Nr. 295. Zweites Blatt. Mittwoch den 18. Dcccmbcr 1889 Der chteßener A-r-iger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag-. Die Gießener AimikienSkLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. Vierteljähriger Avonnemcntspretsr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Psg. Redaction, Gxpeditioa und Druckerei: Kchutstraße Mr.7. Fernsprecher 51. Aints- und Anzeigebtatt für den "Kreit Gieren Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Dorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kami ki en blätter. Alle Annoncen-Bu'eaux bc und Au-landeS nehmen Anzeigen für den „Gichener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. An die Großb Bürgermerftereiev des DistrictSeinnehmereii'ezi ks Treis a d. L. Unser Bureau befindet sich jetzt Löberftrasve 6 unterer Stock (in der Nähe des Gymnasiums) Gießen, den 16. December 1889 Grobherzogliche Districts-Einnehmerei Treis a- d. L. Fischer. Deutsches Reich. Darmstadt, 15. December. Bei der Zweiten Kammer der Stände ist folgender Antrag des Abg. Heinzerling auf Erhöhung der vor das Gesetz vom 30. Juni 1886, das Civildiener-Wittwen-Jnstitut betr., fallenden W i t t w e n - und Waisen geh alte eingebrachr worden. Durch das Gesetz vom 30. Juni 1886, das Civildiener-Wittwen Jnstitut betr., wurden die Verhältnisse der Wittwen und Waisen der Civil- staatSdiener einer dnrchgreisenden Neuregelung unterworfen. Man ging dabei von der Ansicht au5; daß die bis dahin bestandenen gesetzlichen Bestimmungen der Neuzeit nicht mehr entsprächen und daß insbesondere für eine Besserstellung der Wittwen und Waisen gesorgt, werden müsse. Diese Gesichtspunkte fanden sowohl in der Vorlage der Großh. Regierung, wie in den Ausschußberichten der beiden Kammern bestimmten Ausdruck, in den Vollversammlungen der letzteren erlangte daS Gesetz bereitwilligst Annahme. Naturgemäß bezog sich das neue Gesetz nur auf die Zukunft, d. h. diejenigen Ehefrauen und Kinder von Civilstaatsdienern, welche erst nach dem Inkrafttreten des Gesetzes ihren Ernährer verlieren würden, nicht auch auf diejenigen, welche ihn zu dieser Zeit bereits verloren hatten. Die letzteren verblieben einfach in dem durch die frühere Gesetzgebung begründeten, im Vergleich zum neuen Gesetze wesentlich ungünstigeren Verhältniß. Es leuchtet nun aber ein, daß die Gründe, welche für eine Besserstellung der Wittwen und Waisen der Civilstaatsdiener von der Zeit der neuen Gesetzgebung ab sprachen, in gleichem Maße für die Wittwen und Waisen älteren Datums gelten müssen, ja daß die Wittwen auS dieser Zeit wegen ihres höheren Alters und der dadurch begründeten Abnahme der Erwerbsfähigkeit sogar noch höheren Anspruch auf Berücksichtigung als die jüngeren Wittwen erheben können. Allerdings kann nun hier nicht durch nachträgliche Einbeziehung in daS Gesetz geholfen werden, da dieses letztere von ganz anderen Grundlagen als die frühere Gesetzgebung ansgeht. Wohl aber ist der Frage der Erhöhung der älteren Wittwen- und Waisengehalte grundsätzlich näher zu treten und dadurch dem durch die unausgesetzte Steigerung aller Lebenserfordernisse immer dringender hervortretenden Bedürfnisse jener Klasse der Staatsangehörigen einigermaßen gerecht zu werden. In welcher Weise diese Maßregel finanziell im Einzelnen durchzuführen sei, kann zunächst der Prüfung der Großh. Staatsregierung anheimgegeben werden. Hiernach richte ich an die Kammer den Antrag: Großh. Staatsregierung um eine Vorlage zu ersuchen, wonach die Wittwen- und Waisengehalte aus der vor dem Gesetze vom 30. Juni 1886, das Civildiener- Wittwcn-Jnstitut betreffend, liegenden Zeit in entsprechender Weise erhöht werden. Darmstadt, 15. December. Jubiläum. Gestern Abend wurde im Hotel „Zum Prinzen Carl" das 25jährige Jubiläum deS Herrn Robert Lautz als Vertreter der Stadt gefeiert. An der Tafel nahmen etwa 68 Personen Theil, darunter 24 Eollegeu des Gefeierten, eines altbewährten nationalgesinnten Biedermannes im vollsten Sinne des Wortes. Mehrere Redner ließen seinen Verdiensten die gebührende Würdigung widerfahren, worauf der Jubilar in herzlichster Weise dankte. Cocoks mmö prot>itt3ieUcs. Gießen, 