Nr. 294. Dienstag den 17. December 1889. Der fU|e*ct Anzeiger erscheint täglich, Bitt Ausnahme deS MontagS. Die Gießener A«»ikieu V kälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Aenerat-Mnzeiger. Diertelsähriger Zvonncmeulspretsr 2 Mark 20 Pfg. mtt Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Sxpeditia» und Druckerei: Kchutstratze Ar.?. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren. Gratisbeilage: Gießener Aamitienbkätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Burcaux deS In« und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Neichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert, pro Monat November für den Lieferungsverband Gießen pro 100 kg betragen; Hafer JL 16.—, Heu JL 7.90, Stroh JL 6.80. Gießen, den 14. December 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. politische Ueversicht. Gießen, 16. December. Die Weihnachtspause des Reichstages bedingt and) eine gewisse Ruhe in der Behandlung der schwebenden Tagessragen und mit dem weiteren Herannahen des Weihnachtsfestes dürfte die Vertagung des Reichstages diesen ihren Einstuß immer stärker geltend machen. Um so schärfer hebt sich jetzt die abermalige bedrohliche Zuspitzung der Bergarbeiter-Bewegung im westlichen Deutschland von den übrigen Tagesbegebenhelten ab. Im Gegensatz zu der in den westfälischen Kohlenrevieren wieder eingetretenen Beruhigung der Gemüther ist die auch unter den Bergleuten des Saarrevieres herrschende Gährung durch Proclamirung eines immer weiter um sich greifenden Strikes zum Ausbruche gekommen. Auch bei der Bewegung im Saargebiete bildet die Maßregelung einzelner Arbeiter durch die Zechenverwaltungen den Hauptgrund der Unzufriedenheit unter den Bergleuten, doch spielen auch andere Fragen in die Bewegung hinein. Von einer Vermittelung der staatlichen Behörden zur Beschwichtigung der Bergarbeiter, wie solche gegenüber der Bewegung in Westsalen mit Erfolg angcwcndet wurde, ist bislang aus dem Saargebiet noch nichts gemeldet worden und erscheint dies in Anbetracht des Umstandes, daß hier die meisten Kohlengruben dem Staate gehören, einigermaßen auffällig. Hoffentlich wird es aber nun die Regierung auch gegenüber den Bergleuten an der Saar an freundlichem Entgegenkommen nicht fehlen lassen, denn daß mit Hinweisen auf die Strafbarkeit einer sofortigen Arbeitsniederlegung bei den erregten Leuten nicht viel auSzurichten ist, dürste doch auch in Regierungskreisen klar sein. Die über das Befinden 6min Pascha» Ende voriger Woche eingegangenen Nachrichten klingen leider etwas ungünstiger als die vorher eingelaufcnen Meldungen. Emin hat namentlich Hustenanfälle, die ihn sehr erschöpfen, auch kann er in- solge von Schwierigkeiten beim Schlucken keine feste Nahrung zu sich nehmen. Jedenfalls kann da von einer demnächstigen Uebersiedelung Emins von Bagamoyo nach Zanzibar noch keine Rede sein. Das österreichische Abgeordnetenhaus hat am vorigen Freitag dem Ministerium Taaffe das provisorische Budget mit 131 gegen 88 Stimmen nach lebhaften und theilweisc einen hochpolitischen Charakter tragenden Debatten bewilligt. In längerer Rede suchte Ministerpräsident Graf Taaffe die innere Politik Oesterreichs gegenüber den scharfen Angriffen des Abgeordneten Plener, des greisen Führers der Deutschböhmen, zu rechtfertigen, speciell in Bezug auf die Verhältnisse in Böhmen. Die langschweifigen Ausführungen Graf Taaffes lassen sich dahin zusammenfassen, daß die Regierung niemals den Parteien Concessionen gemacht und immer nur das eine Ziel der Verwirklichung der Gleichberechtigung der Nationalitäten im Auge gehabt habe- sie handele nie auS Parteirücksichten, indeß die Opposition oft parteiisch sei. Zum Schlüsse erklärt der Minister, er werde sich durch nichts von dem mit Hilfe der Majorität bisher verfolgten Wege abbringen lassen, dieser aber solle zum Ausgleiche zwischen den Nationalitäten in Böhmen führen und bei gegenseitiger Mäßigung, sowie der jederzeit hierzu §u habenden Mitwirkung der Negierung werde das genannte Ziel nicht unerreichbar sein- natürlich spendete die Rechte den Worten des Ministers großen Beifall. Es soll also in Oesterreich nach dem Taaffe'schen Versöhnungsrecepte weiter gewirthschaftet werden, wohin aber dasselbe führt, das zeigen die nachgerade unhaltbar gewordenen Nationalitätsverhältnisse in Böhmen zur Genüge! Der Ausstand der Londoner Gasarbeiter scheint wider Erwarten ungünstig für dieselben verlausen zu wollen. Die Polizei schützt die von der South Metropolitan-Gesellschaft als Ersatz für die Strikenden eingestellten Arbeiter kräftig und hält zugleich alle Zugänge zu den Gaswerken besetzt, so daß im Betriebe derselben noch keine Störungen eingetreten sind. Die Strikenden zeigen sich infolgedessen sehr erbittert und nehmen sie eine äußerst drohende Stellung ein, in einzelnen Londoner Stadttheilen kam es bereits zu Ausschreitungen seitens der ausständischen Gasarbeiter, womit dieselben ihrer Sache aber freilich nur schaden. Petersburger Privatnachrichten zufolge sind im Petersburger Osfizierscorps abermals nihilistische Umtriebe entdeckt worden. Es wurden ein Artillerie- und ein Marine-Offizier verhaftet und verlautet gerüchtweise, die verhafteten Offiziere hätten Verbindungen mit einem nihilistischen Comite unterhalten, das vor einiger Zeit Constantinopel als seinen Standort wählte und von dort aus agitirte. Deutscher Reich. Berlin, 14. December. Wegen Veranstaltung einer Weltausstellung zu Berlin haben neuerdings wiederholt vertrauliche Verhandlungen stattgesunden- man will sich aber so lange nicht öffentlich engagiren, als nicht auf eine Unterstützung der Regierung zu rechnen ist. Berlin, 14. December. Die Unterdrückung de» Deutsch thurns in den baltischen Provinzen Rußlands nimmt ihren Verlaus mit solck)en tragisck)en Folgen, wie sie in derartigen Fällen für den Einzelnen nicht ausblciben. Durch die sogen. Justizreform ist eine große Anzahl von den besten, tüchtigsten und — anständigsten Juristen brodlos geworden. Wie der Ersatz für dieselben beschaffen ist, zeigt nachstehender Fall: Ein aus Rußland nach den baltischen Provinzen versetzter hoher Gerichtsbeamter erklärte auf eine Aeußerung, daß ihm die Eingewöhnung in die fremdartigen Rechtsverhältnisse wohl schwer werden dürfte: er habe sich bereits angelegentlich mit dem Studium des Code Napoleon beschäftigt. Der brave Mann wußte nicht einmal, daß der Code wohl in polnischen Gebietsteilen, aber nicht in den deutschen Ostscebezirken Rußlands gilt! Und mit der Zertrümmerung des Rechts geht Hand in Hand die Zertrümmerung der Gemeindeverfassung. Am 9. d. M. sollten die Schlußsitzungen des deutschen Hosgerichtö und des Raths stattfinden und um 1 Uhr in der Jakobi-, um 2 Uhr in der Petrikirche ein feierlicher liturgischer Gottesdienst. Es sind dies die ältesten protestantischen Kirchen der Stadt. Fast sämmtliche deutsche Beamte beabsichtigen den beiden Gottesdiensten bei zuwohnen. Der Riga'sche Rath hat seit 1202, also 687 Jahre bestanden, das Hofgericht seit 250 Jahren. Oppeln, 12. December. Infolge Ausbruchs der C h o l e ra unter dem Geflügel hat der Regierungspräsident Dr. v. Bitter die Einfuhr von Gänsen aus Galizien nach dem Regierungsbezirk Oppeln lediglich auf die Eisenbahn beschränkt. Springe, 14. December. Se. Majestät der Kaiser fuhr heute früh 8i/2 Uhr bei frischem Wetter mit seinen Jadgästen vom Jagdschlösse weg. In dem ersten Treiben, eine Suche mit der Findermeute auf Sauen, erlegte Se. Majestät 32 Stück. Nach dem Frühstück im Jagdzelt begann ein zweites Treiben, ein eingestelltes Jagen auf Sauen, Rothund Damwild. Dortmund, 14. December. Gestern fand hier eine Conferenz der Landräthe des Ober-Bergamtsbezirks Dortmund statt, unter Vorsitz deS Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, von Studt. Später erschienen die Bergarbeiterführer Schröder und Bunte, welche der Oberpräsident ermahnte, bei ihren Kameraden für den Frieden einzutreten, an dem nöthigen Entgegenkommen würden es die Behörden Wie seine Schwiegermutter dir Deihnachtrserertage verbrachte. Bon Helene 61511. Hochdruck verboten.! (Fortsetzung.) Während in P. ihrer Ankunft mit so gemischten Gefühlen rntgegengesehen wurde, hatte Frau von Brandt ihre Reisevorbereitungen mit gewohnter Ruhe und Umsicht getroffen. Sie hatte sich ihrem Schwiegersohn