Nr. 70. Samstag den 23. Marz 1889. Gießener Anzeiger Amts- uud Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.. Bureau: Schulstraß- 7. Erschein, .»„.Ich mit Ausnahme des Montags. ^eis U J UUJWiMBMMMH——K—EiaM—aW MM* I TTTTTTTIII ■ 11II ■ Amtlicher Hßeil. m p_ c p Gießen, am 16. März 1889. Betreffend: Die Aufwendungen der Großherzoglichen Landeswaisenanstalt für erkrankte Waisenkinder. Das Großherzogliche Krcisamt Gießen an die Grotzherzoglicherr Bürgermeistereien des «reife-. Wir benachrichtigen Sie, daß der Vorstand der Kinderhellanstalt Elisabethhaus in Bad Nauheim sich bereit erklärt hat, in jeder seiner 4 Kurperiode« während des Sommers je 3 erkrankten Waisenkindern der Landeswaisenanstalt für den Betrag von 30 Mark pro Kind Aufnahme zu gewähren. Hierfür erhalten die Kinder in der Regel 5 Wochen lang Bäder, ärztliche Behandlung und volle Verpflegung. Der Anfangs- und Schlußtermin jeder Kurperiode ist streng einzuhalten, beziehungsweise von Abänderungen in dieser Beziehung dem Vorstand rechtzeitig Nachricht zu geben. Ueberhaupt dringt der Vorstand der Anstalt darauf, daß er die Anmeldungen zur Aufnahme möglichst frühzeitig erhält, damit sich vor Beginn der Kurperiode übersehen läßt, wieviele Kinder Aufnahme finden sollen. Wir beauftragen Sie, dieses in ortsüblicher Weise in Ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen und falls Waisenkinder der Aufnahme in die Kinderhellanstalt Elisabethhaus in Bad Nauheim bedürfen, hiervon Anzeige zu erstatten. v. Gagern. __________________________ Darmstadt, 21. März. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädtgst geruht am 20. März den Hauptsteueramtsrendanten, Zolltnspector Georg Fuhry zum Mtnistertalsecretär bet dem Ministerium der Finanzen zu ernennen. Darmstadt, 21. März. Das Amtsblatt des Grotzh. Ministeriums des Innern und der Juslrz, Section für Justizverwaltung, Nr. 8, enthält Ausschreiben vom 15. März betr. die Zurückstellung unabkömmlicher Beamten für den Fall einer Mobll- ruachung. Darmstadt, 20. März. Das Großherzogltche Regierungsblatt Nr.' 6 enthält: 1. Bekanntmachung Grobherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, die gegenseitige Anerkennung der von den Gymnasien, bezw. Realgymnasien (Realschulen 1. Ordnung) ausgestellten Reifezeugnisse betreffend. Veröffentlicht wird folgendes Uebereinkommen der deutschen Staatsregierungen, betr. die gegenseitige Anerkennung der von den Gymnasien, bezw. Realgymnasien (Realschulen 1. Ordnung) ausgestellten Reifezeugnisse. S 1- 1) Das Reisezeugniß, welches ein Angehöriger des Deutschen Reiches an einem Gymnasium oder an einem Realgymnasium (einer Realschule 1. Ordnung) irgend eines deutschen Staates als Schüler der Anstalt (vcrgl. 3) erworben hat, gewährt in jedem einzelnen Bundesstaat diejenigen Berechtigungen, welche mit dem Reisezeugniß eines dem letzteren Staate angehörenden Gymnasiums, bezw. Realgymnasiums (Realschule 1. Ordnung) verbunden sind. 2) In Anbetracht des Unterschiedes, welcher im Königreich Württemberg bezüglich des Lehrplanes und der dadurch bedingten Berechtigungen der Realgymnasien im Vergleich zu denen der übrigen deutschen Staaten besteht, werden im Königreich Württemberg dem Reisezeugniß von einem Realgymnasium (Realschule 1. Ordnung) eines anderen deutschen Staates nur diejenigen Berechtigungen zuerkannt, welche mit demselben m demjenigen Staate verbunden sind, welchem das das Reisezeugniß ausstellende Realgymnasium (Realschule 1. Ordnung) angehört, auch dies jedoch nur insofern, als für diese Berechtigungen in Württemberg nicht das Zeugntß der Reife für die Immatrikulation bei der staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität gefordert ist. 3) In gleicher Weise werden auch in den übrigen Bundesstaaten — unbeschadet der sonstigen Geltung des $ 1, 1 — den Reifezeugnissen der Realgymnasien (Realschulen 1. Ordnung) eines anderen Bundesstaates nur diejenigen Berechtigungen zu- rrkannt, welche mit diesen Reifezeugnissen in dem dieselben ausstellenden Staate verbunden sind. 8 2. Junge Leute, welche an einem Gymnasium, bezw. Realgymnasium (Realschule 1. Ordnung) ohne Schüler der betreffenden Anstalt zu sein — als sog. Extraneer — das Reisezeugniß mit der durch 8 1 bezeichneten Wirkung erwerben wollen, haben dies an einer Anstalt desjenigen Staates zu thun, welchem sie durch die Staatsangehörigkeit oder durch den freiwilligen Wohnsitz ihrer Ettern, bezw. deren Stellvertreter angehören. Die Ablegung der Reifeprüfung als Extraneer an einer Anstalt eines anderen d-mNchen Staates hat die im 8 1 bezeichneten rechtlichen Folgen nur dann, wenn seürns der Unterrichtsoerwaltung des Staates, welchem der Prüfungsbewerber angehört, die Erlaubniß dazu vorher gegeben ist. Ein Vermerk hierüber ist in das ^euaniß aufzunehmen. l <§ 31 Beschränkung, welche bezüglich der Extraneer in § 2 bezeichnet ist, w,ung auch aus diejenigen Schüler der Gymnasien und Realgymnasien (Realschulen 1. Ordnung), welche später als mit dem Beginn des drittoberften Jahrcs- rurses (also spater als mit dem Beginnen der Ober-Sekunda nach weitverbreiteter Bezeichnung) in eine Anstalt eines Staates eintreten, welchem sie weder durch die Staatsangehörigkeit noch durch den jewelligen Wohnsitz ihrer Eltern, bezw. deren Stelloerlreter angehocen. Die Directoren der Gymnasien und Realgymnasien sind verpflichtet , wenn auswärtige Bewerber die Aufnahme an einer höheren Stelle des Gesammtkursus, als in dem Beginn der Ober-Sekunda, nachsuchen, dieselben