Nr. 160. Samstag den 13. Juli 1889, Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh», Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pst Srrreaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme, des Montags. Betreffend: Den Termin für die Einsendung der Gemeinde-Rechnunzen. Gießen, am 11. Juli 1889. Betreffend: Den Termin für die Einsendung der Kirchenrechnungen. Gießen, am 11. Juli 1889. Gießen, den 12. Juli 1889. Süffert Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Mllitärdienst im Herbst 1889. Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Speciellen das Folgende bemerkt: Darmstadt, den 6. Juli 1889. 2) Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. Großh. Priifuugs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: vr. Zeller. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen seinen dauernden Aufenthalts- ort hat. auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen und muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt fein; c. ein Unbescholtenheit szeugniß, welches von der Polizei- Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist; , d. ein selbstgeschriebener Lebens lauf. 5. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, Lateinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will. 6. Ist bereits ftüher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholten- heitszeugniß beizulegen. Aoqq m ' YqqäV YkItT"1------- —* •**•**••/ v— die Prüfungs-Ordnung (Anlage 2 zur Wehr-Ordnung vom 22. November Iööö — Regierungsblatt Nr. 5 von 1889) Aufschluß. Q de« P rüfungstermins, sowie der Locals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt ev. weitere Bekanntmachung; auf specielle Ladung kann nicht gerechnet werden. ' r Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die «rotzherzeglichen Bürgermeistereien des Kreises. m x Bezugnahme aus unser Ausschreiben vom 11. Juni 1885 - Amtsblatt Nr. 4 — beauftragen wir Sie, sobald der Gemeinde-Einnehmer die Rechnung der Gemeinde für 1888/89 an Sie abgeliefert hat, uns hiervon Anzeige zu erstatten. , n. , sofern der für die Ablieferung der Rechnung an Sie bestimmte späteste Termin — Ende September — von dem Rechner nicht eingehakten werden sollte, haben Sie an uns am 1. October zu berichten. . v. Gagern. 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugniß; d- Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die evangelischen Kirchenvorstände de- Kreises. Der späteste Termin für die Ablieferung der Kirchenrechnung an Sie ist auf Ende August festgesetzt. Da die Erfahrung gelehrt hat, daß dieser Termin häufig von den Kirchenrechnern nicht emgehalten wird, die rechtzeitige Ausstellung und Prüfung der Rechnung aber für den geordneten Geschäftsbetrieb aller bethelligten Behörden nothwendig ist, sehen wir uns veranlaßt, Ihnen aufzugeben, die erfolgte Abgabe der Rechnung für 1888/89 uns spätestens (ns zum 1. September b I anzuzeigen, ev. zu berichten, daß der Kirchenrechner den festgesetzten Termin nicht eingehalten hat. v, /Sofern von Ihnen Nachweisungen über an den evang. Centralkirchenfonds abzuliefernde Ueberschüffe aus vacanten Pfarrbesoldungen einzureichen sind, haben Sie diese Nachweisungen Ihren obigen Berichten anzuschließen. 0 ' Für diejenigen Kirchensonds, welche dreijährige Rechnungsperiode haben, fällt die Berichterstattung felbstverständlich weg. _____________________________________________v. Gagern. Betreffend: Sterblichkeiis-Statistik. Gießen, am 12. Juli 1889. Das Großherzogliche Kreis-Gesundheitsamt Gießen a« die Großh. Bürgermeistereien Alt««- Stift cf, lvelter-hain, BerSrod, Göbelnrod, Sich, «taufenberg, TraiS-Horloff. Wir ersuchen um umgehende Einsendung der Sterblichkeitsnachweise für die Monate Mai und Juni 1889. __________________________________________:__Vr. Köhler.__ Das Großherzogliche SteueEommifsariat Gießen an die Großherzoglichen Ortsgerichts-Vorsteher de- Bezirk-. sendung ^erdmch "erinnert^^^' roe^e ^en ^ou* und Cultur- Veränderungsverzeichnissen noch im Rückstände sind, werden an eine umgehende Ein- r r Diejenigen jungen Lertte, welche beabsichtigen sich der im Herbst 1889 stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre deßfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meldung des Ausschlusses von dieser Prüfung L. k * .x * /r .rr . . spätestens bis ,um 1. August 1889 bet der unterzeichneten Commission emzureichen. Volitifche Rundsähau. Gießen, 12. Juli. Mit freudigem Jnterresse folgt das deutsche Volk der gegenwärtigen »ordlan^s- fahrt seines Kaiser-, welche dem erlauchten Monarchen fast mit jedem Tage immer größere und eigenartigere Schönheiten der felsumgürteten Westküste Norwegens erschließt. Namentlich bildete einen Glanzpunkt der Kaiserreise aus dieser Woche der Besuch des ungemein malerisch am Sogne-Fjord gelegenen Gudwangen, woselbst der deutsche Kaiser, mit seiner