Mittwoch den 25. December 1889 Nr. 301 Kenerat-Mnzeiger Redaktion, (E^pebitioo und Druckern: Slkukstraße ^lr.7. Fernsprecher 61. Die Gießener AamikienvtLiter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Der Gießener Luzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Gießener Anzeig er s Aints- und Zlnzeigeblatt fiir den Ttreis Gissten. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den fifrtff01* ÄDc Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nchrven folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. ^HUtlSULUUyt. ^UUlimnVlUlUl. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Abonnements Einladung. Zum Abonnement auf den „Giehener Anzeiger" für das 1. Quartal 1890 laden wir hiermit freundlichst ein. Trotz des vergrößerten Formats wird der Bezugspreis der alte bleiben: Mk. 2.20 incl. Trägerlohn innerhalb der Stadt Gießen, Mk. 2.— aus der Post excl. Postgebühr. Getreu ihrem bewährten Princip wird die Redaction eS sich stets angelegen sein lassen, keine Parteipolitik zu treiben, sondern nur stets reserirend die Tagesereignisse zur Kemttniß der Kefer zu bringen. Unterstützt von bewährten Correspondcnten in allen Theilen des engeren Vaterlandes, wird der „Anzeiger" auch für die Folge bestrebt sein, in knapper Kürze alles das zu bieten, was seinen zahlreichen Lesern von Interesse und von Nutzen sein dürste. — Auswärtige Leser bitten wir bei der Post ihre Bestellung vor dem 28. d. M. ausgeben zu wollen, damit die Nachgebühr von lO Psg. weg- fällt, welche die Post für alle die Bestellungen erhebt, welche nach obigem Datum aufgegeben werden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, falls keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, den „Anzeiger" auch für die Folge weiter senden und den Betrag hierfür durch Quittung erheben lassen. Neuhinzutrctcnde Leser erhalten den Anzeiger vom Tage der Bestellung bis Ende dieses Monats umsonst zugestellt. Hochachtend Aerlag des „Kietzencr Anzeiger" Brühl'sche Druckerei, Schulstr. 7. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Die ordentliche Jahres-Sitzung deS Kreistages des Kreises Gießen findet SamStag den 28. d. MtS., Vormittags 10 Uhr in dem Negierungsgebäude dahier mit folgender Tagesordnung statt: 1. Wahl der Mitglieder und Ersatzmänner der Einschätzungscommission für die erste Abtheilung der Einkommensteuer aus 3 Jahre in den Steuercommissariatäbezirken Gießen, Landgemeinden dieses Bezirks (4 Mitglieder und 2 Ersatzmänner), Grünberg (3 Mitglieder und 2 Ersatzmänner) und Hungen (4 Mitglieder und 2 Ersatzmänner). 2. Ergänzungswahl zum Kreis-Ausschusse (Ende 1889 haben duszutreten die am 12. December 1883 gewählten Mt- aliedec Beigeordneter Keller-Gießen, Rechtsanwalt vr. Gutsleisch-Gießen und Bürgermeister FuchS- Lollar f). 3. Ergänzungüwahl zum Provinzialtage. (Die Mitglieder Rechtsanwalt Dr. Gutsleisch-Gießen, Landgerichtsrath Holzapsel-Gießen und Freiherr Adalbert v. Nordeck zur Rabenau in Friedelhausen, deren Wahlperiode von 1884 bis 1889 lies, haben Ende 1889 auszutreten und ist für sie eine Ergänzungswahl auf 6 Jahre vorzunehmen; von den seit 1887 in Function befindlichen Mitglieoern sind Rechtsanwalt, jetziger Ministerialrath Dr. Dittmar außerhalb des Kreises verzogen und Oberbürgermeister Bram m-Gießen gestorben. Für diese beiden sind Ersatzwahlen mit Gültigkeit bis Ende 1892 vorzunehmen.) 4. Wahl von 2 Mtgliedern und 2 Stellvertretern für die verstärkte Ersatz-Commission. 5. Vorlage der Kreiskafierechnung pro 1888/89; hierzu Bericht des Kreis-Ausschusses über die Verwaltung und den Stand der Kreisverbands-Angelegenheiten; Genehmigung der vorgekommenen Credit-Ueberschrei- tungen zu Lasten der nachgewiesenen Deckungsmittel. 6. Festsetzung des Kreiskasse-Voranschlags für 1890/91. Gießen, den 23. December 1889. Der Vorsitzende des Kreistages des Kreises Gießen. v. Gagern. ____ Bekanntmachung. Großherzogltches Ministerium des Innern und der Justiz hat dem Ortsvorstande zu Allendorf a. d. Lda. die Er- laubniß ercheilt, in Verbindung mit dem im Frühjahr 1890 daselbst stattfindenden Markte eine Derloosuna von Vieh und landwirthschaftlichen Gegenständen zu veranstalten. Es dürfen dabei höchstens 5000 Loose A 1 zur Ausgabe gelangen und müssen mindestens 70% des Bruttoerlöses aus den Loosen zum Ankauf von Gewinnsten verwendet werden. Der Vertrieb der Loose ist im Großherzogthum gestattet. Gießen, den 21. December 1889. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gießen, am 19. December 1889. Betreffend: Ausbildung von Obstbaumwärtern. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gieszen an die Grosth. Bürgermeistereien des Kreises. Der landwirthschastliche Bezirksverein Gießen hat in dem Voranschlag pro 1889/90 eine Subvention von 700 JL für junge Leute, welche an einem Obstbaumwärter - Cursus Thell nehmen, in Ausgabe vorgesehen. Der Betrag von 300 JC. ist zu diesem Zwecke dem landwirthschaftlichen Bezirksvereine von der Sparkaffe zu Grünberg unter der Bedingung zur Versügung gestellt worden, daß auch jungen Leuten aus den zum Sparkaffebezirk Grünberg gehörenden Orten zum Besuche eines Obstbaumwärter-Cursus die entsprechende Subvention bewilligt wird. Bewerber um Bewilligung dieser Subventionen aus den zum Kreise Gießen und den zum Sparkaffebezirk Grünkerg gehörenden Gemeinden der Kreise Alsfeld und Schotten werden zur alsbaldigen Einreichung ihrer Gesuche und etwaigen Zeug- niffe bei der betr. Bürgermeisterei unter dem Ansügen ausgefordert, daß unter mehreren Bewerbern die Priorität der Anmeldung Anspruch auf vorzugsweise Berücksichtigung gibt und daß die Subvention namentlich unbemittelten Personen zugewendet werden wird; zugleich ist von den Bewerbern anzugeben, welchen Obstbaumwärter-Cursus sie besuchen wollen und welcher Subvention sie zu diesem Behufe bedürfen. Der Lehrcursus für Obstbaumwärter bei Baumschulenbesitzer Th. Jäger zu Bensheim a. d. B. beginnt im Monat März und endet im Monat Mai 1890. Der Sommer-Cursus beginnt daselbst im Monat August und dauert 3 Wochen. Die Unterrichtszeit dauert daher 2 Monate und 3 Wochen in Beusheim. Der Obstbaucursus an der Ackerbauschule zu Friedberg dauert nur 8 Wochen, von welchen 5 Wochen auf die Zeit von Anfang April bis Mai und 3 Wochen in den Monat August fallen. Junge Leute, die an dem Obstbaumwärter-Cursus in Bensheim Thell nehmen, erhalten daher eine höhere Subvention (bis zu 100 J4) als Diejenigen, die an dem Obst- bau-Curius zu Friedberg Theil nehmen (70 bis 80 »&). Die Großh. Bürgermeistereien werden ersucht, dieser Bekanntmachung die thurllichste Verbreitung zu verschaffen, Anmeldungen entgegenzunehmen und dieselben unter Begutachtung der Gesuche an den Unterzeichneten spätestens bis zum 1. Februar 1890 einzusenden, damit die Gesuche dem AuSschuffe zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt werden können. Feuilleton. Hessische Dichter der Kegeuwari. Von Dr. Ella Mensch. X. ^Nachdruck verboten.