Nr. 1^3. Zweites Blatt. Sonntag den 23. Juni 1889. v-iehener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r Schul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Amtlicher Hßeit. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pst. uni in ii Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich emes Aufschlags von Fünf vom Hundert, pro Monat Mai für den Lieferungsverband Gießen pro 100 kg betragen: Hafer 15 70, Heu JL 7.10, Stroh 6.10. Gießen, am 17. Juni 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen. __v. Gagern.__ Betreffend: Die regelmäßigen Ergänzungswahlen der Mitglieder des Gemeinderaths. Gießen, am 20. Juni 1889. Das Großherzogüche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreise-. Im Anschluß an unser Ausschreiben vom 18. v. Mts. — Kreisblatt Nr. 121 — bemerken wir, daß, sofern die übrigen gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, wahlfähig alle diejenigen sind, welche Communalsteuer zu entrichten haben, einerlei, ob die Communalsteuer auf Grund von Einkommensteuer- oder nur von Grundsteuerkapitalien angesetzt ist. Sie wollen dies in den Stimmberechtigtenlisten, soweit Sie dieselben noch nicht offengelegt haben, berücksichtigen. ___v. Gagern.___ Betreffend: Ausräumung der Horloff und des Lehngrabens. Gießen, am 21. Juni 1889. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der an der Aufräumung der Horloff und des Lehngrabeüs interesstrten Gemeinden des Kreises. Wir beauftragen Sie, die im Kreisblatt Nr. 140, 2. Blatt erschienene Bekanntmachung des Großh. Kulturingenieurs Wißmann, betr. Vergebung der Aufräumungsarbeiten am Lehngraben, in Ihren Gemeinden alsbald in ortsüblicher Weise bekannt machen zu laffen, sowie überhaupt alle demnächst noch erscheinenden Bekanntmachungen dieses Beamten alsbald zu publiciren. Außerdem beauftragen wir die an der Räumung des Lehngrabens interesstrten Großh. Bürgermeistereien, durch öffentliche. Bekanntmachung dazu auf- zufordern, daß die Grabenböschungen und Userränder alsbald abgemäht und ebenso die im Graben selbst wachsenden Pflanzen bis zum Wassvcspiegel beseitigt werden. Hierbei sind die Interessenten darauf aufmerksam zu machen, daß bei der vielleicht schon am 27. l. M. beginnenden Auftäumung auf etwa nichts abgemähte Ränder rc. keine Rücksicht genommen werden könne, daß vielmehr der Grabenaushub auch aus solche Stellen geworfen werden muffe. Weiter weisen wir Sie an, dafür zu sorgen, daß alle Gräben, in welche bei den in Kürze auszuführenden Abschlägen der Horloff das Wasser zu leiten ist, alsbald gründlich geräumt werden. Schließlich erinnern wir an die rechtzeitige Anschaffung der Vorrichtungen zum Auffangen der Waffergewächse (Rechen). v. Gagern. Lokales. Gieße«, 22. Juni. sSitzung der Stadtverordneten vom 20. Juni.) Anwesend: Herr Bürgermeister Gnauth, Seitens der Stadtverordneten die Herren Batst, Georgi, Grüneberg, Dr. Gutfletsch, Hoch, Jughardt, August Noll, Dr. Ploch, Schopbach, Simon, Vogt und Wallenfels. Herr Bürgermeister Gnauth macht zunächst Mttthetlung von einer Zuschrift des Herrn Stadtverordneten Hansl ein, in welcher derselbe sein durch geschäftliche Inanspruchnahme begründetes Fernbleiben aus Stadtverordneten- und Cornrntssions- sttzungen für die Dauer von 6 Wochen zu entschuldigen bittet. Die Entschuldigung wird als begründet