Nr. 22«. Samstag den 21. September 1889. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Schulstraße 7. ' Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Amtlicher TheiL Betreffend: Zulaflung der Sächsischen Vieh-Versicherungs-Bank zu Dresden zum Geschäftsbetriebe im Großherzogthum Hessen. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Seitens Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz zum Geschäftsbetriebe im Großherzogthum Hessen zugelaflene Sächsische Vieh-Versicherungs-Bank zu Dresden sich verpflichtet hat, in allen Streitigkeiten aus Verficherungsverträgen im Großherzogthum Hessen sowohl bezüglich des laufenden wie des künftigen Versicherungsgeschäftes als Klägerin und auch als Beklagte vor den Großherzoglich Hessischen Gerichten Recht zu nehmen, und zwar, sofern die Sächsische Vieh-Versicherungs-Bank als Beklagte erscheint, je nach dem Verlangen des Versicherten entweder bei dem Gerichtsstand des diesseitigen Generalagenten für das Großherzogthum Hessen oder des Agenten, welcher die betreffende Versicherung vermittelt hat. Gießen, am 18. September 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ____________________________________________________ v. Gagern. Politische Äundschau. Gießen, 20. September. Die Kaisertage in Hannover haben nach den rauschenden Festlichkeiten, die in der hannöverischen Hauptstadt zu Ehren der Anwesenheit des Katserpaares und seiner fürstlichen Gäste stattfanden, seit Montag wieder ihre ernstere Seite durch die unter den Augen des allerhöchsten Kriegsherrn in der Gegend von Springe vor sich gehenden Manöver des 7. und 10. Armeecorps herausgekehrt. Kaiser Wilhelm nimmt auch bei diesen Waffenübungen seine militärischen Pflichten außerordentlich streng und im Bewußtsein dessen, daß er über kurz oder lang berufen sein wird, Millionen deutscher Streiter hinaus auf das blutige Feld der Ehren zu führen, will der jugendliche Monarch selbst Führer und Leiter auch schon bei dem Krtegssptel im Frieden sein. Am Montag wie am Dienstag führte der Kaiser selbst das oberste Commando bei den großen Eaoallerte-Uebungen der genannten beiden Armeecorps und alle Berichte bekunden, daß dieselben unter dem persönlichen Eingreifen des kaiserlichen Kriegsherrn einen wirklich glänzenden und imponirenben Verlauf nahmen. Die gewaltigen Attaken der vereinigten Reiterregimenter des 7. und des 10. Armeecorps haben dargethan, daß große Cavallerie- Massen, von einer energischen und geschickten Hand geleitet, selbst heute noch, nachdem die Feuerwaffen so sehr vervollkommnet worden sind, im Anstürme gegen feindliche Infanterie bedeutende Wirkungen erzielen können und daß diese Leistungen unter dem persönlichen Oberbefehle des Kaisers erzielt wurden, kann die Bedeutung der Cavallerie- Uebungen in Hannover nur erhöhen. Die kriegerischen Uebungen wurden am Mittwoch durch einen Ruhetag für die Truppen unterbrochen, welchen der Kaiser auf dem Jagdschlösse bei Springe zubrachte. Von den bei den hannöverischen Manöoern um den Kaiser versammelten Fürstlichkeiten bat sich als erster der Grotzfürst-Thronfolger von Rußland wieder verabschiedet. Derselbe verließ am Dienstag Abend Jagdschloß Springe, woselbst er der einzige Gast des Kaisers gewesen war, und kehrte über Altona und Kiel nach Kopenhagen zurück. Der Verkehr zwischen dem Kaiser und seinem russischen Gaste trug nach privaten Berichten den Charakter großer Ungezwungenheit und Herzlichkeit und dies deutet darauf hin, daß wenigstens in den persönlichen Beziehungen zwischen den erlauchten Kaiserhäusern von Deutschland und Rußland keine Veränderung etngetreten ist. Daß der russische Thronerbe dem Kaiser Wilhelm ein Handschreiben des Czaren überbrachte, hat allseitige Bestätigung erfahren und dürste der Vorgang zweifellos mit dem für den 26. oder 27. September angekündigten