Nr. 247. Mittwoch oea 23 Octoder 1889« Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis ließen. -- ——- — “ , ' A PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh«. D«reaur Sch ulftraßc 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf Amtlicher Hheit. Betreffend: Maul- uni) Klauenseuche zu Gießen. Bekanntmachung. - Nachdem der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh des Karl Rinn und des Heinrich Noll Gießen, Große Mühlaasse Nr. 35, 37 und 39, festgestellt worden ist, ordnen wir bis auf Weiteres die Sperre über die fraglichen Gehöfte hierdurch an. Gleichzeitig verfügen wir die Sperre ifför den außer diesen Gehöften diejenigen des Wilhelm Linden st ruth und Heinrich Konrad Krarling, Nr. 31 und 33, umfassenden hinteren Theil der Großen Mühlgasse. Gießen, am 21. October 1889 Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. G a g e r n. ___________ Betreffend: Maul- und Klauenseuche zu Gießen. Bekanntmachung. Nachdem der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh des Heinrich Noll VII. und des Karl Rinn zu Gießen, Große Müblaasie, festaestellt worden ist, ordnen wir im Anschluß an unsere gestrige Verfügung auf Grund des § 28 des Reichsviehfeuchengeietzes weiter an, daß der auf 28 und 30. Öclober L I. anberaumte Gießener Rindvi^hmarkt zu unterbleiben hat. Gießen, am 22. October 1889. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern.__ Betreffend: Die Abhaltung lanbwtrthschaftlicher Vorträge betreffend. Bekanntmachung. 3) 4) 5) ES wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß , nr, c,, . m 1) Sonntag den 3 November L 3*, Nichm ttags 3 Uhr, Herr Landwirthschaftslehcer Lertbiger zu Alsfeld einen Vortrag „über künstliche Düngmittel für Aecker und Wiesen und deren Anwendung", auf dem Lenz'schen Felsenkeller in Gießen^; 2) Sonntag den 10. November l. I., Nachmittag- 3 Uhr, Herr Landwirthschaftslehrer Spieß von Alsftld einen Vortrag „über Steigerung der Wiesenerträge durch rationelle Ent- und Bewässerung" im Gasthaus zum Schwanen in LoUar; Sonntag den 1*7. November I. I., Nachmittags 3 Uhr, Herr Landwirthschaftslehrer Leithiger von Alsfeld emen Ertrag „über Bcdenbereitung und Bodenbestellung" oder „über Samenwechsel, Saatgutzucht und Saatmethode" in dem Saale des Herrn Gast- wirths Guntrum zu NeiSkirchenz r m 4 ... Sonntag den 24 November l I., Nachmittags 3 Uhr, Herr Landwirthschastslehrer Spieß zu Alsfeld emen Vortrag „über Aufzucht und Fütterung von Zucht-, Milch- und Mastvieh" in dem Saale des Herrn Gastwirths Karl bliebe zu LondorfZ Sonntag den 1. Decewber l. I., Nachmittags 3 Uhr, Herr Land wirths Hastslehrer Leithiger m Alsfeld emen Vortrag „über Schweinezucht" in dem Saale des Herrn Gastwirths Christian Wagner in Grünberg abhalten werden. , c . , A,rx .. . Alle Mitglieder des landwirthschastlichen Vereins und der landwirthschaftlichen Localvereine und alle Freunde der Landwirthschaft werden zu diesen Versammlungen hierdurch ergebenst eingeladen. . x f f Die Herren Bürgermeister der Gemeinden, in welchen die Vorträge abgehalten werden, sowie die der benachbarten Orte werden hierdurch ersucht, aus möglichst zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken. Gießen, den 19. October 1889. Der Director des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen. Jost, Negierungsrath. Politische Nundfchsu Gießen, 22. October. Gegen den Prinzen Wilhelm von Württemberg, den präsumtiven Thronfolger, wurde am Sonntag Vormittag in Ludwigsburg em glücklicher Welse ohne jede Folgen gebliebenes Attentat verübt. Als der Prinz zu genannter Zett zur Kirche fuhr, feuerte ein junger Mensch einen Revoloerschuß auf ihn ab, welcher jedoch fehlgtng. Der sofort festgenommene Verbrecher heißt Klaiber und ist ein aus Ulm gebürtiger Sattlergehülfe, zur Zeit ohne Stellung. Bei seiner ersten Vernehmung sagte der augenscheinlich geistesgestörte Thäter, es sei die höchste Zeit, daß Wüttemberg einen katholischen König bekomme, eine Bemerkung, die sich daraus erklärt, daß Prinz Wilhelm, der künftige Herrscher Württembergs, bis jetzt föhnelos ist, so daß bei seinem Ableben die Thronfolge in diesem Königreiche an die katholische Linie des Hauses Württemberg übergehen würde. Prinz Wilhelm selbst ließ sich durch den Vorgang nicht abhalten, dem Gottesdienste beizuwohnen und begab sich dann nach seiner Vllla in Martenwahl bei Ludwigsburg zurück, woselbst ihm von einer großen Menschenmenge alsbald Ovationen bereitet wurden. Anläßlich seiner glücklichen Rettung gingen dem Prinzen zahlreiche Glückwunsch-Telegramme zu. Aus dem neuen ReichSetat sind noch unmittelbar vor dem Zusammentcitte des Reichstages von officiöser Sette endlich die hauptsächlichsten