Donnerstag den 17. Januar 1SS9 Nr. 14. jchcner Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. tettttaur Schulstr-ß- 7. Erscheint tSgli» mit Ausnahme des Montags. d^ P°st b-,°a.n vi^chLhriich 2 Mark M M Amtlicher Ißeik. Betreffend: Ermittelungen der den Vergütungen für Fourage und Landlieferungen der Gemeinden zu Grunde zu legenden Durchschnittspreise. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1837 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert, pro Monat December 1888 für den Lieferungsverband Gießen für 100 leg betragen: Hafer 15 «M. 10 H, Heu 8 J-L 50 Stroh 7 60 Gießen, am 14. Januar 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Politische Rundschau Gießen, 16. Januar. Von Neuem hat die Welt Worte des Friedens aus dem Munde des deutschen Kaisers vernommen, die zu verkünden ihm die Eröffnung des preußischen Landtages Gelegenheit gab. Für gewöhnlich wird die auswärtige Politik in der preußischen Thronrede nicht erwähnt oder höchstens nur ganz flüchtig gestreift, da dieser Gegenstand naturgemäß immer von den Thronreden bet Eröffnung der Reichstags-Sessionen behandelt wird. Um so bedeutungsvoller erscheint es daher, daß die diesmalige preußische Thronrede von dieser Gepflogenheit adweicht und der auswärtigen Lage sogar an erster Stelle gedenkt. Die bezüglichen Auslassungen der Rede sind nur geeignet, das Vertrauen in die Fortdauer der friedlichen Zustände unseres Welttheiles zu stärken, da sie einerseits die Beziehungen des Reiches zu sämmtlichen Staaten als freundliche bezeichnen und anderseits die Hoffnung des Kaisers auf die fernere Erhaltung des Weltfriedens unter nochmaligem Hinweise auf die großen Auslandsreisen des Monarchen in bestimmtester Weite ausdrücken. Die Friedenskundgebungen, welche das neue Jahr bei seinem Eintritte brachte, haben mit der preußischen Thronrede eine wettere Vermehrung er fahren und letztere selbst hebt besonders hervor, daß die Segnungen des Friedens sich in der Besserung der wirthschaftlichen Lage in Deutschland und Preußen ausdrückten, wozu auch der Hinweis auf die günstige Finanzentwickelung des preußischen Staates paßt. — Unter dem Eindrücke des friedenszuoersichtlichen Tones der Thron> rebe können die preußischen Landboten mit um so größerer Hingebung an die Lösung -er ihrer harrenden manigfachen gesetzgeberischen Aufgaben gehen. Im BttNdesrathe ist ein neuer Gesetzentwurf, betr. eine anderweitige Regelung 3>er Erbschaftssteuer in Elsaß-Lothringen, etngegangen. Bei der in BreSlarr-Oft am Montag staltgefundencn Reichstagsersatzwahl für Len verstorbenen socialdemokrattschen Abgeordneten Kräcker fielen auf Schneidermeister Kühn (Soc.) 7799, auf Stadtrichter Friedländer (freis.) 5533, auf Kaufmann Tschocke, ben Candidaten der vereinigten Eonservativen und RationaUiberalen, 4585 Und aus Stellmacher Kühn, den Eandtdaten der verbündeten Soctalresormer und Centrnms- «ähler, 1481 Stimmen. Es hat mithin eine engere Stichwahl zwischen Schneidermeister Kühn und Stadtrichter Friedländer zu entscheiden. Bei der vorigen Reichs- lazswahl in Breslau-Ost gelangte der Eandidat der Eartellparteien mit dem Social- demokraten in die Stichwahl; wenn diesmal der freisinnige Eandidat mit dem Candi- baten der Socialdemokraten um den entscheidenden Sieg zu ringen hat, fo liegt dies daran, daß diesmal die Zünftler, Antisemiten und ein Thetl der Centtumspartei eine Sondercandidatur aufgestellt hatten, während sie bei der vorigen Reichstagswahl mit ben Eartellparteien zusammengingen. Auch in RegenSburg fand am Montag eine Ersatzwahl zum Reichstage statt, bei welcher nach den vorliegenden Berichten Graf Walderdorf (Centr.) gewählt worden sein dürfte. Im ungarischen Parlamente stößt die neue Wehrvorlage auf größere Schwierigkeiten, als Anfangs erwartet wurde. Die Opposition der ungarifchen Parteien in dieser wichtigen Frage richtet sich hauptsächlich gegen die verschärften Bestimmungen über den einjährig-freiwilligen Dienst, gegen die (deutsche) Prüfungssprache und gegen den Paragraphen über die Dauer der Wehroerfassung. Herr Tisza, der ungarische Ministerpräsident, hat sich in Wim überzeugen müssen, daß die bärtigen leitenden Kreise auf unveränderter Annahme der Wehroorlage auch durch dm ungarischen Reichstag bestehen und bemüht sich Tisza, in diesem Sinne auf die liberale Regierungspartei in Ungarn einzuwirkm; er ist entschlossen, mit der Vorlage zu stehen und zu fallen. Vorläufig gibt man sich in den ungarischen Regierungskreisen noch ziemlich optimistisch und meint der officiöse „Nemzet" bezüglich der Gerüchte über eine ungarische Minister- crisis, daß die Situation keine solche sei, um irgendwelche mit neu eintretenden Com- plicationen und Crism verbundene parlamentarische Gestaltungen befürchten zu lasten. Der am Sonntag in Mailand abgehaltene Congreß der französischen und italienischen Radicalen ist ohne Störungen verlaufen. Ein „Friedenscongreß" war es aber weniger, als vielmehr ein Verbrüderungsfest, das die Herren in Mailand vereinigte, und welcher Geist die Versammlung durchwehte, geht schon daraus hervor, daß von verschiedenen Rednern ein französisch-italienisches Offmsio-Bündniß zur „Befreiung" Elsaß-Lothringens und Triests von der „Fremdherrschaft" empfohlen wurde. Die amerikanischen Kriegsschiffe auf Samoa sind durch die Coroette „Trmton", das Flagschtff Admirals Kimberley, Befehlshabers des Unionsgeschwaders in der Südsee, verstärkt worden und ist die „Trenton" von Panama nach Samoa abgegangen. — Mehrere andere amerikanische Kriegsschiffe werden zum Schutze der Interessen Nordamerikas nach Panama entsendet werden, da daselbst der Ausbruch von Unruhen unter den Tausenden von Arbeitern, die bislang beim Bau des Panarna-Canalö beschäftigt waren, befürchtet wird. peulschland. —. Berlin, 15. Januar. Das Herrenhaus genehmigte in seiner (2.) Plenarsitzung am Dienstag den Vorschlag seines Präsidenten, die von der Regierung eingegangenen Vorlagen zur Vorberathung an Commissionen zu verweisen, namentlich wurdm das Gesetz, betr. die Ausdehnung der Verwaltungsgerichtsbarkeit auf die Provinz Posen, und ein Hannoversches Lokal-Gesetz zur Vorberathung an Commissionen verwiesen. Außerdem wurden Personal-Veränderungen mitgetheilt. — Nächste Sitzung unbestimmt. Deutscher Reichstag. 