Nr. 22. Samstag den 26. Januar 1889 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Vureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. reiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. >urch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 PK Amtlicher HHeil. Betreffend: Die Ueberwachung der in fremde Pflege gegebenen Kinder unter 6 Jahren. Gießen, am 19. Januar 1889. Das Grotzherzogiiche Krcisamt Gießen .4tt d ie Grotzherzo glich en Bürgermeistereien des Kreises. Wir machen Sie wiederholt daraus aufmerksam, daß Sie verpflichtet find, die Ab- und Zugänge von unter 6 Jahre alten, in fremde Pflege gegebene« Kindern alsbald dem Grobherzoglichen Kreisgesundheitsamt Gießen anzuzeigen und hierbei sowohl die Namen der Pflegkinder, als auch der Pflegeltern genau anzugrben. v. Gagern. Das Großhcrzogliche Steuer-Commiffariat Gießen an die Großherzoglichen Ortsgerichtsvorsteher des Bezirks. Wir ersuchen diejenigen von Ihnen, welche hiermit noch im Rückstände sind, um alsbaldige Rücksendung der Bau- und Cultur.Veränderung«. Verzeichnisse, nachdem in solchen die Offenlegung von Ihnen bescheinigt ist. Gieße», am 24. Januar 1889. Süffert. Politische Rundschau Gießen, 25. Januar. Zum ersten Male seit dem denkwürdigen 22. März 1887, dem 90. und zugleich letzten Geburtsfeste Kaiser Wilhelms I., schickt sich Alldeutschland wieder an, eine KaifergeburtstagS-Feier zu begehen. Ein Menschenalter vollendet Kaiser Wilhelm II. am bevorstehenden Sonntage und ist es zugleich das erste Geburtsfest, welches der jugendliche Monarch am heurigen 27. Januar als Kaiser und König feiert. Da das große Trauerjahr 1888 Deutschland überhaupt keinen Kaisersgeburtstag brachte, so soll der den schmerzlichen Ereignissen des vergangenen Jahres nun zum erstenmale folgende Geburtstag Kaiser Wilhelms II. nun um so festlicher und freudiger begangen werden, und in allen Gauen des Reiches hat man sich bereits zur würdige:! Feier dieses Tages gerüstet. Die von Berliner Blättern gebrachte Meldung, .daß sich anläßlich des Geburtsfestes des Kaisers die deutschen Fürsten wiederum, wie am 25. Juni vor. Jahres, dem Tage der Eröffnung der außerordentlichen Retchstagssession, in Berlin etnsinden würden, um so aus's Neue die unverbrüchliche Treue der deutschen Stämme zu Kaiser und Reich darzuthun, bedarf indessen noch der Bestätigung von competenter Seite. Bis jetzt ist für Sonntag nur der Besuch des Königs von Sachsen, des Großherzogs von Hessen, des Herzogs von Altenburg, beider Fürsten von Reutz und des Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt am Berliner Hofe bestimmt angekündtgt. Das preußische Abgeordnetenhaus wurde am Dienstag und Mittwoch durch die Generaldebatte über den Etat in Anspruch genommen, die jedoch ungewöhnlich glatt und ruhig verlief und nirgends den Rahmen einer sachlichen Discussion überschritt. Dieselbe endete mit der üblichen Ueberweisung einer Reihe von Etatsposittonen an die Bud^etcommlssion, worauf das Haus noch Rechnungssachen erledigte und den Entwurf betr. die Ergänzung zum Volksschullastengesetze an eine besondere Eommission überwies. Reu etngegangen ist die Hochwasser-Vorlage. Das Hinscheiden des commandirenden Admirals, Vice-Admirals Grafen Monts hat zu mehrfachen Veränderungen im OfstziereorpS der Marine Anlaß gegeben. Zunächst ist durch kaiserliche Cabinetsordre der Chef der Marinestatton der Ostsee, Vice-Admiral v. Blanc, zur Disposition gestellt worden, während Contre-Admiral Knorr zum Vice-Admiral, die Capttäns zur See Häußner und Scheertng zu Contre- Adn träten ernannt wurden: als designirter stellvertretender Chef der Admiralität gilt Vice-Admiral o. d. Goltz, Chef der Marine-Station der Nordsee. In der Stichwahl im Reichstagswahlkreise Kehl-Offenburg siegte der Centrums- candidat Reichert mit einigen hundert Stimmen Mehrheit über seinen nattonalltberalen Gegner v. Bodman, da die Socialdemokraten Mann für Mann für den Centrums- candtdaten stimmten. Es ist dies das siebente Reichstagsmandat, welches den National- liberalen feit den allgemeinen Wahlen des Jahres 1887 verloren geht. Zur allgemeinen Lage ist aus dieser Woche von russischer Seile eine recht friedliche Aeußerung zu verzeichnen. Das hochoffictöse „Journ. de St. Petersb." drückt seine Genugthuung über Artikel der Wiener „Militärzettung" betreffs der russischen Reichswehr und des „Daily Telegraph" über die friedlichen Gesinnungen des Czaren aus und erklärt das Petersburger Regierungsblatt, es sei nur zu wünschen, daß derartige Anschauungen in conscroativen Kreisen immer mehr zur Geltung gelangten. Schließlich versichert das Blatt, Rußland bleibe seinen Freundschaften treu und sei immer bereit, volle Gegenseitigkeit bei guten Beziehungen obwalten zu lassen. — Diese Kundgebung des „Journ. de St. Petersb." dürfte höchstens an der Seine einiges Unbehagen verursachen, sonst aber überall nur mit Befriedigung ausgenommen werden. In der spanischen