Gegenbesuch des Czaren in Potsdam Zusammenhängen. In den BrrrideSrathSarrsschüsten hat in der abgelaufeuen Woche die vorbereitende Thätigkeit für die herrannahende Retchstagssession begonnen. Es sind denselben bereits eine Reihe von Specialetats des Reichshaushaltsetats pro 1890/91 zugegangen und soll von ihnen der Etat des Reichsamtes des Innern schon vollständig ferttggestellt sein. Was die durch die Tagespresse gehende Mittheilung anbelangt, daß für das nächste Etatsjahr erhebliche Mehrforderungen für die Marine zu erwarten seien, so soll dem allerdings so sein und würde der nächstjährige Marine-Etat mindestens 54 Millionen Mark betragen, während der diesjährige Etat 42 Millionen aufweist. Hinsichtlich der Mehrforderungen für militärische Zwecke verlautet noch nichts Zuverlässiges, vermuthltch dürften dieselben indessen nicht sonderlich belangreich sein. Die kürzlich stattgefundenen Landtagswahlen im Fürstenthnm Rentz j. Linie haben für alle drei Wahlkreise der Stadt Gera infolge des Eingreifens der Soctaldemocratie Stichwahlen nöthig gemacht. In den beiden ersten Kreisen haben zwischen den nationalliberalen und den freisinnigen Candidaten engere Entscheidungen stattzufinden, während sich im dritten Wahlkreis ein Freisinniger und ein Socialdemocrat gegenüberstehen. In Oesterreich war das politische Wocheninteresse vorwiegend den Ausgleichsoerhandlungen zwischen den Vertrauensmännern des deutsch-böhmischen Volkes und den Vertretern des böhmischen conservativen Großgrundbesitzes zugewendet. Es sollten hierdurch die deutschen Abgeordneten zur Rückkehr in die Prager Landstube bewogen werden und bildete die Grundlage der Verhandlungen der Vorschlag der feudalen Unterhändler, eine Versammlung von deutschen und czechtschen Vertrauensmännern nach Wien einzuberufen, um hier unter der Aegtde der Regierung über den Ausgleich weiter zu berathen. Der Executiv-Ausschuß der deutsch-böhmischen Landtagsabgeordneten hat auf diesen Vorschlag indessen mit der Erklärung geantwortet, die Deutsch-Böhmen müßten so lange eine Beschickung der gedachten Conferenz ablehnen, als nicht die Regierung eine veränderte, den Anliegen des deutsch-böhmischen Volkes grundsätzlich entgegenkommende Haltung annehme. Zugleich weist die deutsche Erklärung auf die projectirte böhmische Köntgskrönung hin und betont, die österreichische Regierung müsse zuvor eine unzweideutige Erklärung gegen diesen Lieblingsplan der Czechen abgeben, ehe an weitere Aus- gletchsverhandlungen gedacht werden könne. Rach dieser Kundgebung der Führer des deutsch-böhmischen Volkes dürften alle ferneren Bemühungen eines nationalen Ausgleiches I in Böhmen überflüssig sein, da die Regierung des Grafen Taaffe die deutscherseits | . von ihr gewünschten Garantien und Erklärungen sicherlich nicht geben wird. — Bei j den am 17. September unter Stimmenthaltung der Deutschen stattgefundenen Land- । tagsstichwahlen in Prag wurden durchgängig die altczechischen Candidaten gewählt, j doch erzielten die jungczechischen Candidaten bedeutende Minderheiten. Berlin, 19. September. Die Postverwaltung hat, der . gv. . " zufolge, I in diesem Jahre die üblichen außerordentlichen Unterstützungen an die unfet Beamten vielleicht mit Rücksicht auf den ungewöhnlich frühen Eintritt der kühleren Jahreszeit jetzt schon verabfolgen lassen. Bei der Vertheilung ist außer den Gehaltsbezügen noch die Zahl der Familienmitglieder, die zu unterhalten sind, in Betracht gezogen. — Die Anwendung des Fesselballons zu militärischen Zwecken hat sich bei den Manöoern des 6. französischen (Ost-) Corps vollständig bewährt. Der Generalstabschef, General Boisdeffre, stieg mit dem Ballon auf und verweilte in demselben während der ganzen Dauer der Uebungen, wobei er mittelst der Feldtelegraphen-Abtheilung dem Manöverleiter die genauesten Angaben über alle Bewegungen der feindlichen Colonnen zu machen in der Lage war. Auf Grund dieser gemachten günstigen Erfahrungen soll nun der Ballondienft zu Kriegszwecken in der französischen Armee auf umfassendstem Fuße organisirt werden. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Korrespondenz -Brrrearr« Osterwald, 19. September. Der Kaiser traf um 8artunn,rnU„Arms^; Sepotemb.e?\ ®et b-uttge Pf-rbem-rkt cntlprad) ben gehegten hlirT»n ^llstandig. Zugetrteben waren 254 Pferde und Fohlen, wovon ca WO auch dtesmal^^er^rur Np^" ^4^elmäßigen Preisen umgesetzt wurden. Leider erwies sich und nammtlich zu kle^ "^"0 ftcbenbc Marktplatz (städtischer Holzhof) als ungenügend Lokales» ^vucfgekgten ®kn^ü, stolz darauf, drei Kaisern unbeinem Ä&mÄ iUh babS' ncImcni Abschied von ihren Offizieren, Unteroffizieren unddm Kameraden, die! noch weiter „kloppen" müssen, eilen sie, nicht ohne vorher sich noch finmal ordentlich durch einen kräftigen, vielleicht auch etwas zu kräftigenTrunk gestärkt zu haben, ihren hetmathlichen Gefilden, ihren Angehörigen, Eltern Geschwistern __ rtrfU 0ebI^b.cnen Jugendliebsten entgegen. Die Freude der Reservisten auf ihre Rückkehr in die Heimath ist erklärlich, denn nur zu ost namentlich im An rhh> !le an ""serem Bahnhofe sehnsüchtig den Zügen nach- Nauen, diesie in die Hermath hätten bringen können, - wenn nur der nötb?ae Ur roorbcn Jetzt haben sie unbeschränkten Urlaub bis zur nächsten Reseroeubung, wenn nicht — was Gott verhüten wolle — vor dieser 3eit die Krieas- „aU? ?^EHetdigung des Vaterlandes ruft. Darum, den scheibenden ?pr Cimf»ren ^be der Reservemann." — Ueber das diesjährige Manö- ™lnUn e\er ft? Division ist, soweit die aus der Umgebung des Manöverterratns d&ten f ?Dcb bfrcn im Allgemeinen günstiger Verlauf zu be- f Wenn die Mann chaften auch nicht immer die erhoffte» „guten" Quartiere ?ber b4c so unvermittelt eintretende kalte Witterung zu klagen hatten, so blieb der Gesundheitszustand der Truppen ein guter auch blieben von^ffenbl^nnr^fi äUCnsT? 2)16 Division, welche' in der Gegend Alin ftK ft?a Nachtlager bezogen hatte, wurde schon vor Mitternacht allarmirt ?5L° cmUicr' allgemein angenommen worden. Der Uebergang der Division über den Nlain erfolgte zwischen 3 und 4 Uhr gestern Morgen. Der auf der anderen Sette a sä «s sxuS- tttta'asÄwyji«* bie Zuschauer nicht viel zu sehen, da der Nebel "sich ^so Ä* "'brachen, gerade noch «lafknbet Ä p Berswerksbesttzer der preußische Minister der öffentltchm Arbeiten I M08 1831 1 O?t°iS74^8Ä 17454 8’82 8777 13132 18 4 sBräwSSBS“ Jeder eparwnea Hausfrau empfehlen rur raschen Bereitung n2SÄ,er., Kemmerich’s cond. Bouillon 3292 _____ _ u ’w— ” zu verwenden. .»■IIWI PrMevate iIahen In Ihrer GIHe unhhnrtrolfen dal Literarisch»,. l888-89- Nr. 51. Inhalt: Regatta- u. s. w. T-rmin- Osficielle Mttthellungen der Clubs. — Unter Rudern: Meisterschaft der Welt «nrhrte, S^iebSri^terfprüd&e. Aus eines Ruder - Clubs Wtntermeettng' ^"chrichten. - Unttr Allgemeines: Nachrichten. - Segeln: Die qukunst des Scglersports aus der Oberspree. Die Seekrankheit. (Fortsetzung) Regatta der $er= Än0 bet nntUrrC"(£rheiiCr’ des Union-Uacht-Clubs in^Wien. Nach- richten. — Unter Schwimmen: Nachrichten. — Unter Eislauf: Nachrichten. „Das if\ der Tag des Herrn! Ich bin allein auf weiter Flur!" Universität-° Ghronik. »rht 1„(^,rllnr2.Cn; ,»• 6e.?lcmBcr- Confistorialrath Prof. Dr. Reuter hterselbst, rä «>b?f rc 6^stern morgen von hier nach Hannover ab, um sich als thpihcHinrM^r^rUntÖ^6o^1?t Ton UN dem dort abzuhaltenden theologischen Examen i^£u! beJ Strecke zwischen Salzderhelden und Kreiensen hat ihn der ®funbmgeworben"ft.IaC ” °Uf ®abn6of Ärd6n,cn im Eisenbahnwagen tobt aus- b'®mtlto®n OtaitaX'“' fftadt Reggio Steinen und Asche aus, so daß die Fluren in fctnJr nLz.9I°Be Bussen von Lava, a atta,* ä~: SNSNSU 3SSS-S.