M. 1LS Samstag den 18 Mai 1889 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ——————■— 111 !■ 1111 I JIWU'm-fiOBMMMMMmjMMMMWMMMMWBWMMMMMl Amtlicher HHeik. Betreffend: Die Berichtigung der Forst- und Feldstrafen von der II. Periode 1889/90. Gießen, dm 16. Mai 1889. Das Großherzoglichc Kreisamt Gießen tu dte «eotzheezoglicherr Bargermetstereten des Kreises. Wir beausträgen Sie, alsbald und jedenfalls noch vor Gude diese- Monat- in Ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen zu lasten, daß die Berichtigung der im Monat April 1889 gerichtlich erkannten Forst- und Feldstrasen in den ersten 25 Tagen des Monats Mai 1889 und zwar mit Ausschluß des 12., 13. und 14. an die betreffenden Distrittseinnehmereien stattzufinden hat und daß nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist gegen die säumigen Schuldner das für sie mit Kosten verbundene Beitreibungsverfahren eingeleitet wird. __v. Gagern. ________________________________________________________ Betreffend: Die Voranschläge der Landgemeinden des Kreises Gießen. Gießen, am 17. Mai 1889. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Grotzherzogltchen Bürgei-meisterele« des «reise». Die rubricirten Voranschläge werden Ihnen in den nächsten Tagen zugehen. Sie wollen das in Ihren Händen befindliche Concept alsbald mit dem Original gleichstellen und letzteres sodann dem Gemeinde-Einnehmer zustellm. v. Gagern. Deutscher Reichstag. 68. Plenarsitzung. Donnerstag, den 16. Mai 1889, 1 Uhr. I. Der Bericht der Retchsschulden-Commtssion vom 10. April d. I. wird entsprechend den Anträgen der Rechnungs-Commission erledigt. II. Eine Petition von staatlichen Etsenbahnwerkstatt-Arbettern um Wiederaufnahme in die Ortskrankenkasse zu Breslau wird, dem Anträge der Petittonscommtssion gemäß und entgegen dem Wunsche des Regierungs-Commissars Lohmann, welcher Uebergang zur Tagesordnung befürwortet, der Regierung zur Erwägung überwiesen. HL Eine Petition, welche aus Anlaß des Hamburger Kaffee-Termtn-Handels die Grenzen zwischen Lieferungshandel und Termtnhandel gesetzlich zu regeln bittet, soll nach dem Anträge der Petitions-Commission der Regierung zur Erwägung überwiesen werden. Abg. Goldschmidt (dfr.) beantragt Uebergang zur Tagesordnung, da ein gesetzliches Eingreifen dm ganzen Kaffeehandel wenn nicht vernichten, so doch schwer schädigen würde. Abg. Gamp (Rp) tritt dem Vorredner entgegen. Die Anregung zum Termtnhandel sei bisher niemals vom Producenten oder Konsumenten ausgegangen, sondern stets von dem Großhändler, der ein Interesse daran habe, den Preis herabzudrücken. Redner empfiehlt Annahme des Commtssionsantrages, denn dte Festlegung eines Termins habe für den Handel immer zur Folge, daß große Vorräthe von Waaren dem Verkehr für die Zwischenzeit entzogen werden. Abg. Woermann (natl.) sucht die Berechtigung des von der Hamburger Waaren-Ltquidations-Kasse für Deutschland etngeführten Kaffee-Terminhandels zu begründen und die Berechtigung des Zwischenhandels darzuthun, der ein nothwendiges Glied sei zwischen dem Importeur und dem Händler, der die Waare an den Consu- menten abgibt. Hamburg würde ohne Einführung des Terminhandels seinen Einfluß und seine Bedeutung als Haupttmportstelle für den Kaffeehandel etnbüßen. Dte seiner Zeit in der Presse vielerörterten Kaffee-Schwänge