Angaben veröffentlicht worden. Hiernach stellt sich die Gefammtausgabe auf 1206 664 739 X, mehr gegen den vorherigen Etat um 240610853 x. Hiervon charaktertsiren sich 277 700307 X, als außerordentlicher Etat der einmaligen Ausgaben mit besonderen Deckungsmttteln, darunter 266 789307 X aus der Anleihe; von jenen ca. 277 Mill, entfallen 139V, Mill, auf bas Retchsheer und etwas über 31 Mill, auf die Marine. Im ordentlichen Etat stellt sich der Mehrbedarf an fortdauernden Ausgaben auf 21845 273 X, wovon ca. 6,6 Mill. X auf das Reichsheer und ca. 2,5 Mill. X auf die Marine entfallen. Im Ganzen stellt sich aber der Mehrbedarf des ordentlichen Etats auf 42 188953 Mill. X, wovon der allergrößte Theil, nämlich 41553140 Mill. X durch Erhöhung der Matricular- beiträge aufzubringen ist. In Brüssel sind neuerliche Meldungen vom Congo eingetroffm, welche die Lage des Eongostaates als sehr befriedigend schildern. Der Generalgouoerneur desselben, Janssen, hat wiederholte Unterredungen mit einer großen Anzahl von Häuptlingen gehabt, darunter mit den sehr einflußreichen Häuptlingen Makite und Lutele und in allen diesen Unterredungen ist von den Häuptlingen versichert worden, daß sie dem Covgostaate mit allrn ihren Kräften zur Sette stehen würden. Wie viel von diesen Verjpiechungen zu halten ist, muß freilich erst die Zukunft lehren. Die serbische Skupschtina ist am Sonntag mit einer vom Regenten Ristics verlesenen Bolfchast, refp. Thlvnrede officiell eröffnet worden. Die Rede wirft in ihrem Eingänge über die in Serbien seit der letzten Skupschtinasession eingetretenen wichtigen Ereignisse einen Rückblick und constatirt die von der serbischen Nation bethattgte Anhänglichkeit an die nationale Dynastie und Liebe für den jungen König. Dann weist die Thronrede auf die der Skupschtina harrenden zahlreichen und zum Theil schwierigen Aufgaben hin und kündigt in Anknüpfung hieran auch die durch die Verfassung vorgesehenen Gesetzentwürfe an. Weiter drückt die Rede die Ueberzeugung aus, daß die Reformarbetten Friede im Innern wie nach Außen heischten und hebt die fteundschaftl^en normalen Beziehungen Serbiens zu seinen Nachbarstaaten und zu den übrigen Machten hervor Zum Schlüsse drückt die Rede den festen Willen der Regentschaft und der Regierung aus, den Frieden und die Eintracht auf der Balkanhalbinsel zu pflegen und die selbstständige Entwickelung der Balkanvölker zu fördern. Die Blättermeldungen von einer angeblichen Meuterei türkischer Regimenter auf Kreta werden jetzt von Constantinopel aus amtlich dementirt. Die betreffenben Gerüchie sollen dadurch entstanden sein, daß einige Soldaten des kürzlich nach Kreta entsandten Smvrnaer Regiments um ihre Beurlaubung in die Heimath wegen dringlicher Erntearbetten nachgesucht und dieses Gesuch auch bewilligt erholten> habem Die türkische Regierung erklärt sich von der Sachlage auf Kreta und der Haltung Schakir Paschas für vollkommen befriedigt. Auf den javanischen Minister des Auswärtigen, Grafen Okuma Sigeuobu, wurde ein Mordanfall gemacht, der für den Minister jedoch nur eine leichte Verwundung zur Folge hatte; der Attentäter nahm sich sofort das Leben. Bemerkenswert ist, daß der Vorgänger des Grafen Okuma Sigenobu unter den Händen ^nes politischen Fana- tikers fiel und offenbar spielen auch bet dem Attentat auf Okuma Sigenobu politische Bewegaründe die Hauptrolle. — Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Korrespondenz-Bureau. Berlin, 21. Cctober. Den „B-rl. Polit. Nachr." infolge wird d«e Nachricht, ber Retckstanrler werde am 25. b. Mts. in Berlin etnlreffen, als irrig bezeichnet. Semieiben Blatte zufolge wirb dem $mlbe8tott)c bemnJ^„ci^ die Einrichtung einer subventtonirten Dampferlinie nach Ostafrika zugeyen, wetcpe «US dem Wege ju räumen. Das Loos den Prin m ffiilbdm l k Fürsten flefaUen. Ein amtlicher Bericht liegt nicht vor ’ S loblen' f“ °«s ihn | Kirchlichk Aii;kigkii der evangelischell Gemeiadr. cbc am Mittwoch den 23. October. Abends 8 Ubr in her ©rdn- Pfarrer ^Faum'an^^'"88 E°°n«°lfums' Landet und AerKehr. xO.»5*i'&'eaterd«ist»’"? «•*■"«««.. »»»n„ m. &-.-4Ä ÄWWn Hahnen pr. St- J2 0 50-1 m 0-0,60 Hühner pr. St. 0,90-1,30, LA t MV.WLMLMSS« dm K°mg'a"o,.Ponuäal'am^' H°' Dom 23‘ ds. -fn^wanzigtägige Trauer für KonigimRe^L'LrMnNach llZadrch ^g1Äst° 8 ®CfUd,e felncr * b°r WÄÄ Ä'^ÄT. »chLLNL.