20. Plenarsitzung., Dienstag, den 15. Januar 1889, 1 Uhr. Am Bundesrathstische: Minister Herrfurth, Dr. v. Schelling, Graf Herbert Bismarck, später Reichskanzler Fürst Bismarck. Die Plätze des Hauses und die Tribünen sind zahlreich besetzt. Das Haus tritt in die Tagesordnung ein: 1) An Stelle des aus seinem Amte ausgeschiedenen Schriftführers Tröndlin (nl.) wird Dr. Meper-Jena (nl.) für dieses Amt gewählt und zwar, dem Anträge des Abgeordneten Dt. Windthorst gemäß, per Acclamation. 0T 2) Das Etats-Control-Gesetz wird debattelos in dritter Lesung genehmigt. 3) Es wird sodann die zweite Etatsberathung fortgesetzt und zwar mit dem Special-Etat des auswärtigen Amtes. , Bei dem Titel „Consulat in Zanzibar" weist her Abg. Richter (dfr.) darauf hin, daß nach Inhalt des neuen Weißbuches der General-Conful in Zanzibar das Abkommen zwischen der ostafrikanischen Gesellschaft und dem Sultan von Zanzibar ver- \MtteIt Hal, obwohl dem Genet al-Consul bekannt sein konnte, daß diese Gesellschaft keine genügende Mittel besaß,- die Hoheitsrechie an einer 75 deutsche Mrflen langen Küste auszuüben. Die ganze Gesellschaft bestand aus einigen jungen Officieren und Beamten und von den drei Millionen Kapital waren anderthalb Millionen an den Dr. Peters gezahlt. Es hätte nicht geschadet, wenn diese Dinge erst von dem General - Consul ermittelt worden wären. Nun scheint es doch bedenklich, das Recht, mit dem Sultan zu verhandeln, auch einem Vice-Consul zu übertragen. Unter diesen Umständen beantragt Redner, die Abstimmung über den Titel auszusetzen, bis die Debatte über das Weißbuch Klarheit über die Sache geschaffen. Reichskanzler Fürst Bismarck: Es wird heute ober morgen eine Vorlage über die ostafrikanifchen Angelegenheiten an den Bundesrath und wenn sie dort nicht abgelehnt werden sollte, auch an dieses Haus gelangen. Die Errichtung eines Vice- Consulats ist bei der Wichtigkeit unserer geschäftlichen Beziehungen in Zanzibar sehr nöthig. Abg. v. Bennigsen (nl.) bemerkt, daß in der Commission eine eingehende Erörterung der ostafrikanischen Angelegenheit nicht stattgefunden habe, nur Graf Bismarck habe einige vertrauliche Mittheilungen gemacht. Der Titel wird genehmigt. Bei Titel „Kamerun" und der Schutzgebiete weist der Abg. Wo er mann (nl.) auf die Ausnutzung der Privilegien der Royal-Niger-Company in der Nähe von Kamerun hin, durchweiche auch deutsche Interessen geschädigt werden; es sei wünschens- werth, daß die Privilegien dieser Gesellschaft nicht erweitert werden. Reichskanzler Fürst Bismarck: Es fehlt an der erforderlichen vertragsmäßigen Berechtigung, um eine birecte Aufforberung an England» zu rechten. Vielleicht macht her Herr Vorrebner seinen Einfluß in ber Presse geltend; in solchen Angelegenheiten fällt oft die Stimme eines Preßorganes gewichtiger aus, als eine diplomatische Anregung. Staatssecretär Graf Bismarck conftatirt, baß die Niger-Company bie erhobenen Beschulbigungen in Abrebe stellt. Es ist zunächst ein Beamter nach Lagos geschickt, um diese Dinge festzustellen und es ist zu hoffen, daß England bet seiner entgegenkommenden Haltung in unseren colonialpolitischen Angelegenheiten die Sache gütlich zu regeln bereit fein wirb. Abg. Richter verweist auf die schädlichen Folgen des übermäßigen Branntwein- Handels und die Gefahren ber Waffenausfuhr in Kamerun; er finbe, baß bie west- afrikanischen Stationen bem Reiche mehr kosten, als sie etwa einigen hort betheiligten Firmen einbringen. Wenn btese Colontalploitik so rentabel ist, warum halten beim bie Hamburger ihre Taschen so zu? Geben Sie boch! Sie haben es ja dazu! (Heiterkeit.) Auch über bie Sklaverei in ben westafrikanischen Schutzgebieten wünscht Redner Auskunft; es soll in ber Nähe von Kamerun noch Sklaverei bestehen unb ebenso eine ber Sklaverei sehr ähnliche Vielweiberei; auch in ben beutschen Faktoreien soll noch Sklavenarbeit verrichtet werden. Reichskanzler Fürst Bismarck: Wir müssen uns jedenfalls hüten, alle Diejenigen gegen uns aufzuhetzen, die wie wir in Zanzibar sehen, von dem Handel mit Sklaven leben, auch bie Sklaven würben ja verhungern, wenn sie ohne Weiteres freigelassen werden. Ich kann doch nicht glauben, baß ber Vorredner sich blos zum Worte gemeldet, um eine dem Reiche schädliche Angelegenheit zu der feinigen zu machen. Abg. v. Kar dorff (Rp.) weist auf bie immensen Ausgaben hin, bie England unb Frankreich für ihre Colonien zahlen; gegen solche Ausgaben kommen die 56000 die hier bewilligt, gar nicht in Betracht. Abg. Woermann (natl.) wirst dem Abg. Richter vor, daß er mit völliger Unkenntniß ber Sache gesprochen. Der Branntwein-Consum in ben Schutzgebieten sei ein sehr gemäßigter. Gerade von Englanb aus gehen hauptsächlich Branntwein unb Pulver nach ben Colonien. Rebner bekämpft bie Behauptungen bes Abg. Richter, baß bie Hamburger sich vor Ausgaben für bie Colonialpolitik scheuen. Eine gewisse Zurückhaltung herrscht allerbings in Deutschland», vielleicht liegt bas baran, baß man schwer bie geeigneten Personen finbel ober hoch nur finbet, wenn man ein hohes unb festes Gehalt für solche Personen bieten kann. Das Schlimmste aber ist jene Presse, bie sich mit allen Kräften bemüht, bas Kapital unb bas Interesfe von ber Colonialpolitik ab- zuwenden. Don Sklavenarbeit sei in ben beutschen Schutzgebieten keine Rebe. Abg. Richter: Ich habe Zahlen über den Import rack Kamerun und Togo gewünscht, von Herrn Woermann aber nicht erhalten; seine Angaben sind einseitig, denn er »st in dieser Sache Interessent. Es wird auch die Aeutzerung des Kanzlers über die Sklaverei nicht verfehlen, die Bewegung zu Gunsten der Sklaverei zu beeinträchtigen. Die offictöse Press, batte dem Kanzler mehr Anlaß geben sollen zu Unzufriedenheit, als die unabhängige Presse. (Abg. Böcke! ruft: Juvenpresse!) H:rr Böckel, seien Sie lieber still! (Heiterkeit.) Ich freue mich, daß es eine Presse gibt, die dem mächtigsten Manne in Europa noch die Wahrheit sagen kann. Es wäre schlimm, wenn «s bet uns schon so weit gekommen wäre, wie etwa die Irländer, bei denen der ganze Ehlan bedingungslos für das