gegenüber nicht mit Unrecht auf ihre Reiseklugheit Berufen. Wenn daS Reisen eine Kunst ist, die gelernt werden muß wie jede andere, so hatte sie es darin unstreitig zu einer Art von Virtuosität gebracht. Schon ihr Anzug verrieth dies. Bon den festen, pelzgefütterten Stieselchen an bis zu der weich anschmiegenden, kleidsamen Kopfumhüllung entsprach jedes Stück derselben ebensosehr den Bedürfnissen der Winterreise als den Forderungen der Eleganz und Respectabilität, auf welche Frau von Brandt große Stücke hielt. Eine besondere Specialität ihrer Reiseklugheit, auf die Frau von Brandt sich viel zu gute that, bestand in der tiefen, festen Tasche des Reisekleides, welches so geschickt unter den galten verborgen war, daß sie für eine fremde Hand nicht leicht auszufinden war. Die Tasche war so geräumig, daß sich neben einem großen Portemonnaie für das Kleingeld (sie setzte ihren Stolz darein, nie eins der unbrauchbaren Miniatnr-Damengeldtäschchen, sondern stets ein solides, praktisches Herrenportemonnaie zu benutzen) und einem zweiten für größere Banknoten, noch bequem Platz für zwei Taschentücher darin fanden, das eine für den directen Gebrauch, daS «ndere, ein großes seidenes Foulardtuch ihres seligen Gatten, bestimmt, als Kops- oder Halstuch, eventuell auch als Serviette sder Handtuch zu dienen. In der Hand (ihr größeres Gepäck hatte sie vorausgeschickt) trug sie nichts als ein kleines, festes Lederköfferchen, das außer einigen nöthigen Dingen für die Nacht nur die Geschenke für ihre Kinder ausnehmen sollte, die sie auf der Durchreise in G. kaufen wollte. Sie hatte die Reise schon am Tage vor dem heiligen Abend angetreten und die Nacht in G. zugebracht. Es war viel Schnee gefallen, sie hörte im Hotel, daß die Züge von S. auS nicht mehr angekommen wären - aber das beunruhigte sie nicht. Für die kurze Strecke nach P. in daS offene Land hinaus hatte sie keine Verwehung zu befürchten. Da der Zug dorthin erst am Nachmittag abging, blieb ihr bequem Zeit, ihre Einkäufe ganz nach Wunsch zu besorgen. Für den Schwiegersohn wählte sie eine Brieftasche aus, so ähnlich der von ihm verlorenen, al5 sie dieselbe nur finden konnte, und auch genau den Inhalt der verlorenen, 195 M. 75 Pfg., legte sie hinein. Ihr Schwiegersohn sollte sehen, daß es nicht der Verlust des Geldes an sich war, der sie seine Fahrlässigkeit so scharf beurtheilen ließ. Für die Tochter hatte sie einen modernen Schmuck gekauft und für ihr einjähriges Enkelsöhnchen einen Siegelring. Jetzt hätte dieser dem spannenlangen Bübchen freilich bequem als Armband dienen können- wenn es aber herangewachsen war, dann konnte es ihn am Finger tragen und sich dabei seiner Großmutter erinnern. Sie hatte die beiden letzten Sachen in einem Laden gekauft, der ihr durch seine Eleganz ausgefallen war, ohne daß sie sich um die Firma gekümmert hätte Sie liebte eS nicht, ihre Einkäufe in Winkelläden zu machen, da sie der Ansicht war, daß die Vertheuerung der Maaren durch die hohe Regie in eleganten Läden durch den regen Absatz gewöhnlich mehr als ausgeglichen werde. Sie hatte gut zu Mittag gespeist und stand jetzt sehr zufrieden mit sich und der Welt an der Kasse des Bahnhofs, um ihr Billet nach P. zu lösen. Es war zwei Uhr vorüber, um fünf Uhr kam sie in P. an, gerade zur rechten Zeit, um den Weihnachtsabend behaglich mit ihren Kindern zu feiern. Sie steckte das Geld, das der Kassirer ihr herausgab, in das Portemonnaie und dieses in die Tasche, dann trat sie einen Schritt zur Seite, um das gelöste Billet in den Ausschnitt ihres linken Handschuhs zu stecken, wie es ihre praktische Gewohnheit war. Nach ihr war ein kleiner, dicker Herr an den Schalter getreten. Er hatte eine Anzahl Banknoten vor sich auSg,- breitet und unterhandelte, den Kopf tief zum Kassirer gebückt, eifrig mit diesem seines Billets wegen. So, jetzt war das Billet sicher geborgen! Sie blickte noch einmal zurück, ehe sie sich zum Gehen wandte. Erschrocken fuhr sie zusammen. Lag dort nicht ihr Portemonnaie noch auf dem Schalterbrett? Wie hatte sie das nur vergessen können! Der Gedanke, was ihr Schwiegersohn wohl zu ihrer Unvorsichtigkeit gesagt haben würde, fuhr ihr durch den Stopf. Erröthend und unsicher streckte sie die Hand aus und steckte das Portemonnaie ein. Es läutete zur Abfahrt. Langsam ließ sie sich von dem Gedränge zur Perronthür sortschieben. Da hörte sie plötzlich erregte Stimmen hinter sich. „Da ist sie!" — „Haltet sie auf!" — „Das ist die Taschendiebin!" Eben wollte sie sich umsehen, da legte sich eine schwere Hand auf ihre Schulter. „Bitte, Madame, mit mir auf die Seite zu treten." Sie zuckte erschrocken zusammen. Ein Sicherheitsbeamter stand neben ihr. „Ist das die Dame?" wandte er sich an einen Herrn, in dem Frau von Brandt sofort ihren Nachbar am Schalter erkannte. „Gewiß, gewiß! Da ist kein Jrrthum möglich ! Sie muß da» Portemonnaie haben." unb die Zechenverwaltungen nicht fehlen lassen. Bergmann Schröder sprach die Bitte aus, die Knappschaftskassen möchten auf ihren Listen die entlassenen Bergleute nicht streichen, damit diese ihrer bisher gezahlten Beiträge nicht verlustig gingen. Oberpräsident von Studt versprach die Bitte zu berücksichtigen. Hier findet morgen keine Bergarbeiter-Versammlung statt, dagegen in Wen. Hannover, 14. December. Se. Majestät der Kaiser ist nach beendigter Jagd nm 6 Uhr 30 Min. Abends mit seinen Jagdgästen von Springe hier eingetroffen. Nach einem kurzen Aufenthalt, wahrend dessen Se. Majestät den Wagen nicht verließ, erfolgte die Weiterfahrt nach Potsdam. Die Gesammtstrecke des in Springe erlegten Wildes beträgt 235 Stück Schwarzwild, 29 Stück Rothwild und 21 Stück Damwild. Potsdam, 14. December. Der Kaiser traf mit dem Erzherzog Ferdinand mittelst Sonderzugs um 9 Uhr 45 Min. auf der Station Wildpark ein und begab sich mit seinem Begleiter zu Wagen nach dem neuen Palais. Saarbrücken, 14. December. Der ,,Saarbrückener Ztg." zufolge erließ Berghanptmann Brassert an die Berginspectionen 1—10 als Commissar des Ministers für öffentliche Arbeiten eine Bekanntmachung dahingehend, daß diejenigen Bergleute, welche wegen unbotmäßigen Verhaltens während der Arbeiterbewegung diejes Jahres auf Grund der Arbeitsordnung von der Bergarbeit aus den königlichen Gruben bei Saarbrücken durch Ablegung oder Kündigung entfernt worden, im Wege der Gnade unter der bestimmten Erwartung der künftigen untadelhaften Führung zur Bergarbeit wieder angenommen werden sollen, falls dieselben binnen acht Tagen die Wiederanlegung bei der Berginspection nachsnchen. Gelsenkirchen, 14. December. Die auf heute Abend angesetzte Versammlung der Arbeiterdelegirten, welche stark besucht war, trat um 7 Uhr zusammen. Auf der Tagesordnung standen: Die Aufhebung der Sperre, die Schichtdauer, die Lohnsrage, sowie die Bildung eines Ausschusses zur Regelung der vorliegenden Fragen. Einige Arbeiter führten Klage darüber, daß sie auf ihren bisherigen Zechen keine Arbeit gesunden hätten. Von anderer Seite wurde anerkannt, daß durch den Landratl) Arbeit geschafft worden sei und daß sich die Verwaltungsbehörden dieserhalb besondere Mühe gegeben hätten. Der Delegirte Schröder erklärte, daß die Arbeiter den Re gierungsbehörden vertrauen müßten und deren Sympathie nicht verscherzen dürften. Die gegenwärtige Versammlung sei nicht als eine allgemeine Delegirtenversammlung anzusehen. Aus den Gruben des Dortmunder Reviers sei die Sperre thatsächlichansgehoben. Nachdem alsdann über die Frage, ob die Sperre wirklich aufgehoben worden sei oder nicht, verschiedene Meinungen geltend gemacht und in dieser Beziehung eine mehrwöchentliche Beobachtungsfrist als erforderlich bezeichnet worden war, wurde die Discussion über diesen Punkt geschlossen. Der Vorsitzende Diekmann hob in einem Resume hervor, daß die Sperre noch nicht als aufgchoben zu betrachten sei; t'Mzdem solle von einem Strike Abstand genommen werden. Es erscheine aber nvthwendig, einen Ueberwachungs-Ausfchuß einzusetzen. Die Versammlung beschloß darauf , ohne in eine weitere Diskussion über die Schichtdauer einzutreten, daß ein Controlausschuß von 12 Mitgliedern gewählt werde, welcher zu überwachen habe, ob die Sperre wirklich aufgehoben sei und welcher event. später die Versammlung zu einer weiteren Beschlußfassung einzuberufen berechtigt sei. Hamburg, 12. Decemver. In Erinnerung