« LMM--ZMWWZ r°'s-d°s M-^gLow L'Ä-grkmm ^rlde-r daß alsbald nach der Ab. lassen emtrat, m welchem derselbe auig.fordert wurde, Bulgarenlialdmoglichst zu nicht die Zweiglinie der bereits bestehenden Linie sein sondern direei non ,in.m etX 9(X)OT0 M8 iUt ®tl,19QObal) ec6en würde. Der Kostenbetrag dasür betrage Berlin, 21. October. Der Sultan von ßamtbar bat sich bereit ?i ttnrt ,,, dnE8 d-c'r°°s behufs Urr.erbfürfung des Skchve'n. m«i®21 Oetöbm'^^"b°e7"«°,' "^r°p°", ist in Sansibar angekommen. demle/b £ L^'rne^S demselben eine sehr freundliche Aufnahme bereitete Bei Jiapter sÄT"? werbtIfe^gu?crbt,ee“TebiHo^^|,?um ~»ä“ä K^MK-LSWSLLK« Brod-m u. 21. auf Grund d?s Socialisteng-sttzes -ttolat ist *®Un‘C' @le9Cl' «-» Ä», L Ä N>"........... WÄMMMWUM sind ausmarllge Arbeiter eingestellt worden. U "Jn Den Fabriken «.Ä .äs ® aÄxatÄ SSÄKt.ä’Ä ÄÄS? ÄH ÄÄ^ B'ES— $" ÄSsdfriÄ soeben verie'ene Xbro^rebe^tünMßt^eh neue« Mittlärgesin be?/Rei^taß^ Die zweier neuer Armeecorps, sowie Mehrausgaben für Armee'prd M^ b‘‘ SUbun8 Erhöhung der Schlagfertigkeit und im Interesse der (Srhn\t ^arine behufs der »-kündigt werden ferner^ Erhöhung "der" Ma,riku^a^betträae^ ®f'ebe"$ an' 21«= -r.°b°«sstch-rung' * bevorstehenden Jahre für gesichert. 91 öen «rieben auch im In keinem' TJFaSer'‘nß' 8“PPCn' .8“«“ «-ma-H 53 Hausbnir Ateininench’s Heisch-Extract 3243 _____________°°» Beste Ist stets das Billigste! fehlen. Bermtkchtss. Wahlkreis Alsf-ld'-LauteMach-Schot^n"Herr^^iü Kall N-'chA°Ssabg-ordn-t- für den die Thatigkett des Reichstags Es batü tick tn?^s" Bericht über zahlreiches Publikum aus Schottm uno llm?eaend°öi?'? ekMlt b'r Turnhalle ein sehr V-rr 2anbtagSabgeorbnetet 6(urmfd3 mm8 8>n?rhb 8tJ.Unbcn „ ®cn Vorsitz übernahm g-s-htcd-n-n Kaiser und des Reg^ unasanüit?« » unserer ersten dahin- er in 1-/,stündiger ausluhrlicherRed"oie TdLti°?eit der^ gcbacbt' '»itdertc laturpertodei er gab zuoörd-üt eineKlarleamia o-e 1 Jt 111 ®nbe sehenden Legis- mehrheit, der darauffolgenden Reichstaasaullöinna ^uh°rm opposttionellm Reichs,ags- der damals bestandenen Krieasaetabr io^8. bcS ncuen Reichstags, sowie für Heer und Flotte, di? in der neuen °°" 6,en neue« Fmderungen z« umgehen wären, oon unseren überlceilrbu? R?ebİ» vorgetegt würden und nicht bergisch^'^h/kre?/°(^iw-H7rr!LkR 8£=lS®«.«tia.tis= ££3S~S2~H=5 i o ! a h i, Losung, Mtt^lche?'b?r G^oterbi^orift11© Lam'bo?^ ba3 roar die sein Publtkum trat. Es hätte vieler Versickpr-?,^?^ aus Men gestern Abend vor der Vorstellung nicht bedurft, denn die Ausfüb?n?a der ^nftlci* im Beginne Ueß erwarten, daß der Vortragende auch in den übrt^»m crften Vrogrammnummerm bieten würde. In der Thal wußte der gleich gute Leistungen haltigen Programms die Zuhörer zur Heiterkeit Nummern des re?ch- halten. Der meisterhafte Vortrag einzeln r P^en S ta“f? Beste zu unter, des Herrn Lamborg rissen zu allgemeiner Bewund/rnnn ^» die otelsetttgen Fertigkeiten mit dem Gebotenen, ließ es an Beifallsbeieuannnpn Publikum, zufrieden denselben zu einigen Zugaben veranlaßte^^Herr Lam^"^"7r^' s-hlen, was nochmals auf. ° $err Lamborg tritt heute Abend wir sein-^Zeu^meldel-n^'hatte sich "hmt^'öo^oe? bViia ®iSn'-.bcffcn Verhaftung mortem Zur Last gelegt werden ihm zwei WeM!el^i -b ^««Kammer zu oerant- trugereien, die er im Lause des vorigen und Äniaaa unb Be- ßeuten verübte, welche ihm Werthpaplere in hoben «2s 8 3abri£ iu,n Rachtheil von “«bi[cr überließen und mit deren GKd er dann8°n be«ro- «ukaus einen berr Ausiraggebern gegenüber übernommenen Nee?2^d°rse speculirte, ohne So schadrgte er durch seine s vwinbelbafte ^rpfltchtungen nachzukommen. Wieieck, Mainzlar u,7d Ambachm. , l« ÄS“" Anwohner von Rodgen, “folgt, die Übrigen Beschädigten haben bis auf hm h*nb nur ‘« -m-m Falle ist Ersatz der heutigen V-rhanbtung, entgegen einem Berbolie^^"82 "tw. «h tt'i äiStÄ ft!u£S£~ «“ D-r Kaiser, König Humbert, Prinz^ Heinrich der^Bein, Stadt. Herbert Bismarck geleiteten die Kaiserin auf' die Backt $ PC « Crispi, Graf diese die Ueberfahrt macht, und begaben sich sodann v r"Z°b Zollern" auf welcher fchiff-s „Kaiser", auf welchem d°r8gasi-r'sich °nach^^Gr^echmlandbka?R 3 Uhr -m Besuch des iialienischen Panzerschiffes „Mlia" ersolat? 8 »Sn. .um und der Prinz von Neapel kehrten um 3 Uhr 20 Min ^onig Humbert Abreise des Kaiserpaares ist wegen des fortdauernden onja zurück. Die stoben worden. - Graf Herbert Bismarck ist^m^6enb^überäÄ^Or0e^JSb öcr: adgereist, um sich oon dort nach dem Piräus einzuschifftn Bologna nach Brindisi beschloßen" die^Dirdc/oren" de^ Koh8lengrub^en^ c^ne^Zu^r!si^>u^rtm?b^ ^«ücnarbciter 2Oprocentige Lohnerhöhung geforder wird Motivirt nllrd ? ^^lcher eine brr K0hienvre.se. Jm^Le Ler Weigerung w-rb-'-in Sttikelin^eün. wählen zur^Kammrr haben"eine b^räcbat^en£OTeTr^e“"äfür^“^WeBiSs^e"en.9i*U= Pest, 21. October. üie «ewoyner Deutschlands- er erflärte hiPJ9?pft?İbuftionk der NahrungsmUttl für ES | WZZMMZMZMß oon Ä^X^^gröenbZu‘anagu^g «'folg- einet zunächst gebilbet, ber Samstag b-n Ist October mn ln.