Dienstag den 19. November Nr. 270. 1889. Der Hießerr-r Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AramttienvtLlter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Wchener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger Aöonnemeutsprels: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 60 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstratze Ar.7. Fernsprecher 61. Amts- und Anzeiseblatt für den Areis Gieren. Annahme °°n Anz-ig.n zu d-r N°chmitt°g- st- den | ^ratisßeikaae: Gießener Aamikienbtätler. folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 llhr. | U Alle Annoncen-Dureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Gießen, btn 16. November 1889. Betr.: Die Berichtigung der Forst- und Feldstrafen von der V Periode 1889/90. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien deS Kreise-. Wir beauftragen Sie, alsbald und jedenfalls noch vor Ende dieses Monats in Ihren Gemeinden in ortsüblicher Weife bekannt machen zu lasten, daß die Berichtigung der im Monat November 1889 gerichtlich erkannten Forst- und Feldstrafen in den ersten 25 Tagen des Monats December 18ö9 und zwar mit Ausschluß des 12ten, 13ten und 14len an die betreffenden DistrictSeinnehmereien ftatt- zustnden hat und daß nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist gegen die säumigen Schuldner das für ste mit Kosten verbundene Beitreibungsversahren eingeleitet wird. o. Gagern Gießen, den 16. November 1889. Betr.. Die Gründung eines Obstbau-Vereins. Der Mrrclor des landwirth. Bezirks Vereins Gießen an die Großh Bürgermeistereien de» Kreise». Diejenigen von Ihnen, welche meinem Ersuchen vom 16. v. M (Anzeigeblatt Nr. 247) noch nicht entsprochen haben, erlaube ich mir an Erledigung deffelben hierdurch zu erinnern. Jost, Regierungsrath. politische Uebersicht. Gießen, 18. November. Kaiser Wilhelm ist nunmehr von seiner jüngsten großen Auslandsreise wieder nach der Hcimath zurückgekehrt, aber voraussichtlich wird diese KaisSrrcise nach ihrer politischen Seite hin noch längere Zeit auf die öffentliche Meinung Europas zurückwirken. Bor Allem beschäftigt die Begegnung, welche der deutsche Kaiser noch kurz vor Beendigung seiner Orientfahrt in Innsbruck mit dem Kaiser Franz Joseph gehabt, die Tagespresse, da es heißt, daß zwischen beiden Monarchen verschiedene spccielle Fragen der europäischen Politik zur eingehenden Erörterung gelangt seien und daß hierbei namentlich die bulgarischen Angelegenheiten eine Rolle gespielt hätten. Da der Innsbrucker Unterredung der beiden kaiserlichen Freunde keine dritte Persönlichkeit beigewohnt hat, so kann man die Mittheilungen über den angeblichen Inhalt dieser Besprechungen vorerst nur als Vermuthungen bezeichnen, dieselben dürsten aber allerdings der Wahrheit nahe kommen. Denn der Entrevue sind einerseits die Conferenzen zwischen dem Fürsten BiSmarck und dem Grafen Kalnoky in Friedrichsruh, anderseits die Unterredungen, welche der Staatssecrctär Graf Herbert Bismarck in Monza mit Herrn Crispi, in Konstantinopel mit Said Pascha und hierauf in Pest und Wien mit den dortigen Staatsmännern gepflogen, vorausgegangen und in diesen Ministerconserenzen sind wahrscheinlich die Fragen, um welche es sich bei der Kaiserbegegnung in der Hauptstadt Tyrols handeln konnte, vollständig vorbereitet worden. Vielleicht, da^. schon die nächste Entwickelung der Ereignisse über die politischen Folgen des Kaisertages von Innsbruck Aufklärung bringen wird und daß diese nur der Friedenspolitik der beiden Kaiser entsprechen werden, darüber dürfen die Friedensfreunde wohl allseitig beruhigt sein. Das Kaiserpaar gedenkt noch einige Zeit im Neuen Palais bei Potsdam zu residiren; vermuthlich erfolgt die Uebcrsiedel- ung der kaiserlichen Familie nach dem Berliner Residenzschlosse erst zu Anfang nächsten Monats. Die Reichstagscommisfion für das neue Socialistengesetz hat dasselbe bis jetzt im Allgemeinen nach den Regierungsvorschlägen genehmigt, indessen steht die Erörterung der wichtigsten Bestimmungen der Vorlage, namentlich der vorgeschlagenen unbegrenzten Geldungsdauer des neuen Gesetzes, erst noch bevor und da wird es schwerlich bei den Regierungsvorschlägen verbleiben. Von Seiten des Centrums sind Abänderungen beantragt worden, die einer Verwerfung der Regierungsvorlage gleichkommen. In Brüssel ist am 18. November die internationale Conserenz in Sachen des Sctavenhandels in Afrika eröffnet worden, zu welcher alle in Afrika interessirten Mächte Vertreter entsandt haben. Man sieht allseitig den Ergebnissen der Conferenzverhandlungen mit Interesse entgegen und werden sie hoffentlich das ihrige dazu beitragen, daß dem schmachvollen Menschenhandel aus afrikanischer Erde mehr und mehr das Ende bereitet wird. Die Versuche der Bulgaren, die Anerkennung des Fürsten Ferdinand seitens der Mächte zu erlangen, können- vorerst als gescheitert betrachtet werden. Petersburger Meldungen behaupten, daß der Czarenbesuch in Berlin und die Reise des deutschen Kaisers nach Konstantinopel eine neue Phase der europäischen Politik eingeleitet habe, welche sich durch ein Uebereinkommcn der Mächte charakterisire, den