Aacht „Hohenzollern" von Bergen kommend, am Mittwoch eintraf und bis diesen Freitag zu verweilen gedachte. Die Ankunft auf den Lofoten, dem eigentlichen Reiseziele des Kaisers, soll am 20. d. M. erfolgen, worauf am 23. Juli der Antritt der Rückreise vor sich gehen soll. Am 30. d. beabsichtigt der Kaiser schon wieder in Wtlhelmshafen zu sein, um hier der feierlichen Nagelung der dem zweiten Seebatatllon verliehenen Fahne betzuwohnen. Noch steht die bedeutsame Reise Kaiser WUHelms nach England erst bevor und schon wird bestimmt von wetteren ausgedehnten Reisen berichtet, die der hohe Herr in Begleitung seiner erlauchten Gemahlin im Herbste zu unternehmen gedenkt. Dieselben gelten zunächst einem erneuten Besuche Italiens und Roms, doch wird der ;■ sä äw-e Gegen dieses Urtheil legte das Hochstift Berufung ein '7 zu vernehmen, daß Beklagter in seiner Stellung als Verwischtes. LLEUMMIEW-- MMLUZ-rL-LL-LZD Heiland Id)en Saale eine gesellige Vereinigung statt, bei welcher Gelegenheit der btesiae »--« '& *2, *£,::• jswä?: sx & ni®' n MJW..■%? K'-'s-n ÄÄ-"währ-nb bei J 1 m/71 n,. katholischer Feldgeistlicher bet der hessischen Division funairte Urte £ur(b persönlichen Muth als durch eine unermüb-- fffne^,^n Form von Briesen hat der Verstorbene der Än D.M°n e?f<6"nen l«Dff£n b,UgC lW ®*tlberu”0 b=r Grlebnifje bcr Die aenau?£fiff^iMMh,n,to äD,*filf.e£ ,?I.le6t mit dnEm nennenswerthen Deficit ab. TYi. 0enaue Elster desselben ist noch nicht bekannt. Bet der Aufstelluna des Budaets erwartet."" 0ro®“en ®e|ut6 beS ersten Cancertes und des ersten Gartenfestes Wafck>anstao"bOr 6^ bem Terrain der ehemaligen militärischen aeleat aus deren PnL mn 1 0,fter ^°°e eine große Anzahl menschlicher Gerippe frei- M eine" «L..7g-w°s°m''°'' roi“' b0fe 0n bcr Fundstelle zur kurfürstlichen fieffifdien ?er diesjährigen Generalversammlung der Henrichen ^udwtqsbahngesellschaft wiederholt angenommene Antrag um Convertiruna ackamUt^bel bcrt Gesellschaft in eine Zi/sprocentige Anleihe kam gelegentlich der Abwickelung anderweitiger Geschäfte vor Kurzem zwischen maßgebenden Krefi-n r^ur Svracke^m^^^ .Unb bcr Verwaltung der Ludwtgsbahn nahcstehend-n Kreisen zur Sprache, wobei, wie man uns von wohl unterrichteter Seite mittbetlt hpUr a?-Irf,Cfnen gegeben wurde, daß eine regterungsseitltche Genehmigung zu M 0tt«Ä„Uh“aÄ0 leK u°ch weniger wie im porigen Jahre zu erwarten im nn^inen S. ffir b£I Wschen Regierung ist sehr leicht erklärlich, denn neben den ßTu?e be0r lehfpn hrp? Ablehnung sprechenden wtrthschaftlichen Rücksichten sind im Cn no^ bezüglich bei Ludwtgsbahn eine ganze Reihe von Fragen herangetreten, welche der Regierung in Darmstadt nach jeder Richtung hin eine ?m wenigsten kommt bei dieser Haltung in r«r • Verhältnisse mit der angeblich aus strategischen Gründen von der preußischen Regierung geplanten Linie Wiesbaden-Petersaue-Mainz gestalten. w»^ox~?ou + VL §uIi; , Der Erweiterungsbau der hiesigen Stadtbtbltothek, welcher seit Monaten Gegenstand lebhafter Erörterungen sowohl im ©tabtDerorbneteiP Ausickr^.«.» prs^?^^^kreisen bildete, ist nunmehr in das Stadium getreten, daß ein Ausschretben erfassen wird. Die Aufgabe des Wettbewerbes besteht darin, einen Plan ietstae^Stabtbib k?« thpfC ^rr^tunLe^eä Neubaues oder mehrerer Anbauten an das n^d^^br^thekgÄäude, welche den Zweck haben, für die Ausstellung von Büchern ÄS1oÄ^°um ru schaffen, wobei besonders darauf Bedacht zu nehmen D sich die Neubauten an die Fayrden-Architectur des alten Gebäudes anschlteßen. In dem Erweiterungsbau soll für mindestens 300 000 Bücher Raum sein. Die Ab- P^ne muß bis 1. December d.J. erfolgen. Nur in Deutschland ansässige X f. ouf Zutheilung der Preise. Der erste Preis beträgt 2000, ber jroeite 1000 Die pramttrten Entwürfe werden Eigenthum der Stadt. Das ÄÄi rrU§ J!cm Ober-Regierungs- und Baurath Spicker-Berlin, Geh. Baurath Professor WagnerBerltn, Oberbibliothekar Professor Dr. Barack-Slraß- Rr; Heussenstamm-Frankfurt und einem durch die Stadtverordneten !«sÄpt^^,dreisrichter. Hier ist man vielfach der Ansicht, daß auch das Preis- ausschreiben die Frage des Erweiterungsbaues nicht aus der Welt schaffen werde und werde schreiten müffen* ®rr $lun0 eines zweiten, ganz selbständigen Bibliothekgebäudes RUHn» Bäckergesellen, welche, wie ich schon früher rnittheilte, auch in die Nm7?