^ An Lyrikern hat es uns in Hessen wie im übrigen Deutschland zu keiner Zeit gefehlt. Am Rhein, im Odenwald, im Vogelsberg singt und klingt es aller Orten. Karl Müller aus Alsfeld (Dekan), der Bruder des in einem früheren Artikel genannten Dramendichters, mag den Reigen eröffnen. „Aus Natur und Leben" heißt die Sammlung von Gedichten, welche im vergangenen Jnhre in Leipzig bei Gust. Wvlf erschienen ist. Das Bewußtsein des innigen Zusammenhangs, welches zwischen dem wechselnden Leben der Natur und den Stimmungen des Menschen besteht, ist der rothe Faden, der sich durch diese Poesie windet und ihren Titel rechtfertigt. Wenn in den Gedichten „Frühlingsrus" — „Am ersten Frühlingstag" — „Frühlingsdrang" — „Sommer" — „Im Herbste" die stillen Gefühle des Herzens ihr Gleich inß und Widerspiel im Werden und Vergehen der Natur- schönheiten suchen, so sind andere, wie z. B. „Aus dem Leben der Lerche" — „Das Ende der alten Eiche", mehr objective poetische Schilderungen, hervorgegangen aus der Liebe und dem Verslä.ndniß für das Wesen und die Daseinsbedingungen aller Erscheinungen in Wald und Au. Wie milder Abendsonnenschein ruht es auf den Strophen, welche dem Entschwundenen, der Erinnerung des Einst gewidmet sind. Als Probe dieser Art führen wir an „Das Kreuz": „Ein Kreuz sah ich vom Thurme blinken, Wann ich als Kind zur Hetmath kam, Von ihm die zarte Liebe winken, Die dort mich in die Arme nahm. Ein Kreuz sah ich alS Jüngluig glänzen, Worunter treu ein Herz mir jcbluo, Zum Schmuck es gern bet Feptagslänzen Ein engejretnes Mägdlein trug. Etn Kreuz seh' ich auch heute wieder, Doch mein’ ich mir die Augen blind, Weil still das Herz und starr die Glieder, Die unter ihm begraben sind." Es ist kein großer Prunk und Glanz in Karl Müllers Liedern, aber sie erfreuen uns wie ein Strauß frischer, würziger Feldblurnnn. Verwandte Klänge hören wir in den „Glockentönen" von Julius Magewirth, einem geborenen Wormser, jetzt Oberpfarrer in Bad Homburg. Diese geistlichen Dichtungen wandeln ganz in den Bahnen, welche Karl Gerock mit seinen „Palmblättern" eingeschlagen hat. Unter dem Titel „Harfen töne" soll demnächst von Magewirth eine Serie weltlicher Lieder erscheinen. Wenn wir jetzt Karl Schäfer nennen, so sprechen wir einen Namen aus, der sich schon seit einer Reihe von Jahren eines guten, hellen Klangs im Hessenlande zu erfreuen hat. Karl Schäfers dichterische Thätigkeit, die bis jetzt wohl ihren lichtvollsten Ausdruck in den unter dem Titel „Heiderosen" veröffentlichten Gedichten gesunden hat, liegt noch nicht vor uns wie ein abgeschlossenes, fertiges Buch. Jedes Jahr reicht dem Poeten vielmehr neue Sangesblumen. Auf Ernst und Scherz werden wir seine Leier gestimmt finden, wenn wir in den „Heiderosen" blättern. Unter dieser Aufschrift ist zusammengefaßt, was an Gedanken- ttnd Stimmungsbildern durch des Dichters Sinn und Herz im Laufe der Jahre gezogen ist. „Ernste Weisen", „Waldhornklänge", „Bunte Blätter", rücken sie uns nahe die kleine und die große Welt, die Schäfer zu poetischem Dasein weckt. In dem zweiten Theil des Buches, betitelt: „Aus vergangenen Tagen" sind es vorzugsweise historische ©eenen und Personen oder doch die Erinnerungen an solche, welche das Interesse des Lesers fesseln. Der patriotische Geist und der frische, kräs- tige Ton, der sich in dieser Poesie geltend macht, ließ viele dieser Gedichte zur Aufnahme in Schullesebücher als geeignet erscheinen. Ich halte dies für einen außerordentlichen Vorzug. Etwas schöneres kann meiner Ansicht nach gar keinem Schriftsteller begegnen, als der Heranwachsenden Jugend zur Belehrung und Erbauung zu dienen, denn für die Jugend ist gerade nur das beste gut genug! Ein Gedicht z. B. wie das: „Am Grabe der Landgräfin Karoline von Hessen" kann seinen Platz in den hessischen Schulbüchern sehr wohl neben den Erzeugnissen der schwäbischen Dichterschule behaupten. Wie gut hat sich hier Schäfer auf den Gebrauch der alten Nibelungenstrophe verstanden! Man höre die Einleitung: „Zu Darmstadt ist beim Schlosse ein schattenreicher Pmk, Mit Teich und Wasserrosen, mit Bäumen hoch und stark. Hier lugt im Epheudüster in stiller Einsamkeit Ein Gl ab mit einer Urne aus längst vergangener Zeit . . ." Karl Schäfer, ein Odenwälder Kind, zu Brensbach stand seine Wiege, hat diesem Stück Heirnathserde eine tiefe, warme Anhänglichkeit bewahrt. Zum Odenwald zieht ihn feine Liebe immer wieder aufs neue; ihm entnimmt er am liebsten seine Motive, wie das auch die Prosaerzählung: „Zu Böll- stein auf der Hohe" und die neuerdings von ihm angekündigte epische Dichtung „Elsa von Rodenstein" beweist. Herzlichen Ausdruck verleiht dieser Liebe zum Odenwald das frische Lied: „Mein Odenwald, wie bist du schön". Wie gut Schäfer sich auch aus's Humoristische versteht, lehren Gedichte wie: „Der Griesheimer Kukuk" und das „Frankensteiner Esels- lehn", welche beide zuerst durch die Recitation des Herrn Hofschauspieler Edward in weitere Streife drangen. Was Karl Schäfer dem Odenwald, ist Elard Briegleb, Pfarrer und Dekan zu Pfeddersheim bei Worms, dem Vogelsberg geworden, speeiell dem Oberwald. Wir setzen eins seiner frischen flotten Lieder, die sich trefflich für Touriftenkehlen. eignen, hierher: Zugleich ersuche ich Sie weiter, sich zu bemühen, geeignete Zöglinge für die genannten Obstbau-Curse ausfindig zu machen und zur Anmeldung zu veranlassen. Jost. Deutsche Weihnachten $889. Langsam senket sich die stille, die heilige Nacht zur Erde hernieder. An des Himmels weilgespannter Kuppel erglühen der leuchtenden Sterne unendliche Zahl und im verdunkelten Zimmer des festgeschmückten, trauten deutschen Heimes erstrahlt jetzt in Kerzenhelle der treue deutsche Tannenbaum. Sie feiern das schönste Familienfest des ganzen Jahres, das Weihnachtsfest nach alter deutscher Weise, das deutsche Fest, wie es nur in Germaniens Landen die Jungen und Alten zu feiern verstehen. Sie feiern es alle im frohen Familienkreise und sie freuen sich der Freude der Anderen und der glückstrahlenden Mienen der Kinder. Und alle die ernsten Männer und oft sorgeerfüllten Frauen, sie haben die Sorgen und Mühen des Alltagslebens draußen gelassen und sich geeint in Liebe und Eintracht, um sich zu freuen mit den Fröhlichen, um sich zu sonnen in den strahlenden Mienen der Kleinen und Kleinsten. Ist doch das deutsche