erachtet. — Herr Rabbiner Dr. Levi thetlt schriftlich seinen Aus- tritt aus der Armendeputatton mtt. — In einer Klagesache der Stadt gegen den Ortsarmenverband Alsfeld wurde beim Bundesamt für Heimathwesen ein obsiegendes Urthetl erzielt. — Desgleichen wurde die Firma E. Friedberger Söhne mit ihrer Klage gegen die Stadt wegen Octrotrückoergütung in erster Instanz abgewtesen. — Gegen die Ertheilung der Concession zum Wtrthschaftsbetrieb an Heinr. Herchen- röder (Wiener Hof) und Christian Heß (Lony's Bterkeller und Wirthschaft in der Mühlgasse) findet die Stadtoerordneten-Versammlung nichts zu erinnern, sie spricht sich aber im Einverständntß mtt Großh. Polizetamt gegen dte Ertheilung der Concession zum Ausschank von Bier und Ltqueuren an Louis Noll, welcher zwischen Pferdeschwemme und der Franz'schen Badeanstalt eine Wasserbude zu errichten beabsichtigt, aus. — Entgegen dem polizeilichen Anträge auf Ntchtertheilung der Concession zum Verkauf von Branntwein über dte Straße aus der provisorisch für einen Neubau errichteten Verkaufsstelle des Herrn I. Hengst an der Licherstraße spricht sich die Versammlung für die Ertheilung der Erlaubniß aus; sie hält hier, wie schon bezüglich mehrerer anderer Gesuche, das Bedürfniß für vorliegend, wo es sich darum handelt, dem Publikum den Bezug von Spirituosen gleichzeitig mtt dem Einkäufe von Speceret- waaren zu ermöglichen. Nach einem Ausschreiben Großh. Kretsamts sollen dte in diesem Jahre oorzu- nehmenden Ergänzungswahlen der Stadt- und Landgemeinde-Vertretungen womöglich bis Ende August ftattfinden. Mit Bezug auf dte künftige Zusammensetzung der Stadtoerordneten-Versammlung der Stadt Gteßen hat Herr Bürgermeister Gnauth die Errichtung eines Ortsstaiuts beantragt, lautend: Da die Stadt Gießen vermuthlich zur Zett schon mehr als 20 000 Seelen zählt, die nächste Volkszählung dies aber jedenfalls ergeben wird und darnach bet der tm Jahre 1892 vorzunehmenden regelmäßigen Ergänzung der Stadtoerordneten-Versammlung dte Mitgliederzahl der letzteren sprungweise von 18 auf 30 zu erhöhen sein würde, so wird — um einerseits der Zunahme der Seelenzahl schon jetzt Rechnung zu tragen und andererseits dte Vermehrung der Zahl der Stadtverordneten schrittweise herbeizusühren — in Gemäßheit der Art. 9 und 11 der Städteordnung durch Beschluß der Stadtverordneten-Versamm- lung und mtt Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz nachstehendes Ortsstatut errichtet. Einziger Paragraph: „Dte Stadtoerordneten-Versamm- lung der Stadt Gteßen wird bet den nächsten drei Ergänzungswahlen (1889, 1892 und 1895) je um 4 Mitglieder verstärkt." Es wird, entsprechend der bereits in der ausführlicheren Erläuterung des Herrn Bürgermeisters dargelcgten Absicht, den vorgelegten Statutenentwurf vorerst der juristischen Commission zu unterbreiten und in Rücksicht auf verschiedene in der Versammlung geäußerte Ansichten Verweisung an diese Commission beschlossen. Herr Batst gtbt angesichts der Frage, ob es zulässig ist, die Zahl' der Stadtverordneten zu vermehren, ohne daß amtlich die Bevölkerungszahl festgestelll ist, der Erwägung anheim, dte Vermehrung der Stadtverordneten von der Vermehrung der Einwohnerschaft insofern abhängig zu machen, daß z. B. bei über 20000 Einwohnern 4, bei 24000 Einwohnern wieder 4 und bei 28 000 Einwohnern abermals 4 Stadtverordnete