un die kürzliche Colonialdebatte des Reichstages dürfte es uoit Interesse sein, einmal zu erfahren, was so ein Woermann-Dampfer aus Westafrika hierherbringt. Die Ladung der kürzlich hier an- gelangren „Anna Woermann" umfaßte 3 Fässer Kaffee, 25 Säcke Gummi-Copal, 22 Säcke Gummi-Elasticum, 16 Säcke und 5639 Coevsnüsse, 1 Collv Elephantenzähne, 5 Colli Affenfelle, 1 Kiste Goldstaub, 28 Stück Haute, 30 Colli Kaufmannsgüter, 112 Säcke und 35 Tons Mais, 1 Kiste Tabak, 179 Fässer Palmöl, 4352 Säcke und 568 Tons Palmkerne, 2 Kisten Curiositäten. Die mit der „Anna Woermauu" hier eingetroffene „Assana" brachte u. A. 2 Fässer //Das wird sich gleich zeigen. Bitte, Madame, hier herein !" Sie blickte verständnißlos von einem zum andern und dann aus die schnell um sich stauende, neugierig gaffende Menge. Bestürzt zog sie den Schleier vor das Gesicht und folgte dem Beamten in daö Local, dessen Thür er geöffnet hatte. „Wollen Sie Ihre Tasche hier aus dem Tisch ausleeren." „Mein Herr, ich bin Frau von Brandt aus S.!" stammelte sie fassungslos. „Frau von Brandt? So! Ohne schönen Titel geht es natürlich nicht. Also, lassen Sie sehen, was in' Ihrer Tasche ist." Mechanisch fuhr sie mit der Hand in die Tasche und zog ein Porteinonnaie heraus. .„Mein Portemonnaie!" rief der dicke Herr befriedigt. „Ich wußte es ja. Niemand konnte es genommen haben als sie. Ihr scheuer Blick fiel mir gleich auf." „Mein Portemonnaie!" hatte auch Frau von Brandt rufen wollen, aber die Worte waren ihr auf den Lippen er storben. Das war nicht ihr Portemonnaie. Es war ihm ähnlich, sehr ähnlich, aber dasselbe war es nicht. Sie griff hastig wieder in die Tasche. „Das ist mein Portemonnaie," sagte sie, es neben das fremde legend. „Ich habe das andere aus Versehen eingesteckt, die Aehnlichkeit hat mich getäuscht." „Ihr Portemonnaie?" fragte der Beamte, ohne den letzten Theil ihrer Rede zu beachten. „Das ist kein Damen- ^ortemonnaie." //Ich pfiege stets Herrenportemonnaies zu benutzen." „Das scheint so. Nun, vielleicht findet sich noch etwas." Er kehrte selber die Tasche völlig um. „Was, noch eine Geldtasche!" rief er erstaunt. „Ich trage mein Neservegeld darin." Gummi, 20 Fässer Palmöl, 6262 Säcke mit 1099 Tonnen Palmkerne an Land. Halle, 12. December. Der in Yokohama verstorbene Lieutenant Ribeck hat einen großen Thcil seines Vermögens der Stadt Halle behufs Gründung von Armenstellen vermacht; es ist die Rede von 2J/2 Millionen Mark. München, 14. December. Nach dem über das Befinden des Ministerprüfidenten v. Lutz heute früh ausgegebenen Berichte ist die Grippe noch nicht im Rückgänge begriffen,- die Nacht hatte einen leidlichen Verlaus. Karlsruhe, 14. December. Die beiden Kammern haben sich bis nach Neujahr vertagt. In der zweiten Kammer hat die liberale Partei folgende Anträge angekündigt: Die Regierung wolle im Bundesrathe dorthin wirken, daß eine Erhöhung der Vergütungen für die Natural-Verpflegung der bewaffneten Macht im Frieden erfolge; ferner solle die Regierung den Quartiergebern bei den Herbstmanövern einen Zuschuß aus der Staatskasse gewähren und denselben in dementsprechendem Sinne in den Etat einstellen. Ausland. Wien, 14. December. Der Cardinal Gang l bauer ist heute Mittag um 1 Uhr gestorben. Pest, 14. December. Oberhaus. Der Ministerpräsident richtete an das Haus eine Zuschrift, nach welcher der Kaiser die Verzichtleistung des Erzherzogs Johann Salvator auf seinen Rang und seine Titel genehmigte. Diese Zuschrift wird zur Kenntniß genommen und in Folge derselben Erzherzog Johann Salvator aus der Liste der Oberhausmitglieder gestrichen. Paris, 14. December. In der Berathung, welche in der heutigen Kammersitzung über die geheimen Fonds des Ministeriums des Innern stattfindet, wird der Minister- Constans die Cabinetssrage stellen. Wie verlautet, wird das Cabinet keinerlei Abänderungsanträge annehmen. London, 14. December. Ein Telegramm der „Times" aus Zanzibar meldet von einer Reihe von Kämpfen des portugiesischen Majors Serpa Pinto mit den Makololos. Serpa Pinto habe nach voraufgegangener Kriegserklärung die Makololos angegriffen und denselben durch die Gatling- gcschütze, die er nut sich geführt, große, nach Hunderten von Tobten zählende Verluste beigebracht. Derselbe habe bei dieser Gelegenheit auch zwei englische Fahnen erbeutet, welche angeblich den Makololos jüngst vom englischen Consul geschenkt worden seien. Serpa Pinto habe die Absicht ausgesprochen, das ganze Land bis zum Nyassa für Portugal zu erobern. Slcuefte Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Potsdam, 15. December. Der Kaiser ist heute Nachmittag um 2 Uhr 35 Min. mittels Sonderzuges nach Neugattersleben abgereift. Esten, 15. December. Die heute hier abgehaltene, von etwa 3000 Bergleuten besuchte allgemeine Bergarbeiter. Versammlung hat nachstehende Resolution gefaßt: „Die heutige, von mehreren lausend Bergleuten besuchte Versammlung erklärt mit Rücksicht auf die Unterstützung, welche die hohe Staatsregierullg den Bergarbeitern entgegengebracht und welche die Arbeiter mit Dank zu würdigen wissen, ferner mit Rücksicht darauf, daß zunächst abgewartet werden muß, ob die den Arbeitern gegebenen Versprechungen erfüllt und gehalten werden, zur Zeit von einem Ausstand abzusehen und eine friedliche Haltung zu bewahren. Die Bergleute wünschen zugleich, daß ihnen in Zukunft die Sympathien der hohen Staatsregierung und der gesummten Bürgerschaft erhalten bleiben mögen." Das gestern gewählte Ueberwachungs-Comite wurde ausdrücklich anerkannt. Saarbrücken, 15. December. Der Proceß gegen die Bergleute Warken, Bachmann, Müller, Almeyer, Strauß und Becker wegen Beamtenbeleidigung hat heute begonnen und dürfte mehrere Tage dauern. Wien, 15. December. Das Leichenbegängniß des Cardinals Gang lbaur wird am Mittwoch Nachmittag erfolgen. ,/Schr gut. Und dies Tuch da?" Er wies auf das seidene Foulardtuch, das neben ihrem weißen Taschentuch zum Vorschein gekommen war. „Ihre Vorliebe scheint sich nicht nur auf Herrenpvrtemonnaies, sondern auch auf Herrentaschentücher zu erstrecken. — Nun, ich denke, wir haben einen guten Fang gemacht," agte der Beamte zu dem dicken Herrn. „Sie können Ihr Portemonnaie nehmen und Ihre Reise sort- setzen. Geben Sie nur Ihre Adresse an. So, das genügt!" Er wandte sich 5111- Frau von Brandt: „Sie kommen mit mir aus das Polizeicommissariat." „Aber, mein Herr, ich bin Frau von Brandt." „Das haben Sie schon gesagt. Für nlich sind Sie für den Augenblick nichts, als eine auf der That ertappte Taschendiebin." Frau von Brandt knickte zusammen. Der Ernst der Situation, den sie bisher noch immer nicht begriffen, ward ihr plötzlich furchtbar klar. „Aber, mein Herr, Sie werden doch nicht im Ernst glauben- Sie müssen doch einsehen, es kann sich hier doch nur um einen Jrrthum handeln." „Das können Sie dem Polizeicommissar auseinander- setzen. Jetzt kommen Sie!" Ganz betäubt folgte sie dem Beamten in die Vorhalle des Bahnhofs hinaus. Dort winkte dieser einen Wagen herbei, setzte sich mit ihr hinein, ein paar Minuten später hielten sie vor dem Polizeigebäude. Dort ward sie in ein Zimmer geführt, in dem schon eine ganze Anzahl von Personen, meist aus der Hefe des Volkes, aus ihre Vorführung vor den Commissar warteten. (Schluß folgt.) Die feierliche Einsegnung des Verstorbenen wird der Nuntius Galimberti vornehmen. Der Weihbischof Angerer ist einstimmig zum Capitularvicar wiedergewählt worden. Auch die Kronprinzessin-Wittwe und der Erzherzog Wilhelm haben dem Domcapitel anläßlich .'des Hinschcidens des Erzbischofs Ganglbaur ihre tiefgefühlte Theilnahme ausdrücken lassen. London, 15. December. Wie die Morgenblätter melden, sind die vom englischen Generalconsul in Zanzibar eingegangenen Telegramme über den Angriff des portugiesischen Majors Serpa Pinto auf die Makololos Lord Salisbury nach Hatfield, wo sich derselbe augenblicklich aufhält, übersandt worden. Voraussichtlich werde sich der morgen statt- findendc Ministerrath mit der Angelegenheit beschäftigen, lieber sein definitives Vorgehen in der Frage werde sich Lord Salisbury voraussichtlich erst schlüssig machen, wenn Nachrichten über die weiteren Einzelheiten eingegangen seien. Rom, 15. December. Nach einer Meldung aus Massauah ist der General Orero, Nachfolger des bisherigen Oberbefehlshabers Generals Valdissera, dort