Weihnachtsfest — wie es so himmelweit verschieden von der meist bedeutungslosen Feier der übrigen Völker — das Fest der Familie, des Hauses und vor Allem der Kinder. Wer möchte sie miffen, die freudestrahlenden Kindermienen, wer möchte das Jauchzen, das Dankesstammeln der Kleinen, das wie ein Sonnenblick selbst das dunkelste Herz erfüllt, hinwegwünschen aus der Weihnachtsfeier! Werden wir doch selbst wieder jung bei dem Anblick dieses ungesuchten, unbewußten Glückes, welches die kleine Welt empfindet, bei der kindlichen Naivetät, die eine Welt der Zufriedenheit und Freude findet in jenen Kleinigkeiten, die an und für sich geringwerthig ihren hohen Werth erlangen dadurch, daß sie von liebender Vater- und Mutterhand bescheert worden. Der Deutsche, der sein Haus und Heim und das traute Familienleben vielleicht mehr als jede andere Nation zu schätzen weiß, für ihn ist auch das Weihnachtsfest die Krone aller Feste. Denn an diesem Feste en:-, faltet das Haus alle seine Reize und führt uns zu uns selbst, zum Frieden des häuslichen Heerdes zurück. Die wohl- thuende Wärme des Familienzimmers, die der Unbilden des Wetters da draußen spottet, der lichterstrahlende Christbaum, der der Dunkelheit da draußen wehrt, sie sind die Symbole der Segnungen, die eine geordnete Häuslichkeit den Menschen zu gewähren vermag. Und während an anderen Festtagen die Menschen je nach Zufall oder Laune sich zu zerstreuen pflegen, rücken sie am Weihnachtsfeste enger aneinander und Jeder hat für Jeden einen freundlichen Blick, ein freundliches Wort. ——w/Miw nmni j nirmi umirhiHi—r»»i Auch unsere Neichsboten sind von gesetzgeberischer Thätig- keit in die Helmath zurückgekehrt, um das Christfest mit den Ihren zu begehen. Für eine Weile ruht nun auch die hohe Politik, die uns diesmal glücklicherweise keine besondere Weihnachtsüberraschung bescheert hat. Und auch in jenen Hütten und Häuschen der Männer, die in ihrem gefahrvollen Berufe die schwarzen Schätze der Erde aus dem Schoß herausholen, flimmern die Kerzen des Christbaums, wie im Hause der Neichen. Alldeutschland gleicht heute einer einzigen großen Familie, deren Glieder sich alle zu gleicher Feier verbunden. Wenn doch bei dieser Weihnachtsfeier alle die Herzen weich werden möchten, daß sie vergäßen gegenseitiger erlittener Unbill, wenn sie doch versöhnend den Schleier des Vergessens über Vergangenes breiten und in gegenseitigem Entgegenkommen das anbahnen möchten, was uns das Weihnachtsfest verheißt: den dauernden Frieden! Und was hier gilt, das trifft nahezu auf alle Verhältnisse im lieben Vaterlande zu. Gegensätze überall und ungeachtet der friedlichen Weihnachtsfeier, die sie ja alle mitfeiern, das Bestreben, diese Gegensätze zu verschärfen. Die goldenen Worte der christlichen Lehre, die auf dem erhabensten Principe alles Seins, auf de^Nächstenliebe wurzelt, die am schönsten im Weihnachtsfeste zum Ausdruck gelangt, sie sollen doch nicht bloßer Schall, schöner Worte leerer Klang sein. Duldung, gegenseitige An- Sommerleben im Oberwald. Mein Oberwald, wie bist du schön, Dahingelagert auf den Höhn, Und stehst voll Saft und Kraft, In ewig frischer Frohnatur, Die wunderbar auf Tritt und Spur, Hantiert mit Meisterschaft. Das singt und klingt und jubilirt Und schwirrt und girrt und musicirt In heller Morgenfrüh', Und eilend kommt der lust'ge Wind Und bläst durch alle Zweige lind In schönster Harmonie. Ich strecke mich dahin in's Gras Und denke dies und denke das Und bleib' bet Einem steh'n, Mein Oberwald voll Duft und Saft Und ewig frischer Jugendkraft, Wie bist du doch so schön! In voller, frischer Blüthe steht bei uns zu Lande die Dialectdichtung, sie verdient eigentlich eine besondere Betrachtung, und für später behalten wir uns solche vor. Diesmal begnügen wir uns mit der Bemerkung, daß unter den Dichtern, welche in hessischer Mundart schreiben, in erster Linie stehen: Friedrich v. Trais (Pseudonym für Friedr. Wilh. Möbius) aus Gießen mit seinen „Heimathklängen aus der Wetterau" und Karl Schaffnit, welcher die Schwankliteratur durch seine Gedichte in der Darmstädter Mundart um hübsche Muster bereichert hat. Die vierte Auflage, welche jetzt die unter dem Titel „Allerhand Späss'" herausgegebene Sammlung erlebt, ist ein beredtes Zeichen des Beifalls, den sich diese Poesie in kurzer Zeit erworben hat. erkennung, friedliches Nebeneinander predigt ja auch das Weihnachtsfest; möchten doch alle seine Lehre beherzigen, die zur Ausgleichung bestehender Gegensätze berufen und befähigt sind. Sie sind es dann, die der Welt dereinst das schönste Weihnachtsfeft befcheeren, die den Frieden chuf Erden wenigstens anbahnen. Weit entfernt sind wir ja auch noch vom ewigen Völkerfrieden und unsere Generation wird ihn kaum noch schauen. Aber ein friedliches Nebeneinander der Glieder eines jeden VvlkeS ist wohl denkbar und mit gutem Willen erreichbar. Möge ein Abglanz des friedlichen Strahles des Weihnachtsfestes alle die begleiten, die auf der Zinne der Partei stehen, mögen wir alle, wie um, das Weihnachtsfeft in deutschen Landen vereint, stets gedenken, daß wir ja alle eines Stammes und eines Volkes. Wir aber wollen auch heute nicht unterlassen, dem lieben deutschen Leser und der deutschen Leserin des deutschen Weihnachtsfestes frohen Gruß zuzurufen: Recht frohe Feiertage! politische Ueversicht. Gießen, 24. December. Der Kaiser ist von seiner neulichen, durch Erkältung herbeigeführten Unpäßlichkeit wieder vollkommen genesen und befindet er sich bei bester Gesundheit. Auf dem Gebiete der inneren Politik herrscht vollständige Weihnachtsstille und giebt es demnach über die schwebenden politischen Tagesfragen für jetzt absolut nichts Neues zu berichten. Nur die Bergarbeiter-Bewegung zieht die Aufmerksamkeit noch einigermaßen auf sich, obschon auch hier die Meldungen nicht mehr zu viel des Neuen oder Beunruhigenden auszuweisen haben. Eine Mittheilung in der „Köln. Ztg." besagt, daß in den Gruben der Berginspectionen 1 bis 6 des Saarbrückener Revieres ein Bekanntmachung der königlichen Bergwerksdirection angeschlagen wurde, wonach diejenigen Arbeiter, welche bis Montag, den 23. December, nicht wieder angefahren sein würden, als freiwillig aus dem Grubendienste ausgeschieden betrachtet werden sollen. Soweit sich dies Vorgehen der Bergbehörde für den Fernerstehenden beurtheilen läßt, scheint es nach Lage der Sache nicht ungerechtfertigt zu sein, denn behördlicherseits ist man den bekannten Forderungen der strikenden Bergleute des Saar-Revieres bis zur äußersten Grenze der Möglichkeit entgegengekommen und wenn nun trotzdem ein Theil der Strikenden noch immer die Wiederaufnahme