Nr. SS Zweites Blatt. Donnerstag den 25 April . E9. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Brrrearrr S^ulstraße 7. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit BringerlohR. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Amtlicher Tßeil. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Steinbach. Bekanntmachung. und der Sbne,m«nnr ISninra^ ®b ci"e, 9tB6etc Zahl betheiligter Grundeigenthümer von Steinbach die Einleitung des B-rsahrens der Feldberkiniguvq Ädberemiiu^ Ä m den Baurnstücken IN oer Gemarkung Steinbach beantragt haben, nachdem von der Großherzoglichen Landescommission für Tagfahrt"zur"Abs^ dm^aEMen^ Antrag ^ bet Unteiä^nete oti «-""nisiär zur Leitung der Abstimmung bestellt worden ist, wird anberaumk „„h Bormittags von 9 bis 11 Uhr. in das Gemeindehaus zu Steinbach noch durck aeMrin 9bn nmMtbtt 6et&!Ii9ten Grundeigenthümer unter dem Rechtsnachtheil eingeladen, daß diejenigen welche in dem Termin weder persönlich nocy vurcy gehöng Bevollmächtigte abstrmmen, als für den gestellten Antrag stimmend angesehen werden. Gießen, den 23. April 1869. Der zur Leitung for Abstimmung bestellte Kommissär. _________ Nebel, Großh. Amtmann. Politische Rundschau. ließen, 24. April. Der Kaise». und die Kaiserin trafen anläßlich des Gebur Issest es des Königs Aldert von Sachsen am Dienstag Vormittags r/,10 Uhr in der Villa ^E.s/^EN ein, vom König und der Königin, sowie der gesammten königlichen Famil e aus's Herzlichste begrüßt. ö u .... $ie. Osterfttertage haben auf dem Gebiete der innern deutschen Politik nichts sonderlich Neues gebracht und die Tagesdiscussion auf diesem Gebiete bewegte sich daher meist nur in Erörterungen über bereits wiederholt behandelte Fragen Don ihnen wurde noch am eingehendsten die Dauer der parlamentarischen Sessionen besprochen und stimmen hierbei die Anschauungen überein, daß eine Ausdehnung der parlamentarischen Thatigkeit über Pfingsten hinaus unmöglich sei. Man weist hierbei bezüglich des Reichstages darauf hin, daß dessen Session bereits am 22. November tbren Anfang genommen hat und demnach schon jetzt von besonders langer Dauer ist Nach der „Nat.-Lib. Corrcsp." herrscht in Reichstagskreisen die Meinung vor daß in dem letzten Sesfionsabschnilte bis Pfingsten neben der Altersoersorgungsvorlage wohl auch noch die Preßgesetznovelle erledigt werden könne, was aber wenigstens hinsichtlich des letzteren Gegenstandes stark bezweifelt werden muß. Was das preußische Abgeordnetenhaus anbelangt, so wird eine vollständige Erledigung des Einkommensteuergesetzes in der gegenwärtigen Session von keiner Seite mehr ernstlich ins Auge gefaßt und bezweifelt man ferner, daß der Gesetzentwurf über die Verwendung der Sperrgelder noch zur Vorlegung gelangt; es ist daher wahrscheinlich, daß der Sessionsabschnttt nach Ostern im Abgeordnetenhause nur noch ein kurzer sein wird. Noch kurz vor den Festtagen ist eine Fortsetzung des Weißbuche- über Samoa erschienen, welche sich m Hinblick auf die vor der Thür stehende Samoa-Eonferenz in Berlin als äußerst zeitgemäß erweist. Die neuen Actenstucke sind ein Bericht des früheren deutschen Konsuls in Apia, des Dr. Knappe, vom 26. Februar d. I sowie ein hierauf bezüglicher und an den Nachfolger Knappe's, Generalconsul Dr Stübel gerichteter Erlaß des Fürsten Bismarck. Der Bericht des Dr. Knappe verbreitet sich über den Verlauf der