Nr. 290. 1889. Donnerstag den 12. December Der -ittzeuer Anjeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- MontagS. Die Gießmer ^•mtrten ßfätlrr werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal betgelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Vierteljähriger Avonnemcutrpreiar 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch Du Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction. Expedition und Druckerei: KchutstratzeAr.1. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gietzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: chie^ener Kamitienbtätter. Alle Annoncen-Burcaux deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. darauf aufmerksam, daß die staatlichen Stratzenbaubehörden nur beim Vorhandensein eines zwingenden Bedürfnisses beziehungsweise eines erheblichen VerkebrSintcresseS, sowie bei einer Unmöglichkeit oder erheblichen Schwierigkeit, mit dem staatlichen LtraßenaufsicktSpersonal vorher in geeignetes Benehmen zu treten, sich veranlaßt sehen. Schneebeseitigungskosten, welche durch eigenmächtiges Vorgehen anderer Beamten entstanden sind, auf den Straßenunterhaltungsfond zu nehmen. Bei eintretenden heftigen Schneeverwehungen aus den Staatsstraßen haben Sie daher mit dem Staatsstraßen-Auf- sichttzpersonal in Verbindung zu treten, eventuell auch das betreffende Großherzogliche Kreisbauamt von dem Nothftande zu benachrichtigen und deffen Ermächtigung zur etwa noth» 'wendigen Selbsthilfe einzuholen, jedenfalls aber demselben sofort von den getroffenen Maßregeln Nachricht zu geben. v. Ga gern. Amtlicher Theil. Gikheo, am 7. December 1889. Kkttkffklld: Die Fahrbarmachung der Kreisstraßen bei Schneefall. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Nachdem sich bei den auf Grund unseres Amtsblatts Nr. 4 vom 20. December 1883 vorgenommenen Cchnee- räumungsarbeiten auf den Kreisstraßen im letzten Winter verschiedene Mißstände ergeben haben, sehen wir uns veranlaßt, unter Aushebung jener Bestimmung 'Nachstehendes zu verfügen. Die Fahrbarmachung der Kreisstraßen bei Schneefall erfolgt wie bisher auf Rechnung des Kreises, und unter spe- cieller Aussicht und Verantwortung der Bczirksbauaufseher und Straßeawarte zunächst in der Reihenfolge, daß diejenigen Kreisstraßen, welche die Verbindung der Ortschaften mit den Staatsstraßen, den Eisenbahnstationen und dem Wohnort des nächsten Arztes Herstellen, sowie diejenigen, auf welchen Posten verkehren, in erster Linie und erst in zweiter Linie diejenigen Kreisstraßen geräumt werden, welche mehr dem localen Verkehr dienen und von untergeordneter Bedeutung sind. Tie hierzu erforderlichen Hilfsarbeiter sind von den Be> zirksbauaussehern und Straßenwarten -anzunehmen; das StraßenaufsichtSpersonal ist aber angewiesen, hierbei nöthigen- fcüls — namentlich bei größerem Bedarf an Arbeitskräften — Ihre Mitwirkung in Anspruch zu nehmen und erwarten wir von Ihnen, daß Sie solche in vollem Maße eintreten lassen. Die von dem Straßenaussichtspersonal ausgestellten Lohnzettel werden Sie auf Ar^ordern zur vorlagsweiseu Auszahlung auf die Gemeindekaffe anwetsen. Danach werden in Zukunft nur noch die jlosten derjenigen Schneeräunmugen auf die Kreiskaffe übernommen, welche von unseren mit der Unterhaltung der Kreisstraßen betrauten Organen angeordnet worden sind; es sei denn, daß bei ganz außergewöhnlich heftigen Schneeverwehungen die Unmöglichkeit vorlüge, mit dem KreiSstraßen-AufsichtSpersonal in Verbindung zu treten und Sie dadurch zur Selbsthülfe geradezu genöthigl finb; in diesem Falle werden Sie uns aber möglichst rasch von den getroffenen Maßnahmen in Kennt- niß setzen. v. ©ogern. Gießen, am obigen. Betreffend: Schneebeseitigungen auf den Staatsstraßen. Das Großherzoqliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. In Folge Auftrages des Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, Adtheilung für Bauwesen, machen wir Sie Feuilleton. Hessische Dichter der Gegenwart. Von Dr. Ella Mensch. VIII. sNackdruck verboten.) In den Rahmen unserer Betrachtungen gehört unftreitiig auch das Bild eines Mannes, der allerdings in erster Linie Denker und Forscher und in zweiter Dichter ist, nämlich das von Moritz (Saniere, welcher 1817 zu Griedel in der Wetterau das Licht der Welt erblickte und seit einer langen Reihe von Jahren in München eine Professur für Aesthetik bekleidete. CarriöreS sämmtliche Werke, erschienen bei Brockhaus in Leipzig, sind neun Bände stark. Unter seinen Schriften zur Philosophie des Schönen und zur Geschichte der Kunst stehen obenan die große „Aesthetik", welche den gewaltigen Wissensstoff nicht nur mit encyclopädischer Gründlichkeit, sondern auch in klarer, anregender Vortragsmanier behandelt, und „Die Kunst im Zusammenhang der Culturentwickelung". Schon der Titel des letzteren Werkes zeigt, von welchem Gesichtspunkte Carriöre bei der ästhetischen Betrachtung des Weltbildes ausgeht. Höchst erfreulich berührt in diesen Büchern den Leser der Umstand, daß er überall aus die feinfühlige Beobachtung der concreten Knnsterscheinungen trifft, nirgends auf öde Scholastik und tobten Formelkram. Carriöre hat es wohl begriffen, daß im Zeitalter der Jn- duction und des Experiments auch die Welt des Schönen mehr gezeigt als gelehrt werden soll, und daß sich diese Fülle des _ Materials unmöglich in feste, steife Kategorien bannen läßt. Deutsches Reich. Darmstadt, 9. December. Der Toast, mit welchem der Kaiser bei der am 9. December stattgehabten Gala-Tafel denjenigen des Großherzogs erwiderte, lautete: „Ich besuche zum ersten Male Darmstadt als Kaiser, nachdem es mir vergönnt gewesen, oft und lange hier zu weilen, und ich spreche Ihnen meine ganz besondere Freude darüber aus, daß Sie mich gewünscht und hierher eingeladen haben. Freilich mischt sich zu dem Gefühle. ,ber Freube eine Erinnerung bankbartrüber Wehmuth, wenn ich der schönen Zeit gebende, ba ich so glücklich war, zwei Jahre meines Lebens, die ich wohl zu den schönste» und erinnerungsreichsten zählen kann, in Ihrem Hause zu verweilen und zu verkehren. Ich habe in Ihrem Hause eine Aufnahme gefunden — nicht als Vetter und Verwandter, .sondern ich bin hier als Sohn des Hanses aufge wachsen und behandelt worden, und ich kann versichern, daß die Stunden, die ich in Ihrem Hause, im Kreise Ihrer Kinder und Familie habe verleben dürfen, für mich die angenehmsten meiner Jngenderinnerungen finb. Der Geist, der aus dem Heffenvolk mir entgegengeschlagen, ist derselbe altbewährte deutsche Geist, den das Hessenvolk immer gezeigt hat: für große Aufgaben empfänglich und beseelt für das Ganze des Vaterlandes. Der eherne Löwe, der an dem stillen Waldsaume des bois de cusse ruht über den Gebeinen der Gefallenen, berichtet der Mit- und Nachwelt, daß Hessens tapfere Soldaten und Offiziere unter Ew. königlichen Hoheit bewährter und tapferer Leitung für das Wohl und die Einigkeit des Vaterlandes stritten, siegten und fielen. Daß dieser Geist, der die Hessen damals zur Einigkeit des Vaterlandes mit gegen den allgemeinen Feind trieb, auch fernerhin im Volke lebe, sich ausbilde und entwickele, daß im festen Vereine aller Völker und Fürsten unser großes deutsches Vaterland einig, mächtig und stark sei nach innen und außen, das ist —— Bei seiner Ergründung von Wesen, Aufgabe und Ausdrucksmittel der verschiedenen Künste wird Carriöre nicht blos geleitet durch ein scharfes und klares Urtheil, durch einen Schatz gediegener Kenntnisse, sondern auch wesentlich durch die eigene poetische Anlage, die es ihm leicht macht, Geistes- und Phantasiegebiete zu beschreiben, in welchen er selber die Wege und Stege kennt. Der Dichter ist gewiß nicht immer ein guter Kritiker, taugt sogar nur in den seltensten Fällen als solcher. Was unsere großen Poeten über dichterische Schöpfungen der Vor- und Mitzeit geäußert haben, ist oft so einseitig und schief, daß wir gerechtes Bedenken tragen mußten, aus solchen Aussprüchen eine Literaturgeschichte herzustellen. Aber es fft doch ein Unterschied, ob derjenige, welcher durch die hehren Ruhmeshallen der Kunstgebilde unser Führer sein will, nur Gast in diesen Reichen ist oder selbst an der Mahlzeit der Götter Theil genommen, mit des eigenen „Geistes Licht" den Wnnderbronnen schaute, aus welchem Begeisterung und selige Schaffensfreude quillt. Dem geheim- nißvollen Proceß, der sich in der Seele des schöpferischen Genius bei Hervorbringung eines Kunstwerkes vollzieht, kann in Wahrheit doch nur der nachgehen, welcher selbst eine intime Fühlung mit diesem Vorgänge gewonnen hat. Es läßt sich nicht gut annehmen, daß der Autor der gehaltvollen Geibelmonographie nicht selbst an der kastalischen Quelle getrunken hätte. Freilich fällt das 1883 veröffentlichte Bändchen Lyrik zu den Werken ästhetischen, philosophischen und religiösen Inhalts nicht schwer ins Gewicht, nur insofern, als es u. E. doch den Lebensgrund auf-- deckt, auS welchem die gestimmte schriftstellerische Thätigkeit Carriöres ihre Nahrung zieht. In seiner Schrift über Geibel findet sich der Satz: „Der Lyriker singt, was seine eigene Seele bewegt. Da scheint ein Gedicht klein gegenüber einer mein innigster Wunsch, und sollte jemals uns die schwere An sorderung gestellt werden, noch einmal für unser geeinigtes Varerland zu streiten, so bin ich fest überzeugt, daß der hessische Stahl sich in Ihrer Hand ebenso scharf, schneidig und hart erweisen wird, wie im Jahre 1870." Darmstadt, 10. December. Am Schlüsse der gestrigen Gefechtsübung vor Seiner Majestät dem Kaiser