der Arbeit verweigert, so ist es der Bergwerksdirection gerade nicht zu verdenken, wenn sie endlich energisch gegen diese widerspenstigen Elemente vorgeht. Was übrigens das von den Bergleuten des Saargebietes an den Kaiser gerichtete Jmmediat-Gesuch anbelangt, so hat dasselbe noch keine materiellen Folgen gehabt, da, wie es heißt, die Begründung der Klagen und Beschwerden der Bergleute in zu allgemeinen Ausdrücken abgesaßt gewesen sei und sollen daher diese Beschwerden erst noch näher untersucht werden. Es bestätigt sich, daß die Wiener Regierungskreise eine neue Versöhnungsaction zwischen den Deutschböhmen und den Czechen einleiten und daß dies Bemühen bei keiner der beiden betheiligten Parteien von vornherein auf Zurückweisung stößt, scheint auch richtig zu sein. Zunächst handelt es sich aber bloß um „Fühler" und namentlich wird es darauf ankommen, wie sich die deutschböhmischen Abgeordneten zur Frage ihres Wiedereintrittes in den Prager Landtag stellen werden, denn auf dieser Grundlage allein können sich die weiteren Vermittelungsversuche zwischen Deutschen und Czechen entwickeln. Ueber das fernere Verhalten der ersteren wird der auf den 26. Januar nach Teplitz einberufene allgemeine Parteitag der Deutschen Böhmens entscheiden. In Italien hat die „Jrredenta" in voriger Woche anläßlich der Wiederkehr des Jahrestages der Hinrichtung des Attentäters Oberdank überraschende Beweise ihrer Lebensfähigkeit gegeben. Es ist nicht nur in der Deputirtenkammer zu stürmischen, von den Parlamentarischen Vertretern des „unerlösten Italiens" verursachten, Scenen gekommen, sondern auch im Lande haben zahlreiche irredentistische Demonstrationen aus Anlaß der Oberdank-Feier stattgefunden. Selbstverständlich kann die italienische Regierung für dieses provocirende Verhalten der einheimischen Chauvinisten nicht verantwortlich «W-IWIH II ■! II ■ I r TW.1 Wir halten es für angemessen, nunmehr mit unseren Betrachtungen, welche den Zweck hatten, Hessens literarische Bedeutung den Landeskindern in einer Reihe von Bildern vor Augen zu rücken, für's erste abzuschließen. Das Kapitel ist mit diesem Cyclus freilich keineswegs erschöpft, und wir hoffen, daß es uns noch vielfach Gelegenheit zu weiteren Erörterungen bieten werde. Die schriftstellernden Frauen Hessens erheischen ja auch noch nähere Betrachtung, und wie mancher, der unserer aufgestellten Galerie zur Ehre gereichen dürste, weilt vielleicht noch im Verborgenen und wir werden seiner erst ansichtig, wenn auswärtige Zeitungen seinen Namen bringen. Wie bezeichnend sagt einmal die in Darmstadt lebende Schriftstellerin Charlotte v. Klipstein: „Propheten gelten nichts im Vaterland, Drum wandern sie oft aus. Und klinget dann vom fernen Strand Ihr Ruhm dereinst nach Haus, Ist's Vaterland doch stolz fürwahr, Daß die Propheten es gebar." — Die Schönheits - Concurrenz ist aus der Mode gekommen. Der „Rappel" berichtet, daß nunmehr eine andere Eigenschaft des zarten Geschlechts in die Schranken geführt werden soll. Eine belgische Dame, Namens Voyd, will ein „W ettrennen der geläufigen Zungen" veranstalten, zu dem natürlich nur Damen zugelassen werden. Den Preis erhält, wer in einer Stunde die meisten Worte vor der Jury ausgesprochen hat. gemacht werden, nur wird man erwarten dürfen, dasi. sie dem gefährlichen Treiben derselben nach wie vor scharf aufpaßt. Die „Times" meldet aus Zanzibar, daß der egyptische Regierungsdampfer „Mansurah" am 22. December in Zanzibar eintraf, um das Gefolge Emin Paschas, 99 Männer und 133 Frauen und Kinder, in Mombassa einzuschiffen und nach Egypten zu befördern. Emin Pascha befindet sich besser, doch ist er noch nicht rcisefähig, auch seinem am gastrischen Fieber erkrankten Arzt und Reisegefährten, Dr. Parke, geht es etwas besser. Deutsches Reich. Darmstadt, 23. December. Seine Königliche Hoheit öer Großherzog sind gestern Nachmittag 5!/4 Uhr aus England hierher zurückgekehrt. — Seine Königliche Hoheit der Erbgr oßherzog sind in Begleitung des Amtmanns Römheld am Samstag Abend von Leipzig hier cingetroffen. Berlin, 22. December. Da vom 1. April n. Jr. ab drei Jägerbataillone, das vierte (Naumburg), neunte (Ratzeburg) und zehnte (Goslar) in den Bereich des 15. Armeecorps übertreten, um in Colmar vereinigt zu werden, so stehen dann im Bereiche der Reichslande unter Einschluß des schon seit Jahren in Zabern garnisonirenden 8. Jägerbataillons im Ganzen vier Jägerbataillone. Diese Zahl erscheint für deutsche Begriffe insofern eine nicht unbeträchtliche, weil unter normalen Verhältnissen ein deutsches Armeecorps nur ein Jägerbataillon in seiner Ordre de bataille aufweist. Ausnahmen bestehen hinsichtlich des Garde- und 9. Armeecorps, sowie der beiden bayerischen Armeecorps, die je zwei Jägerbataillone, und des 12. (sächsischen) Armeecorps, das deren drei besitzt. Aber zieht man die entsprechenden Verhältnisse auf französischer Seite in Betracht, so ergibt sich die Thatsache, daß den vier Jägerbataillonen in den Reichslanden nicht weniger als zehn Jägerbataillone im Bereiche des 6. Armeecorps, welches die französische Ostgrenze deckt, gcgenüberstehen. Es sind dies die Jäger- bataillone Nr. ], 2, 4, 9, 10, 15, 17, 19, 25 und 26. Es kommt hinzu, daß diese Jägerbataillone sich sämmtlich auf einem erhöhten Etat von 6 Compagnien befinden, so daß im Ganzen 60 französische Jägercompagnien im Bereiche des 6. Armeecorps gegenüber 16 deutschen Jäger-Compagnien in den Reichslanden in Rechnung gestellt werden müssen. Diese auffallende Anhäufung von Elitebataillonen an der Grenze dürste aber sranzösischerseits nicht nur dem naheliegenden Gedanken entspringen, gerade in dem wälderreichen und gebirgigen Vogesengebiet eine zu Grenzschutzzwecken besonders geeignete Truppe zur Hand zu haben, sondern auch von der Absicht geleitet sein, der zahlreichen Cavallerie mehrere Jägerbataillone im Ernstfälle beizugeben, um dieselbe nach russischem Vorbilde geschickter und unabhängiger für größere Unternehmungen zu machen. Auf diese Absicht deutet auch die Zusammenfassung einer größeren Anzahl von Jägerbataillonen zu einem Verbände hin, wie dies bei den diesjährigen großen Herbstübungen des französischen 6. Armeecorps schon der Fall war. So waren der 21. Brigade vier, der 22. Brigade drei und der 1. Brigade zwei Jägerbataillone zugewiesen. Allerdings könnte hieraus ebensogut die Folgerung gezogen werden, daß es geplant sei, größere Massen leichter Truppen den Infanterie-Divisionen beizugeben, um deren Gefechtswerth zu erhöhen. Jedenfalls hat aber die außergewöhnlich starke Ausstattung des 6. französischen Armeecorps mit Jägerbataillonen die Aufmerksamkeit