Unterhandlungen mit den aufständischen Samoanern weiter über die am 19. Januar d. I. erfolgte Erklärung des Kriegszustandes und 'die den Aufständischen gegenüber gestellte Forderung, daß die Verwaltung Samoas auf Deutschland übergehe. Der Bericht gtebt sodann noch Ausführungen über die allgemeine Lage in Samoa und die Mittheilung von Lootsen-Ernennungen durch den britischen und den amerikanischen Consul. Der Erlaß des Reichskanzlers, welcher das zweite Actenstück bildet, an Generalconsul Dr. Stübel charakterisirt sich als eine scharfe Verurtheilung des früheren deutschen Regierungsvertreters auf Samoa, der einerseits die dortigen Verhältnisse vollständig verkannte, sodann gegen seine Instruction Handelle und schließlich nicht einmal die übliche Vorsicht anwandte, so daß ihm auch der Erfolg fehlte. Die Kundgebung des leitenden deutschen Staatsmannes läßt klar erkennen daß Consul Dr. Knappe seine Befugnisse wett überschritten und durch sein eigenmächtiges und unüberlegtes Auftreten auf Samoa die Situation wesentlich verschärft hat, wahrend dieselbe bis dahin, wie es in dem Erlasse des Kanzlers heißt, zwar nicht gerade befriedigend, aber doch erträglich gewesen sei; die Abberufung Dr. Knappe's von Samoa und seine Ersetzung durch eine geeignetere Persönlichkeit war demnach ein ent- schieden gebotener Schritt. - In Anknüpfung an die Vorgänge auf Samoa ist nun durch eme kaiserliche Ordre eine Abänderung der Instructionen für die Commandanten « Kriegsschiffe verfügt und vom Reichskanzler durch ein Rundschreiben sammtltchen Consuln des Reiches zur Kenntniß gebracht worden. Die allerhöchste Ordre regelt die Befugnisse des Commandanten eines deutschen Kriegsschiffes bet an ihn gestellten Requisitionen im Auslande und bezieht sie sich hierbei fpeddl auf die eigenmächtigen Requisitionen des Dr. Knappe bet den Befehlshabern der bislang vor Samoa ltatontrt gewesenen deutschen Kriegsschiffe. Hiernach muß künftig der Commandant eines^Kriegsschiffes seinerseits die politische und rechtliche Seite einer von einem ka serltchen Vertreter im Auslande an ihn gestellten Requisition prüfen, falls letzterer Feine Ermächtigung des Auswärtigen Amtes nachweisen kann. Fehlt es an dieser Vorbedingung so ist der Schiffscommandant befugt, die Requisition bis zur Einholung höherer Entscheidung abzulehnen. In allen andern Fällen tragen die Commandanten lediglich die militärische Verantwortlichkeit für die Ausführung einer angenommenen Requisition und haben dann nur die materielle Ausführbarkeit derselben zu prüfen, und für die Wahrung der einmal engagtrten Ehre der kaiserlichen Krtegs- flagge einzustehen. Jedenfalls wird die Verordnung das eine Gute zur Folge haben daß Consuln wie Schtffscommandanten es sich in Zukunft zwei und drei Mal überlegen werden, ehe sie sich zu einem bewaffneten Einschreiten entschließen In Sachsen beging man am Dienstag in allen Kreisen der Bevölkerung das 61. Geburtssest des Königs Albert mit besonders freudiger Theilnahme in Einblick auf die im Juni bevorstehende 800jährige Jubelfeier des Hauses Wettin, zu deren glänzender Begehung schon seit längerer Zett umfassende Vorbereitungen getroffen werden. Der Erbprinz und die Erbprinzessin von Sachsen -Mcmingen waren behufs Theilnahme an der Geburtstagsfeier König Alberts schon vor einigen Tagen von Berlin in der königlichen Villa zu Strehlen bei Dresden eingetroffen. Deutschland. Darmstadt, 20. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute u. A. den Hauptmann a. D. Schlen'ke von Gießen. Darmstadt, 20. April. sAntrag auf Erlaß eines Unfalloersicherungsgesetzes für Feuerwehrleule.j Bei der Berathung der Landes-Feuerlöschordnung wurde von verschiedenen Abaeordneten in der zweiten Kammer der Erlaß eines Gesetzes angeregt, wodurch die Versicherung der Feuerwehrleute gegen Unfälle geregelt wird. Die damalige Anregung konnte nicht alsbald ihre Erledigung finden. Jetzt ist dieselbe als Antrag in die geschäftliche Behandlung des Gefetzgebungsaussckuffes genommen und steht Berathung nach vorgängiger Aeußerung der Großh. Regierung in naher Aussicht. Antragsteller sind die Abgeordneten Dr. Gutfleisch, Dr. Schröder, Haas, Westernacher, Graf Oriola und Kredel. (F. I.)' Berlin, 20. April. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge hat Seine Majestät der Kaiser Den vom Admiral Goltz in Wilhelmshaven ausgebrachten Toast folgendermaßen beantwortet: „Die Worte des commandirenden Admirals haben Mich tief gerührt. Ich hatte zwei Gründe, herzuetlen, erstens, um der Corvette, die Ich mit getauft habe, das Abschiedsgeleit zu geben, sie trägt den Namen der Lieblingsschwefter des unvergeßlichen Kai'ers Wilhelm L, den Namen des einzigen noch lebenden Mitgliedes aus j Kaiser Wilhelm's Generation. Zweitens drängt es Mich, gemeinschaftlich der Männer zu gedenken, die ein so jäher Tod in Samoa uns entriß Es waren wackere Männer, gute Freunde und Kameraden, die sollen uns als Vorbild dienen. Gott hat es gewollt, daß sie sterben sollten nach siegreichem Kampfe gegen Menschenhand in muthigem Kamofe gegen das entfesselte Element für Kaiser und Reich. Nicht ertrunken sind die Kameraden in Samoa oder auf der „Augusta", sondern gefallen, die Pflicht bis zum letzten Augenblicke erfüllend. Das Beispiel dieser braven Männer möge uns voranleuchten und zum Nacheifer anspornen. Der Geist der Hingebung, Disciplin und des todesmutbigen Ausharrens, der die Marine von jeher auszeichnet, möge stets ferner erhalten bleiben. In diesem Sinne ergreife Ich Mein Glas, die deutsche Marine, vor Allem das brave Officiercorps, Hurrah!" Kossand. Haag, 20. April. Gegenüber auswärts verbreiteten Gerüchten von einer ernsten Verschlimmerung im Zustande des Königs wird aus guter Quelle versichert, daß das Befinden des Königs befriedigender ist als seit Monaten. Belgien. Brüssel, 19. April. Betreffs der Meldung Pariser Blätter, wonach die dem- nächstige Ausweisung Boulanger's aus Belgien zu erwarten stände, verlautet von unterrichteter Seite, daß ein formelles Verlangen dieser Art seitens der französischen Regierung bis jetzt nicht gestellt worden sei. Der französische Gesandte Bouröe habe zwar in einer gestern mit dem Minister des Auswärtigen, Fürsten Chimay, gehabten Unterredung auf das Mißvergnügen hingewiesen, das in Frankreich durch die Umtriebe der Boulangisten in Brüssel bervorgerufen werde. Die fragliche Unterredung habe aber keinerlei osficiellen Charakter getragen und sei auch nicht durch dem Gesandten Bouröe aus Paris zugegangenen Instruktionen veranlaßt gewesen. Brüffel, 20. April. In einem gestern Nachmittag stattgehabten Ministerrathe machte der Minister des Auswärtigen, Prinz Chimay, Mittheilung von seiner Unterredung mit dem französischen Gesandten Bourröe über die boulangisttschen