miet«, 3ctta Stein, Ketz ter, Lollar, ägtttten^ «Ä.”.gfi£ >oti enOT bört noch wenig ein: VttfichttungS.Sesellschaft unst-, Braut-, Mgem. Aussteuer) 8’fuM anten wollen sich mit eventueller ihrer Ansprüche unter Wstre ) bei Rudolf Moffe, Rainz, 9442 9 fl al)s st»«- t"e ». ÄrffraSe 75 ■w JMS? -»V'SL S.*S" bis w * b« ein- sich ” Eleganteste,, Nr. 275. Zweites Blatt. Sonntag den 24. November 1889. Der Hiekener Z-t-iS" erscheint täglich, mit Ausnahme de» MontagS. Die Gießener AtamitienSkätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schutstrahe ^r.7. Fernsprecher 61. Vierteljähriger Avonncmentspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 60 Pfg. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giefzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Vorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Jamitienökütter Alle Annonccn-Burcaux deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Gießen, am 21. November 1889. Betr.: Die Ernennung von Vertrauensmännern für die Berufsgenossenfchasten. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Gr. Polizeiamt Gießen und die Gr Bürgermeistereien der Landgemeinden de- Kreise-. Wir benachrichtigen Sie, daß der Vorstand der Stein- bruchsberufsgenossenschast. Section V, zu Hagen i- Wests, den Herrn F. K. Beresheim in Merkenfritz zum Vertrauensmann für den Kreis Gießen und den Herrn L. Weber in Kestelbach zu dessen Stellvertreter ernannt hat. Zugleich machen wir Sie wiederholt daraus ausmerksam, daß ln Gemäßheit des § 54 des Unfallversicherung-Petzes vom 6 Juli 1884 dem Vertrauensmann bezw. besten Stellvertreter von der Einleitung jeder Unsallunterfuchung (§ 53 des Gesetzes» rechtzeitig Kenntniß zu geben ist. v. Gagern.__ CocäUs Mttö prwinsicacs. Gießen, 23. November. — Im Cafv Ebel fand am Mittwoch Nachmittag 2 Uhr eine Versammlung von Abgeordneten einer Anzahl von Vorschuß- und Konsumvereinen aus der Umgebung Gießens statt. Es waren ca. 60 Personen erschienen, welche von etwa 18 bis 20 Vereinen entsendet worden waren. Herr Dircctor R an ft von Beuern begrüßte die Versammlung und ertheilte Herrn Dircctor Bernhardt von Darmstadt, der eingeladen war zu erscheinen, das Wort. Derselbe verbreitete sich in einem längeren Vortrage über die Geschichte der genossenschaftlichen Bewegung und Gesetzgebung, über die Unterschiede der Bestimmungen des neuen Gesetzes gegenüber denjenigen des alten, indem er die in der Folge nothwendig werdende veränderte Handhabung der Geschäftsführung und der erforderlichen Statutenänderungen spcciell behandelte und die nöthigcn Erläuterungen und Belehrungen darüber gab, was die Organe der Vereine in Gemäßheit des Gesetzeserlasses zunächst und in Zukunft zu thun haben. Gleichzeitig gab Herr- Bernhardt eine Darstellung des Organismus des allgemeinen deutschen Gcnossenschaftsverbandes und seiner Unterverbände und wies aus die Vortheile hin, welche den Vereinen durch die Angehörigkeit zu diesen Verbänden, namentlich auch dadurch erwachsen, daß de» Verbänden gesetzlich das Recht zusteht, die Revisoren zu ernennen, welche nach den Bestimmungen des Gesetzes die "Aufgabe haben, die Genossenschaften hinsichtlich ihrer Geschäftsführung und Einrichtungen in jedem zweiten Jahre zu revidiren. An den Vortrag knüpfte sich eine lebhafte Diskussion und es ist anzunchmen, daß die Ausführungen Fenilleton. Deutsche Geselligkeit Selbst Ernst Eckstein, der burschikosesten Dichter einer, der gar oft mit scharfer Feder gegen das Philisterthum loS- gezogen ist, erhebt jetzt Klage über die Entwickelung, die daS Kneipenleben in Deutschland