unserer militärischen Behörden auf sich gezogen und ist in erster Linie die Veranlassung gewesen, auch unsererseits auf eine stärkere Belegung der westlichen Grenze mit Jägerbataillonen bedacht zu sein. Ausland. Petersburg, 21. December. Ein soeben publicirter kaiserlicher Ukas beauftragt den Finanzminister, folgende Reichs- schatz-Billete der Vernichtung zu übergeben, welche als Zahlung eingelaufen und beim Austausch zurückgeblieben sind: für 3 Millionen Rubel-Billete mit dem Jahrestermin 1891, 3 Millionen Rubel-Billete mit dem Jahrestermin 1895 und 12 Millionen Rubel mit dem Jahrestermin 1896, in Summa 18 Millionen Rubel. Auf diese Weise wird der Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben des Jahres 1888 in Höhe von 34,170,000 Rubel verausgabt sein, und zwar 13,825,000 Rubel für Tilgung der Schuld bei der Reichsbank und 18 Millionen für Herabminderung der dette flottante. Der Ueberschuß von 2,345,000 Rubel soll, wie verlautet, zum außerordentlichen Hülfssonds hinzugeschlagen werden und zwar behufs Deckung der Ausgaben beim Bau und bei Verbesserungen der Eisenbahnen und Handelshäfen. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Burcau. Berlin, 23. December. Der Kaiser, der wieder völlig hergestcllt ist, hörte Vormittags Vorträge des Civil- und des Militär-Cabinets. Berlin, 23. December. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht einen Erlaß des Ministers Lucius an die Landesbehörden, worin augeordnet wird, daß behufs Abwehr der unter der Bezeichnung „Influenza" begriffenen Pferdekrankheiten (Brustseuche, Pferdestaupe, Skalma) Ausbruch und Erlöschen der Krankheit schleunigst im Kreisblatte veröffentlicht, den Vorständen der Gestüte wie den Generalcommandos Nachricht gegeben und dem Minister über den Stand alljährlich am Jahresschlüsse Bericht erstattet werde. Danzig, 23. December. Dr. Wehr hatte am Samstag Nachmittag bald nach seiner Einlieferung eine zweistündige Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter, Landgerichtsrath Thun, und verblieb alsdann in Untersuchungshaft. Saarbrücken, 23. December. Auf den Gruben Kohlwald, König, Reden, Jtzenplitz, Schwalbach, Camphausen, Maybach, Friedrichsthal, Göttelborn, Heydt, Sulzbach, Dnd- weiler und Louisenthal wurde die Arbeit heute wieder ausgenommen. Auf den Gruben Heinitz und Dechen beginnt die Arbeit aus behördliche Anordnung erst nächsten Freitag. Köln, 23. December. Nach einer Meldung der „Atom. Ztg." aus Saarbrücken haben die verurtheilten Borsteher des Rechtsschutzvereins, Marken, Bachmann und Müller, die Bewilligung erhalten, am 2. Januar wieder anzufahren. München, 23. December. Die „Allg. Ztg." vernimmt, der C u l t u s m i n i st e r nehme zur Wiederherstellung seiner Gesundheit einen längeren Urlaub. Der Finanzministcr vertrete den Cultusetar zunächst im Finanzausschüsse. Wien, 23. December. Der Kaiser unb die Kaiserin sind mit der Erzherzogin Marie Valerie und dem Erzherzog Franz Salvator heute in Miramarc eiugctrofsen. Wien, 23. December. Für die vom Futtermangel betroffenen Gemeinden in Galizien, Schlesien und in der Bukowina wurden durch eine kaiserliche Entschließung 20,000 Meter-Centner Rohsalz bewilligt. — Erzherzog Eugen reiste nach Lissabon ab, um den Kaiser bei der Krönungsseier zu vertrete«; derselbe wird auf seiner Rückreise die Königin - Regentin in Spanien besuchen. Wien, 23. December. Nach weiteren Mittheiluugen über den Tod Försters, dessen Leiche auf dem Hochreit- kogel aufgefunden wurde, hat Förster, welcher seine freien Tage mit Vorliebe im Semmeriughotel verlebte, gestern Nachmittag einen Spaziergang unternommen, von dem er nicht zurückkehrte. Prag, 23. December. Die altczcchischcu Organe pub- liciren eine Resolution des Tukyclubs, welche das Fernbleiben der deutschen Abgeordneten vom Landtage bedauert. Der Landtag würde die Wünsche und Vorschläge der Deutschen ohne Voreingenommenheit geprüft, die Gleichberechtigung, den Ausgleich der beiden Volksstämme angestrebt haben, der für Pöhmen und das gejammte Reich gleich uothwendig wäre. Triest, 23. December. Das Kaiserpaar, Erzherzogin Marie Valerie und Erzherzog Franz Salvator begaben sich an Bord des „Greif" zu der in der Muggiabucht ankernden Flotten Division. Der Kaiser, begleitet von dem Erzherzog Franz Salvator, inspicirte die Kriegsschiffe „Saida" und „Laudon" und ließ alsdann einige Schiffsmanöver ans- führen. Nach Miramare zurückgekehrt, ließ der Kaiser vom Bord des „Laudon" signalisiren : „Ich belobe meine Marine!" Der Commandant des deutschen Schiffes „Wacht", Graf Baudissin, wurde dem Kaiser an Bord des „Laudon" vorgestellt. Die übrigen in den österreichischen Gewässern anwesenden deutschen Marineoffiziere wohnten den Hebungen an Bord des „Nautilus" bei. Paris, 23. December. Das Befinden des Präsidenten Car not hat sich soweit gebessert, daß derselbe voraussichtlich Donnerstag dem Ministerrathe wird beiwohnen können. London, 23. December. Vor dem Polizeigericht in der Bowstreet erschien heute Rechtsanwalt Arthur Newton, sowie dessen Gehilfe Taylerson und Dolmetscher Galla, welche angeklagt waren, mehrere Telegraphenbote zum Verlassen des Landes veranlaßt zu haben. Sie wollten hierdurch verhindern, daß die letzteren in der bekannten Clevelandstreet- Scan da las faire als Zeugen gegen gewisse Personen aufträten. Die Verhandlungen gegen Newton und Genossen wurden aus 14 Tage vertagt. Charleroi, 23. December. Der Strike der Kohlengrube n - A r b e i t e r nahm heute früh eine bedeutende Ausdehnung an. In den Kohlengruben Mambourg, Rochelle, Fleurus und Lambuesart ist vollständiger Strike, in Amer- coeur, den vereinigten Gruben Sucre de Madame, Pays de Liege, Trienkaisin, Baymont, Ormont und Bourbier theil- weiser. Die Zahl der Strikenden beträgt ca. 0600. Für morgen wird eine weitere Ausdehnung des Strikes befürchtet. Ruhestörungen sind nicht vorgekommen. Rom, 23. December. Die „Riforma" meldet: Der russische Minister des Aeußeren, Herr v. Giers, besuchte den italienischen Botschafter Baron Marvchctti, um sein Bedauern darüber auszudrücken, daß der frühere italienische Botschafter Greppi ein an ihn gerichtetes Höflichkeitsschreiben voll Giers zu einer polemischen Waffe gegen die italienische Regierung benutzte. Die „Riforma" erfährt weiter, diese freundschaftlichen Erklärungen stimmten mit dem Verhalten der italienischen Regierung überein, welche Greppi pcnsionirte, weil er es nicht verstand, die italienisch-russischen Beziehungen im Geiste jener Herzlichkeit zu pflegen, welche die italienische Regierung beabsichtigte und welche in den internationalen Banden Italiens keinerlei Hinderniß finden. — Der „Opinione" zufolge sind die letzten irredentistischen Erinnerungsfeste republikanische Kungebungen, welche dahin zielen, der monarchischen Regierung Verlegenheiten zu bereiten ; dieselben könnten jedoch weder die Mianzpolitik, noch die herzlichen Beziehungen beider Länder beeinträchtigen. Lissabon, 23. December. Das brasilianische Alaiserpaar begab sich gestern Nachmittag nach Coimbra, wo es zwei Tage verbleibt. Es besucht dann Oporto, vielleicht auch Braga und reist sodann nach Pau. Die Kaiserin machte den Königinnen Amelia und Pia Abschiedsbesuche. Man verheimlicht dem Kaiser die Nachrichten aus Rio, betreffend die Landesverweisung und die Dotations-Suspension. Konstantinopel, 23. December. Die Quarantäne für die am 17. December und späterhin aus Bassora und dem persischen Golfe abgegangenen Schiffe ist auf 5 Tage herabgemindert, welche dieselbe im Lazarethhafen zu verbringen haben. Zanzibar, 23. December. Nach einer Meldung des Renter'schen Bureaus ist das Befinden Emins viel besser, jedoch ist der Kranke sehr geschwächt und ruhebedürstig. Die deutschen Aerzte halten es deshalb nicht für rathsam, daß er Bagamvyo vor drei Wochen verlasse. Rewyork, 23. December. Der ganze Geschäftstheil der Oelstadt P c t r o l e a Pennsylvanien) ist niedergebrannt. Der Schaden wird auf 100000 Dollars geschätzt. — Nach einer Depesche aus N i o ordnet das gegen Pedro erlaffene Verbann ungsdccrer die Einziehung seiner Güter an und verbietet den Mitgliedern der kaiserlichen Familie aus zwei Jahre, den Boden Brasiliens zu betreten. itocalcs rind provinzielles. Gießen, 24. December. — Der Thierschuh Verein für Gießen vertheilt auch in diesem Jahre an Schutzleute und Gensdarmen, die mehrere erfolgreiche Anzeigen wegen Thierquälerei machten, Geldprämien. Ebenso werden Dienstboten, welche längere Zeit bei einer und derselben Herrschaft sind und sich durch gute Behandlung der ihnen anvcrtrauten Thiere ausgezeichnet haben, prämiirt. Prämien erhalten: 1. Bommersheim, Schutzmann, 8 Mk 2. Dönges, // 8 3. G r a s m ü ck, // 8 4. Müller, // 8 // 5. O t t e r b e i n, // 8 tf 6. Weiß, ’f 8 tt 7. Konrad, Gensdarm, 8 // 8. Jacob Bongard, Dienstbote, 6 tt 9. Justus Ein hä user, tt 6 tt 10. Konrad Ho sfmann, n 6 tt 11. Philipp Kimmel, tt 6 tt 12. Heinrich Kämmerer, n 6 H 13. Jacob Rühl, tf 6 tt 14. Philipp Schneider, ff 6 tt 15. Christian Stiehl, ft 6 H 16. Ludwig Weller, ' n G ft T Lonys Bierkeller, der seit etwa drei Monaten geschlossen war, hat nunmehr wieder dem biertrinkenden Publikum seine Pforten geöffnet und zeigt sich jetzt dem Besucher in völlig veränderter Gestalt. Die Vergrößerung, welche die früheren Localitäten erfahren, besteht in einem, nach Entwürfen des Herrn Architecten L. Seultng ausgeführten stattlichen Anbau, der neben Wohnung rc. ein: Reihe mit einander verbundener, geräumiger Gesellschaftszimmer enthält. Die Einrichtung derselben ist ebenso practisch wie comfvrtabel und macht es möglich, daß mehrere Gesellschaften zu gleicher Zeit nebeneinander tagen können. Vom gemüthlichen Kneipstübchen bis zum Saal weist die ganze Wirthschaftsanlage alle erforderlichen Räumlichkeiten eines größeren Bierrestaurants auf und es erscheint solche als eine der ausgedehntesten und schönsten, welche in Gießen anzutreffen sind. Unzweifelhaft wird die jetzige Ausdehnung des Etablissements dazu beitragen, die Frequenz des Bierkellers, welcher ja von jeher von den Gießenern gern besucht war, bedeutend zu erhöhen. * Romrod, 21. December. Dic Gemeinde Romrod feierte gestern ein schönes Fest, nämlich das 50jährige Dienstjubiläum ihres ersten Lehrers Justus Ploch. Bei dem aus diesem Anlaß abgehaltenen Gottesdienste hatten sich Herr Kreisrath v. Grolman, Herr Decan Müller, Herr Schul- inspeetor Müller und viele Cotlegen des Jubilars, sowie viele Einwohner eingesunden. Der Kirchengesangverein trug einige Lieder vor. Nach dem Gottesdienst fand im Saale des Gastwirths.Schmidt ein Festmahl statt, während dessen dem Jubilar das Ehrenzeichen für 50jährige treue Dienste, die Glückwünsche des Ministeriums und der Kreisschulcommission, das Glückwunschschreiben des Obereonsistoriums, das Ehrenbürger-Diplom, ein Sopha, ein Ranchserviee, ein Album, von den Gemeinden Ulfa und Oberseemen eine Tablette mit Thce- serviee, 12 Thcelöffel und eine schöne Tischdecke überreicht wurden. Die Schüler überreichten ihrem Lehrer einen Regulator. Möge der Jubeltag dem Jubilar und der Gemeinde unvergeßlich bleiben. Vermischtes. Frankenberg, 18. December. Um für den Unfug des Neujahrsschießens sein Schießzeug in Ordnung zu bringen, versuchte heute ein junger Bursch in Röddenau einen alten Schuß aus einer Flinte ältesten Systems heraus- zubringen. Als dies durchaus nicht gelingen wollte, machte er in seiner Schlauheit einen eisernen Ladestock glühend, stieß mit demselben in das Rohr und erreichte auf diese Weise seinen Zweck. Daß durch den Erfolg seiner Bemühung auch seine rechte Hand zerschmettert wurde, ist wohl nicht wunderbar. Möge dieses traurige Ereigniß zur Warnung dienen und endlich dem Unfuge des Neujahrsschießens, das jedes Jahr seine Opfer fordert, ein Ende bereitet werden. Frankfurt a. M., 20. December. In der Kasfee- und Speisehalle wurden im November verbraucht: 1655 Psd. Mehl und Hülsenfrüchte, 3500 Pfd. Brod, 32,550 Stück Brödchen, 2190 Psd. Fleisch, 200 Pfd. Fische, ca. 1000 Stück Würste, 2255 Stück Eier, 615 Pfd. Zucker, 3026 Liter Milch. Wie wohlthätig die Anstalt für die Zwecke des Vereins'gegen den Mißbrauch geistiger Getränke wirkt, geht daraus hervor, daß im November 21,432 Tassen Kaffee ä 5 Pf. verabreicht wurden. — Eine Gänsegeschichte hat in dem Städtchen Mittenwalde viel Heiterkeit erregt. Am Montag Morgen begab sich die Frau des Kaufmanns Sucksdorf daselbst nach dem Gänsestall und fand zu ihrem Schrecken sämmtliche zehn stattliche Bratvögel leblos am Boden liegen; nur einige zuckten hin und wieder noch. Nun war der erste Gedanke, böswillige Hände hätten die Thiere vergiftet und schon sollte die heilige Hermandad zur Verfolgung der Thäter aufgeboten werden, als eine nähere Untersuchung ergab, daß die Gänse total betrunken waren. In der That hatte der Hausdiener früh Morgens in der Dunkelheit versehentlich Branntwein statt Wasser in das Trinkgefäß gegossen. Die Gänse erholten sich denn auch nad) einiger Zeit stimm:lich von dem Rausche. Berlin, 20. December. A b ft c H n n g eine s U n f u g s. Die Polizeibehörden sind angewiesen, dem Erscheinen von NeujahrSwünschen anstößigen Inhalts streng entgegenzutreten. Dic GeschästStreibendeu sind daher schon gewarnt worden, da'z solche Netljahrswünsche sofort beschlagnahmt