Umtriebe. Der Ministerrath beschloß, Boulanger Vorstellungen machen zu lassen, ihm die schwierige Lage der belgischen Regierung darzulegen und ihn davon zu verständigen, daß gegen ihn binnen Kurzem ein Ausweisungsbefehl erlassen werden dürfte, sofern er nicht freiwillig das Land verließe; er habe ja ohnehin zu wiederholten Malen, auch dem Secretär des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten gegenüber', feine Absicht, Belgien zu verlassen und nach England zu gehen, ausgesprochen. Die Regierung erachte jetzt den Augenblick für gekommen, dieser Absicht Folge zu geben. Von diesem Beschlüsse machte der Secretär des Justizministers noch gestern Boulanger persönlich Mittheilung. Dieser verständigte sich sofort mit Rochefort und antwortete, er werde Dienstag oder Mittwoch nach England abretsen. Wie es heißt, würden die in Brüssel anwesenden Anhänger des Generals denselben nach London begleiten. Boulanger telc- graphirte heute Vormittag an die englische Gesellschaft, welche ihm kürzlich einen besonderen Dampfer für seine Ueberfahrt angeboten hatte, und zeigte ihr seine bevorstehende Abreise an, worauf die Antwort erfolgte, der Dampfer werde an dem Orte, wo er abreisen wolle, sei es Ostende oder Antwerpen, zu seiner Verfügung stehen. Vermischte-. — Frankfurt, 18. April. Die Lohnbewegung nimmt immer größere Diemensionen an. Den Töpfern, Zimmerleuten, Tischlern, Maurern rc. sind nun auch die Stukkateure gefolgt und haben in öffentlichen Versammlungen beschlossen, eine Erhöhung des Tagelohnes von 4 aus 5 Mark und wöchentliche Auszahlung zu fordern- Donnerstag Nachmittag fand abermals eine Versammlung statt, in welcher mitgethetlt werden konnte, daß einzelne Meister die Forderungen zu acceptiren bereit sind, eine bestimmte Antwort aber noch nicht oorliegt. Wenn bis nächsten Mittwoch eine zusagende Entgegnung der Meister, bei denen eine Eommission nochmals mündlich anfragen bü, nicht erfolgt ist, soll die Arbeit in sämmtlichen Geschäften sofort eingestellt werden. — Eine neue Erscheinung im Berliner Verkehrsleben ist der Eierwagen. Es ist dies ein buntfarbig lacktrtes, zweiräderiges Fahrzeug mit der Aufschrift: „Frische Eier birect aus dem Nest." Der Wagen wird von zwei uniformirten halbwüchsigen Burschen bewegt, die auf Bestellung die Eier in den Häusern abliefern. Das neue Unternehmen ist von einer Geflügelzüchterei in der Ehausseestraße begründet. — Aus der hiesigen Garnison sind verflossene Woche drei Soldaten aus Lothringen desertirt. Einer derselben hatte in seiner Heimath eine Ersparniß von 500 JL, die zu erhalten es einige Schwierigkeiten hatte, weshalb er gleichzeitig zwei aus Metz gebürtige Einjährige um ihren Rath und Hülfe anging. Letzteres wurde gern gewährt, das Geld wurde flüssig gemacht und kam hier an; den andern Tag war der Eigenthümer mit zwei Kamaraden aus seiner Compagnie verschwunden. Die beiden gutmüthigen Einjährigen müssen sich jetzt wegen Beihülfe zur Desertion verantworten und haben als erste Folge einstweilen die Gefreitenauszeichnung abgenommen erhalten. — In Folge des in vorgestriger Generalversammlung der Ludwtgsbahn gefaßten Beschlusses wird an die Verwaltungsrälde Der Gesellschaft für ihre oorigjähnge Tätigkeit eine Summe von 90225 JL als Tantieme verthetlt. Da durch den Tod der Eommerzienräthe Kempf und Lautern die statutenmäßige Zahl 9 der Verwaltungsräthe um 