mit der Vorstehenden Beftrmmung im Voraus bekannt zu machen. ,, c X* * * 4, S & * * * * li trn April 1874 unter den deutschen Staatsregierungen geschloffene Uebereinkommen bezüglich der gegenseitigen Anerkennung der Gymnasial-Reisezeugnisse bleibt im Uebrigen in Geltung, mit alleiniger Ausnahme der durch 8 3 bezeichneten &cr Sketchen Beschränkung finden die in dem Uebereinkommen vom Apnl 1874 bezüglich der Gymnastal-Reifeprüsungen und Reifezeugnisse getroffenen Be- Mmmungen sinnentsprechende Anwendung auf die Reifeprüfungen und die Reisezeug- «isse der Realgymnasien (Realschulen 1. Ordnung). Auf diejenigen jungen Leute, welche in dem Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Vereinbarung bereits Schüler, eines Gymnasiums oder Realgymnasiums (Realschule >7 u i V0) elncä anderen Bundesstaates sind, als welchem sie durch Staatsangehörig- li °oer den zeitweiligen Wohnsitz ihrer Eltern angehören, findet die durch 8 3 be- Mmmle Beschränkung nicht Anwendung. L Ä 2. Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, die neue Organisation •er Kreisbauämter in der Provinz Rheinhessen betr. Deutscher Reichstag. 44. Plenarsitzung. Donnerstag, bea 21. März 1889, 2 Uhr. Das Haus tritt in die Tagesordnung ein: Zweite Berathung des Nachtrags-Etats. (Bereits vor Beginn der Sitzung war der Reichskanzler im Hause anwesend.) Bet dem Kapitel „Geldverpflegung der Truppen" empfiehlt Abg. Dr. Bürst ein (nl.) als Commissionsreserent die Genehmigung der geforderten Summen. Abg. Frhr. v. Ellrtchshausen (Rp.) befürwortet die Annahme der Vorlage und wünscht der Regierung seinen Dank auszusprechen für die Aufmerksamkeit, die sie dem Artilleriewesen schenkt. A^i. R achter (dsr.): Es handelt sich bei der Vorlage nach ben Erörterungen in *der Commission weniger um die Bespannungsfrage als um die Aenderung des 93er- hältt.iffes der Artillerie zu anderen Truppengattungen, wodurch eine Aenderung des Septennatsverhältntsses bedingt wird. Es fragt sich, ob eine solche Aenderung, welche Mehrausgaben bedingt, nicht auch Aenderungen herbeiführen könnte, die Ersparnisse herbeiführen. Die Mehrausgaben für die Bespannung könnten sehr wohl durch Ersparnisse auf anderen Stellen herbeigesührt werden. Die Position wird hierauf bewilligt, ebenso der Rest des Etats der Militärverwaltung im Ordinarium und Extraordinarium; in letzterem sind zwei erste Raten zu Kasernenbauten mit 5000 und resp. 8000 JL nach dem Anträge Der Commission gestrichen. Ts folgt die Berathung des Marine-Etats, dessen unveränderte Annahme der Abg. Kalle als Referent der Budget-Commissson empfiehlt. Der Abg. Frhr. v. Franckenstein (Ctr.) erklärt sich gegen die Thellung der Marine-Verwaltung, deren Kosten noch nicht abzusehen seien. Abg. Dr. Delbrück (Rp.) ist für die Bewilligung namentlich der Forderungen für die Theilung der Admiralität in Commando und Verwaltung. Die neue Thetlung schaffe auch keineswegs den als unzuträglich erkannten Zustand von vor dem Jahre 1870, sondern einen wesentlich anderen und besseren. Abg. Richter (bfr.): Wir lehnen Die Thellung ab; für einen Unterschieb zwischen ber neu zu schaffenden Situation und der vor dem Jahre 1870 ist absolut kein Unterschied erfindlich. Es handelt sich um die Schaffung einer Behörde, die der Verantwortlichkeit des Reichskanzlers entzogen ist. Hierzu mitzuwirken sind wir nicht Willens und zwar um so weniger, als die Commissions-Erörterungen nur Gründe gegen, nicht aber für die Theilung ergeben haben. Die Sache erscheint auf bestimmte persönliche Verhältnisse berechnet und die Schwierigkeiten der Theilung werden sich vergrößern, wenn das Obercommando nach Kiel verlegt wird. Contreadmiral Heusner: Die Verhältnisse, welche die Thellung anstrebt, sind gar nicht zu vergleichen mit denen von vor 1870. Die in den mehrerwähnten Ftrth- schm Broschüren gezogenen Schlußfolgerungen gehen von falschen Voraussetzungen aus. Wie durch die Theilung eine Schmälerung der Rechte des Reichstages möglich sein soll, ist nicht einzusehen. Aus militärischen Gründen ist das Obercommando unentbehrlich; der Chef der Verwaltung trägt die Verantwortlichkeit vor dem Reichskanzler und dem Parlament. Der Vortheil der Neuerung liegt darin, daß von einer Person die Geschäfte des Commandos und ber Verwaltung gleichzeitig nicht erlebigt werden können. Auch die Dringlichkeit der Vorlage sei nicht zu verkennen, denn in allen Zweigen der Marineverwaltung werde die neue Organisation ersehnt; lasse man diesen Umstand unberücksichtigt, so leide darunter die ganze Marineverwaltung. Reichskanzler Fürst Bismarck: Vom Standpunkte der Reichsverwaltung muß die Dringlichkeit der Vorlage betont werden; versäumt ist seitens der Regierung nichts; die Entschließungen des obersten Kriegsherrn konnten nicht früher erfolgen als sie erfolgt sind. Dem Kanzler stehen zwei Arten von Behörden gegenüber, diejenigen Behörden, für die der Kanzler sich in einer gewissen Abhängigkeit vom Reichstage befindet, und diejenigen, welche sich als Commandobehörden unter Sr. Majestät direkten Befehl vereinigen. Der Commandeur der Marine muß ein viel zu hochstehender Soldat sein, um von dem Reichskanzler abzuhängen. Ich habe viele Jahre lang von dem Mtßverhältniß zu leiden gehabt, denn ich kann thatsachlich keine Verantwortung für das Marine- Commando übernehmen. In Ihrem eigenen Interesse müssen Sie diese Thellung anstreben, damit die Commandogewalt, wie dies verfassungsmäßig sein soll, in die Hände des Kaisers übergeht. Abg. von