eingetroffen. Sofia, 15. December. Gestern ist zwischen der bulgarischen Regierung und der Waffenfabrik Steyr der Vertrag über die Lieferung von 60,000 Gewehren nach dem 8-Millimeter-Mannlicher-System unterzeichnet worden. Die Lieferung soll innerhalb 15 Monaten erfolgen. Waldenburg i. Schlesien, 16. December. Eine gestern hier abgehaltene Bergarbeiter-Versammlung beschloß, eine Commission zu wählen, welche bei den Gruben-Verwal- tungen vorstellig werden soll, um eine achtstündige Schichtdauer durchzusetzen. Sollte diese Forderung nicht bewilligt werden, so solle eine besondere Deputation an den Kaiser entsandt werden. In der ziemlich lauten Versammlung warnten verschiedene Redner vor Ausschreitungen und socialistischen Einflüsterungen. Ein Ausstand ist vorläufig nicht in Aussicht genommen. Cocales rrird Provinzielles. Gießen, 16. December. * Wie die „N. Hess. Volksbl." berichten, ist der frühere Commandeur des hiesigen Regiments und späterer Com- mandeur der 43. Infanterie-Brigade in Cassel, zuletzt Generalmajor z. D., Baron von Callas, am 3. d. M. in Berlin gestorben. Concertverem. Die Besprechung des gestrigen Concertes mußte leider wegen Raummangels für morgen zurückgestellt werden. k. Theater. Gestern Abend begann das Gastspiel des berühmten Zwergcomikers Janez Mally. Gegeben wurde Nestroys Lumpacivagabundus. Ucber das Stück selber zu sprechen ist unnöthig, da es leicht Niemandem unbekannt sein wird. Es entbehrt zwar einer streng durchgeführten Handlung, ist aber dafür um so reicher an den gelungensten Scenen und bietet namentlich in der Rolle des Schneiders Zwirn zur Entfaltung zwerchfellerschütterndster Comik reichlichst Gelegenheit. Der Gast, Herr Janez Mally, zeigte denn auch als Zwirn ein geradezu glänzendes Talent, comische Figuren zu schaffen. Auffassung, Maske, Mienenspiel und Gesten, alles war gleich vorzüglich und entfesselte die ausgelassenste Heiterkeit. Diese ist keineswegs auf Rechnung einer derberen, ein ästhetisch gebildeteres Gefühl verletzenden Comik zu setzen. Sondern das ist gerade das Hervorragende und eminent Künstlerische an Janez Mally, daß er nie die Grenzen des bei Darstellung co Mischer Personen Erlaubten überschreitet, sondern innerhalb des Rahmens einer durch feinsten Takt bestimmten Darstellungsweise ganz brillant characterisirte comische Typen liefert und so um so unwiderstehlicher aus die Lachmuskeln wirkt. Seine Leistung als Handwerksbursche war ebenso unübertrefflich, wie sein grandioses Spiel als überall mit seinem Reichthum und seiner Stellung Prunkender Parvenü, der aber — nicht einmal schreiben und lesen kann. Es wäre mehr als undankbar, wollten wir Herrn Reiners als Schuster Knieriem mit Stillschweigen übergehen. Sein Spiel war wieder einfach unbezahlbar. Die Scene, in der er sich einen Thaler dadurch, daß er ein Gläschen Branntwein stehen läßt, verdienen soll und doch der immer wachsenden Macht der Versuchung schließlich erliegt, kann gar nicht besser zum Ausdruck kommen. Die Direction hatte keine Kosten gescheut, um das erste Bild im Feenreiche würdig auszustatten. Die Costüme waren alle neu und geschmackvoll. Frau Anni Reiners sreilich hätte nicht erst ein mit so seinem Geschmack gewähltes Costüm nöthig gehabt, um als das denkbar lieblichste Feeukind zu erscheinen. Den Anstrengungen der Direction gegenüber ist die Theilnahmlosigkeit eines Theiles des Publikums um so bedauerlicher. Gallerie, erster und zweiter Platz waren ja recht gut, aber bei den Besuchern der Sperrsitze scheint nicht die gleiche Empfänglichkeit für Bestrebungen, die darauf hinaus laufen, dem Gießener Theater eine gewisse künstlerische Höhe zu sichern, vorhanden zu sein. x. Theater. Dienstag Abend wird Herr Janez Mally in Mosers berühmten „Stiftungsfest", in dem das kleinstädtische Vereinsleben eine höchst ergötzliche Schilderung erfährt, als Vereinsdiener Schnake in einer seiner Hauptglanzrollen auftreten. Der außerordentliche Erfolg, den der Künstler in der nämlichen Rolle schon vor sieben Jahren in Gießen hatte, wird Manchem noch in der Erinnerung sein und Anlaß werden, die Gelegenheit, eine comische Meistcrleistung ersten Ranges zu genießen, nicht unbenutzt vorübergehen zu lassen. * Gestern Nachmittag wurde auf der Frankfurter Straße ein Schulmädchen aus Klein-Linden von einem beim Bau des Ueberganges über die Köln-Gießener Bahn beschäftigten betrunkenen Arbeiter geängstigt und verfolgt. Als der Unhold von einem des Weges kommenden Klein-Lindener Einwohner, um dessen Schutz das Kind geboten, zur Rede gestellt wurde, bedrohte ihn der Betrunkene mit Todtstechen und ging auch sogleich zu Thätlichkeiten über. Als dem auf diese Art Be- drohte ein zweiter Klein-Lindener zu Hilfe kam, stellte sich ein Complice des erstbezeichneten Arbeiters ein, um diesem zu helfen. Bei der nun folgenden Rauferei wurde der Ge nasse des Klein-Lindener ziemlich bedeutend an der Nase verletzt. Wahrscheinlich hätte diese Schlägerei ein schlimmeres Ende genommen, wenn nicht ein Klein-Lindener Metzger und ein Bauunternehmer sich besonders energisch in s Mittel ge legt und die Kämpfenden getrennt hätten. Wegen dieses an einem Sonntage besonders widrigen Schauspieles, dessen Ur Heber einzig der Attentäter auf das Schulkind ist, ist Anzeige erhoben worden. — Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, feiert der Lehrer Justus Ploch zu Romrod am 20. d. M. sein öOjährigeS Dienstjubiläum. Aus Lberhessen, 12. December. (Nebenbahn Fricdberg- Qberhessische Bahn.) Landtagsabgeordneter Ercl hat der zweiten Kammer den Abdruck einer Vorstellung der Gemeindevorstände von Schotten, Eichelsdorf, Ober-Schmiucn, Umer- Schmittcn, Nidda, Ober WidderSheim, Echzell, Bingenheim, Heuchelheim, Bisses und Blofeld an das Finanzministerium überreicht, in welcher unter Bezug darauf, daß in der Regierungsvorlage, die Erbauung von Nebenbahnen betreffend, der Anschlugpunkt der Dahn von Friedberg an die Obcrhessiiche Bahn noch nicht fest bestimmt ist, gebeten wird, als Anschluß- Punkt den Ort Ober-Widdersheim zu wählen, da dieser allein allen Interessen gemeinsame Rechnung trage. Dieses wird in ausführlicher Darstellung begründet. (N. H. D.) Oersrirsehtes. nn. Darmstadt, 15. December. Im hiesigen Kaufmännischen Verein, welcher zugleich Bezirksverein des Kaufmännischen Vereins zu Frankfurt a. M. ist, hielt gestern Abend Professor Oncken von der Universität Gießen einen Vortrag ,,übcr die Jnlitage des Jahres 1870". In feurig patriotischer nnb ,u Herzen gehender Rede schilderte er die ereignißreichcn Tage des Jahres 1870 und die Erhebung der deutschen Fürsten und des deutschen Volkes, um sich von jahrelang aus ihm lastenden fremdem Joche zu befreien. Er gedachte ferner des einheitlichen Zusammengehens sämmtlicher deutscher Fürsten, um ein Deutsches Reich zu schaffen und um uns bis aus den heutigen Tag den Frieden zu sichern und zu erhalten. Der ganze Vortrag war von patriotischem Feuer durchglüht und wirkte wahrhaft zündend auf die zahlrclchen Zuhörer. Dem Vernehmen nach wird Herr' Oncken auch im kausm. Verein in Frankfurt einen Vortrag halten. — Heute Mittag fand zu Worms eine Versammlung von Interessenten statt, um über die Vorlage der Regierung wegen dem Bau der Nebenbahnen in Rheinhessen Stellung zu nehmen. Bei derselben waren auch die verschiedenen Land- tagsabgcordnete zugegen. Auch in Groß-Gerau tagte eine gleiche Versammlung wegen der Bahn Darmstadt Oppenheim. Eingesandt. Gießen, 15. December. Es in eine schöne Sitte, Allen, auch tcn Ge Indien, eine Freude zu bereuen, scl es an einem Gedurls- lu;e, sei es am helligen Weihnachtsfeste oder bei anderen Gelegenheiten. Namentlich haben cs sich edle Menschen zum Grundsatz gemacht, zu Weihnachten auch die Herzen ber Unbemittelten ,u erfreuen. So ist Herrn Lehr er Curschmann etn wahres Herzcnsbedürsmß, alljährlich die Bedürftigen unserer Stadt an dem Weihnachtsfeflc durch reichliche Gaben zu beglücken. Es ist beute das oierzigste Mal, daß Herr Curschmann diesen humanen und edlen Zweck zur Aussührung gebracht Hai. 194 bedürftige Kinder unserer Stadt, meistens Mädchen, formte derselbe bei seiner heutigen Weibnachtsbescheerung fast ausschließlich mit neuen Kleidern bedenken. Außerdem ei hielt jedes Kind Aepfel, Bretzeln, Flüsse, Anis und dergleichen in reichlichem Maße. Es ist erstaunlich, wie Herr