Coburger niemals anzuerkcnnen, im Uebrigen aber Bulgarien sich selbst zu überlassen. Jedenfalls deuten alle Anzeichen darauf hin, daß die bulgarische Frage den europäischen Frieden vorläufig nicht bedrohen wird. Im Kaiserreiche Brasilien ist eine Revolution ausgebrochen, welche nach den bisher hierüber vorliegenden Meldungen die Einsetzung einer Republik bezweckt. Die Armee unterstützt die revolutionäre Bewegung, über deren Ursachen der Telegraph allerdings noch Nichts berichtet, und ist bereits eine provisorische Negierung eingesetzt, zu deren Mitgliedern Dafonsera und Benjamin Constant gehören. Der Thron des Kaisers Dom Pedro II. (regiert seit 1840) erscheint demnach ernstlich bedroht und da augenscheinlich die Hauptstadt Rio de Janeiro selbst der Mittelpunkt der Empörung ist, so wird es darauf ankommen, wie sich die Provinzen zu der Erhebung stellen. Deutsches Reich. ][ Darmstadt, 17. November. Seine Königliche Hoheit der Großherzog begeben sich morgen Vormitta-g 7 Uhr40Min. nach Worms, von wo ihn ein Extrazug nach Osthofen führt, in dessen Umgegend der hohe Herr, einer Einladung des Prinzen Friedrich von Wittgensteiii folgend, in den nächsten Tagen zu jagen gedenkt. Das Nachtquartier nimmt der Großherzog zu Worms im Gasthof „Zum alten Kaiser". Bekanntlich findet Mittwoch den 20. November, Nachmittags 4 Uhr, in Worms die Eröffnung des städtischen Spiel- und Festhauses statt. Der Großherzog wird dieser Eröffnung beiwohnen und nach derselben hierher zurückkehren. Im Gefolge Allerhöchstdessclben sind Obersthofmarschall General lieutenant z. D. v. Westerwcller und Flügeladjutant Major Frhr. v. Grancy. — Zum festlichen Empfang Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm II., höchstdessen Besuch uns für Anfang December nunmehr in sichere Aussicht gestellt ist, werden schon jetzt umfassende Vorbereitungen getroffen. Seitens der Stadt ist ein namhafter Beitrag für die Kosten der Ausschmückung re. bewilligt worden und die Betheiligung von Vereinen, Corporationen u. s. w. wird aller Voraussicht nach eine sehr zahlreiche werden. Am Rheinthor wird ein Triumphbogen erbaut und der ganze Weg vom Bahnhof zum kaiserlichen Absteigequartier in eine via triumphalis umgewandelt. Berlin, 16. November. In der Commission zur Be- rathung des So eia listen ges etze s erklärte der Minister Herrfurth den Antrag Kulemann, betreffend Schaffung eines Reichsverwaltungsgerichts als oberste Beschwerdeinstanz, für durchaus sympathisch, welchen auch der Bundesrath ins Auge gefaßt habe. Bei der Abstimmung jedoch wurde der Regierungsvorschlag, betreffend die Zusammensetzung der obersten Commission unter Ablehnung des Antrags Kulemann mit 21 Stimmen angenommen. Berlin, 16. November. Die Commission für das Socialistengesetz nahm heute den Antrag auf Zulassung der Oeffentlichkeit bei den Verhandlungen der Beschwerdecommission an, nachdem der Minister Herrsurth erklärt hatte, daß wesentliche Bedenken dagegen nicht vorlägen. Desgleichen wurde auch der Antrag aus Gestattung eines Vertheidigers vor der Commission genehmigt. Feuilleton. Der Esel des Herrn von Schiller. (Eine Episode aus dem Leben Georg Herweghs.) Humoreske von Georg Franken berg. (Schluß.) Nun war effectiv kein Halten mehr im Publikum. Man klatschte, man lachte, man rief — kurz, ein wahrer Aufruhr ging an. Hinter den Coulissen war sofort Alles wie weg- rasirt. Personal und Regisseur hatten sich wohlweislich sofort aus dem Staube gemacht, denn Keiner wollte vor die Rampe treten und das Opferlamm dieser Katastrophe werden. Auch von Herwegh, nach dem noch immer stürmisch verlangt wurde, war noch keine Spur zu entdecken. So war denn der unglückselige Director nur auf sich allein angewiesen. In seiner Verzweiflung faßte er den Entschluß, selbst zu reden! Gesagt mußte dem Publikum etwas werden, das ging nicht anders. Ja, aber so, wie er dastand, in diesem fürchterlichen Auszuge konnte er doch unmöglich vor das Publikum treten! Einen Frack mußte er mindestens haben,- an seine großen Filzsocken dachte er gar nicht. „Einen Frack!" schrie er. „Ein Königreich für einen Frack!" und seine Stimmung mochte wohl augenblicklich der des verzweifelten Richard in der Schlacht bei Hastings gleichkommen. „Gebt mir einen Frack, ich werde sprechen!" Schöner Gedanke, solch ein Frack; aber wo nur gleich einen herbekommen? Die Einzigen, welche sich heute im Frack befanden, waren Herwegh und der Regisseur. Davon war der eine wie weggeblasen und der andere hatte gründlich animam salvirt. Da, die Verzweiflung des Directors hatte den Höhepunkt erreicht, kam ein Theaterarbeiter mit dem erwünschten Leibrock. Aber, o Jammer über Jammer, da waren ja rothe Epauletten daraus. Der Unglücksmensch hatte in der Garderobe das erste beste frackähnliche Kleidungsstück ergriffen und in der Bestürzung eine französische Sergeant- Major-Unisorm gefaßt. Hier konnte nur ein schneller Entschluß helfen; ein Theaterdirector entschließt sich eben zu Allem, wenn ihm das Messer an der Kehle sitzt. Seinen verschossenen Schlafrock ausziehen und in die Uniform hinein, war das Werk eines Augenblicks. Schlimmer als es schon war, sagte