2 reducirt war, so wird obige Summe nach Abzug von 3000 JL, welche der Präsident bezw. Vicepräsident für besondere Bemühungen erhält, unter 7 Personen verthetlt, was für das einzelne Verwaltungsrathsmitglied den Betrag von 12 460 JL ausmacht. Ein Mainzer Blatt Hal ausgerechnet, daß diese Summe auf den Tag berechnet in runder Ziffer 34 JL ober 13V»mal so viel als der Durchschnittslaglohn eines Hilssbremsers der Bahn macht. — Frankfurt, 22. April. Unsere Stadt wird nächstens um eine Heilanstalt bereichert werden, deren Errichtung auch weitere Kreise interessiren dürfte. Es handelt sich um eine Anstalt für Orthopädie, Heilgymnastik und Massage, ein sogen, medico-mechanisches Zander-Institut, benannt nach dem berühmten schwedischen Arzte Dr. G. Zander, dem genialen Erfinder all' jener Apparate, welche die bereits bestehenden gleichartigen Anstalten in Hamburg, Berlin, Breslau, Dresden, Baden- Baden mit so großem Erfolg anwenden. Das älteste derartige Institut in Deutschland ist jenes in Baden-Baden. Die beiden Aerzte, welche die hiesige Anstalt einrichten und deren Leitung übernehmen werden, haben in Schweden Specialstudien gemacht, sind lange in großen Krankenhäusern thätig gewesen und haben sich sowohl praktisch als wissenschaftlich mit der manuellen und mechanischen Heilgymnastik und Orthopädie beschäftigt. Die Anstalt wird bestehen aus: a. einer Reihe von Zimm rn, die theils für Massage, theils für orthopädische Zwecke bestimmt sind; b. aus einem großen in mehrere Abteilungen getrennten luftigen Saal für Bewegungskuren, in dem gegen 60 verschiedene genial construirte Apparate von Dr. G. Zander für mechanische schwedifche Heilgymnastik, d. h. active Widerstandsübungen, passive Bewegungen und mechanische Einwirkungen, wie Klopfungen, Erschütterungen und Streichungen ausgestellt sind. Dre Apparate sind so sinnreich construirt, daß die Widerstände genau abgemessen, jederzeit modificirt, langsam und systematisch gesteigert, mit anderen Worten: die Widerstands- Uebungen genau wie jedes andere Heilmittel bofitt werden können; c. aus einem besonderen orthopädischen Saal mit Turn-, Hänge- und Lagerungsoorrtchtungen. Die Anstalt stellt sich somit die dopp.'lte Aufgabe: 1. Verkrümmungen und abnorme Gestaltung der Gliedmaßen (Klumpfuß, Plattfüße, X:Beine rc.) zu heben oder zu bessern; 2. Kranken und Gebrechlichen die Möglichkeit zu bieten, die zur Wiederherstellung gestörten Wohlbefindens dienlichen Bewegungen genau nach ärztlicher Vorschrift, streng indtoidualtsirt und je nach Verfassung und Krästezustand des Patienten dosirt, zukommen zu lassen. Die Bewegungskur empfiehlt sich bei Reconoalescenz, Ernährungsstörungen, Erkrankungen der Bewegungsorgane, Eonstitutionsanomalien (Bleichsucht, Fettsucht, Blutarmuth), Erkrankungen der Athmungsorgane, des Nervensystems, des Verdauungs- systems ?c. — In der neuen Anstalt sind 33 Apparate für Actio-Bewegungen auf- gestellt, davon 12 für Arm-, 12 für Bein- und 9 für Rumpfbewegungen. Für passive Bewegungen sind 9 verschiedene Apparate vorhanden, die durch einen vierpferdigen Motor in Bewegung gesetzt werden und so geschickt und gleichmäßig arbeiten wie es dem geübtesten Masseur niemals möglich sein wird. Für mechanische Einwirkungen, wie Erschütterungen, Streichungen u. s. w. sind 12 Apparate ausgestellt. ES ist wohl zu beachten, daß durch die mechanische Thätigkeit nicht