®‘,ssä® 1842, in denen Friedrich WUHelm^IV. mV-us des Jahres ^°ser°FestttchkeuÄr fölXbe^?rUich°" Episod-n'-"' Beiden ^ersten SBBS'aFk-R -S-ZK ZWSSMWMZ AGWMBWSZML wollt'- nur wissen^wie stark^ber^ Verein1 !st t" Meister °^X'n bkfi h'T’Ä Mann Maiestät'" — Dns m rx ^erster Z.. „An die siebenhundert scheuen ihrem König 'was^ufzubiL -§ ni±l wÄterÄur" nmL b!stn^^b°^ Unwahrheit, mir oorzusingen, Sie seien allein auf &TK'Ä6SK etid Slunferei Sebert haben wollen, bas ist doch auch !K';,Ä£‘ä bg Roßlem, auf dem sie den Ritt tn's romantische Land machen." — Meister 3 • „©fc muffe tttcht für dumm verschleiße, Majestät, ich weiß schon, wer der Veaasus sein L h//m^bbr-Postdirector seine Pegasus wird vielleicht etwas mied gewesen fels'»u ^anspn^^au^cher haben jetzt viel auf der Chaussee von Coblenz nach Stolzen- F.nh<.nUJ?U Cn14um,bic dohen Herrschaften heraus und herein zu bringen." — Da haben Sie recht, aber man muß darauf denken, den Unfug, der mit diesem Liede ae- iShrHA ®eit zu schaffen. Es werden in unserem liebw Vaterlande Sdin!? nüh t e?0? Ibste abgehalten; zu diesen Festen müssen Tausende Ochsen und Schafe, und noch viel andere Gethier das Leben lassen; das wissen Sie als Mekaer- besser als ich/1 - „Zu Befehl, Majestät; ich habb' auch für bter bie — „Millionen Flaschen werden bet diesen Festen geleert und über ».«!»LNS ^U'!L7S«.L 'S!.rs Ä” ä*S‘S sy ütel verboten — ich ließ das Lied polizeilich verbieten." — Sie sind ja "ein Tvrann ^he, Sie verstehen die Sache, wenn einmal ein'Thrönchen vakant ^ist so h//C empfehlen. 2lber id)^abe nun schon etwas Uebung im Regieren. Wenn der Fürst etwas zwangsweise etnführen will, dann geschieht es erst reckt nickt und wenn er etwas verbietet, dann geschieht es erst reckt Lebr/n «Sa nÜ D-u"ch-n nicht kennen! Jg ju,°Ntt°ber°M°E Ich gL° "X«Ä hp? @«In?nr,h^a^ ofl0 be$ §Errn" in Ruhestand versetzt wird." — Damit nickte fl $ n;rnÄ JUuU?b bc0m in das Innere der Burg, wo ein Abendfest Metzgermeister R Taben länafPhn« FÄ5^?0 ied)t ^halten; er sowohl wie der jegliches^Feste"^^°us^ hun^?W^ segnet; aber heute erschallt noch „bei — Ein Nährmittel ersten Ranges muß außer seinen qualitativen und praktischen Eigenschaften auch medtcinisch gutgehetßen, chemisch als werthvoll befunden und bacteriologtsck untersucht sein auf absolute Reinheit von krankheiterzeugenden Bacterien und Schimmelpilzen. Dieses ist Frank’s Avenacia in höchster Vollkommenheit, dem auch seiner Vorzüge wegen von der Preis-Jury der Internationalen Ausstellung für Nahrungsmittel in Köln die goldene Medaille zuerkannt wurde. 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Ktnderkirche fällt aus. Dieselbe wird Sonntag den 29. September wieder ihren Anfang nehmen- Die Vorbereitung dazu findet Donnerstag den 26. September, Nachmittags 6 Uhr, im Gymnasium statt. 11TUMCI —— LJ IMS» M . Mittwoch den 25. September, Vormittags 9 Uhr, Gottesdienst zur Eröffnung der Dekanatssynode. Am Sonntag, den 29. September: Feier des heiligen Abendmahls: Beichte am Samstag zuvor, Nachmittags 2 Uhr. _ ,, Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 22. bis 28. September besorgt Pfarrer Schlosser. Kalhslischr Semeiadt. 15. Sonntag nach Pfingsten, 22. September. rr m Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vs8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. . Sonntag: Morgens 6 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte; V-7 Uhr Austheilung der hl. Communton; ,/28 Uhr Frühmesse; a/410 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags Va3 Uhr Herz-Jesu-Andacht. SottesdituS in der Synagoge. 