werden sollen und ihre Verbreit »mg außerdem strafbar ist. Troisdorf, 14. December. Ein Schwarzer in seit Kurzem in der hiesigen Fabrik der Rh. W. Sprengstoff Actieu Gefell- fchast in Arbeit. Derselbe iit aus Nordamerika und der englischen, spanischen und deutschen Sprache mächtig. ES hat dem jungen Herrn viel Mühe gemacht, hier ein Logis zu bekommen, denn eS war den Kostwirthen bedenklich, den Schivarzen, der ein richtiger Neger ist, in Logis zu nehmen. Eine Kostwirthin drückte sich aus: „Nee, de soll mir äff er bat Deschdoch und die Laken (Betttücher) nct schwarz mache!" Paris, 19. December. Heute früh wurde der 19jährige Kaps, welcher am '0. October von den Pariser Geschworenen wegen zweier Mordthateu ztmt Tode verurtheilt wurde, auf dem Rtchtplatze vor dem Gesängniffe La Roquette gnil 1 o- tinirt. Der Andrang des gewöhnlichen PtibliclmtS der Hinrichtungen war Dank der empfindlichen Alältc sehr gering. Kaps zeigte keine Reue und ging entschlossen dem Tode entgegen. Uttiverfifäb - Nachrichten. Berlin. StaatSmtnister von GoSler hat in Berliner Gelehrtenkreisen die Herausgabe einer periodischen Zeitschrift angeregt, welche in gedrängtem Nahmen eine vollständige Bibliographie der Prähistorie geben, außerdem aber regelmäßige Berichte über neue Ausgrabungen und Funde aus Mittel-und Ostdeutschland, von der Ems und dem Neckar dis zum Riemen enthalten soll. Für daS Nheingebiet besteht bereits eine ähnliche Zeitschrift. Die Berliner Gesellschaft für Anthropologie und Ethnologie wird die Angelegenheit in die Hand nehmen. — 3n Leipzig ist am Donnerstag der Universitäts-Professor Geh. Hofrath vr. jur. ot pdil. Adolf Blomeyer gestorben. Derselbe war von Geburt ein Kurhesse (gebonn 24 Februar 1830 in Cassel), hatte sich ursprünglich als Jurist dem Staatsdienste gewidmet und sich erst später der praktischen Landwirthschaft zugewandt, um sich dann, durch einen aus Proskau erhaltenen Ruf oeranlaßi, ganz der landwirthschaftlichen Lehrlhätigkeil zu widmen. Seit 1869 stand Professor Bwmeyer an der Spitze des Landwirthschaftlichen Instituts in Leipzig, um dessen Hebung sich der Entschlafene große Verdienste erworben Hot. Ball-Seidenstoffe von 95 Pfge. bis vH 14.80 p. Meter — glatt, gestreift und gemustert — versendet roden- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-D6pöt <4. Henneberg (K. u. K. Hoflief. Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. 9159 Verkehr, Land, nnd Volkswirthschaft. Gießen, 24. December. sMar ktbericht.j Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd- X 0,95—1,05, Hühnereier 1 St. 7—9, 2 St. —. H, Enteneier 1 St. 0— 2 St. — Gänserier — H, Käse pr- St. 4—7 H, Käsematte pr. St. 3 A, Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen vr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar -H 0,50—0,60, Hübner pr. Stück X 0,85—1.00, Hahnen pr. St. vH 0,60—1,20, Enten pr. Stück vH 1,70—2,00, Gänse pr. Pfd. 60—70 H, Ochsenfletsch pr. Pfd 66—72 H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 H, Schweinefleisch 60—70 4, Hammelfleisch 50—66 Kalbfleisch 56-60 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo vH 4,10—4,50, Weißkraut pr. St- 6-8 S, Zwiebeln per Centner vH 8,00—9,00, Milch pr. Liter 12-18 H. Nademanrrs Kindermehl, Ä'Ä Medaille, unerreicht i. Nährwerth und Leichtverdaulichkeit, ist nächst der Muttermilch thatsächlich die beste und zuträglichste Nahrung für Säuglinge. Zu haben ä vH 1.20 pro Büchse in allen Apotheken, Drogen- und Colonialwaarenhandlungen. [7508 HkUer'sche Spiclwerkk. Mit der Fabrikation der Heller'schen Spielwerke ist das Mittel gefunden, bie Musik in bte ganze Welt zu tragen, auf daß sie überall mit ihren zauberischen Wirkungen die Freude des Glücklichen erhöht, dem Unglücklichen Trost unb Linderung verschafft und all-n Fernweilenden durch ihre Melodien herzbewegende Grütze ander Heimath bringt. In Hotels, Restaurationen u. f. w. ersetzen sie tm ganzes Orchester und erweisen sich als bestes Zugmittel für das Publikum. D«e Repertoire, lauch der kleinsten Werke, sind mit feinstem Verständnch zusammengestelll und die beliebtesten Schöpfungen auf dem Gebiete der Opern-, Operetten und Tanzmusik, der Liefer und des Choralgefaiges sind in ertter Linie berücksichtigt. Thaisache ist ferner, daß der Fabrikant auf allen Ausstellungen mir ersten Preisen ausgezeichnet, ßteierant oller europäischen Höfe ist und ihm überdies jährlich laufende von Anerkennung'?schrewen zugehen. Die H'llei'schen Spielwerke sind daher als passendste- Geschenk zu Weihnachten, G-bnrts- und Namensiagkn und außerdem als schönste Gate tür Seelsorger, Lehrer, Kranke u. s. w. zu empfehlen. Vertrauenswürdigen Personen werden Theilzahlunge« bewilligt und empfiehlt es sich, felblt bei kleinen Aufträgen sich direct «ach Bern zu wenden, da die Fabrik nur Niederlagen in Jnter- laken und Nizza hat. Illustrirte Preislisten werden franko zugesandt. Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen. 51. Woche. Vom 15 December bis 21. December 1889. Einwohnerzahl: 20 200 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 23,2 %o. Kinder Es starben an: Zusamme Diphtherie 1 (f Lungenentzündung 1 ' Lungenschwindsucht 2 (i; Organ. Herzkrankheit 2 Chronischer Nierenentzündung 1 Darmverschluß 1 (i; Krebs 1 (i; n: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: ) - - 1 (1) ' 2 (1) - 2 — — 1 — ' - 1 (1) • 1 (1) Summa: 9 (4) 6 (2) — 3 (2) Anm. Die in Klammem gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Kränkelt auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen Bekanntmachung. Die Rechnung de» Stadt Gießen vom Jahr 1888/89 nebst Berwaltungsrechenschaft liegt in Gemäßheit des Art. 87 der Städteordnung 8 Tage lang auf dem Bureau der unterfertigten Stelle zur Einsicht offen. Gießen, den 23. December 1869. 10177 Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Lonsum-Vercin E. K. mit unbrschr. Haftpflicht?u Kroßen-Busrck- 28. December l. I., Mittags 1 Uhr: Emballage- und Reste-Versteigerung unter die Mitglieder. 10162 _________________Der Vorstand. V'iijiilirs-Iiriiiii!iilioiisk(irli‘ii. Gratulations- sowie Witzkarten in großer Auswahl, aus diversen Fabriken, reich sortirt, von den feinsten bis zu den billigsten, s°wi° Gratulations-Postkarten mit Ansicht von Gießen, neu und elegant ausgeführt, empfiehlt loigg MZIK, klDS, MarKlstratze 2. Texlors Terrasse. Die Wirthschaft ist während der Feiertage geöffnet. 10183 Der Weg nach der Schönen Aussicht ist gut heMnchkct und beleuchtet Borger. Bäckerverein Frühauf. BALL im Saale des Cafs Leib am 31. Deeewber 1889. Anfang 7-/z Uhr.