Nr. SO. Dienstag den 16. April 1^89 Hiehener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Srrrearrr Schul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf Betreffend: Die Vertilgung der Raupennester. Gießen, am 13. April 1889. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen des Kreises. Wir sehen binnen 8 Tagen Ihrem Berichte entgegen, ob in Gemäßheit unserer Verfügung vom 1. Februar l. I«. - Kreirblatt 29 - die Vertilgung pennefter erfolgt ist. ö ö ___________v. Gagern- Betreffend: Den Wiesenrundgang. Gießen, am 12. April 1889. Das Großhcrzogliche Kreisamt Gießen a« dl« Groß herzoglichen Büegermeiftereien des KreiseS. Soweit Sie unserer Verfügung vom 20. Februar 1889 - Kreisblatt Nr. 47 - noch nicht nachgekommen sind, erinnern wir Sie an baldige v. Gagern. Betreffend :, Dar Erlatzgeschäft pro 1889. Gießen, am 13. April 1889. Der Civil-Vorsttzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission Gießen an di- Großherzoglichen Bürgermeistereien der zum Aushebungs-Bezirk Gießen gehörigen Gemeinde«. Mit Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 28. v. Mts. benachrichtige ich Sie, daß die Musterung und Loorziehung nicht in der städtischen Gemünden h°er°°n alsbä-d i7/enntm?s"em (Brandplatz) in Gi-ß-u stattfindet. Sie wollen die Militärpflichtigen Ihrer _____ Jost, Regierungsrach.____________ Kriegsgerichtliches Erkeuutnift. aus Offenbach a. M., aus dem Landwehr-Dezirk Wrrach, ist durch das unterm 3. April 1889 bestätigte krieqs. gerlchttiche Erkenntniß vom 30. März 1889 in contumaciam für fahnenflüchtig erklärt und zu einer Geldbuße von 160 Mark verurtheilt worden Freiburg t. B., den 13. April 1889. Königliches Gericht der 29. Division. Deutschland. , Berlin, 13 April. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des chemaligen Kondraths Eberhard von der Reck zum dienstthuenden Kammerherrn Ihrer Maiestat der Kaiserin und Königin und zugleich zum Eabinetssecretär Allerhöchstderselben mit dem Charakter als Cabinetsrath. — Die „Nordd. Allgem. Ztg." ist von kompetenter Seite zu der Erklärung ermächtigt, daß ein Wechsel in der Person des Oberhof- und Hausmarschalls nicht bevor- steht. Der jetzige Oberhofmarschall v. Liebenau übernimmt vielmehr unmittelbar nach Ostern seine Geschäfte wieder. Die „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt die Nachricht englischer und amerikanischer Zeitungen, wonach Deutschland, England und Amerika während der Dauer des Con- gresses nur durch je ein Kriegsschiff vor Apia vertreten sein werden. Die Angabe, wonach von deutscher Seite die Entsendung mehrerer Kriegsschiffe in Aussicht genommen fei, ist unrichtig. Die von der ostafrikanischen Station nach Samoa entsandte Cor- vette „Sophie" verbleibt dort nur bis zum Eintreffen der Kreuzercorvette „Alexandrine", welche voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Juli vor Apia ankommen wird, um die Sophie, welche seit langer Zeit in fremden Meeren stationirt ist, abzulösen. Berlin, 13. April. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Darlegung der Hauptverwaltung der Staatsschulden über den Stand des preußischen Staatsschuldbuchs. Daffelbe wurde am 1. October 1884 eröffnet und enthielt am 1. April 1885 Konten mit 52,192,700 JL, dagegen am 1. April 1889 6781 Conten mit 387,804,400 Von den Conteninhabern wohnen 6073 in Preußen, 637 in anderen Staaten Deutschlands, 13 in England, 11 in Amerika, 8 in Frankreich, je 7 in Oesterreich und Rußland, 5 in Asien und 2 in Afrika. Verhältnißmäßig gering haben Vor- munder und Vormundschaftsgerichte Mündelgelder in preußischen Consols angelegt, wahrend gerade diesen, sowie allen Besitzern solcher Consols, wenn sie dauernde Capitals- anlage suchen, um ihren Besitz vor Schaden aller Art zu schützen, die Benutzung des Staatsschuldbuches zu empfehlen wäre. . 