17. December. — Die Nummerirung der Häuser, die wir für selbstverständlich halten, kann ihre allgemeine Einführung erst von dem ersten Jahre der französischen Revolution her datiren und feiert in diesem Jahre ihr hundertjähriges Jubiläum. Tic Republikaner führten 1780 die Nummerirung behufs leichterer Vertheilung der Steuern allgemein ein, wenn auch anfangs in gerade nicht allzu praetischer Weise, indem man von einem Punkte ausgehend, die Nummern durch alle Straßen der Districte, in die die Stadt eingetheilt war, fort» führte. Erst später folgten die Versuche, jede Straße für sich zu nummeriren. — Am 11. d. Mts., Morgens zwischen 6 und 7 Uhr, wurden mehreren Knechten auf dem Friedelhäuser Hof die Schränke gewaltsam erbrochen und die Kleider im Werthe von 160 Mk. gestohlen. Der Verdacht fiel auf einen ehemals horten in Diensten gestandenen Knecht Carl Nuff von Sulzbach in Württemberg, welcher sich Abends vorher ein» Ön und in einer Scheuer übernachtete. Einer der nen eilte dem Diebe auf einem Wagen nach und holte denselben zwischen Fronhausen und Nieder-Walgern ein, lud ihn zum Mitfahren ein, welcher Einladung er auch gleich zusagte. Da der Dieb nicht ahnte, daß der Fuhrmann einer der Bestohlenen sei, warf er seinen Sack mit den gestohlenen Effecten auf den Wagen und stieg ein. Kaum auf dem Wagen niedergelassen, wurde er von dem Fuhrmanne an der Kehle erfaßt mit den Worten . „Du Spitzbub, Du hast ja meine Hose und Stiefeln an, Du hast uns bestohlen?" band ihn sofort mit einer Kette an den Wagen fest und brachte ihn so nach her Bürgermeisterei Fronhausen, von wo er des nächsten Tages in das hiesige Provinzial - Arresthaus ab- geltesert wurde. Ueber den vorliegenden Fall hat die hiesige Gensdarmerie Anzeige bei der Großh. Staatsanwaltschaft erhoben. Darmstadt, 13. December. Nach einem von dem Ministerium des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, ausgegebenen Amtsblatt soll bei der Ueberwachung der Gefangenen der Behandlung jugendlicher Gefangenen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. So ist nach der Ausnahme solcher Gefangenen dem Geistlichen der Confession, welcher der Gefangene angehört (bei Untersuchungsgefangenen nach vorgängiger Ermächtigung durch den Untersuchungsrichter) durch entsprechende Mittheilung Gelegenheit zum Besuche des Gefangenen zu geben. Ferner ist der betreffende Gefangene von dem Verwalter des Provinzialarresthauses bezw. von dem Gesangenenwärter des Haftlocals täglich mindestens einmal zu besuchen. Endlich sollen es sich die Vorsteher her Provinzialstrasarresthäuser unh Haftlocale angelegen sein lassen, geeigneten Falls hurch eigene Belehrung aus hie sittliche Besserung jugenhlicher Gefangenen hinzuwirken. Mainz, 15. December. Hier sinh hiefer Tage neue Münzen in heu Verkehr gekommen unh zwar Zweimarkstücke unh Fünfmarkstücke, welche aus her einen Seite has Bilhniß Kaiser Wilhelms II. zeigen unh auf her anheren Seite in her Mitte has Reichswappen, umgeben von hen Wappen herjenigen 12 Stähle, hie Kaiser Wihelm währenh seiner Reisen im Jahre 1888 besucht hat. Runhum sinh hie Worte zu lesen: „Die Reise Seiner Majestät Kaiser Wilhelm II." Diese Zweimarkstücke, welche nur in beschränkter Zahl geschlagen würben, gelten jetzt noch im Hanhel 8 Mk. per Stück. Frankfurt, 15. December. Böses Blut hat in hen Kreisen her Journalisten unh sonstigen Vertreter her Presse hie Behandlung hervorgerufen, hie gelegentlich her Anwesenheit hes Kaisers hier her Presse zu Theil rourhe. Fast alle hiesigen Blätter bringen heshalb auch ihre gerechte Entrüstung gegenüber Denjenigen zum Aushruck, hie mit hen Anordnungen des Festes nach dieser Richtung hin betraut gewesen. Den Protesten her Presse hat sich nun auch her Frankfurter Journalisten- unh Schriftstellerverein angeschlossen- herselbe hat in seiner letzter Versammlung folgenhe Erklärung beschlossen: Der Frankfurter Journalisten- unh Schriststellerverein gibt seinem Schauern Aushruck, haß hie mit her Anorhnung her Festlichkeiten beim Besuche hes Kaisers betraut gewesene städtische BeHörhc hen Aufgaben unh her Beheutung her Presse unh hes Schriststellerstanhes ein