etntritt, was die Häuptlinge gethan. Reichskanzler Fürst Bismarck: Ich halte nicht geglaubt, heule hier auf die Coloniaipoltttk eingehen zu sollen. Was meine Stellung gegenüber der Presse anbetrifft, so ist mir eine unabhängige Presse sehr werth. Aber ich bestreite, daß die dem Abg. Richter nahestehende Presse die unabhängige ist und daß sie die Wahrheit sagen kann. Abg. Stöcker (cons.): Ucber die Branntwein-Einfuhr in den Schutzgebieten wird allerdings Klage geführt, während der Zustand der Skaoerei von den Diegern, wie allgemein versichert wird, nicht sehr empfunden wird, sich auch bald von selbst auflösen wird, sobald die Sklavenbesttzer keine Mittel mehr haben, die Sklaven festzu- halten. Alle Missionsarbeit ist verloren, wo die freie Schnapseinfuhr bei den Negern gestattet ist. Am besten wäre es, den ganzen Schnaps-Import zu verbieten. Künstlich erhöhte Schnapspreise allein schützen nicht vor den unheilvollen Folgen der Schnapspest, wie man in Transvaal gesehen hat. Es entspricht aber nicht dem patriotischen Ehrgefühl, wenn wir einzelnen Unzuträglichkeiten und Unfällen eine so bedeutende Tragweite beilegen, wie es die freisinnige Presse thut, die nur frei ist von Rücksichten für das Vaterland, aber ihren Sinn nur auf Judenthum und Kapitalismus richtet. Der Titel wird bewilligt. Bei dem Titel: „Zuschuß zu den Verwaltungskosten für das südwestafrikantsche Schutzgebiet, 102 000 JL weist der Abg. Bamberger (dfr.) darauf hin, daß früher die Ostafrikanische Gesellschaft Sympathien für die Sklaverei deutlich habe ei kennen lassen. Wenn Herr v. Kardorff auf Frankreich verweise, so wollen wir uns doch hüten, es ebenso zu machen. Es wäre wünschenswerth, etwas Näheres über die südwestafrikanische Gesellschaft zu erfahren, von der man seit drei Jahren nichts mehr höre. Reichskanzler Fürst v. Bismarck: Es hat uns bei den südwestafrikanischen Verbandlungen gerade die Haltung der heimischen Opposition sehr erheblich geschädigt. Die Colonien versprachen, Dank der Thätigkeit des Herrn Lüderitz, einen recht erfreulichen Aufschwung zu nehmen. Wenn nun die Engländer kommen und den „Sandbüchsen", wie sie auch hier genannt wurden, nachlaufen, so muß das doch eine andere Bedeutung haben und ich bedauere den Mangel an Scharfsinn und Combinattonsgabe bei dem Abg. Bamberger, der ihn hindert, das einzusehen. Ich wundere mich, daß Herr Richter heute plötzlich für den theuren Schnaps schwärmt, den er hier so sehr bekämpfte. Was haben wir denn im Auswärtigen Amt von der ganzen Colonial- Politik? Mehr Arbeit, sonst nichts; uns kann die Sache schließlich gleich sein. Wenn aber von hervorragenden Abgeordneten die Verträge in Südwestasrika als zweifelhaft bezeichnet werden, bann dürften die Engländer, die bis jetzt unsere Verträge anerkannten, sich auf den Patrioten Herrn Bamberger berufen und sie ferner nicht anerkennen. Abg. Bamberger (dfr.) behauptet, vom Reichskanzler falsch verstanden zu sein, er habe nur Dinge mitgetheilt, die längst öffentlich bekannt sind. Sehr duldsam gegen andere Meinungen scheine der Dr. theologiae Fürst Bismarck nicht zu sein, ich glaube meinem Vaterlande mehr zu dienen, wenn ich die Colonialpolitik bekämpfe, als wenn ich sie oertheidige. Die Erfahrungen der letzten fünf Jahre geben mir mehr Recht als dem Reichskanzler. Reichskanzler Fürst Bismarck: Es sollte doch dem Abg. Bamberger Hai sein, daß uns seine Ausführungen in dem gegenwärtigen Augenblicke schädlich sind, wo die Verbandlungen mit England schweben. Oder soll ich an den Gesandten in London telegravhiren: Lassen Sie die Sache fallen, der Abg. Bamberger wünscht keine Colonial- politck i (Heiterkeit.) Ich hoffe doch die Stellung des Herrn Bamberger soweit festgenagelt zu haben, daß Herr Bamberger cs unternommen hat, die Rechte der Deuischen in Südwestafrtka in Zweifel zu ziehen. Abg. v. Kardorff (Rp.) macht dem Abg. Bamberger den Vorwurf, daß er und feine Gesinnungsgenossen wegen ihrer Haltung die Colonialpolitik erschweren. Die Opfer von Samoa gehören auf das Conto der Freisinnigen. (Widerspruch. Bravo!) Äbg. Bamberger: Meine Stellung gegenüber Samoa ist bekannt, ich habe mit der Mehrheit des Hauses gegen die Inangriffnahme der Samoa-Angelegenheit gestimmt. Der Reichskanzler thut mir zuviel Ehre an mit meinem Einfluß auf die Politik. Vielleicht macht der Kanzler seinen Einfluß auf die reichen Leute einmal geltend, damit sie Geld für die Colonialpolitik geben! Reichskanzler Fürst Bismarck: Es bleibt die Thatsache unanfechtbar, daß Herr Bamberger die Rechte der Deutschen in dem Momente bezweifelt hat, wo über dieselben verhandelt wird. Abg. Richter weist darauf hin, daß vor einigen Jahren Fürst Bismarck erklärte, man müsse einen Reichskanzler fortjagen, der auf das Unternehmen einer Privatgesellschaft hin Colonialpolitik treiben wollte. Wenn wir Geld bewilligen sollen, müssen wir uns auch unterrichten können, wie die Dinge liegen. Unklar liegt aber die Sache in Südwestafrika und deßhalb wünschen wir die Abstimmung über die dortigen Bewilligungen bis zum Schluß der Bubgetberalhung ausgesetzt. Die Voiwürfe des Reichskanzlers über Mangel an Patriotismus, die der Kanzler erhebt, müssen doch eine Grenze haben, wenn w-r auch seine Gereiztheit wegen mancherlei Vorkommnisse in der letzten Zeit begreifen. Eine abenteuerliche Colonialpolitik werden wir stets bekämpfen. Fürst Bismarck: Ich wundere mich über die Erregung des Abgeordneten Richter, ein so hervorragender Mann, bedeutender Redner und Selbstherrscher der demokratischen Partei, der nur die Regierung zu kritisiren hat, vereinigt in sich zwei Leidenschaften, nämlich neben der Liebe zum Vaterlande eine unüberwindliche Abneigung gegen den Reichskanzler. (Sehr richtig.) Was die Vorgänge in Samoa an- betrifft, so liegen nähere Berichte nicht vor; wir werden unsere Maßnahmen treffen, sobald nähere Nachrichten vorliegen. Redner polemlfirt noch mit dem Abg. Richter, der lediglich seinem Freunde Bamberger Beistand leiste in dem Bestreben, die Rechte der Deutschen in Südwestafrika zu schädigen. Die Debatte wird geschlossen und die Position bewilligt, ebenso der Rest des Etats des Auswärtigen Amtes. Hierauf vertagte sich das Haus. Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr. Tagesordnung: Etat (Eisenbahnen, Post, Reichsdruckerei, Neichsamt des Innern, Reichsheer, Reichsschatzamt). Schluß 5V< Uhr. Telegraphische Depeschen. Wolffs lelegr. Corresponderrz-Bureau. Berlin, 15. Januar. Der Kaiser hat sich heute Mittag 1 Vs Uhr mittelst Sonderzugs nach Bückeburg begeben. In seinem Gefolge befanden sich die Chefs des Militär- und des Civilkabinets, sowie einige General-Flügeladjutanten. Bückeburg, 15. Januar. Der Kaiser kam heute Nachmittag 6 Uhr hier an, am Bahnhof empfangen vom Fürsten, dem Erbprinzen, dem Prinzen Otto Adolf und den Spitzen Der Behörden. Der Kaiser umarmte und küßte den Fürsten und fuhr mit demselben durch die prachtvoll dekorirte und illuminirte Bahnhofsstraße zum Schloß. Um 8 Uhr war Galadiner, an welchem die fürstlichen Damen, der Kommandeur General Albedyll, der Oberpräsident Hagemeifter, Präsident Pilgrim und die Spitzen der Landesbehörden Theil nahmen. Der Fürst dankte in einem Toaste dem Kaiser für seinen Besuch und brachte demselben ein Hoch aus. Der Kaiser erwiderte, er danke für den herzlichen Empfang; er verehre in dem Fürsten einen der ältesten Freunde und Kameraden seines Großvaters und bitte, der Fürst möge auch ihm dieselbe Gesinnung bewahren. Er schloß mit einem Hoch auf den Fürsten. Nach dem Diner fand ein Fackelzug statt, der von der Bürgerschaft, den Vereinen, Schulen und Fabriken unternommen wurde. Der Kaiser er- ! /chien mit dem Fürsten und der Fürstin auf dem Balkon. Als der Fackelzug im Innern ° des Schloßhofes angekommen war, hielt der Oberbürgermeister eine Ansprache und krachr- em Hoch aus. Die Stadt war prachtvoll illuminirt. Für Morgen ist Hirschjaad im Schaumburger Walde projektirt. b 1 . Berlin, 15. Januar. Das Abschiedsgesuch des Generals Böbn wurde genehmigt und General Lewinski mit der Führung des sechsten Armeecorps beauftragt $aJUQr- Die hiesigen Morgenblätter betonen ausnahmslos den der vreußischen Thronrede. Das „Fremdenblatt" sagt, Kaiser Wilhelm sei em Friedensfurst wie seine unvergessenen Vorfahren. Er freue sich wie bQ§ Vorland in innerer Consolidlrung und wirthschaftlichem Gedeihen fort- febreiten zu sehen. Die Thronrede beweise dies klar und unzweideutig. Dies Ver- trauen in die Zukunft werde sich allen europäischen Völkern mittheilen. Die Presse- meint, die Thronrede werde durch ihre ruhige, friedenszuversichtliche Sprache" überall r?rbHThmn61^^11 A" der besonderen Betonung der Hoffnung auf bC%^rab£n? .^kunde die segensvolle Wirkung des Bündnisses ber C^n- welches Jntnguen unschädlich mache, die ganze Politik vereinfache, eine »afiö des Vertrauens m den internationalen Verkehr schaffe und Handel und Industrie sich entwickeln lasse. Die „Neue Fr. Presse" weist auf die auswärtigen Beziehungen hin, die ganz geeignet feien, die vorhandenen Friedenshoffnungen mächtig zu stärken Me Thronrede fei von dem Nimbus der deutschen Friedenspolitik umwoben- Das „Wiener Extrablatt sagt, die Thronrede enthalte die eminenteste, an ganz Europa gerichtete Friedensbotschaft. Die Politik, welche die Grundlage der Friedensliga biete, habe sich zum Helle der europäischen Völker bewährt. Die „Deutsche Reituna" bemerkt, das Vertrauen, welches der Kaiser bezüglich der Erhaltung des Friedens ausgedrückt, erfüllt seit Jahren den bangenden Welttheil mit der sorgelösenden Zuversicht daß in der noch vor wenigen Monaten bedrohlichen allgemeinen Weltlage eine Wendung zum Besseren eingetreten fei. Luzern, 15. Januar. Der frühere Bundesrath und Bundespräsident Knüsel ist gestorben. Paris, 15. Januar. In Folge des Zwischenfalls in den Wandelaängen der Kammer empfing Floquet gestern Abend die Abgeordneten Laisant und Le Herisse als Zeugen Laurs. Floquet erklärte, er habe Laur aufgeforbert, die in der „Press-" enthaltenen Behauptungen, welche er mit Recht als „infame" Lügen bezeichnet ha - auf Tribüne zur Sprache zu bringen. Er halte diese Aufforderung aufrecht uno'habe derselben außerhalb der Tribüne nichts hinzuzufügen. Die Zeugen zogen sich hierauf zurück Paris, 15. Januar. Die Regierung übersandte dem Gouverneur von Obok Verhaltungsmaßregeln, wodurch derselbe ermächtigt wird, keinerlei bewaffnete Haufen landen zu taffen. Marseille 15. Januar. Jrn Stadtviertel Bellemai ist in her vorigen Nacht em Haus emgesturzt, wodurch sieben Personen getöbtet unb neun verwunbet würben. {Rom, 15. Januar. Nach einer Meldung der „Agencia Stefan»" aus Suakin setzte die russische Mission unter Führung Aschinows heute ihre Reise nach Obok fort. Dieselbe wurde an allen Stationen von den französischen Konsuln ofstziell begrüßt. Schloß Loo, 15. Januar. Der König brachte heute einige Zeit außerhalb des Bettes zu und erledigte einige Arbeiten. London, 15. Januar Die meisten Morgenblätter besprechen die Thronrede des Kaisers Wilhelm 11. und drücken ihre hohe Befriedigung über die Frsibensworte des Kaisers aus. — Wie verlautet, tritt das Parlament am z1. Februar zusammen. Petersburg, 15 Januar- Nach einem Telegramm der „Nordisch n Tele- graphen-Agentur" Handels es sich bei der vorgestern veröffentlichten Umwandlung von zwanzig europäischen Schützenbataillonen und einigen Referoe-Jnfanteriebataillonen in Regimenter zu zwei Bataillonen nicht um eine neue Maßnahme; dieselbe ist vielmehr im Laufe der letzten drei Jahre allmählich zur Ausführung gelangt. Der hierauf bezügliche Erlaß des Kaisers bezweckte die Eintragung des Etatbestandes der genannten Truppentheile in das Reichsbudget. Darmstadt, 16. Januar. Fürst Alexander reist morgen nach Wien, um dem Kaiser die österreichischen Orden feines verstorbenen Vaters, des Prinzen Alexander tion Hessen, zu überbringen. Lokales. Gießer», 16. Januar. Vor einer größeren Anzahl Zuhörer, als dies seither bei den Vorträgen im Gewerbveiein der Fall, hielt gestern Abend Herr Professor Dr. Thiel aus Darmstadt im physikalischen Lehisaale bei Realschule einen Vortrag über „die Luft in den Wohnräumen." Den Einfluß der Lufi auf bas Befinden des Menschen als bekannt ooraussetzend, legt der Herr Vortragende dar, daß oer Unterschied zwischen der Lufl tin Freien und derjenigcn in unseren Wohngebäuden ein ganz bebeutenbtr ist. Die sich nut der Luft beschäftigende, Wissenschaft ist ve»hältnißmäß»g noch jung, seit kaum einem Jahrhundert »st man ubtr die Zusammensetzung der Luft unterrichtet, ebenso über das Gewicht derselben, welches je nach Höhe und Ausdehnung ca. 1,3 Kilo per Ci'bikmeter beträgt, bei einem Diuck von 700 Mm. Barometerstand. Natürlich ist erwärmte Luft leichter als falle unb aus diesem Grunde vereint mit der durch die Wärme hervorgebrachten Ausdehnung der Luft erklärt sich die Vclbreitung der Ofenwärme über einen Wohnraum. 