mehr gewählt werden. (Nach der Städteordnung hat in Städten von 20001 bis 30 000 Einwohnern die Stadtoerordneten-Versammlung aus 30 Mitgliedern zu bestehen.) Herr Dr. Gutfleisch erachtet die schrittweise Vermehrung der Stadtoerordneten-Versammlung technisch für empsehlenswerth, will aber der Ein-, wohnerschaft das Recht der Vermehrung um 12 Stadtverordnete nicht streitig machen. Herr Georgi würde für Vermehrung bei der nächsten Wahl um 6 und bei der folgenden Wahl um ebenfalls 6 Stadtverordnete stimmen. Herr Bürgermeister Gnauth glaubt, daß eine Vermehrung um 12 Mitglieder erst in 1892 etntrelen könne, da eine die Bevölkerungsziffer feststellende Volkszählung erst in 1890 stattfinde, während einer Vermehrung um 4 nichts entgegenftehen dürfte, was mit einem Dritttheil der zu. Wählenden jetzt zu frühe komme, komme mit einem solchen in 1895 zu spät. Das Gesuch des Herrn Dr. Klein um Ueberlassung städtischen Geländes hinter seinem Hause an der Ostanlage zwecks Erweiterung des Hofraumes und Erbauung eines Stalles wird nicht genehmigt; betr. Gelände soll für event. Erweiterung des Gaswerks reservtrt bleiben. — Nach den Bestimmungen des Unfalloersicherungs- gesetzes in Bezug auf in landwirthschaftlichen Betrieben beschäftigte Personen werden die Kosten nach Maßgabe des Grundsteuerkapitals auf die Grundbesitzer vertheilt, mit Ausnahme derjenigen Grundstücke, welche diese verpachtet haben. Da die Stadt Verpächterin von ca. 1100 Grundstücken (Triebvierteln) ist, so liegt der Versammlung die Entscheidung darüber vor, ob die Stadt die aufzubringenden Kosten der Unfallversicherung tragen oder auf Die Pächter dieser Triebviertel übertragen soll. Nach Angabe deS Herrn Bürgermeisters würde dieser Betrag sich auf nur wenige Pfennige für den Pächter stellen, wenn dte Stadt die Kosten auf diese abwälzen wollte, dafür aber eine bedeutende Arbeit durch Ausschlag auf die einzelnen Grundstücke verursacht, die wahrscheinlich außer Verhältniß zu dem zur Erhebung kommenden Betrage stünde. Es hat deßhalb die Landwirthschaftl. Commission beantragt, für das erste Jahr diese Kosten auf die Stadt zu übernehmen, für künftige Jahre aber die betreffenden Beträge auf die der Pachtsumme zu Grunde zu legende Taxe zu schlagen. Der Antrag wird angenommen. — Gleichwie zum Neubau der eben ihrer Vollendung entgegengehenden Kliniken hat s. Z. die Stadtoerordneten-Versammlung die bedingungslose Ueberlassung des zur Erbauung einer psychiatrischen Klinik nebst einem für beide Kliniken bestimmten Keffelhause nöthigen Geländes beschlossen. Da vorerst das betr. Kesselhaus errichtet werden soll, hat die Baudeputation die Einleitung der Geländeankaufsverhandlungen mit den betr. Grundbesitzern beantragt; diesem Anträge wird stattgegebcn. — Dem »wischen der Stadt und dem Kaiser!. Postamte ausgearbeiteten Vertrage, nach welchem. Die Stadt bei Anlage der Telephonleitung die Benutzung städtischer Gebäude als Stützpunkte für diese Leitung, die Aufstellung der Gestänge, Die Anbringung sonstiger Vorrichtungen, wie Isolatoren u. s. w., gestattet, Kaiser!. Postamt dagegen die Ausbesserung der durch diese Arbeiten an Gebäuden :c. entstehenden Schäden übernimmt, wird die Genehmigung erthetlt. Außerdem erbietet sich die Stadt, Kaiser!. Postamt ihre Unterstützung in Fällen zu Thei! werden zu lassen, in denen