Eurschmann in seinem Alter noch eine solche Riesen- arbeit in wenigen Wochen überwältigen konnte. Feiene doch derselbe am 8. December d. I. in voller Rüstigkeit seinen 71. Geburtstag. Nur der Gedanke, Andern wohlzuihun, Andern zu helfen, Andern e-ne Freude zu bereiten, hat ihm seine Arbeitskraft gestählt und die Arbeit erleichtert, und dies verdient volle Anerkennung und innigsten Dank, welchen wir im Slawen der Beglückten hiermit aussprechen. Wie an allen guten Handlungen, so nahm auch heute wieder unstre Stadt an der gedachten Bejcheerung regen Anthell. Viele Damen und Herren — auch Herr Bürgermeister Gnautb — besichtigten die Gaden im Lame des heutigen Nachmittags und waren Alle überrascht über die schone und relcvl-che Bejcheerung. Um 4 Uhr nahm die Feier ihren Anfang. Der von den Schülerinnen des Herrn Curschmann so schön geschmückte Wethnachts- bnum wurde angezundet; freudestrahlend nahm die jugendliche Schaar ibn Plätze ein, und das schöne Lied: „Ehre sei Gott in der Höhe" warte mit Begeisterung gesungen. Herr Curschmann hielt hierauf e ne ergreifende Rede. Er begrüßte Kinder i.nb alle Anwesenden in herzlichen Worten, dünkte Gott, daß cS ihu. möglich fet, zum vierzigsten Mal den Bedürftigen der Stadt in dieser Weise eine Freude bei e ien zu können. Er freute sich, daß alle anwesenden Km- der von ib en Lehrern ein so gutes Z ugniß erhalten haben und ermähnte erstere unter Hinweisung auf die Bedeutung des Wech- nachtsfcstes, so fort zu fahren, brav und gut zu sein, dann würde sie auch ber liebe Gott nicht verlassen und ihnen beistehen, tüchtige und brauchbare Menschen zu w-rben. Sie sollten aber auch für die empfangenen (Saben dankcar sein und diese Dankbarkeit durch Folg- samkc t, Fleiß und gutes Betragen gegen ihre Eltern und Lehrer be=‘ thäugrn, damit letztere ihren schweren Bei ui nicht mit Seufzen, sondern mit Freuden erfüllten. Allen den edlen Geberinnen und Gebern, die es ihm möglich gemacht, auch beire wieder in so reichlichem Maß bescheeren zu können, sprach Herr Cunchmann nochma'S seinen Tank aus. Hauptsächlich drückte derselbe seine Freude und seinen Dank darüber aue, daß diese BJcheerung auch noch in späteren Jahren fortzeseht werden tonnt , indem edle Menschen ui diesem 3-Dtcf auf feinen Rainen ehre Stiftung zu Stande gebracht. Hierauf ttug Lina Dort, eine Schülerin des Herrn Cursch- mann, etn der Feier entsprechendes hübfcheS Gedicht vor. Hochbeglückt und freudestrahlend nahmen die Kinder jetzt ih-e Geschenke, mit dankbaren Blicken zu ibrem Wohltbäler aujschauend, in Empfang und wanderten woblbepackt nach Hause. Durch diese edle Handlungswerse har sich Herr Curschmann in den Herze der Armen unserer Sta't ein dauerndes Denkmal gesetzt. Zu jeder Zeit, namentlich aber bet ber Feier eines Weibnachtsfestrv, weiden die Beschenkten sich in Liebe und Dankbarkeit ihres g'oßen Wohtbäters erinnern. Möge cs Herrn Curschmann vergönnt sein, seinen GeburtStag noch recht oft ebenso gesund unb rüstig zu feiern, wie in diesem Indre! Das wist scheu wir von Herzen! X. Verkehr, Land- unb ^ olkswrrthschnft. Krünbcrg, 14. December (Fruchtpreise). Weizen v* 19,60, Korn 17,5'. Gerste JL 18,20, Hafer JL 14,80, Erbsen JL 17,20, Samen JL 00,00, Lein JL ( 0,00, Kartoffeln X 0,00, Linsen JL 30. — Angenehm im Geschmack, unerreicht tu ihrer Wirk-na bet Catarrhen, Husten und Heiserkeit empfehlen sich FAY’» ächte Sodener Mineral »Pastillen, gewonnen aus bei: Salzen t er zur Kur gebrauchtei» berühmten Gemeinde Quellen No. III. unb XVIII., als bas vorzüglichste Ci;ellenpiobuct ber Gegenwart. D>v«st in Apotheken uno Droguenyandlungen. Peets 85 S\. 8000 Einretteis des Schuh werkst Hierzu dient am Besten bas überall rühmlichst bekannte feinste Baselin- und Malta-Lederfett — Deutsches Fabrikat — der Firma Th. Voigt. Würzburg, (bet der Jagd- und Sport Ausstellung, Cassel 1889, unter dem Protektorat Sr. K. K. Hoheit des Prinzen Heinrich, einzig höchst prämiirt). In allen besseren Geschäften zu haben. 9dl4 Bekanntmachung. Mittwoch den 18, December und die folgenden Tage werden im städtischen Magazin am Oswaldsgarten Christbäumchen zu dem Preise von 10, 20, 40 und 60 H ausgegeben. Gießen, den 16. December 1889. Großh. Bürgermeisterei Gießen. ___________Gnauth.______10030 Vergebung von Mauer- steinlikferung. Angebote für die loosweise zu vergebende Lieferung von 800 cbm Bruchsteinen für Grundmauerwerk werden bis zum 23. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, erbeten. Die Angebote sind schriftlich, verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen und portofrei einzusenden. Butzbach, den 14. December 1889. Großh. Baubehörde für die Zellenstrasonstalt Butzbach. ___ von Riefel. luülG Montag 6.13. Januar 1890, Nachmittags 2*/> Uhr, soll auf dem diesigen Ortsgericht die dem Conditor Heinrich Lind in Gießen gehörige Hofraithe: Flur I Nr 773,6 — 113 Meter auf dem Marktplatz öffentlich meistbietend versteigert werden Gießen, 2 December 1889. Großh. Ortsgericht Gießen. __Vogt._______9668 Mittwoch den 18. Dccbr.l.I., Nachmittags 2 Uhr, werden in der Restauration Klingenberg (früher Bramm) gegen Baarzahlung versteigert: Sopbas, Commoden, Kleidet schränke, Glasschränke, Tische, Stühle, Epi gel, Bilder, 1 Secretär, 1 !irahmaschine, 1 Regulator, 1 Comptottpult, 2 imfjb. hochf. Buffets, 1 gr. Parthie Blech- waaren, Lampen :c-, 1 Fleischwiege mit Klotz, 1 Ladentheke mit Waage, 1 Eisschrank, 2 Schweine, 5 Dutzend Arbeiterhemden, 1 Parthie f. Spitzen u. a. m Versteigerung voraussichtlich theilweise bestimmt. Geißler, 10034__Gerichtsoollzieber- Mittwoch ften 18. ds. Mts., Nachmittags 2 Uhr. in der früher Bramm'schen Hofraithe dahier sollen gegen gle.ch baare Zahlung öffentl'ch o rsteigert roerfen: 1 Verticow, 2 Kommoden, 2 Kleiderschränke und fonftigeMobilien, IHobel- bank, 1 Cassaschrank, 1 Ladenschrank, 1 Waage, verschiedener Goldschmuck :c. Versteigerung voraussichtlich theilweise bestimmt. Gießen, den 16. December 1889. Engel IOC 38 Gr. Gerichtsvollzieher. Mobiliar- Versteigerung. Donnerstag den 19. und Freitag den 20. December d 3, jedesmal von Morgens 9 Uhr an, soll das zu dem Nachlaß der Geometer Wißner Eheleute zu Großen« Buseck gehörende Mobiliar, als: Haus«, Küchen- und landwirth- schastliche Geräthschafien, 1 Tasel- clavier, verschiedene Betten u. s. w., eine vollständige Ladeneinrichtung und ein großer Nest verschiedener Specerei- und Colonialwaaren öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden. Großen-Buseck den 16. Decbr. 1889. 3u Weihnachtsgeschenken empfiehlt L'chMch 5. Joseph Mark LWßrch 5. GG Specialität: Wäsche und Ausstattnngen. GO (Hrötzte Sluswahl — Billigste Preise Damen-Tag- und Nachthemden, Jacken, Beinkleider, Frisirmäntel. O® Kinderausstattungen in jeder Preislage, dd Neueste Fayons. — Eleganter Schnitt. — Anfertigung unter billigster Berechnung. OGG Herrenhemden nach Maass ••• tadelloser Sitz. Stoff und Einsätze nur beste Qualitäten. 97 Ein großer Posten trüb gewordene Damenwäsche bedeutend unter Preis. Großh. Ortsgericht Großen-Buseck. __________Stephan.______10020 Montag den 30. Decvr. I. I, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die beui Heinrich Lind in Gießen gehörige Sofraithe: lur 1 Nr. 773,6 — 113 Meter auf dem Marktplatz öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 16. November 1889. Großh. Ortsgericht Gießen. I A.: Vogt. 9309 Honigkuchen. Die so berühmten und mit sieben Preisen nnd Diplomen prämiirten Honigkuchen sind zu haben bei den Herren Ferd. Drebes (vormals Gg. W- Weidig), Eh. Lud. Thomas, Wallthorstraße. 