten Parodie in 3 Acten. Mittwoch, Anfang 5 Uhr, Extra-Kinder- u. Familien- Vorstellung. Die Zauber« insel, gr. Zauberposse in 3 Acten. Die Götterdämmerung, gr. mal. Tableau mit Farbenbel. Ans 8 Ubr. Der Zigennerbaro«. Operettenparodie in 3 Acten. Alles Nähere durch die Zettel. Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß unsere liebe heute Morgen 8 Uhr sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bittet Familie Schwerdtfeger. Gießen, den 24. Juni 1889._______________________5326 Corrrsbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft frankfurter Börse vom 25. Juni 1889. Bankcomptoir von Schulhof & Comp. Marktstrasse 4. Giessen. Burggraben. 1. Geschäftsbetrieb: An- und Verkauf von Effecten an allen Börsenplätzen, Einlösung sämmtlicher Coupons (1 Monat vor Verfall), Erhebung von Couponsbogen, Treffern etc., Versicherung und Nachschlagen von verloosbaren Effecten, Beleihung von Werthpapieren zum officiellen Banksatz, Ausfertigung von Reisecreditbriefen, An- und Verkauf von Wechseln auf alle bedeutenden europäischen Theater Deutschlands. Direktion: W. Millowitseh. dem 400 Meter grossen Theaterbau auf Oswalds Garten. 5343 4 pCt. Reichsanleihe 3V2 pCt- do. 4 pCt. Preuß. Consols 31/2 pCt. do. 345] III. Stock, 6 Zimmer mit Zubehör und Gartenanthetl, zum 1. Juli oder 1. August zu vermiethen __________________Frankfurterstraße 58. 5225 Ein kleines Logis zu vermiethen bei H. Thoma-, Neuenweg 18. 5138 Ein Familien-Logis zu vermiethen. ______________Cafe Leib. 5127 Eine schöne Wohnung, 4 Zimmer nebst allem Zubehör zu vermiethen und gleich beziehbar. 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