sprach sich Allerhöchstderselbe nach einer kurzen Kritik außerordentlich lobend über die Haltung der Truppen auS. Dann ritt Se. Majestät auf das 2. Bataillon des 4. Großh. Hess. Infanterie-Regiments (Prinz Karl) Nr. 118. zu und erinnerte in einer warmen Ansprache daran, daß es ihm am Jahrestage der Schlacht von Chambord, in welcher das 118. Regiment sich rühmlichst ausgezeichnet habe, vergönnt gewesen sei, Truppen des Regiments zu sehen. Am Ehrentage des Regimentes erinnere er sich gern der großen Thaten hessischer Tapferkeit und hoffe fest, daß dieselbe unerschütterlich sein und bleiben werde in entscheidenden Stunden. Unterdessen hatten sich die Truppen znm Parademärsche ausgestellt, den die Infanterie in Kompagnie-Kolonne, die Artillerie und Kavallerie in Bat terie- resp. Schwadronenfront im Trabe ausführte. Seine Königliche Hoheit der Großherzog führte Sr. Majestät dem Kaiser das 1. Großh. Infanterie - (Leibgarde) Regiment Nr. 115 vor. Darmstadt, 10. Dee. In Allerhöchstem Auftrage erließ der Gr. Staatsminister Finger folgende Bekanntmachung: Se. Königliche Hoheit der Großherzog haben mit lebhafter Freude wahrgenommen, welch' warme und tief empfundene Huldigungen Seinem hohen Gaste, des Deutschen Kaisers Majestät, bei Gelegenheit Allerhöchstdessen Besuches am Grobherzoglichen Hofe nicht allein von der Bevölkerung der Städte Darmstadt, Worms und Groß-Gerau, in welchen Se. Majestät länger ober kürzer zu verweilen geruhten, sonbern von ber Bevölkerung aller Lanbestheile, soweit ihr nur eine Betheiligung möglich war, insbesonbere von bcn ans allen Gauen herbeigeströmten Kriegervereinen bargebracht worben finb. Zu Ihrer hohen Befriebigung haben Se. Kgl. Hoheit sich hierburch in ber Ueberzeugnng bestärkt gefunden, wie tief und kräftig der Gedanke ber Einigung unseres Deutschen Vaterlanbes unter einem Kaiserlichen Oberhaupte in bcn Herzen Seines treuen Hessischen Volkes Wurzel gefaßt hat. Es ist ber Wille Sr. Königl. Hoheit bes Großherzogs, baß Vorstehenbes zur Allgemeinen Kenntniß gebracht unb babei zugleich bem herzlichen Danke Ausbruck gegeben wird, welchen Se. Königl. Hoheit allen Gemeindevorständen, Vereinen und Corporationen, sowie allen Einzelnen, welche an jenen Huldigungen in welcher Art immer sich betheiligt haben, zu erstatten Sich gedrängt fühlen. Frankfurt a. M., 10. Dec. Herr Oberbürgermeister Dr. Miquel sandte an die Redactionen der Frankfurter Blätter mit bem Ersuchen um Veröffentlichung folgenbe Kund- Jlias, einem Don Quixote, aber de - Lyriker dichtet nicht blos ein einzelnes Lied, sondern verkündet uns von der Jugend bis zum Alter in melodischen Worten, was fein Innerstes erfüllt, und in der Sammlung seiner Gedichte bietet er uns die Entwickelung eines ganzen Lebens mit seinen Erfahrungen und seinen Geschicken, mit seinen Gefühlen und Ideen . . ." Diese Worte lassen sich auch auf Carriöres Poesie anwenden. Der Leitstern, unter welchem sie in die Welt zog, war der Name seiner verstorbenen Frau Agnes. In der Vorrede zu dem Büchlein sagt der Verfasser selbst, daß er erst nach dem Tode seiner unvergeßlichen Gattin darauf verfallen sei, für einen Kreis intimer Freunde die Gedichte zusammenzustellen, in welchen ausgesprochen ist, was die Verklärte ihm war und bleibt. Diesen Jugendliedern schließen sich dann Gedankendichtungen an, die den Jdeenkreis bezeichnen, in welchem er und seine Gattin sich bewegt haben. Man kann also sagen, der erste Theil trägt streng persönlichen, der andere unpersönlichen Charakter. In den Liedern, welche von Glück und Leid der Liebe fingen, macht sich neben dem wahren, frischen und unmittelbaren Gefühl, in welchem ja all solche Gesänge, wofern sie zum Herzen bringen sollen, wurzeln müssen, ein feiner Sinn für Maß unb Formenschönheiten geltend. „Der Natur nachlässig rohe Töne" finden an Carriöre keinen Freund, aber ebensowenig die akademische Glätte, die Knnstdrechslerei, die so lange an den Worten schnitzt und seilt, bis sie um ihre ursprüngliche Kraft kommen. In den Gedankendichtungen treffen wir auf die Lebensmächte, die Carriöres ganzes Streben und Schaffen bestimmen- sie geben uns gleichsam Einblick in die Werkstatt seiner Gedanken- arfreit. Wir verfolgen an ihrer Hand das Werden des festen unverrückbaren Mannesideals, wie es u. a. in der herrlichen „Elegie" seinen Ausdruck gesunden: „Sei du selbst! gebung zu: An meine Mitbürger' Se. Majestät der Kaiser und König haben mir auszusprechen geruht, daß der schöne, festliche Empfang in unserer Stadt, die trefflichen Veranstaltungen aller Art zur Ausschmückung der Stadt und die freudige Begrüßung durch die gesammte Bevölkerung Ihm zur großen Befriedigung gereicht haben. Noch bei der Abfahrt haben Se. Majestät mir den Auftrag zu ertheilen die Gnade gehabt, dies meinen Mitbürgern bekannt zu geben und den Dank Seiner Majestät auszudrücken. So dürfen wir Frankfurter voll mit doppelter Freude und Genugthuung auf den für unsere Stadt so ehrenvollen Tag des 9. December zurückblicken. Deutscher Reichstag. 33. Plenarsitzung. Montag den 9. December 1889, 12 Uhr. (Verspätet eingegangen). Die zweite Etatberathung wird mit dem Specialetat der Zölle und Verbrauchssteuern fortgesetzt. Titel T a b a k st e u e r. Abg. Kröber (Volksp.): Die Ausfuhr einheimischen Tabaks ist zurückgegangeu. Man sollte darauf Bedacht nehmen, diese Ausfuhr zu heben. Das würde sich thun lassen, wenn man den Eiugangszoll ermäßigte. Abg. Müller-Marienwerder (Rp.): Es ist zu bedauern, daß der Staatssecretär den Tabakbauern so wenig Hoffnung auf eine bessere Behandlung bezüglich der Tabaksteuer macht. Die Regierung ist den Tabakbauern gegenüber fiscalischer als gegenüber den Bankantheilsbesitzern der Reichsbank und gegenüber den Zuckerfabrikanten. Der Tabakbauer habe mit den schwierigsten Verhältnissen zu kämpfen und würde gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt zu einer Con- lignentirung der Steuer sehr geneigt sein. In jedem Falle sollte man einen Steuererlaß eintreten lassen, in solchen Fällen, wo die Pflanzen durch Naturereignisse in ihrer Ver- werthbarkeit vermindert sind. Hierzu bedarf es keiner besonderen gesetzlichen Bestimmung, sondern nur eines Reglements der verbündeten Regierungen. Abg. Scipio (natl.): Die Steuer ist heute in ungünstigen Jahren oft vielfach höher, als der Ertrag des Tabaks. Die Regierung möge eine Prüfung über die wirth- schastliche Wirkung der Steuer eintreten lassen und namentlich auch dafür sorgen, daß auf Tabak, der durch die Ungunst der Witterung gelitten, eine Steuerermäßigung eintritt. Abg. Grad (Els.) bestätigt die Klagen des Vorredners- in Elsaß-Lothringen ist der Tabakbau infolge der Steuer zurückgegangen. Am besten für die Bauer ist das Monopol, das heute noch in Frankreich 3OU Millionen Francs einträgt, obwohl dorr der Consum viel geringer ist als bei uns. Abg. Schultz-Lupitz (Rp.): Die Regierung wird gut thun, den im Niedergange begriffenen Tabaksbau vorsichtig zu behandeln, damit nicht die Kuh, welche uns Milch geben soll, stirbt. Abg. Ele mm-Ludwigshafen (natl.) schließt sich diesen Ausführungen an. Staatssecretär v. Maltzahn- Gültz: Der Niedergang des Tabakbaues ist nicht aus die Steuer allein zurückzuführen, sondern auch auf die Geschmacksverseinerung im Publikum infolge größerer Wohlhabenheit- überall verdrängt die Cigarre die Pfeife. Ucber die Nothwendigkeit einer Steuerermäßigung in gewissen Fällen finden noch Verhandlungen statt, aber unter keinen Umständen dürfen die fiskalischen Gesichtspunkte bei dieser Sache außer Acht gelassen werden. Abg. Frhr. v. Staufsenberg (dfr.): Der Consum ist herabgegangen infolge der Steuererhöhung. Eine Abänderung der Veranlagung ist dringend nöthig- das Princip der Fiscalität sollte man nicht so sehr in den Vordergrund stellen. Man jagt jedem einzelnen Pfennig nach, ohne zu fragen, wieviel man dafür aufwenden muß und wie viel Unzufriedenheit man dadurch hervorruft. So kommt es, daß indirecte Steuern, die in Frankreich bestehen, die heute noch in den Reichslanden erhoben werden, hier äußerst drückend empfunden werden, in Frankreich aber nicht. Der Titel „Tabaksteuer" wird bewilligt. so gebeut ja der Gott in der Tiefe der Seele, Klarheit inneren Lichts zünde sich au das Gemüth, werde zum wissenden Geist, der schöpferisch frei sich hervorbringt, um selbstherrlichen Muthes Thaten der Liebe zu thun". In einem kleineren Gedichte, das die Aufschrift trägt: An Frau Bettina v. Arnim, heißt eö: „Hast einmal in leisten Scherzen Feueranbeter mich genannt, Aber tief dem jungen Herzen Solchen Namen eingebrannt. Will dem Feuer treuverehrend Diener, Pri ster sein und Held, Wo verzehrend, wo verklarend Es durchwogt die GotleSwelt. Feuer, das von Stern zu Sternen Sonnenq aell entströmt sich fchwlngt, Unb in allen Näh'n und Fernen Kalter Nächte Graus bezwingt . . ." Carriöre hat denn auch wirklich stets unter diesem Zeichen gestritten und gesiegt. Wo es galt, die Fackeln der Begeisterung und Aufklärung der Menschheit voranzutragen, war er stets zur Stelle. Es genügte ihm nicht, in der sicheren, weltabgeschiedenen Studirstubc die Fragen des Tages und die wechselnden Vorgänge im socialen Körper zu betrachten und zu erklären. Philosophie und Kun st haben imLeben zu steh ett, das scheint sein Wahlspruch gewesen zu sein, denn immer, wo es der Augenblick verlangte, sehen wir Moritz Carriöre vom Katheder herunter unter das Volk treten, zu dem ganzen Volke, nicht blos zur Elite der Gebildeten reden, so an jenem denkwürdigen Tage im Jahre 1870, da