^"^wegung eingetreten sind, hielten gestern Abend abermals eine öffent- Wb Versammlung ab, in welcher namentlich die herrschenden Mißstände in Bezug auf ^^E^uarttereund die Behandlung an's Licht gezogen wurden. Man schritt zur ^n?h^0"f s?eIncr tocll b$Cr^"k^sigeant" veröffentlicht den angeblich wortgetreuen Inhalt einer $)epefd)e Rtchaud s, des verstorbenen Generalgouverneurs von Jndochina, von der in ^Äiam8 3unt Rede war, und stellt einen Bericht Richaud's Über dk Lage Jndochinas für morgen in Aussicht. Ja* ^Ukli* t „Journal des Debats" erwähnt, der Ausschuß des ? n,wbL^k!C 2lbcn? den Beschluß fassen, Boulanger, Dtllon und Cr Anschuldigung des Verbrechens des Attentats vor den obersten Erweisen, vorbehalttich des Vorgehens gegen Boulanger allein, welches Geld^7n7ustrengen °Will7ns 7ci7" ber SU“un,“uun0 “"b »«« Unt-rschl-ifs öfs-nilich-r , . ^1. Juli. Das Parlamentsmitglied Lord Charles Beresford bat au^eroerben* n ebcr0cIc0t‘ beabsichtigt, sich um das Commando eines Kriegsschiffes , i ans aiQaVCk t keine der in der Klage verlangten Urkunden besitze oder am Ä»'± iÄtMÄSS ‘................... Lokales. seit 2btp 11. Juli. Seine Königl. Hoheit der Großbenoa haben mifteift $ltterbod)fkr Entschließung vom 10. dss. Mts. Alleranädtgst geruht, den Gerichtsernennen" Dr‘ ^U0° bcrrn ÖOn Leonhardt zu Groß-Karben zum Hofjunker zu v R ?? Zu«. Die Kaiserin Friedrich hat den Erlös durch das Buch „Das 5abl "rronaree^|wenb* ” ®Ctra0e ”°n 300 d'b' @terL Mack-nzi-'z Hvspttal für . ^Das 12. Verbandsschießen des badischen, pfälzischen mid mittelrhetnischen Verbandes findet im Jahre 1891 in Karlsruhe statt. (F. I.) hn6 hrtrft3nkbcrlcuH0f" Sitzung des Unterhauses theilte Stanhope dem Hause mit unb 800 S‘ ^Ä^J-'"0^0.'! fdL.C5 werbe aus 6000 Maur! ikren. ^ a°n «T ÄE’SrMi^.'J Ä'Ä abtbeUungen.""nt;t wegs ”d"' °°bu'Verstärkungen, unter bi-f-n brtttfche Stuppern London, 11. 3ult. _ m?r 7c^rk1 / um in Malta Truppen abzMösen, ''welche^ pack' (kannten I nr™ax*’*!1 vyu«*‘, ocuumci ui icui« aicuung aia ordert find 4 naa) ^0I)ptcn be' [ Obmann des Hochstifts von dessen Gründung 1881 sich tatsächlich der Verwaltung Lhristiania- 11. Juli. Se. Majestät der Kaiser Wilhelm traf aestern Abend < Sh rJ !ße Tin e t? des Hochstifts unterzogen und insbesondere auch alle dem von Gudwangen in Laerdal ein und verblieb an Bord des Schiffes da das Wetter niS Mna8^ r!?, Llrfunb?n unb hefpu Schriftstücke in Verwahrung gehabt habe und ' oa 0a9 2Ucltcr ntcpl blos den befonberen sogen. Goetheschatz. Dienstag wurde in der Sache vor dem Oberlandesgericht hterfelbst verhandelt. Die Beweisaufnahme ergab, ba&*Dr. V. mehr als seine Pflicht gethan, kein Zeuge konnte aber bekunden, daß Irgend eine der von der Anklage verlangten Urkunden sich jemals in Volger's Besitz befunden hat. Schließlich kam auf Vorschlag des Vorsitzenden ein Vergleich dahin zu Stande, daß Dr. V. erklärte, freiwillig einen Eid leisten zu wollen, dahingehend, daß er die fraglichen Urkunden nicht besitze, auch nicht wisse, wo sich dieselben befinden, sie auch nicht bei Sette geschafft habe, um sie dem Hochftift zu entziehen. Das freie deutsche Hochstift übernahm die Kosten beider Instanzen. Berlin, 10. Juli. Das Preisgericht für Arbeiterbader hat numehr seine sehr eingehenden Arbeiten beendet. Unter dem Ehrenpräsidium des Herzogs von Rattbor sowie dem Vorsitz des Herrn Dr. Georg von Bunsen haben sich bekanntlich hervorragende Vertreter der Wissenschaft, des Baufachs, der Verwaltung und Industrie an der Lösung dieser anscheinend so einfachen Aufgabe bethetligt; aber es yat viele Sitzungen gekostet, an denen sich verdienstvoller Weile Gehetmrath Robert Koch, Baurath Böckmann, Reichstagsabgeordneter Goldfchmtdt, der Director des Kaiser!. Ge- sundhetlsamts Geheimrath Köhler, Dtrector Knoblauch, Gehetmrath Ptstor, Geheimrath Sptnola, Santtätsrath Spieß, Frankfurt a. M., u. a. Herren auf das Lebhafteste bethetligten, bis die Grundsätze für Ertheilung eines Preises festgesetzt werden konnten. Leitender Gesichtspunkt derselben ist geworden, daß lediglich Brausebäder nach Ansicht des Schiedsgerichts die Aussicht haben, in Betrieben aller Art — namentlich in Brauereien, die hier deshalb heroorgehoben werden mußten, well der betr. Preis vom deutschen Brauerbund ausgesetzt worden ist — endgtltig und zu allgemeinem Nutzen etngeführt zu werden. Diesen Grundsätzen gemäß wurde der ausgrsetzte Preis von 1000 Mark zu zwei gleichen Hälften an Herren Boerner & Co., Berlin S W., Bernburgerstraße 14 (für ihr auf der Deutschen Allgemeinen Ausstellung für Unfallverhütung in Jöerltn befindliches Dr. Lassar'sches Arbeiterbrausebad) und an die Deutsche Jute-Spinnerei zu Meißen (für ihre in Zeichnung und Modell ausgestellte Arbetter-Brausebadeanstalt) zur Vertbeilung gebracht. Durch lobende Anerkennungen wurden ausgezeichnet die Firmen: David Grove, Berlin S.W, Friedrichstraße 24, Ernst Geppert, Weißenfels a. S., Consoltdirte Alkali-Werke, Westeregeln, Carl Hoerbcr, Nürnberg. Berlin. Bet dem hiesigen Hilfscomitö für die Opfer der Wassersnoth in Pennsyloanien sind bis zum 1. Juli 91,665 JL. 76 eingegangen, darunter 15,650 Jt 5 H aus Frankfurt a. M. — Der Reise an zug gehört zu den Dingen, die der Vergnügungsreisende noch nicht mit der gebührenden Gründlichkeit betrachtet. Da ist vor Allem eines der verbreitetsten Vorurtheile das, daß er vermeintlich aus den möglichst schlechtesten Sachen