sich der Director, konnte es nicht mehr werden. Mochte es darum sein! Ach, es war eine entsetzliche Täuschung. Ein Zeichen von ihm und der Vorhang rollte auf. Nun denke man sich das Bild. Filzsocken, so groß wie ein paar Spreekähne, schäbige Beinkleider, dazu eine altmodische geblümte Weste an, statt der Vatermörder nur eine große schwarze Halsbinde und darüber den französischen Uniformrock! So stand der Leiter des Züricher Musentempels vor seinem Publikum, mehr einer lebendigen Vogelscheuche als einem Menschen ähnlich. Daß das Publikum jetzt geradezu zu rasen anfing, ist klar. Nach Minuten erst, während deren der Director ungefähr die Qualen eines an dem Pranger Stehenden ausgehalten haben mußte, legte sich endlich der Sturm etwas. An den verzweifelten Grimaffen, die er schnitt, merkte man, daß der Mann da oben etwas zu sagen habe. „S ... st! S ... st!" ging es langgedehnt durch den Zuschauerraum, und so gut es unter den obwaltenden Umständen mitglich war, bemühte sich Jeder, das Lachen zu unterdrücken. In den Coulissen hatten sich jetzt schnell wieder Personal und auch der fahnenflüchtige Regisseur zusammengesunden und alle empfanden eine wollüstige Schadenfreude an den krampshcchen Anstrengungen, unter denen sie ihren verehrten Chef aus der Bühne nach Fassung schnappen sahen. Urplötzlich tauchte auch Herwegh wieder neben dem Regisseur auf. Er war, um sich der beabsichtigten Ovation zu entziehen, sofort nach Beendigung des Prologs in das Theater-Restaurant retirirt und kani nun ahnungslos zurück, um noch einige Augenblicke der Festvorstellung zuzusehen. Sein Scharfblick hatte die Situation sofort durchschaut und auch er vermochte jetzt nur mit Mühe die Lachlust zu bekämpfen, die ihm bei dem unerwarteten urkomischen Anblick des Directors unbezwinglich anwandelte. Keiner von ihnen Allen aber ahnte, was jetzt kommen sollte. Nur der Theatermeister allein sah im Stillen sich Fürchterliches vorbereiten. Er zitterte vor dem Augenblicke, wo der Director die neben dem Schillerpostament hervorspringende Stufe der Blumenterrasse betreten würde, die unmöglich im Stande war, das Körpergewicht des Redners auch nur wenige Augenblicke auszuhalten. Als der Director jetzt Herwegh plötzlich in der Cou- lisse gewahrte, blitzte noch einmal ein Hoffnungsschimmer überfein Gesicht. Umsonst. Wie sehr auch seine Mienen die dringende Bitte um Ablösung verriethen, Herwegh fand die Sache so viel amüsanter und deutete durch seine Haltung an, er, der Director, möge nur selbst reden. So begann denn derselbe endlich. In Staccato-Sätzen, die nur zu deutlich die Verzweiflung über die unglückselige Position markirten, in welche er sich durch eigene Schuld hineingearbeitet hatte, stieß der Angstschweißtriefende etwa Folgendes hervor: „Meine hochverehrten Herrschaften! Im Namen . . . des Dichters . . . , der soeben . . . (stärker werdend und ängstliche Blicke nach Herwegh richtend), der soeben zu Ihnen gesprochen . . . aber verhindert ist, vor Ihnen zu erscheinen) (in die Couliffe rufend: „Herwegh, kommen Sie doch!"), . . . bitt ich Sie . . . (brüllend), alle Ehren . . . („Herwegh, Das neue (Sa bin et ist Der Kaiserbesuch hiersuchen habe", ewig an dem guten Director hasten. Wein- Ueber- — In einem burgundischen Dorfe wollten die bauern ihrem Pfarrer zu seinem Geburtstage eine Bukarest, 17. November, heute vereidigt worden. Darmstadt, 18. November. raschung bereiten; die braven Leute beschlossen, eine auf dem Pfarrhose liegende leere Weintonne Nachts heimlich mit feinem Wein zu füllen- Jeder sollte so viel hineingießen, als auf seinen Antheil kam. Der Tag des Festes war da, allgemeiner Jubel. Begeisterungsvolle Reden. Jeder hält schon sein Glas hin, die Wirthschasterin Öffnet den Hahn und siehe da, klares Wasser läuft heraus! — Jeder der braven Bauern hatte geglaubt, es würde nicht zu merken fein, wenn er unter so viel Wein seinen Antheil spare und hatte statt des Rebensaftes Pumpenheimer hineingegossen. Locales unb provinzielles. Gießen, 18. November. — Die Rudergesellschaft hält wie in früheren Jahren anch diesen Winter jeden Donnerstag Abend ihre Zusammenkünfte im Cafe Ebel ab und erfreuen sich dieselben einer- zahlreichen Betheiligung- kommenden Donnerstag wird Herr- Architekt Mayer einen eingehenden Vortrag über das zu erbauende neue Boot- und Gesellschaftshaus halten, die bezüglichen Pläne und Entwürfe vorlegen und erläutern. — Für die Wintersaison wurde in der letzten General-Versammlung die Abhaltung von 3 Festlichkeiten beschlossen und zwar findet am 7. December im Saale des Hotel Einhorn ein Familienabend statt, im Januar wird das Stiftungsfest durch einen Herrenabend mit Festessen im Cafe Ebel gefeiert werden und gegen Fastnacht eine humor.