131 April. In Folge von Dammdurchbrüchen in der Niederung ift eine große Ueberschwemmung eingetreten. An den gefährdeten Stellen arbeiten zweihundert Soldaten unausgesetzt. . ..Dresden, 13. April. Anläßlich des 40. Jahrestages der ersten Erstürmung ödjaTuen sand heute Abend im Tivoli-Saale eine Erinnerungsfeier statt, welcher der König, die Prinzen Georg und Friedrich August, sowie mehrere Generäle beiwohnten. Heute früh waren die Gräber der sächsischen Soldaten, welche an den in jenem Kampfe empfangenen Wunden gestorben und hier begraben sind, feierlich bekränzt worden. England. _ —2imdon, 13. April. Nach einer weiteren Meldung des Reuter'schen Bureaus aus Sidney ist die Kreuzercorvette „Olga" dortselbst eingetroffen, um die erlittene Havarie zu repariren Der Commandant, 2 Officiere und 30 Mann des gestrandeten ^.Adler , sowie die überlebenden Officiere deS „Eber" sind an Bord des Norddeutschen rNampfers „Lübeck" ebenda angekommen und gehen am 24. April an Bord des Neichspostdampfers „Habsburg" nach Deutschland zurück. — Ein Wachtcommando ”°.n E Mann ist in Apia zurückgeblieben, um die deutschen Interessen zu schützen. ?lc MsMgkeiten unter den Eingeborenen haben zur Zeit aufgehört und hat Mataafa den größten Theil seiner Leute entlassen. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenr- Bureaus Homburg v. d. H., 14. April. Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich ist heute Vormittag mit den Prinzessinnen-Töchtern und zahlreichem Gefolge hier eingetroffen. Die Herrschaften begaben sich alsbald in offenem Wagen in das königliche Schloß. Oldenburg, 14. April. Der Kaiser traf heute früh hier ein. Am Bahnhofe wurde er vom Großherzog empfangen, welchen er durch zweimalige Umarmung begrüßte. Am Eingänge der Heiliggeist-Straße, wo eine Ehrenpforte errichtet worden war, hielt der Oberbürgermeister v. Schrenck eine Ansprache. Auf dem Wege bis zum Schloß bildeten Truppen, Kriegervereine, Innungen, andere Vereine und die Schulen Spalier. Die Stadt ist prächtig geschmückt. London, 14. April. Der gestern in Kew stattgefundenen Beisetzungsfeierlichkeit der Leich- der Herzogin von Cambridge wohnten die Königin, sowie alle Mitglieder der königlichen Familie bei. Die Leiche wurde nach der Feier vom Palast St. James aus unter Eskorte von Cavallerie in das Mausoleum, wo der Herzog von Cambridge beigesetzt ist, übergesührt. ö Lokales. Gießen, 15. April. Wie uns telegraphisch mitgetheilt wird, trifft Se. König!. Hobelt der Groß her zog heute Nachmittag, aus England kommend, mit dem Zuge 4 Uhr 33 Min. der Deutz-Gießener Bahn hier ein. Se. König!. Hoheit wird um 5 Uhr zur Auerhahnbalz nach Alsfeld fahren, wohin sich auch Se. König!. Hoheit der Erbgroßherzog begeben wird. Gießen, 15. April. Gestern Vormittag 8 Uhr 10 Min. passtrte auf der Reise nach Homburg mit dem von Kassel kommenden Schnellzuge die Kaiserin Friedrich nebst Prtnzessinen-Töchtern die hiesige Station. Gieße«, 15. April. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung «v Mittwoch den 17. April 1889, Nachmittags 4 Uhr. 1. Gesuch des Daniel Heil um Erthetlung der Concession zum Wirthschafts- betrieb. 2. Gesuch des Jo Hs. Hainbach um Erlaubniß zum Ausschank von Branntwein über die Straße. 3. Gesuch der Heinr. Sack Ehefrau, geb. Decher um desgleichen. 4. Wahrung städtischen Eigenthums. 5. Die Vermiethung der ehemals Benner'schen Besitzung in der Nordanlage. 6. Verwerthung eines Bauplatzes an der Ltcherftraße. 7. Die Vergütung für den Wieger auf den Wochenmärkten. 8. Die Abhaltung der Wochenmärkte in Gießen. 9. Die Benutzung der Turnhalle durch den Turnverein und die Realschule. 10. Erkrankung des Friedrich Wirth von Hirschhausen. 11. Anschluß der Atchanftalt an die Quellwasserleitung. 12. Gesuch des Karl Heil und Genossen um Erweiterung der kleinen Sandgasse. 13. Die Entwässerung des Friedhofs. 14. Die Ausgrabung der Leiche des Stations-Assistenten Greiner. Gießen, 15. April. Der Oberhessische Geschichtsverein hat unter der sach- verständigen Leitung des Herrn F. Kofler von Darmstadt vom 10. bis 12. April in r^oei Okarben Ausgrabungen vorgenommen, welche ergaben, daß das ganze Gebiet, welches letzt vom Dorfe bedeckt ist unv darüber hinaus dereinst eine römische Nieder- lassung war. An den verschiedenen Stellen, wo in Gärten die Versuchsgräben gezogen . wurden, fanden sich Mauern oder abgebrochene Mauerreste, ausgedehnte Thetle von Estrichfußböden, große Mengen von Gefäßscherben aller Art, von den feinsten aus A Terra eiqillata bis zu den plumpen Resten mächtiger Amphoren, Dachschiefer und Ziegel- . platten zur Dachbedeckung, Fließtafeln und zahlreiche Reste von Hetzröhren. Im ; Garten des Spenglers Zimmermann war unter einer Decke von Gartenerde (etwa i 1 Fuß) eine mächtige Schicht von solchem Schutt (2 Fuß und mehr) und dann eine ? Schicht von Asche und Kohle, woraus geschlossen werden kann, daß die Ansiedelung durch Feuer zerstört wurde. Nahebei gegen die Nidda hin fanden sich beim Graben > eines Brunnens noch in einer Tiefe von 16 Fuß römische Scherben in einer dicken J Lage mächtiger Eichstämme, theils senkrecht, theis wagrecht, die offmbar Thetle eines j Weges oder Steges zur Nidda durch den Sumpf gebildet haben. Die zahlreich gefundenen Heizrohrirümmer ließen hoffen, unter dem Estrich noch . einzelne TheUe eines Hypokaustums, einer römischen Heizetnrichtung aufzufinden. Aber * alle Versuche in dieser Richtung waren umsonst. Zwar sprechen zahlreiche Umstände j dafür, daß auch noch solche sich erhalten haben, aber man konnte doch nicht das ganze j Dorf mit Versuchsgräben durchschneiven. Wenn auch das Ergebniß nicht zu unterschätzen ist, daß nachgewiesen wurde, i das ganze jetzige Dorf Okarben ist über einer alten römischen Ntederlaffung erbaut, so war doch die Bereicherung des Vereinsmuseums sehr gering, eben weil nur zerschlagene Reste gefunden wurden. Das römische Okarben stand offenbar mit dem römischen Heddernheim bet Frankfurt durch eine Straße in Verbindung, die stellenweise als Steinstraße in der Generalstabskarte eingetragen ist. Jetzt ist's aber nur noch Fußpfad und der letzte Rest der Straße wurde im letzten Winter an einer Stelle, wo sie durch eine Hohl führte, durch Abtragen und Einebnen der Raine etngeebnet und in Ackerland verwandelt. Bet dieser Arbeit stieß man V» Stunde vom Dorf auf den römischen Friedhof und wurden dabei zahlreiche Grabbeigaben gefunden, aber überallhin zerstreut. An dieser Stelle grub der Verein auch