Kardorsf (Rchsp.) tritt ebenfalls für die Bewilligung der Theilung ein, wesentlich aus den bereits von dem Abgeordneten Delbrück oorgebrachten Gründen. Abg. Dr. Miquel (nl.): Vom Standpunkte der finanziellen Interessen scheint die Organisationsfrage wichtig; von Einfluß ist hierfür die Personalfrage; aber da haben wir nicht die Möglichkeit einer selbstständigen Prüfung und müffen uns auf die Mittheilungen der Regierung verlassen. Auch vom constitutionellen Standpunkte aus scheinen die Gründe des Reichskanzlers durchschlagend und wir werden deßhalb für die Vorlage stimmen. Abg. Frhr. v. Franckenstein (Ctr.) will in der Hoffnung, baß die Rechte des Reichstags auch unter der neuen Verwaltung gewahrt werden, seine Bedenken aufgeben und für die Vorlage stimmen- Abg. v. Helldorff (cons.) erklärt, datz seine Freunde einstimmig für die Vorlage stimmen werden. Abg. Richter (dfr.): Den gleichen Vorschlag, den heute die Regierung macht, hat früher bereits der Abgeordnete v. Ohler und Adlerscron gemacht. Damals hat das Haus diesen Antrag einstimmig abgelehnt. Woher kommen denn plötzlich die Bersassungsfragen/ Das Commendorecht Seiner Majestät steht gar nicht in Frage; es handelt sich um eine Stelle unter dem Befehle Seiner Majestät. Reichskanzler Fürst Bismarck: Im Sinne des Vorredners könnte man auch deducften, datz, wenn der Reichstag da ist, wir auch keinen Kaiser brauchten. Es ist jedenfalls sehr erfreulich, wenn der Kaiser der Marine mehr Interesse zuwendet als seine Vorgänger, die keine Marine hatten. Wir haben 15 Armeekorps bet der Land- annee; es handelt sich gewissermaßen um ein neues Commando, ähnlich den Corps- commandos, und um eine Scheidung des Conrmandos von der Verwaltung, ich will nicht sagen oom Tisch, aber vom Bett! Die Debatte wird geschlossen. Die Position wird gegen die Stimmen der Freisinnigen, Socialdemokraten und einem Theil des Centrums bewilligt. Der Rest des Etats der Marine-Verwaltung, sowte das Etats- und Anleihe-Gesetz werden ohne weitere Debatte genehmigt. Es folgt die dritte Berathung des Gesetzentwurfs, betr. die Abänderung des Veretnszollgesetzes (Aenderungen der Transitlager, Bestimmungen, die durch den Zollanschlutz Hamburgs nöthig geworden sind.) Derselbe wird debattelos angenommen. Hierauf wird der Gesetzentwurf, betr. die Aufhebung des Reinigungs- zwanges im Branntwetnsteuergesetz in zweiter Lesung berathen. Staatssecretär v. Bötticher erwidert auf eine Anfrage des Abg. Dr. Miquel (nl.), daß die Regierung wettere Versuche, um ein zweckmätziges Reinigungsverfahren zu finden, nicht unterlassen wird. Abg. Graf Mirbach (cons.) constatirt, datz die Verunreinigung des Branntweins sehr wohl auf dem Wege von der Brennerei bis zum Consum stattfinden könne; man möge also nicht die Brennereien allein verantwortlich machen. Der Gesetzentwurf wird hierauf genehmigt. — Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung Samstag 11 Uhr. — Tages-Ordnung: Nachtrags-Etat und Genossenschaftsgesetz. Schluß 41/* Uhr. Telegraphische Depeschen. Wolff'S lelegr. Corresponderrr-Bureau. Berlin, 21. März. Auf allerhöchsten Befehl erscheinen am morgigen Tage, als dem Geburtslage weiland Kaiser Wilhelms I, wie die „Kreuzzettung" meldet, die Offiziere öfientltch in Helm und Waffenrock mit Achselstücken, die Mannschaften im Or- donnanzanzuge und zwar bis Abends 9 Uhr; aus demselben Anlaß bleiben die Hoftheater geschlossen. Berlin, 21. März. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge legt von nächster Woche an der Hvfyalt der Kaiserin Augusta die tiefe Trauer ab und es beginnt die Halbtrauer. Montag reisen die badischen Herrschaften nach Karlsruhe ab und begeben sich von da nach Stockholm, woselbst die Kronprinzessin ihrer Entbindung entgegensieht. — Der Botschafter Schuwalow ist nach Petersburg gereist, woselbst Peter Schuwalow hoffnungslos krank darniederliegt. Berlin, 21. März. Abgeordnetenhaus. Bei der heute begonnenen und auch zu Ende geführten dritten Etatberathung erklärte der Finanzminister auf Anfrage des Abg. Hammacher, die Regierung wünsche lebhaft das neue Einkommensteuer-Gesetz zu Stande kommen zu sehen, bei der großen Schwierigkeit der Materie könne es nicht auffällig sein, wenn trotz der längst vorhandenen Einstimmigkeit innerhalb des Ministeriums über diese Materie, die Regelung sich verzögere. Dazu kämen äußere Umstände, welche einen schnellen Abschluß htnausschöben; er hoffe jedenfalls den Entwurf noch in dieser Session oorlegm zu können. — Beim Etat des Ministeriums des Innern brachte Rickert das Verbot der Volkszeitung zur Sprache und fand die Anwendung des Sozialistengesetzes dabet nicht gerechtfertigt; er gedachte babd auch mißbilligend des Verbotes der Blatter „Arbeitsmarkt" und „Zukunft". — Minister Herrfurth erklärte, sich nicht für befugt zu halten, zu einer materiellen Erörterung dieser Frage vor dem Landtage. Die Beschwerde Seitens der Verleger und Drucker sei angebahnt und die Entscheidung ruhe nun einzig und allein bet der Retchscommission; thr vorzugretfen habt er nicht das Recht und über das Verbot der angeblichen Fortsetzungen habe der Richter zu ent- schetden. — von Rauchhaupt bemerkt in Bezug auf Ausführungen des Abg. Munckel, dieselben bewiesen, daß das Vorgehen seiner Partei lediglich demonstrativ sei; Munckel habe kein Recht, den Polizeipräsidenten eines dolus malus oder einer culpa lata zu zeihen Sollte eine Verletzung des Sozialtstengesetzes vorliegen, was er auch glaube, so habe doch das Haus