Schwierigkeiten bei Anlage der Leitung an Gebäuden und Grundstücken Privater entstehen sollten. — Die Kostenr Vermischtes. „ , - Das Johannisfest am 24. Juni ist des eigentlichen Sommers richtiger Beginn und ^ein vaupt- und Lteblingssest. Am höchsten und längsten entfaltet jetzt re\00- ka e?onne ^hre segensreiche, fruchtbringende Kraft, am reichsten prangt der bti eitot Jr5n’X mit i?rem °°Usten Blumenflor und Rosendust a schöne Fest der „Sommersonnenwende", wie einst in alten betten es geheißen war, als man zu Ehren der Natur es feierte, bis das Christentum zum Äußern Glanz den tnnern fügte, indem es die heidnische Ovation, dem Himmelslicht! dargebracht mit dem Gedächtnisie St. Johannes des Täufers zu vereinen wußte, genannt: „Der Erleuch er der Irrenden" und „Die Leuchte der Menschheit", als dessen im Jahre 506 festlich begangen wurde. So blieb dem Volke erhalten, was ihm von Alters her heilig und theuer war, denn die frohen Bräuche des Sommersonnenwendfeftes, ste ließen mit bedeutsamer Symbolik sich übertragen auf den Johannistag und die Johanntsnacht, wo Feuer und Wasser, diese beiden läuternden bellen, reinigenden Elemente, von jeher sich verbunden, um mit gehetmntßoollem Zauber die uralten Sitten zu durchflechten und zu einem förmlichen Orakel für Mann und in ^Herzens- und in anderen Angelegenheiten. Keine Kraft übertraf 12 k m 8 ?"6en die des Johannis- oder Sonnenwmdfeuers, kein Bad auf Erden die Heilkraft des Johanniswassers. — Und auch sonst! Was alles gab und Kbt, es - wie der Volksmund plaudert - da zu holen in der Johanntsnacht! Schatze, Wünschelruten, wundersame Blumen und Kräuter, die Einem sagen und ver- rathen, was man zu wissen wünscht und die bewahren vor allem Unheil, das Leib und Seele treffen kann, vor Allem das berühmte „Johanniskraut" und die nicht minder berühmte „Johannisblume , die gar Vieles künden, was man nicht alle Tage sonst ^fahrt und die das ganze Jahr beschützen gegen Vieles was der Mensch zu fürchten Po* t?uCI mu^ertfinden, den „Johannissegen", und es verstehen, ihn festzuhalten das ganze Jahr hindurch, bis wiederum „Johannis" naht! wird der Deutschen Zeitung" geschrieben: Die Pfingst- haben wieder ihr Opfer gefordert. Der 25 Jahre alte Abiturient Peter Pfeifer aus Raab machte mit drei Mitschülern einen Ausflug auf den Trenchtltng bet Trofamch Vor dem Anlangen auf dem Gipfel verließen den Pfeifer, welcher nie einen §^r6 bestiegen hatte, die Kräfte. Er erklärte, er wolle ein wenig ausruhen und allein den Ruckweg antrden. Seine Begleiter setzten den Aufstieg fort und bewerkstelligten a±nn des Berges den Abstieg. Pfeifer ist aber seither spurlos verschollen. Als er am Mittwoch zum Schulbesuche nicht zurückgekehrt war, erstattete seine Quartiergebertn Anzeige. Die Nachforschungen ergaben, daß am Dienstag Morgen ein Caplan von einer völlig unzugänglichen Stelle des Trenchtltng aus Hilfe- rufe gehört habe. Der Rufende theilte mit, daß er ganz unversehrt sei, ober weder vorwärts noch rückwärts gehen könne. Der Caplan sicherte Hilfe zu und entfernte sich eilig, um Leute zu holen. Als fedoch gegen Mittag die Leute zur Stelle kamen, war von dem Gefährdeten, dessen Identität mit Pfeifer wohl außer Frage steht, keine Spur mehr zu finden. Es wird angenommen, daß Pfeifer, von Müdigkeit überwältigt, auf roo seine College» zurückließen, etngeschlafen