^^ Wagner-Zweigocr-tit oÄÄ^ä Ä cyclus, Ä^sichlu^mmensitz't?usÄk°'^8e6enbc °«t-k-Dramen- „Eieklra" be» Sopiofl« b©oetLwn 9en‘eJx äluÜg" beö Euripides, dec Euripides, ftndet in den tunMnnln,n @r3f , 9k C ?"-b bem »“‘Wei „Cyclop" des lichen Anklang nst,lnnigen Kreisen ber hiesigen Bevölkerung außerordent- tdiSSERÄSis fÄ«fixfesS SÄJÄSs S scheinend nur leickt npri^at oi 9 tsonal ein Packmeister und ein Schastner an- Packwagen, später^bi^sum^s^ne'unb^alsdann"dst 8sRgenbe^Person"er^ao-n^Vt? Z Bekanntmachung. Für das Provinzial - Arresthaus dahier soll die Lieferung nachstehend genannter VcrzehrungS- und Ver- dlauchsgegenstände: Brod, Erbsen, Linsen, Bohnen, Reis, Gerste, Gries, Hafergrütze, Salz, Pfeffer, Muskatnuß, Essig, Nelken, Knobelauch, Schweineschmalz, Cocosnußbutter (aus der Fabrik von P. Müller dc Söhne rn Mannheim), Ochsenfleisch, Schweinefleisch, Mehl, Kaffee, Milch, Lorbeerblätter, Zwiebeln, Suppengrünes, gelbe Rüben, Wirsing, Weißkraut, Kohlraden, Petroleum, Zündhölzer, Besen verschiedener Art, Borstenschrupper, Bürsten, Putzlumpen, Seife, Schmierseife, Soda, Putzpulver, Zinksand, weißer Sand, Sie oh, ferner: die Reinigung der Keuerungtzanlagen für die Zeit vom 1. November 1889 bis 81. October 1890 im Submissionswege vergeben werden und sind Angebote schriftlich bis längstens Montag den 28. dS. MtS, Vormittags 10 Uhr, in welchem Termin die Vergebung ftiittfinbet, dahier einzureichen. Denselben sind, soweit thunlich, Proben beizuschließen. Dle Bedingungen können aus der Kanzlei Gr. Staatsanwaltschaft (Justiz- gedäude, Zimmer Nr- 43), eingesehen werden. Bis zu obigem Termine werden auch Gebote auf die sich im Provinzial- Arresthause ergebenden Küchen abfälle und Lumpen, sowie das in demselben sich ergebende abgängige Lagerftroh entgegen genommen. Gießen, den 21. October 1889. Der Gr. Erste Staatsanwalt: Jöckel. 8515 . Versteigerungs-Anzeige. Freitag den 28 ds. Mts. läßt b*e Bahnverwaltung der Main- Weser-Bahn circa 1000 Stück aus- rangirte Bahn- und Weichenschwellen und Brennholz, sowie von Bauwerken gewonnene Materialien, als: Thore, Thüren mit und ohne Bekleidungen und Beschläge, hölzerne u. gußeiserne Fenster u. Treppen rc. öffentlich meistbietend verkaufen. Schwellenoerkauf Anfang 8 Uhr Vormittags an der Rüsing'schen Wirthschast. [8517 Materialienverkaus Anfang 10^ Uhr am Stationsgebäude- Gießen, den 21. October 1889. Königliche Bahnmeisterei XIV Zwangsversteigerung. Mittwoch den 23. October d. I., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in meinem Bureau, Asterweg 22: 1 Taschenuhr, 1 Kassenschrank, 1 Kleiberschrank, 1 Sopha, 1 Kommode, 1 ov. Tisch gegen Baarzahlung. Die Versteigerung der Taschenuhr bestimmt- Born, 8536 Gerichtsvollzieher in Gießen. Aeilgeöotenes. 8528] Der 4. Gewinn der Ausstellung zu Büdingen, ein feuerfester Casten- schrank, Ankaufspreis JL 480.—, steht bei Unterzeichnetem zum Verkaufe. Büdingen. Heinrich Eberling. »Sw* Regendecken empfiehlt W. Spies, Sattler, 8554 Neuenweg. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Die verehrlichen Mitglieder des Spar- und Leihkasse »Vereins zu Gießen werden zu einer Hauptversammlung aus Freitag den 8. November d. J., Nachm. 3 Uhr, in den Saal des alten Rathhauses auf hiesigem Marktplatze eingeladen. Tagesordnung: 1) Vorlage der vorgeprüften Rechnung fürs Jahr 1888. 2) Erstattung des Verwaltungsberichts für daffelbe Jahr. 3) Bewilligung von Unterstützungen. 4) Entlassung und Wahl eines Ausschußmitgliedes. 5) Gehalt des Dlrectors. Gießen, den 21. October 1889. Die Direction des Spar- und Leihkaffe-Vereins. __Langsdorfs._______________________ Pfennig Sparkasse Gießen. Nach Beschluß des Ausschusses des Spar- und Leihkaffe-Vereins vom 13. Juni l. I. treten hinsichtlich der Pfennigsparkaffe vom 1* November l. I. an folgende Aenderungen ein: 1. Die seither bestandenen Sammelstellen in den Schulhäusern in der Schulstraße und in der Neustadt, sowie bei Herrn Kaufmann Emil Fischbach dahier werden aufgehoben. 2. Der Verkauf der Sparmarken findet von dem oben genannten Zeitpunkte an in folgenden Geschäften statt: a) bei Herrn Kaufmann Eberhard Dort, Walllhorstraße Nr. 45, b) „ „ „ Joseph Georg, Ederstraße Nr. 2, c) „ „ „ I. Hainbach, Marburgerstraße Nr. 29, d)„ „ „ Eberhard Metzger, Neustadt Nr. 8, e) „ „ „ Christoph Biecker, Neustadt Nr. 55, f) „ „ Christian Haubach U., Krofdorferstraße Nr. 2, g) „ „ Wilhelm Klee, Marktftraße Nr. 2, h) „ Frau Ottmar Köhler Wwe., Lindenplatz Nr. 5, i) N Herrn Conrad Steinhäuser, Buchbinder, Neuen Bäue Nr.17, k) „ „ Julius Hoos, Buchbinder, Bahnhofsftraße Nr. 41, 1) „ „ Kaufmann Emil Fischbach, Seltersweg Nr. 24, m) „ Frau Wilhelmine Rusag, Frankfurterstraße Nr. 39, sowie: n) in dem Schulhause in der West-Anlage, °) ■ „ „ auf dem Berg, P) „ der höheren Mädchenschule In den unter pos. a—m aufgeführten Geschäften sind Sparmarken jederzeit zu haben, solange die Geschäfte offen find, und in den Schalen an den von den betreffenden Herren Lehrern bestimmt werdenden Tagen. 