in der bayerischen Kammer der Sturm wegen der Bewilligung der Gelder zur Kriegssührung tobte, da war es Moritz Carrjöre, welcher sich der in den Gassen Münchens aus und ab fluthenden Volksbewegung, die für den Anschluß Es folgt der Titel „Zuckersteuer". Abg. Dr. Witte-Rostock (dfr.) hält Aufhebung der Material- und der Consumsteuer für empfehlenswerth und schlägt dafür eine Fabrikatsteuer vor, welche auch den Interessen der Fabrikanten mehr entspricht. Durch die gegenwärtige unzweckmäßige Steuer wird die Industrie und die Land- wirthschaft immer weiter in ungesunde Bahnen gedrängt und ist in eine trügerische Sicherheit eingehüllt, aus der das Erwachen ein sehr schweres werden dürfte. Unter allen Umständen wird man diese Verhältnisse bei der Zuckerconvention ins Auge fassen müssen. Staatssecretär v. Maltzahn-Gültz: Die Zucker- convention wird im nächsten Sommer zusammentreten. Abg. Graf Hatzfeld (Rp.): Angesichts der Ueber- production in Zucker müsse etwas geschehen, doch kann man vor dem Zusammentreten der Commissin nichts thun. Der Titel wird bewilligt. Bei dem Titel „Branntweinsteuer" weist Abg. Schultz-Lupitz (Rp.) auf den Rückgang des Kartvffelbaues in den Ostprovinzen hin und bittet, eine Untersuchung über die Ursachen dieser Erscheinung zu veranlassen, da anzunehmen, daß die Branntweinsteuer diese Erscheinung verursache. Der Osten kann den Kartoffelbau nicht entbehren, da dieser dort für den Sandboden geeigneter ist, als der Kornbau. Abg. Dr. Blankenborn (natl.) dankt der Negierung für das Entgegenkommen, das sie den kleinen süddeutschen Qualitätsbrennereien erwiesen. Abg. v. Christen (Rp.) befürwortet, den Wunsch der Kautabakfabrikanten, den zur Herstellung ihrer Producte erforderlichen Spiritus steuerfrei zu lassen. Abg. Kalle (natl.) bittet um eine anderweite Regelung der Contignentirungsfrage für kleine Brennereien. Staatssecretär v. Maltzahn-Gültz hofft, daß der Wunsch des Abg. Kalle sich zum Theil wird erfüllen lassen, dagegen ist die von dem Abg. v. Christen angeregte Frage schwieriger zu beantworten- der Bundesrath hat sich über dieselbe nicht schlüssig gemacht. Abg. Gamp iRp.) bittet die kleinen Brennereien bei der Contignentirung mehr zu berücksichtigen- die großen Betriebe sind viel- günstiger gestellt. Je größer der Betrieb ist, desto geringer sollte das Contignent für denselben sein. Der infolge der neuen Branntweinsteuer eingetretene Rückgang des Consums ist als eine günstige Wirkung des Gesetzes zu begrüßen. Abg. Szmula (Ctr.) stimmt der gewünschten Untersuchung über den Rückgang des Kartoffelbaues bei- bei dieser Gelegenheit möge auch eine gerechtere Contignentirung herbeigeführt werden. Das beste Geschäft mache gegenwärtig die Hefebrennerei. Abg. Richter (dfr.): Es ist unrichtig, daß der Kartoffelbau zurückgegangeu- er hat im Gegentheil feit Erlaß des Branutweinsteuergefetzes zugeuommen - int letzten Jahre sind 27 Millionen Doppelcentner Kartoffeln mehr in Preußen gewonnen als im Vorjahre, ein Quantum, das ausreicht, um den ganzen Trinkbranntwein, der jetzt noch zum Consum gelangt, zu produciren. Die 401/2 Millionen für die Contignentirung kommen den 3000 großen Brennereien zu Gute, während die kleinen Brennereien, wie hier versichert wird, nichts davon haben. Die Neucontignentirung habe lediglich den Zweck, den 3000 großen Brennereien eine weitere Zuwendung von jährlich 8 Millionen zu machen auf Kosten der Reichskasse und diese Zuwendung soll dauernd von Jahr zu Jahr steigen. Das ist eine Errichtung von Zwangs- und Bannrechten für eine verhältnißmäßig kleine Zahl von Gutsbesitzern. Abg. Scipio (natl.) führt aus, daß die kleinen Brenner durch das neue Gesetz einen Vortheil nicht erhalten haben; dieser ist lediglich den großen Brennereien zugeflossen. Abg. v. Kar d orf f (Rp.): Der Wunsch des Abg. Gamp bezüglich der Contignentirung ist seine persönliche Ansicht. Eine erhebliche Vertheuerung des Branntweins hat infolge der neuen Steuer nicht stattgefunden. Die Fortschrittspartei selbst bat uns den Weg gewiesen, den Branntwein stärker zu besteuern. Es war diese Besteuerung nöthig, an die gemeinsame Sache war, bemächtigte, der Menge einen Kopf gab, der patriotischen Volksmeinung die Zunge lieh und die Wortführer der particularistischen Interessen zum Schweigen brachte. Doch nicht nur im Sinne eines Tyrtäos hat Carriöre seine Mission als Denker und Dichter erfaßt, sondern vor allem als Friedensbote. In seinem Trinkspruche am Friedensfeste 1871 steht die schöne Strophe: „Ein eitern Kreuz tuaib der Erlösung Zeichen, Der Frühling kommt, die tZBlnterfiüi me weichen, Vorüber ist die lange, bange Nach!; Wohlan mein Volk, fortan im Friedenswerke Bewahre dir die kampsgestählle Stä>ke, Bewahre dir der Liebe Opfermacht!" Als sich vor einigen Jahren am westlichen Horizont wieder dunkle Kriegswolken aufzuthürmen drohten, machte Carriörc den Wünschen seines Herzens und den Anschauungen seines Kopses Luft in einem „offenen Brief" an Ernst Renau. In geistvoller, streng sachlicher Sprache betont der deutsche Denker in diesem Schreiben die Segnungen, welche der Völkerfriede für die allgemeine menschliche Culturarbeit im Gefolge hat. Er durste gewiß fein, an dem französischen Gelehrten einen Gesinnungsgenossen zu finden, denn schon bei Beginn des 70er Krieges äußerte Ernst Renan sich zu dem Dänen Georg Brandes in ganz gleichem Sinne: „Und nun zu denken, daß alles, was wir Männer der Wissenschaft in 50 Jahren aufzubauen bestrebt waren, mit einem Schlage zusammengestürzt ist, die Sympathien zwischen Volk und Volk, das gegenseitige Verständniß, das fruchtbare Zusammenarbeiten !" (Schluß folgt). um vorhandene Bedürfnisse zu decken. Nichts hat die Glaubwürdigkeit der Fortschrittspartei int Osten so sehr erschüttert, als die Behauptung von dem Geschenk der 40 Millionen. Das Land will diese Wirthschastspolitik und nicht die der Fortschrittspartei. Abg. Woermann (natl.) betont die Nothwendigkeit, die deutschen Brennereien exportfähig zu erhalten. Die Abgg. Schultz-Lupitz (Rp.), Kalle (natl.) und Szmula (Ctr.) wenden sich gegen den Abg. Richter mit Ausführungen, die sich wesentlich mit denen des Abg. v. Kardorff decken. Staatssecretär v. Maltzahn-Gültz: Für die kleinen Brennereien ist Alles geschehen, was innerhalb des Rahmens des bestehenden Gesetzes geschehen konnte. Abg. Richter (dfr.): Die Form des letzten Branntweinsteuergesetzes haben wir nicht gebilligt- es hätten neue Steuern ohne Steuererlasse überhaupt nicht bewilligt werden sollen. Die Debatte wird geschlossen und der Titel „Branntweinsteuer" genehmigt, ebenso der Rest des Etats der Zölle und Verbrauchssteuern. Bei dem Etat der Reichsstempelabgabe fragt der Abg. Richter, ob nicht die Reichsstempelabgabe für die Schloßfreiheit-Lotterie in den Etat aufzunehmen ist. Es ist das nicht zu wünschen, denn Redner hofft noch immer, daß das Andenken Kaiser Wilhelms nicht vereint werde mit einem auf die Gewinnsucht speculirenden Unternehmen. Der Etat wird genehmigt. Nächste Sitzung Dienstag 12 Uhr. Etat. Schluß 5^4 Uhr. 34. Plenarsitzung. Dienstag den 10. December, 12 Uhr. Die 2. Etatberathung wird fortgesetzt mit dem Specialetat der P o st v e c w a l t u n g. Beim Titel „Staatssecretair, Gehalt 24000 Mk. und freie Dienstwohnung" liegt vor ein Antrag B a u m b a ch - Berlin (dfr.), eine Abänderung des zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn bestehenden Postportotarifs dahin herbeizuführen, daß 1) an Stelle des gegenwärtigen Meistgewichts von 15 Gramm für den einfachen Brief ein höheres Meistgewicht unter Beibehaltung des Portosatzes von 10 Pfg. zugelassen, 2) für Drucksachen im Gewicht von 50—100 Gramm eine Gebühr von 5 Pfg. festgefetzt werde. Referent der Budgetcommifsion ist der Abg. Lingens Mr.) Abg. Baumbach (dfr.) Der Postetat ist ein wesentlicher Finanzfactor, der mit einer Netto-Eümahme von 26 Millionen abschließt - man hat sich daran gewöhnt, hohe Ansprüche an den Postetat zu stellen, daß an der Befürchtung, diese Ueberschüsse zu verringern, alle Versuche scheitern, für die kleinen Beamten eine Gehaltserhöhung herbeizuführen. In erster Reihe aber ist die Post Verkehrsinstitut, und es soll deshalb dieser Zweck hervorragend ins Auge gefaßt werden und diesen Zweck verfolgt der vorliegende Antrag, der namentlich kleinen Leuten, die nach Oesterreich correspondiren, zu Gute kommt. Was die Mittelstufe beim Drucksachenporto anbelangt, so würde sie dem Verkehr in ganz bedeutendem Umfange zu Gute kommen. In der Schweiz, in Frankreich, in Belgien ist der Portosatz noch viel geringer. Der Vortheil, der sich aus dem geringen Satz für den Verkehr ergiebig überwiegt bedeutend den Ausfall von 300,000 Mk., den die Einrichtung herbeiführen könnte. Ebenso wäre es wünschenswert!), wenn die Frage der „nationalen Briefmarken" gelöst würde. Es könnte das in der Weise geschehen, daß die Briefmarken im ganzen Reich gelten - die Reservatrechte Bayerns und Württembergs brauchten dabei nicht angetastet zu werden. Diese Staaten könnten durch Abrechnung befriedigt werden. Redners Ideal ist die Weltpostmarke. Staatssecretär Dr. v. Stephan: Die Initiative bezüglich der Freizügigkeit der Postmarken durch die mit Reservatrechten ausgestatteten Staaten gebührt wohl am besten den Einzellandtagen. Was die Anträge auf Portoermäßigung, Gehaltserhöhungen u. dgt. betrifft, so bleibt doch zu bedenken, daß die Post nicht abgelöst vom Ganzen für sich allein existirt, sondern nur im Zusammenhang mit dem Ganzen existirt, es kann also nicht so