10018 Ziegelhausm im December 1889. Ludwig Runz _________Bäcker und Bienenzüchter. üS Zur Weiynachtssaison bringe ick mein wohlassorttrteS Vollständigen Schutz gegen das Eindringen von Zugluft bei undicht schließenden Thuren und Fenstern gewähren die viel- fach preisgekrönten Verschiuß-Cyiinifer. Diese haben sich in jeder Hinsicht ganz vorzüglich bewährt; sie schließen fast hermetisch, ohne das Auf- und Zumachen der Flügel nur im Geringsten zu behindern, sie sind von langjähriger Dauer und lasten sich von Jedermann auf die einfachste und leichteste Weise befestigen. $für Fenster kostet das Meter 25 Pf. und für Thiiren 35 Pf. Dieselben sind zu haben bei Heinrich Hochstätter Schlostgaste 19. Salz von ber Großherzogl. Saline Bad-Nauhelm aus gradirter Soole bargcftcUt, ausgezeichnet durch seine Schärfe und Leichtlöslichkeit, Kochsalz, Viehsalz, Badesalz, Eissalz, Mutterlauge, letztere in Salinenkannen, alles bester Qualität, wie allgemein anerkannt, ist stets rorräihig und zu d-n billigsten Preisen ui beuchen bei Herrn Kaufmann Carl Bieier auf dem Kreuz in Gießen. Z Korbwaaren-Lager = in empfehlende Erinnerung ® Größtes Lager in eleganten Pup- = penwagen. Kordsesteln, Kinder- S. stühlen, Blumentischen, Ltä«. e dern, Damenkörben, Marktkör- U? Grossh. Salinen- und Bergamt * Bad-Nauheim. Kaplansgasse Nr. 10. I Q e r>1 _ 10032 Sellcrstceg. den, Papier- und «rbeitSkörven u. s. w. zu Fabrikpreisen. Sänimlllche Wäsche - Artikel empfiehlt in gediegener Arbeit zu bekannt billigen Preisen ffrlla Mowack* S 1C019] |O O I 8 I I I I I I t«, Der Ausverkauf ,X •> = 5 meines Waarenlagers in Wollwaaren, Puhwaaren, Sammt, s TT Pelüsche-, Atlas-, Moire-Stoffe und-Bänder, sowie meines 2, JL 14 ® großen Lagers Regenschirme, darunter besondere Neuheiten, bietet meinen Abnehmern besondere Vortheile ___ 10015 T 3MHT zum WeihnacbtSeinkauf» v A. Fangmauu. * 8 11 mm* Gegründet 1787. Telephon Nr. 15. Ernst Balser — Gießen, Buch- und Papierhandlung. Weihrmchts - Ausstellung, enthaltend das Neueste für 9942 Schreibtisch! Schule! Comptoir! Spielstube! besonders reiche Auswahl m sehr billigen Preisen: ^ederwaaren jeder Art — Schreib- und Mustk-Mappeu — Iu^endfchriften — Spiele — feine Luxusbriefpapiere — Gesangbücher re. — Bilder in allen Formaten! Große Parthie feiner Photographie-Albums unter Kostenpreis! Als würdige Repräsentameii der Gießener Kaufmamischuft empfehlen zur Handelskammer- wähl die Herren: W. Gail, Fabrikant, tieorg WoHmaillB, Bankvorftand, F. C. Be Koch, Fabrikant, 10023 Zahlreiche Wähler. Mikroscop, fast neu m- 3 Obj. u. BeleuchtungS- stativ, in f. Kasten, sehr billig zu verkaufen. 10024] Westanlage 26, parterre. Veilchen - Seife Rosen-Seife 1 in vorzüglicher Qualität empf.: ä Packet (3 Stück) 40 H [972d H. Tichy (G- Petri Wwe. Nachf.) 107.7014 pCt. Ungar. Goldrente 102 90 Disconto-Commandit-Anthelle Darmstädter Bank-Actten 184.50 Dresdener „ „ 184.50 Gotthard- „ „ Berliner Handelsaesellsch -Antheile 203.00 Schweizer Nordost-Bahn-Actten Oesterr. Credtt-Actien 273 50 „ West- » » „ Staatsbahn-Actien 198 62 Gelsenkirchener Bergwerks-Actien Lombard. Eisenbahn- „ 109 75 Oesterr. Alpine-Montan- , Lombard. Eisenbahn- Tendenz : schwach Telegraphischer Csursbericht der Berliner Börse vom 16. Decem-er 1889. 172 301 Disconto-Som.-AnchLtle 104.4t 4 pCt. Gießener Obligationen —15 »Ct. BuderuS-Oblig«ti»»e» ReichSbank-DiScont 5 pCt. — Frankfurter Bank-Diskont 5 pW. 247.00 179.80 100 30 134.70 354 7i 190 00 171.3» 132.70 37.90 214 51 10.10 247 25 300 00 89 25 274 25 8719 94 00 74 20 •6 5t arperer )stpreußw Buschtherader Eisenbahn-Vctie» Elbethal-Bahn-Actien 179.601 Bochumer Gußstahlaetien Tendenz: matt. 105 201 Oesterr. Silberrente 10310 l Ruff. Orient HI. Oesterr. Ereditactien Oesterr. StaatSbahn-Aetieu Dortmunder Union-Actten Darmstädter Bankactien Kitt werden1 hiesigen (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer umfafct 6 SMsa» sich namentlich Banken zu gleicher Zeit sehr erheblich besserten. Die Reaction auf diese plötzliche Steigerung hat nicht lange aus sich warten lassen, sie entwickelte sich bereits am Dienstag, als die Frankfurter Börse wieder in Action trat, und von Beginn des Verkehrs an mit Abgaben vorging. Eine Meldung über einige Fallimente in Argentinien, welche die Betheiligung der Disconto-Gesellschaft befürchten ließ und Zweifel über die endgültige Beilegung der Strikes unterstützten die Rückwärtsbewegung. Gleichwohl waren die Coursermäßigungen noch gering und nur auf dem Berliner Montanmarkt von einigem Belang. Sie wurden erst bedeutender, als die weichenden Course auch in der Provinz Verkaufsneigung erweckten, und als am Donnerstag die Meldung über den Ausbruch eines partiellen Strikes auf den siscalischen Gruben im Saargebiet die Börse auf das Tiefste verstimmte. Man braucht diesen Strike nicht als das Signal zu einer, allgemeinen Arbeitseinstellung zu betrachten, dazu liegt bei dem offenbaren Bestreben der Zechen, ihr Versprechen zu halten, kein Grund vor, aber man wird doch zugestehen müssen, daß die Lage in den Kohlengebieten durchaus nicht unbedenklich erscheint. Schon jetzt begegnet man Andeutungen, daß die Arbeiter nach dem eben errungenen Sieg mit neuen Forderungen in Betreff Lohnerhöhung hervortreten würden. Eine Formulirung dieser Forderung ist bisher nicht erfolgt, und doch hat die Vermuthung viel Wahrscheinlichkeit für sich. Mäßigkeit des Siegers ist eine Tugend, welche sehr selten angetroffen wird, und am wenigsten von Leuten zu erwarten ist, die von des Lebens Lasten ein sehr erhebliches Theil zu tragen haben, denen aber von den Annehmlichkeiten desselben selten etwas zu Theil wird. Es ist daher zu befürchten, daß die Gährung in den Bergwerksdistricten sich noch geraume Zeit erhalten wird, und wie sie jetzt weite Kreise erschreckt und in Furcht erhält, auch in Zukunft beunruhigend und störend auf das Geschäft einwirken wird. Die Strikebefürchtung war jedoch nicht die alleinige Ursache des Coursrückgangs der letzten Tage. Die Ablehnung des Verstaatlichungsantrags der Mecklenburg-Friedrich- Franz-Bahn durch die Landstände hat eine ziemlich scharfe Baisse in deutschen Bahnen hervorgerufen und mit zur Verschlechterung der Stimmung beigetragen. Die Rolle, welche deutsche Bahnen im Markte spielen, ist jedoch seit langer Zeit eine so bescheidene, daß ein tieferer Einfluß auf die Allgemeintendenz nicht zu erwarten steht. Größere Bedeutung wird man bis zum Ende dieses Monats den Geldverhältniffen schenken müssen, denn aller Wahrscheinlichkeit nach werden diese den Factor bilden, welcher für die nächste Zeit den größten Einfluß auf die Coursentwicklung ausüben wird. Der letzte Reichsbankausweis war zwar günstig und zeigte wider Erwarten eine für diese Zeit des Jahres bedeutende Zunahme der Notenreserve, aber wir nähern uns der schwierigsten Liquidation des Jahres, und die Anforderungen, welche in den nächsten 14 Tagen an die Bank und den Geldmarkt gestellt werden, laffen sich jetzt noch nicht annähernd übersehen, besonders da die außerordentlichen Preisverschiebungen und die allgemeine Marktlage ci* Vergleichung mit früheren Jahren kaum zulässig erscheinen laffen. Banken schließen meist etwas schwächer, nur Credit zeigen 3 fl. Gewinn, den sie auf verschiedene in Aussicht stehende industrielle Gründungen erzielt haben. Die Dis- conto-Gesellschaft hat in dieser Woche die Actien des Kattowitzer Bergbau-VereinS zur Subscription gebracht. Diese Gründung hat in letzter Zeit mehrfach dazu dienen müffen, Courserhöhungen der Bankantheile zu rechtfertigen. Jetzt bei der Emission hat sich jedoch der damals herrschende Enthusiasmus schnell verflüchtigt, da bekannt wurde, daß das Werk seine Kohlenproduction bis October 1892 verschlossen hat. Man wird nicht ehlgehen den Coursrückgang der Bankantheile zum Theil auf Rechnung der jetzt folgenden Ernüchterung zu setzen. Auch Darmstädter und Dresdener Bank sind etwas schwächer, obgleich in dieser Woche die ersten genauen Ziffern über den enormen Gewinn, welcher beiden Instituten aus dem Verkauf der Bergwerke Herne-Bochum zufließen wird, bekannt wurden. Deutsche Bahnen sind, wie bemerkt, empfindlich abgeschwächt. Mainzer verloren 3%, Lübeck-Büchner 5%, Mecklenburger 5V2%. Ausländische Bahnen fanden wenig Beachtung, und die Course bröckelten meistens ab Der Rückgang der Dux-Bodenbacher Actien nimmt besorgnißerregende Dimensionen an. Er beträgt weitere 30 fl. Staatsbahn waren auf das Scheitern des Orientbahn-Projectes offerirt. Renten haben sich besonders in den letzten Tagen gebessert. Der Januarbedarf beginnt sich geltend zu machen und es steht zu erwarten, daß denselben in nächster Zett auch von Seiten der Speculation erhöhte Aufmerksamkeit zugewandt wird. Schwach erscheinen nur die 3Vg% Deutschen Anleihen Der Jndustrie-Actienmarkt steht unter de« Einfluß der Dividendenschätzungen. Aus diesem Grunde sind namentlich Höchster FarI- werke 5yao/o, Badische Anilin 5% und Chemische Fabrik Weiler 5V3o/o gebessert. Norddeutsche Lloyd schwankten auf widersprechende Schätzungen und schließen heute mit 20/e Verlust. Lothringer Eisenwerke verloren 5% unter der ungünstigen Markttendenz.' Gorrrsbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Ararrkfirrter Börse vom 16. Deeember 1889. Schlußcourfe 1 Ubr 15 Min. 5 „ Italiener Rente 4 pCt. Reichsanlethe 3V8 , , 4 „ Preuß. Consols 3V* , Kalkhof am Seltersthor. 