darüber nicht zu entscheiden. — Wtndthorst ist der Meinung, man müsse hier ruhig abwarten. Die Artikel der Volkszeitung verwerfe er voll und ganz mrd anerkenne nie und nimmer ein Recht der Revolution. Die Regierung möge ein Erscheinen der Fortsetzungen nicht hindern, das sei zur Sühne nothwendig. Hiermit fchlotz die Discussion über diesen Gegenstand. Zm Uebrigen wurde der Etat in dritter Lesung nach unerheblicher Debatte genehmigt. - Nächste Sitzung Samstag 11 Uhr. Ausdehnung des Eisenbahnnetzes und kleinere Vorlagen. _derttn,21. März. Der „Post" zufolge lauten die neuesten Nachrichten aus Ost-Afr.ka günstiger und der Aufstand macht ersichtlich keine Fortschritte mehr. Es hat sich sogar die charakteristische Erscheinung gezeigt, datz in den von den Rebellen besetzten HÜfen durch die von der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft eingesetzten Araber, noch Zolle erhoben werden können, welche an den Sultan abgeltefert werden. — Graf Herbert Bismarck ist heute früh nach London abgereist. . Kiel, 21. März. Nach dem heutigen Bulletin hatte die Prinzessin Heinrich eine gute Nacht. Der Kraftezustand und das Allgemeinbefinden sind durchaus befriedigend das Befinden des neugeborenen Prinzen ist normal. ' Hamtmrg, 21. März. Der „Hamb. Börsenhalle" zufolge fischte der heute angekommene Dampfer „Armin" nordwestlich von Helgoland einen sehr großen neuen Luftballon ohne Gondel und Netzwerk auf. Derselbe scheint französischen Ursprungs Stuttgart, 21. März. Der Landtag ist auf den 3. April einberufen. « 4 »d*rn, 21. März. Der Bunbesrath beschloß, das nach dem Tessin entsandte Jnfantertebataillon 68 am 28. März durch die Bataillone 67 und 69 abzulösen • Mefelben haben sich dem eidgenössischen Commtssar zur Verfügung zu stellen und durch/umachen ^ ^ahr fallenden Regimentswiederholungscursus .. „ Budapest, 21. März. Der Kaiser, welcher am Sonnabend die Kaiserin und die Erzherzogin Valerie nach Wien begleitet, kehrt am Montag hierher zurück. 21. MArz. Derouldde ist nicht nur der Thetlnahme an einer ungesetz- Uchen Seyelmen Gesellschaft, sondern auch des Zuwtderhandelns gegen Artikel 84 des Strafgesetzbuches beschuldigt, dessen er sich durch das bekannte Telegramm an Aschinow schuldig gemacht hat. Depesche Saltslmry's an Malet vom 16.Februar, mtlcfje bas Vlaubuch enthält, erläutert ersterer die Behauptung Bismarcks, Grotz- brttannien und Deutschland gingen betreffs Samoas Hand in Hand, dahin, daß die deidersetttgen Ansichten zwar betreffs der in Kraft zu setzenden Abmachung für die künftige Verwaltung ubereinstimmten, aber bei dem gegenwärtigen Conflicte zwischen der deutschen Regierung und einem Thetle der Einwohner nicht gesagt werden könnte, England stehe auf Seiten Deutschlands. England halte feine gänzlich neutrale vnantwoUlich^^ unb roäre an bcr ^tton Deutschlands weder interessirt noch dafür „ , Madrid, 21. März. Im Senate erklärte der Minister des Innern auf eine gnfraöe, ob es wahr sei, baß Spanien Cuba zu verkaufen beabsichtige, unter lebhaftem Beifall, es extstire auf der ganzen Welt nicht Geld genug, welches hinretchte, auch nur den geringsten Theil des spanischen Gebiets zu kaufen. Die fpanische Nation würde «erm nothwendig, den heimathltchen Boden zu verteidigen wissen. m -iv Belgrad, 21. März. Allen Blättern, welchen unter der vorigen Regierung das Postdebtt entzogen wurde, ist der Eingang in Serbien wieder gestattet worden r I ar~c ®cr begnadigte Radikalensührer Pasic traf heute Abend in Baztas ein, wohin seine Anhänger ihm au, drei Schiffen entgegenfubrcn. Er langt Vormiitags in Belgrad an, wo große Ovationen für ihn vorbereitet werden. „ Gegenüber Gerüchten von Abmachungen Milans mit der Regentfchafr in Betreff der inneren und der auswärtigen Politik Serbiens wird von competenter eeite versichert, daß die Gerüchte ganz unbegründet seien. Die Regentschaft ^nnte schon deshalb rncht solche Verpflichtungen übernehmen, mell sie auf streng con- *^oden stehe und deshalb nicht Verpflichtungen eingehen könne, welche ausschließlich dem Wirkungskreise der verantwortlichen Regierung angeboren . n ?-Ewastopol, 21. März. Der Mönch Paissi (der Genosse Aschtnow's)'behauptet, der Zwischenfall von Sagallo sei nicht durch italienische Jntriguen verursacht worden, vielmehr hatten die französischen Mönche in Obok der orthodoxen Propaganda ent- gegengewirkt und es sei ihnen endlich gelungen, die russische Mission zu vertreiben. Paissi beharwtet ferner, Aschinow habe keine überflüssigen Waffen besessen, sondern Mangel an Waffen gehabt. Die Franzosen hätten kein Recht auf Sagallo; sie hätten Aschinow von der Absicht, auf die Russen zu feuern, nicht in Kenntniß gesetzt; der erste Schuß sei in der Nacht gefallen, als Alles schlief. Lokales. __ Bietzen, 22. März. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Montag den 25. März 1889, Nachmittags 4 Uhr. v 0 1. Berathung des Voranschlags der Stadt Gießen für 1889/90. 2* Christian Duill um Erthetlung der Concession zum Wirth- schastsbetrteb. 3. Unfall- und Krankenoersicherung der in land- und iorstwirthschastlicheu. Betrieben beschäftigten Personen. 4. Gesetzentwurf, die Organisation des Forftschutzes betreffend. o. Die von der Stadl Gießen für das Aushebungs- und Musterungsgeschast zu stellenden Lokalitäten. 6. Beschaffung eines Raumes für die Stadtknabenschule. 7. Erbauung eines Schlachthauses; hier die Feststellung des Gewichtes der Schlachtthiere u. s. w. 8- Much des Otto Kölle um Erlaubniß zur Anbringung eines Firmenschildes. 