-carneval. Damensitzung den Schluß der Saison bilden. — Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Triest, 17. November. Eine größere Anzahl von Offizieren des hier ankernden deutschen Geschwaders hat heute früh mit dem deutschen Viceconsul und anderen hervorragenden Persönlichkeiten einen vom Viceadmiral v. Wip- linger veranstalteten Ausflug nach der Adelsberger Grotte unternommen. Paris, 17. November. Nach hier eingegangenen Telegrammen aus Rio de Janeiro wird der Kaiser in seinem Palais gefangen gehalten und hat auf die Anzeige, daß er des Thrones entsetzt sei, aber eine Dotation erhalten werde, erwidert, er werde nur der Gewalt weichen. Die Mehrzahl der Provinzen scheint der Gründung einer Förderativrepublik zustimmen zu wollen. Der Finanzminister hat erklärt, alle Verträge und Abmachungen würden aufrecht erhalten werden. Die Bevölkerung verhält sich ruhig. Der Handel ist gelähmt. Ministerium hat demissionirt. Der bisherige Marineminister Ladaris ist von Soldaten, die an der Empörung theilnahmen, schwer verwundet worden. Rio de Janeiro, 16. November. Das provisorische Ministerium soll folgende Zusammensetzung haben: Theodor Fonseca, Ministerpräsident und Minister ohne Portefeuille - Aristide Lobo Inneres - der Journalist Quiutin Bacayura Aeußeres- döx Deputirte Dr. Barboza Finanzen - Campos Salles Justiz- Benjamin Constant Krieg- Coutre- admiral van der Holz Marine- Demetrio Ribetro, Ackerbau. Die Kammer ist aufgelöst, der Staatsrath abgeschafft. In der Stadt herrscht Ruhe. Rio de Janeiro, 16. November. Die provisorische Regierung hat heute Mittag ein Manifest erlassen, in welchem sie die Monarchie für abgeschafft erklärt und ihre Absicht kundthut, jede Unordnung vermeiden zu wollen. Das Manifest erklärt ferner, die provisorische Regierung habe aus den einzelnen Provinzen Brasiliens zahlreiche Zustimmungs- und Anerkennungs-Erklärungen erhalten. Der frühere Präsident des Ministerraths ist verhaftet worden. Der Kaiser soll, wie es heißt, mit der größten Rücksicht behandelt werden. — Die hier ausgebrochene aufrührerische Bewegung findet nicht im ganzen Lande Anklang. Die Provinz Bahia steht derselben feindlich gegenüber. — Wie es heißt, werden der Kaiser und die Mitglieder der kaiserlichen Familie sich morgen nach Europa einschiffen. Berlin, 16. November. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" erklärt die Blättermeldung, daß bereits ein aus die Reichstagswahlen bezügliches Rundschreiben an die Bundesregierungen gerichtet sei, als durchaus unzutreffend: es sei schon um deßwillen unglaublich, weil die Bestimmungen für den Wahltermin nicht früher getroffen werden können, als bis es übersehbar sei, wenn der gegenwärtige Reichstag seine Arbeiten erledigt habe. Potsdam, 16. November. Der heute Mittag stattgehabten Vereidigung der Rekruten des ersten Garde-Regiments zu Fuß in der hiesigen Garnisonkirche und dann in der katholischen Kirche wohnten Se. Majestät der Kaiser, Ihre Majestät die Kaiserin, die Prinzessin Friedrich Leopold und die Erb-Prinzessin von Hohenzollcrn, sowie die Potsdamer und Berliner Generalität und einige fremde Militärattaches bei. In der Garnisonkirche hielt der Hofprediger v. Hase, in der katholischen Kirche der Erzpriester Beyer die Predigt. Nach der Vereidigung in der Garnisonkirche fuhren Ihre Majestät die Kaiserin mit den übrigen Damen nach dem Regimentshause des 1. Garde-Regiments, um dort einen Imbiß einzunehmen und begaben sich dann nach der katholischen Kirche. Nach der Vereidigung fuhr Se. Majestät der Kaiser nach dem Casino seines Leib-Garde-Husarenregiments zum Frühstück. Straßburg i. E., 16. November. Der Gemeinderath von Straßburg wählte mit 21 von 23 Stimmen den Beigeordneten Hochapsel zum Vertreter der Stadt Straßburg in den Landesausschuß. Hochapsel ist Altdeutscher und vor 1870 hierher eingewandert. Durch seine Wahl erhöht sich die Zahl der Altdeutschen im Landesausschusse auf drei. Ausland. Pola, 16. November. Se. K. H. der Prinz Heinrich von Preußen besichtigte gestern das Seearsenal und besuchte das Kriegsschiff „Kronprinzessin Stephanie", sowie das Artillerieschiff „Novara", wo Exereitien der Mannschaften stattfanden. Gestern Abend fand in dem Marinecasino ein Galadiner statt, bei welchem der Hafenadmiral Baron Pitner einen Toast auf Sc. Majestät den Kaiser Wilhelm ausbrachte. Se. K. Hoheit der Prinz Heinrich gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß ihm durch die Gnade des Kaisers Franz Josef und nach dem Willen seines Kaisers und Königs vergönnt sei, die österreichischen Offiziere als Kameraden begrüßen zu können, erinnerte in warmen Worten an den zwischen Oesterreich und Deutschland bestehenden Bruderbund und schloß mit einem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser Franz Josef. Beide Toaste wurden mit stürmischem Jubel ausgenommen. Haag, 16. November. Gestern ist hier ein Abkommen mit Deutschland zum Schutze junger Mädchen gegen Verkuppelung unterzeichnet worden. Paris, 16. November. Deputirte n kämme r. Bei der heute vorgenommenen Wahl der definitiven Bureaus wurde Floquet mit 383 von 400 abgegebenen Stimmen zum Präsidenten der Kammer gewählt. London, 16. November. Der Western Brasilian Telegraph Company wird aus Rio de Janeiro gemeldet, daß der Auf st and des Militärs sehr bedeutend ist- der Marine- minister liegt schwer verwundet darnieder- die Verkaufsläden sind geschloffen. Wie verlautet, ist die Republik proclamirt mit Theodors Fonseca als Präsident. Die neue provisorische Regierung garantirte die