100 Cdm. aus Sauerstoff und Slickstoff bestehende Luft nJegen ca. 125 Kilo, es befinden sich in 100 Liter Lust 21 Liter Sauerstoff unb 79 Ci‘er Kohlensäure. Die Luft, welche wir einathmen, enthält nach ihrem Rundgang durch den Köiper beim Ausathmen ca. 4pCt. Kohlensäure, doch sind die Bestanbtheile der ausgeaihmelen Luft, je nach dem Geschlecht, dem Aller, der Bcschät- tigung, der Jahreszeit veischieden, sie schwanken zwischen 3—10pEt. an Kohlensäure; der Mensch probuctrt bet einer Athmnng von 560 Liter Luf: pro Stunde 20 Liter Kohlensäure. Lust unter 9pCt. Sauerstoff ist nicht mehr atbembar. Die menschliche Wasserausscheidung beträgt 50 Gramm pro Stunde, sie wie andere organische Stoffe der Haut sind Luftoerderber, ebenso die Beleuchtung unserer Wohnräume; so erzeugt z. B. eine gewöhnliche Gasflamme stündlich 86 bis 92 Liter Kohlensäure, eine PetroUum- flamme 46 bis 52 Liter. Es spielt sonach auch die Beleuchtung eine sehr große Rolle in Bezug auf die Luft in Wohnungen, nur die elektrische Beleuchtung ucrDiroi die Luft nicht. Besondere Beachtung ist auch den Feuerungsanlagen zu schenken; das in den Oefen erzeugte Kohlenoxydgas ist unathembar, wie die so oft eintretenben Er- stickungsfälle, namentlich bet geschloffener Ofenklappe bewiesen. Daß bet ben auf der Erde athmenden mehr als 1000 Millionen Menschen eine Verminberung der Athmungsluft nicht etntritt, der Bestand an Kohlenstoff unb Sauerstoff sich also gleich bleibt, bafür sorgt in hinreichender Weise das Pflanzenreich. Die Pflanzen nehmen Kohlenstoff auf unb geben Sauerstoff ab; begreiflich ist es baher, daß man soviel wie möglich darauf bedacht fein muß, durch Schaffung von Anlagen, Gärten u. s. w. namentlich in den Städten für richtige Kohlenstoffvertilger und Sauerstofferzeuger, wie es die Pflanzen sind, zu sorgen. Weitere Luftverberber sinb die der Fäulntß ausgesetzten Stoffe, sie bilden Amoniak, Kohlensäure und Schwefelwasserstoff, letzteres ein sehr gefährliches Gas, ferner Küchenabfälle, Abtritte, Tabak u. f. w. Nachdem Herr Prof. Thiel die Ursachen der Luftoerderbniß eingehend erläutert, ging er über zur Erläuterung der Mittel, die geeignet sind, verdorbene Luft zu verbessern. In erster Linie ist, wie überall, auch in Bezug auf Erzielung möglichst guter Luft in den Wohnräumen auf größte Reinlichkeit zu halten, fäulnißerregende Stoffe, Inhalt der Abtritte, Küchenabfälle sind schnell zu entfernen; als geeignete Desinfectionsm»ttel sind Chlorkalk, übermangansaures Kali, Carbolsäure zu empfehlen. Die Abführung der Stoffe geschieht am besten auf dem Wege der Canalisalion. Das sicherste Mittel zur Erzielung gesunder Luft in den Wohngebäuden ist aber eine durchgreifende Ventilation, von welcher sich die künstliche am besten bewährt, indem sie weit vollständiger die Lust erneuert, als die natürliche. Einen ganz besonderen Einfluß auf die Beschaffenheit der Luft in ben Wohnraumen übt auch das zum Bau der Wohnungen verwendete Material aus. Erschwert wird der Luftwechsel durch tapezierte und mit Oelfarbe gestriche»ie Wände. Daß Backstein-Wände für die Luft durchlässig sind, zeigte Herr Prof. Dr. Thiel an einem Backsteine, durch welchen er Luft in einen mit Kalkwasser gefüllten Behälter einblafen konnte. Ein ganz vorzüglicher Ventilator unserer Wohnungen ist der Ofen; Versuche haben ergeben, daß in einem sonst dicht geschlossenen Zimmer durch Ofenheizung 90 Cubikmeter Luftwechsel pro Stunde erzielt wurde. Dem interessanten, mehrfach iduL Experimente erläuterten Vortrag des Herrn Prof. Dr. Thiel folgten die Anwesenden mit der größten Ausme kfamkeit und lohnten denselben am Schlüsse durch lrbyaften Beifall. — (Neues Adreßbuchs Seit dem Erscheinen des letzten Adreßbuchs für die Stadt Gießen sind zwei Jahre verflossen. Wenn es nun keinem Zweifel unterliegen kann, bnfc das Vorhandensein eines guten, zuverlässigen Adreßbuchs für Jedermann und insbesondere für die Gewerbtreibenden einer Stadt von der Größe und Bedeutung wie Gießen von hohem Werthe, ja ein unabweisbares Bedürfniß ist, so ist es mit Freuden zu begrüßen, daß die Erscheinung eines Adreßbuchs in aller Kürze bevor steht. Das Großh. Polizeiamt hat, da der seitherige Herausgeber eine neue Herausgabe abgelehnt hat, in richtiger Würdigung aller hier in Betracht kommenden Factoren die Herausgabe eines Adreßbuchs durch sein Bureau beschloßen. Im Interesse unserer Leser wollen wir nicht verfehlen, hierauf schon jetzt aufmerksam zu machen, um so mehr, als z. Z. die Lieferungsbedingungen noch sehr günstige sind- Es ist nämlich eine Subscriptton auf dasselbe eröffnet und kommt ein Exemplar hierbei auf nur 2 Jt. 50 zu stehen, während der Preis sich nach dem Erscheinen sofort erhöht. Ist nun schon eine große Garantie für möglichste Richtigk it und Genauigkeit des Adreßbuchs dann geboten, daß dasselbe mit Benutzung amtlichen Materials bearbeitet wi'd, so kann aber Jedermann — und es ist schließlich Pflicht eines Jeden — selbst zur möglichsten Vollständigkeit des Werkes beitragen und, soviel an dem Einzelnen liegt, Ungenauigkeiten verhüten. Es wird, wie uns mitgetheilt wurde, in den nächsten Tagen durch die Schutzmannschaft eine allgemeine Aufnahme stattfinden, die sich auf Ermittelung des Vor- und Zunamens, des Berufs oder Geschäfts und der Wohnung der in das Adreßbuch Aujzunehmenden erstrecken wird- Je genauer diese Angaben, um so größer die Garantie für Richtigkeit und Vollständigkeit des Werkes. — Im Anhang zu dem Adreßbuch, das außerdem noch Auszüge aus Gesetzen und localpolizeilichen Bestimmungen enthalten wird, sollen Annoncen von Geschäfts- ftrmen 2c. publicirt werden- Die mit Sicherheil zu erwartende große Verbreitung des Adr ßbuchs läßt auf eine große Wirksamkeit dieser Annoncen schließen und i|t es im Interesse der Gewerbtreibenden gelegen, recht zahlreich zu annonciren, um so mehr, als der Preis ein sehr geringer ist- Bietzen, 16. Januar. Der in der Hauptversammlung der hiesigen Rudergesell- scha t seilens des Vorstandes erstattete Jahresbericht ergibt ein erfreuliches Resultat über die Tbättgkeit und die Kassenoerhältnrsse des Vereins. Das schuldenfreie Vermögen beläuft sich hiernach auf die Summe von Jt 8108. 