so geringes Verständniß entgegenbringt, daß sie es unterlassen konnte, den Vertretern dieser Stände den ihnen gebührenden Platz im Rahmen der Kaisersestlichkeiten zu geben. Er bedauert dies umsomehr, als er sich bewußt ist, daß nicht nur die hiesige Presse es sich stets zur Pflicht gemacht hat, im Bewußtsein ihres Einflusses und ihrer Bedeutung, sich bereitwillig in den Dienst her Staht unh heren Interessen zu stellen, fonhern auch her Schriftstellerstanh in Franksurt Vertreter Hat, auf hie sowohl unsere Staht, als ganz Deutschlanh mit Stolz blickt. — Im Anschluß an die Wahrnehmung einer ungleichen Behandlung her Presse hier unh in Darmstadt theilen die „N. Hess. VolkSbl." mit, daß Se. Königl. Hoheit her Großherzog bei Gelegenheit hes Kaiserbesuches sein Interesse für hie Presse bethätigt hat, inhem Höchstherselbe hie Weisung ertheilte, hen Berichterstattern hie gewünschten Auskünfte zu ertheilen. Die Presse harf sich hurch hieses ihr von Allerhöchster Stelle bewiesene Wohlwollen in her That geehrt fühlen unh ist es erklärlich, haß unter hiefen Umständen die Berichterstattung zu einer nur angenehmen Pflicht wurde. Wiesbaden, 14. December. Einem hiesigen Hausbesitzer war gestern auf der Fahrt von Frankfurt nach hier in einem Couvee dritter Klasse eine Geldbörse mit ca. 500 Mk. Inhalt abhanden gekommen, ohne daß sich dieser auch nur irgendwie den Verbleib derselben erklären konnte. „Glücklich ist, wer vergißt, was doch nicht zu ändern ist", dieses war der einzige Trost, der dem glücklichen Verlierer blieb. Nicht wenig erfreut war derselbe daher, als heute früh ein armer Kanonier des Artillerie Regiments Nr. 27 bei ihm vorsprach und ihm die Börse mit ihrem vollen Inhalte überreichte. Wirklich ein ehrlicher Finder in dieser materiellen Zeit. Berlin. Eine edle Pflanze wurde am letzten Dienstag dem hiesigen Amtsgerichte vorgesührl: Herr Andreas Hoser aus Innsbruck, feines Zeichens Gewohnheitsbettler. Dieser Eigenschaft halber schon ost hinter Schloß und Riegel gesetzt, hatte er diesmal die kaum erlangte Freiheit ebenfalls wieder dazu benützt, rüstig zu fechten, war aber bald dabei ertappt worden- heim hie Polizeibeamten haben ein scharfes Auge für auffällige Erscheinungen. Andrea- Hoser besitzt nämlich eine frappante Gesichtsähnlichkeit — sonst allerhings keine — mit seinem berühmten Namensvetter, hem Sanhwirth von Passeyer, her bekanntlich auch einmal in „Banden lag", aber nicht wegen Bettelei. Der AmtSanwalt hatte ein menschliches Rühren für den interessanten Bettler, er hictirte demselben nur drei Tage Haft. — Was für ein Unheil ein alter Stiefel anrichten kann, zeigt folgender Fall, der sich dieser Tage vor dem Schwurgericht zu Nordhauseu abspielte. Um die Zeit des lieblichen Pfingstfestes schlug der Carouffelbesitzer Fr. König im stillen Dörfchen Berga sein Rundreise-Institut auf, welches sich auch fleißiger Benutzung von Jung und Alt erfreute. Nur ein alter Stiefel, welcher von der Wiese mitten ins Caroussel hineingeworfen wurde, störte die Zufriedenheit deS noch jugendlichen Unternehmers, so daß dieser wuthentbrannt daS corpus delicti ergriff und damit dem vermeintlichen Attentäter, dem zehnjährigen Sohne des dortigen Gemeindedieners, gehörig den Kopf „versohlte". Leider war er aber an den Unschuldigen gekommen und hatte diesem Unschuldigen durch den Schlag eine klaffende Kopfwunde verursacht, die, arg vernachlässigt, laut ärztlichem Gutachten den Tod des Knaben nach sich zog. Der unglückliche, seiner übereilten That geständige Carouffelbesitzer wurde von dem Schwurgerichtshof wegen fahrlässiger Tödtung zu einem Jahre Gesängniß ver- urtheilt. — 9757 Zeitungen! Die Preisliste des kaiserlichen Post-Zeitungs-Amtes für 1890 ist erschienen. Dieselbe führt auf: 6978 deutsche, 206 dänische, 938 englische, 764 sran- zösische, 177 holländische, 159 italienische, 68 norwegische, 99 polnische, 59 russische, 135 schwedische, 51 spanische, 26 ungarische Zeitungen. Außerdem aber noch solche in armenischer, bulgarischer, eroatischcr, tschechischer, finnischer, griechischer, hebräischer, lithauischer, persischer, portugiesischer, romanischer, rumänischer, ruthenischer, serbischer, slovakischer, slovenischer, türkischer, vlämischer