und stieß ebenfalls auf römische Gräber mit Leichenbrand, aber auch fiter waren die Funde für das Museum gering. Die Töpfe waren zerdrückt oder zerschlagen, die Bronce zu formlosen Klumpen zusammengeschmolzen, ebenso das Glas. Was erhalten blieb und gefunden wurde, war eine Pfeilspitze aus Feuerstein, ein Lämpchen, ein Töpfchen, eine Münze mit ganz unkenntlich gewordener Prägung, ein Wingertsmesser von Eisen, zahlreiche große eiserne Nägel, sowie sehr zahlreiche Topfscherben, die aber kaum wieder zusammensetzbar sind. Leider wurde die Grabarbeit durch heftigen kalten Regen unterbrochen. Die gefundenen Gegenstände sollen während der Ferien, wo das Museum geschlossen ist, gereinigt und zusammengestellt werden. Aber auch hier sei besonderer Dank gesagt Herrn Kofler, der seine kostbare Zett den Veretnsgrabungen widmete, der gastfreien und zuvorkommenden Familie Forbach in Okarben und allen den Herren, die in regem Interesse den Arbeiten folgten. Gießen, 15. April. (Musikalisches.^ Ein seltener Kunstgenuß steht unserer Stadt in Kurzem bevor. So wie wir hören, ist am 30. April hier ein Concert von Frau Amalie Joachiin, sowie ihrer Tochter Marie Joachim, welch' letztere mit großartigen Erfolgen in Berlin, Dresden und Leipzig ausgetreten ist. Die Pianistin Frau Dr. Loöns Gerbracht, welche mit Frau Joachim eine erfolgreiche Concert- tournee durch Rußland gemacht, wird mehrere Claoier-Solt vortragen. Wir sehen mit großem Interesse diesem Concerte entgegen, dessen Arrangement Herr Challier wieder übernommen ha?. Vermischtes. Mainz, 14. April. Der heutige mittelrhetnische Turntag beschloß, das mittelrheinische Turnfest 1890 in Coblenz abzuhalten. (F. Z.) A Mainz, 14. April. Dank dem Einschreiten der Bürgermeisterei ist der Tüncherstrike jetzt einstweilen beigelegt. In einer auf dem Stadthause stattgehabten Versammlung der Meister und Gesellen ist es dem Vertreter der Bürgermeisterei gelungen, einen provisorischen Ausgleich dahin herbeizuführen, daß um einen Durch- ichnittslohn von 33 Pfg. per Stunde die Arbeit einstweilen wieder ausgenommen wird. Bei diesem Ausgleich sind die beiden streitenden Parteien in der Mitte zusammengekommen, indem die Gesellen 36 Pfg. verlangt und die Meister 32 Pfg. geboten hatten. Unbeschadet dieses vorläufigen Ausgleiches bleibt der Strike bis nach Inkrafttreten des Gewerbeschiedsgerichts in Schwebe. Letzteres dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen, da das Statut für das Gewerbeschiedsgericht jetzt von der Regierung mit einigen unwesentlichen Beanstandungen eingetroffen ist. A Mainz, 14. April. In der Zeit vom 20. bis zum 23. Mai findet hier der X. Verbandstag deutscher Conditoren statt. Neben den geschäftlichen Berathungen weift das Programm eine Reihe Punkte auf, die der Geselligkeit und dem Vergnügen gelten. So ist außer dem Feftbanket und den Festconcerten in der „Stadthalle" eine Besichtigung der Mainzer Sehenswürdigkeiten und ein jedenfalls nicht trockener Gang durch verschiedene berühmte Mainzer Kellereien vorgesehen. Den Höhepunkt der Festlichkeiten bildet eine Dampfschifffahrt nach Rüdesheim und ein Ausflug auf den Niederwald. — Die Niederländische Dampfschiffs-Rhederei läßt bereits am 15. d. M. ihren Sommerfahrplan in Kraft treten. Darnach verkehren täglich zwei Boote zu Berg und zu Thal. Bingen, 9. April. (Realschul-Jubiläum.j Heute Vormittag fand die Schulfeier der Realschule im „weißen Roß" statt. Ein