10025 10029 [9873 Meine Wernnschte Anzeigen Herr Janez Wally als Gast. Otto Frank. Luise Maas. Adam Reiners. Marie Jaskowski. Luise Neuschilling. Paul v. Gallas. Albert Ullrich. Dr. Scheffler, Advocat Bertha, seine Frau Commerzienrath Bolzau Wilhelmine, seine Frau Ludmilla, ihre Nichte Hartwig Dr. Steinkirch Brimborius, Festordner Max Jaskowski. Schnake,Vereinsdiener * * * Franz, Diener b. Bolzau Richard Lerch. Emil Orbig, Bahnhofstr. 30. Wermielßungen. 10017] SelterSweg 81: Wohnung von 5 Zimmern, Corridor, 2 Mansarden, Garten, zu vermietben_______ 10035] Große Lagerlocalitäterr und dergl- KellerrLirrrre, auf Wunsch mit Wohnung und großem Gartenantheil, Wallthorstraße Nr. 71, per April 1890 anderweitig zu vernsiethen. L. Seuling, Asterweg 48. Montag den 16. d. M., Abends 8 Uhr: Monatbversammlung bei Grün. In Uniform.9987 Weihrmchts Ausstellung ist am heutigen Tage eröffnet und lade zu recht regem Besuche ein. F. Lachmann, Schürzenfabrik, Südanlage 15,1. Kassenöffnung 7i/t Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende 10 Uhr. 10037 NeuesTheater, Giessen (Direction: Adam Reiners). Dienstag den 17. Deeember 1889*. II. Gastspiel des berühmten Zwerg- Comikers Herrn Janez Blally. Äusser Abonnement Äusser Abonnement Vereinskarten ungültig. Das Stiftungsfest. Schwank in 3 Akten von G. von Moeer. Personen: Schellfl&elte treffen Montag Abend ein. 10026 __Emil Orbiq Heute Montag eine frische Sendung Christbäume Laden der Wittwe Jür Metzger! Hackbretter in allen Größen und Breiten stets vorräthig bei 10021 .Andreus Euler. Taftlrofinen, Krachmandeln ä la princ., Feigen, Datteln, Wall- und Haselnüsse, Görzer Maronen, Mes- flna-Citronen u. -Apfelsinen empf ».Neue Apfelsinen, Citronen, Dat- fön, Feigen, Tafelrosinen, Tafel- Mandeln, Haselnüsie, Wallnüsie rc. sehr schön in [10040 <£♦ G. KleinhennS Delicatessen-, Fischund Gcstügel-Handlg., Bahnhofstraße 59. Prachtvolle frische Weintrauben. Große Ausw. in Fischen u. Geflügel« Schöne Christbaume sind von Dienstag den 17. Deeember an zu haben Grünbergerstratze 15 und Brandplatz. [10039s KaSp. Schäfer. ifant 10033 Viele Wähler. Zur Handelskammerwahl feien oor- grschlagen folgende Herren: Georg Wortmann, K. C. B. Koch, Fabrikant, Musch Wenze: Jamaica »Rum, Arae de Batavia Cognac, ächten Boonekamp of Maagbitter, div. Liqueure empfiehlt KmU Orb i^ 1(028 Bahnhofstraße 30. Chrisibaum- und Marzipan- Confeet, Anis- und Buttergebackenes empfiehlt Emil Orbig, 10027 Bahnhofstr. 30. Börfenwoehevbericht von E. WassearssMeben, Bankgeschäft. In letzter Stunde noch haben sich die Zechenverwaltungen zur Nachgiebigkeit bestimmen lassen, und haben das Versprechen abgegeben, die gemaßregelten Arbeiter wieder anzustellen. Die Arbeiterversammlungen vom letzten Samstag und Sonntag haben daher ihren Entschluß über die Niederlegung der Arbeit vorläufig auf 8 Tage verschoben, und wenn, wie es den Anschein hat, die Zechenverwaltungen ihr Versprechen getreulich erfüllen, so steht zu hoffen, daß der Strike für diesmal nicht zum Ausbruch gelangt. Die Wirkung dieser Nachricht auf die Börse war eine ganz außerordentliche. Schon am Sonntag war die Haltung in Frankfurt recht fest, und Gelsenkirchener avancirten um ca. 6—70/y. Am Montag häuften sich in Berlin die Kaufordres derart, daß deren Ausführung fast unmöglich wurde. Es ist leider nicht festgestellt worden, wie hoch sich die unlimitirten Kaufaufträge in den hauptsächlichsten Werthen des Montanmarktes be= laufen haben, jedenfalls müssen dieselben wieder Millionen betragen haben. Ein ganz erheblicher Theil dieser Käufe mag allerdings als Deckungen der eingeschüchterten Contre- mine angesehen werden, aber auch Meinungskäufe müssen, wie dies aus dem gleichzeitigen Steigen der Cassawerthe hervorgeht, in großer Zahl zur Ausführung gekommen sein. Die Feststellung der offiziellen Notiz verzögerte sich bei dem ungeheuren Kaufandrang ungemein, so daß viele Leute sich gezwungen sahen außerhalb der Notiz zu handeln. Hibernia sollten anfänglich 3Oo/o über dem letzten Cours notirt werden, und erst nach vielen Bemühungen, und nachdem die Börsencommission selbst eingegriffen hatte, gelang es einen Cours von 2493/4, das sind reichlich 20o/0 über der letzten Notiz, festzusetzen. Die übrigen leitenden Montanwerthe zeigten gegen die letzten Course die folgenden Steigerungen: Harpener 17°/0, Gelsenkirchener 10/0, Dortmunder 5i/2o/0, Laura 40/0, und diese Gewinne wurden bis zum Schluß der Börse noch erhöht. Zu diesen ganz enormen Steigerungen hat wahrscheinlich der Umstand, daß am Montag die Frankfurter Börse wegen des Kaiserbesuches geschloffen war, mit beigetragen, aber ich kann mich doch der Einsicht nicht verschließen, daß diese Vorkommnisse ganz bedenkliche Symptome der Zeit sind. Ernsthaften Capitalisten mögen sie eine Warnung sein vor Engagements in diesen Werthen. Wer dennoch den Muth hat diese Actien zu kaufen, sollte wenigstens zur eigenen Sicherheit seine Aufträge limitiren und nicht mit Bestens- Ordres den Markt belasten, welche, wie in dem vorliegenden Falle, nur zu so maßlos gestiegenen Coursen zur Ausführung kommen, daß ein Gewinn selbst bei dem größten Optimismus kaum noch zu erhoffen steht. Es hat nicht überraschen können, daß diese Bewegung an den Coursen der übrigen Werthe nicht eindruckslos vorüberging, und daß ftefraettan: Ä. Scheyda. — Druck «nd «erlag der vrähl'schm Drxckeret Neuheiten in: Theegedecken, Tischdecken, Frühstücks- deckev in großer Auswahl wieder emgetroffen. Fritz Nowuek, 10031_______________GelterSweg.______________ Wir empfehlen zu der Dienstag flott- findenden IliHÄiiinmyti die Wiederwahl des Herrn A. Katz, Landesprodukten-Händler als sehr geeignete und erprobte Kraft. 10036 Viele Wähler» 10022 Die trauernden Hinterbliebenen talessen^ den 15. Deeember 1889. Statt jeder besonderen Anzeige theilen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht mit, dass unsere gute liebe Tochter und Schwester Die Beerdigung findet Dienstag den 17. Deeember, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Mäusburg 6, aus statt. Margaretha Hermann heute Morgen 7 Uhr nach schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Bekanntmachung den 0 j Möbelfabrik u. -Lager H o Fertige Betten. o s 10 0 0 Durch Ersparnis* der Ladenmiethe billigste Preiwe. 0 parterre 9946 0 4318 $4 Strümpfe, Socken rc. 9943 Robert Stuhl, «eunabt 23. 9821 u. s. w- zu sehr billigen Preisen. 9425 l^cin^n-«yfbnängen der Boinrtütze? ä bei Dienstmann Böckner. 9970 Spiegel, Teppiche, Gardinen. DienStag Mittwoch Donnerstag Samstag Montag Diensrag 0 0 0 0 0 F. Faxthier, Korbflechterei. v Gebrüder Rosenbaum, Westanlage 36. Neuheit ersten Ranges! 'hiamphstuhl v nt übertroffen durch Möbel aller Art. Anerkannt die billigste und beste Bezugsquelle von Korbwaaren jeglicher Art nur Nr-10 Kaplansgaffe Nr. 10 Eigenes fyabrikat. Bestellungen nach Maß und Zeichnung. ReparaturwerkstLtte am Platze. werden. Die Gr- Bürgermeistereien deS Svar- kastebezirks werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung im Interesse ihrer Orts- angehorigen aut geeignete Weise zu deren Kenntnitz zu bringen Gießen, am 11- November 1889. Der Rechner der Spar- u. Leihrasse Gießen Doering. , . und • • y /1 1 Zugstjefai tp ^kaüft man.. V *1 ö so V ? 0 ?0 L 0 9 * so n 0 • 0 Ais passende und nützliche W ihnachtsgkschkllke empfehle zu herabgesetzten Preisen: Blaudruck zu Hauskleidern und Schürzen, Baumwollfianell-Hemden in allen Größen, für Männer, Flauen und Knaben, Hautjackev, Unterhosen, gewebte n. gestrickte Jacken, Jagdwesten, Blousen, Schürzen, Chocolade mit und ohne Vanille von 1 A. an per Pfund aus der Fabrik der Herren Zoh. PH. Wagner & Co. in Mainz empfiehlt 9884 Emil Fischbach; Weazuashalber werden Dienstag den 17. d. MtS , Nachmittags Vs2 Uhr: verschied. Möbel, Küchen- gerätb-, Obstpreffe, Her- renkLeider, Hemden, Taschenuhren , Reißzeuge, Ellen- und Wollwaaren versteigert. Bismarckssrasse 6, Herren-Hemden nach Maaß sowie großes Lager in 9971 fertigen Hemden, Kragen, Manschetten, Ihiipsen, Hosenträgern, Cachenez von 50 Pf. an, Taschentüchern von Mk. 2.20 per Dtzd. rc. zu billigsten Preisen. J. Haan jr. Bur Ballsaison empfehle: Tülle, Spitzen, Bänder, Handschnhe, Rüschen etc. in bekannt großer Auswahl und billigsten Preisen. ^50ü Cour Jos Keller, Marktssr. 