________[10156]_________Der Vorstand. JmSaaledesLenzMenFelsenketter Donnerstag und Ireitag, den 2. und 3. Weihnachtsseiertag, und folgenden Sonntag täglich: 2 nroße 8pecta[ilätßn=Bor|M(imgen der besten Concert-Gesellschaft aus Frankfurt a. M. Direction: Herr A Winter vom Etablissement „Alemannia" und „Stoltze" zu Frankfurt a. M. 10158 Anfang 4 und 8 Uhr. Entree 23 (Plätze reservlrt). NB. Streng decentes Familienprogramm. Täglich neu- "" Zu der 10178 rnnfiArdia Weihnachwbescheerung vUilvVl Ullle am 2. gcurtcxö* haben nur Mitglieder und deren Angehörige Zutritt. Der Vorstand. Turnverein Klein-Linden. Am 2. Wrihnachtsfeiertage: Coneert und Tanzbelustigung im Saale des Gastwirths Hinterlang, wozu ergebenst einladet 10172 Der Vorstand. Bürgergesellschaft. Samstag den 28. December: Abend-Unterhaltung mit Christbeschesrung im Hotel Einhorn. Iioose ä 50 Pf. sind bei Herrn G. Gerhardt bis zum Samstag Mittag zu haben. 10176___________Der Vorstand» Restauration Schnell. 10185 Am 3. Feiertag: Früh-Concert. Nedactton: A. Schepda. — AerheMe Liseubahmn. Am 1. Januar k. I. gelangt ein neuer Personen- und Gepäcktarif zwischen Stationen der Oberhessischen Eisenbahnen und Stationen der Eisenbahndirectionsbezirke Köln (r) und Elberfeld zur Einführung, über dessen Inhalt die betreffenden Billet- expeditionen Auskunft ertheilen- Gießen, den 18. December 1889. 10159 Großherzogliche Direction. Atztthesßslht Wubahueir. Am 1. Januar k. I. tritt der Nachtrag LH zum Anhang A des diesseitigen Localtarifs in Kraft, über dessen Inhalt die Güterexpeditionen Auskunft ertheilen. Gießen, den 18. December 1889. 10160 Großherzogliche Direction- Bekanntmachung. Die Lieferung von rund 138 Tausend Verblendbacksteinen für den Neubau einer städtischen Knabenschule mit Turnhalle in Gießen soll öffentlich verdungen werden. — Lieferzeit Mai bis October 1890. Bedingungen und Maffenverzeich- nisse sind im Geschäftszimmer Nr. 3 Großherzoglicher Bürgermeisterei zu entnehmen undz'werden daselbst kostenfrei verabfolgt. Die Angebote find verfiegelt und postsrei bis zum Montag, 13. Januar 1890 an unterzeichnete Stelle einzureichen. Gießen, am 20. December 1889. Großberzogliche Bürgermeisterei Gießen Gnauth. 10161 Steins Garten. Am 2. und 3. Weihnachtsfeiertage: Grosse Concerte ausgeführt von der Capelle des Gr. Heff. Jnf.-RgtS. Nr. 116 unter Leitung ^es Herrn Mufikdirectors C. Krauße. Entree: Am 2. Feiertag HO Pfg Anfang 3 Uhr „ Am 3. Feiertag 30 Pfg. Anfang 3 Uhr. Bier im Grlas -we 10133 „Stadt Cassel“. Am 3. Feiertage: Grosses Fritlt - Chmeert ausgeführr von Mitgliedern der diesigen RegimentSmufik. Anfang IOV2 Uhr. Es ladet ergebenst dazu ein 10154 ______Peter König. „Zur Stadt Marburg". Am 2. Feiertage: »TANZMUSIK^ wozu ergebenst einladet 10152____________________________H. Carle. „Zum Kronprinz", Kcherftraße. Am 3. Feiertage r 10158 Tanzmusik. Anfang 5 Uhr. Es ladet ergebenst ein I. Rompel. Hotel Deutscher Hof, Essen a. d Ruhr (Rheinprovinz), ganz nahe der Post und der Telegraphenstation. Telephon-Anschluß 151. Hotel 1. Ranges und Weinhandlung. 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Heute Morgen 8 Uhr verschied nach langem schwerem Leiden unser guter Gatte, Vater, Sohn und Schwager (Christoph Grösser* Maurermeister und Wirth zu Grossen-Buseck, im Alter von 46 Jahren, was wir tiefbetrübt allen Freunden und Bekannten mittheilen. Die trauernden Hinterbliebenen. Grossen -Buseck, 24. December 1889. Die Beerdigung findet am 2. Feiertage, Nachmittags 21/4 Uhr, statt. 10186 Darmstädter Bankactien Oesterr. Creditactien Oefterr. Staatsbahn-Actten Dortmunder Union-Attien Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 24. December 1889. 172 00 DiSconro-'Eom.sAMHLtlr 24840 10010 Harper er 809.75 137.75 Ostpreußen 88.75 180.70 Bochumer Gußsta-lactiev 276.40 Tender,»: fest. ar Die Nächste Nummer dieses Blattes erscheint SamStag Nachmittag. Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gietzeo Die heutige Nummer umfaßt 6 Seite«. •J rr H )) H « » 12 11 n n Die reidjtjaitigjte aller Jlioöen-3eitungen Gas Gegenstände Weinen und Speisen zu bedienen. 10100 Jacob Ronstadt 8616 Schönste Auswahl in Jeav Hauser, Neuen Baue 1^, Eckladen, iiovio 26 26 24 Böhmisch Export, Franziskaner (dunkel) Pilsener. Mr. Mlirles Flaschenbier. Für 3 Mark werden frei ins Haus geliefert: 16 grosse od. 30 halbeFlaschen Wiener Export, seidenen, halbseidenen, Gloria- und Zanella-Schirmen. Zu Weihnachten Preisermäßigung. ■■ Kleinkinder Bewahranstalt. Nachdem am gestrigen Sonntag die Christbescheerung für die 192 Kinder unserer Anstalt, unter zahlreicher Betheiligung unserer Gönner und Freunde, in der städtischen Turnhalle stattgefunden hat, sprechen wir den herzlichsten Dank aus Allen, die uns zur Äussührung der Bescheerung freundlichst unterstützt haben- Vor allem danken wir den vielen Wohltbätern die durch ihre Gaben an Geld, Bekleidungsgegenftänden, Kleiderstosten, Puppen, Consect u. s. w-, sowie durch Handarbeit, es uns ermöglicht haben, allen unseren Anstalt«kindern eine große Freude und deren Eltern zugleich eine bedeutende Unterstützung zu bereiten. Wir danken ferner noch besonders den Herren Besitzer und Redakteur dieses Blattes für die unentgeltliche Ausnahme aller unserer Bekanntmachungen für die Christbescheerung, sowie das ganze Jahr hindurch; ferner Herrn Bürgermeister Gnauth für die Überlassung der Turnhalle und eines Christbaumü; ferner dem Polizeiamt und den Schutzmännern, die durch Handhabung der Ordnung zur Sicherung der zahlreichen Gäste mitwirkten. Endlich danken wir auch Allen, die durch ihre Bet Heiligung an unserer Feier ihr Wohlwollen für unsere Anstalt bekundet haben. Wir theilen schließlich noch mit, welche Beträge an Geld für unsere Christbescheerung gespendet wurden; es gingen ein durch Fräulein Bansa 62 JC., durch Frau Oberbürgermeister Bramm 40 JL, durch Frau Dr. Brüel 36 JL, durch Frau Amtsrichter Gebhardt 70 «A durch Fräulein Langermann 52 Jt., durch Frau Pfarrer Naumann 184 JL 5h H (einschließlich 13 50 H durch Herrn Kaufmann Georg Adami als Erlös von gesammelten Cigarrenabschnitten übergeben, und 48 ^’J?7?Z,a-4Zt/Zay/ gebunden M. 6.— Alsberg, Anthropologie, brosch. M. 6.— gebunden M. 7.— Nosimählex.Engel, Die Geschichte der Erde, 4. Aufl., br. M. 6, geb.M.7. Nohmähler, Die viep Jahreszeiten, 6. Aufl.. br. M. 5, geb. M. 7. Claras Sterne, Die allgem. Weltan* schauung, br. M. 6., geb. M. 7.50. Klein, Allgem. Himmelsknnde, 2. Aufl. br. M. 5.—, geb. M. 6.—. Scheuertücher, prima hell, 20, 25 und 30 H. dfschw Aron* marke „Duhr*6 Emil Urblge Bahnhofstraße 30. Tannen- und Buchcn- Scheitholz ist billig abzugeben bei 3305 K. 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