Deputirlenkammer gelangte dieser Tage die Angelegenheit des früheren Botschafters Spaniens am Berliner Hofe, Grafen de Benomar, zur Erörterung. Aus den Mittheilungen Armijos, des Ministers des Auswärtigen, auf dessen Betreiben hin die Abberufung de Benomars aus Berlin erfolgt sein sollte, ist zu entnehmen, daß sich der spanische Staatsrath zunächst noch mit der Angelegenheit des Grafen Benomar zu befassen hat, daß dieselbe jedoch zu keinerlei Mißhelligkeiten zwischen Spanien und Deutschland Anlaß gab. Für die französische Hauptstadt bringt die jetzige Woche eine an Aufregungen reiche Wahlperiode zum Abschluß. Am Sonntag wird sich die Pariser Wählerschaft zu entscheiden haben, ob'der Ultraradicale Jaques oder Boulanger, der Zukunftsdtctator Frankreichs, als 36. Vertreter der Hauptstadt in der Deputirtenkammer erscheinen soll und ganz Frankreich harrt mit größter Spannung dem Ausgange dieses eigenartigen politischen Duells zwischen Radicaltsmus und Cäsarismus. In Paris selbst sind zahlreiche Wetten auf den Ausfall der Ersatzwahl eingegangen worden, bet denen die Einsätze aus Boulanger bei Weitem am höchsten stehen. In Serbien beginnen die Vorbereitungen für die Wahlen zur nächsten (kleinen) Skupschtina. Der mit Ausarbeitung des provisorischen Wahlgesetzes beauftragte engere Verfassungsausschuß wählte ein Unter-Comitö, aus den früheren Ministern Boskootc und Velimirovic, sowie dem Advocaten Stojanovic bestehend, welches die einleitenden Arbeiten zu treffen hat. Zugleich wurden Sachverständige nach Belgien, Dänemark, Frankreich und Griechenland zum Studium der dortigen Wahlsysteme gesandt. Die Nachricht englischer Blätter, England und Nordamerika würden in der Samoafrage gemeinsam vorgehen, wird vom „Reuter'schen Bureau" dementirt mit dem Bemerken, England habe sich in Washington über die jüngsten Ereignisse auf Samoa noch gar nicht geäußert. Anderseits weiß der „New-Aork Herald" zu melden, daß zwischen Deutschland und Nordamerika in der Samoa-Angelegenheit eine volle Verständigung erzielt worden sei. Deutscher Reichstag. 26. Plenarsitzung. Donnerstag, den 24. Januar 1889, 1 Uhr. Eingegangen ist der Beschluß des Bundesrathes betr. die Einführung der Gewerbe-Ordnung für Elsaß-Lothringen. Ein Schreiben des Reichskanzlers sucht die Genehmigung des Hauses zur strafrechtlichen Verfolgung des Abg. Grillenberger (Soc.) wegen Preßoergehens nach. Das Schreiben wird der Geschäftsordnungs-Commission zur Vorberathung überwiesen. Das Haus tritt in die Tagesordnung ein: Fortsetzung der zweiten Etatsberathung, Specialetat der Zölle und Verbrauchssteuern. Abg. Gehlert (Rp.) führt Klage über die verschiedenartige Behandlung des Holzes bei der Zollabfertigung in Sachsen. Staatssecretär v. Maltzahn-Gültz glaubt, daß zu solchen Beschwerden bei dem. klaren Wortlaut der bestehenden Bestimmungen kein Grund vorliege, verspricht aber die erhobenen Beschwerden zu prüfen, Sächs. Bundesbeoollmächttgter Zoll- und Steuerdirector Golz betont die Schwierigkeit der Unterscheidung zwischen Nutz- und Brennholz. Auf eine Anfrage des Abg. Lrtruckmann (natl.) erwidert Staatssecretär v. Maltzahn-Gültz, daß der Bundesrath den Antrag auf Beseitigung des Petroleum-- faßzolles und eine Petition um Errichtung eines Reichstarifamtes abgelehnt habe, letztere deshalb, um die verfassungsmäßig selbständige Stellung der verbündeten Regierungen in Steuersachen nicht zu beschränken. Abg. v. Kar dorff (Rp.) wünscht das Brennerei-Gewerbe gegen die Nachtheile zu schützen, die ihm aus dem Zollanschluß Hamburgs und den bei dieser Gelegenheit verbliebenen Privilegien erwachsen. Staatssecretär v. Maltzahn-Gültz verspricht den Beschwerden näher zu treten, kann aber über den Ausfall der Entscheidung nichts sagen. Abg. Gamp (Rp.) meint, daß die prtvtlegirten Brennereien auf den Export beschränkt werden sollten. Bundescommisiar Geh. Rath Neumann hält dies für unausführbar. Abg. Broemel (5fr.) meint, daß die Vorthetle der Brennereien hauptsächlich in der zollfreien Einfuhr des Getreides bestehen, vielleicht veranlasse dies die Regierung, den Identitätsnachweis aufzuheben. Auf eine Anregung des Abg. Graf Mirbach gibt Staatssecretär v. Maltzahn die Erklärung ab, daß oie verbündeten Regierungen die Aufhebung des Identitätsnachweises zur Zeit abgelehnt haben, weil Vie Interessen Deutschlands keine einheitlichen in dieser Frage seien und die Tragweite der Maßregel nicht zu übersehen sei. Abg. v. Kardorff (Rp.) hofft, die verbündeten Regierungen würden bei nochmaliger Erwägung zu einer anderen Entschließung über den Identitätsnachweis kommen. Der Titel „Zölle" wird hierauf bewilligt. Bei dem Titel „Tabaksteuer" beantragt die Commission, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, den mehrfachen Wünfchen und Klagen der Tabakbauer gegenüber in eine Prüfung einzutreten, inwieweit sich eine Erleichterung in der Veranlagung und Erhebung der Steuer empfiehlt und das Ergebniß baldthunlichst