20. September. Freitag Abend 6°° Uhr, Samstag Morgen 800 Uhr, Samstag Mittag 400 Uhr, Samstag Abend 6« Uhr. 3XF* Unregelmäßigkeiten in der Zustellung des Anzeigers bitten wir sofort zu unserer Kenntniß zu bringen, damit wir in der Lage find, Abhülfe schaffen zu können. Expedition des „Gießener Anzeiger." Vergebung von Bauarbeiten. Die Ausführung der Schloffer- arbeiten für den inneren Ausbau der klinischen Neubauten zu Gießen im Betrage von 9429 20 H soll durch öffentliches Angebot vergeben werden. Voranschläge, Bedingungen und An- bietungsformulare können aus dem Baubureau der Kliniken eingesehen, sowie auch gegen Erstattung der Vervielfältigungsgebühren erhoben werden. Die Einreichung der Offerten hat unter Couvert mit der Aufschrift „Submission" versehen, bis zum 28. September, Vormittags 10 Uhr, an unterzeichnete Stelle portofrei zu geschehen. Gießen, den 20. September 1889. Großh. Kreisbauamt Gießen- I V. 7592 ____Zimmer, Kreisbauasseffor. Verdingung. Die Arbeiten einschließlich der Holzlieferung für Erneuerung des eichenen Bohlenbelags an der eisernen Gitterbrücke über die Lahn bei Heuchelheim sollen im Wege der öffentlichen Aus- schreibungvergeben werden. Angebote sind bis Samstag den 28. Septemoer, Vormittag- 9 Uhr, an Großherzogliches Wasser- bauamt Mainz einzureichen. Die bezüglichen Bedingungen sind auf dem Bureau des Grobherzoglichen Kreisbauamt- zu Gießen zur Einsicht offengelegt. Mainz, den 19. September 1889. Großherzogliches Wafferbauamt Mainz. _________Jmroth. 7603 Versteigerungs-Anzeige. Dienstag, Donnerstag und SamStag, jedesmal 11 Uhr anfangend, sollen int hiesigen Pfandlocale Kommode, Uhren, Schreibsecretäre, Kleiderschränke, Spiegel, Stühle, Tische, Waschtische, Glasschranke, 1 Hutschrank, 1 Consolschränkchen, Nähmaschine, 1 Tafelklavier u. a. m- gegen Baarzahlung versteigert werden- 7623____Horn. Versteigerung. Montag den 23. September, Nachmittags öVz Uhr, soll die Ernte von einem Triebviertel, bestehend aus Kartoffeln und Gemüse, gegen Baarzahlung versteigert werden- Versteigerung sicher. Zusammenkunft: Licher- ftraße.[7621]Horn. Saatroggen, sowie einige hundert Centner Hafer hat abzugeben A. Bachrach, 7595] Bismarckstraße. Allgemeiner Anzeiger. I Bekanntmachung. Betreffend: Die Bildung der Schöffen« und Schwurgerichte. Die Urliste für die Schöffen und Geschworenen liegt eine Woche lang und zwar von Samstag den 21. bis einschließlich SamStag den 28. September l. I. auf dem Bürgermeisterei-Bureau zu Jedermanns Einsicht offen. Innerhalb jener Offenlegungssrist ist gegen die Richtig- . fett und Vollständigkeit der Urliste schriftlich oder zu Protokoll des Bürgermeisters - Einsprache zu erheben. Gießen, den 19. September 1889. Der Bürgermeister: Gnauth. 7608 Die höhere Mädchenschule beginnt ihr Wintersemester Montag den 23. September, Morgen» 8 Uhr. Die Anmeldung und Prüfung neuer Schülerinnen findet an demselben Tage, Vormittags zwischen 9 und 12 Uhr, im Conferenz- i zimmer statt. Gießen, den 20. September 1889. Großh. Direktion der höheren Mädchenschule. Vigelius. 7614 Die reichhaltigste unb erste Modenzeitung ist Der Bazar ä E 7512 General-Debit Alle Postanstalten und Buchhandlungen nehmen jederzeit Abonnements an. Abonnementspreis vierteljährlich 2Va Mark (in Oesterreich Ungarn nach Cours). Probe-Nummern versendet auf Wunsch unentgeldlich die Administration des „Bazar" Berlin SW. 7615 Zwei Lehrmädchen aus anständiger Familie werden angenommen. Adolf Baer, Central-Bazar. Städtische Baugewerkschule zu IDSTEIN im TAUNUS beginnt Vorcursus 1. October. Wintersemester 4. November. [6552 Auskunft und Programm kostenlos durch die Direction. Loose ä 2 Mark sind an allen Orten bei sämmllichen Loosenverkäufern zu haben. 17616 Ein junges Bürschchen für leichte Hausarbeit gesucht. Gebrüder Echeel. Darmstädter Pferde - Lotterie. 