zahlreiches Auditorium hatte fich eingefunden: Vertreter der Staatsregierung, Stadtbehörde, frühere Lehrer und Schüler, Geistlichkeit, Eltern der jetzigen Schüler. Die Feier bestand in Gesangs- vorträgen der Schüler, der Festrede des Direktors Herrn Dr. Schneider, Ansprache und Entlassung von 26 Abiturienten durch Reallehrer Herrn Dr. Kemmer. In der Festrede gedachte der Herr Dtrector der früheren Lehrer und aller Wohlthäter und Förderer der Anstalt, seinen besonderen Dank Allen aussprechend, welche zur würdigen Feier des Jubiläums beigetragen haben. Mehrere größere Stiftungen seien anläßlich dieses zum Besten der Schule gemacht worden, unter anderen Beträge von je 1000 JL von den früheren hiesigen Schülern und Binger Söhnen, Herrn Joseph Konas, Kaufmann in Sheffield (England) und Herrn Jakob Feist, Kaufmann in Frankfurt; die herzlichsten Gratulationen zum Theil aus weiter Ferne seien etngelaufen. Die anwesenden früheren Lehrer, Herr Gymnasialdirector Nodnagel von Worms, sowie Semtnardirector Mühr von Bensheim, welch letzterer 28 Jahre lang als Lehrer an der Anstalt gewirkt batte, brachten persönlich in warm empfundenen Reden ihre Glückwünsche zum Jubiläum. Herr Lehrer Krug von Frankfurt, früherer Schüler, spendete eine Schleife zur Fahne als Jubiläumsgabe. — Nach einem Ausflug auf Rochusberg und Scharlachkopf nahm das Feftbanket 5 Uhr Mittags seinen Anfang. Dasselbe war von über 200 Personen besucht. Den ersten Toast brachte Herr Oberschulrath Soldan - Darmstadt auf Kaiser und Großherzog aus. Nach ihm sprachen u. A. Herr Semtnardirector Mühr und Herr Eduard Friedberg von Frankfurt. Dazwischen heitere Gesänge im Chore und Musikvorträge der 88er Capelle von Mainz. Die Stimmung der Teilnehmer war eine sehr gehobene. A Aus Rheinhessen, 14. April. Zu den zahllosen bereits bestehenden Nebenbahnprojecten ist jetzt in Rheinhessen noch ein neues getreten. An Stelle der Bahn nach Neubamberg wird nämlich jetzt für Anlage einer Bafin von Bodenheim ! nach Kreuznach agitirt. Diese Bahn würde der dortigen Gegend allerdings einen J großen Verkehr versprechen, aber ihre Anlage ist derart kostspielig, daß an eine Ausführung nicht zu denken ist. Fulda, 12. April. In unserer Nachbarstadt Hersfeld wurde kürzlich ein Mädchen aus dem Dorse Wüstefeld, welches im vorigen Herbste in Folge eines Schreckens die Sprache verloren hatte, dadurch geheilt, daß man es unversehens unter eine kalte Douche brachte. Der Schreck hierüber gab der Stummen die Sprache wieder. — Das beste Schutzmittel, um die aufgehende Erbsensaat vor den Sperlingen zu retten, ist der gewöhnliche und überall leicht zu beschaffende Steinkohlengruß. Man bestreut damit nicht zu sparsam die Reihen, so daß das Feld schon aus der Feme dunkel gestreift erscheint und wiederholt dies nur, wenn starker Regen die Felder verwischt haben sollte. Auf so behandelten Feldern wird die Aussaat regelmäßig aufgehen, da der Steinkohlengruß auch zugleich einen günstigen düngenden Einfluß auf das Feld ausübt. Neuerdings wird nun zwar als bestes Mittel, das am wenigsten Arbeit und Mühe verursacht, das recht tiefe Legen der Erbsen, etwa 10 Centimeter tief, empfohlen. Bei dieser Tiefe verlieren sie ihre Triebkraft nicht, sondern sie wachsen kräftig voran und stoßen, während das junge Grün ans Tageslicht tritt, die beiden dicken Keimblätter ab, welche unter der Erde zurückbleiben. Ist die Erbse, wie es so häufig geschieht, in geringer