und wendischer Sprache. Jnsgesammt in 30 Sprachen 9757 Zeitungen? — Der Ichneumon. In einem Eisenbahnwagen, aus der Fahrt von Dresden nach Leipzig, bemerkt ein Herr, daß sich fein Gegenüber wiederholt mit einem kleinen Käfig zu schaffen macht, den er unter dem Sitz verborgen hält. Neugierig gemacht, fragt er schließlich: „Sie haben da wohl ein Thier bei sich?" — „Jawohl? Da drinnen is Sie nämlich ein Ichneumon." — „Ein Ichneumon? Wie sind Sie denn auf die Idee gekommen, sich den anzuschaffen?" — „Das will ich Sie erklären: Ich fahre nämlich auf Besuch zu einem Freund in Leipzig und der hat immer so gräßliche Träume, wo er immerzu Schlangen sieht, und da will ich ihm hen Ichneumon bringen, hamit daß der hie Schlangen fressen soll." — „Ja, aber das sind doch keine richtigen Schlangen?" — „Es is ja ooch feen richtiger Ichneumon- es is ja bloS e Eechhernchen!" — Wie ein Referendar hundert Mark verdient, das ist eine Geschichte, welche sicherlich zu hen überlieferungswerthesten Merkwürhigkeiten gehört. Der Onkel von besagtem Jünger her Themis hatte vor längerer Zeit, vertrauensselig wie er war, einem Kaufmanne 500 Mk. ohne Schulhschein geliehen. Mit her Freunhschaft war es natürlich hamit zu Enhe. Der Schulhner war inzwischen ein wohlhabender Mann geworden, um so mehr Veranlassung für den Gläubiger, sich angelegent» lichst um sein Geld zu bemühen. Aber alle Mahnungen waren fruchtlos. Halb im Scherz wendete sich her Onkel an seinen juristischen Neffen. „Wenn Du mir has Geld auf die eine ober andere Weise verschaffst, so soll es mir auf | einen Hundertmarkschein nicht ankommen- also nimm 'mal j Deine fünf Sinne zusammen." Am anderen Tage schon war der Schlachtplan entworfen. Der Herr Referendar bat den allen Herrn, folgendes Schriftstück mit seinem Namen zu unterzeichnen: „Herrn N. N. in N. Hierdurch mache ich Ihnen die kurze Mittheilung, daß, wenn Sie niich nicht innerhalb acht Tagen voll und ganz mit meiner Forderung von 1000 Reichsmark befriedigen, ich klagbar gegen Sie vorgehen werde." — „Aber, Junge", ries der Onkel, „das geht ja nicht, so viel ist mir der Kerl ja selbst mit den Zinsen und Zinseszinsen nicht schuldig." — „Laß mich nur machen! Dafür bin ich Jurist!" und der Brief wurde abgeschickt. Mit nächster Post kam von dem „faulen Kunden" die empörte Antwort: „Herr, wie können Sie solche unverschämte Wucherzinsen verlangen? Jetzt bekommen Sie gar nichts. Sie haben mir nur fünfhundert Mark geliehen. Nehmen Sie sich in Acht, daß ich Sie nicht verklage." — „So, lieber Onkel," sagte der hoffnungsvolle Jüngling, „jetzt hast Du Deine Schuld-Anerkennung- nun klage los!" und 8 Wochen später hatten sie ihr Geld. — Eine „blutige" Anekdote von dem jüngst verstorbenen Professor v. Bolkmann erzählte Professor Busch, der Director des zahnärztlichen Jnstituis zu Berlin, dieser Tage in seiner Vorlesung über allgemeine Chirurgie. Er sprach von den „Transfusionen", den Einspritzungen, welche man Leuten, die große Blutverluste erlitten haben, zu machen pflegt, und zwar nut Blut üoÄ einem. Menschen, dem man zur Ader läßt. Früher nahm man das Blut von Schafen dazu, richtete jedoch damit den größten Schaden an und so sprach sich der verstorbene Gelehrte höchst treffend hierüber folgendermaßen aus: „Zu den Transfusionen mit Lammblut sind drei Schafe nothwendig: das eine, welches das Blut liefert, das zweite, welches die Transfusion macht, und das dritte, welches sich so behandeln läßt." Lingesandt. Gießen, 16. December. Erwiderung. In der vorletzten Nr. des Anzeigers hat ein „Eingesandt" — anscheinend unter dem frischen Eindruck des Wormser siädtschen Spiel- und Festhauses — zu Gunsten eines ähnlichen Werkes für Gießen einen schwungvollen Appell „an den Opfermuth, die Selbstverleugnung und den Patriotismus unserer Bürgerschaft, an das Bewußtsein der höheren Aufgaben der Neuzeit" gerichtet. — Wir wollen dem Allen nicht gerade widersprechen, möchten aber doch empfehlen, für's Erste zu bleiben bei der Erörterung btt demnächst zur Entscheidung drängenden Frage der Verwendung der ehemals vr. Schuler'schen