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Tagesordnung: Beschlußfassung über Auflösung oder Fortbestand der Genossenschaft, beziehungsweise Abänderung des Genossenschaftsstatuts nach dem Genoflenschastsqesetz vom 1. Mai 1889. Redaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Äummrr enthält 1 Blatt «nd 1 Beilage. Beilage zu Jlr. 220 des „gichmer Anzeiger" Ehescheidungsgründe. Weitaus das größte Interesse von allen Berathungsgegenständen des in Straßburg i. E. abgehaltenen 20. deutschen Jurtstentages fand die Frage: „Empfiehlt es sich, die Ehescheidungsgründe in der vom Entwurf des bürgerlichen Gesetzbuches beabsichtigten Weise zu beschränken?" Mit dieser Frage beschäftigte sich die dritte Abtheilung in ihrer Versammlung am zweiten Tage, welche wegen des starken Besuches in der Aula der Universität abgehalten wurde. Der Referent, Staatsrath v. Köstlin aus Stuttgart, gab, nachdem er den Vorsitz an den zweiten Präsidenten, Geh. Rath v. Wilmowski, abgetreten hatte, eine Uebersicht über die einschlägigen Gesetzgebungen der deutschen Staaten und das neue französische Gesetz (vom 27. Juli 1884); letzteres hatte seinen vollen Beifall darin, daß es weder Geisteskrankheit noch beiderseitige Einwilligung als Eheschetdungsgrund gelten läßt. Der Entwurf des neuen bürgerlichen Gesetzbuches treffe im Wesentlichen das Richtige • er schließe die landesherrliche Entscheidung aus und schaffe ein vom religiösen Bekenntniß unabhängiges nationales Recht, das vollkommen richtig nicht die Willensfreiheit des Individuums, sondern den Charakter der Ehe als eine vom Willen des Individuums unabhängige sittliche Einrichtung obenan stelle. Demgemäß sei die Ehescheidung etwas Anormales, der sittlichen Ordnung Widersprechendes, dürfe mithin in keiner Weise begünstigt werden. Die Scheidung sei nur dann zulässig, wenn durch Verschulden eines der Gatten eine so tiefe Zerrüttung der Ehe eingetreten sei, daß ein Zusammenleben dem andern Gatten nicht mehr zugemuthet werden könne. Dieser Grundsatz sei das Product des protestantischen Geistes in seiner modernen Entwicklung. Referent erklärte sich dann gegen die Zulassung von Geisteskrankheit als Ehescheidungsgrund. Für diese Ansicht ctttrte er zwei ärztliche Autoritäten, deren Gründe folgende sind: die gleiche Wirkung müßte event. auch der Apoplexie und anderen körperlichen Leiden zuerkannt werden; Unheilbarkeit der Geisteskrankheit sei nicht völlig sicher zu constatiren und eine Aussonderung der Fälle praktisch unmöglich; ein dritter Grund sei das Vorbild Frankreichs. Von den beiden Gutachten steht der eine, Professor Mayer, rechts, der andere Dr. Jakobi, links von dem Entwürfe. Der Referent bekämpfte den zweiten Gutachter unö dessen Voraussetzung, daß das Wohl der Gesellschaft der Zweck der Eheordnung und das gesellschaftlich Zweckmäßige die Norm dieser Ordnung sei. Der Korreferent, Minifterialrath Förisch aus Straßburg, begann mit der Erklärung, daß er dem Gegenstände befangen gegenüberstehe und nur unter einer Art von Zwang das Referat übernommen habe. Jndeß, trotz des katholischen Dogmas sei die Zuläfsigkeit der Ehe- trennung nun einmal geschichtliches Recht; reale Verhältnisse hätten seine Anerkennung herbeigesührt. Auch der Correferent vertheidigte den Grundsatz, daß die Ehe nur im Falle eines Verschuldens zu trennen sei, tadelte, daß der Entwurf die Empfindlichkeit steigere, nahm ihn aber in Schutz gegen den Vorwurf, daß er das Wohl des Individuums Über das Wohl des Institutes setzte. Freilich müsse er zugeben, daß das Verschuldungs- yrmcip eine Ausnahme zu erleiden habe, nämlich für unheilbare Geisteskrankheit. Aerzte und Psychiatriker haben ihm erklärt, daß die Unmöglichkeit der Wiederverheirathung, im Falle unheilbarer Geisteskrankheit des Gatten, von den Betroffenen als große Härte empfunden wird und daß der Wunsch nach dem Tode des geisteskranken Gatten etwas ganz gewöhnliches sei und oft in drastischer Form, je nach dem Bildungsgrade, zum Ausdrucke komme. Die Erörterung der Frage, unter welchen Voraussetzungen Geisteskrankheit einen Eheschetdungsgrund abgeben soll, war