Sicherheit der Kaisersamilie. Die öffentliche Sicherheit ist nicht bedroht. Konstantinopel, 16. November. Der Sultan verlieh dem deutschen Botschafter v. Radowitz als Beweis seiner hohen Anerkennung für die Verdienste des Botschafters bei Gelegenheit der Kaiserzusammenkunft den Medschidie - Orden erster Klaffe in Brillanten, ließ demselben die hohe Ordens- decoration durch den Minister des Innern Munir Pascha überreichen und empfing den Botschafter daraus in Audienz. Der Botschafter von Radowitz tritt Montag eine Urlaubsreise an. Rio de Janeiro, 16. November. Das gesammte zeihen, daß ihn derselbe so geopfert. Dafür blieb allerdings „der Esel, der beim Herrn von Schiller nichts zu so kommen Sie doch!") .... alle Ehren (schreitet der Stufe zu und legt pathetisch die Hand auf Schillers Büste) . . . auf dieses geweihte Haupt zu . . ." Bums! ging es in der selbigen Minute. Ein Knall, eine fürchterliche Staubwolke, zwei filzbesockte Beine in der Luft . . . und vom Redner keine Spur mehr zu sehen. Das verhängnißvolle Stichwort war gefallen, der gefürchtete Moment, eingetreten, den der Theatermeister, ohne es verhindern zu können, bängiglich sofort vorausgesehen hatte: die gefährliche Stufe, auf welche sich der Director jetzr gestellt hatte, um mit einer nicht ungeschickt erkünstelten Grandezza herab vom erhabenen Standpunkte die Schlußworte in den Zuschauerraum hinauszudonnern, war unter ihm zusammengebrochen und zusammen mit dem gleichfalls auf sehr schwankem Grunde ruhenden Schltterpostament, an das sich der ins Stolpern Gerochene festzuklammern versucht hatte, war er seiner ganzen Länge nach aus die Bühne gestürzt, während die Büste Schillers, mit lautern Krach in tausend Granatsplitter zerberstend, vor ihm herkugelte. Mit derselben Schnelligkeit, wie sich dies alles auf der Bühne zutrug, folgte nun auch die Wirkung im Zuschaner- raume. Ein Lachorkan, vermischt mit Johlen, Rufen, Klatschen, Klopfen, brach jetzt los, ein Lachorkan, wie er in Zürich nie gehört worden war. Herwegh, der unmittelbare Zeuge der wunderbaren Scene, lachte nicht mehr, er schrie, er brüllte: „Einen Stuhl!" ries er, „einen Stuhl! oder ich Platze!" und sich kramshast windend, lief er davon. Allein, in dumpfer Zerknirschung, lag dicht vor dem inzwischen niedergelassenen Vorhang das unglückliche Opfer der Katastrophe, der Herr Director, umgeben von den Trümmern der zerkrachten Schillerbüste. Endlich erbarmte sich der Re- selbst ist für den 6., 7. und 8. December festgesetzt. Darmstadt, 18. November. Der practische Arzt Dr. Balser in Gießen wurde zum Kreisassistenzarzt für den Medicinal- bezirk Gießen ernannt. Rio de Janeiro, 18. November. Der Kaiser von Brasilien reist heute nach Europa ab. Lissabon, 18. November. Die portugiesische (Sorbette Bartolomes Diaz erhielt den Befehl, nach Brasilien zu gehen. -m. Theater. „Die Lieder des Musikanten", Volksstück mit Gesang in 7 Bildern von Rudolf Kneisel. Zunächst haben wir die angenehme Aufgabe, uns eigenhändig vor den Lesern des „Gießener Anzeiger" moralisch ein bischen hinrichten zu müssen. Wir hatten am Freitag der Kritik einige Worte der Freude über die Wahl des Sonntagsstückes zugefügt und dann einige Bemerkungen über Tendenz, Ton und Inhalt der „Lieder des Musikanten" gemacht, die, wie die Besucher der Sonnragsvorstellung erkannt haben werden, nur zum Thcil zutreffen. Der Grund liegt in der Verwechselung und irrthümlichen Verquickung des Stückes unsers Referat- mit irgend einem andern, dessen Namen wir augenblicklich nicht anzugeben vermögen. Wir bitten um gütige Entschuldigung des Versehens. In Wahrheit wird in den Liedern des Musikanten ein Bauernsohn gezeichnet, den der göttliche Funke der Tonkunst in seiner Brust aller Verachtung und aller Schmach zum Trotz in die weite Welt treibt, in der er sich mit seiner Geige die Liebe der Menschen, Ruhm und Reichthum erwirbt, ohne daß er sein warmes Herz, seine Bescheidenheit und Einfachheit einbüßt, und der vermöge dieser Eigenschaften und vornehmlich kraft seiner herrlichen Kunst zwei Lebensmüde dem Leben wieder gewinnt, aus ihrem Herzen den Haß, der seine ganze Familie ins Unglück zu stürzen droht, bannt und sie die Wahrheit jener Forderung erkennen läßt, die der Dichter in den Worten ausspricht: Ach lieb’, so lang' Du lieben kannst, Ach lieb’, so lang' Du lieben magst, Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Da Du an Gräbern stehst und klagst. Unleugbar ist diese Grundlage des Stückes eine hochpoetische, sicherlich bauen sich auf ihr eine Reihe trefflicher und schöner ©eenen auf, erheben sich von ihr scharf und lebenswahr gezeichnete Charactere. Aber andererseits darf nicht verschwiegen werden, daß sich unter den Körnern auch reichlich Spreu findet. Wunderbarer Weise hat Rudolf Kneisel, der eine ganze Serie ungemein komischer und amüsanter Schwänke an's Licht gebracht hat, und von dem darum doch eher zu erwarten stand, er werde sich mit den heiteren Situationen und Charakteren besser als mit den ernsten abfinden, gerade in Bezug auf die ersteren, ziemlich fehlgegriffen. Während die sentimentalen Stellen durchweg gut gerathen sind und zum