3. An Stelle der seither üblichen Büchelchen werden Markenkarten ausgegeben, welche beim erftmaligen Kaufen der Marken und später nach Be- dürfniß bei den Markenverkaufsstellen in Empfang zu nehmen sind. 4. Sobald eine solche Karte ganz mit starten beklebt ist, ober wenn sie Marken im Betrage von mindestens Zwei Mark enthält, kann Einlage bei dec Sparkasse erfolgen. Ist schon em Büchelchen ausgestellt, so muß auf der Karte oben rechts deffen Nummer, anderenfalls das Wörtchen „neu" beigefügt werden. Die Beischreibung der Einlagen kann nur an den bestimmten Zahltagen im Geschäftslokale der Sparkasse stattfinden und zwar unter Vorlegung der Sparkaffebücher. Es wird daraus aufmerksam gemacht, daß die Vorlage der Bücher und Markenkarte auch durch Kinder besorgt'werden kann, sodaß die Eltern darüber keine Zeit zu versäumen brauchen. Mehr als einmal im Monat findet eine Zuschreibung von Einlagen zur Pfenmgsparkaffe nicht statt. 5. Es ist nothwendig, daß auf den Markenkarten an der dafür bestimmten Stelle außer dem Namen des Kindes auch der genaue Namen des Vaters, der Mutter oder des Vormundes rc. angegeben wird, da eine Rückzahlung von Einlagen nur an erwachsene ^Personen stattfinden kann, deren Berechtigung zum Rückempfang durch ihre Bezeichnung auf der Karte dar- gethan wird, während sonst durch Beibringung anderer Legitimationen Kosten entstehen würden. 6. Sollte sich das Bedürsniß nach Errichtung weiterer Verkaufsstellen ergeben und sollten weitere Kaufleute mit offenen Geschäften bereit sein, solche zu übernehmen, so wird um gefällige Mittheilung an die unterzeichnete Direction gebeten. 7. Für die Anfangs Januar k. I. an Stelle der eingesammelten Sparkaffenscheine zur Ausgabe gelangenden Sparkassenbücher sind je 10 H zu entrichten. Es wird daher gebeten, bei Empfangnahme dieser Bücher zugleich den Kostenbetrag derselben zu bezahlen. Gießen, am 21. October 1889. Die Direction des Spar- und Leihkaffe-Vereins. __Langsdorfs._______________________ Nachdem die eingetragene Genoffenschast Spar- und Leihkafse Watzenborn-Steinberg aufgelöst ist, werden hiermit in Gemäßheit des § 36 des Genoffenschastsgefetzes die Gläubiger aufgesordert, sich bei dem früheren Vorstand der Gesellschaft zu melden. Der Vorsitzende des Ausschusses der Spar- und Leihkasse Watzenborn- Steinberg, eingetragene Genossenschaft. Kling. 8550 530 Klafter Acker am Ohleberg sind zu verpachten oder zu verkaufen. 8460 Frau Jughardt, Grünbergerstraße 33. 8538 Ein braver Junge zum Austragen von Backw. gesucht. Neustadt 16. Kutscher. Ein zuverlässiger solider Kutscher auf dauernde Ltellunq gesucht von 8543]Wilh. Wallenfels. 8537] Lausstelle gesucht. Zu erfragen Seltersweg 22 I. Ja- und ausländische Weine: Dürkheimer, Wachenheimer, Morr- zinger, Hambacher, Deidesheimer, Forster Traminer, Niersteiner. Oberingelheimer, Affenthaler. Bordeaux: St. Estephe, Pontet Earret und Margaux. 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Gartenstraße 29. 8547] I Stock: ein Zimmer zu oers mietben. Gg. Unverzagt, Kaplansgasse. 8545] Comfori. Wohnung nebst großem Lagerhaus alsbald zu vermiethen, eventuell ganze Hofraiihe zu verkaufen. Offerten unter N. N. 36 an die Exped. d Bl. erbeten. । 8523] Eckladen mit Wohnung per ' 1. Januar 1890 zu vermiethen. Mark'strake 34 Akademischer Gesangverein. Die Vereinsproben finden in diesem Semester Srritafl. »Bon Uhr, m der tl einen Su l a f‘tt und beginnen am DienStag den 29. October. ° un£> AI« reue Mitglieder wollen sich nur solche Damen und Herren melden welche musikalisch genügend vorgebildet sind. — ___ Der Vorstand. ♦n zau&t\ OC. Allen theilnehmenden Verwandten, Freunden und Bekannten die tiefschmerüiche Mittheilung von dem am Montag morgen 8 Uhr plötzlich erfolgtm Tode unseres innigstgeliebten Sohnes, Bruders und Schwagers Nlartin. Um stille Theilnahme bittet die tiesbetrübte Familie. Günther, Rangiermcifter. Gießen, den 22. October 1889. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 3 Uhr vom Sterbehause, Grünbergerstraße 18, aus statt. 8555 !!Keine Geschäftsspesen!! Garnirte Da men-Lammt« Hüte JL 3., Garnirte Damen Ftlz Hüte JL 2 50, Garnirte Kinder«Hüie „ 2.—. Alle Putzartikel billig. 8540] Asterweg 6, 1. Stock. vermischte Anzeige». | Ein Nebenverdienst ohne Risico I lunb ohne Geschäftskenntniß für, g leinen achtbaren Bewerber, wett sicher für einige Hundert Diark 2.1 Licherstcllune leisten kann, durch ^|das |8529 | Automaten Institut Dresden, Schnorrstratze 32. § 5 «- 8521 Eine gesunde Amme sucht sofort Stelle. Neustadt 47, parterre. 