mehr fachärztlich. Schließlich trat Redner nochmals für die Grundsätze des Entwurfes ein und bat die Gegner, sich mit dem Erreichbaren (von ihrem Standpunkte aus) zu begnügen, damit das Gesetzbuch zu Stande komme. Zu Stande kommen müsse es, einerlei, ob eS gefalle ober nicht. In der Debatte nahm als erster Redner Professor O. Mayer-Straßburg das Wort. Er machte dem Gutachten Jacobi's den Vorwurf, daß er von einem Parteistandpunkte ausgehe. Eine strengere Eheordnung sei erforderlich im Interesse des Staates. Die Ehe habe diesem Bürger zu liefern und nur der verheirathcte Mann sei ein rechter Staatsbürger. (Große Heiterkeit.) Eine strengere Ordnung sei erforderlich angesichts des unheilvollen Einflusses, den das preußische Landrecht ausübe. Es dürfe nicht bei der Eheschließung eine offene Thür gezeigt werden mit der ermuthigenden Bemerkung- «Es ist nicht gefährlich, dort gehl's wieder hinaus." In der fridericianischen Zeit habe man die Leute von Staatswegen glücklich machen wollen und sie daher in jeder Weise bevormundet. Heute seien diese Zeiten vorbei. Redner kam nunmehr auf den inneren Feind, Socialdemokratie ued Anarchismus, zu sprechen, gegen welchen alle Schutzkräfte zusammengefaßt werden müßten. Der Entwurf gehe in der Zulassung der Ehescheidung zu weit. Er fasse den Begriff des Verschuldens sehr ausgedehnt, und „Zerrüttung" sei ein vager Ausdruck. Eine „Zerrüttung" der Ehe werde gerade durch diese Gesetzgebung herbeigesührt. Dem Richter dürfe die Scheidung nicht derart leicht gemacht werden. Redner hofft für seinen entsprechenden Antrag die Mehrheit, und daß man dieser Abstimmung ein Gewicht beilegen werde. (Beifall.) Dr. Jacobi erwiderte: habe ihn in unerklärlicher Weise mißverstanden, habe dann aber gerade felbft das Staatsinteresse hier für entscheidend erklärt. Er wolle dem keine andere Lyeorie gegenuberstellen, sondern erinnere nur daran: Wenn der Staat durch die Ebe Burger, Menschen erziehen soll, sei dann diese Erziehung noch möglich und das Erziehungsmittel immer noch geeignet? Sei denn das Bestehen der Ehen in dem Hu- " diese Ehen tatsächlich haben, gerade dem Staatsinteresse entsprechend? Die obligatorische Eheschließung heische als Aequivalent seitens des Staates, daß er bort die Trennung zulasse, wo die Bedingungen nicht vorhanden sind, deren Vorhanden- sein er bei der Eheschließung annahm, ohne dieses Vorhandensein zu controlfren. Man habe sich auf Frankreich berufen. Aber dort konnte 1884 nicht bestritten werden, daß der Zustand unerträglich geworden war. Wenn die Zahl der Ehescheidungen nach dem Entwurf abnehmen wurde, so hätten wir kein Recht, uns darauf etwas zu Gute zu c!el Ar ein Ruhm als eine Schande der Deutschen, wenn bei ihnen das Bedurfniß der Ehescheidung am stärksten sei. Es beweise das eine innerliche Auffassung der Ehe, ein tieferes Bedürfniß; wo man mehr außer dem Hause, mehr auf der Straße wohne gebe es dieses Bedürfniß nicht. Redner berührte dann noch Einzel- punktt. Mit dem erwiesenen Ehebrüche sei die Ueberschreitung des Verbotes ver- dachtigen Ilmganges als Eheschetdungsgrund auf gleiche Stufe zu stellen; der an- standtgere Gatte dürfe gegenüber demjenigen, der sich eines Spiones bediene, nicht benachtheiligt werden. Schließlich bezeichnete Redner es als im Widersprach mit dm Grundsätzen der Socialgesetzgebung stehend, wenn sie die unglücklich Verheirathetm, i das schlimmste sei, auf den Himmel verweise, und ihnen sage: Auf irdisches Gluck habt ihr nun einmal zu verzichten. Das sei unsittlich und unsocial. Der folgende Redner, Rechtsanwalt Dr. Zirndorfer, erwähnte den Schaden unglück- licher Ehen für das Volksleben, das Concubinat als Folge des Verbots der Wteder- verheirathung, und beantragte, die schwere Körperverletzung den (absoluten) Ehe- scheidungsgründen hinzuzufüpen. Für den Standpunkt des