bestehen darf, die in dem Kleiderschrank zu Hause nur aufzutreiben sind. „Es ist ja nur für die Reise, da werden die Sachen ja doch nur ruinirt", heißt es. Nur für die Reise! Jawohl! Nirgends aber sollte man gerade für eine dauerhaftere, weil den meisten Strapatzen ausgesetzte und deßbalb eben möglichst neue Kleidung bedacht sein, als gerade auf der Reise. Ganz abgeiehen aber von losen Nähten, losen Knöpfen und durchscheuertem Tuch, diesen drei heimtückischen Fällen, hat so Mancher durch einen vernachlässigten Anzug sich schon eine schlechte Bedienung des Gasthauspersonals zu- f gezogen oder bte gesellige Annäherung Anderer verhindert, oder sich eine solche, die ihm aber sehr unerwünscht ward, auf den Hals geladen. Denn Kleider machen nun einmal Leute. Deßhalb wählt der Tourist für die Reise am passendsten einen ganz neuen oder doch einen erst wenig benutzten Anzug und zwar von fester, reiner Wolle, die weder zu lustig noch zu schwer ist, und die man, wenn man ein Uebrtges thun will, auch wasserdicht machen kann. Die Farbe sei ein mittleres Grau, das, wie man sich von dem Schneider aber garanttren lassen soll, nicht dem Verschießen unterliegt. Die jetzt vtelbelieble Joppe, die sich für längeren Aufenthalt im Gebirge ganz vortrefflich eignet, empfiehlt sich dagegen für die Reise nicht, da das Lodenzug zu locker ist, um den Strapazen unterwegs zu widerstehen, und da sie auch für die Aufbewahrung der mannigfachen kleinen Hand-Reise-Utensilien mit ihren knappen und viel zu wenigen Taschen nicht Raum genug bietet. Von den Knöpfen an den Beinkleidern lasse man sich eine doppelte Garnitur annähen, damit, wenn einer reißt, der Reserveknopf gleich immer zur Stelle ist, die Taschen müssen geräumig und von kräftigem Stoffe sein. An der unteren Falte und den Ecken lasse man sie mit dickcr Seide ausstopfen. Eine sogenannte „Geldtasche" sich in die Weste nähen zu lassen, ist zwecklos, da die Herren Gauner den Weg zu dieser Tasche schon häufig genug zu finden gewußt haben. Am besten bewahrt man das Geld in einem eigens zu diesem Zwecke gefertigten Ledertäschchen, das man an einem Lederriemen um den Hals hängt und unter dem Hemde auf dem bloßen Leibe trägt. Uebcr Kopfbedeckung, Schuhwerk und Wäsche auf Reisen, sowie über Damentoilette sprechen wir vielleicht ein andermal. — sFür „Cigarren" wird ein „gutes deutsches Wort" gesucht.) Gin Cigarrenfabrikant in Düsseldorf versendet die Aufforderung zu einer Wettbewerbung um die Auffindung eines guten deutschen Wortes für „Cigarre". Jeder Bewerber darf drei Vorschläge machen, ein Ausschuß stellt die besten Vorschläge sämmtlicher Bewerber wieder zur engeren Wahl. Die P7eise betragen 100, 80, 60, 40, 30 und 20 JL — Die Kosten der Pariser Weltausstellung sind sehr groß. Staat und J Stadt haben 50 Millionen hergegeben, die Bürgergesellschast hat 43 Millionen eingeschossen, mittelst Gutscheine sind 25 Millionen ausgebracht worden. Was hiervon ! nicht für Einrichtung und Bauten ausgegeben wurde, dürfte durch die sehr Lohen ! Tageskosten aufgebraucht werden. Es sind über 2000 Personen als Lchalterbeamte, Aufseher, zum Reinmachen und ähnlichen Zwecken angeftellt. Beleuchtung, Feuerbrunnen und sonstige Veranstaltungen kosten Geld. Die Kosten, welche die Aussteller ihrerseits aufzubringen haben, dürften sich auf 150 — Andere berechnen 250 — Millionen belaufen. AiLerslrisches. , Während von der afrikanischen OftkÜste erfreuliche Siegesnachrichten zu uns herüberklmgen und die Lage sich allmählich zu klären beginnt, lagert über den Huftän- den der ägyptischen Provinzen noch immer, wie seit Jahren, ein ttübes Dunkel der Ungewißheit, eine Unsicherheit, wie die Dinge sich weiter entwickeln und zu welchem Ende sie gelangen werden. Eine Menge schwieriger, für uns, die wir fern von dem Schauplatze der sich vollziehenden Umwälzungen leben, kaum verständlicher Umstände wirken zusammen, die Lage dieses afrikanischen Nordostens zu einer äußerst kritischen zu Hinten die verwickelten Verhältnisse erhält man nun einen äußerst interessanten Einblick durch einen der gründlichsten Kenner von Land und Leuten, durch Gerhard Rohlfs, den berühmten Afrikareisenden, der diese Gebiete wiederholt durchreist und mit den herrschenden Persönlichkeiten in unmittelbarer Verbindung gestanden hat. In der Nummer 25 der »Gartenlaube" giebt er in einem ausführlichen Artikel genaue Kunde von dem arabischen Orden der „Snussi", in welchem die an den Namen des Mahdi sich knüpfende Bewegung ihren Kern hat, von den Nebenbuhlern der Snussi, den Anhängern des Dongolaners Abdallah und seines Feldherrn Osman Digma. Wir erinnern uns nicht, irgendwo eine gleich kenntnißreiche und lichtvolle Belehrung Über diesen Gegenstand gefunden zu haben. Die nengegründete DeutschAustralische Dampfschiffs.Gesellschaft in Hamburg beabsichtigt nunmehr, ihre Linie am 24. Juli zu