haben nicht die große.Bedeutung, die man in der Presse ihnen beilegte. Sie entstanden dadurch, daß man von einer ganz bestimmten Sorte Kaffee, die zu einem ganz bestimmten Termin geliefert werden müsse, bedeutende Quantitäten bestellte, wodurch allerdings eine erhebliche Preissteigerung eintrat. Der Zwischenhandel bedingt die Stellung eines Handelsplatzes. Hamburg hat seine Bedeutung für den Kaffeehandel ebenso durch den dort organtsirten Zwischenhandel wie Bremen seine Bedeutung für den Tabakhandel gewonnen; trotz aller Mühe hat Hamburg nie den Rang Bremens für den Tabakhandel einnehmen können, weil es in Hamburg an dem erforderlichen Zwischenhandel fehlte. Wie nothwendtg mitunter für einen Handelsplatz dte Einführung des Termtnhandels sein kann, ergibt sich daraus, daß soeben auch London den Termtnhandel für Thee eingeführt hat. Durch diesen Termtnhandel halten sich dte Preise viel gleichmäßiger als ohne denselben. Die Speculation kann die Preisschwankungen wohl benutzen, aber nicht hervorbringen. Vorsichtige Leute werden sich auf solche Speculationen nicht einlassen, höchstens solche, dte nicht alle werden. Dte Agitation gegen dm Terminhandel geht lediglich von den Bremer Kaufleuten aus. Die Gesetzgebung dürfe in diesen Termtnhandel nicht ein- gretfen und es empfehle sich deshalb, den Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung anzunehmen. , Abg. Hegel (cons.): Man könne dem Commissionsantrage immer zustimmen, denn es werde dem Reichskanzler damit Gelegenheit gegeben, die Anführungen des Herrn Woermann auf ihre Richtigkeit zu prüfen und das könne doch auch Herrn Woermann nur erwünscht sein. Abg. Dr. Wtnvthorst (Ctr.) will sich zur Sache heute nicht entscheidm und dem Commissionsantrage lediglich in dem Sinne zustimmen, daß von dem Resultat der regierungsseitigen Erhebungen auch er seine Stellung zur Frage abhängig macht. Dte Debatte wird geschlossen und der Commisstonsantrag angenommen, nachdem der Antrag Goldschmidt (dfr.) gegen dte Stimmen der Freisinnigen und eines Theiles der Rationalltberalen abgelehnt war. Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung Freitag 12 Uhr. Tages-Ordnung: Dritte Lesung der Alters- unb Jnvaliditatsversicherung. Schluß 5 Uhr. Telegraphische Depeschen. Wolst's telegr. Korrespondenz-Bureau. Kiel, 16. Mai. Der Großherzog, der Erbgroßherzog und Prinzessin Alix von Hessen sind heute Abend 8 Uhr nach Darmstadt abgeretst. Breslau, 16. Mat. Das Bahnhofsterrain der Station Königszelt ist von einem Wolkenbruch überschwemmt worden. Alle Züge sitzen fest. I Berlin, 16. Mai. Der Magistrat richtete eine dringende Vorlage an die Stadtverordneten, worin diese ersucht werden, anläßlich der Dienstag Vormittags erfolgenden, als ein beglückendes Zeichen friedlicher Zeiten anzusehenden Ankunft des Königs von Italien I 150,000 »« Essen, 16. Mat. Der „Rhein-Wests. Ztg." zufolge beträgt die Rabl der R-i-n- Be^a'leu^ ?Ch a ffin ™iebcr aufgenommen haben, mindestens 10,000. Von 19 200 Bergleuten des Essener Reviers arbeiteten heute wieder 5909 ' Esien, 16 Mat. Nach der „Rhein.