Tiefe gepflanzt, so kommen diefe Keimblätter beim Aufkeimen aus dem Boden heraus und sind dann in erweichtem Zustande eine leckere Beute für den Sperling. Bei feiner Klugheit findet er dann heraus, daß auch die tiefer liegenden Erbsen bald zum Vorschein kommen müssen und so wartet er bis zum kommenden Morgen, um seine Tafel gedeckt zu finden und dem Erbsenpflanzer einen recht erheblichen Schaden zufügen zu können. Handel und Verkehr. — Das am 1. Mai aufzulegende Verzeichniß zusammenstellbarer Rundreisekarten wird nun auch die Schweiz und Dänemark mit den wichtigsten Verkchrs- bahnen einbeschließm. Das neue Fahrscheinoerzeichniß unterscheidet sich von dem bisherigen dadurch, daß die Scheine alphabetisch nach Anfang- und Endstationen geordnet sind, so daß also jeder Coupon zweimal aufgeführt wird. Die zum Verzeichniß gehörige Karte zeigt nicht mehr die Nummern der Fahrscheine, sondern gibt die Anfangs- und Endstationen der Fahrscheinstrecken, sowie diejenigen Stationen und Häfen an, auf welchen das Verkehrsgebiet verlassen und wieder betreten werden darf. In letzterer Beziehung ift eine durchgreifende Beschränkung eingetreten, um Mißbräuche, wie sie bei der bisherigen Bestimmung sich eingeschlichen hatten, zu verhüten. Ein Anhang zum Fahrscheinoerzeichniß bezeichnet die Stationen, für welche die Erlaubnis bestehen bleibt. Grünberg, 13. April. (Fruchtpreise). Weizen JC 19,CO, Korn JL. 16,00, Gerste JL 14,00, Hafer 13,40. Erbsen JC 19,00, Samen JC 00,00, Wicken M 14,00, Kartoffeln JL 6,20, Linsen JC. 00.00. Frankfurt, 13. April. Erbsen ganze pr. Pfd. 12—18 H,do.geschälte 14—18H, Linsen 18—28 weiße Bohnen 16—18 H, Kartoffeln 100 Ko. 0,00—0,00, do. per (Bescheid 10-12 Butter per Pfd. JL 1,20-1,30, Eier das Stück 5-6 H, Blumenkohl per Stück 40—70 H, Wirsing per Stück 10-15 H, Zwiebeln per Pfd. 7-9 Weißkraut per Stück 20—30 X Gelberüben per Portion 15—20 Gestreifte u. karrirte Seidenstoffe v. Mk. 1.35 bis 9.80 p. Met. — (ca. 450 versch. Dess.) — vers. roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-Döpöt G. Henneberg (K. u. K- Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 H Porto. 632 — Ein täglich größeres Fel- erobern sich die Sodener Mineral- Pastillen; in allen Tageszeitungen werden sie von Aerzten und Geheilten empfehlend besprochen, in Krankenanstalten, in Hospizen eingeführt und vom In- und Auslande ihre intensive, lindernde, beruhigende, rettende Heilkraft anerkannt, gepriesen und atteftirt als das vorzüglichste Sanitätsmittel für Krankheiten der Lunge, der Brust, Athembeschwerden, Keuchhusten, Brustbeklemmung und Asthma, das auch nicht minder vortrefflich heilsam auf Magen und Verdauung wirkt. Alle Apotheken, Droguerien und Mineralwasferhandlungm halten diese kostbaren Pastillen zum Verkauf per Schachtel 85 bereit. 80 Hotel A. Brauser, Würzburg, ist das einzig nächste bei dem Bahnhofe. Die Professoren und Schüler der Universitäten steigen mit Vorliebe dort ab und der vorzügliche Aufenthaltsort hat in dieser Hinsicht bereits großes Renommo. 3176M — Für den Tambour von Chambord gingen weiter bei uns ein: Von Mitgliedern des Veteranen-Vereins gesammelt 10 20 H, zusammen also nachträglich 17 JL 85 Reperloir der vereinigten Stadttheatcr zu Frankiurt a. W. t* Opernhaus. Dienstag den 16. April: Afrikanerin. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 17. April, Nachmittags 3 Uhr: Schüler-Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Die Quitzow's. Donnerstag den 18. April: Fidelio. Gewöhnliche Preise. Freitag den 19. April geschlossen. Samstag den 20. April: Tell (Oper). Gewöhnliche Preise. Sonntag den 21. April: Neu einftudirt: Zampa. Gewöhnliche Preise. Montag den 22. April, Nachmittags 31/» Uhr: Die Reise um die Erde. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Gastspiel des Herrn von Sonnenthal. Kean. Große Preise. Schaus-iel-a«». Dienstag den 16. April: Stützen der Gesellschaft. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 17. April: Neu-Frankfurt. Anfang 7 Uhr. Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 18. April: Gastspiel des Herrn von Sonnenthal. Uriel Acosta. Erhöhte Preise. Freitag den 19. April geschlossen. Samstag den 20. April: Gastspiel des Herrn von Sonnenthal. Neu einstudirt: Die Tochter des Herrn Fabricius. Außer Abonnement. Erhöhte Preise. Sonntag den 21. April, Nachmittags 3% Uhr: Madame Bonivard. Vorher: Der dritte Kopf. Abends 7 Uhr: Neu-Frankfurt. Gewöhnliche Montag den 22. April, Nachmittags 3*/r Uhr: Madame Bonivard. Vorher: Die Stoiker. Abends 7 Uhr: Großherzogin von Gerolstein. Gewöhnliche Preise. Gottesdienst in der Synagoge. (15. April). Ostern. Montag Abend 630 Uhk, Dienstag Morgen 880 Uhr, Dienstag Mittag 3°° Uhr, Dienstag Abend 7-o Uhr. Mittwoch Morgen 83o Uhr, Mittwoch Mittag 3" Uhr, Mittwoch Abend 7« Uhr. LandwirthschaftlicheS. — Ein Versuch, Obst in einer Grube im Felde aufzubewahren, wie man auch Kartoffeln, Rüben rc. zu überwintern pflegt, ist vollkommen gelungen. Ein Oekonom in Mauchenheim in der Pfalz machte im Herbste eine Grube voll Birnen ein, welche vor wenigen Tagen geöffnet wurde, wobei sich ergab, daß die Birnen frisch, wie vom Baums herab waren und keine Spur von Fäulniß sich zeigte. Gottesdienst der israelitische« Kellgionssesellschast. O ft e r n f e st. - Montag Abend Uhr, Dienstag Vormittag 8™ Uhr, Dienstag Nachmittag 330 Uhr, Dienstag Abend 730 Uhr. Mittwoch Vormittag 8°o Uhr, Mittwoch Nachmittag 380, Mittwoch Abend 73° Uhr. Die am 8. und 9. April l. I. in der Mitgebrauchswaldung abgehaltene Holzversteigeruug ist genehmigt und können die Abfuhrscheine gegen Bürgschein in Empfang genommen werden. Treis a/ß., am 12. April 1889. Großh. ‘j üt^exmeisterei Treis. „ Benner 3179 Holzversteigerung. Mittwoch den 17: d. MtS., Vormittags um 10 Uhr beginnend, sollen im Licher Gemeindewald, Forst- wartei Groß-Häußerberg, District „Wann": 1) 935/io Raummeter Hainbuchen- Rundscheit, 2) 21 Stück Fichten - Derbstangen 2,01 Festmeter haltend, öffentlich meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft ist am Feld nächst Mühlsachsen. Llch, den 15. April 1889. Großh. Bürgermeisterei Lich. ___________Walz.________3180 Bau-. Nutz und Brennholz. Mittwoch den 24. April 1889, Vormittags 9 Uhr, läßt die Gemeinde Wißmar im Lokale des Wirthes La uz in Wißmar nachoerzeichnetes Holz aus den Walddistricten Reitzenstein 9, Kaltenbach 26a und 26b, Asselbach 17, Berghausen und Totalität versteigern: 1) Eichenr Stämme 3 Stück I. Kl. — 10,23 Fstm-, 7 Stück II. Kl = 12,51 Fstm-, 21 Stück 111. Kl- — 15,88 Fstm-, 756 Stück IV. Kl.^65,76Fftm. Nutzholz-Knüppel 18, ^Scheit 14, Knüppel 49, Reiser 87 rm. 2) Buchen: Scheit 149, Knüppel 205, Stöcke 64.5, Reiser 636 rm. 3) Fichten r Stämme 864 Stück 1-, 2 , 3. u. 4. Kl. — 9u,139* Lindenplatz 3 "MpG empfiehlt: Bier der Arlien-Brauerei Gießen: Eine Parthie schwarze Spitzen in Wolle und Seide empfiehlt enorm billig Robert Haas, 2983 ______ Seltersweg 18. 