sei, erst bei einbrcchender Dunkelheit erwachte und den Rückweg antrat, wobei er den richtigen Weg verfehlte und auf die ganz unwegsame Tragößer Seite des Trenchtltng kam. Dort scheint er obne Schaden zu nehmen, bis zu jener Stelle abgefallen zu sein, wo er am Dienstag war. Unmittelbar unter dieser Stelle fällt mehrere hundert Meter tief eine Wand ab und ein glücklicher Zufall scheint den Sturz über dieselbe aufgehalten zu haben. Als nun die erwartete und zugcficherte Hilfe zu lange ausblieb, dürfte der Unglückliche den Ab- stieg über diese Wand versucht und dabet zu Tode gestürzt sein. Die Leiche ist bisher nicht gefunden worden und man zweifelt, ob sie auf jener Schroffe überhaupt aufzufinden tft. Die Jäger hoffen den Platz aus dem Zufluge der Geter erfahren zu können. für die Anlage einer Wasserabführung aus dem Bürgermeisterei - Gebäude nach der Wteseck im Betrage von 90 werden bewilligt. — Herr Bleicher W. Sch mall bittet die angeordnete Einfriedigung des von der Grünbergerstraße nach seiner Bleiche führenden Fußweges, für welchen er eine jährliche Pacht entrichte, nicht zur Ausführung zu bringen, sondern deffen Offenlassen für den Verkehr mit kleineren Handwagen zu gestatten. Dem Gesuche kann nur insoweit stattgegeben werden, als am Eingang zu dem Gäßchen ein 90 Ctm. breiter Durchgang bleibt, über das darüber hinausgehende Gelände kann die Stadt nicht verfügen, da selbiges Eigenthum des Herrn H. Vogt !?' Die auf 118 veranschlagten Kosten für eine Blendwand aus Wellblech vor dem Pissoir am Neuenwegerthor werden bewilligt. — Das Gesuch des Herrn Hugo Hoffmann um Erlaubntß zur Anbringung eines das vorgeschriebene Maß um 5 Ctm. überschreitenden Firmenschildes wird genehmigt, desgl. das Gesuch des Herrn Hetnr. Mühlig um Ertaubniß zur Verfüllung eines Canals vor seinem Eigenthum an der Flugelsgasse; das beir. Grabengelände soll dem Gesuchsteller pachtweise über- Afen werden. — Als Standort für das neue Knabenschulgebäude, dessen Bau fo gefördert werden soll, daß es im Herbste 1891 bezogen werden kann, kamen zwei Bauplatze in die engere Wahl, nämlich die Gärten von Dr. Weber und Müller Wittwe an der Nordanlage und der O. Schmtdt'sche Garten an der Südanlage. Erstere Gärten find bereits angekauft, während bezüglich des Schmtdt'schen Gartens die Stadt Das Vorkaufsrecht bis zur Beendigung der Verhandlungen wegen Anlage eines Zuganges vom Seltersweg her hat. Herr Architekt Haas wurde mit Ausarbeitung der ^forderlichen, beide Bauplätze berücksichtigenden Pläne betraut, nach deren Vorlage die Bau- und Schuldeputation wie der Schulvorstand sich für die Wahl des Platzes an der Nordanlage ausgesprochen haben. Das neue dreistöckige Schulgebäude soll erhalten 16 Schulfale für je durchschnittlich 80 Kinder, so daß eine Thetlung der Jahrgänge m Sw" Abthetlungm ermöglicht wird. Ferner ist vorgesehen ein Zeichnensaal. Die erhöhten Anforderungen an Licht und Raum sprechen für die Einrichtung eines besonderen Zeichnensaales. Ein besonderer Saal mit amphttheatralischer Anordnung und «mcm Raume zur Aufbewahrung der Lehrmittel und Sammlungen soll dem physi- kalrschen Unterrichte dienen; mit Errichtung dieses Saales ist die Vermeidung von Zetlversäumniß beabsichtigt, die die Vorbereitungen für den physikalischen Unterricht üeroorrufen, wenn derselbe in dem