74 H. Die Mitgliederzahl beirug im vergangenen Jahre: Ehrenmitglieder 2, acttoe Mitglieder 40, passive Mitglieder 113, zusammen 155 Mitglieder. Die Gesellschaft meldete zu sechs Rennen, wovon vier gewonnen (Frankfurt a. M., Mannheim, Ems, Gießen) und zwei verloren wurd n und zwar wa e r dieselben siegreich gegen Heilbronner Ruder-Geftllschafl, ilp'tzlarer Ruderclub, Qffendacher Ruder-Verein, Mannheimer Ruder-Gesellschaft, Bonner Ruderveretn. Durch die gütige Vermittelung des Herrn P. Wilson hat die hiesige Firma E. W. Fernie wieder einen größeren freiwilligen Beitrag zur Verfügung gestellt und dafür bereits bei einem der ersten Boo:bauer Englands zwei neue Boote in Auftrag gegeben; ein vierruderrges Rennboot zur Vertheidlgung des vorjährig gestifteten Lahn- prerses und ein etnruderio.es Rennsciff, in welchem Herr Krailing jedenfalls.um die Meisterschaft von Deutschland rubeni soll. Den Herren Wilson und Fernie, welche Ebrennritglteder der Gesellschaft sind und bereits in nicht genug anzuerkeunender Weise um dre Förderung des Rudersports in Gießen sich verdient gemacht haben, wurde in bantbürec Annerkcnnung im Jahresbericht gedacht. Die Gesellschaft wird am 26. Jan. in Stein's Ga-ten ihr XII. Stiftungsfest durch Concert, Aufführungen und Ball festlich begehen. Für das laufende Jahr sind nachstehende Herren in den Vorstand gewählt resp. wiedergewählt worden: Jean Kircb, 1. Vorsitzender, Ernst Balser, H. Vorsitzender, A. Koenigs, I. Schrufoubrer. A. Scheel, II. Schriftführer, Ehr. Reiber, Rechner, F. Scharmonn, Jnstrutior, Louis Petri III., Verwalter, C. Bratling, A. Bieler, Rude, älteste, Hermann Mettenhermer und Hartmann, Vertreter der passioen Mitglieder. Wir wünschen der Gesellschaft mit ihrem Vorstande, daß durch eifriges Bestreb n dec Mitglieder in gegenseitig freundschaftlichem Verkehr und selbstlose Einsetzung ihrer vollen Kraft auch im neuen Jahre die „roth-weiße" Flagge der Gießener Ruderer ouich Siege verherrlicht werden möge. Univerfitäts-Ghronik. — Der Privatdocent Schuchardt aus Halle hat einen Ruf als Leiter der städtischen Krankenhauses in Stettin erhalten und angenommen. Vermischtes. Frankfurt, 15. Januar. Es wird auch in dortigen Sportkreisen interessiren, daß un'erm Meister'chaftsmhrer von Deutschland, Achilles Wild, von einem Wies- babener Sportsmann 100000 JL vermacht sein sollen. Der Gesellschaft „Germania", der Wild angehört, feien 50000 Jt vermacht worden. — Heut^ Vormittag schied einer der beliebtesten und angesehensten Persönlichkeiten unserer Stadt aus dem Leben, Herr August Andreae-Goll, der langjährige Theilbaber und Chef des hiesigen altangesebenen Bankhauses Johann Goll und Söhne. Der Verblichene, der am 5. September v. I. bei voller Rüstigkeit die goldne Hochzeit feierte, war Mitglied des Verwaltungtzrathes der Frankfurter Bank, des deutschen Phönix u. s. w. Er hat ein Alter von 73 Jahren erreicht. — Gestern Nachmittag kam bei einer Probe im Opernhaus ein junges Mitglied der hiesigen Theater. Fräulein Charlotte Ahrends, durch ein Seil so unglücklich zu Fall, daß sie einen Beinbruch erlitt. — Wie es heißt, werde am nächsten Samstag die behördliche Abnahme der Waldbahn st reck en nach Neu-Isenburg und Niederrad stattfinden. Jetzt schon finden täglich Probefahrten statt. Erda, 13. Januar. Eine Schlägerei mit blutigem Ausgange hat am Freitag bei unferm Dorfe stattgesunden. Ein etwa 24jähriger Bursche, Peter Hartmann von hier, wurde von 5 bis 6 andern überfallen und mittelst Palllsadenlatten, in welchen theilweise noch die Nägel steckten, derart zugerichtet,' daß er jetzt auf den Tod darnieder liegt. Der Kopf des unglücklichen Burschen, welcher durchaus keine Ursache zu seiner Mißhandlung gegeben hat, soll durch die wuchtigen Schläge über und über mit Wunden bedeckt sein. Die beiden Hauptaltentäter, zwei 20 bezw. 21 jährige Burschen, Pfeiffer und Rupp aus Erda, sind bereits gestern durch einen berittenen Gensdarwen abgebolt und geschloffen in das Amtsgerichtsgefängniß zu Wetzlar abgesührt. — Wie erzählt wird, soll bei der Afiaire die Eifersucht eine gewisse Rolle gespielt haben, wie denn auch die Schläge, welche Hartmann empfing, von Hause aus zwei Hohensolmser Burschen zugedacht gewesen sein sollen. — In einer Sitzung der chemischen Gesellschaft in München am 11. b. M. wies Dr. Krüß, wie die „Apotheker-Zeitung" nie [bet, nach, baß es ihm gelungen ist, bei Kobalt unb Nickel, welche bisher als chemische Elemente galten. einen weiteren Körper auszu- fcf)eiben, welcher noch näherer Untersuchung bebarf. Die Tragweite dieser Entdeckung läßt sich noch nicht übersehen; wir erinnern nur an die Folgen, welche sie möglicherweise für unser Münzsystem haben könnten. Fulda, 14. Januar. Dem Mitglied der hiesigen BahnhofL-Feuerwehr, Herrn Philipp Ruppel Hierselbst, ist wegen der bei dem Brande in Hünfeld geleisteten hervorragenden Dienste von des Königs Majestät durch Allerhöchste Ordre vom 27. December v. I. das „Allgemeine Ehrenzeichen" verliehen worden. — sMondfinsterniß.j In den frühen Stunden des 17. Januar findet eine theilweise Mondfinsterniß statt, welche im westlichen Europa, in Afrika und Amerika sichtbar sein wird. Der Anfang der Finsterniß ist in unserer Gegend etwa 4 Uhr 30 Min., die Mitte 6 Uhr 5 Min., das Ende 7 Ubr 36 Min. Für den Anblick mit bloßem Auge beginnt die Verfinsterung an einer Stelle des Mondrandes, die 13 P vom nördlichen Punkte des Mondes gegen Ost hin liegt, die letzte Berührung des Schattens findet statt an einer Stelle des Mondrandes 126° westlich vom nördlichsten Punkte der Mondscheibe. Zur Zeit der Mitte werden 0,7 vom Monddurchmesser verfinstert sein. erzielt man