Besitzung. Denn die Actiengesellschast, welche auf diesem Grundstück eine Tonhalle, größer als alle unfere Säle erbauen, und das Ganze einer nebenbei erst zu gründenden Bürgergesellschaft nutzbar machen wollte, ist eben trotz des Wormfer Beispiels nicht zu Stande gekommen; vielleicht weil es an dem nöthigen „idealen Sinn und Opfermuth" gefehlt, vielleicht aus anderen Gründen. Immerhin aber haben die dreißig Herren, welche die Schüler'fche Besitzung zunächst auf eigene Rechnung und Gefahr gekauft, um dieselbe danach zur Verfügung der Actiengesellschast zu halten, dem drohenden Verkauf des Ganzen an einen Speculanten vorausgeben lassen eine Verkaufsofferte an die Stadt, bei deren Annahme diese Herren im Einzelnen und Alle zusammen jedenfalls mehr (19000 Mk.) verlieren würden als bei jeder anderen Verwerthung. Nur an zwei Bedingungen ist die Offerte geknüpft: daß das Anwesen die nächsten fünfzehn Jahre zur Verfügung einer bis dahin etwa sich bildenden Saalbaugefellschaft gehalten, und der Park vor dem Wohngebäude als solcher erhalten werben soll. Soll die Stadt die Offerte annehsmen oder nicht;' — vorausgesetzt, daß weitere Kreise ihr zum Erwerb des Ganzen um den Preis von 60000 Mk. die Summe von 21000 Mk. dazu schenken. Wir bejahen die Frage, nicht vom idealen Standpunkt Ihres „Eingesandt" aus, sondern als Realisten. Zweierlei kann bet Annahme der Offerte eintreten: entweder das Beoürfniß eines Tonhalleoder Theaterbaues wird in den nächsten fünfzehn Jahren so lebhaft, oder die Entwickelung unserer Stadt so glücklich, baß wirklich zur Ausführung geschritten und dafür der Schüler'fche Garten um 60000 Mk. wieder beansprucht wird, dann darf sich die Stadt gratu- ltren, durch ihr Eingreifen zur rechten Zeit jenen Platz nicht nur, sondern mit ihm auch den Glauben an drn künstlerischen Sinn ihrer Bevölkerung gerettet zu haben; oder aber der Gedanke des Tonhallebaues hat in den nächsten fünfzehn Jahren noch immer nicht genügend Wurzel geschlagen, oder es hat sich zu feiner Ausführung ein anderer Bauplatz gefunden, dann hat die Stadt jür ihre Zwecke einen werthvollen Complex, im Mittelpunkt ihres künftigen Bildes, zu Eigen erhalten. „Zu Eigen"? hören wir fragen, wenn sie doch den Park vor dem Hauptgebäude als solchen erhalten muß. Allerdings, denn wir wüßten kaum ein anderes städtisches Eigenthum zu nennen, das so febr Gemeingut der ganzen Bürgerschaft ist, wie eine schöne öffentliche Gartenanloge. Wenn btefir Park von ber Hand unser es Stadt gärtners gepflegt, wenn in ihn jene schönen Teppichbeete verlegt werden, die in den offenen Anlagen nur zu leicht zum Opfer böser Hände, unbeaufsichtigter Hunde werden, und wenn der Verfchönerungs- verein darin durch Anbringung zahlreicher Bänke und Lauben feine dankenswerthe Wirksamkeit einmal auch Denen zu Gute kommen läßt, welche nicht immer erst außerhalb der Stadt gehen können, dann wird unser Gießen einen Stadtgarten besitzen, ber im Verein mit unseren übrigen städtischen Anlagen noch mehr dazu beb nagen wird, den Reiz und die Anziehungskraft unserer Stadt auf Fremde zu erhöhen. Solche Ideale, deren Verwirklichung sich bezahlt macht, darf ja wohl auch der Realist verfolgen, wenn er zudem bedenkt, daß heutzutage in der städtischen Entwickelung nicht mehr nur das Unerläßliche geleistet, nein, daß Wasser, Luft und Licht und Alles, was des Körpers und des Geistes Wohl befördert, reichlich hiveingetragen werden muß in die alten, neu aufblühenden Städte, und die Steuerzahler werden dafür auch im Nothfall ein^ kleines Opfer nicht scheuen: die kleinen Zähler voran, denn ihnen und ihren Frauen und Kindern, die des eigenen Gartens entbehren, käme ja dock vor Allem ein solcher Garten zu Gut, und die größeren Zähler, nun die haben ja als Garantie — oder Actienzetchnen schon bewiesen, daß sie für solche Tinge zu haben sind. Aber der Garten als solcher ist doch mit 60000 Mk. zu theuer bezahlt! Gewiß, wenn die Stadt für das Wohngebäude und feine Zubehör gar keine Verwendung, keinen Miether fände. Wir aber meinen nicht einmal, daß die Stadt baffelbe einem Privaten ver- mielhen sollte, höchstens ben — wie Sachkundige