dem Reichstage mitzuthetlen. Durch diese Resolution sollen zugleich eine Reihe von Petitionen für erledigt erachtet werden, welche die Tabaksteuer und den Tabakzoll betreffen und der Petitions- Commission überwiesen sind. Abg. Menzer (cons.) spricht sich dafür aus, entweder eine Ermäßigmrg der Steuer für inländischen Tabak oder Erhöhung des Zolles auf ausländischen Tabak eintreten zu lassen. Abg. Duvigneau (natl.) schließt sich den Wünschen des Vorredners an und bittet, namentlich den kleineren Tabaksbauern die gleichen Vortheile bei der Steuerabfertigung zuzuwenden, welche heute die großen Tabaksbauern genießen. Zollerhöhungen sind bedenklich, sie beunruhigen jedesmal den Markt. Mit der Statistik muß man in diesen Dingen vorsichtig fein; der Cousum ist allerdings zurückgegangen, nicht aber die Production. Man sollte auch darauf Bedacht nehmen, daß von den Bauern ein besseres Product geliefert wird, die Bauer sollten bedenken, daß einer ihrer Mitmenschen berufen ist, den Tabak zu rauchen. (Heiterkeit.), ! Abg. Müller-Marienwerder (Np.) tritt den letzteren Ausführungen des Vorredners entgegen und verwahrt die deutschen Tabaksbauer dagegen, daß sie es an den nöthigen Culturverbesserungen fehlen lassen; er empfiehlt eine Enquete über die Noth- lage der Tabakbauer. „ „ Staatssecretär v. Maltzahn: Die von der Eommission gewünschten Erwägungen werden wenn sie vom Hause beschlossen werden, von der Regierung angestellt werden; für eine Enquete scheint ein Bedürfniß nicht oorzuliegen. Die Interessen der Tabakbauer sind vom Reich stets in Betracht gezogen worden, doch bleibt selbstverständlich der finanzielle Gesichtspunkt für die Regierung der maßgebende. t Abg. Bulle (dfr.) hält den Niedergang des Tabakbaues für zweifellos; die ° Regierung müsse sich der Sache annehmen. Abg. DtffenS (natl.) ist gleicher Meinung, die Regierung müsse bestrebt sein, Len Tabakbau in dem bisherigen Umfange aufrecht zu erhallen. Der Titel Tabaksteuer wird bewilligt und die Resolution der Budget-Eommission, sowie der Antrag der Pelttions-Eommtssion angenommen. Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung Samstag 11 Uhr. Ostafrikanische Vorlage. Der heutigen Sitzung wohnte zeitweise der Reichskanzler Fürst Bismarck bei. Schluß 5 Uhr. Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Korrespondenz- Bureau. Berlin, 24. Januar. Gestern wurde ein Diner beim Kaiser für die badischen Herrschaften gegeben, wozu die Präsidien des Reichstags, des Herren- und des Abgeordnetenhauses geladen waren. — Heute Abend erscheint der Kaiser zum Vortrage in der militärischen Gesellschaft in der Kriegsakademie. — An der Glückwunsch - Eour am Geburtstage des Kaisers wird auch das gesammte Diplomatencorps thetlnehmen. — Morgen findet beim Kaiser ein großes diplomatisches Diner statt. — Den Abendblättern zufolge berieth der Senioren-Convent der Abgeordneten gestern wiederholt in Anwesenheit des Ministers Bötticher über die Erhöhung der Etoilltste des Kaisers. Berlin, 24. Januar. Der heute Nachmittag um 5 Uhr ftattgehabten Festsitzung der Akademie zur Erinnerung an Friedrich den Großen und gleichzeitig zur Feier des Geburtstages des regierenden Kaisers wohnten der Cultusmtnister, der Ministerialdirektor Greiff, Gehetmerath Alt hoff und zahlreiche Mitglieder der Akademie bei. Die Festrede hielt Mommsen. Er gedachte darin der Verluste des Vorjahres und lenkte den Blick auf den jugendlichen neuen Herrscher, unter Hinweis auf Kaiser Augustes, Lessen reformatorische Thättgkeit er an der Hand einer Betrachtung der horaztschen sechs ersten Oden des dritten Buches vorführte. Zu Schluß verkündete der Secretär der Akademie, daß dieselbe den zur Erinnerung an Den Vertrag zu Verdun gestifteten Preis für das beste Geschichtswerk während der Jabre 1883 bis 1887 dem Historiker Max Lehmann für seine „Biographie Scharnhorst's" zuerkannt habe. Berlin, 24. Januar. Im Socialistenproctß gegen Lau und Genossen wegen Geheimbündelei erkannte heute das hiesige Landgericht I sämmtliche Angeklagte außer Langfeldt, welcher sreigesprochen wurde, schuldig, und verurteilte Lau, Kuhn und Volkmann zu vtermonatlichem, Schubert, Kann, Brunsch, Schulz und Brödenfeld zu dreimonatlichem Gefängniß, unter Anrechnung je eines Monats auf die Untersuchungshaft. Budapest, 24. Januar. Der Steuereingang in den ersten drei Januarwochen ergab ein Plus von einer Million Gulden gegen die gleiche Vorjahrspertode. Pari-, 24. Januar. Den Abendblättern zufolge traf die Regierung für den Sonntag Abend mit Rücksicht auf die an diesem Tage stattfindende Wahl umfassende Vorsichtsmaßregeln zur Aufrechthaltung der Ruhe. Die „France" erfährt, daß die Regierung mehrere für nicht ganz zuverlässig geltende Regimenter aus Paris entfernte Und Truppen für Nothfälle bis nach Amiens und Poitiers consignirte. Dublin, 24. Januar. Gegen den nationalistischen Deputirten Earew in Killrite wurde wegen Zuwtderhandelns gegen das irische