9. Desgleichen des Karl Schulze. 10. Gesuch des Jo Hs. Becker III. um Erlaubniß zur Ueberbrückung eines städtischen Grabens. 11. Gesuch der Brüder Schmidt um ErUubniß zum Bauen in derKaplans- gasse. 12. Ausbau der Ostanlage. 13. Gesuch des Schmieds Johs. Kasp. Heß um Bauerlaubntß. 14. Desgl. des Johann Georg Pfaff. 15. Herstellung eines Uebergangs für Fußgänger über die Oberhessischen Bahnen an der Frankfurterstratze. 16. Die Abhaltung von .faselschauen. 17. Unterstützung des August Hofmann von Niederscheld. 18. Desgl. des Arbeiters Heinrich Lengert aus Gcünberg in Schlesien. Gießen, 21. März. (Schwurgericht.) Den Schluß der Schwurgerichtsfitzungen machte die Strafsache gegen Adolf Seu m, Gerichtsschreiber-Aspttant von Nidda, wegen Verbrechen im Amte. Seum, ein Mann von etwa 38 Jahren, war bei dem Amtsgericht bezw. in der Gerichtsschretberei des Amtsgerichts Nidda thälig. Sein monatliches Salair betrug etwa 40 Mark. Vor Allem war ihm das Mahnverfahren d. h. Ausfertigung der Zahlungsbefehle und Führung des Mahnregifters unter Aufsicht des: Gertchtsschreibcrs übertragen. Später, nachdem er das Examen für dm Gerichtsschreiber absolvirt hatte, wurde er eidlich verpflichtet und ihm selbstverständlich die Führung des Mahnregisters allein überlassen. Dem Angeklagten wird nun zur Last gelegt, daß er als Beamter Gelder in amtlicher Eigenschaft empfangen, dieselben sich rechtswidrig angeeignet, und in Bezug auf die Unterschlagungen, die Einträge in dem Mahnregister gefälscht habe. Nebenbei bemerken wir, daß Seum feit mehreren Jahren, seit 1885, Unterschlagungen vorgenommen und sämmtliche Beträge in 50^, 1J4 u. s.w. bestehen. In der heutigen Verhandlung und auch bei seiner Vernehmung in der Voruntersuchung gab er die Unterschlagungen und Fälschungen zu, oder besser gesagt, er legte unter Weinen ein reuemüthiges Geständnitz ab. Nach längerer Berathung der umfangreichen Fragen wurde von den Geschworenen das „Schuldig" ausgesprochen unb auf Grund dieses Spruchs von der Staatsanwaltschaft eine Gesammtzuchthausstrafe von 51/r Jahren, sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte beantragt. Das Urtheil lautete in eine Gesammtzuchthausstrafe von 4 Jahren, unter Ausrechnung der Untersuchungshaft von zwei Monaten, sowie in eine Geldstrafe von 800 Mark, welche im Falle der Uneinbringlichkeit mit 40 Tagen Zuchthaus zu verbüßen ist, unb Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von 5 Jahren. Bietzen, 22. März. Die sechste und letzte Litteraturvorlesung von Fräulein Dr. E. Mensch wird den deutschen Roman zu Ende führm. Die Betrachtung wird sich vorzugsweise auf die modernen Erzeugnisse der schönm Litteratur erstrecken, namentlich sich der deutschen Frauenschriftstellerei zuwenden. Gietzen, 22. März. Anschließend an die gestrige Notiz, die Firma Heyligen- stadt & Co. auf der Jubiläums-Weltausstellung zu Melbourne (Australien) betr., können wir mit Freuden mittbeilen, daß auch der hiesigen alten und weitbekannten Firma Staudinger 4: Co. (Inhaber: Wilh. Spörhase) der erste Preis (First Ordre of ment) für ihre ausgezeichneten mechanischen Fabrikate geworden ist. Auch sie hat die englische Concurrenz dorten aus dem Felde geschlagen. Ebenfalls von Herzen Gluck hierzu! Vermischtes. * Aus Oberhessen, 20. März. Bezüglich der in Nösberts bei dem Brande der Hoffmann'schen Wirthschaft vorgekommenen Streitigkeiten zwischen einer Anzahl «zu Hilfe" herbeigekommener Leute aus der Nachbarschaft Nösberts und der Sicherheus- Mannschaft, wobei der so überreichlich genossene Branntwein eine Hauptrolle spielte, ist noch nachzutragen, daß auch der Besitzer der brandbeschädigten Wirthschaft sich in Haft befindet, angeblich wegen Verdachtes der Brandstiftung. Auch sind inzwischen weitere Verhaftungen erfolgt, so daß diese Affaire demnächst das Landgericht der Provinz Oberhessen beschäftigen dürfte. Die Unruhestifter sollen aus Grebenhain (nicht aus Grebenau) sein. Wie uns inzwischen von zuständiger Seite aus Grebenau mitgetheilt wird, ist dortselbst von der Anwesenheit Grebenauer Einwohner bei dem Brande nichts bekannt, jedenfalls liegt hier von Seiten unsercs Gewährsmannes eine Verwechselung beider Orte vor, was um so wahrscheinlicher ist, als Grebenhain näher bei Nösberts liegt als Grebenau. — Frankfurt, 21. März. Bei der Concurrenz profitirt die Allgemeinheit allemal, pflegt man zu sagen und in der That werden täglich für die Wahrheit dieses Wortes neue Beweise geliefert. Die Concurrenz unserer neuen Waldbahn, die bekanntlich von hier nach Schwanheim fährt, scheint endlich zu Wege gebracht zu haben, was jahrelange Wünsche nicht vermochten, nämlich daß der Dampfboote-Verkehr zwischen Frankfurt und Schwanheim ein häufigerer wurde. Die Schwanheimer Dampfboot-Gesellschaft hat jetzt ein zweites Dampfboot angekauft, welches neben dem schon vorhandenen Boot „Schwanheim" vom 1. April ab in Dienst gestellt wird. Außerdem hat die Gesellschaft noch die Anschaffung eines Schraubendampfers neuester Construction, der 500 Personen Platz gewährt, in's Auge gefaßt. Die Frankfurter werden mithin nächstens zu Wasser und zu Land genügend oft das benachbarte Schwanheim erretten können. Es lebe die Concurrenz! m , „—Die Dummen werden nicht alle! Das beweist wieder der folgende Vorfall, der heute amtlich gemeldet wird: Ein hiesiges Dienstmädchen wurde zur Kreiskasse geschickt, um Steuern zu zahlen. Auf dem Vorplatz begegnete ihm ein unbekannter Mensch, der es ansprach und