bürgerlichen Gesetzbuchs trat daraus Professor Zorn (Königsberg) ein; derselbe wendete sich lebhaft gegen Jacobi und leugnete den Zusammenhang der obligatorischen Cioilehe mit der Ehescheidung, wmn er auch auf den Beweis „wegen der vorgerückten Zeit" verzichten müsse Er beantragte zu beschließen: Rur Verschuldung schafft einen Ehetrennungsgrund; den gall der Geisteskrankheit gebe er eventuell preis; bann sei aber bie Ausnahme vom ^eincip ausdrücklich zu bezeichnen, damit dem Gesetze nicht Widerspruch vorgeworfen werden könne. Jusiizrath Wilke (Berlin) erklärte: Ich will die „Wohlthat" der Ehe- scheidung den ärmeren Klassen entziehen, denn diese Entziehung ist die wahre Wohl- a L D" Ehescheidung raubt den ärmeren Klassen den Respekt vor der Ehe. Beweis ist, daß die meisten Ehescheidungsklagen von jung Verheiratheten angestrengt werden wenigstens im Arbeiterstande. Mögen auch einzelne unglückliche Ehen aufrecht gehalten werden, andere werden durch die Erschwerung der Ehescheidung glücklich. Professor Gierke bekämpfte den Standpunkt Zorn's und Wilke's. Zorn sei mit seinem Princip doch wieder in die Brüche gekommen, da er Geisteskrankheit als Eheschetdungsgrund zugelas en habe, was an sich gewiß richtig sei. Er beantrage, dem Zorn'fchen Anträge ein „nicht" vorzusetzen. Amtsrichter Hünlen erwähnt einen Fall, in welchem Jemand zuerst als unheilbar geisteskrank, dann aber als gesund bezeichnet wurde, als Argument gegen die Zulassung von Geisteskrankheit als Eheschetdungsgrund. Die Abstimmung ergab Annahme der Gierke-Märkel'schen Anträge: 1) Nicht blos Verschuldung schafft einen Eheschetdungsgrund. 2) Unheilbarer Wahnsinn ist ein Eheschetdungsgrund, gegen erhebliche Minderheiten. Die Anträge Zorn und Zirndorfer fallen, auch der Antrag des Referenten: „Bei der im Entwurf vorgesehenen Regelung der Eheschetdungs- 0aür e zu erinnern" ist erledigt. Dagegen fand der Mayer',che Antrag: „Alle relativen Ehescheidungsgründe sind im Gesetze genau und bestimmt zu bezeichnen" Annahme. 1 Vermischtes. " Hünfeld, 18. September. Der Aufbau unserer nun bald vor Jahresfrist in Trümmern gesunkenen Stadt ist soweit gediehen, daß man zum größten Theil vor Beginn des Winters die neuen Wohnungen beziehen kann. Selbstverständlich ist für einen regelrechten und möglichst massiven Aufbau gesorgt worden und lassen die neuen Gebäude fast nicht mehr erkennen, wo bie Stätte der alten war. Das neue Rathhaus kommt in die Mitte der Stadt, das Postgebäude in der Nähe des Bahnhofs zu stehen. v 1 , — Der Einbrecher Klotzbach hatte alsbald nach seiner Einlieferung in Eisenach eine Vernehmung beim Staatsanwalt Trautwetter zu bestehen, in welcher er klagte daß es ihm schlecht ergangen und er jetzt mit seiner Verhaftung zufrieden fei- er behauptet, in Gerstungen sich feiner Festnahme nicht widersetzt zu haben. Wahrscheinlich wird die Aburtheilung vor dem Landgericht zu erfolgen haben, da kaum »Fälle vorliegen, die zur Zuständigkeit des Schwurgerichts gehören. Aeikgeöotenes. 74V-J Vier Stück schöne Zucht-Eber, dienstfähig, Karpfenrace, zu verkaufen bei H Bingel zu Sichertshausen _____________bei Lollar.____________ Coreetteti empfiehlt in bekannter großer Aus- ; wähl, Extra-Weiten und Fayons, stets j am Lager \ Robert Haas, 2506]___Seltersweg 18. Mosel-CoWc au« nur Wein gebrannt, ohne den geringsten Lpritzusatz. in Brüssel mit der silbernen Medaille gekrönt, empfiehlt die Eognac-Destillerie von A. L. Elfen, Trier a/Mosel. Niederlage für Gießen bei Herrn ; Ph. Bauer II., 5096] Bahnhofstraße. Neue HcsterWen, Aechte Franks. Würstel empfiehlt 7419 L. Kalkhof. Allgemeiner Anzeiger. Flafchenbier-Me-erlagen von unserem vorzüglichen dunkelen Exportbier bei C. Rott) II., Wallthorstraße 5, „ 3. Georg, Ederstraße, „ W. Schomber, Neue Baue 10, 3084 „ G. 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