18. □OOOOOOOOQOOöOOOOOOOOOOOOD Grosses Höbellager Giessen, Neustadt 11. 20 verschiedene Sorten Stühle auf Lager- [9600 Ernst Lotz. , 18. , 19. ,21. , 23. , 24. werden deßbalb ersucht, 0 / 0 l Auswahl in achten Nürnberger Lebkuchen empfiehlt 9688 Emil Orbig, Bahnhofstraße 30. Die Einleger ihre Zinsen an einem der oben genannten Tage unter Vorlage der Scheine in Empfang zu nehmen oder beischreiben zu lassen- Die Vorlage der Scheine ist diesmal um so notwendiger, als mit dem 1. Januar k. I. Einlagebüchelchen ausgegeben und die alten Scheine eingezogen Das Neueste für Weihnachten x Griechische Christbaum Feigen in farbigen Körbchen mit Deckel und Henkel (9918 per Stück <0 Pfge., empfiehlt Carl Schwaabs Delicatessenhandlung. Dienstag den 17. Tecember. (Siebener Anzeiger. Beilage zu Nr. 294. -1889. Hur Empfangnahme oder Bcischreibung der Zinsen pro 1889 für Einlagen zur diesigen Spar- *inb Leibrasse sind folgende Zahltage festgesetzt worden: 17. December 1889, Chriflbäume, K Restauration Wendler (Sellcrsweg) bei karten, sogenannt*! iranzoainche Piquetkarten (Oeldruck, 3'2 Blatt) bi | i ima Qualität mit runden M Ecken, mannorglatt, kosten bei mir nur | 10 gestempelte Spiele 4 )lk. W Dieser Preis ist nur für meine auswärtigen Kunden, welche die Karten per Post beziehen. JJ 1 Probespiel kostet 50 Pf. frei in’a Haus. Briefmarken nehme Ich in Zahlung. Verwandt nur gegen vorherige Einsendung des Betrages. H. Mehles BERLIN W. ISO Friedrich-Strasse 15». ______ Dauer - Maronen eingetroffen bei Ferd. Drehes, 9090] 21 Marktplatz 21. Strickwolle in größter Auswahl, sowie [8094 Nockwolle empfiehlt Carl Hoffmann._ “9965 Eine Kaute Dünger abzugeben passend |ii Weihnacht»" j geschenkcn jil stets vorräthig bei Theodor Drück 9958 Schloßgaffe 16. Täglich frische Hefe ! empfiehlt . [9327 88,3 Philipp Bob, Bahnhofstraße^ll. 8 Placat-Falirpläne | H in der $ Expedition des „Giessener Anzeiger“. § 9919] Gute Speisekartosfetn oer- kauft PH. Schwan I., Neustadt 43 9925 Eine schöne englische Dogge zu verkaufen. Grünbergerstraße 20 Kieler Sprotten täglich frisch geräuchert, große 1 Kiste 120 Stück 2,00 A 2 Kst 3,50 A mittel 1 Kiste 240 Stück 1,50 A 2 Kst. 2/0—3,00 A Bücklinge 1 Kiste 40-45 St. 1,80-2.00 A frische Schellfische, Schollen, Dorsch, Eab- liau, ausgeweidet, Postkiste 2,50—2,80 A versendet gegen Nachnahme F. Hörich, gsischrLucherei, 9890 Altona bei Hamburg. Für öen UJciQnacfitsocrfiauf habe einen großen Posten Dawenkleiderstoffe im Preise bedeutend herabgesetzt, ebenso eine Partie Wintermäntel, Abendräder und Regenmäntel, welche unter Einkaufs- P in Hamburg versendet portofrei gegen Nachnahme Bettfedern vermischte Anzeigen. 6841 Ankauf von altem Ain«, Kupfer, Messina Ölei, Zink, Eifen Acten, Papierabfällen. Lumpen zu höchsten Tagespreisen- Neuenweg 22. seidenen, halbseidenen, Gloria- und Zanella-Schirmen. Zu Weihnachten Preisermäßigung, uee Jenn Hauser, Neuen Gäue Vj?, Ecklader;. Auf nebenstehende eingetragene Handelsmarke wolle man beim Einkauf genau achten. Central-Bureau Köln. ParKel-Wden von den einfachsten bis zu den reichsten Mustern liefere stets in bester, ganz trockener Waare zu den bMgsten Preis en. Auch wird das Legen und Wichsen derselben von mir aufs feinste ausgeführt. Auf schadhaft gewordene alte Fußböden ist das Legen von Parkets ganz besonders zu empfehlen. Joh. Lenz, Schreinerei und Holzhandlung, 8123 Frankfurterstraße 123. 39 Staats-, goldene und silberne Medaillen. Lonys Bierkeller. Nach vollständiger Fertigstellung der neuen Localitäten. welche mit dem Saal verbunden sind, empfehle dieselben nunmehr einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum zur fleißigen Benutzung. DaS beliebte Bier aus den Brauereien der Bergischen Brauerei - Gesellschaft, vormals Gust. Büpper in Elberfeld, gelangt wie in früherer Weife wieder zum Ausschank. FHigel von Mk. 1000.— an, Harmoniums von Mk. 70.— an. Alle berühmten Fabrikate. Gespielte Klaviere von Mk. 50.— an. — Umtausch alter Klaviere. *) In Gießen: Julius Wallach, Marktpl. 8. [9929 Bekanntmachung. Durch Generalversammlungsbeschluß vom 20. November 1889 hat sich der Rüddingshausener Spar- und Darlehenskasienverein, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, aufgelöst. Indem wir dies zur öffentlichen Kenntnis! bringen, fordern wir zugleich alle Gläubiger auf, sich bei der Genossenschaft zu melden. Der Vorstand des Rüddingshausener Spar- und Darlehenskassenvereins, 10013) eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht- Heinrich Ranft. Heinrich Braun II. Heinr ich Becker. persönlich an den Produotionsorten eingekauft, daher für deren Reinheit jede Garantie. Rhein- und Moselweine von 60 Pfg. per Flasche (Mark 60.— per 100 Liter) bis zu den feinsten Gewächsen. Specialität: Medicinal- u. Dessertweine sind zu Originalpreisen bei: II. Wallach, Giessen, woselbst ausführliche Preis-Courante zu Diensten vorräthig. Deutsche W eingesellschaft Ilsalir «fe Co.. Frankfurt a. M., Hasengasse 17. marke „Duhr“. Versandt in Flaschen und Gebinden. 9662 Pianinos von Mit. .150.- Frankfurter Zeitung. Täglich drei Ausgaben. Gratis. Lieferung bis Ende December. Frankfurter Börsenkalender pro 1890 grati- Jnserate 35 Pfennige die Colonelzelle. Medicinal-Tokayer (ehern, untersucht von Dr. Dietrich, Marburg), vom Weinbergsbesitzer Ern. Stein in 9332 Erdö- Benye bei Tokay garantirt rein, als vorzügliches Stärkungsmittel bei allen Krankheiten empfohlen, verkauft zu Engros-Prelsen Emil Orbig in Gis Eine geübte Sortirerin zur AuShülfe i auf sofort gesucht. 9760 Wo? sagt die Gxp. d. Bl. 9899 Ein braves Mädchen für sofort oder später gesucht bei Frau Weiner, Dammstraße (verlängerte Flügelsgasse) Zur Wiederwahl empfehlen wir die nach dem Gesetz ausscheidenden Mitglieder der Kammer, die Herren 5 Ji-sLf' ^Anlage u. Speculations f K8ufe in oortheilh. Kombinationen an all. L -<1 Hauptbörs. vollfühct anerkannt reell u. exact $_ -® Bankhaus Schallmelner A Co., Frankfurt a. M., x- -rj .Heil 19. — Altb-wührte Informat., inbalt«- 8- So -71 o-iche Broch. <42.2lufl. 1003.) u.flebieg.Birop. fr- % -d Coursbericht. 'Brofocrte etc. freo. nrati«. fr- /WfvwwwtrmmwrS empfiehlt Emil Orbigw 8740_____________Bahnhofstraße 30. Handtücher, abgepaßt und am Stück, Betttücherleineu, Halbleinen und Baumwolle, Bettdamast, Pique, Flockpiaue, gestreifter Satin. Chiffon- und Hemdentuch, HauSmacher Leinen undHalbleinen, leinene Taschentücher u. s. w. empfehlen billigst G-eachw» Heerz, Neuenweg 7. Das Sticken von Taschentüchern wird rasch und billigst besorgt. [9481 Aermiettiungen. 9)59] Durch sofortigen Wegzug der Frau OhnackerWwe. nach Münchbruch ist der zweite Stock, bestehend aus vier Zimmern nebst Zubehör, alsbald zu ver- miethen^ A. Nödirrg, Riegelpfad 1 9140] Hinterhaus, enth. 4 Zimmer mit Zubehör, ist sofort zu vermiethen- ___Löberftraße 23 I. 7367] Mansardenlogis zu vermiethen. __Lethgefternerweg 24. 9966] Ein Logis ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. ___L. Vogt, Neuenweg 19 9702] In meinem Neubau ist der Laden, sowie der 3. und 4. Stock zu vermiethen ___________________I. Happel. 0634] Mein Nebenhaus ist an eine ruhige Familie zu vermiethen. Dr. Ploch. 8199] Ein gut möblirtes Zimmer mit Kabinet zu vermiethen. Asterweg 47. 9371] Zwei inetnandergehende freundlich möblirte Zimmer zu vermiethen. __Ludwigsstrasie 28 HI 9956] Eine Stube mit Bett an einen anständigen Arbeiter zu vermiethen __________________Neuenweg 19 III 9781] Zwei möblirte Zimmer im Nebenbause zu vermiethen. Louis Petri I. Wwe., Neuenweg 39. Aron Katz, Wilh. Gail aufs Wärmste und sprechen zugleich die Hoffnung aus, daß eine recht rege Wahlbetheiligung im Sinne dieses Vorschlages stattfinden möge, da es sich im vorliegenden Falle um sehr verdienstvolle seitherige Mitglieder der Kammer, namentlich auch um deren zeitigen Vorsitzenden handelt. Mehrere Wahlberechtigte. Wahlzeit: DienStag den 1*7. December 1889, mittags 2—6 Uhr, im Handelskammerlocale (alte Realschule).___________ a 3 Redaktion: A.. «Sdietba- — “«i. ua. Verfug btr Brühl'schm Sruttei« t Ehr. Pietsch) in Gießen.