versichern — vorzüglichen Keller. Wohl aber winden wir uns freuen, wenn — angeblich nach einem Vorschlag unseres Herrn Bürgermeisters — die jetzigen Wohnräume für Schulzwecke verwerthet würden; nicht für die Volksschule, welche ja bald ihren zweiten Neubau bekommen soll, wohl aber für die Alice- bezw. Handwerkerschule, die beide zusammen derzeit in dem Ebel'schen Hause am Asterweg wirklich unwürdig zusammengepfercht sind. Während andere Städte unseres Landes, Darmstadt und Offenbach voran, ihre Handwerkerfchulen hegen und pflegen, müssen in Gießen wiederholt Schüler wegen absoluten Raummangels abgewiesen werden; wie schön, wenn die Altce- schule nun im Schüler'schen Hause untergebracht, ber Han bwerkerschule aber baS ganze Haus am Asterweg überlassen werben könnte! Wir kommen zum Schluß: nicht als Idealisten, sonbern als Praktiker haben wir bie vorliegenbe, wichtige Frage hier besprochen und als solche kommen wir zu bent Ergebniß: Die fehlenben 21000 Mk. müssen zusammengebettelt unb die Stabt in bie Lage versetzt werben, bas Schüler'sche Anwesen um 60000 Mk. zu erwerben, bie Stabtvertretung aber wird sich den Dank der heutigen Generation, noch mehr aber freilich die Anerkennung der Zukunft sichern, wenn sie zu solcher gemeinnütziger Verwendung den Opfer- muth Einzelner mit dem Entgegenkommen der Gesammtheit lohnt. Citeratur und Kunft. Kaufmännische Buchführung von Oskar Klemich, Di- rector der Handelsakademie zu Dresden. Vierte, vermehrte und verbesserte Auflage. Mik 7 in den Text gedruckten Abbildungen und 3 Wechselformularen. X und 257 Seiten. In Leinwand gebunden. Preis 2 Mark 50 Pf. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. — Dieses in der bekannten Sammlung von Webers Jllustrirten Katechismen soeben in vierter Auflage erschienene Buch enthält außer einer vollständigen Darstellung ber einfachen unb hoppelten Buchführung auch Die Vorlage einer Buchführung für Hausbesitzer unb ist namentlich für biejenigm bestimmt, welche weder die Muße noch die Absicht haben, die ganze Lehre der Buchführung durchzustudtren, sich vielmehr nur über diesen oder jenen Einzelfall schnell und ohne Mühe unterrichten wollen, was natürlich aus einem sogenannten Schulbuche mit streng verbundener unb untrennbar sich entwickelnber Darstellung herauszuschälen nicht gut möglich ist, währenb oorliegenber Katechismus jeben einzelnen Fall, der einem nicht ganz klar ist, kurz und bestimmt beantwortet. Ein besonderer Vortheil des Buckes, das wir nur empfehlen können, ist die in demselben vorgenommene Verdeutschung der entbehrlichen Fremdwörter. Sd?itf#nad?eid?tett. Bremen, 14. December. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Trave, Eapt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 4. December von Bremen und am 5. December von Southampton abgegangen war, ist gestern Mittag wohlbehalten in Newyork angekommen. Farbige Seidenstoffe von 95 Pfge. bis 12.55 p. Met. — glatt gestreift, karrirt und gemustert, (ca. 2500 versch- Farben und Dessins» — vers. roden- und stückweise vorto- und zollfrei das Fabrik-Döpöt G. Henneberg (K. u. K. Hofliest) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pfg. Porto. 8015 NudeMurrus Kindermehl, der goldenen Medaille, unerreicht i. Näbrwerth und Leichtoerdaulichkeit, ist nächst der Muttermilch «tatsächlich die beste nnd zuträglichste Nahrung für Säuglinge. Zu haben ä .H. 1.20 pro Büchse in allen Apotheken, Drogen- und Eolonialwaarenhandlungen. [7508 Spielplan der vereinigten Frankfurter Itadttheater. Opernhaus. Mittwock den 18. December: Zu' Feier von Webers Geburtstag. Vorstellung bei ermäßigten Pleisen. Oberon. Außer Abonnement. Donnerstag den 19. December: Othello. Gewöhnliche Preise. Freitag ben 20. December geschlossen. Samstag den 21. December: Hugenotten. Gewöhnliche Preise Sonntag ben 22. December, Nachmittags 3V-Uhr: Zum letzte« Male: Courier des Ezaaren. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Carmen. Gewöbnlicke Preise. Schauspielhaus. Mittwoch den 18. December: Stützen ber Gesellschaft. Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 19. December geschlossen. Freitag den 20. December: Schatten. Gewöhnliche Preise. Samstag den 21. December: Fourchambault. Gewohn- ^Sonntag den 22. December: Zum ersten Male: Schwiegermama. Lustspiel tn 3 Auszügen von V. Sardou und R. Deslauder. Deutsck von Schubert. Gewöhnliche Preise. Anfang 7 Uhr. Montag den 23. December: Großherzogin von Gerolstein. Gewöhnliche Preise. Vergkvung von Mauer- lteinlikferung. Angebote für die looswüse zu vergebende Lieferung von 800 cbm Bruchsteinen für Grundmauerwerk werden bis zum 23. b. Mts., Vormittags 10 Uhr, erbeten. Die Angebote sind schriftlich, ver- schloffen mit entsprechender Aufschrift versehen und portofrei einzusenden. Butzbach, den 14. December 1889. Großh. Baubehörde für die Zellenstrafanftalt Butzbach von Riefel. 10016 Mobiliar- Versteigerung. Donnerstag den 19. und Ireitag den 20. December d I., jedesmal von Morgens 9 Uhr an, foll das zu dem Nachlaß der Geometer Wißner Eheleute zu Großen Buseck gehörende Mobiliar, als: Haus-. Küchen- und landwirth- schaftliche Geräthschaf en, 1 Tafel- clavier, verschiedene Betten u. f. w., eine vollständige Ladeneinrichtung und ein großer Rest verschiedener Specerei- und Colonialwaaren öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden. Großen-Buseck den 16. Decbr. 1889. Großh. Ortsgericht Großen-Buseck. Stephan. 10020 Mittwoch den 18. dg. Mts., Nachmittags 2 Ubr. in ber früher Bramm'scyen Hofraithe dahier sollen gegen gleich baare Zahlung öffentlich v rsteigert werden: 1 Verücow 2 Kommoden, 2 Kleider- schränke unb sonstigeMobilien, IHobel- bank, 1 Cassaschrank, 1 Ladenschrank, 1 Waage, verschiedener Goldschmuck rc Versteigerung voraussichtlich theilweise bestimmt. Gießen, den 16. December 1889. Engel, 10088 Gr. Gerichtsvollzieher Waaren-VerstergeruAg. Mittwoch den 18. December, Nachmittags von 2 Ahr an werden im Saale von LonyS Bierkeller (Eingang von der Terraffe) nachbenannte Maaren tut nur guten Qualitäten wegen Aufgabe eines hiesigen Geschäfts meistbietend versteigen: Tricot-Taillen, Kmderkleidchen, P qw'-Kleidchen, Corsetts, Schürzen, Schooner und Deckchen, weiße und farbige Stickereien, gestickte Pantoffel, Krausen, Barben, Federn, Blumen, Sammetreste, Handschuhe, Arbeitshemden, Fla-iellhemden, gestrickte Strümpfe u. Socken rc. 9964 Im Auftrag Seouls Rothenberger, Gerichtstaxator. I! 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Christian Luh in Großen-Linden Jakob Rinn in Allendorf a. d. Lahn Katharine Welker von Vadenrod Hermann Bender von Grüningen Elisabeths Franz in Allendorf a. d. Lahn Minna Petri aus Lichtenau Margarethe Leschhorn aus Villingen Jacobine Nachtigall aus Allertshausen Katharine Velte aus Wommelshausen Philippine Balser aus Reiskirchen Susanne Sauer aus Freienseen Konrad Rudolph in Lang-Göns Johannes Wilhelm aus Obergleen 9887 Asterweg 2. miethen. 8886 9900 J, Rompel 69 9 91341 Kirchenplatz 18, 1 Tr. Glaserei und Einrahmegeschäft, Seltersweg 22. 9968 Günstigr GclcgrniM für Wriljuddjitn 9905 l^eiR/n. r^khdn^an Wer BoinsfWtze! Leichenfrau Dürr, Flügelsgaffe 4. Prämien. o4L 30 24 23 23 23 23 22 22 22 22 22 22 22 Vermischte Anzeigen. Unterzeichnete empfiehlt fich zum Aus- und Ankleiden der Todten Neuheit ersten RangesI 'IrintnphsMtl weil übertroffen durch Paris die goldene Medaille. Gi SBidliiigei*, Giessen, Asterweg 6 Neue Feueks in allen Größen billig zu verleihen eo auch zu verkaufen bei D. W. Karnbach, Zuverlässiger Braubursche findet bei guter Führung dauernde Stelle als Biersieder. Bewerbungen mit Lohnansprüchen zu richren an [9891 Brauerei Hasch, Biedenkopf. Stadtischkg Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. Neujahrskarten in feinster Ausstattung liefert die 73riih{’sche%i)ruckerei Christkelcheerung der Kleinkinder - Bewahranstalt. Am 4. Adventssonntag, den 22. December d. I., soll die Chrifibescheerung für die Kinder unserer Anstalt stattfinden. Wir haben in diesem Jahre für 200 Kinder den Christbaum zu schmücken und den Tisch mit Gaben zu decken. Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder und bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn u. dergl., besonder» aber auch an Geld, da- un- die gleichmäßigste Bescheerung für unsere Kleinen ermöglicht, zuwenden zu wollen. Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu kiffen: Fräulein Amalie Bansa (Nordanlage 41), Frau Oberbürgermeister Bramm (Grünbergerstraße 1), Frau vr. Brüel (Neuenbäue 41), Frau Amtsrichter Gebhardt (Gartenstraße 15), Fräulein Emilie Langermann (Südanlage 21), Frau Pfarrer Naumann (Südanlage 8), Frau Louise Ottens (Bismarckstraße 11), Frau Auguste Schwan (Seltersweg 64), Fräulein Louise Wortmann (Asterweg 16). Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen. Gießen, den 11. November 1889. D^r Vornand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Naumann, Pfarrer. paffend M Weilmacbts- geschellten bei Theodor Brück 9958 Schloßgaffe 16. Anzahl der Dienjahre. 24 11 10 10 10 10 9712 9'0/12 9"/12 9"/12 9"/12 9'712 Ord.- Nr. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Bekanntmachung. Folgende Dienstboten haben aus hiesiger Spar- und Leihkaffe mit Rücksicht aus die bei ihren Namen erwähnten Dienstjahre bei einer und derselben Herrschaft die beigefügten Prämien erhalten: zusammen Jt. 300 Die Prämien sind nebst den vorgelegten Dienstbüchern an einem Zahltage in dem Locale der Spar- und Leihkaffe in Empfang zu nehmen. Gießen, den 12. December 1889. Die Dtrection des Spar- und Leihkasse-Vereins. Langsdorfs. Wegen Aufgabe des Artikels verkaufe zum Einkaufspreis sämmtliche Teppiche und Läufer-Stoffe, sehr geeignet zum Belegen ganzer Zimmer, gänzlich aus. C. JLeisler, MöbeUmndlung, Neuenweg, Gcke der Weidengaffe. Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Wasser- Leitungen. Unter Hinweis aus die Bestimmungen über Anlage der Hauswasserleitungen zu Gießen machen wir darauf aufmerksam, daß, um Lern Einfrieren des Waffers in den Hanswaffer- leitungen bei eintretender Kälte vorzubeugen, es erforderlich ist, die Hauswasserleitungen des Abends für die Dauer der Rächt zu entleeren. — Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wassermefser befindliche Hauptabsperrhahn geschloffen und dann das seitlich desselben befindliche Entleerungshähnchen, nachdem ein paffendes Gefäß untergestellt, geöffnet wird und dieses so lange geöffnet bleibt, bis das in der Hausleitung stehende Wasser vollständig abgelaufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder geschlossen wiro. Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben das in dem obersten Stockwerk deS Hauses befindliche Zapfventil der Hausleitung offen zu halten, damit die Luft Zutritt in die Leitung erhalte. — Ein größerer Theil des Waffers kann auch schon durch das Zapfventil der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird. — Nach stattgehabter Entleerung find die beiden Zapfoentile, welche dem Eintritt der Lust, bezw. der Entleerung des Waffers dienten, wieder zu schließen. Das Schließen des Hauptabsperrhahns erfolgt durch Aufsetzen des beigegebenen Schlüssels auf den vierkantigen Hahnzapsen und Drehung in der Richtung von links nach rechts — im Sinne eines Uhrzeigers — bis Widerstand erfolgt. — Das Oeffnen des Hauptabsperrhahns geschieht durch Drehung in entgegengesetztem Sinne, bis Widerstand erfolgt. Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der Hauptabjperrhahn wieder geöffnet werden. Abzweigleitungen nach Waschküchen, Hosräumen, Gärten u.s. w. sind während des Winters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu entleeren und ertheilt hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur Auskunft, welcher die betr- Leitung gefertigt hat. Die Wassermesser sind während des Winters mit Stroh, Säcken oder ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellerfenster geschloffen zu halten. Durch diese Vorkehrungen wird dem Wafferabnehmer die Liefer ung des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer aber werden Beschädigungen an Leitung und Gebäude fern gehalten- — Wir empfehlen daher vorstehende BorfichtSmaßregeln allen Betheiligteu zur ganz besonderen Beachtung. Gießen, den 2. December 1889. MMS Entöltes Maisproduct Für Kinder u. Kranke mit Miloh'gekocht specieH geeignet — erhöht die Verdanlickeit der Milch, -jln Colonial- u. 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