nur eine völlig gleichmäßige, vom Arzte genau conlrollrbare Klopfung, Reibung rc. erzielt wird, sondern auch, daß viele Kranke gleichzeitig und wesentlich billiger die Kur gebrauchen könnten. Set lediglich manueller Gymnastik würde ein ungeheueres Personal erforberlicb und der Kranke immer noch von der Geschicklichkeit und Laune des Gehülfen abhängig sein. Für die Anstalt ist auf der Hochstraße hierselbst ein nach den Weisungen der leitenden Aerzte eingerichteter Neubau erstanden. Es hat für weitere Kreise wenig Zweck, auf die Eintheilung der Räume naher einzugehen, es genügt, zu sagen, daß alle Erfahrungen, welche in den anderen gleichartigen Instituten bisher gesammelt wurden, hier mit Geschick oerwerthet worden sind. Die Anstalt wird an Wochentagen von 7—1 und von 4—8 Uhr geöffnet fein. Die Herren üben selbstredend zu anderen Zeiten als die Damen. Für letztere sind die Stunden von >/,ll—1 und von 4—6 Uhr, für erstere von 7—10 und 6^4—8 Uhr in Aussicht genommen. Der Besuch des Uebungssaales kostet für den ersten Monat 40, für jeden folgenden 30 JL. Das Vierteljahr wird mit 90, das halbe Jahr mit 150, das volle Jahr mit 200 JL berechnet. Eine Einzelkarte kostet 5 vM Das Honorar muß vorausbezahlt werden. — Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahl- industrieller belief sich die Roheisenproduction des Deutschen Reichs (einschließlich Luxemburgs) im Monat März 1889 auf 380500 Tonnen, darunter Puddelroheisen und Spiegeleisen 177 109 Tonnen, Bessemerroheisen 39 878 Tonnen, Thomasroheisen 120 352 Tonnen und Gießereiroheisen 43161 Tonnen. Dir Production im März 1888 betrug 359 772 Tonnen. Vom 1. Januar bis 31. März 1889 wurden producirt 1082 523 Tonnen gegen 1045 575 Tonnen im gl.eichen Zeitraum des Vorjahres. Telegraphischer Schiffsbericht der „Red Star Line" Antwerpen. Mitgetheilt durch Agent Ehr. Wallenfels in Gießen. Der Postdampfer „Switzerland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 18. April wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Der Postdampfer „Noordland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 20. April wohlbehalten in Newyork angekommen. Seiden-Grenadines, schwarz und farbig (auch alle Lichtsarben) Mk. L55 p. Met. bis Mk. 14.80 (in 12 verseh. Qual.) — versendet robenweise porto- und zollfrei das Fabrik-Döpot G. Henneberg (K. u. Ä. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend- Briefe kosten 20 Pf. Porto- 116 — Mehr und mehr finden bei Aerzte« und in Anstalten die Sodener Mineral-Pastillen gegen Katarrhe der Athmungs- und Verbauungsorgane Eingang und die Zeugnisse über gute Wirkung häufen sich, detzhalb sollten in keiner Familie die so schnell berühmt gewordenen Pastillen (erhältlich in allen Apotheken, Droguerten und Mineralwasser - Handlungen K 85 H die Schachtel) fehlen. Herr Sanitätsrath Dr. Köhler sagt über die Sodener Wasser: Sie wirken auf den Sluiumlauf im Untere leib regulirenb und sind anzuwenden, wenn große Trägheit im Darmkanal obwaltet, die erschlafften Schleimhäute zur normalen Secretion zurückzuführen und wenn durch vermehrte Darmausscherdungen Blutstauungen zu beseitigen sind. So segensreich die Sodener Wasser, so wirkungsreich sind die Produkte derselben, mithin auch die Sodener Mineral-Pustillen, die eine so bevorzugte Ausnahme im Publikum gefunden, daß ein Eonsum von anderthalb Millionen Schachteln innerhalb