ganz willkürlich mit Einnahme-Ermäßigungen vorgegangen werden. Es haben auch in jedem Jahre Portoermäßigungeu stattgefunden, ebenso Herabsetzungen der Telegraphengebühr u. s. w. Der Umfang des Verkehrs hat sich in wenigen Jahren ganz bedeutend vermehrt. Will man allen Anträgen, die zu diesem Etat für Portoermäßigungen, für Gehaltserhöhungen n. s. w. stattgegeben, so würden dazu 15 Millionen nöthig fein, und wenn man die noch weiter gehenden Anträge Singer auf Gehaltserhöhung für die Hilfsboten und Unterbeamien berücksichtigt, so werden noch weitere 9 Millionen nöthig. Damit wäre der Gesammtüberschuß der Postverwaltung von 26,000,000 Mk. so ziemlich verbraucht. Dazu kommt, daß mit einzelnen Mindereinnahmen auch noch Mehrausgaben verbunden sind. Unter diesen Umständen ist die Annahme des Antrags Baumbach nicht zu empfehlen. Abg. Kalte (ntl.) befürwortet den Antrag Baumbach, dessen Nothwendigkeit in der Bevölkerung allgemein anerkannt würde. Der Ausfall an Einnahmen wird infolge gesteigerten Verkehrs kein so großer fein, wie der Staatssecretär fürchtet. Der Verkehr mit den Drucksachen über 50 Gramm hat bedeutend zugenommen. Staatssecretär Dr. v. Stephan: Gerade weil der Verkehr so zugenommen, haben wir keinen Grund, das Porto zu ermäßigen. Abg. Schrader (dfr.). In letzter Zeit sind Verkehrserleichterungen nur für kleine Orte und für den internationalen Verkehr geschehen, während für den Verkehr zwischen größeren Städten Nichts geschehen ist. Abg. Wörmann (ntl.) hält den Satz „niedrigeren Portosatz für Drucksachen" für kein so dringendes Bedürfniß; dagegen ist das Vorhandensein der württembergischen und bayerischen Briefmarken eine Anomalie, die bei einigem guten Willen zu beseitigen sein müßte. Auch die Einführung einer einheitlichen Zeitrechnung konnte der Staarssecretär des Reichs Postamts in die Hand nehmen. Bayr. Bundesbevollm. Gras Lerchen seid. Die bayrische Regierung hat keinen Antheil an den Einilahinen des Reiches aus der Postverwaltung- es ist dies verfassungsmäßig bestimmt. Ohne den Verkauf besonderer Briefmarken würde Bayern seine Einnahme nicht so erzielen können. Es ist des halb weder durchführbar noch nöthig, eine Aenderung dieses Verhältnisses herbeizusühren. Abg. Dr. Hartmann (cons.). Ganz unbedeutend sind die finanziellen El^cbniff' der Postverwaltung nicht- man muß dieselben wohl inÄ.’luge fasten. Zu billiges Porto ist auch nicht nöthig, man wird sonst zu sehr mit Drucksachen überschwemmt. Der Antrag Dinger ist in dieser Form unan- nehmbar. Abg. Bürklin (ntl.) wünscht ebenfalls die,Beseitigung der Verkehrsbcschränktlngen, die sich auS den Reservatrechten ergeben und die Redner in der Pfalz kennen gelernt hat. Ebenso, wie die Frage der Helmzier in Bayern durch die Intervention der bayrischen Krone gelöst ist, ebenso wird vielleicht die Briefmarkenfrage gelöst, ohne daß dadurch die Meservatrechte berührt werden. Abg. Stumm (Rp.) ist in Bezug aus Einheitszeit ein Gegner des Abg. Wörmann. Die billigen Drucksachen überschwemmen das Land und wirken für kleine Gewerbebetriebe nachtheilig; das Porto sollte man eher höher als billiger stellen. Abg. Schnlv-Lupitz (dfr.) bittet das Strafporto abzuschaffen, da die Beamten mit Vorliebe darauf achten, Strafporto zu erheben, wenn die Sendung auch nur eine Kleinigkeit über das volle Gewicht hinausgeht. Abg. Schrader (dfr.) meint, daß es doch so unerhört nicht sei, wenn Bayern auf seine Reservatrechte in der Post- markensrage verzichte, da es ja auch bei der Branntweinsteuer auf seine Reservatrechte verzichtet habe. Der Titel wird hieraus bewilligt, der Antrag Baumbach dagegen in beiden Theilen abgelehnt. Bei Tit. 24 „Für 45 Telegraphistinnen 48 150 Mk." bemerkt Direktor im Reichsposlamt Dr. Fischer auf eine Anregung des Abg. B a u m b a ch (dfr.), daß es nicht in der Absicht der Postverwaltung liege, im Fernsprechverkehr männliche Personen durch weibliche Beamte zu ersetzen. Es sind versuchsweise in Berlin 10 junge Damen im Fernsprechdienst angestelll worden, weil man bemerkt hat, daß die hohen Stimmlagen für den Fernsprechverkehr besser vernehmlich sind als tiefere Stimmen. ES sollen nun Erfahrungen gesammelt werden. In keinem Falle sollen Entlassungen männlicher Beamter stattfinden, im Gegentheil wird die feste Anstellung der Beamten erfolgen können, wenn sie die erforderliche Dienstzeit hinter sich haben. Von einer Massen-Entlassung kann um so weniger die Rede sein, als ja fortwährend neue Beamte gebraucht werden. Der Titel wird bewilligt. Zu den Tir. 25 bis 28 liegt vor ein Antrag Siiigcr (Soc.): das Minimalgchalt der Postunierbeamten von 800 auf 8.50 Mk. und das Durchschnittsgehalt der Landbriefträger von GdO auf 700 Mk. zu erhöhen. Abg. Richter (dfr.) beantragt, den Reichskanzler zu ersuchen, zu erwägen, ob nicht der Wohnnngsgeldzuschuß der unteren Beamten, den Theucrungsverhältnissen entsprechend, einer Erhöhung zu unterziehen sei. Ein Aiitrag v. O w (Rp.) beantragt: Der Reichskanzler wolle in Erwägung ziehen, ob sich nicht eine Gehaltserhöhung für die unteren Beamten empfehle. Die Abgg. Singer und Richter befürworten ihre Anträge, letzterer beantragt, die sämmtlichen drei Anträge an eine Commission zur Vorberatlmng zu verweisen. Das Haus vertagt die weitere Debatte auf Mittwoch 12 Uhr. — Schluß 5 Uhr. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Dureau. Berlin, 10. December. Wie die „Nord. Allg. Ztg." meldet, nahmen an dem gestrigen Diner bei dem Staats- ministcr Grafen Bismarck die Botschafter Italiens, Oestcr- rcich-Ungarns, der Türkei, Frankreichs und Spaniens, sowie die Gesandten Dänemarks, Japans und Chiles, ferner der Botschafter Prinz Reuß und andere Mitglieder des diplomatischen Corps und des auswärtigen Amtes Theil. Berlin, 10. December. Soeben ist ein zur Vorlage an den Bundesrath und Reichstag bestimmtes Weißbuch zur Ausgabe gelangt, welches die deutschen Schweine-Einfuhrverbote gegen Dänemark, Schweden und Norwegen, sowie gegen Rußland, Oesterreich-Ungarn rc. und die von Seiten Englands, Frankreichs, Belgiens und Hollands gegen die deutsche Vieh-Einfuhr bezw. Durchfuhr ergriffenen Sperr- maßregeln zum Gegenstände hat. Die am 25. v. M. erfolgte Zurückziehung des zu Gunsten Oberschlesiens gewährten Einfuhr-Dispenses für Steiubrucher Schweine, sowie die Frage des Erlasses der Schleswig-Holstein-Ordre ist eingehend berücksichtigt. Das Weißbuch enthält 123 Actenstücke, darunter \ statistische Ausweise über die Verbreitung der Maul und Klauenseuche in Deutschland und den östlichen Nachbarländern, ' ferner mehrere Gutachten des Kaiserlichen Gesundheits- Amtes und veterinärärztlicher Autoritäten. Die neueste MonatS-Uebersicht über den Stand der Maul- und Klauen seuck.e in Preußen läßt eine erhebliche Abnahme der Seuche j erkennen. Potsdam, 10. December. Sc. Majestät der Kaiser ist heute Morgen 9 Uhr 23 Min. mittelst SonderzugcS aus : der Station Wildpark cingetroffen und hat sich von dort direct nach dem Neuen Palais begeben. Das kaiserliche Gefolge ist mit demselben Zuge nach Berlin weitcrgcfahrcn. Dortmund, 10. December. Der im Juni von der Zeche | „Kaiserstuhl" entlassene Bergmann Schröder wurde bei ; seiner heutigen Anmeldung zur Wiederaufnahme ab morgen wieder eingestellt. Die Aufnahme des einen der Strikc- fübrer durch die Zeche „Kafferstuhl" wird überall als ein Zeichen der Wiederkehr des Friedens aufgefaßt. München, 10. December. Kammer der Abgcord n e t en. Bei der heutigen Berathung des Etats des Mini steriums des Innern führte der Abgeordnete Walter (clerical) Beschwerde darüber, daß ein Geistlicher Seitens einer Polizei dircction durch die einem Schriftstück hinzugefügte Bemerkung, derselbe habe den Aufruf zum bayerischen Katholikentage mit unterschrieben, gleichsam censurirt worden sei. Der Minister des Innern, Frhr. v. Feilitzsch, antwortete, daß weder das Cultusministerium, noch das Ministerium des Innern, noch auch die Polizeidirectionen eine Ueberwachung der Geistlichen ausübten- sollte dies in irgend einem Falle vorgekommeu fein, so sei es ohne Vorwissen der Regierung geschehen. Wien, 10. December. Der Dichter Ludwig Anzen grubcr ist in vergangener Nacht gestorben. Bern, 10. December. Die vereinigte Bundesver s a m m l u n g wählte zum Bundespräsidenten für das Jahr 1890 Ruchonuct (Waadt) radikal mit 149 von 154 Stimmen, zum Vicepräsidenlen Welti (Aargau) liberal-conservativ mit 144 von 162 Stimmen. Sofia, 10. December. Die ©ob ran je genehmigte in der gestrigen Sitzung mit großer Majorität den Vertrag, betreffend die Anleihe von 30 Millionen, nachdem Stambulow dem Mitgliede der Opposition, Kitantschew, entgegentretenb erklärt hatte, die Cotirung der Anleihe im Auslande sei ein Beweis des Vertrauens in die Zahlungsfähigkeit Bulgariens. Konstantinopel, 10. December. In letzter Zeit sind einige hundert der bei dem Ausbruch von Unruhen nach Athen und dem Piräus geflüchteten kretensischen Familien freiwillig nach der Heimath zurückgekehrt, wodurch die böswillig verbreiteten Nachrichten über die Unsicherheit auf Kreta und die schlechte Behandlung der Christen Seitens der türkischen Einwohner und der türkischen Behörden widerlegt werden. Konstantinopel, 10. December. Der Ferman, betr. Kreta, enthält 11 Paragraphen. Die wichtigsten darunter sind folgende: Die Dauer der Verwaltuugspcriode des Gouverneurs wird nicht länger beschränkt sein - die Zahl der Mitglieder der Nationalversammlung wird auf 57 verringert, von denen 35 Christen und 22 Muselmanen fein sollen - die Mitglieder der