Zwangsgesetz ein Haftbefehl erlassen. — Blackburne, der Secretär der Watersorder Sektion der Nattonalliga, wurde heute verhaftet und nach Tipperary in's Gefängniß abgeführt. Madrid, 24. Januar. Anläßlich des Namensfestes des Königs empfing die Königin eine Deputation des Parlaments und erwiderte auf die Ansprache derselben, sie werde die Erbschaft ihres unvergeßlichen Gemahls treu bewahren und in derselben Weise wie bisher fortfahren, sich die Liebe des Volkes und die Gerechtigkeit der Geschichte zu verdienen. Washington, 24. Januar. Der Senatsausschuß für die auswärtigen Angelegenheiten beantragte gewisse Zusätze zum diplomatischen Eonsularbudget, welche dazu bestimmt sind, die amerikanischen Interessen in Samoa zu schützen. Zu diesem Zweck sollen 500,000 Dollars bestimmt sein. Weitere 100,000 Doll, wurden zur Verbesserung und zur Anlage einer Kohlenstation für den Hafen Pagopago bewilligt. Washington, 24. Januar. Der amerikanische Consul in Samoa, Sewell, erklärte vor dem Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten, welcher gegenwärtig Lie Samoa-Frage erörtert, der britische Consul auf Samoa handle seit den letzten drei Jahren tm Einvernehmen mit dem deutschen Consul. Zwischen Deutschland und Großbritannien bestehe ein Abkommen, nach welchem Letzteres sich in Samoa neutral verhalten solle. Kraft dieses Abkommens sollten Deutschland von Samoa, England von den Tonga-Inseln und schließlich auch von Hawaii Besitz ergreifen. Aus Befragen des Ausschusses, welche Wirkung die Entseidung eines wetteren amerikanischen Kriegsschiffes nacb Samoa auf die Deutschen ausüben würde, antwortete Sewell, aus Grund der dem Admiral Kimberly ertheilten Instruktionen würden die Vertreter der Unionsstaaten die wirkliche Ursache der Wirren auf Samoa nicht erreichen können. Lokales. X Gießen, 25. Januar. Der am Samstag (26. Januar) Nordanlage 31, im 1. Stock, um V|4 Uhr stattfindende Vortrag des Fräulein Dr. E. Mensch wird „Die deutsche Lyrik seit 1870" zum Gegenstand haben und die verschiedenen Strömungen «uf diesem Lttteraturgebtet von ästhetischen und kulturhistorischen Gesichtspunkten aus beleuchten. S Gießen, 25. Januar. Wie in vorhergehenden Jahren, so wird auch in diesem Jahre der hiesige Turnverein sein bet den Mitgliedern so beliebtes Winterfest feiern. Die vom Vorstände bereits getroffenen Einleitungen zu demselben fanden in Ler am Mittwoch Abend stattgehabten Generalversammlung die Zustimmung. Hiernach findet das Fest nunmehr am 9. Februar in Stein's Garten stakt und wird dasselbe in Concert, Turnen am Barren, sowie sonstigen turnerischen Ausführungen, Theater, Gesang ?c. bestehen. Die in reger Thättgkeit sich kundgebenden Bemühungen der hieran beteiligten Personen berechtigten zu der Annahme, daß den Thetlnehmern des Festes ein recht genußreicher Abend bevorsteht. Da hinsichtlich der großen Mitgliederzahl ein anschließendes Tänzchen sich nicht ausführen läßt, soll, um auch den tanzliebenden Mitgliedern entgegenzukommen, im März ein Ball abgehalten werden. Gießen, 25. Januar. Bei Gelegenheit der Unterzeichnung einer Vorstellung an Grotzherzogliches Kreisamt wegen Erbauung einer Verbindungsstraße vom Seltersberg nach dem Personen-Bahnhof wurde von Der zahlreich besuchten Versammlung beschlossen, unter dem Namen „Bezirksoerein Seltersberg" einen Verein zur Wahrung der Interessen des betreffenden Stadttheils zu gründen, dem sämmtliche Anwesende sofort beitraten. Vermischtes. Darmstadt, 23. Januar. Heute, am 23. d. M., tagte in Darmstadt die constituirende Genossenschaftsversammlung Der land- und forstwtrthschaftltchen Berufsgenossenschaft für das Großherzogthum. Der Großherzogltche Ministerialrat Herr Emmerling eröffnete die Versammlung, begrüßte die Anwesenden und legte die Wichtigkeit der zu erledigenden Tagesordnung dar. Das nach einem Musterstatut des Reichsoersicherungsamtes und dem bereits bestehenden Statut für Bayern ausgearbeitete | Statut für das Großherzogthum Hessen fand mit geringfügigen Abänderungen An- ' nähme. Die Versammlung hatte sich gutächtlich zu äußern über die Ernennung des Vorsitzenden des Vorstandes der Berufsgenossenschaft, sowie eines Stellvertreters desselben. Die Ernennungen stehen dem Ministerium des Innern und der Justiz zu. Herr Ministerialrath Emmerling bemerkte, daß der Vorsitzende des Vorstandes der Berufsgenossenschaft wohl ein Beamter sein müsse, der aber auch mit dem landwirth- schaft lichenGewerbe möglichst bekannt sein und in Beziehungen zu demselben stehen müsse. Als aus der Versammlung um die Bezeichnung einer solchen Persönlichkeit gebeten und der Name des Herrn Regierungsrathes Nooer genannt wurde, hatten wir Oberhessen eine herzliche Freude Darüber, wie durch allseitige Zurufe kundgegeben wurde, daß der richtige Mann für die verantwortliche und schwierige Stelle eines Vorsitzenden des Vorstandes der Berufsgenossenschaften gefunden fei. Als Stellvertreter wurde Herr Oeconomierath