genommen hat. Und da seine Worte über „deutsche Geselligkeit" in der letzten Nummer von „Ueber Land und Meer" nicht allen Lesern zu Gesichte kommen, seien einige Sätze daraus auch hier mitgetheilt. „Und ob mich sämmtliche Bier- und Scatbrüder von Tilsit bis Metz mit de» großen Bann belegen: hier steh' ich und kann nicht anders? Es ist betrübsam, daß in dem freien, großen, geeinigten Deutschland die Geselligkeit mehr und mehr auS dem Hause in die Kneipe siedelt. Jawohl, in die Kneipe ’ Das Wort ist salonfähig geworden, seitdem das Studcntenthum gerade im Punkte des Zechens auch jenseits der glücklich bestandenen Gtaatsprüsungen ungeschwächt fort- arbeitct und allabendlich seine ber»fensten „alten Herren", die Staatsanwälte und Richter, die Bergbau- und Forst- bcamtcn, die Aerzte und Chemiker, massenweise in jene Räume entsendet, wo man „vom Besten" schenkt. Beinahe jedes Ouartal bringt die feierliche Eröffnung eines neuen ZcchpalasteS, eines „Bräu", wie der bavarisirende Ausdruck lautet — und trotzdem machen die Wirthe inSgesammt opulente Geschäfte. Die lustigen Herren so zwischen dreißig und sechzig, die sich da nm den Stammtisch im ,,Löwen"-, Wolfs"- oder „Zacherlbräu" schaaren, ihre steinernen Krügel schwingen und sich beim Qualm der Cigarre jetzt über BiSmarck und Bou- langer, dann über die neuesten Abenteuer deS Ungarn Mikosch des Herrn Bernhardt die noch außerhalb der Verbände stehenden Vereine veranlassen wird, einem solchen beizutretcn. O Zum Namen der Stadt Gießen. Die gewöhnliche Erklärung des Namens „Gießen" ist die Burg „zu den Giesen" (Gräben und Bäche, die da zusammenfließen), welche etwa 1130—50 vom Grafen von Gleiberg gegründet worden sei, um für das Kloster Schifsenberg (Skephenburg) ein Schutz zu sein. Der Name dieser Gründung sollte dann zurückführen entweder auf die Bedeutung eines Sammelplatzes für das Heer (ahd. skeopa — Heer, etwa als Wachtposten gegenüber den Romern?) oder einer Schöffenburg, eines Versammlungsortes für die Schöffen. Das Nächstliegende ist indessen damit nicht gegriffen: Schiffenberg weist ungezwungen aus Schiff, und altdeutsche Formen für jenes Wort sind nach W. Wackernagels altdeutschem Handwörterbuch S. 250 schif, skif, sebef, skef, sceph. Was soll nun ein Schiffenberg bezwecken? Das Wort „Gießen" bezeichnet nach „Sprachliches der Murgschiffer, Birlinger, Alemannia I, 112. I. B. Treukle, Geschichte der Schwarzwälder Industrie von ihrer frühesten Zeit bis auf unsere Tage (Karlsruhe, Braun'sche Hos- buchhandlung. 1874.) § 47 die Rheinschiffsahrt: „Landungs - p l a tz", wie z. B. die Mitglieder der Lauffenburger Schifferzunft „Loffen" hießen. Man kann darnach ruhig annehmen, daß die Lahn nach Aufnahme der bei Gießen zu ihr fließenden Gewässer und bei altem größerem Wasserreichthum hier in alter Zeit schiffbar wurde und von da an nach unten regelmäßig zum Verschiffen von Gütern rc. benutzt wurde. Dann aber war die „S k e p h e n b u r g" nicht etwa durch die Burg „Zu den Giesen" zu beschützen, sondern selbst ein Schutz für den Landungsplatz an der Lahn. Dieser Schutz wurde später überflüssig, als eine Burg unmittelbar am Landungsplätze errichtet wurde, und nunmehr die Schiffenburg einer Kloster- grüudung gewidmet werden konnte. Diese Entwicklung der Dinge hat ein Seitenstück in dem Vorkornrnniß von Schippenpiel (— Schiffenburg- pil, peil ist ein altpreußischeS Wort für Burg), nahe der preußischen Ostseeküste, wie auch Schipperkaim, 1486 so genannt, ein Schifferdorf bei Wartenburg war. Was Schippenpiel sür den Anfang der Schiffbarkeit der Alle, war der Schiffenberg sür