ihm mittheilte, die Kasse sei bereits geschlossen, er wolle aber mal nachsehen, ob er das Geld noch los werden könne. Das einfältige Mädchen händigte dem Menschen nun 20 JL und den Steuerzettel ein. Der Fremde begab sich in dm oberen Stock, wo die Kasse sich befindet, kam auch bald zurück und erklärte, er habe das Geld noch angebracht, der K-rssenbeamte werde gleich den quittirten Zettel bringen. Damit entfernte sich der Unbekannte nach der Straße zu. Die „Köchin" wartete und wartete, aber kein Kassenbeamter mit einer Quittung ließ sich sehen. Endlich ging ihr ein Licht auf, sie ahnte Unheil und mußte denn auch zu ihrem Schaden zu spät etnsehen, daß sie das Opfer eines ziemlich plumpen Schwindels geworden war. Die Aermste mag sich mit dem Gedanken trösten, daß immer wieder neue in die gleiche Falle gehen. Cassel, 18. März. So lauge es Eisenbahnen gibt, ist wohl solch ein seltsamer Transport noch nicht befördert worden, als heute Mittag von Cassel nach Halle, nämlich 107 der schwersten Verbrecher, die, zu den schwersten Strafen verurtherlt, bisber in dem Zuchthaus an der Fulda internirt waren. In Folge des stattgefundenen Zuchthausbrandes muß diese Gesellschaft anderweitig uniergebracht werden. Zunächst waren einige sechzig in der neuen Wehlheidener Strafanstalt untergebracht, dock hatte man hier keinen Platz, und so wurden diese Sechzig, sowie die 74 Mann, welche sich noch in den unversehrt gebliebenen Räumen des Zuchthauses befanden, heute Mittag mit der Eisenbahn nach Halle transportirt. Eine Abthetlung Infanterie mit scharf geladen ,n Gewehr nebst Aufsehern und Schutzleuten begleiteten den Zug. Sämmtltche Sträflinge waren gefesselt, einige mit Ketten an den Beinen und Eisenslangen an den Händen, eine nothwendige Vorsicht, da die gefährlichsten Mörder, Diebe und Einbrecher dabei waren, allein 10 Züchtlinge, die, ursprünglich zum Tode vcrurtheilt, zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden sind. Oschatz i. Sachs., 18. März. Ein Handelsmann aus Dahlen, welcher, um eine Braut zu beschimpfen, auf dem mit Blumen bestreuten Weg nach der Kirche Häcksel nachgcstreut hatte, wurde vom hiesigen Schöffengericht wegen Beleidigung zu sechs Wochur Gefängniß verurtheilt. — (Gründlich ausgesohnt.) Aus London wird geschrieben: Vor dem Assisengericht Moyo stand vor Kun em ein junger Mann, Namens Higgins, unter der Anklage, einem jungen Mädchen, Namens Bridget Swift, einige Ohrfeigen applizirt zu haben. Die Klägerin und der Angeklagte batten ein einnehmendes Aeußere, und der Richter ging auf den Vorschlag des Anwalts des Beklagten ein, den jungen Leuten Zeit zu geben, die Angelegenheit privatim zu besprechen. Higgins, der behauptete, nicht schuldig zu sein, wurde gegen Bürgschaft eine Stunde lang auf freien Fuß gesetzt. Nach Ablauf der Frist erschienen die beiden jungen Leute wieder, Higgins wies dem Richter den Trauschein vor, die junge Frau zog die Anklage zurück, und die Neuvermählten verließen Arm in Arm mit Glückwünschen des Richters und Gerichts- Personals den Gerichssaal. Literarisches. - Wassersport, 1888-89, Nr. 25. Inhalt: Regatta - Termine u. s. w. Osficielle Bekanntmachungen der Clubs. — Unter Rudern: Die Anträge zum Deutschen Rudertag. Die Sieger von 1888. (Fortsetzung.) Das Achterrennen der Stadt Frankfurt a. M. Untoersitäts - Wettkämpfe in England. Ausschreibung des Stettiner Regatta-Vereins. Nachrichten. — Unter Segeln: Ostseereise des „Matador". (Fortsetzung.) Sportliche Winterstudien. „Baboon", „Lara", „Papoose", „Chiquita", die 1888 siegreichen amerikanischen Yachten (2 Bilder) mit Text. Nachrichten. — Unter Schwimmen: Nachrichten. — Unter Eislauf: Wettlaufen in Stockholm und St. Petersburg. Nachrichten. — Briefkasten. — Ein Blatt, das Jedem in der Familie viele Freude macht, unter- batteud und anregend wirkt ist die in Berlin erscheinende „Thierbörse" mit dem Gratisbeiblatt: Naturalien-, Lehrmittel- und Pflanzenbörse. Das Blatt ist zudem unglaublich billig; für nur 50 Pfg. und wenn man es in die Wohnung gebracht haben will, 15 Pfg. mehr, abonnirt man bet seiner nächsten Postanstalt. Für jeden Thierzuchter und Thierliebhaber ist die „Thierbörse" fast unentbehrlich. Wir empfehlen das Blatt als ein höchst originelles und amüsantes unseren Lesern zum Abonnement für das nächste Quartal angelegentlichst. ___________ Handel und Verkehr. Q - „Bre men, 21. Marz. Der dem „Norddeutschen Lloyd" gehörige Schnelldampfer "Lahn 'welcher am 13. d. M., Nachmitt. 4 Uhr, von New-York abgegangen ist, uaf gestern Abend 11 Vs Uhr in Southampton ein und hat allo die 3100 Seemeilen be- tragenbe Entfernung in der außergewöhnlich kurzen Zeit von sieben Tagen und zwei Stunden zuruckgtlegt.____________________ Kirchliche Anzeigen der Stadt ^ietzen^ Evangelische Gemeinde. G o t t e s d i e n st. Sonntag Oculi, 24. März: Vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer Dingel den. m c Abends 6 Uhr: Pfarrer Schlosser. Berchte und heiliges Abendmahl im Abendgottesdienft. Klnderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. i mr.s ^lftunde: Montag den 25^März, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule, L Mos. Kap. 28, Jakobs Flucht und Traum von der Himmelsleiter; Gottes Gerichte und Gnadenverheißungen. Pfarrer vr. Naumann. am Mittwoch den 27. März, Abends 6 Uhr, in der Kirche. Pfarrer vr. Naumann. in ber vom 24. bis 30. März besorgt Pfarrer Katholische Gemeind,. 