Müller in Aussicht genommen. Demnächst waren von der tagenden Genosscnschaftsoersammlung — 36 Mitglieder aus den 18 Kreisen des Landes — vier Mitglieder in den Vorstand zu wählen. — Der Vorstand der Berufsgenossenschaft des Landes wird gebildet aus dem Vorsitzenden oder seinem Stellvertreter, welche von dem Ministerium de» Innern und der Justiz wiederruflich ernannt werden, aus vier gewählten Mitgliedern und einem von dem Ministerium der Finanzen ernannten Mitgliede. Die Wahl hat mittelst Stimmzetteln in einem Wahlgange zu geschehen. Gewählt wurden: Anton Schmidt II. (Bretzenheim), Lutz (Lengfeld), Sch lenke (Gießen), Oberförster Klipstein (Mönchbruch). Weiter wurden gewählt zwei Ersatzmänner für die gewählten Mitglieder des Vorstandes, Beisitzer für das Schiedsgericht und vier Stellvertreter derselben. „ Erst kurz vor Abend war die Sitzung beendet, nachdem dieselbe um 10 Uhr früh begonnen und mit einer Unterbrechung von l1/« Stunden gedauert hatte. Darmstadt, 24. Januar. Der Aufsichtsrath der Darmstädter Bank beschloß auf Anrathcn der Direction, einer am 12. März stattfindenden außerordentlichen Generalversammlung die Erhöhung des Grundkapitals um 20 Millionen Mark nominal zur Beschlußfassung vorzulegen, wobei dafür gesorgt werden soll, daß den Aktionären das Recht auf den Bezug dieser neuen Aktien offen gehalten wird. Den seitherigen Actionären soll bei dieser Gelegenheit der Austausch der Guldenactien in Markactten im Verhältniß von 7 alten zu 3 Actien i 1000 Mark freigestellt werden. Mainz, 23. Januar. Vor einigen Wochen hatten zwei Soldaten der 6. Comp. des 88. Infanterie-Regiments in einem Wirthshause einen alleren Mann kennen gelernt und bemerkt, daß er einige Goldstücke in seinem Portemonnaie hatte. Sie wutz- ten ihm auf dem Heimwege ihre Begleitung aufzunöthigen und nahmen ihm dann mit Gewalt das Geld ab. Der eine Soldat wurde dieser Tage zu 6Vs, bei andere zu 5>/2 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Frankfurt a. M., 24. Januar. Gestern verstarb der emer. Professor des Gymnasiums Dr. phil. Phil. Jacob Heinrich Samuel Rumps. Dr. Heinrich Rumpf war durch Senatsveschluß vom 6. September 1861 zum Professor am hiesigen Gymnasium ernannt worden. Er war ein Sohn des hiesigen Bürgers K. F. Rumpf, welcher als Professor der Philologie in Gießen wirkte, dortselbst am 26. December 1813 geboren. Von seinem 8. Lebensjahre an war er Schüler des dortigen Gymnasiums, trat 1829 noch in das hiesige ein, und bezog 1831 die Universität Gießen, um sich der Theologie zu widmen, ging aber später zur alt-klassischen Philologie über. Nachdem er 1835 promooiit worden, trat er als erster Lehrer an eine lateinische Schule zu Wimpfen am Berg ein, wo er anderthalb Jahre blieb. Im Juli 1837 kehrte er nach Gießen zurück, wo er bis zu seiner Berufung nach Frankfurt am dortigen Gymnasium thätig war. Dr. H. Rumpf war Verfasser einer Anzahl philologischer Arbeiten, namentlich über Homer. (F. Z) — Das Fernsprechwesen in Deutschland schildert der Staakssecretär von Stephan im Reichstage in folgender Weise: Beim Schlüsse des Jahres 1887 bestanden im Deutschen Reiche 164 Fernsprechämter mit 31,327 Sprechstellen und 45,198 Km. Leitungen. Deutschland wird in dieser Beziehung nur von den Vereinigten Staaten von Amerika übertroffen, wo sich in jeder einigermaßen volkreichen Stadl Fernsprecher befinden. Dori betragt die Zahl der Fernsprechämter 739 und die Gesammtzahl der Sprechstellen 158,000. In Berlin betrug die Zahl der Theilnehmer Ende 1887: 8597; jetzt haben wir über 10,000, so daß ungefähr jeder 150. Einwohner von Berlin angeschlossen ist. Demgegenüber besaß Ende 1887 Newyork nur 6902, Paris 5330, London sogar nur 4596 Sprechstellen. — Der Raubmörder Dauth sollte bekanntlich am 17. Januar vor dem Hamburger Schwurgericht abgeurtheilt werden. Diese Verhandlung wurde indessen ausgesetzt, roeü der Rechtsanwalt Beit als Officialvertheidiger die Zurechnungsfähigkeit seines Clienten bestritt. Nachdem eine wissenschaftliche Untersuchung ftattgefunDep, sollte der Fall am 26. verhandelt werden- Indessen erhob der Verteidiger auch hiergegen wieder Einwand und verlangte, um die Intaktheit des Geisteszustandes Dauth's gehörig festzustellen, die Vernehmung weiterer Zeugen aus Frankfurt a. M. Der Verteidiger behauptete, weil die Mutter und Tante des Dauth wahnsinnig gewesen, leide dieser ebenfalls an Wahnsinn. Die Strafkammer bat indessen diesen Antrag abgelehnt und so wird jetzt die Verhandlung, zu welcher die Frankfurter Zeugen telegraphisch beordert worden sind, definitiv am 26. d. M. statlfinden. — Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahl- industrieller belief sich die Roheisenproduction des Deutschen Reichs (einschließlich Luxemburgs) im Monat December 1888 auf 354 866 Tonnen, darunter Puddelroheisen und Spiegeleisen 163182 Tonnen, Bessemerroheisen 32 420 Tonnen, Thomasroheisen 112 797 Tonnen und Gießereiroheisen 46 467 Tonnen. Die