nur, wenn die Annoncen zweckmäßig abgefaßt und typographisch angemessen ausgestattet sind, ferner die richtige Wahl der geeigneten Zeitungen getroffen wird. Um dies zu erreichen, wende man sich an bitt'rfl tltlAttfPii dieAnnoncen-ExpeditionRudolf Masse in Frankiurt UlllUJ dlVllllUll4t.ll am Main (Vertreter in Gießen Jul. Wallach, Kaufmann, Marktplatz); von dieser Firma werden die zur Erzielung eines Erfolges erforderlichen Auskünfte kostenfrei ertheilt, sowie Inseraten - Entwürfe zur Ansicht geliefert. Berechnet werden lediglich die Original - Zeilenpreise der Zeitungen unter Bewilligung höchster Rabatte bei größeren Aufträgen, fo daß durch Benutzung dieses Instituts neben den sonstigen großen Vortheilen eine Ersparniß an Jnsertionskosten erreicht wird. 184 Unregelmäßigkeiten in der Zustellung des Anzeigers bitten wir sofort zu unserer Kenntniß zu bringen, damit wir in der Lage find. Abhülfe schaffen zu können. Expedition de» „Gießener Anzeiger/' — unterlegen Heilbronner Rader-Gesellschaft. Wetzlarer Ruderclub, Mannheimer Ruder-Grsellschaft. Erfolg Allgemeiner Anzeiger. Fortsetzung der Mobiliar-Versteigerung des Herrn Provinfialdirectors Dr. Boeckmann: Donnerstag den 17. Januar, Mittags 2 Uhr. 527__________________Hoffmann, Ortsgerichtsmann. DieCentralkrankenkassEderMetallarbeiler feiert Samstag den 19 Januar ihr l4jähHges Stiftungsfest mit Concert u. TanMterhattung in Stein's Garten. Anfang 8 Uhr. Entree 75 3MF Vier im Glas. 368 Auch Nichtmitglieder haben Zutritt.____________Das Festcomite. Geschästs-Uebernahme. Einem verehrlichen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich das von Herrn Jmmel betriebene Holz- und Kohlengeschäft übernommen habe. Ich halte mich in allen in dieses Fach einschlagenden Artikeln bestens empfohlen. Mein Bestreben wird es sein, gute Waare bei reeller pünktlicher Bedienung zu liefern. Bestellungen werden zu jeder Zeit entgegengenommen. 208 Achtungsvoll Georg Todt, Neuen Baue 17. Dtrect importirter schwarzer chinesischer Thee neuer Ernte von Robert Scheibler Cleve und London in an rkannt vorzüglicher Qualität wird zu folgenden Preisen verkauft: per Pfund-Packet Mark 2,50. 2,75, *,00, 3,75, 4,75, 5,25. Halbe und Fünftel - Pfunde entsprech nd höher. Zu haben bei Herrn [724q C. Bieler, Kreuzplatz 6 Giessener Zitherclub (WohlthLtigkeitsverein). Generalversammlung Montag den 21. Januar d. I., Abends 8 Uhr in der Restauration 'Seidel (Sonnenstraße). Tagesordnung: l) Rechnungsablage, 2) Vorstandswahl, 3) Maskenball. Um zahlreiches Erscheinen bittet 506 Der Bor st and. Ausverkauf. Gummischuhe von 1.50 an pro Paar, in großer Auswahl. 236 H. tirünebaum, 1 Lindenplatz 1 Niederlage ! sämmtlicher Normal-Mrterzeuge s von Prof Dr. Jäger aus der Fabrik von i W. Äenger Sohne, Stutttgart. Verkauf: Original-Fabrikpreise. (©eit 1. Januar ds. Js. Preisermäßigung). Robert Haas, 423] Seltersweg 18. Donnerstag Abend treffen Schellfische in bekannter frischer und la. Waare ein. Emil Orblg, 458 Bahnhofstraße 30. I» Kuhsteisch, nicht ladenretn, per Pfund 30 Pfennig. ? 526 Neustadt 48, rechts. Gegen den Wendelin Wolf, geboren am 1. Januar 1863 zu Sooden bei Salmünster, ist durch Beschluß des Königl. Untersuchungsrichters zu Marburg vom 12. Januar 1889 Haftbefehl erlassen. Derselbe treibt sich seit Sommer 1888 vornehmlich in der Provinz Hessen-Nassau umher, fertigt init großem Geschick Sammellisten für die Hinterbliebenen verunglückter Bergleute, Brandgeschädigte (insbesondere Hünfeld) u. s. w. mit falschen obrigkeitlichen Stempeln und Unterschriften und läßt durch Helfershelfer in Dörfern sammeln, nachdem der betr. Bürgermeister um Genehmigung angegangen ist. Er selbst betheiligt sich nicht, sondern wartet in der Nähe des Dorfs. Wolf nennt sich bald Carl Werner, bald Kuhn, führt auch falsche Papiere. Ich ersuche um Verhaftung, Ablieferung in's nächste Gerichtsgefängniß und Nachricht zu den Acten I. 35/b9. Die Gendarmerie wird um besondere Rücksprache mit den Ortsbürgermeistern ersucht. Signalement. Mittelgroß, blondes, linksgescheiteltes Haar und Schnurrbart (letzteren soll er öfters dlMkler färben), blasse Gesichtsfarbe. — Gestreifte Hose, Schnürschuhe, steifer schwarzer Hut, dunkler Ueberzieher, Nickelkette, statt der Uhr Medaille mit Niederwalddenkmal, schwarzer Stock mit Nickelknopf. 509 Besondere Kennzeichen: Narbe am linken Auge; dem Vernehmen nach hat er aus der Brust das Turnerwappen eintätowirt. Marburg, den 14. Januar 1889. Der Eiste Staatsanwalt. Mu- u. Wcrkhoff- Verfteigenmg. Mittwoch den 23. d. M., und Donner-tag den 24. d. M, sollen in dem Steinbacher Gemeindewalde, District Ameisenkopf und Heegheck, ledesmal von Morgens 9y2 Uhr an, versteigert werden: 15 Eichen-Stämme von 4,32 Fm., Wagnerholz, 9 Eichen-Stämme von 9,17 Fm., Baustämme, 3 Buchen-Stämme von 4,14 Fm., 305 Kiefern Stämme von 15—35 Ctm. Durchmesser, 6—15 Meter Länge, 140 Festmeter, 455 Fichten Stämme von 15—45 Ctm. Durchmesser, 8—20 Meter Länge, 230 Festmeter, wovon 36 Fichten- Stämme über 30 Ctm. Durchmesser zu Schnittholz (astrein), 524 Fichten-Derbftangen von 8—15 Ctm. Durchmesser, 6—15 Meter Länge, 84 Festmeter. Der Anfang ist an beiden Tagen bei Holz Nr. 1 am Buseckerweg, am Ameisenkopf. Bemerkt wird, daß am ersten Tage 277 Kiefern-Stämme, ein Theil Fichten-Stämme und Derbstongen, 15 Erchen-Stämme für Wagner, am zweiten Tage die starken Fichten- Stämme, ein Thell Kiefern-Stämme, 9 Eichen-Baustämme, 3 Buchen und ein Tyell Derbstangen zur Versteigerung kommen. Steinbach, am 15. Januar 1889. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. 508 Montag den 21. I. M, Nachmittags 1 Uhr, sollen in der Gemeinde Lollar Pumpenmacherarbeiteu, veranschlagt zu 93 öffentlich in den Accord gegeben werden. Gießen, den 15. Januar 1889. Senßfelder, 500 Bez.-Bauausseher. ' Holzversteigerung. Dienstag den 22. Januar, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Lang-Gönser Gemeindewald „Wehrholz", DistrictRosengarten,nach- verzeichnetes Holz versteigert werden: 60 Eichenstämme von 36—72 cm Durchmesser und 5—10 m Länge, mit 74 fm, 1 Buchenstamm von 49 cm Durchmesser und 9 m Länge mit 1,70 fm, 116 Nadelstämme und Stangen mit 14 fm, 30 rm Buchen-Scheiter, 20 „ „ Knüppel, 65 „ „ Stöcke, 84 „ Eichen-Scheiter, hierunter 16 rm zu Küferholz geeignet, 2500 Nadel- und Weichholzwellen. 