den Landungsplatz an der Lahn, der danach heute „Gießen" heißt. Wer sich aber mit dieser Erklärung nicht befreunden kann und vielleicht eine noch naturwüchsigere vorzieht, dem kann ich aus Wackernagels Buche namhaft machen, daß althochdeutsch ecipa, sciba, mittelhochdeutsch sebfve so viel heißt als Scheibe, Rad, Kugel, und der Berg seinen Namen am Ende nur von der kttgelig abgerundeten Höhe hat, welche er darstellt. Dr. W. Kellner. und ähnlicher Celebritäten aussprechen, diese Herren sind nicht etwa Junggesellen, denen die „warme, gemüthliche Kneipe" das fehlende Heim ersetzt, sondern zum größten Theile Ehemänner. Die jüngeren haben daheim eine mehr oder minder niedliche Frau, die älteren ihre treu sorgende, wenn auch nicht mehr im Lenz der Schönheit prangende Lebensgefährtin, dazu ein paar hübsche, freundliche Töchter. Schon zeigen sich Spuren, daß der unglückselige Geist der Zeit auch die Frauen in Mitleidenschaft zieht. Seitdem das Bier die kleinen Spelunken verlassen hat, um sich in allen erdenklichen Stilen Prunkhäuser und Kathedralen zu bauen, seitdem hat auch die deutsche Fran hier und da den ursprünglichen Abscheu gegen das Kneipenleben überwunden und jetzt schon gibt es gewisse Städte, deren Einwohnerinnen mit fast männlicher Thatkraft allwöchentlich mehrmals ihre zwei, drei, auch vier Seidel genießen. Ueberall aber existirt eine Reihe wirklich fashionabler Locale, wo die Frau, selbst der höheren Klassen, kühn an die Oeffentlichkeit tritt, also dem Beispiele deS Mannes folgt, der sich der Häuslichkeit mehr und mehr zu entfremden droht. Sind unsere Männer wirklich so unempfänglich geworden für die geistigen und gemächlichen Reize der Häuslichkeit und eines freundschaftlichen Privatverkehrs, daß sie das ewige Hocken in der menschengefüllten Kneipe dem Aufenthalt in ihrer behaglichen Wohnung vorziehen? Oder fehlt es der deutschen Frau so sehr an der Gabe, den Mann dauernd zu fesseln, daß er grundsätzlich ihrem Kreise entflieht? Das Ueberwuchern des Kneipenlebens ist meines Erachtens eine ganz natürliche Folge unserer schwerfälligen, umständlichen, langweiligen und dabei sehr kostspieligen Geselligkeit. Der Deutsche, der „in Gesellschaft" geht, will vornehmlich gefüttert sein. Während er sich zu Hause mit einem Butterbrot und einem Stück kalten Bratens begnügt, scheint es ihm unerläßlich, sobald er mit vermischter. Wetzlar, 20. November. In den Räumen des Hotel Kaltwasser fand heute Nachmittag eine Generalversammlung des berg- und hüttenmännischen Vereins für die Lahn-, Dill und benachbarten Reviere statt, in welcher über die Stellung des Vereins zu der Frage der Mosel- und Lahnen na l i s i e r u n g Berathung gepflogen wurde. Da Se. Excellenz der Oberpräsident der Rheinprovinz Herr v. Berlepsch, sowie Herr Regierungspräsident v. Pujtkamer aus Coblenz in informatorischer Absicht den Verhandlungen beiwohnten, auch wiederholt in äußerst lebhafter Weise in die Debatten ein griffen, gewannen dieselben eine Bedeutung, welche auf die künftige Behandlung der Canalfrage voraussichtlich nicht ohne erhebliche Rückwirkung bleiben wird. Marburg, 21. November. Gestern Abend gegen 5 Uhr gewahrte man von der Stadt aus eine intensive Röthe deö südlichen Himmels und stellte alsbald einen Brand in dem 11/2 Stunden entfernten Dorfe Niederweimar fest, worauf man hier sofort eine Abtheilung Feuerwehr und. eine Spritze nach dorthin beorderte. Im Ganzen sind 11 Scheunen und Ställe der Gehöfte Müller, Schnabel, Wittwc Heuser und Bürgermeister Schleich ein Raub der Flammen geworden, darunter einige der größten Scheunen