Theil wirklich ergreifen, ist die Komik so derb, fehlen die belustigenden Späße, die man sonst von Kneisel gewohnt ist, so völlig, daß man ohne Weiteres das Stück seinem Autor gewiß nicht vindizieren würde. Die beiden Gegenpole in dem angegebenen Sinne sind das wahrhaft poetische zweite Bild und die abgeschmackte Figur des Ehrhard Winter, die geradezu eine Carricatur ist. Man denke nur an die Scene, in der er geschlagene drei Male mit seinem ganzen Gepäck auftritt! Die Vorstellung war je nach den Personen der Mitwirkenden keine in allen Bildern gleichmäßig zufriedenstellende. Als am meisten gelungen und in seiner poetischen Wirkung am reinsten und nachhaltigsten kann man wohl eben das erwähnte zweite Bild nennen, Dank dem ergreifenden Spiel der Frau Director Reiners und der packenden Darstellung des Herrn Jaskowski. Dieser letztere als Held der Titelrolle verdient überhaupt für die Wiedergabe seiner äußerst sympathisch angelegten Rolle volle Anerkennung, während Frau Anni Reiners ihre wesentlich kleinere Parthie (Christine Winter) mit all dem Liebreize ausstattete, der ihr in so hohem Maße eigen. Recht gut war weiter Fräulein Maas, die wir nur immer wieder bitten möchten, langsamer zu thun- häufigeres Versprechen ist sonst ganz unvermeidlich. Es besitzt eben nicht jeder und jede die reizende Beredtsamkeit der Frau Anni Remers, die auch bei fließendem Redestrom jedes Wort und jede Silbe vollkommen schön, verständlich und ausdrucksvoll zu sprechen versteht. Vater und Sohn Winter, repräsentirt durch die Herren Frank und Ullrich, können zusammen behandelt werden. Beide zeigten geftern mehr wie je, daß sie das Zeug haben, eine charakterische Darstellung zu Wege zu bringen. Aber beiden mangelte die nöthige Beherrschung der Worte, und das drückte die Leistung dann wieder herunter. Namentlich von Herrn Frank glauben wir, daß wir ihn unter den Protagonisten aufzählen könnten, wenn er unfern Winken besser Folge leistete. Ihm gegenüber heben wir Herrn von Gallas mit allem Lobe hervor. Die Verkörperung des leidenschaftlichen und sentimalen Jost gelang ihm I gam ausnehmend und war oft von erschütternder Wirkung. I Die undankbare und wenig geistvolle Rolle des Herrn Nelke konnte zum Beifall nur infolge der famosen Wiedergabe durch Herrn Reiners reizen. Ganz an ihrem Platze war Frau Jaskowski als Frau Werner. Das Röllchen der Käthe gehört zu den gänzlich Vorbeigelungenen in dem Stücke, brachte aber Fräulein Panli immerhin einen ziemlichen Lacherfolg. Der größte Succeß des Abends, wenigstens von Seiten derjenigen, die das Schauspiel vom höchsten Stand punkte aus betrachteten und beurtheilten, fiel den Freunden Puff, Christian, Niklas und Klaus in den Schoß. Objekt wahrhaft begeisterter Ovationen war auf Anregung irgend eines besonders Witzigen auch Herr Lerch, der das leider diesmal anderwärts beschäftigte Orchester am Pianino mit I sehr gewandtem und fertigem Spiel ersetzte. - Genossenschaftliches. Dem Verbände der Erwerbsund Wirthschafts-Genossenschaften der Provinzen Starkenburg und Oberhessen (Verbandsvorstand ist Volks- I bankdirector Bernhardt in Darmstadt) ist mittelst Entschließung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz das Recht zur Bestellung des Revisors nach Maßgabe der Bestimmungen des Reichsgenossenschaftsgesetzes ertheilt worden. Von O b e r h e s s i s ch e n eingetragenen Genossenschaften sind jetzt 12 Vereine dem Verbände beigetreten und findet auf deren Veranlassung nächsten Mittwoch, den 20. No- I bember, Nachmittags 2 Uhr im Cas 6 Balzer zu Gießen eine Versammlung statt. Herr Director Bernhardt wird über das neue Gesetz und die durch dessen Bestimmungen den Genossenschaften erwachsenden Aufgaben einen Vortrag I halten, und die Befugnisse, sowie Obliegenheiten des Regisseur und half ihm auf. Er schien total geknickt. „O, ich Esel!" keuchte er aus matter Brust hervor, und auf den Arm des Regisseurs gestützt, wankte er gebrochen durch die Mitte ab. Es dauerte lange, bis die immer wieder von Neuem im Publikum losbrechenden Lachsalven sich endlich zu legen begannen. Welche Stimmung unter diesen Umständen für die nunmehr folgende Festvorstellung übrig blieb, kann man sich denken. Mit wahrhaftem Heroismus versuchten die Darsteller sich Aufmerksamkeit zu erkämpfen- es war unmöglich. „Wilhelm Tell" war zum Lustspiel geworden. Als der Theaterdirector am nächsten Morgen auf seiner Canzlei erschien, war er noch völlig zerknirscht. Selbst das glänzende Kassenresultat des Festabends vermochte ihn augenblicklich nicht zu trösten. Er konnte es Herwegh nie ver- -Visionsvorstandes beleuchten. Freunde des Genossenschaftswesens sind eingeladen. Den Genossenschaften, welche einem Revisionsverbande nicht angehören, wird auf ihre Kosten vom Gericht ein Revisor bestellt werden und ist zu hoffen, daß die Oberhessischen Genossenschaften Abgeordnete der Versammlung in Gießen beiwohnen lassen, um sich von der Noth- wendigkeit des Beitritts zu einem genossenschaftlichen Revisionsverbande zu überzeugen. Vermischtes. nn. Darmstadt, 16. November. Gestern Abend gegen 5 Uhr stürzte unter donnerartigem Krache der vollständig bis unter Dach aufgeführte Neubau in der Taunusstraße, dem Maurermeister Böttinger gehörig, total zusammen. Als ein Glück muß es bezeichnet werden, daß der Einsturz Abends erfolgte, sonst wäre namenloses Unglück entstanden, da etwa 15—20 Handwerker im Innern des Neubaues beschäftigt waren. Schlechter Baugrund — der Bau wurde in aufgeschüttetem Terrain fundamentirt' — und schlechtes Material sind die Ursachen der Katastrophe.