betreffenden Klassenzimmer erthetlt wird. Mil der Einrichtung von Schulbädern soll durch Anlage eines solchen im Souterrain des pro- jectirten Schulhauses fortgesahren werden. An sonstigen Räumen sind vorgesehen: ein Conferenzzimmer, ein Oberlehrerzimmer, ein Bibliothekzimmer und ein Wartezimmer, ^uv Vermeidung von Zugluft soll das Gebäude nur einen Eingang erhalten. Die He'zung soll mittelst Centralheizung erfolgen. Turnhalle und Aborte sollen, wenn auch nlcht m directem Anschluß an das Hauptgebäude, so doch mittelst regenfreier Zugänge erreichbar gebaut werden. Die Wohnung des Schuldteners wird nicht, wie ursprüng- Irch geplant, in das Souterrain, sondern in das Erdgeschoß gelegt werden. Es wird Der Vorschlag der Deputationen auf Erbauung des Schulhauses nach den vorliegenden Planen angenommen. — Dem städtischen Straßen wart wird für dtei.s Jabr eine UcatirDn r°" bewilligt. — Dem Schutzmann Dörr wurden 100 Kleidergeld, dle ihm bet seinem Uebertrttt von der Hülfsschutzmannschaft zur Schutzmannschaft als schon empfangen angerechnet wurden, nachträglich bewilligt. — Dem Gesuche der Ettern des Karl Schneider um Verbringung desselben in eine Besserungsanstalt wtrb stattgegeben. - Buchdrucker G. Nephuth schuldet der Stadt seit seinem Weg- gange von hier noch Schulgeld und Communalsteuer. In der Voraussicht, daß sich Die Verhältnisse des Schuldners bessern würden, wurde früher von einer Niederschlagung des Schuldbetrages abgesehen. Da sich indeß nach neuerlich angestellten Er- funbtgungen beim Rechnetamt in Frankfurt a. M. dessen vollständige Mittellosigkeit ergab, wird der Antrag der Ftnanzdeputation auf Niederschlagung der Schuld angenommen. Arbeilsvergebung. Die Arbeiten für die gründliche Ausräumung der ganzen Strecke des ca. 3 km langen Lehograben- sollen in einzelnen Loosen an Ort und Stelle öffentlich vergeben werden. Hierfür wird Termin auf Mittwoch den 2«. Juni, Bonn. S Uhr, anberaumt. Zusammenkunft sämmtlicher Uebernahmslustigen an der Abzweigung des Lehngrabens von der Horloff auf der Kreisstraße Steinheim- Trais-Horloff, woselbst Bekanntgabe der näheren Bedingungen erfolgt. Gießen, am 17. Juni 1889. Der Großherzogliche Kulturingenieur für Oberhessen. W i ß m a n n. r5164 5108 Hoffmann Konkursverwalter. Versteigerung. DienStag den 23, I. Mt»., Nachmittags 2 Uhr, lassen die Unterzeichneten in ihrem in der Schloßgasse Gelegenen Hause: Küferwerkzeuge, darunter 5 Fügböcke und 4 Schnitz- dänke, Werkholz, Holzreife, mehrere guttrockene tannene Bohlen, einen zweirädrigen Karren, ein kleines Wägelchen, Fässer, Bütten, Flaschen, Krüge, verschiedenes Hausgeräthe, mehrere gut erhaltene Fenster und Fensterladen, sowie eine größere Parthie Brennholz gegen Baarzahlung versteigern. 5239 Carl Heil I. Erben. Montag den 24 Juni, Nachmittags 2 Uhr, wird Plockstraße 1: «in Bri-smarktn. Album mit 3180 Marken, wobei viele R, RR und RRR, Gangsachen und Doubletten, sowie eine große Parthie Privat- Briefbeförderungsmarken, -Karten und -Couverts versteigert. Die Sachen können Vormittags von 9 Uhr an gesehen werden. Allgemeiner Anzeiger. Aug. Haubach 5045 Docter 4994 Vaschächte und neueste Kleiderstoffe empfiehlt Ausverkauf. Wegen Lausverkauf verkaufe ich meine Maaren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. 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