Versammlung werden je 5 in einer Gemeinde gewählt - die Versammlung tritt in der Hauptstadt Kandia zusammen- die Gensdarmerie, welche bisher nur aus Eingeborenen bestand, soll in Zukunft unter den Bewohnern der anderen. Provinzen des Reiches rccnitirt werden, jedoch sind die Eingeborenen nicht ausgeschlossen. Das aus dem Zehnten hervorgehende Einkommen soll unter, den Bewohnern der Dörfer ausgepachtet werden, nach dem Durchschnittseinkommen von 6 Jahren, und zwar von drei - fruchtbaren und drei weniger fruchtbaren. CocaU» und provinsicUcs- Gießen, 11. December. * Militärisches. Lieutenant Seelbach vom 116. Re- I giment, commanöirt bei der Unteroffizierschule in Jülich, wurde zum Prcmierlieutenant befördert. * Der plötzliche Umschlag der Witterung nach vorhergegangenem reichlichen Schneefall hat die zur Abfuhr des Schnees getroffenen Anordnungen auf eine Probe gestellt, nach welcher vorauszusehen ist, daß es bei künftigen bedeutenden Schneefällen auch gelingen wird, die Straßen so weit zu säubern, daß sie ohne Gefahr und Aufenthalt passirt werden können. Ein anschauliches Bild der Straßensäuberung wurde uns gestern und heute geboten- förmliche Colonnen hoch mit Schnee beladener Wagen bewegten sich aus der Stadt hinaus, viele Arbeiter waren mit Wegräumen des Schnees beschäftigt, und bevor 2 mal 24 Stunden nach dem Schneefall verstrichen sein werden, wird von demselben innerhalb der Stadt nichts mehr übrig sein. Diese Art der Reinigung, vorausgesetzt, daß die Hausbesitzer auch ferner „hübsch vor ihrer eigenen Thüre kehren" und somit die Abfuhr erleichtern helfen, wird gewiß allenthalben Anerkennung finden. Theater. Eine eingehende Besprechung des Schwaben streichs muß auf morgen znrückgcstellt werden. Heute bc schränken wir uns daraus, auf die letzte Aufführung der famosen „Madame Bonivard" am Donnerstag hinzu- weisen. Diese seltene Schwiegermutter, die am liebsten ihre Tochter nach und nach an die ganze Männlichkeit Frankreichs verheirathet hätte, um jedes Mal bei der Ehescheidung die im Eheeontract von vornherein als Schmerzensgeld für den Fall der Trennung ausbedungenen 100,000 Francs einzu säckeln, wirkt ebenso komisch wie der unglückselige Schwieger söhn, der. nachdem er ein Mal schlimme Erfahrungen in Be zug auf Schwiegermütter gemacht hat und diese iiunmehr wie das Feuer flieht und meidet, sich urpötzlich im glücklichen Besitz zweier Oiepräsentantinnen dieser Spezies des Menschen gcschlechtes sieht. Als französischem Stück fehlen der Madame Bonivard natürlich auch mehrfache Ehescheidungen nicht, deren Behandlung ohne zu verletzen mit viel drastischem Witz durch geführt ist. Kurz, wer ein Mal einen Abend recht herzlich lachen will, der versäume nicht, die zum letzten Mal gebotene Gelegenheit, das von Paul Lindau als „Das lustigste aller Stücke" bezeichnete Lustspiel zu sehen, wahrzunehmen. Es wird ihn um so weniger gereuen, als die Darstellung im „Neuen Theater", wie wir auS eigener Anschauung versichern können, eine durchaus abgerundete und flotte, in jeder Beziehung völlig befriedigende, und in einigen Rollen treff liche ist. Lauterbach, 10. December. Herr Lehrer Wolf dahier wurde zum Oberlehrer der hiesigen Schulen ernannt und vorigen Montag in sein Amt eingewiesen. Schlitz, 10. December. Bei der am 5. d. Mts. ubge haltenen Treibjagd wurde ein Keiler im Gewichte von 178 Pfund geschossen. (L. A.) Vermischtes. Darmstadt, 10. December. Se. Majestät der Kaiser- Hat den hiesigen Stadtarmen zu Händen des Herrn Oberbürgermeisters Ohly 2 000 JL überwiesen, lieber die Vcr theilnng des Geldes wurde sich bereits in der gestern Abend stattgefundenen Sitzung der städtischen Armenverwaltung schlüssig gemacht. Worms, 10. December. Die Adresse, welche die Arbeiter Deputation von hier dem Kaiser bei dessen Hiersein über reichte, hat folgenden Wortlaut: „Euere Majestät begrüßen unterthäiiigst die Arbeiter von Worms. Unser Herz ist freudig erregt, da Euere Majestät in unserer Mitte weilt und wir Gelegenheit haben, die Versicherung der Treue und Anhänglichkeit unserem erhabenen Kaiser selbst zu geben. Besonders wollen wir dem innigsten Danke Ausdruck verleihen für die Fürsorge, die Euere Majestät, daS Vcrmächtniß des hochseligen Kaisers Wilhelm I. hochhaltend, stets für den Arbeiterstand bekundet. Weise Gesetze sind zu unserem Schutze erlassen worden und wir haben die feste Zuversicht, daß in aller Zukunft das Wohl des deutschen Arbeiterstandes von der höchsten Stelle im Reiche auS, von unserm Kaiser befördert wird." Frankfurt a. M., 10. December. Die 13er Husaren, deren Verlegung nach Saarburg in Lothringen für den 1. April k. Js. in Aussicht genommen war, bleiben hier, resp. in Bockenheirn und Mainz. Bei der zu Ehren des Kaisers im Palmengarten gestern Abend veranstalteten Tafel ließ der Kaiser dem (Somnmnbenr der Husaren, Oberstlieutenant v. Vissing, einen Zettel überreichen, auf welchen die Worte geschrieben waren: „Ihr Regiment bleibt in seiner allen Garnison. W. R." — Der ungeheure Menschenandrung, der am gestrigen Tage des Kaisereinzugs in den Straßen unserer Stadt herrschte, ist leider nicht ganz ohne ernste Folgen geblieben. Auf der Zeil wurde das Gedränge derartig, daß einer der am Straßenrande stehenden Bäume lammt dem eisernen Schutzgitter total umgerissen wurde. Ein kleines Kind, welches an dem Baume gestanden, wurde, anscheinend leblos, von starker Hand gefaßt, schwebend durch die Luft aus dem brandenden Gewoge getragen. Neben dem Schellenberg'schen Laden wurde der Menschenstrom in den durch den Neubau nebenan mit seinem Gerüst entstehenden Winkel getrieben und hier scst- gebannt. Herr Schellenberg, um den wirklich ernsthaft Bedrängten aus ihrer gefährlichen Lage zu helfen, öffnete seine Ladenthür und im Nu waren seine Localitäten von Menschen gefüllt, unter denselben etwa 10 Bewußtlose. Eine unbeschreibliche Aufregung herrschte - an ärztliche Hilfe war nicht zu denken und erst nach geraumer Zeit konnten die Leute, die sich wieder erholt hatten, durch die hinteren Thüren entlassen werden. Und diese ©eenen, wobei in dem Schellenberg'schen Geschäft die verschiedensten Maaren beschädigt und zertreten wurden, wiederholten sich im Laufe des TageS viermal. In den anderen Straßen herrschte trotz des ungeheuren Verkehrs, soweit sich dies bis jetzt überschauen läßt, musterhafte Ordnung. I i I B E m I lOOEW-KM I t FranksutterZeitung. : T Täglich drei Ausgaben. t Gratis«Lieferung bis Ende December. Frankfurter Börsenkalender pro 1890 gratis. J ■ Inserate 35 Pfennige die Colonelzelle. J + Abonnementspreis: £ £ * + *) In Gießen: Julius Wallach, Markt?!. 8. 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M., Offenbach, Hanau, Fulda —, sowie mehrere in bet Nähe vorhandene Molkereien machen dieses Gut besonders für Milchwirth- schaft und Viehzucht geeignet. — Die Bedingungen sind auf dem Bureau des Unterzeichneten, Frankfurt a. M., Leerbachstraße 37, einzusehen oder auf postfreie Anfrage von dort zu beziehen. — Zur Besichtigung des Gutes wende man sich an den Herrn Bürgermeister Burkard in Opperz, Station Neuhof. 9922 I*. Stehmlck, Oberingenieur. für den ungemein billigen Preis von nur 2 Mark vierteljährlich für 13 Wochen-Nummern oder —» nur 35 Pfennig •eje*- fftr das viorzelintägigo Heft. Für die überaus grosse Theilnahme bei dem Hinscheiden unseres geliebten Gatten und Vaters saget innigsten Dank 247 50 298 00 90 75 264 75 Buschtherader Eisenbahn-Actien Elbethal-Bahn-Actien Gotthard- „ „ Schweizer Nordost-Bahn-Actien „ West- * „ Gelsenkirchener Bergwerks-Actien Oesterr. Alpine-Montan- * ■ [9930 in der Restauration Herbert. Bekanntmachung. In unserem Genoffenschastsregister ist eingetragen, daß die Spar- und Leihkasse zu Großen-Buseck in ihre „Madame Bonivard“. Schwank in 3 Acten von Bisson u. Mars. Personen: Henri Duval, Komponist Paul v. Gallas. t’- - ---- ^Anlage u.Speculations Käufe in vortl>cilh. (So r binationen an all. Hauptbors, vollsühct anerkannt reell u. exaet -8$ Bankhaus Schallmeiner & Co.. Frankfurt n. M., -rf seil 19. — .'lltbewährte 3nformat., inhalls- -d reiche Broch. l42.Aufl. 100:?.) u. flebieg.Kurop. Corbulon, HenrisOnkel Otto Frank. Bourganeuf, Rentier Max Jaskowski. Gabriele, dessen Tochter Anni Reiners. Mariette,inDuvalsDienst Luise Maas. Victoire, in Bourganeufs Dienst Helene Pauli. Ein Landmann Richard Lerch. Ort der Handlung : Paris. Kassenöffnung 71/» Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende 10 Uhr. Freitag den 13. December: Frauen“. findet nächsten Sonntag den 84. December in Stein- Garten statt. Krausse, Großh. Musikdirector Oesterr. Creditactien Oesterr. Gtaatsbabn-Aetie-: Dortmunder Union-Acticn Darmstädter Bankaktien Der Stadtauflaae dieses Blatte- liegt Nr. 10 de- Weihnacht-blatt" (6 Seiten) bei.. Co«r»bericht von E. Wasserschieben, BankgeschSft. Arairtfnrter BSrfe vom 11. December 1889. 200 92,7 3690 1 Ankauf alter Bücher u. Bilderwerke. Angebote ganzer Bibliotheken, sowie einzelner Bücher erbittet die (579 J. Ricker’sche Buchhaudlung Giessen. nilffloi« werden in jeder be- liebigen Ausstattung schnellstens eingerahmt. 9433 Paul Richter, Buchbinderei, 12 Kaplansgaste 12. Einladung zum Abonnement auf die Grossquart- Meninrg. Preisgekrönt mit der Goldenen Medaille Paris 1889. Nachdem der „Benedic- tine“ Waldenburg auf den Ausstellungen Stettin 1889 und Gent 1889 als der vorzüglichste befunden und mit goldenen Medaillen ausgezeichnet wurde, ist derselbe jetzt auch von einer französischen Jury als der beste anerkannt und Rmtr. Eichen 1 Nadel 91,5 »Benedictine Firma den Zusatz „eingetragene Ge- Hast- Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Monrag den 16. December 1889, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem Districte Heegholz nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Bau-, Werk- und Nutzholz. 