eines Jahres in den Gauen Deutschlands zu verzeichnen ist. (Beim Einkauf verlange man nachdrücklichst Aechte Sodener Mineral - Pastillen und achte, ob deren Schachteln mit ovaler blauer Schlußmaike mit dem Facsimile PH. Herrn. Fay versehen sind.) 80 Repertoir der vereinigten Sladtthenter ju Frankiurt a. M. Opernhaus. Donnerstag den 25. April: Rheingold. Gewöhnliche Preise. Freitag den 26. April: Vorletztes Gastspiel des Herrn von Sonnenthal. Wallenftein's Tod. Große Preise. Samstag den 27. April: Zampa. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 28. April, Nachmittags 3>/, Uhr: Die Reife um die Erde. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Stumme von Portict. Gewöhnliche Preise. Schauspielhaus. Donnerstag den 25. April: Gastspiel des Herrn von Sonnenthal. Neu einstudirt: Graf Waldemar. Erhöhte Preise. Freitag den 26. April: Fledermaus. Gewöhnliche Preise. Samstag den 27. April: Neu-Frankfürt. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 28. April: Abschiedsvorstellung des Herrn von Sonnenthal. Abends 7 Uhr: Fromont jr. und Risler fen. Erhöhte Preise. Wie iUl Miauen und Mädchen in großer Auswahl empf. 3265 A. Fangmann- 3181 Ein wenig gebrauchtes Sicher» heilS'Zweirad billig abzugeben bei W. Hamel, Bleichstraße 7. Aepfelweln, selbstgekelterten in bekannter vorzüglicher Qualität ist stets in größeren und kleineren Gebinden zu haben dci Heinrich Schäfer, 3048__________Daubringe«.______ Beste weiße und gelbe Kernseife, Silber- (Schmicr)-Seise, Soda, sowie sörnrntliche zum Waschen und Bügeln nöthigen Ingredienzien empfiehlt in besten Qualitäten zu billigsten Preisen [2336 Robert Stuhl, Neustadt 23. Pferdemist S verkauft _____H. Adami Vorzüglicher Aepfelwein Z bei C. Hoth, Wallthorstraße 5. Allgemeiner Anzeiger. 3398 2^3 H EH QU || Preußische Hagel-Perficherungs-GeseUschast. e E Dieselbe versichert Bodenerzeugnisse zu soliden Prämiensätzen und den bekannten, außerordentlich gün tigea Versicherungs-Bedingungen gegen Hagelschaden. Die Schäden werden coulant und thunlichst unter Zu- Ziehung von Landesdeputirten regulirt und binnen Monatsfrist nach Feststellung voll und baar de- «Z zahlt. Versicherungen auf mehrere Jahre genießen einen angemesienen Prämienrabatt, welcher fofor = - von der Jahresprämie in Abzug gebracht wird. Die Unterzeichneten sind zu jeder Auskunft und zur persönlichen Aufnahme von Versicherungen stets bereit und empfehlen dem landwirthschaftlichen Publikum obige Gesellschaft ganz ergebenst. gg Der Generalagent. y -3 «$» sJq - 'S Herr Hch. Dietz VII : Rüdinghausen. „ W. Bruckel II: Langgöns. „ I. Kämmerer: Lieh. „ Lehrer Billisch: Friedberg. Herr H. I. Hahn: Melbach. „ I. Tönger: Assenhelm. „ I. Karl: Grünberg. „ Lehrer Jäger: Staden. ,3324 Ein gut erhaltenes, sehr sorgfältig gearbeitetes Tafel-Ciavier ist zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d Bl. Tannen- und Buchen- Scdeitbolz ist billig abjiigeben bet 3305 K.. Jung IV., Klein-Linden. Mesfinat Apfelsinen (Riesen-Exemplare) wieder große Sendung eingetroffen. Eniil Ur big, 3224 Bahnhofstraße 30. 2^88 Ein gebrauchtes completes iroeb spänniges Fahr-Geschirr für Arbeitspferve zu verkaufen. C. Bender, Neustadt V2. Peizwaaren u. Winterstoffe werden zur Aufbewahrung während des Sommers unter Garantie angenommen. (Gegen Feuerschaden versichert). Gg. Schultheis, 2948] Kürschner, Marktstr. 