____________________________ Universität» «Nachrichten. Tübingen, 15. November. Der Professor der evangelischen Theologie Dr. v. Weizsäcker ist zum Kanzler der hiesigm Universität ernannt worden. verkehr, Land« nnd volkrwirchschaft. Grimberg, 16. November. (Fruchtpresse). Weizen X 19,10, Korn v* (Serste JL 16,80, Hafer -M 14,40, Erbsen JL 18,00, Samen X 00,00, Wicken JL 10,0«. Kartoffeln JL 3,50, Linsen jtL 30, Frankfurt, 16. November. Erbsen ganze per Pfd 12—18 H, do. geschälte 14-18 Linsen 18—28 weiße Bohnen 16-18 gelbe Kartoffeln per Gescheid 14—16 H, rothe Kartoffeln per Gescheid 12—14 A. Butter per Pfd. A 1,00-1,10,$, Eier das Stück 6—7 A. Blumenkohl 30—80 Weißkraut das Stück 8—15 H, Rothkraut 12-25 Wirsing 12—15 Einfetten des Schuhwerks! Hierzu dient am Besten das überall rühmlichst bekannte Feinste Vaselin« und Malta-Lederfett — Deutsches Fabrikat — der Firma Th. Voigt. Würzburg, (bei der Jagd« und Sport AnSstellung, Cassel 1889, unter dem Protectorat Sr. K. tt. Hoheit des Prinzen Heinrich, einzig höchst prLmiirt). In allen besseren Geschäften zu haben. 9814 Kkperloir-Entwurf der vereinigten Stadttheater ;u Krankfurt a. BL Opernhaus. Dienstag den 19. November: Mignon. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 20. November: Die Puppenfee. Vorher: Fledermau-?. Außer Abonnement. Große Preise. Donnerstag den 21.November: Tannhäuser. Gewöhnliche Preise. trdtag dm 22. November geschloffen. amStag dm 23. November: Gastspiel deS Fräulein Rafael«. Pallini von der König!. Oper in Berlin. Die Regt mentst ochter (Marte: Frl. Pallini.) Hierauf: Die Puppenfee. Große Preise. Sonntag dm 24. November: Robert der Teufel. Große Preise. Schauspielhaus. Dienstag dm 19. November: Die wilde Jagd. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 20. November: Fortuna. Hierauf: MamaS Augen. Gewöhnliche Preise. Donnerstag dm 21. November geschloffen. Freitag den 22. November: Neu etnftudtrt: König Heinrich der Vierte. Gewöhnliche Preise. Lramstag dm 23. November: Viel Lärm um Nichts. Gewöhnliche Preise. Lronntag den 24. November, Nachmittags 30, Uhr: Neu« Frankfurt. Kleine Preise. AbendS 7 Uhr: Die wilde Jagd. Gewöhnliche Preise. Druckfehler-Nerichtigung. In der in der Extrabeilage des „Gießener Anzeiger- vom 14. November Nr. 267 enthaltenen „Entgegnung" findet sich auf Seite 3 in dem 7. Absatz ein Druckfehler, ^er der Berichtigung bedarf; — es heißt in dem herausgehobenen Satze dieses Absatzes: „bis dahin also noch nicht mit dem Ansehen diese« Amtes ic." DaS Wort „nicht" ist hier natürlich tu stretchen und soll eS heißen: „bi5 dahin noch mit Dem Ansehen dieses Amtes ic." Aus den Waldungen der Gemeinde Langermann. Großh. Bürgermeisterei Geilshausen. Die Gießen, 16. November 1889. 9309 9308 Ieikgebotenes. Die erledigte Stelle eines KreiS- strapenwarts mit dem Sitz in Eintrag im Handelsregister «rfolgt Lich, den 16. November 1889 Großherzogliches Amtsgericht. I. A.: B o g t. messer, 24 rm dergleichen Nutzknüppel in 4 m langen Nollen. Der Verkauf findet Vormittags 10 Uhr an Ort und Stelle statt. Stummisch.Holzhausen, am lö. November 1889. Engel Gr. Gerichtsvollzieher. frühere Arbeitsleistu.igen ähnlicher Art schriftlich bei dem Bezirksbauaufteher zeichnung „Submission auf Stamm- Maringer in Grünberg, der über Holz" versiegelt bis zum 28. No» die Dienstobliegenheiten und bie Be- vember L I.. Mittags 12 Uhr, fchäftigungsdauer weitere Auskunft an unterzeichnete Bürgermeisterei ein« erteilt, bis längstens 25. d. MtS. zu zureichen. Die Oeffnung derselben erstatten. findet am genannten Tage, Nachmittags 9310 9301 2 Sophas, Spiegel, 2 Console und 2 Commoden, 1 Nähmaschine, Regulator, 1 Trumeau, Lexikon, 1 Parlhie Weißzeug, 1 Parthie silberne Löffel und Messer und Gabeln, 1 Ladem Forflverwaltung I. A: daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, 16. November 1v89. Großh- Ortsgericht Gießen. in den Neuen Bäuen, , Flur I Nr. 710 - 937 Meier Garten ->^">4 meistbietend nersteia-rt werden- Großh- Ortsgericht Gießen. I- A : Vogt. kahl abgetrieben. l't Nähere Auskunft ertheilt der unterzeichnete Bürgermeister. Das Holz lagert etwa 1/3 Stunde Geilshausen oder Beuern soll auf 1. December d. I. besetzt werden. Geilshausen sollen im Wege der Sub« Bewerber haben ihre Meldungen Mission circa 140 — 150 Festmeter unter Angabe von Alter, Wohnort Fichten - Stammholz, aus dem Distr. und seitheriger Beschäftigung, sowie Hammersloch,ein Theil kahl abgetrieben, Beifügung etwaiger Zeugnisse über zum Verkauf kommen. Schriftliche Gebote sind unter Be- Großh. Ortsgericht Gießen ___Vogt._______8947 Montag den 16. Derbr. I. I-, Nachmittags 21/» Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der Otto Hill Wtttwe.in