-Westf. Ztg." wird' dte Lage in den Koblen- revieren srchlltch besser, wenn auch eine wesentliche Veränderung noch nicht eingetreten fr* . *^vf vielen Zechen hat sich dte anfahrende Arbetterzahl vermehrt, auf mehreren erheblich, tm Werdener und Mühlheimer Revier wird voll gearbeitet obgleich tn der Bestehen a^EMlluna iämrmlich-r^^d Uhr. Samstag Abend 8»o Uhr. Wärmegrade der Lahn und der Luft gemessen nach Reaumur am 17. Mai -wischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 14 Grad, Luft I6V2 Grad. L. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. Bekanntmachung. Philipp Rock in Hattenrod betreibt seit 1. März d. I. einen Handel mit Mehl, Brod und Specerei- waaren unter der Firma seines Namens. Eintrag im Firmen-Rk gister ist erfolgt. Lich, am 15. Mai 1889. Großherzogliches Amtsgericht. Langermann. 4251 IieilgeSotenes. Mederbiicher. Verlag v. Breitkopf & SLrtel in Leipzig. Liederbuch des Deutschen Volkes. Herausg geben von Carl Hase, Felix Dahn u. Carl Neinecke. Neue Auflage. 1600 Lieder «X 3. Fein geb. »X4. Deutsches Liederbuch, Klavierbegleitung. Herausgegeben von Th Hauptner. Kart, x 3.—. Fein geb. «X 4.—. [4252 Deichs-Courmersbuch, Allgem , für deutsche Studenten. Heraus- gegebrn o-Müller 0 d. Werra. Unter Mitwirkung v Stud. M R, neu bearbeitet von Felix Dahn und Carl Reinecke. 7. Auflage. 716 Lieder- JL 3.—. Fein geb $cte The Brück in Giessen S«Ä »«sond.r.m Haus-, nach -tg-n-n und fremden Entwürfen^ Eigene Schreiner- und " I« ' A"nc°.Li.ferung j-d«r Sahnfiation. ftfgräwiet 1 S*5 S. und P°rtidre„. B-ttfed-rn und Dannen. kmu Pfarrer Sander Uwe., s?eh. Uenneiuanii, uns heute Nacht durch den Tod entrissen wurde. Giessen und Waldmichelbach, den 17. Mai 1889. 4255 Emma Sander, Musiklehrerin. Wilhelm Sander, Amtsrichter. Toni Sander« Anna Sander, geb. König. weg findet Samstag den 18- Nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause (Selters- Mk. 1.- J. Thörner, 4166 1 4% Gießener Obi. 104.70 Nedactton: A. Schepda. 120 0.30 4193 Hrausse. 4259 Ein Laden mit Logis per 1. Juli c« zu vermiethen. Steuftadt 30. : 4208] Schutt kann abgeladen werden. . Näheres_______________Flügelsgasse 23. Gebr. Röhrle, Exportbier-Drsuerei Gießen. Um den Besuch der Concerte ;u einem recht regen zu machen, werden an der Kasse Gesellschastsbillete ausgegeben und beträgt der Preis: - Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. CH r. Pietsch) in Gießen. ©Je heutige Nummer enthält 1 Blatt und 1 Beilage Statt besonderer Anzeige. Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mtttheilunq, öafj es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere liebe unvergeßliche Gattm, Tochter, Schwester, Schwiegertochter und Schwägerin, Iran Karoline Winck, geb. Rolshausen, heute Nacht nach kurzem Krankenlager zu sich zu rufen. Gießen, den 17. Mai 1889. Di- trauernden Sinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag */22 Uhr vom Sterbehause (Neustadt 20) aus, statt. 4265 Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 17. Mai 1889. 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Silberrente 89 10 74.20 Ditzconto-Commandit-Anth. Darmstädter Bank-Att. Oesterreich. Credtt 241.80 170.50 265.37 Oester reich. Staatsbahn-Actten Lombard. Eisenbahn- Galizische do. " 209.25 95.75 17775 20 Francs-Stücke 10 do. 16.22 16.20 -16.25 -16.24 | Tendenz Engi. Souveretgn? 20.40 Dollar« in Golo 4-18 fest. -20.44 -4.22. Telegraphischer Tourrverichi der B Oesterr. Creditactien 165.60 Oesterr. StaatSbahn-Actten 105.00 Laura-Actien 136.50 Darmstädter Bankactien 171.50 Tende rrliner Börse vom 17. Mai 1889. Dt8conto-Com.