der ganzen Umgegend mit Inhalt. Das Feuer nahm in einem Gebäude des Müller'schen Hofes seinen Ausgang, jedoch konnte über die Entstehungsursache bis jetzt nichts ermittelt werden- Müller selbst hatte sein Inventar nicht versichert. — Seltsamer Geschmack. In einem Dorfe in der Nähe von Mühlberg a. d. E. wurde kürzlich auf Anordnung der Ortsbehörde ein wuthverdächtiger Hund getvdtct und der Kreisthierarzt von der Sache verständigt. Als dieser aber zur Scetion und Untersuchung des Hundes eintraf, war dieser bereits von seinem Eigenthümer — verzehrt. — Das gute Zimmer. In säst jeder Wohnung des Mittelstandes finden wir das sogenannte „gute Zimmer". Es ist dies, was die räumliche Beschaffenheit anlangt, der beste Platz in der ganzen Wohnung, aber sonderbar, es wird fast nicht benutzt. Es ist auf das Bestmöglichste ausgestattet und darum glaubt die Familie, es schonen zu sollen. Gut ist doch nur, was seinem Zwecke voll und ganz entspricht. Das thut das betreffende Zimmer nun keineswegs, und sollte man es danach benennen, in welcher Weise es benutzt wird, so müßte es das „überflüssige Zimmer" heißen. Es wird nur etwa an den höchsten Festtagen oder wenn Betuch erscheint benutzt, sonst liegt es mit verhüllten Möbeln in immerwährender Ruhe da. Es ist eigenthümlich, daß in den großen Städte, in denen doch die Preise der Miethen gewaltig hoch sind, die Leute sich noch ein überflüssiges Zimmer erlauben können. Aber die Ursache? Das ist die liebe Eitelkeit. Der Hausvater, die Mutter sollten aber bedenken, daß doch die anderthalb Dutzend gleichgestellter Zeitgenossen zu Nacht ißt, wenigstens „ein Menu" von vier bis fünf Gängen herunterzuhaspeln. Hierzu gibt es natürlich mehrere Sorten zum Theile recht schwerer und theurer Weine: Rauenthaler, Johannisberger und schließlich „Sect". Nun läßt man sich dergleichen ja ausnahmsweise gefallen. Diese Fütterung jedoch, verbunden mit Excessen im Trinken — denn da- Trinken theurer und schwerer Weine ist für den Mittelstand immerhin ein Exceß — zur Grundlage der Geselligkeit machen zu wollen, stellt doch den gesellschaftlichen Talenten einer Nation ein Armuthszeugniß in bester Form aus. Ach, und wär's nur ein Vergnügen! Die Thatsache läßt sich nicht abstreiten: in Deutschland fürchtet man die Gesellschaft wie ein nothwendiges Nebel, und das mit vollkommenem Recht. Das Bier allein ist nicht die Ursache der Heim- entfremdung- c5 trägt nur dazu bei, sie mehr und mehr einwurzeln zu lassen. Wenn man in Betracht zieht, daß die französische Plaudergeselligkeit nicht nur weit billiger ist als die deutsche Eßgeselligkeit, sondern auch billiger als die Un- gefeUigfeit bei chronischem Wirthshausbesuch, so mochte c» doch wohl aus mehr als einem Gesichtspunkte lohnen, sich die ehrliche Zrage zu unterbreiten: Soll das so weitergehen wie bisher? Sollen die deutschen Frauen nicht mit vereinten Kräften, jede in ihrem Kreis, den Versuch machen, diese Verhältnisse umzugestalten? Gelingt ihnen das, so erwerben sie sich ein bleibendes Verdienst um unseren nationalen Wohlstand, denn noch ein paar Schritte weiter, und da- undeutsche Trinken bedeutet auch wirthschaftlich den Ruin." Forderungen der Gesundheit viel höhergestellt werden sollten als die der Eitelkeit. Unsere Gesundheit verlangt, daß wir das geräumigste Zimmer der Wohnung zum gewöhnlichen Aufenthalt machen und in dem zweitgrößten schlafen, denn in dem ersteren, bringen wir etwa zwei Drittel und in dem letzteren ein Drittel unserer Lebenszeit zu. Wenn dann noch ein Raum da ist, der mag meinetwegen den hohen Namen „das gute Zimmer" bekommen. Die