3. Sonntag der hl. Fastenzeit. Samstag: Nachmittags um 5 Uhr und Abends um Vz8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um V27 Uhr Austheilung der hl. Communion; um V28 Uhr Frühmesse; um 3/4IO Uhr Hochamt mit Predigt — Nachmittags um 3 Uhr Christenlehre und Andacht- — Abends um 6 Uhr Fastenpredigt. „. darauf Gelegenheit zur hl. Beichte. Mittwoch: Abends um 6 Uhr Fastenandacht. Gottesdienst in der Synagoge. ~ =^rctot.ar9 ?bend 5« Uhr, Samstag Morgen 8Z« Uhr, Samstag Mittag 3-» Uhr Samstag Abend 7™ Uhr. 35nu= u- Zlutzholz- Uerfletneriiiif]. Donnerstag den 28. und Freitag den 29. März I. I., i soll in dem Ettingshäuser Gemeinde- wald nachverzeichnetetz Holz versteigert < werden:» 1) 5 Eichen-Stämme — 1,99 fm, • 2) 19 Buchen- „ = 12,39 „ 3) 118 Fichten- „ = 44,49 „ 4) 110 Kiefern- „ = 32,71 „ I 5) 656 Fichten-Derbst. — 51,18 „ I 6) 1142 Kiefern- „ = 73,36,, \ 7) 2067 Fichten-Reisst. = 24,97 „ < Die Zusammenkunft und der An- ' fang ist am Donnerstag am Gabriels- zimmerplatz, am Freitag an der Kreis- s straße von Ettingshausen nach Ober- j Bessingen beim Wasenplatz und zwar \ jedesmal von Vormittags 9V2 Uhr an. ? Es wird noch bemerkt, daß am ersten ! Tag das Stammholz und Fichten- Derbstangen zur Versteigerung kommen. \ Ettingshausen, am 21. März 1889. \ Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. • __________Launspach.______2271 * Versteigerung. Montag den 25. März, von Morgens 9 Uhr an, sollen bet Jakob Müller Eheleuten in Alten-Buseck: 2 Kühe, 1 Rind. Wagen, Pflug, - Egge und sonstige Oeconomie- geräthe, sowie Heu und Stroh ! meiftbMenb gegen Baarzahlung versteigert werden Großherzogl. Ortsgericht Alten-Buseck. s _____________Krämer._________2276 ' Donnerstag den 28. März, - Nachmittags 2>/, Uhr, werden im Kart Keiner'schen Hause < (Grünbergerftratze 34): Metzgergeräthe, Gewichte, Laden- lampe, Ofenschirm, 1- u. 2»thür. Kleiderschränke, Bettstellen, Bettzeug rc. versteigert. Hoffmann, 2283 Konkursverwalter. 2249 Ein gutes Tafelklavier ist billig ( ju verkaufen. ' Lehrer Eurschmann, Neustadt 32. \ Allgemeiner Anzeiger. . Bekanntmachung. Das Fahren der zwei städtischen vierrädrig,» Gießfäster soll tm Submissionswege vergeben werden. Hieraus Reflectirende wollen ihre Offerten binnen 8 Tagen, von heute an, verschlossen bei der unterzeichneten Behörde einreichen, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können. Gießen, den 21. März 1889. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ________Keller, Beigeordneter._____________________2282 Versteigerung von altem stauhoiz. Mittwoch den 27. d. Mt»., Mittag 1 Uhr, wird auf dem Lrridenplatz dahier eine Parlhie altes Bauhosi versteigert. (2280 beginnt am 1. April ein neues Quartal mit Nicht im Geleise. Roman non Z. Boq-Sd. Au beziehen iil Wochen-Nummern (Preis JL 1.60 vierteljährlich) ober in iahrlich^!4 Heften ä 50 oder 28 Halbheften k 25 durch die meisten Buchhandlungen. Die Wochen-Ausgabe auch durch die Postämter. Das erste Quartal der „Gartenlaube" 1889 u. a. den Anfang des Romans »Lore von Tollen" von W. Heimburg enthaltend, wird auf Verlangen ohne Preis-Erhöhung nachgeliefert. Bruch-Heilung Die Heilanstalt für Bruchleiden hat uns mit unschädlichen Mitteln ohne Berufsstorung von Leisten-, Hodensack- und Wasserhodenbruch durch briefliche Behandlung vollständig geheilt, so daß wir jetzt ohne Bandage arbeiten fönnen Job- Breit, Ehrenfeld b-Cöln; P. Gebhard, Schneiderm., Friedersried b^^eufir^^e^■ 54 I ; Jos Käst, Handlung, Simmerberg b. Lindau; A. Schwarz, Wagenbauer' Langenpfungen b. Rosenheim (für Kind). Broschüre: „Die UnterleibSbrüche und ihre Heilung gratis. 3000 Bandagen bester Construction vorräthia: mit einer Mustersammlung ist unser Bandagist in: SSESE355SSESSSSSSBS&BSS Frankfurt a. M., Gasthof „Znm Holländischen Hof“, grober Hirschgraben 2, am 17. jeden Monates von 8 Uhr Vorm. bis 7 Uhr Nachm 371 Zur unentgeltlichen Maßnahme und Besprechung zu treffen. Man abreffire • An bie Heitanstalt für Bruchleiden in Stuttgart Alleenstraße 11. ■■■■■ 2281 Eine noch gut erhaltene eichene i 21851 Sattlergehülfe und em L-vr. Podest-Treppe, 15 Tritte, billig ab- ltng gesucht. zugeben. Westanlage 4. ' A. Kilbinger (Senner's Nachflgr). Dienskag den 26. 6. Mts, Vormittags von 9 Uhr an, sollen in der Behausung des oerstor- benenen Johannes Brück HI. zu i Alten-Buseck: l , 2 Kühe, 3 Rinder, 8 Hühner, 1 Gans, Heu und Stroh, Kartoffeln, Dickwurz, 1 Wagen mit Zubehör, 2 Psiüge, 1 Egge, 1 Drehbank neuerer Construction, sowie sämmtliche Drechslerwerkzeuge, 1 Hobelbank, 1 Baßgeige und sonst verschiedene musikalische Instrumente, dann sämmtliches Haus- und Küchengeräthe erbvertheilungshalber versteigert werden. Alten-Buseck, am 19. März 1889. Großh. Ortsgericht Alten-Buseck. Krämer. 2266 Gelbe Maus- Kartoffeln, circa 20 Gentner, sind abzugeben. Offerten erbeten an 2273] Carl Bopp, Reichelsheim bei Friedberg. la. Corned Beef (Büchsenfleifch) 1-, 2- und 6-Psund-Büchsen, im Ausschnitt per Pfund 90 Pfg, empfiehlt Emil Orblg, 2270 Bahnhofstraße 30. Korsetten ä,Ö" Extra-Weiten und Fayons, werden nach Maß angefertigt bei 1132 Kirchenplatz. Mchäsls-EmpMung. Das vorgerückte Alter zwingt mich, mein bisher betriebenes Maurer- geschäft vollständig niederzulegen, was ich meiner sehr geehrten Kundschaft hiermit zur Kenntniß bringe Zugleich erlaube ich mir, auf meinen Parlier, Herrn I. Hildebrand von Heuchelheim, aufmerksam zu machen, da dieser Mann, welchen ich schon Jahre hindurch bei den größten Bauten mit der Ausführung der schwierigsten Arbeiten betraute und mit Vertrauensposten beehrte, in allen Fällen zu meiner größten Zufriedenheit gewirkt hat. Ich bin daher in der Lage, denselben nicht nur als tüchtigen Fachmann des Geschäfts, sondern auch als sehr soliden und geschickten Arbeiter empfehlen zu können. l*h. Grösser, Maurermeister Bezugnehmend aus Obiges theile ich ganz ergebenst mit, daß ich von jetzt an selbstständig ein Maurergeschäft betreibe. Ich ersuche deßhalb das bauende Publikum, insbesondere die bisherige Kundschaft des Herrn Größer ganz ergebenst, das demselben so lange geschenkte Vertrauen auch mir gefälligst entgegen zu bringen. Es wird mein Bestreben sein, das mir entgegengebrachte Vertrauen nicht nur durch gute und solide Arbeit zu rechtfertigen, sondern ich werde dasselbe auch stets zu wahren wissen. 