-Ant-etle 240.75 Lombarden 52.40 Ostpreußen 11725 Bochumer Gußstahlactien 210.00 nz: fest schwankende waren, tnder laufenden Session doch noch zu Stande kommen wird so daß also die auf diese ebenso wichtige wie schwierige Materie verwendete aroße Mübe und Arbeit keine vergebliche gewesen ist. Wie sich das Gesetz in seinen soctalpoltttscken wie wtrthschaflltchen und finanziellen Wirkungen gestalten wird, das ist allerdings eine Frage, welche erst die Zukunft vollständig beantworten kann. Beilage zu Ar. 115 Des „Achmer Anzeiger" Da» Vorkommen von Viehseuchen im Grohher^ogthum Hessen während des Monats April 1889. , . . Milzbrand wurde festgestellt in Farmersheim im Kreise Alzey am 7. April Rinde; im Kreise Friedberg in Rodheirn o. d. £>. am 10 und in W^f-lSh-im am 19; in Garbenteich im Kreis- Gießen am 18. und in K^bden im Kreise Büdingen am 28. April bet je einem kreptrten Rmde. Lung°n?°°?s°s,gestellt"^ *" 3ilCbet''3fiot,en im Ärtlie Di-durg krepirten Pferde wurde . ,, Maul- und Klauenseuche. In Offenbach, wo die Seuche in einem Rind- vieybe lande von 8 Stuck am 25. März feftgestellt worden war, und auf Hof Neuhof bei Leihgestern im Kreise Gießen, wo sie in dem aus 58 Stück Rindvieh bestehenden Viehstande seit dem 15. Marz geherrscht hat, sind zu Ende April keine Seuchenerschetn- ungen mehr wahrgenommen worden. w n r ?n Allendorf a. d. Lahn, Kreis Gießen, ist die Seuche seit dem 19. Märr in Stuck Rindvieh und 26 Schweinen bestellten Gehöften aufgetreten 2^-?-ÄAn ^a"en Ende April die Seuchenerscheinungen aufgehört. In zwei mit 15 Lrtttck Rindvieh und 7 Schweinen bestellten Gehöften herrscht die Seuche dorten noch fort. Die aus 131 Schafen bestehende Heerde der Gemeinde Allendors tst gLchfalls verseucht und aus der Weide abgesperrt. . _ 3« Laufe des Monats April wurde die Seuche festgestellt im Kreise Offenbach in Steinbach am 6. in einem Gehöfte mit 4 Stück Rindvieh, welche bis Ende des 1? kreise Mainz in Zahlbach am 23. in einem Gehöfte mit 2 Stuck Rindvieh und in Bretzenheim am 25. in zwei Gehöften mit 8 Stück Rind- vieh; im Kreise Oppenheim in Schornsheim am 19. in zwei Gehöften mit 5 Stück 4 2 ZKen und am 29. in einem Gehöfte mit 10 Stück Rindvieh, sowie 21 AbAstadt am 29. in einem Gehöfte mit 5 Stück Rindvieh und einer Riefle- im Kreise Worms in Monsheim am 25. in einem Gehöfte mit 23 Stück Rindvieh ’ m Der Blaschenausschlag unter dem Rindvieh in Hetzbach im Kreise Erbach »st erloschen. Die Seuche herrscht fort in Heidelbach und Schwabenrod im Kreise Alsfeld in Ueberau und Nteder-Klingen im Kreise Dieburg, sowie in Kirch-Beerfurth im Kreise Erbach, wo sie am Schluffe des Monats März feftgestellt war. 1 . &r|efÄWurbKt "e Seuche in Steinberg im Kreise Gießen am 4., in Kirtorf im Kreise Alsfeld am 5., in Framersheim im Kreise Alzey am 7.; im Kreise Erbach ?en Orten: Breitenbrunn am 11., Würzberg am 24. und Rothenberg am 25.; im Kreise Bingen in Appenheim am 13. und BüdeShetm am 15.; in Messel, Kreis Darmstadt, am 20. und in Lauterbach am 25. April. ..Die Räude gilt als vmhanden unter den Schafen in den Orten des Kreises Alsfeld: Vadenrod, Eudorf, Erbenhausen und Appenrod; in den Orten des Kreises Büdingen: Dauernheim, Bindsachsen und Bleichenbach, und Ober. Mockstadt - ferner noch in einem kleinen Schasbestand in einem Gehöfte bei Trebur im Kreise Groß - Gerau. 