eröffnen, an welchem Tage der neuerbaute erstklassige Stahldamp'er „Elberfeld" von Hamburg abfahren soll. Sechs Dampfer sind im Bau begriffen und werden die Fahrten in regelmäßigen vier- wöchentlichen Zwischenräumen fortsetzen. Alle erprobten Verbesserungen der Neuzeit kommen beim Bau dieser Dampfer zur Anwendung, von denen hier nur erwähnt werden soll, daß sämmtliche Räume des Schiffes durch elektrisches Licht erleuchtet werden. Die Ventilation ist nach einem neuen System eingerichtet, wodurch in den Passagier-Räumen stets frische, reine Luft herrscht. Die Passagiere sind nicht im Zwischendeck, sondern im Oberdeck untergebracht, genießen daher viel mehr Luft und Licht, als auf solchen Dampfschiffen, die auch Cajütspassagiere befördern, denen dann der beste Theil des Schiffes eingeräumt werden muß. Wir wünschen der neuen Linie, daß sie die deutsche Flagge erfolgreich und glücklich aus fremden Meeren zeigen möge.______________________________ ^anbei und Verkehr. Limburg, 10 Juli. (Fruchtmarkt). Rother Weizen Jt 15.30, weißer Weizen JL 15.2u, Korn JL 1100, Gerste JL 8.40, Hafer JL 7.45, Erbsen JL 00.00, Kartoffeln JL 0.00. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. G o t t e s d i e n st. 4. Sonntag nach Trinitatis, 14. Juli: Vormittags 9*/2 Uhr in der Kirche: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 81/? Uhr in der Friedhofskapelle: Pfarrer Schlosser. (Christenlehre für die confirmirten Gymnasiasten und Stadtschüler). Nachmittags 2*/2 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nach den Gottesdiensten Kollekte für die Filialgemeinde Helmhof bei Wimpfen zur Erbauung einer Kapelle. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. Katechismuslehre für die Mädchen Vormittags 11 Uhr in der Kleinkinbersch ule, Pfarrer Dr. Naumann. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 14. bis 20. Juli besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. 5. Sonntag nach Pfingsten (14. Juli) Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V28 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens 6 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. */27 Uhr Austheilung der hl. Communion- V28 Uhr Frühmesse. 3/410 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags */r3 Uhr Christenlehre und Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 7» Uhr, Samstag Morgen 800 Uhr, Samstag Mittag 4°° Uhr, Samstag Abend 9™ Uhr. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Freitag Abend 715 Uhr, Samstag Vormittag 8°° Uhr, Samstag Nachmittag 40° Uhr, Samstag Abend 9*0 Uhr. Wärwegrade der Lahn und der Stuft gemessen nach Reaumur am 12. Juli zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser l81/2 Grad, Luft 22*/, Grad. L. Chr. Rübs am en, Turn- und Schwimmlehrer. Altgemeiner Anzeiger. Durchsichtiges Fruchtgelee. । Koche in V3 Liter Apfelwein oder Weißwein [5815 ! 1 Pag. Liebig - Pflanzengelse sage V2 Fl. Himbeersaft zu, fülle in eine Flasche und stürze nach dem Erkalten. ! Erfrischendste Delieateffe der warmen Jahreszeit. ä Paq. 25 H. Receptbücher zur Herstellung von Gelse's, Eis rc., mit . Lieblg's Pflanzengel^e gratis bei____________Carl Schwaab. \ Mittwoch den 17. d. Mts., Abends 8V2 Uhr: jjeiu’rafiii’tlanunrung im Cafe Schnell. Tagesordnung: 1) Bericht über Gau und Verein. 2) Fechtunterricht. 5672 Der Vorstand. gegr: W 1846 Nach Büdingen wird eine perfecte , Maschinenstrickerin föt dauernde Beschäftigung bei hohem Lohn und freier Wohnung auf sofort gesucht. Anfragen an die Exped. d. Bl (5817 5831) Braves Dienstmädchen gesucht. Plockstraße 2 II. 6-7000 Mark auf erste Hypothek auszuleihen. Wo? sagt die Exped. d. Bl.______5835 5833 Ein tüchtiges Dienstmädchen gesucht.__Bavaria. 5>80] Peitsche gefunden. Abzuholen bei Gebrüder Röhrte, Eisfuhrwerk. Unsere heute vollzogene Vermählung zeigen an [5823 W. Böger 341 Dr. med. F. Prager Emma Prager geb. Loeber. Marburg, 11. Juli 1889. aAmmtlicher noch vorrüthigen Bijouterien Mm Gold-, Silber-, Graset-, Ceralleo- etc. Waaren sowie Alfealdo-Gegenstdnden xu den seitherigen bedeutend herab- Samstag, 13. Juli, Abends 8 Ahr: Sommerfest auf der „Schönen Aussicht.“ Um zahlreiche Betheiligung wird gebeten. Der Vorstand. Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Carl Krombach zu Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch ausgehoben. Gießen, den 6. Juli 1889. Das Großherzogliche Amtsgericht. _________Kullmann._____o 819 Maurerarbeiten. Die Arbeiten und Lieferungen zur Erneuerung von zwei Straßendurch- läffen auf der Staatsstraße zwischen Röthges und Hungen im Betrage von 180 refp. 200 sollen auf dem Submissionswege vergeben werden. Voranschläge und Bedingungen liegen aus unserer Amtsstube zur Einsicht offen, woselbst auch die Offerten mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 18. Juli, Vormittags um 10 Uhr, einzureichen sind. Gießen, den 11. Juli 1889. Großh. Kreisbauamt Gießen. I. V: ___________Schnitzel._______5820 Steinhauerarbeit- Die Lieferung von 28 Geländersteinen im Betrage von 336 Mark soll im Submissionswege vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen sind aus unserer Amtsstube einzusehen und die Offerten bis zum 18. Juli, Vormittags um zehn Uhr, daselbst einzureichen. Gießen, den 11. Juli 1889. Großh. Kreisbauamt Gießen- I. V.: ____ Schni tzel._______5821 Drainröhren- Lieferung. Montag den 15. d. MtS., Nachmittags 2 Uhr, soll in dem Rathhause dahier die Lieferung refp. Anfuhr der zur Drainirung der Muren VII, VIII und IX hiesiger Gemarkung erforderlichen Drainröhren: veranschlagt zu 1) Lieferung der Ziegelröhren von 37 bis 150 mm Lichtweite mit ca 84300 Stück JL 3086,00 2) Anfuhr dieser Röhren mit ca. 2736 Centnern „ 547,20 an die Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden und sind Lusttragende hierzu eingeladen. Bettenhausen, am 11. Juli 1889. Großh. Bürgermeisterei Bettenhausen. Rückel. 5826 AeilgeSotenes. C. G. Kleinhenn’s Delicatessen-. Fisch- u. Geflügel-Handlung, Bahnhofstraße 59 [5839 empfing soeben: zehn oersch. Sorten frische Flutz- und Seefische, prachtvolles Mast- geflügel und sehr schöne Bach-Forellen. Bir Preise sehr billig, Qualität hochfein. 5837 Eine eiserne und eine hölzerne Wendeltreppe find billig abzugeben. __H. Zimmer, Kreuzplatz Apricosen in nur edelster Frucht empfiehlt 15836 I» Weisel, Obst- und Gemüsehandlung. Obstkuchen. 1 Paq. Liebig's selbstth. 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Preis 20 Psg. I Heute Morgen 7 Uhr verschied sanft nach langem Leiden unser lieber Sohn, Bruder und Schwager, Justus Kümmel, I was wir Verwändten, Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Theilnahme anzeigen. S Gießen, am 11. Juli 1889. Die trauernden Hinterbliebenen: H Heinrich Kümmel und Familie. D Die Beerdigung findet statt: Samstag Vormittag 10 Uhr von der Klinik aus. 5816 Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 12. Juli 1889. Schlußcourse 1 Uhr 15 Min. 4 pCt. Reichsanleihe 108.25 3l/r pCt. do. 104.55 4 pCt. Preuß. Consols 107.10 3Vz pCt. do. 105.75 4 pCt. Ungar. Goldrente 85.70 4 Vs pCt. Oesterreich. Silberrente 72.80 Disconto-Commandit-Anth. 227.10 I Darmstädter Bank-Act. 162.80 Oesterreich. Credi 259.37 | 5 pCt. Italiener Rente ult. 95.70 4 pCt. Griechen 79.00 4 pCt. 1880er do. 89.50 Russische II. Orientanleihe 63.30 4 pCt. unif. Egypter 89.80 6 pCt. cons. Mexikaner, große Stücke 94.00 Oesterreich. Staatsbahn-Actien 191.50 Lombard. Eisenbahn- „ 104.62 Galizische do. „ 165.25 20 FrancS-Stücke 10 do. 16.24—16.28 I Enal. SouvereienS 16 23—16.27 | Dollar« in Gold Tendenz: ruhig. 20.34-20.39. 4.16-4.19, Ttlegra-Hische! Tomlberitzi ker 8 erlinti Börse vom 12. Juli 1889. | 6% Buderus Obl. 4°/0 Gießener Obl. 104.30. ReichSbank-DiSk. 3°/o. — Franks. Bank-Disk. 3°/o. 227.00 52.80 103 75 206 75 DiSconto-Com-Anthetle Lombarden Ostpreußen Bochumer Gußstahlactten matt. Oesterr. Creditactten Oefterr. Staatsbahn-Actien Dortmunder Union-Actien Darmstädter Bankactten 162.60 96.25 91 25 161.60 Tendenz: Aermietyungen. 5R1R] Wegzugshalber ist der unterste Stock in meinem Hause, Schiffenberger- straße Nr. 52, anderweitig zu vermiethen. __K. Häuser» 5832 Ein großes Zimmer n. d. Straße im Borderh. zu verm. I. Schmücker. Mermilchte Anzeige«. 5834 Ein kräftiger HauSbursche auf sofort gesucht. Ernst Lotz, Möbelfabrik, __Neustadt 11. Geschiifts-Usrpachtung? 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Rückfahrt mit Ankunft in Gießen 11 Uhr 20 Min. Club Humor. Heute Freitag Abend: Familien-Abend. ________Anfang 8 Uhr. 5840 5841 Ein Schmiedegeselle gesucht von Theodor Vogt, Lowengasse 15. Stellensuchende jeden Berufs placirt schnell Reuters Bureau in Dresden, Maxstraße 6._______5829 5827] Tüchtiges gesetztes Mädchen für Küche und Haushalt gesucht Näheres bei der Exped. d. Bl-________ Wer liefert stets brandfreies Brneheisen? ssss Offerte« erbeten unter II. zt an die Exped. d. Bl. 5814] Tüchtiges Mädchen, das kochen kann, wird sofort gesucht- Weidengasse 1, pari. > F. G. F. Abfahrt nach Offenbach: /frAy Sonntag Vormittag 6 Uhr 1 MM 24 Min. Zusammenkunft an dem Bahnhof.___________[5822 io\Technicum Mittweida \3 W \ — Sachsen. — \ \ *1 a) Maschinen - Ingenieur-Schule \ W b| Werkmeister • Schule. \ > • — Vorunterricht frei. — \ Ein wahrer Schatz für die unglücklichen Opfer der Selbstbeflecknng (Onanie) und geheimen Ausschweifungen ist das berühmte Werk: 3791 vr.Ketau'sSelbstbewahrung 80. 