2269 Achtungsvoll •/. Hildebrand, Lacke, Farben und Material waaren zu allen Zwecken in besten Qualitäten liefert die ZDxogre».lxa,XLä.l-o.3a.gr von Otto Schaaf, Seltersweg 39. Der freundlichen Einladung des Bauer'schen Gesangvereins Folge leistend, ersuchen wir unsere Mitglieder, sich an dem Sonntag den 24. d., Abend 8 Uhr, in Stein'S Saal stattfindenden Bankett (mit Damen) zahlreich zu betheiligen. — Vereinsabzeichen anlegen. 2267 Der Vorstand. Kriegerverein Gießen Der Bauer'sche Gesangverein hat uns zu seinem Stiftungsfeste, welches am 24. d. Mts. in Stein'S Saal abgehalten wird, freundlichst eingeladen. Zahlreiche Betheiligung wünfchenswerth [2284 aus 3 Damen und 4 Herren. [2279 Cafe Denker „zum Stern“. Heute Freitag Abend von « Uhr an: Grosses Streich-Corot Gesangsvorträgen der Lahnthater Gesellschaft Familie P. Schneider, bestehend Wermietyungen. 2274] Kleines Logis sofort zu vermietben. ____________________Katharinengasse 8 2277] Eins. möbl. Zimmer zu ver- miethen.Sonnenstraße 22. 2285 Der mittlere Stock meines Hauses, 6 Zimmer, Mägde- und Bodenkammer, Wasserleitung u. s. w, vom 1. Juni c anderweit zu oermiethen Carl Demuth, Schillerstraße 5. 2265 Ein möbl. Zimmer mit Cabinet zu oermiethen. Sonnenstraße 25, Vermischte Anzeigen Wohnung 2268 von 5 Zimmern, nahe der «Stabt per 1. Juli d. I. gesucht. Offerten mit Preisangabe unter R 48 an die Exped d. Bl. Vortrag des Herrn Pfeifer über seine Reisen nach Italien, der Schweiz und anderen Ländern heute Samstag Abend 8 jlhr. Entree frei. F. Hamickel, 2286 Brauerei Röhrle. A ;■ Section Gießen. D. ö. A. V. Sonntag, 24. März: Königsberg-Wetzlar. <<17/ 1 Uhr Mittags Lahn- « brücke. [2287 i i । i | i i Mit den neuen Schnelldampfern des Norddeutschen Lloyd kann man die Reise von Bremen nach Amerika machen. Ferner fahren Dampfer des Norddeutschen <^Lkoyd von I Bremen! nach I Ostafien —L. | Australien Näheres bei dem General-Agenterrl Chr. Emil Derschow, Offenbach a. oder dessen Agenten r [2063 I M Schulhof, Gießen, Ang. Kraft, Butzbach. Geschäfts Einem verehrt. Publikum die ergebene Anzeige, daß ich ein Tapezier-Geschäft in und außer dem Hause betreibe. Ich empfehle mich in allen vorkommenden Tapezier-, DeeorationS- und Polsterarbeiten bei reellster Ausführung zu billigsten Preisen hiermit bestens und sehe geschätzten Aufträgen gerne entgegen. 2092 Hochachtungsvoll Heinrich Enders III., Südantagk 7. @efnd>t i werden tüchtige Mädchen auf gleich und i später durch Frau Müller, Löwengasse. ! Pferdebursche gesucht. < Ein mit der Behandlung und War» tung von Pferden geübter, unver- heiratheter, kräftiger junger Bursche wird gesucht. Solche, die im Fahren bereits kundig sind, erhalten Vorzug Meldungen befördert unter Nr. 2288 die Exped. d. Bl.[2288 Ealxt «, wann sich flcr Letdeode en eplt oadh ittong ameiafcl Wer an Scliwlnfleucht, Anazehruns. Asthma (Atiietnnot). I.uiuöhrenkfttftrrh. Hpltnenaffee. Honen. Bronchial- trnfl Kehlkopf, katarrb etc., teidel, trinke den Abend d« Pflanze nomeriana, welche echt in Packeton a HL ».— bei Ernst WeidefflSM in I.iebenhurt; am Harz erhältlich 4eL P’- i'iohüre daselbst gratis and franko. Forderungen an die Neuenweger Schäferei-Gesellschaft sind bei Mei- duna späterer Nichtberück- stchtigung bis längstens zum 1. April bei mir einzureichen. Gießen, den 20. März 1889. JKart Euter, Oeconom, 2211] Hammstraße 5.________ Tüchtiger Dreher als Vorarbeiter in einer Heineren Maschinenfabrik für dauernde Stellung gesucht. Derselbe hat die Arbeiter und auszusÜhrenden Arbeiten in Dreherei und Schlosserei mit w überwachen. 2207 Meldungen mit Angabe des Alters und beigefügten Zeugnißabschlifteu nimmt die Exped d Bl. unter H. E. entgegen. ■ 2074] Gute Pension für Schüler in der Nähe der Realschule. Nachricht in der Exped. d. Bl. Fahrplan. Abfahrt von Gießen nach: Frankfurt 2". 4°«, 8-5*, gu, 8«*, n« lw, 442 7°«*, 808. Großen Linden 6", 1«>, 625, 808. Lollar 140, 630 (Localzüge). Marburg 12°'*, 1-«, 8»«, 9"* IP* j21* 4« ß55* Y07. Cassel 12°'*,' V», 3«, 8<« 9"*, 11«, pl* 444 8 b* Wetzlar 5-'°, 6^, 8-'*, 9«, 10°°, 11« 12«, 443, 455, 720t, 867, (bis Weilburg, 905 (bis Betzdorf). Dudenhofen 6*>, 10°°, 11“, 4« 8" »05. CmS-Coblenz 530, 8«*, 9«, 11» 4“ 715*. Deutz 68°, 1000, 1225, 455. Fulda 6«, 115Ü, 735. AlSfeld 6«», Uso, 500 735. Gelnhausen 7°\ 12'°, 4«. Nidda 705, 12'0, 442, 7, Schotten 7os, 12'°, 442, 755. Gedern 7os, 12'o, 4'-. Schiffenberg 4«, 7". Ankunft in Gießen von: Frankfurt 1", 8°«, 913 *, 11«, l^*, 2« 432, 727f 8'8 *, 10» H56* Grotzen-Linden 6-« 8°«,'2", 7” IO50- Lollar 7«, 2« (Localzüge). Marburg 2-«, 5"*, 6'°, 8'0», 11* 4«, 65ä*, 8°°, 11« Cassel 2-°, 5-o*, 8'-*, ll^o, 431, 6»*, 6^*, 8°°, 11«. Wetzlar 7°' (von Weilburg), 759 (von Betzdorf), 9