3010 Ein gebrauchtes Göpha ist billig abzugeben bei A. Appel Wwe., Liebig, straße 41, neben der Holzhandlung des Herrn Katzenstein. Seit Jahren in Kliniken u. grösser. Hell-Anstalten gegen V erstopfung, Blutandrang, Vollblütigkeit, Hämorrhoiden, Migräne etc. _ fortlaufend in Anwendung. Für Kinder genügt • */<—1/2, für Erwachsene 1 2—1 Tam.-Confitiire. In Schacht, k 80 Pf., einzeln ä. 15 Pf. nur in Apotheken. Allein ächt von C. Kanoldt Nachfolger, Apoth. — Gotha. Lagerbier, bellfarbig (Wiener Brauart) per Flasche 18 H r do , dunkelfarbig (Bayr. Brauart) „ „ Exportbier, hellfarbig (Wiener Brauart) „ „ Die Modellhüte sowie sämmtliche Neuheiten der irühjahr- und Sommer-Saison in Strohhüten, Bändern, soffen, Blumen, Federn, Tüllen, Spitzen und BloBden sind eingetroffen und empfiehlt solche zu billigen Preisen. (^(^(^(^(^)(^(^)(^)(^^(^)(^ Vor Kurzem erschien in meinem Verlage NeuerStadtplanvonGiessen. Größe 65/90 cm. Auf feinstem Cartonpapler. Maßstab 1: 4000, in Stich u. Farbendruck. Preis 6 Jt, aufgezogen auf Leinwand in Taschenformat oder mit Rollen und Aufhänger 7 JL. 50 H. Der Plan enthält alle seit Herausgabe des früheren (vom Jahre 1878) entstandenen neuen Stadttheile und einzelner Gebäude, sowie die projectirten Straßen; auch sind sämmtliche Häuser mit ihren Nummern versehen worden. Gießen. Smil Roth, Verlagsbuchhandlung. Brillant Eierfarben, die 5 schönsten Farben zusammen nur 10 H, oder jede einzelne nur 3 empfiehlt 2937 Robert Stuhl, Neustadt Ä. 1935] Tauftleidchen und JLdchen i sowie farbige Trag' und Ktnverkleidchen . empfehlen billigst G-esch.w. Heers, i__Neuenweg 7.__________ August Will, $te[cfe(ö=flaööeröaum, empfiehlt sich zu Lieferung vollständiger Aussteuern, sowie Anfertigung jeder Art Herren- und Damen-Wäsche in solidester Ausführung bet billigsten Preisen. — Reichhaltiges Musterlager bei Anna Roth, Neuenweg 30, neben dem „Löwen", Gießen. Einen grünen Papagei, schönes Exemplar, gut sprechend, hat mit schönem Käfig zu verkaufen. 2921 Nidda._______________S. Tuch. Weiuer'S Gterschniktnudeln, per Pfund 70 Sa. GemüSnudelu, per Pfd. 50 II „ „ „ 40 ,, tixrfi Zwetscheu in allen Preislagen, Apfelsvaiten, Apfelrioge, Brünetten, Datteln, Feigen rc. empfiehlt billigst [2410 Wilh. Schomber. Neuen Bäue 10. Neuen Baue 10. 181] Selbstgefertigte lackirte Möbel aller Art find stets zu haben bei Schreiner Steller, Schillerstr. 9. ! Specialitftt 2 Anfertigung von Damen-, Herren- und Sinderwäsche, reiche Auswahl in Stoffen, Schweizer Stickereien, Spitzen, u. s. w Für Confirmanden Mädchen und Knaben) baden stets Wäsche auf Lager; auch wird solche nach Angabe rasch und pünktlich besorgt. tieschw. lleerz, 1934____________Neuenweg 7.________ Aepfelwein, selbstgekelterten in bekannter vorzüglicher Qualität ist stets in größeren und kleineren Gebinden zu haben bei Heinrick Schäfer, Z '48___________Danbringen.______ Beste weiße und gelbe Kernseife, Silber- (Schmier)-Seise, Soda, sowie sämmtliche zum Waschen und Bügeln nothigen Ingredienzien empfiehlt in besten Qualitäten zu billigsten Preisen [2536 _____Robert Stuhl, Neustadt 23. Bratbückinge frisch eingetroffen bei 2100 Chr. Ludw. Thomas- 23, Wallthorstraße 23. Fußbodrnsnftrich aller Art in bester Qualität empfiehlt August KToll II., 2368_______Bahnhofstraße 53. Korsetten rmpstehlt in bekannter großer Auswahl, Extra-Weiten und Fa