uns besuchenden Freunde werden uns eine derartige Vertheilung des Platzes auch nicht übel nehmen, auch wenn wir sie nicht in das Putzzimmer führen. Sie wollen uns ja in unserer Häuslichkeit besuchen, nicht aber unsere Putzgegenstände und feinen Möbel u. dgl. bewundern. Uebrigens ist in dem sogen, guten Zimmer der Aufenthalt immer ein ungemüthlicher, wie in allen Räumen, in denen nichts die Gegenwart des Menschen anzeigt. Die Franzosen und Engländer kennen eine solche, gelinde gesagt, nicht berechtigte Einrichtung der Wohnung nicht. Es wäre gut, wenn es auch bei uns anders würde. Unsere Baumeister stellen uns Wohnräume her, die mit den Forderungen der Gesundheitspflege im Einklang stehen. Wenn wir sie doch auch zweckmäßig verwerthen wollten. — Ein netter Kandidat. Ein neues Muster der Re- clame findet sich in Nr. 269 des „Duisburger Tagebl." ; dasselbe enthält folgende Anzeige: Stadtraths-Wahl! Ich ersuche sämmtliche wahlfähige Bürger der dritten Abtheilung, welche meine Candidatur unterstützen, zur Besprechung in einer Hauptversammlung Freitag Abend 8 Uhr im Saale des „Burgackers" sich einzufinden. Ich werde mein Programm zu den städtischen Verwaltungsfragen mittheilen, hauptsächlich Kirmeßfragen und hohe Steuerlast der dritten Abtheilung betreffend. Auch werde ich die Interessen der Wirthe dahin vertreten, daß ich aus Verschiebung der Polizeistunde bis zur thunlichsten Grenze hinarbeiten werde. Meine Einmischung in die Abortabfuhr ist selbstverständlich. Ich habe mit dem Wirthe vereinbart, daß das Glas Bier an jenem Abend während der Versammlung nur 10 Pfennig kostet. Zur Deckung der Kosten wird ein Entree von 10 Pf. erhoben- der sich ergebende Ucberschuß wird an die Armen sämmtlicher Confessionen, Juden und Christen, vertheilt. W. L. jun., Eigenthümer des billigsten Spielwaaren - Fabriklagers Duisburgs. Ohne Concurrenz! Ohne Concurrenz! Poststraße 31. Nur die Wähler der dritten Abtheilung haben Zutritt. Milde, wohlschmeckend und seit zehn Jahren bewährt ist der HollLnd. Tabak von B. Becker in Eeefen «. Herz, 10 Pid. sco. 8 JL 7295 Hebet Netter- Haarwasser. Es kann nicht genug wiederholt werden, und ist auch darüber schon Vieles von Autoritäten geschrieben worden, daß Oele und Pomaden die Hautporen nur verstopfen, in Folge Zutritts des Staubes sich eine Schichte bildet, welche die Hautausdünstung verhindert, die Haarwurzeln erstickt und dadurch Kopfleiden und kahle Stellen erzeugt. Und dennoch gibt es noch eine Unzahl Leute, die im blinden Vertrauen auf schwindelhafte Reclame — unbedacht, ob das Versprochene zu erfüllen möglich sei — Hunderttausende für schädliche Haavmittel ausgeben und in dem Wahne leben, neue Haare auf kahlen Stellen zu erzeugen, während sie damit doch nur den Eharlatanismus unterstützen und ihrer Gesundheit schaden. Wäre es benn nicht viel vernünftiger, bei Zeiten von dem unnatürlichen Dressiren der Kopfhaare abzulassen und dafür ein wirklich gutes conserotrendes Haarmittel statt der insqesammt schädlichen Oele und Pomaden zu gebrauchen? Als ein solch' verläßliches und unschädliches Mittel kann das Haarwasser von Earl Retter in München nicht genug empfohlen werden, da dasselbe laut Gutachten hervorragender Autoritäten, wie Professor Dr. v. Wtttstein rc. rc., Alles enthält, um das Haar feucht, weich, glänzend und die Kopfhaut immer thätig und weich zu erhalten, sowie die lästigen Schuppen innerhalb acht Tagen gänzlich zu entfernen. — Zu beziehen per Flacon ä 40 H und vM 1.10 bet Herrn I. H. Fuhr, Sonnenstraße 25, Gießen. 2. 8 Nr. 261‘/iw — 847 Meter Wiese Flur 8 8 Flur 8 Geschäft geeignet, 9370 o) den 3. 