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Die Einen sagen, in der Schule würden die Mädchen in manchen Dingen unterrichtet, die zwar nützlich xu wissen seien, aber doch nicht jo nützlich, so unentbehrlich im praktischen Leben wie die Kenntnisse und Fertigkeiten, welche die Führung eines Haushalts verlangt; man solle darum den größeren Mädchen Stunden im Kochen, Waschen, Bügeln, Reinmachen geben, statt z. B. in der Geographie oder Geschichte. Die andere Partei aber ist der Meinung, daß die Hauswirthschast in die Schule nicht hineinpaßt, daß sic die Dtsciplin verdirbt, daß keine Zeit dafür übrig ist, und daß sie viel bester reiferen Mädchen in Fortbildungsschulen oder besonderen Hauswtrthschafts- schulen zu lehren ist. Wenn auch in Kassel noch nicht so viele Erfahrungen gesammelt lind, daß dadurch die Frage beantwortet würde, so ist doch interessant zu sehen, wie man dort die Sache anfängt. Wir halten uns nur an das Kochen, denn das ist derjenige Gegenstand, der ' am schwierigsten in der Schule behandelt werden kann. Man Hal 40 Unterrichtsmorgen dafür übrig, und für jeden derselben ist ein festes Programm entworfen. Am ersten Morgen lautet dasselbe: „Zweck des Unterrichts, Besprechung des Feuers, Brennmaterial, Einrichtung des HerdeS, Behandlung von Herd und Feuer, Anmachen des letzteren (Sparsamkeit), das Kochgeschirr, Eigenschaften und Behandlung der oer- fchiedenen Arten der Töpfe, Pfannen u. s. w., das Wasser, Nutzen und Gebrauch 1. des kalten Wassers, 2. des erhitzten und 3. des kochenden Wassers." Am 2. Tage wird die Milch behandelt, in den folgenden die Getreidearten, sodann die Fleischsorten, die thierischen und Pflanzenfette, die Kartoffel, Mehl, das Et, Hülsenfrüchte, Kuchenbacken u. s. w. 'Schon jetzt läßt sich sagen, daß die Kinder — meist dreizehnjährige — große ! Lust zu dem neuen Unterrtchtsgegenstande haben. Sie sind in Gruppen von je sechs getheilt, eine jede erhält ihr besonderes Amt, die eine holt Kohlen, die andere macht vas Feuer an, die dritte unterhält es, die vierte macht sauber u. s. w. So weiß immer jedes Kind, was es zu thun hat, und wird jede Unordnung vermieden. Die größte Reinlichkeit wird streng beobachtet, ein besonderes Gewicht wird auf die Sparsamkeit gelegt, bet jeder Gelegenheit wird gezeigt, wie man möglichst viel mit möglichst \ geringen Mitteln erreichen kann. Das Gekochte wandert gegen Entschädigung in den - Kinderhort. Die Kosten werden vorläufig von gemeinnützigen Vereinen gedeckt. Diejenigen, die nähere Auskunft über dieses wichtige Unternehmen haben möchten, ' mögen sich an den eifrigsten Förderer desselben, Herrn Dr. jur Rudolf Osius in Kassel, wenden, von dem auch eine kleine Abhandlung über den Gegenstand zu I beziehen ist. Üniversttiit-'Ghronik. — Professor Dr. Carl v. Nägeli, der berühmte Botaniker in München, hat sein akademisches Lehramt an der dortigen Universität niedergelegt. Er hat dasselbe Z2 Jahre lang innegehabt und in dieser Zelt die große Mehrzahl der jüngeren deutschen Botaniker heranzebildet. Die Berliner Akademie der Wissenschaften ehrte seine Verdienste schon vor Jahren durch Ernennung zum correspondirenden Mitgliede, der König Ludwig II. durch Verleihung des Adelstandes. Nägeli ist Schweizer von Geburt ; er stammt aus Ktlchsberg bei Zürich und steht gegenwärtig im 72. Lebensjahre. 1 Einen Nachfolger für seine Stelle hat, der „Weser-Ztg." zufolge, die Münchener Universität trotz lebhafter Bemühungen noch nicht gefunden; sie begegnet benfelben Schwierigkeiten in der Wahl eines hervorragenden Botanikers wie die Berliner Universität nach dem Tode Eichler's. Vermischtes. Aachen, 6. Juli. Bel der Anwesenheit des Weihbtschofs Dr. Fischer auf Schloß Elsum bei Waffenberg ist nach dem „Rh. M." ein Unglück passirt. Die Bewohner der umliegenden Ortschaften hatten dem Bischof einen Fackelzug gebracht und viele Zuschauer sich bei dem Schlosse eingefunden. Plötzlich ertönte ein Schreckensruf, die zum Schlosse führende Brücke war mit ca. 150 Personen eingestürzt. Vierzig davon waren so schwer verletzt, daß sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Die Uebrtgen erlitten zum Theil kleine Quetschungen rc. Münster, 8. Juli. Psychologisches Interesse bietet eine Verhandlung des hiesigen Schwurgerichts, durch welche die Dienstmagd Gertrud van Luchtern aus Barlo wegen Tödtung ihres Brodherrn, desLandwirths Kaselbrink, zu 2V, Jahren Gefängniß verurtheilt wurde. Kaselbrink war ein roher Trunkenbold, der sich ein besonderes Vergnügen daraus machte, seine Wirthschaftsthiere entsetzlich zu mißhandeln. Kürzlich schlug er wieder einmal ohne allen Grund und ungeachtet der Bitten der anwesenden van Luchtern unbarmherzig auf sein Pferd los, so daß das Blut in Strömen von dem Körper des gequälten Thleres floß. Im höchsten Zorn nahm sich da die Magd vor, „ihren Herrn auch einmal fühlen zu lassen, wie weh Schläge thun". Nachmittags lag er betrunken in der Scheune. Das Mädchen stürzte mit einer Bohnenstange auf ihn zu und schlug ihn wiederholt auf den Kopf. Der Schwerberaufchte erwachte nicht. Da warf die Magd einen schweren Holzklotz auf seinen Schädel. An den Gehirn- verletzungen, die er dadurch erlitt, starb