Gießen gehörigen Immobilien: Flur I Nr. 709 — 394 Meter Hoftaithe in den Neuen Bauen, Flur I Nr. 710 — 987 Meter Garten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 4. November 1889. Großh. Ortsgericht Gießen. Vogt. 8946 iöetanntmaiflung. -Slam in (| o ( a Urrftmil. am 29. November I. I« in der ja k 4Xxtn Freiherrtich von Stumm'fchen DltNStäg dtN 19« d MtS ^a^brUnS $art) bei 6°^a^en: in der IM^Bramm'sch-n Hdsrasthe 16 ErleN'Rutzstamme von 4 10 m (Neustadt) dahier sollen gegen Baarzah- Länge und von 17—38 cm Durch- lung öffentlich versteigert werden: 2 Wagen, 2 Hobelbänke, 1 Klavier, 2 Verticows, 1 Secretär, 3 Betten, von Geilshausen. rrl? Geilshausen, 16 November 1889. _______Kohlhaußen._______ Montag den 30. Derbr. I. I., Montag den 30. Derbr. I. I., “ - -■ — Nachmittags 3 Uhr, waage rc. Versteiaerung voraussichtlich theil- Freiherrlich von Stumm'sche weise bestimmt- Gießen, den 16. November 1889. Nachmittags 2«/r Uhr, , „ . Nachmittags d unr sollen auf dem diesigen Ortsgericht die W auf dem hiesigen Ortsgericht die der Otto Hill Wittwe in Gießen ge- dem Heinrich KUxb m Gießen gehörige hörigen Immobilien: , m -na Flur 1 Str 709 — 391 Meter Hofraithe Flur 1 773 6 — 113 Meter auf dem ■ * ~ — Marktplatz Gießen, am 16. November 18*9. 1 Uhr, auf unserer GeschästSstube in Der Kreisausschuß des Kreises Gießen. Gegenwart der etwa erschienenen Sub- v. Gagern. 9322 mittenten statt. 8948 H I 7 7 Bemerkt wird noch, daß sich die Leranntmachung. Submittenten bas Soli, u elcheS jetzt o ü9n Herrn Oberförster ongewleien Christian Koblev Siebenter roorben ist, zur Einsicht nehmen wollen, zu Langsdorf betreibt außer seinem roirb nicht größtentheils Schnitt- Fruchthandel noch weiter einen Handel ^lz, wie früher ausgeschrieben war, mit Bier unter der Firma feines „„kauft, sondern es wird ein Theil Namens. Montag den 16. Serbe. I. I., Nachmittags 2V, Uhr, T e soll auf dem hiesigen Ortsgericht die trjlulP .VVTP dem Heinrich Lind in Gießen gehörige ^441^44^4/ | 4 ty l | v Hofraithe: empfiehlt [9327 Nur I 3^773^- 113 Meter aus dem Philipp Bob. Bahnhofftraße 11. öffentlich meistbietend versteigert werden. Neue Sendung feinster türkischer Gießen, 4 November 1889. — . ■ Z wetschen, eingetroffen. E. Fuckert, 9324]______17 Neuen Bäue 17. Ungarweine empfiehlt in vorzüglichster Qualität als bestes Stärkungsmittel für alle schwächlichen und kranken Personen, in Vi, % und V4 Originalflaschen Ludw. Doll* Conditor, 8862] Marktstraße 32. UerJIfigenmo von wirken DienStaq den 26. und Mittwoch den 27 November, jedesmal von Morgens 91/? Uhr an, kommen in den Forstwarteien: Maulbach und Ober«Gleen, aus den Districten: Loch und Kälbersberg, zum Aus gebot: 224 rm Birken - Besenretfig. Die Zusammenkunft ist am Dienstag im Districte Loch bei Appenrod und am Mittwoch im Districte Kälbersberg in der Nähe des Erbenhäuser Feldes. Steigerer, welche nicht bekannt sind, müssen vor Beginn der Versteigerung durch eine beglaubigte Bescheinigung ihrer Heimathsbehörde ilpe Zahlungsfähigkeit nachweisen, widrigenfalls sie vom Mitbieten ausgeschlossen werden. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft, oder bei sofortiger Baarzahlung, kann die alsbaldige Abfuhr des Holzes gestattet werden. Maulbach, am 15. November 1889. Großherwgliche Oberfsrsterei Maulbach. __________4______________Koch.___________________________9311 Mü hlen - Be»(auf. Der Unterzeichnete beabsichtigt, seine bei Groß-Rechtenbach bei Wetzlar belegene Mühle zu verkaufen, event. auf eine längere Periode zu verpachten. Die Mühle ist in vortreffl. baulichem Zustand, nach neuestem System eingerichtet und gleichzeitig mit rentabler Bäckerei verbunden. Gute Lage. Vorzügliche Detailkundschaft. Ohne Coneurrenz. NB. Auf Wunsch können 10—15 Morgen besten Acker- und Wiesen - landes mit überlassen werden. Fr. A inend, 9315__________________Grost-Rechtenbach bei Wetzlar. Braunkohlen. Aus meinen jetzt unter dem Namen ,,(dails gruben" consolidirten Gruben: Trienkberg, Lud wigSzuverficht, Ludwigbaas u?sd Marianne, osferire ich frifede Stückkohlen bei Abnahme von lOOOO Kilogr. oder einem Dovpelwaggon zu Mk. 95.— inschließlich des FuhrlohneS bis Station Haiger. Dillenburg, den 16. November 1889 9313_______________________________ 11tff- ■■ „ — Hochstämme und »Zwerghöume, H bedeutende Vorräthe Obst » « a ■ baumfttmkn o Karl Umber b. Mainz. — Kcttalope umsonst 1^353 Cotn(=flu.soerftanf! Schmidt Sf Repp, Bahnhofstraße 29 machen auf ihren großen Ausveskauf wegen Auslösung der Firma iu Hut, Scdrrm und Pelzwaarsn (Selbstkostenpreis) aufmerksam und empfehlen zu und unter GinkaufSpreiS: Pelzmäntel, Muffe, Pelzkragen, Varets, Boas, Fuß. nnd Jagdtaschen re., nur eigenes Fabrikat in hochfeiner AuS'übrung 9209 Klavierstimmen, Klavier-Reparaturen unter Garantie tadelloser Ausführung zu billigen Preisen. 7990 Wilh. Rudolph. Pianohandlung, Neuenweg 9. ^Strickwolle in größter Auswahl, sowie [8f>94 Rockwolle empfiehlt Carl Hoffmann. 8813 la. Schellfische, sowie frische Backfische eingetroffm bei 8832 Ehr. Ludw. Thomas, 23 Wallthorstraße 23. Christbaum-CoDfecl! 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