8520 Ein flinkes sauberes Dienstmädchen sucht Frau K. Dickere, Lollar. 8526 Ein Mann, der mit Pferden umzugehen versteht, sucht Stelle als Kutscher oder in einem Geschäft- Gute Zeugnisse zur Verfügung. Näheres durch die Expedition d. Bl. ~3510 Ein älterer Herr sucht für einige Monate ein möblirtes Zimmer. Offerten nimmt die Expedition dieses Blattes entgegen- 8546 Ein junges reinl. 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Goldrente 85 80 5 w Italiener Rente 93 4 r 4 „ Griechen 98 60 4 „ Egypter 92.60 Buschtherader Eisenbahn-Actien 337 00 Eloethal-Bahn-Actien 195.50 Gotthard- „ „ 177.10 Schweizer Nordost-Bahn-Actien 128 90 „ West- , „ 39 30 Gclienkitchener Bergwerks-Actien 19oCO Oesterr Alpine-Montan- , |75.7O ruhig. Teleer phsschtr Lrurttericht der Berltaer Börst vo« 22. Oktober 188: Tendenz: matt. Oesterr. ^rebtmcticn 163 80 DiSconto-Com.-Antheile 234 30 Oesterr. Sraatsbaün-Actit« 101.10 Lombarden 54 20 Dortmunder Union-Actttn 122.10 Oü preußev 95 20 Darmstädter Bankactien 171.00 Bochumer Gußstahlactten 227.10 4 pCt «Wcner Obligationen 113.00 | 5 pCt- Buderus-Obligalionen li 4 60 ^4'0^ ^bank-Diskont 5 pC — Frankfurter Diskont 5 vCt Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer enthält 1 Blatt und 1 Beilage. Beilage zu Ar 247 des ,Achmer Anzeiger" Darmstadt, 21. October. Das Großherzogltche Regierungsblatt Nr. 24 enthält; 1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, die Erbauung der Nebenbahn von Darmstadt nach Arhetlgen betreffend. 2. Bekanntmachung Großherzogl. Ministeriums der Finanzen, den Bau und Betrieb einer Schmalspurbahn in den Gemarkungen Mühlheim und Dietesheim betreffend. Lokale-. Gießen, 22.October. Von grundsätzlicher Bedeutung für das ganze Krankenkassenwesen dürfte eine Entscheidung der 1. Etotlkammer des Landgerichts Görlitz sein, welche am 12. October d. I. getroffen worden ist. Das Normal-Statut für Krankenkassen schreibt vor, datz die Auszahlung des Krankengeldes nur dann zu erfolgen hat, wenn der von der Kasse ungestellte Arzt eine Bescheinigung (Krankenschein) ausgestellt hat, die dem Rendanten oorgewtesen werden kann. Auch die Görlttzer Ortskrankenkassen haben diesen Paragraphen in ihre Satzungen ausgenommen. Das Gericht hatte nun über folgenden Fall zu entscheiden. Zur Ortskrankenkasse 15 gehört eine in einem Görlttzer Geschäft angestellte Verkäuferin, welche trotz des obengenannten Paragraphen sich von einem anderen als dem Kassenarzte behandeln ließ. Der Arzt stellte nach erfolgter Heilung der Verkäuferin einen Krankenschein aus, der jedoch auf ausdrückliche Anordnung des Magistrats als aufsichtführender Behörde nicht anerkannt wurde; die Auszahlung des Krankengeldes durfte nicht erfolgen. Die Klage der Verkäuferin hatte für diese schließlich einen günstigen Erfolg, denn obwohl das Gericht in erster Instanz sich im Sinne der Ortskrankenkasse entschied, erstrttt die Klägerin in zweiter Instanz ein obsiegendes Erkenntniß. Aus demselben sei heroorgehoben: Es kann nicht in der Absicht des Gesetzgebers gelegen haben, Jemanden zu zwingen, einen Arzt zu nehmen, zu dem man kein Vertrauen habe; vielmehr müsse es jedem Mitgliede einer Krankenkasse überlassen bleiben, gegen Ueberreichung eines Krankenscheines, welcher von jedem approbirten Arzt ausgestellt werden könne, Krankengeld zu verlangen. Ausdrücklich heißt es aber in dem Erkenntniß, daß durch die Hinzuziehung eines anderen Arztes als des Kassenarztes der Kasse keine Kosten entstehen dürfen. Sei dies der Fall, so habe das Mitglied für diese Kosten aufzukommen. Vermischtes. — Die Dtrection der Großh. Hofbtblioihek zu Darmstadt macht bekannt, daß für die Zeit vom 1. Januar bis 31. December 1890 auf der Bibliothek ein wissenschaftlich gebadeter Hülfsardeiter angenommen werden soll. Die näheren Bedingungen werden Bewerbern auf Wunsch schriftlich mitgetheilt. Gesuche sind unter Beifügung von Zeugnisfen bis zum 30. November d. I. bei genannter Directton einzureichen. △ Mainz, 21. October. Dem Beispiele von Nürnberg, Offenbach und noch mehrereil anderen Städten folgend, wird, mit Rücksicht auf die fortgesetzte Steigerung der Fleischpretse, in der nächsten Stadtverordnetenversammlung, wie wir hören, beantragt werden, eine Petition um Aufhebung der Vtehsperre an den Reichskanzler zu richten. — Die Voruntersuchung in der Unterschleifsgeschichte bei dem hiesigen Artilleriedepot ist jetzt soweit beendigt, daß der in die Sache verwickelte, feit acht Wochen in Untersuchungshaft befindliche Wagnermetfter von hier am Samstag gegen eine beträchtliche Caution vorläufig in Freiheit gesetzt werden konnte. Zeughauptmann Hanke