4. Die Einleger werden deßhalb ersucht, 5. 6. H. 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Ist schon ein Büchelchen ausgestellt, so muß aus der Karte oben rechts dessen Nummer, anderenfalls das Wörtchen „neu- beigefügt werden. Die Beschreibung der Einlagen kann nur an den bestimmten Zahltagen im Geschästslokale der Sparkasse stattfinden und zwar unter Vorlegung der Sparkassebücher. Es wird daraus aufmerksam gemacht, daß die Vorlage der Bücher und Markenkarten auch durch Kinder besorgt weroen kann, sodaß die Eltern darüber keine Zeit zu versäumen brauchen. Mehr als einmal im Monat findet eine Zuschreibung von Einlagen zur Pfennigsparkasse nicht statt. Es ist nothwendig, daß aus den Markenkarten an der dafür bestimmten Stelle außer dem Namen des Kindes auch der genaue Namen des Vaters, der Mutter oder des Vormundes rc. angegeben wird, da eine Rückzahlung von Einlagen nur an erwachsene Personen stattfinden kann, deren Berechtigung zum Rückempfang durch ihre Bezeichnung aus der Karte dar- gethan wird, während sonst durch Beibringung anderer Legitimationen Kosten entstehen würden. Sollte sich das Bedürsniß nach Errichtung weiterer Verkaufsstellen ergeben und sollten weitere Kaufleute mit offenen Geschäften bereit sein, solche zu übernehmen, so wird um gefällige Mittheilung an die unterzeichnete Direction gebeten. versteigert. Das Rüstzeug kommt Mittwoch Vormittags zum Ausgebot. F. Hoffmann. eine goldene Damenuhr mit do. Kette. 9426 Born, Gr. Gerichtsvollzieher zu Gießen. 7. Für die Anfangs Januar k. I. an Stelle der eingesammelten Sparkaflen- scheine zur Ausgabe gelangenden Sparkassenbücher sind je 10 H zu entrichten. Es wird daher gebeten, bei Empfangnahme dieser Bücher zugleich den Kostenbetrag derselben zu bezahlen. Gießen, am 21. October 1889. Die Direction'des Spar- und Leihkasse-Vereins. Langsdorfs. Plüschsopha mit 2 Sesseln, anderes Sopha, Secretär, 1 Spiegelschrank, Regulator und 1 Wanduhr, Nähmaschine, Flur 8 Nr. 302/w - 4296 Meter Acker daselbst, Flur 8 Nr. 32’/10 — 6840 Meter Wiese Pfennig - Sparkasse Gießen. Nach Beschluß des Ausschusses des Spar- und Leihkasse-Vereins vom 13. Juni I. I. treten hinsichtlich der Pfennigsparkasse vom 1. November Bekanntmachung. Zur Empfangnahme oder Beischreibung der Zinsen pro 1889 für Einlagen zur hiesigen Spar-! und Leihkasse sind folgende Eine Tommode und ein Küchen- schrent billig zu verkaufen bei 9160 Schreiner Menget, Kaplaneigasse. u n Montüg den 9. Dccember l. I., Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Ziegeleibcsitzer KaSP-rr Schomber in Gießen und Kinder Philipp und Elise Schomber gehörigen Immobilien: Flur 3 Nr. 144 — 2550 Meter Acker auf dem Leufertsröder Weg, Flur 8 Nr-16 — 2825 Meter Acker auf dem Holzweg hinter den Schießgärten, Flur 8 Nr. 16a — 2819 Meter Acker daselbst. I. an folgende Aenderungen ein: Die seither bestandenen Sammelstellen in den Schulhäusern in der Schulstraße und in der Neustadt, sowie bei Herrn Kaufmann Emil Fischbach dahier werden aufgehoben. Der Verkauf der Sparmarken findet von dem oben genannten Zeitpunkte 28. 30. 3. December 4. 5 7. 10. 11. 12. „ 14. „ 17. 18. „ 19. 21. 