3. ”1719 Ein Reisender, der schon für Colonial- und Fettwaaren mit Erfolg gereift hat, wird für ein hiesiges Engros- Geschäft für dauernde Stellung bei hohem Salair zu engagiren gesucht Schriftliche Offerten unter Chiffre Z. 6 an die Exped. b- Bl. erbeten. Beste Referenzen erforderlich.__________ Lagerräume (etwa leer stehende Scheune) in möglichster Nähe des Bahnhofes per Juni ober Juli zu miethen gesucht ©efl. Offerten Chiffre R. W. an bte Exp. b. Bl.___________3302 3332] Schüler ober Schülerinnen ftnben gute Pension. Bismarckstraße 14 II. I Jn ber Familie eines akabemisch gebildeten Lehrers finden zwei bis drei Schüler freundliche Aufnahme, sorgsame lieber; wachung bei den Schulat beiten und nöthigen- falls Nachhülse. । Näheres in ber Exped. ds Bl- -3344 Kräftige Erdarbeiter (Rollbahner) können gegen guten Lohn sofort Beschäftigung erhalten am Bahnbau bei Frankenberg in Hessen. Bauunternehmer Koch 8t 3347-______Gießen.__________ 3351 Einen Lehrling sucht W. Müller, Schreinermeister, __Steinstraße 48.___________ 1421] Eine junge Dame, die sich zu ihrer Ausbildung hier aufhalten will, findet gute Pension. Adresse unter B. T. an die Exp. d- Bl. Mchelfilche Eisenbahnen. Lieferung von Bettungsmaterial. Zur Erweiterung der Geleiseanlage im Bahnhof Hungen sollen 200 cbm Basaltschotter zu Bettung? material im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Die bezüglichen Bedingungen sind im Verwaltungsgebäude Zimmer Nr. 4 ab heute bis zum Eröffnungstermin der Angebote am 26. d. Mts-, Vormittags 10 Uhr, offen gelegt. Roth, 3419 Großh Eisenbahnbaumeister. Zur öffentlichen Vergebung folgender Arbeiten und Lieferungen ist Termin auf Mittwoch den 1. Mai d. I., Vormittags iP/a Uhr, im Geschäftszimmer der unterzeichneten Bau-Jnspection anberaumt: 1) Umdeckung des Schieferdachs auf dem Mittelbau des Maschinenhauses auf Bahnhof Treysa einschließlich Lieserung der Materialien. 2) Umdeckung des Schieferdachs auf dem Beamten-Wohnhause zu Fronhausen einschließlich Lieferung der Materialien, ausschließlich der Schaalung. 3) 120 Cbm. Basalt- oder Grünstein- Kopfsteine zur Pflasterung des nördlichen Ladeplatzes aus Station Kirchhain. Verschlossene und mit der betreffenden Ausschrift für jede Arbeit bezw. Lieferung versehene Angebote sind bis zum genannten Tage unter Beifügung eines Probe-Pflasier^ines hierher frei einzusenden. Verdingungsformulare können bei der unterzeichneten Bau-Jnspection eingesehen ober von derselben gegen freie Einsendung von 0,5 für jedes Angebot bezogen werden. Marburg, den 18. April 1889. Königliche Eijenbahn-Bau-Jnspettion ______Schwamborn. 3390 Holzversteigerung. Dienstag den 30. dS. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, follen in dem Grünberger Stadtwald, District Taufe: 230 Kiefern - Stämme von 20—44 Ctm. Duichm., 215 Fichten-Dervstangen von 12 Festmeter Inhalt versteigert werden. Grünberg, den 23. April 1889. Großh Bürgermeisterei Grünberg. ___________Pracht._______3405 Donnerstag den 6. Juni, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht der den Caspar Schomder Eheleuten in Gießen gehörige A*er: Flur 8 ' c. 24 — 1600 Meter diesseits am Grasweg öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 24. Avril 1889. Großh. Ortsgericht Gießen. I A.: Vogt, Onsgerichtsmann. 3402 IltikgeSolenes. Haferstroh, Haferspreu, Grummet, alles nach Gewicht, abzugeben. 3414 Hardthof t». Gi«b