Production im December 1887 betrug 359 867 Tonnen. Vom 1. Januar bis 31. December 1888 wurden probucirt 4 229 484 Tonnen gegen 3 907 364 Tonnen int gleichen Zeitraum des Vorjahres. UniversttätS-Ehronik. — Der außerordentliche Professor Kirchner in Halle ist zum ordentlichen Professor der philosophischen Fakultät Göttingen, Prioatdocenl Stampe zu Breslau zum außerordentlichen Professor der juristischen Fakultät daselbst ernannt worden. — Die Prioaldocenten Dr. Walther und Dr. Kückenthal zu Jena werden Anfangs März eine Nordpolfahrt unternehmen. — Zur Wtederbesetzung des durch den Tod Pros. Dr. v. Prantl's erledigten Lehrstuhles für Philosophie an der Universität zu München verlautet in Universitäts- kretsen selbst, daß auf denselben ein den kirchlichen Anschauungen näherstehender Gelehrter berufen werden wird. — Professor von Krafft-Ebing in Graz ist zum ordentlichen Professor der Jrrenheilkunde in Wien ausersehen als Nachfolger von Professor Leidesdorf. Mehr Freude — edlere Freude für unser UM! Das ist die Forderung, die heute von allen Seiten von einsichtigen Freunden unseres Volkes erhoben wird, besonders aber aus den Kreisen der sogen. Inneren Mission. Es wird wohl Niemand dagegen einwenden wollen, daß es Vergnügungen und Lustbarkeiten in der Welt genug gäbe, und daß die Spalten unserer Anzeigeblätter davon wimmeln. Denn 1. Wie viel davon fällt auf die unvermögenden Klassen unseres Volks? 2. Ein wie großer Theil unserer armen Bevölkerung ist durch die Noth des Lebens fast um die Fähigkeit, sich einmal recht zu freuen und sich rechte Freude zu schaffen, gebracht? 3. Wie viel von unseren Volksfreuden sind geeignet, einmal alle Klassen unseres Volkes zu gemeinsamer Freude zu vereinigen ? 4. Ist, was heute unserem Volk an Freude geboten wird, nicht zum guten Theil Gift für die Volksseele, oder doch wenigstens von ernsten Gefahren umgeben? Wer darum unser Volk lieb hat, muß daraus sinnen, ihm zu ächter Freude zu helfen, zu Erholungen die Leib und Seele erquicken, reinigen, stärken zur Arbeit des Berufes, nicht aber sie lähmen und entnerven, und ihm namentlich den Sonntag wieder zu einem herzerquickenden Freudetag zu machen. Das sind die Gedanken, über die nächsten Mittwoch Abend in Stein's Garten, einer der auf diesem Gebiet Berufensten, Pastor Friedrich Naumann aus Langenberg in Sachsen zu uns reden wird. Darauf einstweilen aufmerksam zu machen, ist der Zweck dieser Zeilen. Friedr. Naumann ist ein Volksredner von flana ungewöhnlichen Gaben, voll Begeisterung, voll Humor, und voll brennender Liebe zu seinem Volk. Möchten also die Glieder unserer Gemeinde, Männer und Frauen, recht zahlreich sich einfinden. Die Zusammenkunft wird ganz zwanglos beim Glase Bier sein. Eintritt unentgeldlich. Schl. Gingesan-t. Gießen, 25. Januar. Im Gegensatz zu verschiedenen Einsendungen bezüglich der Verbindung des Seltersberges und der Kliniken mit dem Bahnhof, den Schulen und der Altstadt ist Einsender ds. der Meinung, daß keine der beiden Brücken über die Oberhessische Bahn die andere ersetzen kann. Die Brücke an der katholischen Kirche wird für dm Verkehr des Seltersberges mit der Bahn zwar bei geschlossener Barriere den lästigen Aufenthalt von oftmals 5 bis 10 Minuten ersparen, aber den bisherigen Umweg von gleichfalls ca. 5 Minuten nicht verkürzen; die Brücke beim Hotel Lenz aber wird — wie man auf dem Stadtplan abgretsen kann — für den Verkehr von Seltersberg tn's Her- der Altstadt auf der einen Seite ebenso einen Umweg von mehreren Minuten bilden wie auf der anderen Seite der Weg durch Wilhelms- und Ludwigs- firaße nach der Stadt, dem Gymnasium rc. Danach ist das Vorgehen des Stadtvorstandes, welcher beide Brücken in's Auge faßt, wohl gerechtfertigt, für die Interessenten auch doppelt dankenswerth; statt zu streiten, welche der beiden Brucken dringlicher, sollte man sich bemühen, das Entgegenkommen der Landstände festzuhaltcn, um wenigstens die Brücke bei der katholischen Küche, für welche das Projekt und die Mittel bereit liegen, noch vor Eröffnung der Kliniken ausgeführt zu bekommen. Oder ließe sich vielleicht eine Vereinbarung dahin erzielen, daß die Regierung — namentlich im Interesse ihrer Kliniken — die verfügbaren Mittel für eine Ueberbrückung bei Lenz verwenden, die Stadt dagegen für die Brücke bei der katholischen Kirche einstehen würde, falls — wie Einsender glaubt — ein Dedürfniß dafür nach wie vor bestehen bleibt. — Sächsische Vieh-Verstcherungsbank in Dresden. Diese bekanntlich größte und bestfundtrte aller deutschen Vieh-Versicherungs-Gesellschaften hat auch im 16. Geschäftsjahre, abgesehen von den bezahlten Massenschäden im Betrage von je 603 256.—, einen höchst erfreulichen Abschluß zu verzeichnen.' Wiederum ist der Zugang an neuen Versicherungen, an Prämien nebst Prämien - Reserven, sowie der Effekten-Bestand beträchtlicher wie im Vorjahre. Trotzdem die Viehoerluste circa je 124000.