befindet sich noch in Haft. — Auf dem Glacis der hiesigen Festung wurde am Samstag ein Militärposten von drei Strolchen thätlich angegriffen. Trotz der Ueberzahl wußte der Posten, dem man sein Gewehr entringen wollte, seinen Angreifern gegenüber Herr zu bleiben und deren Verhaftung durch die nächste Wache zu bethätigen. — In einer Wtrthschaft in der Altstadt hier kam es verflossene Nacht zu einem Streit, der schließlich in einen mörderischen Kampf ausartete, zu dessen Beilegung die Schutzleute mit gezogener Waffe vorgehen mußten. A Aus dem Rheingau, 21. October. Bezüglich des Winzerschankrechts ist nun doch eine Aenderung zu erwarten. Der Landrath von Rüdesheim hat dem Ministerium selbst den Antrag unterbreitet, eine Aenderung der Vorschriften für den Rhetngau dahin zu treffen, daß die Zett, in welcher den Winzern das Verzapfen des eignen neuen Weines gestattet wird, in das Frühjahr zu verlegen ist. Berlin, 20. October. Die eifenbahnfachwissenschaftlichen Vorlesungen werden im Wintersemester 1889—90 in folgender Weise stattfinden: In Berlin werden in den Räumen der Universität Vorlesungen über preußisches Eisenbahnrecht und über den Betrieb der Eisenbahnen gehalten werden. In Breslau werden sich die Vorträge auf die vorbezeichneten Gegenstände und ferner auf die Nationalökonomie der Eifenbahnen, insbefondere das Tarifwesen und auf die Verwaltung der preußischen Staatsbahnen erstrecken. In Köln werden Vorlesungen über preußisches Eisenbahnrecht und über Technologie im Verwaltungsgebäude der königl. Eisenbahn- düection (linksrheinischen) gehalten werden. — Daß der Ezar bet seinem Besuche in Berlin nicht ohne starke „Anfechtung" geblieben ist, beweist die von Berliner Blättern mitgetheilte Thatsache, daß schon vor seiner Ankunft in der Reichshauptstadt über zweitaufend Bettelbriefe tn der russischen Botschaft abgegeben wurden. — [Belastung der Soldaten.) Die größte Tragfähigkeit wird dem schweizerischen Infanteristen zugemuthet. Er trägt nämlich 30,9 Kilogramm, ihm zunächst steht der italienische Infanterist mit 30,5 Kilogramm; es folgen sodann der Deutsche mit 29,856 Kilogramm, der Russe mit 28,592 Kilogramm, der Franzose mit 27,739 Kilogr amm, der Oestcrreicher mit 27,311 Kilogramm, der Engländer mit 27,202 und endlich der Bulgare mit 26,885 Kilogramm. — [Die Macht der Einbildung.) In der medicinischen Klinik zu Erlangen befindet sich seit längerer Zeit ein Kranker, der des Nachts nur dann schläft, wenn er sein Schlafmittel bekommt. Es handelt sich hierbei um eine „Autosuggestion", eine Einbildung, denn das Mittel, welches der Kranke erhält, ist an sich ein ganz gleichgiltiges, indem es tn nichts Anderem besteht als in zwei Gramm Saccharum album — weißer Zucker, — welchen der Patient für ein wirksames Schlafmittel hält und in Folge dieser Annahme schläft. Gegen das Sterben. Daß alle Menschen sterben müssen, dieser Satz gilt heute noch wie vor Jahrhunderten als unabänderliche, göttliche Ordnung. Aber über das Matz der Sterblichkeit, über das Eingreifen einer höheren Macht bei den einzelnen Todesfällen denken wir jetzt anders als unsere Vorfahren. Wir haben gelernt, datz wir felbst mit verantwortlich sind für unser eigenes Leben und Sterben und für Gesundheit und Leben unserer Mitbürger. In früheren Jahrhunderten war es in ganz Europa nichts Seltenes, datz in manchen Städten Vs ober Vs der Einwohner in einem Jahre dahinstarben ; dann sagten die Leute: „Gott hat die Pest geschickt", fügten wohl auch tn einer dunklen Ahnung hinzu: „zur Strafe unserer Sünden", aber sie dachten nicht daran, datz diese Sünden waren: schlechter Bau der Wohnungen, verdorbene Luft, verdorbenes Wasser, llnreinlichkett, Unmähtgkeit u. dgl. Vor 300 Jahren etwa starben tn England jährlich etwa 40 vom Tausend: das war der Fall, obwohl die Menschen fast fämmtltch in kleinen Orten wohnten und die modernen ungesunden Beschäftigungsarten noch nicht vorhanden waren. Jetzt sterben in der Fünfmillionenstadt London nur 19 oder 20 vom Tausend! In ganz England hat man seit 1841 eine genaue Statistik über die Bevölkerungsbewegung. Sie lehrt über die durchschnittliche jährliche Sterblichkeit Folgendes: Bei männlichen Personen betrug sie 1841-50: 23.11 vom Tausend, 1851-60: 23.05, 1861—70: 23.61, 1871 bis 1880: 22.61; bei weiblichen Personen: 1841-50: 21.68, 1851-60: 21.32, 1861 bis 1870: 21.28, 1871--80: 20.00. Für beide Geschlechter betrug diese Sterbeziffer tm vergangenen Jahre nur 17.79. Eine ähnliche erfreuliche Statistik theilte neulich der Generalstabsarzt Dr. v. Coler über die Gesundhettsoerbältnisfe in unserer deutschen Armee mit. In dem Zeiträume von 1868—1887 ist die Zahl der Erkrankungen im Heere um 46 Procent gesunken, die