1 Da» Alters- und Anvaliditätsverfichrrungsgesetz vor der Entscheidung. Nach wochenlangen, äußerst angestrengten und verwickelten Verhandlungen ist die zweite Lesung der Alters- und Jnoalidjtätsversicherungsvorlage vom Reichstage am vergangenen Samstag zu Ende geführt worden und tritt das Haus am bevorstehenden Irettag in die dritte Lesung des Entwurfs ctn. Es steht sonach die parlamentarische Enticheidung über dieses hochwichtige, zur einstweiligen Krönung des ganzen social- reformatorischen Gebäudes bestimmte gesetzgeberische Werk unmittelbar bevor und dürfte es daher angebracht erscheinen, nochmals die hauptsächlichsten Bestimmungen des Gesetzentwurfs in der Fassung, welche sie durch die Spectalberathung erhalten haben, heroor- zuheben. Zunächst hat der Kreis der zu versichernden Personen insofern eine Etn- schrSnkung erfahren, als, im Gegensätze zum ursprünglichen Entwürfe, die Gehilfen und Lehrlinge der Apotheker von der Versicherungspflicht wieder ausgenommen worden sind. Dafür können aber kleinere Unternehmer und Gewerbtreibende, sofern sie nicht schon *”*cr S 1 des Gesetzes fallen oder das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben, sich freiwillig mit versichern lassen. Die oielumstrittene Frage der Höbe der Altersgrenze ist dahin entschieden worden, daß es endgiltig beim vollendeten 70. Lebensjahre als -y!"" lur die Altersrente verbleibt; die Invalidenrente dagegen tritt bei Erwerbs- unfahigkett in Folge von Altersschwäche, Krankheit oder Unfall bei der Arbeit ein, doch ist ihre Gewährung in gewissen Fällen dem discrettonären Ermessen der VersicherungS- «nheimgestellt. Die Anwartschaft auf Rente erlischt im Allgemeinen bei der Nichtzahlung von Beiträgen nach 5 Kalenderjahren, doch leben erloschene Ansprüche wieder auf, sobald eine die Versicherungspflicht begründende Arbeit von Neuem ausgenommen wird. Was die Frage der Aufbringung der Mittel anbelangt, so tragen Arbeitgeber ? - Arbeitnehmer zu gleichen Theilen zu den einzuzahlenden Beiträgen bet, während das Reich zu jeder alljährlich thatsächlich zu zahlenden Rente einen Zuschuß von 50 Sewayrt. Für die Aufbringung der Beiträge der Arbeitgeber ist an dre Stelle des früheren Prämiendeckungsverfahrens endgiltig dasEapitaldeckungsverfahren für bestimmte Zeitraum^ zunächst für 10 Jahre, später für je 5 Jahre, festgesetzt worden. Hierdurch wird an Stelle des stets in gleicher Höhe bleibenden Betrages, wie es beim Prämienverfahren der Fall gewesen wäre, ein stufenweises Steigen desselben bedingt. Rur »Messung und Berechnung der Rente sind die Rentenempfänger in vier aufsteigende §?bnklaffen eingetheilt und die schwierige Berechnung der Renten und der Höhe der Beiträge tn folgender Weise geregelt worden: Die Altersrente beträgt in der ersten (untersten) Lohnklasse 65 Jt, in der zweiten 80 JL, in der dritten 115 JL und in der ^"ten 150 bet Berechnung des von der Versicherungsanstalt aufzubrtngenden Theiles der Invalidenrente wird der Betrag von 60 JL zu Grunde gelegt. Derselbe steigt in der ersten Lohnklasse um 2, in der zweiten um 6, in der dritten um 9, in Der vierten um 13 H für jede Beitragswoche; die in jeder Versicherungsanstalt zu erhebenden