12 rm Nadel-Stöcke. Die Zusammenkunft ist an der Kreisflraße nach Niederkleen am Wald. Bemerkt wird, daß das Stamm- und Stangenholz, sowie das Küferholz, von Nachmittags 1 Uhr an zur Versteigerung kommt. Lang-Göns, den 15. Januar 1889. Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns. Brückel. 525 Versteigerung. Freitag den 18. Januar, Vormittags 11 Uhr, werden im Pfandlokal dahier zwei Kühe und ein Oeconomiewagcn gegen Baar- zablung versteigert. 524 Versteigerung bestimmt. Horn. la. 8cheWche treffen ein bei 516 Chr. Ludw. Thomas, 23 Wallihorstraße 23. Ausverkauf- Filzschuhe in großer Auswahl werden zu jedem annehmbaren Preise abgegeben. K. Grünebaum 240] 1. Lindenplatz 1. 518 Eine große Parlhie leere Kisten billig abzugeben bei _______Moritz Gregori & Sohn. Donnerstag früh eintreffend: Frische Schellfische 5i3 L. Kalkhof. Drogerie Seltersweg 3 9 empfiehlt [510 Besten Medicinal- Leberthran. Guten Mittagstisch von 30 H an. [399 Zum Lahnstein. 398] Stud. phii. ertheilt Privatstunden im Griech. und Latein., die Stunde zu JC 1.50. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. Ein sind. phil. ertheilt gegen mäßiges Honorar Nachhülfe resp. Ueberwachung der Aufgaben. Offerten unter E. W. an die Exped. d. Bl. erb. 422 Wenrüttörmgen. Der untere Stock, Ludmigflraße 45, ; 7 Zimmer nebst Zubekör, eventuell mit j Stallung und Burschenzimmer, vom 1. April ob zu vermiethen. [503 • Näheres daselbst im 3. Stock-__________ i 5C4 Der 2. Stock m. Hauses (5 >ztm- ' mer rc.) zu verm. Dr. Dornselff, Schulstr. 507] Grünbergerstraße Nr. 21: schöne Mansardenwohnung mit Wasserleitung rc., per 1. April zu vermiethen. Christian Petri V., Ostanlag^. 515] Zwei kleine ineinandergehende Zimmer sind möblirt oder unmödlirt an einen ruhrgen Herrn oder Dame per 1. März zu vermiethen- __Frankfurter straße 12, parterre. 514] Grünbergerstraße 16 ist der dritte Stock mit Wasserleitung und allem Zubehör zu vermiethen und kann sogleich bezogen werden______ 521 Ein kleines Logis sofort zu ver- miethen.______________Kaplansgasse 18. 522] Logis, sowie einzelne Zimmer, gl- beziehb, zu vermiethen- Neuen Bäue 20- 519 Eine unmöblirte Stube zu vermiethen._______ Wetzsteingasse 10. 5^3] Kleines Familienlogis zu oer- miethen.____________Wallthorstraße 51. 511] Fünf Zimmer, Zubehör, in der Bleichftraße zu vermiethen Näheres ______________ Dclteröweg 63 11. 414 Ein möblirtes Zimmer sofort billig zu vermiethen. Näheres Wallthorstraße 46 III. Vermischte Anzeigen. Ein Werkstätteraum aus sofort gesucht. 520 Näh, in der Srped. d. Bl. Metzger- und Backerfchürzen mit Jnnungswappen fertigt die Lach- urann'sibe Schürzenfav rik, Bismarckstraßc 6. an und liegen Modelle zur gefl Ansicht aus. Auch sind neue Schnitte in Hausschürzen wieder eingetroffen.____________________________505 501 Ein Dienstmädchen mit guten Zeugnissen in einen kleinen Haushalt gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl. Gesucht 5u2 gegen freie Wohnung und entsprechenden Gehalt eine brave ältere Person zur Mithülfe in einem kleinen Haushalt. Näheres in der Exped. d. Bl. Giessener Concertverein. Viertes Concert (97. Vereinsjahr) am Sonntag den 20. Januar 1889, 5 Uhr Abends, im grossen Saale des Gesellschaftsvereins unter Leitung des Grossh Universitäta- Mueikdirectors Herrn Adolf Felchner und Mitwirkung des Fräulein Johanna Pfaonmüller aus Darmstadt, des Herrn Professor Alwin Schroeder aus Leipzig und des durch auswärtige Künstler verstärkten Vereinsorchesters. ------ [481 Programm. 1. Ouvertüre zur Oper »»Iphigenie in Aulis“ von Chr. von Gluck. 2. Arie aus der Oper „Titus“: Ach nur einmal noch im Leben etc , mit Orchesterbegleitung ••••... von W. A. Mozart. 3. Violoncellconcert {A-moll) mit Orchesterbegleitung .......von C. St. Säens. 4. Serenade für Streichorchester mit obligatem Solo-Violoncello(D-moll) •......von R. Volk mann. 5. Lieder mit Klavierbegleitung: a) Im Herbst . von Roh. Franz, b) Neue Liebe von Ant, Rubinstein. (?) Vergebliches Ständchen ......von Joh. Brahms. 6. Solostücke für Violoncello mit Klavierbegleitung: a) Sarabande . . von J. S. Bach. b) Moment musical von Franz Schubert, c) Tarantelle . von Bernh.Cossmann 7. Symphonie (A - dur) für Orchester . . von F. Mendelssohn- Bartholdy. Karten für Nichtmitglieder sind zu 2,50 (Sperrsitz zu 3,50) in der Ricker’schen Buchhandlung, Sonnenstr. 15, zu haben. Wiener Hof. $ I. Klasse Mittagstisch im Abonnement zu 50 H und 80 H. Ueli. Kalkbrenner« 459] Per Juli wird in Gieße» ein Laden mit Wohnung in guter Geschäftslage zu miethen gesucht. Gefl. schriftl- Offerten mit Preisangabe an die Exped- d. Bl- unter Chiffre Z. 15 erbeten. 512 Windhof. Sonntag den 20. Januar: anzmusik. Chr. Duill Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 16. Januar 1889. Schlußcourse 1 Uhr 15 Min. Tendenz: fest 4% Reichsanleihe 10905 5% Italiener Rente ult. 96.39 3 Wo do- 104.50 4% Preuß. Consols 108 30 3V2% do. 10415 4% Ungar. Goldrente 85 60 4,/s°/o -Oesterreich. Silberrente 70 00 5°/( 1871/73er Russen 4% * 880er do. Russische II. Orientanleihe 4% antf. Egypter 6°/0 ons. Mexikaner, große Stücke 99.80 88.00 65.50 8470 90.90 Disconto-Commandit-Anth. Darmstädter Bank-Act Oesterreich. Credit 230.50 173.60 242.50 Oester reich. Staatsbahn-Actien Lombard. Eisenbahn- „ Galizische do. „ 217.37 85.50 17500 20 Francs-Stücke 10 do. 16-11—16.14 1607-1611 Engl. Souvereigns 20.29- Dollars in Gold 416 -20.34 -4.20. Telegraphischer LorrrSdericht der Berliner Börse vom 16. Januar 1889. Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt deS Herrn Franz Otto, KurfürstenstraKe S in Berlin, bei. 517 Oesterr. Creditactien Oesterr. StaatSbabn-Aciien 1880 4°/o Russen Oblig. Darmstädter Bankactien 169.10 108 70 87.85 175.75 Tenden Di8conto-Com-Antheile Lombarden 4% Ungar. Goldrente Bochumer Gußstahlactten $: matt. 233 75 43 60 85 60 190 25 4% Gießener Obl. 5% Buderus Obl. 104 30 Redactton: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'ichen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer -nthölt 1 Blatt und l Beilage.