Zahl der^ Todesfälle um 54 Procent. Am Typhus starben vor 20 Jahren siebenmal so viel Soldaten wie gegenwärtig und durch die bessere Gesundhetts- und Krankenpflege werden jetzt jährlich 1564 Mann dem Heere, dem Staate und ihren Familien erhalten, die vor 20 Jahren noch der Unkenntnitz und Nachlässigkeit zum Opfer gefallen wären. Die bisherige Herabminderung der Sterbeziffer dürfte hauptsächlich den Verdiensten einsichtsvoller städtischer und staatlicher Verwaltungen zuzuschreiben sein, die für Zuleitung guten Wassers, Abfuhrwesen, Straßenreinigung, richtige Ausführung der Neubauten, Controle der Nahrungsmittel u. s. w. zu sorgen haben. Mancherlei Aufgaben bleiben für diese noch übrig. Doch dürfte der größere Theil dieser Gesundungs- und Lebensoerlängerungsardeit jetzt den einzelnen für sich und ihre Mitmenschen zufallen. Es muß noch mehr als jetzt eine Gewisfenssache werden, daß die eigene Lebenskraft und die Gesundheit unserer Nachbarn heilig zu halten sind. Man sollte einen Ehrgeiz darein setzen, stets gesund zu sein und lange zu leben. „Die Leute sollten sich schämen, so jung zu sterben", hörte ich einmal den berühmten Amerikaner Henry Ward Beecher ausrufen. Freilich, ein Jahr später mußte er felbst erfahren, daß wider den Tod kein Kraut gewachsen ist, aber er hatte doch 74 Jahre eines überaus arbeitsvollen Lebens hinter sich. Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) — sHerstellung einer dauerhaften Dreschtenne.) Da es gewiß noch viele Land- wirthe gibt, die noch nicht im Besitze einer Dreschmaschine sind, so dürfte es wohl angebracht sein, dieselben auf ein ebenso einfaches, als auch fast kostenlofes Verfahren zur Herstellung einer äußerst festen, dauerhaften Dreschtenne aufmerksam zu machen. Zu diesem Zweck ist es nun zuerst erforderlich, daß man den alten Lehm der vorigen Tenne rein heraushackt, so daß nicht mehr das Geringste in der Scheune davon vorhanden ist; da die Erfahrung gezeigt hat, daß eine Tenne, welche dauerhaft sein soll, jedesmal neu aus frischem Lehm hergestellt werden mutz und zwar kann derselbe so fett sein, wie er nur immer zu haben ist. Diejenige Qualität, wie sie die Töpfer verarbeiten, ist gerade das rechte Material. Ein solcher strenger Thon trocknet zwar schwerer auf der Tenne, aber daran darf man sich nicht stotzen. Dieser Thon wird also, nachdem alle Steine sorgfältig daraus entfernt worden sind, auf dem Hofe ein- geweicht, muß aber so zähe bleiben wie ein harter Teig. Ist die Masse durch Kneten ganz gleichmäßig geworden, so wird sie auf die Sandunterlage, welche unter jeder Scheunentenne sich befindet, in Lagen von 30 bis 45 Ctm. aufgebracht, völlig wagerecht geebnet und ordentlich festgetreten. Alsdann werden Bretter auf die Masse gelegt, auf welche sich die die Arbeit ausführenden Leute stellen müssen, damit sie jetzt mit den Füßen keine Vertiefungen mehr in die noch weiche Masse machen. Von diesen Brettern aus wird nun die Tenne mit Schlägeln überall tüchtig geschlagen, zu welchem Behufe die Bretter nach Bedarf verlegt werden. Die Risse, welche sich jeden Tag beim fortschreitenden Trocknen der Masse bilden, werden mit den Schlägeln zugedroschen und man setzt diese Operation so lange fort, bis die Tenne ganz trocken ist. Ist dieser Zeitpunkt eingetreten, so gießt man Rtnderblut darüber, etwa 3Vs Hectoltter auf eine mittlere Tenne, vertheilt dasselbe überall und läßt die Tenne zwei bis drei Tage unberührt, damit dasselbe überall in die ganz kleinen Ritzen, welche sich noch bilden, hineinziehen kann. Nun wird eine Karre Hammelschlag über das noch feuchte Blut gestreut und nochmals so lange gedroschen und geschlagen, bis keine Risse mehr zu sehen sind. Wenn alle diese Operationen mit Fleiß und Accuratesse ausgeführt werden, so braucht man nicht zu besorgen, daß später noch Risse ober Löcher darin entstehen; die Tenne wird hart wie Eisen und hält gegen 50 Jahre, so daß die Kosten der Anlage reichlich durch die Dauerhaftigkeit derselben aufgewogen werden. Weiße Seidenstoffe von 95 Pfge. bis 18.20 p. Met. — glatt gestreift und gemustert (ca. 150 verseh. Qual.) — vers. roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik D4pot G. Henneberg (K. u. K- Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 H Porto. 7926 Rademanns Kindermehl, Medaille, unerreicht t. Nährwerth und Leichtoerdaulichkeit, ist nächst der Muttermilch thatsächlich die beste und zuträglichste Nahrung für Säuglinge. Zu haben ä 1.20 pro Büchse in allen Apotheken, Drogen- und Colonialwaarenhandlungen. [7508 Allgemeine Mittwoch den 23. Oetober l. 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Balser, mittlere Bleiche. I Grünbergerstraße 10. [7591] 8385 ’ier^tÄa