23. „ 24. „ Zahltage festgesetzt worden: 26. November 1889, Mittwoch den 27. Noormber, Vormittags 10 Uhr und Nachmittags Vr2 Uhr, sowie Donnerstag den28 November, Nachmittags Vr2 Uhr, werden die zur Hinterlassenschaft des Herrn Anton Petri gehörigen Weißbinder-Utensilien, als: Rüststaugen, Dielen, Kloben, Seile, Leitern, Eimer, Schablonen usw., sowie die noch vorhandenen Farbe«, Lacke, Pinsel und Rohr, 1 Hobelbank, einige Farbmühleu, eine fast neue 10 Ctr. Deeimalwaage mit Gewichte, mehrere Wagen, insbesondere ein wenig gebrauchter kleiner Rollwagen, für jedes p) q)...... r) „ der höheren Mädchenschule. In den unter pos. a—o aufgeführten Geschäften sind Sparmarken jederzeit zu haben, solange die Geschäfte offen sind, und in den Schulen an den von den betreffenden Herren Lehrern bestimmt werdenden Tagen. An Stelle der seither üblichen Büchelchen werden Markenkarten ausgegeben, welche beim erstmaligen Kaufen der Marken und später nach Bedürsniß bei den Markenverkaufsstellen in Empfang zu nehmen sind. sowie: in dem Schulhause in der West-Anlage, Flur 8 Nr. 37,1 - 462 Meter Acker daselbst. Flur 8 Nr. 38,1 — 462 Meter Acker daselbst, Flur 8 Nr. 39 - 625 Meter Acker daselbst, Flur 8 Nr. 40 — 625 Meter Acker daselbst, Flur 8 Nr. 41 - 1944 Mettr Acker daselbst, Flur 9 Nr. 46 — 1350 Meter Acker auf der großen Weide, Flur 30 Nr 172*/10 — 2634 Meter Wiese über der Erdkaute auf dem Weg hinter dem Fluthgraben, Flur 3 Nr. 188 — 1869 Meter Acker auf dem Krofdorferweg, Flur 8 Nr. 24 — 1600 Meter Acker diesseits am Grasweg öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 16 November 1889. Großherzogl. Ortsgericht Gießen. ___I A-: Bogt._______9304 Schasversteigerung. Mittwoch den 27. d. M., von Vormittags 9 Uhr an, läßt die hiesige Schäferei-Gesellschaft 158 Schafe, meistens junge Zuchtschafe, 27 Hammellämmer und 22 Mutterlämmer versteigern. Eberstadt, am 20. Novbr. 1889. I. A.: 9415 Gör lach, Bürgermeister. an in folgenden Geschäften statt: Herrn Kaufmann Eberhard Dort, Wallthorstraße Nr. 45, „ „ Joseph Georg,. Ederstraße Nr. 2, „ „ I. H a i n b a ch, Marburgerstraße Nr. 29, „ ,> Eberhard Metzger, Neustadt Nr. 8, „ „ Christoph Biecker, Neustadt Nr. 55, „ Christian Haubach II., Krofdorserstraße Nr. 2, „ Wilhelm Klee, Marktstraße Nr. 2, Frau Ottmar Köhler Wwe., Lindenplatz Nr. 5, Herrn Conr. Steinhäuser, Buchbinder, Neuen BäueNr. 17, „ Julius Hoos, Buchbinder, Bahnhofsstraße Nr. 41, „ Kaufmann Emil Fischbach, SelterSweg Nr. 24, Frau Wilhelmine Rusag, Frankfurterstraße Nr. 39, Herrn Kaufmann August Voigt, Seltersweg Nr. 46, „ Rudolf Schlabachs Nachfolger,Ludwigsplatz4, Versteigerung. Montag den 25. d. M., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Schulstratze Nr. 4 dahier gegen Baarzahlung: 3 Marmortische, 1 Büffet, 1 silb. Tafelaufsatz, 1 desgl. Schale, 1 großen Ladentisch, 1 kleinen Ladentisch, ihre Zinsen an einem der oben genannten Tage unter Vorlage der Scheine in Empfang zu nehmen oder beischreiben zu lassen. Die Vorlage der Scheine ist diesmal um so notwendiger, als mit dem 1. Januar k. I. Einlagebüchelchen ausgegeben und die alten Scheine eingezogen werden. Die Gr. Bürgermeistereien des Sparkaffebezirks werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung im Interesse ihrer Ortsangehörigen auf geeignete Weise zu deren Kenntniß zu bringen Gießen, am 11. November 1889. Der Rechner der Spar- u. Leihkasse Gießen. Doering. „ auf dem Berg, Gold-, Silber-, Granat- und Corallwaaren, goldenen u. silbernen Damen- u. Herrn-Uhren, Regulatoren etc. Reparaturen werden prompt und schon auageführt,_______________________________ Krumlarim z«m Genoffensehafts-Rsgister Ieilgeöotenes. 