— mehr als im Jahre 1887 betrugen, wurden doch olle berechtigten Schäden in voller statutarischer Höhe ausgezahlt und die Gelder den Versicherten direct per Post zrigesandt. Die segensreichen Bestrebungen der Anstalt wurden namentlich durch das ihr allerseits von Behörden, Großgrundbesitzern und Thierärzten entgegengebrachte Vertrauen unterstützt und hat sich bet dem Vtehbesitzer längst die Erkenntniß Bahn geb', ochen, daß bet der Bank, bei ihren festen Prämien ohne Nach- oder Zuschuß jede Leistungsfähigkeit unb Garantie vorhanden ist. Versichert waren bis ultimo 1888 Je 153 699 040.—. (Siehe heutiges Jnspectoren-Gesuch.) Handel und Verkehr. nB! * * Die eingehenden Reklamationen wegen Erstattung von Fahrgeld für nicht vollständig ausgenutzte Fahrkarten lass?« erkennen, daß die Erfordernisse für die Gewährung deraitig^Erstattungen im Publikum nicht genügend bekannt sind Es liegt nun tm eigenen Interesse des Publikums, daß es, um dte Thatsache der erfolgten Nrchtausnutzung einer Fahr- oder Rückfahrkarte zweifellos festzustellen, bei Beendigung der nur thetlweise darauf zurückgelegten Fahrt, bezw. bet völliger Nichtbenutzung der Fahrkarte alsbald nach Losung derselben, bet Rückfahr-, Rundreise und ähnliche Karten ledenfalls vor Ablauf der Gilttgkeitsdauer, von dem betreffenden diensthabenden Statlonsbeamten die Ntchtbenutzung auf der Fahrkarte bescheinigen zu lassen und die so bescheinigte Fahrkarte dem Erstattungs-Gesuche beizufügen. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische «emeivde. Gottesdienst. 3. Sonntag nach Epiphanias, den 27. Januar: Kirchliche Feier des Geburtstags unseres Kaisers. , Vormittags ausnahmsweise 9 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 10'/» Uhr: besonderer Milttärgottesdienst, Pfarrer Schlosser. _ . , Nachmittags 5 Uhr- Pfarrer Dingeldey. Krnderktrche fallt aus. i livei Kleiderschrünke, ein Sopha, einiges schönes Porzellan, Weißzeug u. s w. versteigert. 74v Hoffmann, Nachlaß Verwalter. Hafer - Stroh und Grummet verkauft \1S4 ® m i | Lotz, Kirchenplatz 9. Allgemeiner Anzeiger. Aufforderung. Die Einwohnerschaft wird freundlichst gebeten, am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers Sonntag d-n 27. d. Mts. die Häuser zu schmücken resp. zu ftaggen. Gießen, den 23. Januar 1889. A Bramm, Oberbürgermeister. 749 Holsvcv8teigertmge Dienstag den 29. und Mittwoch den 30. d. M., Vormittags von 10 Uhr an, sollen in dem Albacher Gemeindewald, District Kreuzholz, sog. Pfingstweide und Buchwald nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden: A. Bau-, Werk- und Nutzholz: 148 Eichenstämme von 14—40 cm Durchm., 3—14 m Länge, = 54 67 fm 156 Nadelstämme „ 14-36 „ „ 7-24 „ „ = 84,62 „' 13 Nadel-Derbstangenv. 9-42 „ „ 9-12 „ „ = 1,03 „ B. Brennholz: Scheiter Knüppel Reisig Stöcke rm rm Wellen rm Buche 46 44 650 24 Birke 2 2 — — Eiche 24 120 1590 51 Nadel 2 10 1650 34 Arpe 4 10 — _ Die Zusammenkunft ist im Buchwald, gegenüber der Eisenkaute, am Eingang des Waldes, und zwar konimt am ersten Tag das Bau- und Werkholz, den zweiten Tag das Brennholz zur Versteigerung. Alb ach, am 23. Januar 1889. Großherzogliche Bürgermeisterei Albach. Balser._____________________ 736 Gienanthbräu I Bayerische Bierniederlage zur Stadt München. Den geehrten Herren Abnehmern zeige ergebenst an, daß in einigen Tagen der Doppelwaggon eintrifft, wetzhalb ich bitte, Bestellungen kurz bewirken zu wollen, damit solche sofort vom Bahnhofe aus effectuirt werden können 756 Hochachtend Heinrich Schneider. 746] Gut gemachtes Heu und Grummet verkauft I. Balser, mittlere Bleiche. 4'<0] Eine sehr gut erhaltene Näh, maschine zu verkaufen. Näheres Neuen Bäue 7, Vorderh. IV. Holzversteigerung in der Nönigl Gberförsterei Strupbach. (Königlicher Waldwärter Seibel zu Wilsbach). Montag den 11. Februar, sollen am Thalberg, District 44a, b und 45b öffentlich versteigert werden: 44 Stück meist schwere Eichenstämme mit 46,12 fm, 22 Stück Nadelholzstämme mit 10,51 fm, 40 rm Eichen - Nutzscheite (Rollscheite), 24 rm EichemNutzknüppel (Grubenholz), 4 rm Nadelholz-Nutzscheite, 6 rm Nadelholz-Nutzknüppel, 150 rm Eichen-Scheit und Knüppel, 15,50 Hundert Eichen-Wellen, 43 rm Eichen-Stockholz, 5 rm Buchen-Scheite, 1,25 Hundert Buchen-Wellen, 12 rm Nadelholz-Scheit und Knüppel und 2 Hundert Nadelholz-Wellen. Zusammenkunft Vormittags 10 Uhr im Holzschlage, District 44a am „Roß- bacher Pfad". Kaufliebhaber wollen das Holz vor dem Termine besichttgen. Forsthaus Strupbach, den 23. Januar 1889. Der Königliche Oberförster: 745 Baumann. Ileikgeöotenes. Ein Reitpferd, AuchSwallach, kräfiig gebaut, für langsameres Fuhrwerk in der Landwirthschafl noch sehr geeignet, billig zu verkaufen. Näheres Bahnhofstraße 60 II. [739 la. Ochsenfleisch, nicht ladenrein, per Pfund 35 Pfennig. 