der Mann nächsten Tages. Mit Rücksicht darauf, daß die Angeklagte nur „aus Mitleid mit dem armen Pferde" die Rachethat beging, betrachtete der Gerichtshof ihr Verbrechen in mildem Lichte. — sWas ist eine So mm erfrisch e?j Thörlchte Frage, wirst Du, reizende Leserin, und Du, wohlwollender Leser, murmeln, in unserer Zeit, wo es zum guten Tone gehört, die heißesten, also unbequemsten Wochen des Jahres außerhalb aller heimischen Ordnung und Bequemlichkeit zu verbringen, weiß jedes Kind, was eine Sommerfrische ist. Echymologisch möchte man das Ding ja wohl als eine Erfrischung während der Sommerhitze deftniren. Nun gehen wir einmal von dieser Erklärung aus. Der Sommer pflegt heiß zu sein (wenigstens der Sommer, wie er fein soll, und wir haben dieses Jahr einen solchen), das ist zuzugestehen, wo aber findet das hitze- geplagte Individuum Mensch seine Erfrischung. An drei Stellen. Recht hoch in der Luft in den Bergregionen, beim Bade im Wasser oder in seinem — Keller. Welch ein Gedanke, dieser letztere! Im Keller! Nun, und wir behaupten, das ist von allen Erfrischungen die erfrischendste. Zum Bergsteigen gehört viel Schweiß, zum Baden auch noch vorher und nachher Bewegung im Sonnenbrände; der Gang in den Keller (abgesehen davon, daß unter Umständen dort die sehr anständige Gesellschaft von feinsten Herrschaften aus Rheinland, Burgund und Champagne — Grüneberg ist weniger fashlonable — anzutrrffen ist) machte die wenigste Mühe. fNennt man aber auch nur einen dieser drei Erfrischungsplätze Sommerfrische? — I Golt behüte. Das nennt sich Gebirgsreise, Badekur und — — ja und das Kellerlocal ist überhaupt nur diskutable, wenn daran ein großes Schild hangt und darin Austern und Caviar seroirt wird — dann heißl's nicht Sommerfrische, sondern Tunnel jo und so! Was bleibt für die berühmten Sommerfrischen übrig? Das sind, um zu des Pudels Kern zu kommen, Marterinstitute, welche alle die Menschen aujsuchen, denen es im übrigen Theile des Jahres zu gut geht. Da haben sie daheim 10 und mehr Zimmer, in der Sommerfrische 2 oder 3; da haben sie daheim dicke Wände und wohlschliehende Jalousien, daß es von einer labenden Kühle drinnen ist, während draußen die Sonne brütet, wogegen in der Sommerfrische die Schwüle durch die Fachwerkswände haucht. Da haben sie daheim ihre gute, abwechslungsreiche Küche, ihre gewohnte Bedienung, ihre bequemen Sophas und Betten, ihren lieben Verkehrskreis, ihre passenden Spielplätze und Spielgejährten für die Kinder, in der Sommerfrische ist die Gasthofssauce von einer überwältigenden Geschmackslosigkeit, die Speisekarte nicht nach Bestimmung des Essenden, die Bedienung eine gelegentliche, dann, wenn sie am wichtigsten wäre, durch völlige Abwesenheit glänzende, die Sophas sind nicht nach des Gastes Ordre, sondern nach einer innungsmäßigen Schablone, die Berten zu hart, zu weich, zu warm, zu kalt, zu kurz, zu lang, aber ganz gewiß nicht richtig, wenn nicht ein himmlischer Zufall spielt. Die Kinder sitzen den Herren Eltern fortdauernd auf dem Halse und der Aerger nimmt kein Ende. Nicht wahr, schöne Leserin, gönnerhafter Leser, so sehen 9 Sommerfrischen unter 10 aus und deßhalb gehst Du nächstes Jahr ganz gewiß — wieder in eine. Freilich, auch Aerger erfrischt, also gibt's zum Schluß doch noch eine letzte und sogar ethymologische Erklärung für Sommerfrische. Nachlaß Versteigerung. Montag den 15. Juli, Nachmittags um 2 Nhr anfangend, -wird der Nachlaß des Herrn Phil. Lenz, Bahnhofstraße 91 III (Hotel Lenz) meistbietend versteigert I* 3um Ausgebot kommen: ein Gopha, großer Spiegel, Stühle, Tisch, Kleiderschrank, Kommode, zwei schöne Bilder, Waschkonsole, Krankenseffel, Nachttisch, titt Revolver mit 100 Patronen, Herrenkleider, seidene Tücher, 10 weiße Teppiche, Koffer «. s. w. 1ÄT Sämmtliche Gegenstände find wenig gebrancht. Im vormundschaftlichen Auftrag: Louis Rothenberger, GerichtStaxator. 5734 Aeikgevotenes. 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Raff. Allegro — Presto — Andante — Allegro oon moto. (Herren Schwarz, Brun und Noebe). Eintrittskarten zu JL 2,50 (Sperrsita JL 3,50), sind in der Musikalienhandlung des Herrn E. Challler (Rudolph’s Nachfolger) zu haben. Der Concertflügel von Bechstein ist aus Neue heil. Vollhäringe eingetroffen. 5620 L. Kalkhof. _________ __.. dem Lager des Herrn W. Rudolph- [5700 — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. ~ „ iJO Futzbovenanftrich in allen Arten und allen ---- Nuancen, rasch u. hart r— C trocknend. i ▲ Laden, in welchem seither Papierhandlung betrieben wurde, ist mit Wohnung rc. zu vermieihen. Steinhäuser, Buchbinder, 5756 Weidengasse. | ----- Stahlspäne. J Iaröen u. Lacke Futzvoden- «. Parkrtbodrn-Wichse. 5776] Das von Frau Bapst Wwe° ^wohnte Logis von 6 Zimmern nebst Zubehör ist bis zu in Octbr. zu vermtetben. 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