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Tülmtbeii Erklärung in Ausdrücken, deren Lebhas- tigkeit durch die Form meiner vorausgehenden Aeußerungen nicht veranlaßt war, nachzuweisen versucht, daß es meinen „persönlichen Ausfällen" und „heftigen Angriffen" gegen ihn „an jedem Schein einer Berechtigung fehle". Ich muß den Streit, der durch die Ausführungen des Herrn Heß in falsche Beleuchtung geräth, aus seinen Ausgangspunkt zurückführen, indem ich Satz für Satz den Inhalt meiner Aeußerungen vom 3. November, wie solcher im Referate des Gießener Anzeigers vom 6. November dargestellt ist, wiederhole, dabei schon im Voraus bemerkend, daß ich auch nicht ein Wort des von mir Gesagten zurückzunehmen habe. I. Ich habe gesagt: „Herrn Heß könne selbstverständlich nicht „zum Vorwurfe gereichen, daß er sein vcr- „meintliches Recht im Prozesse gegen die „Stadt vcrtheidigt habe, wohl aber die „Art, wie er dies gethan habe." Damit scheiden alle Betrachtungen des Herrn Heß über die Frage aus, ob derselbe in der Hauptsache überhaupt mit der Stadt hätte pro- zessiren sollen; denn daraus hat ihm niemand einen Vorwurf gemacht. Herr Heß betont hierbei, die Stadt habe den Hauptprozeß gegen ihn verloren; er habe in diesem Prozeß Recht bekommen. Es kommt hierauf für vorliegende Angelegenheit nichts an. Nur zur Kennzeichnung der Zuverlässigkeit des Herrn Heß theile ich den Schluß des' im Hauptprozesse erlassenen schiedsgerichtlichen Urtheiles vom 12. Juni 1886 mit. Es heißt da: „Nach § 30 des Vertrags von 1855 trägt die „Kosten des Schiedsgerichts der unterliegende „Theil. Diese Kosten sind von jeder Partei zur „Hälfte zu tragen; außerdem hat jede Partei „die ihr durch ihre Vertretung erwachsenen An- „waltskosten selbst zu tragen. Für diese Ent- „scheidung im Kostenpunkte spricht der Umstand, „daß das Schiedsgericht sich weder der von der „Stadt, noch der von Herrn Heß vertretenen „Ansicht vollständig anschließen konnte Herrn „Heß konnte nicht Recht gegeben wer- „den, in so ferne von seiner Seite die von „ihm aus dem Betriebe der Gasanstalt „gezogene Rente als Ausgangsp unkt für „die Werthberechnung Postulirt wurde, „der Stadt Gießen konnte darin nicht zugestimmt „werden, daß sie den wirklichen Werth' der zu „übernehmenden Anstalt nur in dem ohne Rück- „sicht auf die Rentabilität sestzusetzenden Bauwerth „derselben anerkennen wollte." Diese Herrn Heß mindestens zur Hälfte ungünstige Entscheidung wäre, wie hier erwähnt sein mag, vielleicht noch günstiger für die Stadt ausgefallen, wenn ich damals im Besitze der über die Gründung der hiesigen Gasanstalt erwachsenen städtischen Acten gewesen wäre, welche während des Prozesses nach Mittheilung des Herrn Bürgermeisters vermißt und mir erst nach dem Prozesse im August 1886 zugänglich wurden. IL Ich habe ferner gesagt: „Es sei schon 'auffallend gewesen, daß „Herr Heß seine Forderung für die „Ueberlassung der Gasanstalt aus über „eine Million berechnet und ver- „gleichsweise immer noch auf 500 „bis 600000 Jt. festgesetzt habe." Man lese nun den Brief des Herrn Heß vom 5. Februar 1884, worin derselbe nachzuweisen sucht: „daß die mittlere Schätzung des Wcrthes einer „Gassabrik das 15^ fache des Reinertrags ist, „welches Maß wohl auch schätzende Ex- „perten zur Richtschnur nehmen werden." Diesen jährlichen Reinertrag hat Herr Heß in seinem Schreiben vom 18. Februar 1884 auf 55 bis 60000 Jl. berechnet; das l^/zfache beträgt also 852 500 bis 930000 Im späteren Prozesse hat Herr Heß den Reinertrag auf etwa 70000 jt. beziffert und dabei beharrt, daß das 151/zfache hiervon den wirklichen Werth der Anstalt darstelle; dies ergäbe die Summe von 1085000 .X In seinem Briefe vom 13. Mai 1885, der in meinen Akten das Datum des 31. Mai trägt, hat Herr Heß durch Bezugnahme auf gewisse Zifferngruppirungen nachzuweisen versucht, daß 1. der Bauwerth des Gießener Gaswerths 499 668.55 8 hcr ii ***?< * enS blt h Unää^i( e.-' -