wöchentlichen Beiträge belaufen sich in der ersten Lohnklasse auf 14, in der zweiten Lohnklaffe auf 20, in der dritten auf 24 und in der vierten auf 30 H für die erste Beittagsperiode - Was schließlich die Organisation anbelangt, so ist es bei den territorialen Versicherungsanstalten als Träger der Alters- und Jnvaltden- verficberung geblieben, da sich keine Mehrheit für die von manchen Seiten gewünschte Reichsoersicherungsanstalt fand. Ganz entfernt wurden aus dem Entwürfe die Bestimmungen über die Schutzoorschriften und über die von der Commission beantragten menten war kaffen. . «nttflt dasGesetz in^einer nunmehrigen Fassung mit den angedeuteten wichtigsten Punkten gegenüber den früheren Entwürfen und Beschlüssen bemerkenswerte Verbesserungen und Fortschritte, während andererseits freilich auch nicht geleugnet werden kann, daß die Vorlage selbst jetzt noch so manche bedenkliche Bestimmungen aufweist. Ob es in der bevorstehenden dritten Lesung gelingen wird, noch weitere Verbesserungen der Vorlage herbeizuführen, muß zunächst abgewartet werden; doch verlautet bestimmt, daß diejenigen Gruppen, aus denen sich die bisherige Reichstagsmehrheit für den Gesetzentwurf zusammensitzte, bereits auf diese Verbesserung anzielcnde Abände- rungsantrage vereinbart haben. Jedenfalls steht aber jetzt das Eine fest, daß das Alters- und Jnvaliditätsversicherungsgesetz, dessen Aussichten noch vor Kurzem so Literarisches. 3n dem VAage von Ed. Bote L G. Bock in Berlin erschienen in vräcb- fr?rrhnÄUÖXattU?0?UT (Walzer, Galopp, Polka, Polka-Mazurka) uno ein Potpouni för das Pianoforte aus dem neuen Ballet ,Die Jahreszeiten" von V Lertel Di-s? ansprechenden Cornposilionen wurden bet der Ausführung im Königlichen Opernhau e in Berlin von Publikum und Krilik mit größtem Beifall ausgenommen Besonders durste der .Flieder-Walzer" (Preis 1 80 weiteste Vcrbrettun"stnden.'0 ™ * Aktgemeiner Anzeiger. Dienstag den 21r ds. MtS. Vormittags 10 Uhr, sollen in der Wirthschaft der Heinrich Döpser Wittwe zu Röthges nachstehende zur Einfriedigung des Kirchhofs nöthigen Arbeiten in Akkord gegeben werden: veranschlagt zu: 1) Maurerarbeiten . . ai. 180,00 2) Mauersteinanfuhr . „ 50,00 3) Steinhauerarbeiten . „ 450,00 4) Schlofferarbeiten . . „ 150,00 Hungen, am 12. Mai 1889. Listmann, 4128 Bezirksbauaufseher. Ieilgeöotenes. Größt« Auswahl in allen erdenklichen Sorten Schuhwaaren fiir Damen, Herren, Knaben, Mädchen und Kinder, »u den billigsten Preisen bei * I SÜ68, 4120 » Marktstraße 9. Baumwoll. Kinderstrümpfe gebe ich, um gänzlich damit zu räumen, zum Selbstkostenpreis ab. Robert Stuhl, 4203 Neustadt 23. I SB Wettergasse I t o'l* llrren* tau Aeltestesu. grösstes Schuhgeschäft Giessens Billiger als jede Mäusburg und empfiehlt sein Lager aller Sorten dauerhaft und elegant gearbeiteter Schnliwaareii als Knopf-, Schnür-, Schaft- n. Zugstiefel, Halbschuh, Tanzschuh, Plüsch- und Lederpantoffel für Damen, Herren und Kinder von den gewöhnlichsten bis zu den hochfeinsten aus den besten und grössten Fabriken. Für Arbeiter u« Landleute Grösstes Lager in schweren und dauerhaften Arbeitsschuhen, langen und halblangen Knie-, Bohr- und Reitstiefeln, Confirmanden-Stiefel u. Schuhe in grosser Auswahl. Billigste Preise. Reelle Bedienung. 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