753 Neustadt 48, rechts. Zwei Hobelbänke, eine gebrauchte und eine neue, preis» * würdig zu verkaufen. Näheres in der Exped. b- Bl. 694 Statt jeder besonderen Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht von dem gestern Vormittag IIV2 Uhr erfolgten Hinscheiden unseres unvergesslichen Gatten, Sohnes, Bruders und Schwagers Gustav Petri. Giessen, den 25. Januar 1889. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Samstag den 26. d. M., Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause (Wodestrasse) aus, statt. 741 Bemerken, daß bei Tag die Stunde mit 40 Psg. berechne. (03 Dresden. Kaiuit m lebend, ital. Geflügel gut u. billig beziehen will, verlange Preisliste von Hans Maier in Ulm a. D. Grosser Import ital. Produkte. 685] Tüchtige Mädchen für Küche und Haus finden Stellen bei Frau Hüttenberger, Kreuzplatz. Superphosphate, alle Sorten, Schwefels. Ammoniak, Thomasphosphatmehl j besonders ;u Wiesendüngcr sehr geeignet, Restaurant zur Stadt München. Empfehle mein ausgezeichnetes Billard zur gcfl Benutzung mit dem Industrie- und Gewerbe-Ausstellung in Büdingen. Der Localgewerbverein zu Büdingen beabsichtigt im August d I. gelegentlich der im laufenden Jahre daselbst stattfindenden Generalversammlung des Landesgewerbvereins eine Ausstellung von Erzeugnissen der Industrie und des. Kleingewerbes, vorzugsweise der Provinz Oberhesien, zu veranstalten. ' Das Ausstellungscomitö hat uns eine Anzahl von' Plogrammen nebst Anmeldeformularen zugehen lassen und stehen Exemplare davon solchen Gewerb- treibenden hiefiger Stadt und Umgegend, welche sich an der fragt. Ausstellung betheiligen wollen, aus dem Bureau des GewerbvereinS, Asterweg 25, zu Diensten. 735 Der Vorstand deS Localgewerbvereins Gießen. welche sämmtlich stets auf Lager zu den billigten Preisen vorräthig halte. Für den üblichen Gehalt an Stickstoff, Phosphorsäure rc. wird volle Garantie gewährt. Gießen, im Januar 1889. 750 A. Katz. llaiitouvcris in allen Qualitäten mit FirmendrnS empfiehlt zu billigen Preisen Briihl’sche Druckerei Grosse 744 Wormser Lotterie. Hauptgewinne in Gold: i. 30000 Mark 2. ÄOOOO Mark 3. 5 0 0 0 Mark Baar ohne Abzug aua- zahlbar, ausserdem noch 3021 Gew. W. 25000 M. Loose a 2 Hk. 10 Pfg. empfehlen Julins Wallach, Gustav Gerhardt, Fnsear, Carl Lehrmund, und C. Buckelshausen, Schloseg. 5. Zur 6eoor|le(jenöen /rühjahr8-8aisoii empfehle ich mein Lager in künstlichen Düngern, insbesondere mache ich aufmerksam auf: Chilisalpeter, Knochenmehl (roh und gedämpft), Peru Guano (Füllhornmarke), 738] 3u seinem 47. die herzlichsten Glückwünsche Motto: Ich gehe meinen Schlendrian. Wir suchen!!! unter sehr günstigen Bedingungen tüchtige Inspektoren, sowie Special- Agenten an jedem auch dem kleinsten Orte. Adresse: General-Direktion der Sächsischen Vieh-Versicherungs-Bank in __________________________733 737] Ein Herr sucht volle Pension (gute bürgerliche Kost» in anständiger Familie. Centrale Lage Bedinflung. Ges. Offerten sub A „Pension " an die Exped. d. Bl Confumoeretn zu grosjen-Mseck, E.g. Generalversammlung Souutag den 27. Januar l. I., Mittags 2 Uhr, bei Karl Siegfried. Tagesordnung: 1) 1888er Rechnungsvorlage. 2) Vertheilung von Reingewinn. 3) Fuhrenvergebung. 742 4 ) Annahme neuer Mitglieder. Fermietyungen. 757 Ein Loyis zu vermiethen und per 1. April zu beziehen- ________ Schützenstraße 9. 748] Schönes Familitnlogis in gesunder hübscher Lage an ruhige Leute sehr preiSwerth zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl. Erste Hypotheken in jeder Höhe, hier und außerhalb, werden prompt besorgt durch 747 K. Klees, Ludwigstraße 5. Dem Stofer Präsidenten zum heutigen Wiegenfeste die besten Wünsche. 75 i Die Unedler. Vermischte Anzeigen. Anstand. Laufbursche (16 bis 18 Jahre) gesucht. Näheres in der Erped. d- Bl 758 „Zur Stadt München“, Schloßgaffe. Viehhändler, sowie Fuhrleute vom Lande mache auf meine große Stallung aufmerksam. ___________ 754 Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 25. Januar 1889. Schlußcourse 1 Uhr 15 Min. 4% Reichsanleihe 108.60 5°/o Italiener Rente ult. 96-20* 31/Jo/O do- 103.45 5°/( 1671/73er Russen 100.00 4% Dreuß. Consols 108.35 4% t 880er do. 88.00 31/30/f do 104 20 Russische II. Orientanleihe 65.00 4o/o Ungar. Goldrente 85.60 4°/o unif. Egypter 84.50 41/5% Oesterreich. Silberrente 70.20 6°/o .ons. Mexikaner, große Stücke 90.60 Disconto-Commandit-Anth. Darmstädter Bank-Act. Oesterreich. Credit 235.20 177.50 264.25 Oester reich. Staatsbahn-Actien Lombard. Eisenbahn^ „ Galizische do. „ 217.25 83.50 175.00 20 Francs-Stücke 10 do. 16.12—16.16 16.09-16.13 Tendenz (final. Souverefins 20.29- Dollars in Gold 4.16 : fest. -20.34 -420. Telegraphisch» LouribEi Oefterr. Creditactien Oesterr. Staatsbahn-Actien 1880 40/0 Russen Oblig. Darmstädter Bankactien )er Bei 170.00 10800 87.85 177 20 Tendenz kliner Börse vom 25. Januar 1889. Disconto-Com-Antheile 238.75 Lombarden 42.35 4°/o Ungar. Goldrente 85.50 Bochumer GußstahlacUen 192 50 : ruhig. 4°/o Gießener Obl. — — | 50/0 Buderus Obl.____ 10400 Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Vie heutige enthält 1 Blatt mrh 1 Beilage.