423 Kiefern- und Fichtenstämme mit 143,79 Festmeter, 248 Fichten - Derbstangen mit 38,14 Festmeter. B. Brennholz. 4 pCt. Gießener Obligationen ReichSbank-vtScont 5 pCt. Schlußcourie 1 Ubr 15 Mtn. 107.50 4 pEt. Ungar. Goldrente Vorzügl. Sauerkraut, sowie la. gutkochendc Hülsenfrüchte empfiehlt Ehr. Lndw. Thomas, 92531 23 Wallthorstraße 23 5 „ Italiener Rente Dresdener „ „ 184.70 Berliner Handelsgesellsch.-Antheile 203.50 Oesterr. Credit-Actien 274,25 - Staatsbabn-Aistien heim, Delicat.-, Fisch- und Geflügel- Handl g., Rahnboistrasse 59.19916 NeuesTheater, Giessen (Directlon: Adam Reiners). 9932 Donnerstag den I2. December: Zum letzten Male: Jhboctton: A. 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Die Vertheidigung stützte nach der Verurtheilung des Angeklagten ihre Revision auf die Unzulässigkeit des vom Gerichte ergangenen Abweisungsbeschlusses. DaS Reichsgericht hielt die Revision für begründet und erklärte somit das ganze Verfahren für nichtig. Der Richter der Vorinstanz sei, so führte der oberste Gerichtshof aus, seiner Verpflichtung, die materielle Wahrheit zu erforschen, nicht nachgekommen. Demnach muß ein Zeuge auch nach Schluß der Verhandlung, bevor sich die Geschworenen zur Berathung und Verkündigung des Urtheils zurückziehen, auf Wunsch nochmals gehört werden. Paris, 7. December. Aufhebiing der Spielhölle in Monaco. Wie hiesige Blätter melden, hat der Fürst von Monaco seiner Gemahlin, bekanntlich eine verwittwete Herzogin von Richelieu und geborene Heine, das Versprechen gegeben, die Spielhölle in Monte Carlo nach dem ersten Selbstmorde, der wieder stattsinde, zu schließen. Die neue Fürstin ist schr reich und soll sehr fromm sein- weßhalb aber nach den vielen Opfern noch ein neues gefordert wird, ehe man sich entschließt, das Spiel zu schließen, ist schwer einzusehen. London, 6. December. Ein Riesenwerk der Technik. Der englische „Eisenbahnkönig" Sir Edward Watkin tritt jetzt mit einem Plane hervor, dessen Großartigkeit alles, was bisher über denselben verlautete, Weir übertrifft. Sir Edward will nicht nur einen Tunnel unter dem englischen Kanal anlegen, sondern auch einen ähnlichen zivischen Schottland und Irland, zwischen dem Mull von Cantire und Fair Head in der Grafschaft Antrim. An dieser Stelle ist die See nur 10—11 engl. Meilen breit. Auf diese Weise könnten Schnellzüge von Londonerry nach Gibraltar fahren. Hier würden diefZüge dann mittelst mächtiger Fahrboote nach Ccnta ober Tanger gebracht werden, von wo eine längs der Nordküste Afrika s lausende Eisenbahn nach Egypten über den Suezkanal längs dem persischen Golf nach Kurrache liefe, wo sie sich an das indische Bahnnetz anschlösse. Auf diese Weise könnte man in 12 Tagen von Irland nach Indien reisen und von Newyork in 17 Tagen. Literatur und Kunft Die Hautkrankheiten. Ihre Ursachen, Verhütung und Behandlung: allgemeinverständlich dargestellt von Dr. Horn, Specialarzt für Hautkrankheiten. Preis 1 X 50 Verlag von Martin Hampel in Berlin-Friedenau. Das Buch giebt dem Laten eine leicht verständliche Darstellung und Ausklärung über das vielfach noch dunkle Gebiet der Hautkrankheiten, deren Wesen und Heilung. Bei der großen Verbreitung der Hautletden, die man ja tagtäglich in nur zu häufig recht häßlichen Formen an damit behafteten Personen zu sehen Gelege, heil hat, muß man dem Verfasser, dem auf diesem Gebiete eine vieljährtge Praxis zur Sette steht, Dank wissen, daß er es unternommen hat, den Leidenden die richtigen Wege der Behandlung klarzulegen und sie vor der Anwendung der gerade bet diesen Leiden nur zu häufig gebrauchten falschen und oft schädlichen Mittel zu warnen. Der Besprechung der zahlreichen Hautkrankheiten folgt noch ein Kapitel über die Schmarotzer der Haut und über Verbrennung und Erfrierung. Geschenklittratur. Drei reizende Zierden für den Weihnachtstisch bietet auch in diesem Jahre die beliebte Schriftstellerin Helene Stökl. Wir erwähnen davon zuerst die aeistrciche und fesselnde Plauderei: »Äug' in Auge" (Leipzig, C. A. Kochs Verlag, Prachtband, Preis 2 40 H), welche auf dem Tische keiner Dame fehlen sollte. Daran reiht sich würdig Helene Stökls allerliebstes Büchlein: »Unsere Kleinen". Eine Plauderet für die Großen. (C. A. Kochs Verlag, Leipzig, Prachtband 3 X). Diese Plauderet zeugt von einer herzgewinnenden Beobachtungsgabe und fand überall den größten Beifall. In dem dritten Büchlein: »Unterm Weih« nachtsbaum" (Leipzig, C. A. K och s Verlag, Prachtband, 2 40 H), schildert Helene Stökl in ebenso würdiger als anmuthtger Werse das Weidnachtsseft in feiner sittlichen und poetischen Bedeutung. Dieses Werkchen dürfte dazu angelhan sein, bei jedem Leser die Weihnachtsfreude zu erhöhen. Ein Nährmittel ersten Banges muß außer seinen qualitativen und practrschen Eigenschaften auch medicinisch gutgeheißen, chemisch als wertbvoll befunden und bacteriologisch untersucht sein aut absolute Reinheit von krankheitserzeugenden Bacterien und Schimmelpilzen. Dieses ist Franks Avenacla in höchster Vollkommenheit. Derne Anwendung (es lassen sich aus denrselben in wenigen Minuten die schmackhaftesten Gerichte Herstellen) ist von überraschendem Erfolge überall da, wo die Blutbildung beschleunigt und oer- besseit werden soll, überhaupt bet geschwächten, schlecht genährten oder abgemagerten Personen, sei eS, daß diese Zustände die Folge fieberhafter oder chronischer Leiden, ober auS Abscetzbtldung, Eiterung oder Durchfall :c. entsprungen. Francs Avenacla durch die Zuerkennung der goldenen Preismedaille in der diesjabrigen Internationalen Ausstellung für Nährmittel zu Köln ganz btfonbctd ausgezeichnet, ist zu X 1.20 die Büchse erhältlich in Gießen bei Emil Fischbach. 9428 Wir machen unsere Leser ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die Ziehung ber Weimar - Loose (Stück Al**, 11 Stück 10 ^M) unwiderruflich am 14. December b. I. beginnt und dis zum 17. beendet sein wird. Die Ziehung findet öffentlich im Rathhause zu Weimar statt, die Gewinnlisten erscheinen 8 Tage nach beendeter Ziehung; Loose sind noch bet Oscar Brauer & Co., Berlin W., Leipziger str. 103, zu haben. Plenua venter non etudet libenter, ober: „Mit vollem Magen ist schlecht zu ftubntn". Dieses Spruches Wahrheit hat wohl schon mancher beobachtet, ber nach eingenommener Mahlzeit sich einer geistigen Arbeit unterziehen wollte unb halb ermaitd den Kopf sinken ließ, weil die Thätigkeit ber Verdauung die Funktionen deS Gehirnes erlahmen macht. Das in neuester Zeit dargestellte Kemmertch'sche Fleisch-Pepton schränkt jedoch die Wahrheit obigen Spruches erheblich ein, weil ber Genuß desselben in ber Bouillon ober anderen Speisen dem Organismus bte Aibeit ber Verdauung erspart unb demzufolge eine allgemeine körperliche und geistige Fiische heroorruft. Außerdem hat es noch den großen Vor- tug, alle anderen Nahrungsmittel an Nährwerth zu übertreffen, so daß es in keinem gut bestellten Haushalt als angenehm schmeckender unb aromatischer Zusatz zu Bouillon, Saucen rc. fehlen sollte. [9924 Wöchentliche Uedersicht der Todesfälle in Gießen. 49. Woche. Vom 1. December bis 7. December 1889. Einwohnerzahl: 20 200 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkettsztffer: 36«/^. K in b er Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele ber Todesfälle in ber betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im ebensjahr: 2.- vom -1b. Jahr: 1.2 Diphtherie 2 (1) — — 2 (1) Allgemeiner Tuberkulose 1 (1) 1 (1) — — Luströhrenentzündung 2 (1) 2 (1) — — Lungenentzündung 1 (1) 1 (1) — — Lungenblutschlag l Gehirnschlagfluß 2 z — — Krebs 2 (1) 2 (1) — —— Chronischer Nierenentzündung 1 (1) 1 (1) — — Krämpfen 1 Selbstmord 1 1 1 — Summa: 14 (6) 11 (5) 1 2 (1) Bekanntmachung. Zur Empfangnahme ober Verschreibung ber Zinsen pro 1889 für Einlagen zur hiesigen Spar- und Leihkaffe sind folgende Zahltag: festgesetzt worden: Donnerstag den 12. December 1889, Samstag „ 14. „ „ Dienstag „ 17. „ ,, Mittwoch „ 18. „ ,, Donnerstag „ 19. „ „ SamStag « 21. „ » Montag * 23. „ „ Dienstag „ 24. „ „ Die Einleger werden deßhalb ersucht, ihre Zinsen an einem der oben genannten Tage unter Vorlage ber Scheine in Empfang zu nehmen ober beischreiben zu lassen- Die Vorlage ber Scheine ist diesmal um so nothwendiger, als mit dem 1. Januar t I. Einlagebüchelchen ausgegeben und die alten Scheine eingezogen werden- Die Gr. Bürgermeistereien des Sparkassebezirks werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung im Interesse ihrer Orts- angehörigen auf geeignete Weise zu deren Kenntniß zu bringen Gießen, am 11- November 1889. Der Rechner der Spät- u Lethkasse Gießen Doering. Wormser Ofen zu verkaufen. 9623 Sg. Emil MSHl, Bahnhofstraße 44. 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Zur Herstellung einer Zufuhrstraße auf der Baustelle für die Zellenstrafanstalt werden vergeben: Wandsteinlieserung (33 cbm), Grundbau steinlieserung (255 cbm), Decksteinlieserung (100 cbm), Steinsetzerarbeit (388 cbm), Steinschlägerarbeit (100 cbm), Chaussirarbeit (1512 qm), Erdarbeit (1037 cbm), Maurerarbeit an zwei Durchlässen- Angebote werden schriftlich, verschlossen, auf dem Briefumschlag als solche gekennzeichnet und portofrei bis zum 16. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, erbeten und können für jeden beliebigen Tbeil der Arbeiten und Lieferungen gestellt werden. Butzbach, den 6. December 1889. Großh- Baubehörde für die Zellenstrafanstalt Butzbach. von liefet- 9856 Eintrittskarten zu X 2,50 (Sperrsitz X 3,50), für Nichtmitglieder sind bei Herrn Ernst Challier (Rudolphs Nachf.) zu haben. 9863 684] Ankauf von altem Zinn, Kupfer, Mesfing Blei, Eisen Acten, PapteravfLllen, Lumpen m höchsten Tagespreisen- Neuenweg 22. 8o888ooaoooooooQoao88888 otx» qooü F iifc nein. 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Der Lietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AamitienVtLller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Generat-Wnzeiger. Vierteljähriger iAöonncmcnIspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringrrlohn. Durch die Pog bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchutstrahe Nr.'. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Avers Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamilienblätter. Alle Annoncen-Burcaux dcS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Als Gerichtstage für 1890 sind bestimmt Dienstag und Donnerstag; die Gerichtsschreiberei ist an den Werktagen von 10 Uhr Vormittags bis 12 Uhr Mittags für die Nechtssuchenden geöffnet. Der Richter ist, dringende Fälle ausgenommen, nur an den Gerichtstagen zu sprechen- Lich, am 6. December 1889. Grobherzogliches Amtsgericht Lich. Langermann. ---LL-_J----- — ----!_ ' . - J-------------------_.r- Deutscher Reichstag. 35. Plenarsitzung. Mittwoch den 11. December 1889, 12 Uhr. Die zweite Etatberathnng wird mit dem Specialetat der Post- und Telegraph en-Verwaltung, insbesondere bei den Gehältern der Unter- und Hilssbeamten fortgesetzt, wobei die drei Anträge Singer (Soc.), Richter (dfr.) und v. Ow (Rp.) zur Berathung kommen, welche Besserstellung der Beamten, besonders Gehaltserhöhungen bezwecken. Abg. Frhr. v. Ow befürwortet seinen Antrag, welcher dahingeht, den Reichskanzler zu ersuchen, eine Gehaltserhöhung der Unterbeamten zu erwägen. Den Antrag Singer, welcher die Einstellung einer bestimmten Gehalts-Erhöhung in den gegenwärtigen Etat bezweckt, bekämpft er als inopportun, da er zu ungesunden Zuständen im parlamentarischen Leben führen würde, namentlich wenn Wahlen kurz bcvorstchcn. Die Anträge Richter und Singer sind nicht genügend vorbereitet, der Antrag v. Ow wird das Ziel sicherer erreichen. Außerdem kann sich die Gehaltserhöhung nicht aus die Reichsbeamten beschränken, sie wird sich aus die Beamten der Einzelstaaten ebenfalls erstrecken müssen. Als Theuerungszulage oder Wohnungsgelderhöhung, wie der Antrag Richter bezweckt, soll die Zulage nicht aufgefaßt werden. Abg. Dr. Bürklin (natl.) stellt einen neuen Antrag, die Regierung zu ersuchen, dem Reichstage bis zur dritten Lesung einen Nachtragsetat vorzulegen, durch welchen die Mittel zur Erhöhung von Zulagen bereit gestellt werden, And in Erwägung zu ziehen, ob nicht nochmals eine Erhöhung der Gehälter in Aussicht zu nehmen sei. Er befürwortet diesen Antrag Namens seiner Partei. Abg. Dr. Hartmann (cons.) anerkennt ebenfalls das Bcdürfniß einer Gehaltserhöhung für die Unterbeamten. Bei solchen Anträgen muß aber der Zusammenhang der verschiedenen Ressyrts im Auge behalten werden. Es empfiehlt sich deshalb Commissionsberathung. Abg. Dr. Windthorst (Ctr.): Die Postnnterbeamten- Gehälter bedürfen der Ausbesserung- eine Theuerungszulage ist vielleicht ins Extraordinarium aufzunehmen. Um diese Mehrausgaben zu decken, wird man an anderen Orten sparsamer sein müssen. Abg. Dr. Baumbach (dfr.): Die Agrarier erkennen jetzt wenigstens die Theuerung an; sie werden hoffentlich auch noch anerkennen, daß ihre agrarischen Zölle diese Vertheuerung herbeigeführt haben. Abg. Prinz zu Carolath (Rp.) steht den Anträgen sympathisch gegenüber, nur legt er Verwahrung ein gegen die Annahme, daß über die Ursachen der Theuerung durch diese Anträge irgend etwas entschieden sei. Abg. Singer (Soc.) hofft, daß den vielen schönen Worten nun auch Thaten folgen werden. Abg. v. Kar dorff (Rp.) will nur seslstellen, daß'lange vor dem Anträge Singer die Cartellparteien über Gehaltserhöhungen berathen haben. Abg. Richter (dfr.): Es ist nur wunderbar, daß man von solchen Berathungen bisher gar nichts erfahren hat und daß die Haltung der Cartellparteien in der Commission sehr wenig auf eine Geneigtheit zu Gehaltserhöhungen schließen ließ. Abg. Dr. Windthor st (Ctr.) hält solche Sonder- abmachungeic unter den Mehrheitsparteieu für sehr bedenklich und will dieses Verfahren öffentlich constatiren. Abg. v. Kardorff (Rp.): Solche Sonderabmachungen haben stets stattgefunden, früher, bei den Getreidezöllen haben wir auch mit dem Centrum in gleicher Weise verkehrt. (Lachen und Bravo! links.) Abg. Dr. Hart m a n n (cons.): Zum Cartell im weiteren Sinne gehört auch das Centrum. Abg. Dr. Windthorst (Ctr.): Meine Freunde und ich wollen von dem Cartell nichts wissen, weder hier noch außerhalb des Hanfes. Abg. B a u m b a ch (dfr.): In diesem Bestreben werden wir uns mit dem Centrum zusammenfindcn. Die sämmtlichen, Gehaltsausbcsserungen betreffenden Anträge werden mit den betreffenden Etatstiteln an die Budgetcommission verwiesen, resp. zurückverwiesen. Bei dem Titel „Rechtsbeistand bei den Oberpostdirectionen" bringt der Abg. Richter (dfr.) die Bestrafung des Zcitungs- spediteurs aus Erkner zur Sprache, der Berliner Zeitungen nach dort beförderte. Die Kölnische Zeitung habe ganz ähnliche Einrichtungen, gegen welche nicht eingeschrittcn werde. Staatssecretär v. Stephan: Das Einschreiten gegen den Spediteur in Erkner war nöthig auf Grund des bestehenden Gesetzes. Bei der Kölnischen Zeitung liegen die Verhältnisfc so, daß ein Einschreiten nicht stattfinden konnte. Bei dem Abschnitte „sonstige Ausgaben" bringt Abg. Richter einen Fall zur Sprache, wo ein Käsehändler und Pächter einer Fürstlich Lippe-Schanmburgschen Domäne unter der Bezeichnung „Fürstliche Angelegenheiten" die seinen Käse handel betreffende Correspondenz portofrei befördern ließ. Postdirector Fischer sand darin nach Lage des Gesetzes nichts Illegales. Der Rest der Ausgaben wird bewilligt. Bei dem Titel der einmaligen Ausgaben „Zur Vergrößerung des Postgrundstücks und zur Herstellung eines neuen Dienstgebäudes in Frankfurt (Main) dritte Rate (erste Baurate) 535 500 Mk." beantragt die Commission, 100 000 Mk. zu streichen. Der Abg. Frhr. v. Buol-Berenberg (Ctr.) beantragt, nur 235500 Mk. zu bewilligen. Abg. v. Wedell-Malchow (cons.) beantragt, den Titel mit dem Anträge v. Buol an die Budgetcommission zurückzuverweisen. Nach langer Geschäftsordnungs-Debatte wird diesem Anträge (v. Wedell) gemäß beschlossen. Im Uebrigen werden die Titel der einmaligen Ausgaben nach den Anträgen der Budgetcommission unverändert bewilligt. Bei Titel „Porto und Telegraphengebühren" der Einnahmen liegen zwei Anträge des Abg. Dr. Baumbach (dfr.) vor: 1. auf eine Herabsetzung der Vergütung für Ueberlassung einer Fernsprechstelle an kleineren Ortschaften Bedacht zu nehmen - 2. für Stadtbriese allgemein eine Taxe von nur 5 Psg. zu erheben. Staatssecretär v. Stephan bekämpft beide Anträge, deren practische Durchführung auf Schwierigkeiten stoßen würde, auch mit einem bedeutenden Einnahme-Ausfall verbunden sei. Die Abgg. Klumpp (natl.) und Schmidt-Elberfeld (dsr.) befürworten die Anträge, namentlich seien die Telephongebühren zu theuer. Staatssecretär Dr. v. Stephan: In Frankreich, England und Amerika sind die Gebühren um das Vierfache theurer. Abg. Dr. v. Strombeck (Ctr.) ist ebenfalls für billigeres Stadtporto. Postdirector Dr. Fischer bemerkt noch aus Anlaß einer gestrigen Anfrage, daß die gerichtlichen Zustellungen an Gefangene nach stattgehabten Berathungen zwischen Commissionen der Post, der Reichsjustiz- und der Landesjustizverwaltung nicht durch die Post besorgt werden sollen. Die Anträge Baumbach werden abgelehnt. Der Titel wird genehmigt. Bei dem Titel: Bestellgebühren für Postsendungen im Umkreise der Postanstalten, liegt vor ein Antrag Schmidt- Elberfeld (dfr.), für Briefe und Packele mit Werthangabc, sowie für Einschreibepackete und für Ueberbringung von Postanweisungen das Bestellgeld nach den Landbezirken aus den gleichen Betrag wie nach den Ortsbestellbezirken herab- zusetzen. Staatssecretär v. Stephan: Es handelt sich bei diesem Antrag nicht blos um einen Einnahme-Ausfall von 783,000Mk., sondern auch um Vermehrung der Ausgaben, die durch die höhere Zahl der Bestellungen nöthig werden. Der Antrag wird abgelehnt. Der Titel wird bewilligt. Der Rest der Einnahmen wird nach den Vorschlägen der Budget-Commission bewilligt. Damit ist der Postetat in zweiter Lesung erledigt. Es folgt der Etat der Reichsdruckerei, welcher debattelos genehmigt wird. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung Donnerstag 12 Uhr. Tagesordnung: Jnitiativ-Anträge. Schluß 4 Uhr. Neueste Nachrichten. WolffS tclcgraphischcS Correspondcnz-Burkau. Berlin, 11. December. Aus Sansibar wird vom 10. gemeldet: Die Deutschen unter Schmidt griffen vorgestern Buschiri an, welchem sic 28 Mann tödtctcn. Buschin entkam durch Flucht. Die Deutschen hatten drei Verwundete. Esten, 11. December. Laut „Rh. W. Ztg." erhielten aus den Zechen Graf Beust, Gustav, Hoffnung, Herkules u. A. die früher von den anderen Zechen entlassenen Bergleute Beschäftigung. Demselben Blatte zufolge setzte Geheimrath Krupp eine neue Stisttmg von 500000 Mark ein, behufs Gewährung von Geldzuschüssen an solche Arbeiter, die sich ein eigenes Haus bauen wollen. Wien, 11. December. Wie die „Polit. Corrcsp." meldet, genehmigte der Handelsminister das von der Verwaltung der Karl Ludwig Bahn vorgelegte Detailproject für Legung eines zweiten Geleises aus der Thcilstrecke PrzemySl- Lemberg und veranlaßte die politische Begehung. Prag, 11. December. Die Stadtverordneten genehmigten mit allen gegen die Stimmen der geistlichen Mitglieder die Petition an den Landesausschuß um Einfügung einer Huß- gedenktasel im Muscumsgcbäude. Paris, 11. December. Nach dem ärztlichen Bericht über die Massencrkrankungen im Louvrcmagazin sind seit dem 26. November von 3000 Angestellten 670 an der Grippe erkrankt, die meist binnen vier Tagen nicht bösartig und ohne jede Complication verläuft. Auch in der Stadt kamen zahlreiche ähnliche Erkrankungen vor, welche zu ernsteren Beunruhigungen keinen Anlaß geben und besondere Präventivmaßregeln nicht erforderlich machten. London, 11. December. Die Gasarbeiter der South Metropolitan Gasgesellschast erließen ein Manifest, in welchem sie den Strike für unvermeidlich erklären, da die Vermittelung von Parlamentsmitgliedern erfolglos und die Gasgesellschast unnachgiebig gewesen sei. Kopenhagen, 11. December. Erkrankungen an der Influenza wurden in der letzten Woche 59 ärztlich gemeldet. Hiervon entfallen 38 aus die Garnison - die übrigen kamen sporadisch in der Stadt vor. Brüstel, 11. December. Die Kundgebung der Anti- sclaverei-Conferenz für Stanley spricht gerechtes Mitgefühl für die Leiden und Gefahren aus, denen der Forscher getrotzt habe, und sendet aufrichtigste Glückwünsche. Man würdige die neuerlichen großen Dienste Stanleys und bitte ihn, Emin Sympathien auszudrücken, der pflichttreu so lange einen gefahrvollen Posten behauptete. Schließlich spricht die Kundgebung die besten Wünsche für die Wiederherstellung Emins aus. — Die Commission setzte heute die Berathung des ersten Kapitels der Strafbestimmungen gegen den Sclavenhandel fort; es wird eine provisorische Vereinbarung erzielt. Die erste Berathung der übrigen Artikel ist bereits eingeleitet, jedoch noch nicht beendet, da mehrere Delegirte noch ohne Instructionen sind. Madrid, 11. December. Der Marineminister hat seine Demission eingereicht. Sagasta ersuchte denselben, bis zur Umbildung des Kabinets auf dem Posten zu beharren. Belgrad, 11. December. Die serbische Negierung beantwortete die Anfrage der Pforte betr. Ernennung des derzeitigen Gesandtschaftssecretärs Mahmud Bey zum Gesandten in Belgrad umgehend zu stimmend. Konstantinopel, 11. December. Zwischen der Negierung und der Schuldenverwaltung ist durch Vermittelung CaillardS ein Uebereinkommen wegen Abschätzung des der Schuld- verwaltung zuerkannten Zollüberschusses nach den pro- jectirten Handelsverträgen zu Stande gekommen. Von den Bruttoeinnahmen nach den zukünftigen Tarifen sind für die Regierung die Verwaltungskosten, die bisherige mittlere Iahreseinnahme aus den Zöllen, und 8°/0 des Gesammt- werthes des Imports abzuziehen; der Rest gehört der Schuldverwaltung. Die Handelsverträge sollen einen tarierten Gewichtszoll anstatt des bisherigen achtprocentigen Einheitszolles festsetzen. Sansibar, 11. December. (Meldung des Bureau Reuter.) Die mit Emin angekommenen Mannschaften segelten nach Mombosa ab, um dort die Ankunft emes sie abholenden egyptischen Dampfers zu erwarten. Newyork, 11. December. In Johnstown (Pennsyl- vanien) entstand gestern Abend während der Opernvorstellung ein blinder Feuer lärm. In dem durch die panikartige Flucht der Theaterbesucher herbeigeführten Gedränge wurden, mehrere Personen getödtet und gegen 30 verletzt. Wahlcandidaten geschwängerte Lust Mensch zu Mensch schreitet viel lang- // // // // // 199 198 218 193 233 190 196 Berechnung die mit dem Krankheitsstoffe über das Schiff Hinwegstreichen mußte. Durch unmittelbare Ansteckung von wird die Krankheit nicht verbreitet; sie Stimmen. // // // // // // Stimmenzahl: Bergsträßer, Arnold, Buchhändler, Ganß, Jean, Rentner, Harres, Ludwig, Ortsgerichtsvorsteher, Heß, Ludwig, Bierbrauereiöesitzer, Jordis, Ferdinand, Rentner, Lehr, Heinrich, Schuhmachermeister, Mahr, Georg, Hof-Zimmermeister, Merck, Wilhelm sen., Fabrikant, Rückert, Christian, Architekt, Schödler, Eberhard, Rechtsanwalt, Diefenbach, Wilhelm, Rentner, Pitthan, F. Peter, Oekonom, Rockel, Karl Spenglermeister, Schäfer, Dr. Rudolf, Fabrikant, Schneider, Philipp, Generalagent, Waitz, Johannes, Buchhändler, Universitäts - Nachrichten. — Die Universität Würzburg zählt an 1564 Sludirende gegen 1648 im vorigen Wintersemester. Dieser nicht unerhebliche Rückgang fällt allein der medictnischen Facultät zu, und derselbe ist lediglich in den dort bestehenden mißlichen Verhältnissen zu suchen. Früher war Würzburg das Eldorado der Mediciner und hatte 'nahezu 1000 aufzuweisen — aber die alten Meister Scanconi, Geigel und Maas sind dahtngegangen und fast allein sind es die Professoren Leube, Rindfleisch und Kölliker, die noch heute den alten Ruf begründen und Zugkraft ausüben. — Die Universität Kiel wird in diesem Semester von 510 Studirenden gegen 463 im Wintersemester 1888—89 besucht, dazu kommen noch 18 Hörer. — Die Universität Leipzig zählt 4953 Studirende und 86 nichtinscribirte Hörer. Es ist das am stärksten besuchte Halbjahr seit dem Bestehen der Hochschule. — Schweizer Kost. Der verstorbene berühmte Aesthetikcr Fr. Th. Bischer erzählt einmal, wie Ilse Frapan in ihren Vischer Erinnerungen (Stuttgart, Göschen) mittheilt, von den Leiden, die er während seines Züricher Ausenthaltes mit der dortigen Kost durchzumachen hatte: „Wanns Birnschnitz gab, so waren die Birnen noch nicht geschält, die Bohnen wurden nie entsasert, so daß sie zusammenhingen wie eine verstrobelte Perrücke; als ich einmal ein Erbsengemüse fallen ließ, sprangen * Raume aufbewahrt wurden. genau in der am 25. November im Nitsert'schen Saale beschlossenen Zusammenstellung die große Majorität der Stimmen. Gewählt sind sonach folgende Herren mit der beigesügten △ Mainz, 11. December. Die Anwesenheit des deutschen Kaisers in Hessen hat für einen hiesigen Geschäftsmann eine Untersuchung wegen Majestätsbeleidigung zur Folge. Gelegentlich einer Wirthshausunterhaltung über die Kaiserreise soll der Betreffende die beleidigende Aeußerung gethan haben und von einem der übrigen Gäste zur Anzeige gebracht worden sein. — Unter den hiesigen Schreinergehilsen beginnt neuerdings wieder eine Lohnbewegung. In einer gestern Abend stattgehabten Versammlung führten dieselben lebhafte | Klagen über die Lohnverhältnisse der Mainzer Schreiner, die derart schlecht seien, daß bei den heutigen theureu Zeiten em Mann nicht einmal sein Auskommen finde, geschweige denn eine Familie ernähren könne. Eine von der Versammlung gefaßte Resolution will bei günstiger Gelegenheit im Frühjahre energisch wegen einer Regelung der Lohnverhältnisse und der Arbeitszeit an die Arbeitgeber herangetreten haben. Neben den Lohnverhältnissen herrscht unter den Schreinergehilfen gegen die Meister 'und Fabrikanten um deßwillen große Mißstimmung, weil dieselben eine sogen, „schwarze Liste" angelegt haben, in welcher die Gehilfen verzeichnet sind, die mit ihren Arbeitgebern irgend welche Differenzen gehabt haben. Aus Rheinheffen, 9. December. Um das Gewicht seiner 5 Ochsen durch „Wasser" zu erhöhen, ließ dem „Mainzer Journal" zufolge ein Viehhändler aus D . . . heim die Thiere an den Mäulern mit Salz einreiben und so, den Qualen des Durstes ausgesetzt, die ganze Nacht stehen,- am Morgen stürzten die Thiere an die bereitgehaltenen gefüllten Fässer, woselbst sie Unmassen von Wasser vertilgten. Der Fall ist zur Anzeige gelangt. Frankfurt a. M., 11. December. Kaiser-Manöver. Wie am Tage des Kaiserbesuches in hiesigen Osfizierskreisen allgemein versichert wurde, sollen die nächstjährigen Kaiser- Manöver beim 11. Armeecorps stattfinden. Der Kaiser würde dann voraussichtlich sein Hauptquartier in Mainz aufschlagen. — Dauernde Gewerbe Ausstellung in Leipzig. Durch Beschluß der Generalversammlung der Polytechnischen Gesellschaft Gewerbeverein für Leipzig, ist nunmehr festgesetzt, daß eine dauernde Gewerbe-Ausstellung, welche im März 1890 zu eröffnen ist, in Leipzig in's Werk gesetzt werden soll. Die Ausstellung soll nicht großartig gestaltet werden, weil bekanntlich in solchem Falle die Gegenstände des einzelnen Aus- I stellers zu wenig in den Vordergrund treten, sondern der Schwerpunkt der Organisation liegt darin, daß, soviel wie irgend möglich, dem einzelnen Aussteller genützt wird, ohne demselben viele Kosten und Umstände zu verursachen. Es sollen unter Andern der Reihe nach Werkstätten der verschiedenen Gewerke vorgeführt werden und zwar nicht in Thätigkeit, sondern derartig eingerichtet, daß Werkzeuge, Vorrichtuugen und Maschinen in neuester und bester Constrnc- tion in denselben vertreten sind. Zur Ausstellung sind zugelassen gewerbliche Erzeugnisse aller Art außer schweren Maschinen, die aber als Modelle Aufstellung finden können. Gewerbtreibende, welche besondere Specialitäten und Neuheiten Herstellen, werden hierdurch zur Theilnahme eingeladen und sind Aufnahmebedingungen von dem Directorium der Polytechnischen Gesellschaft Gewerbeverein für Leipzig, welches das ganze Unternehmen leitet, zu beziehen. vermischtes. Darmstadt, 11. December. Bei den gestrigen Stadt- verordneten-Wahlen haben sämmtliche von den vereinigten liberalen Parteien ausgestellten 16 Candidaten mit großer Majorität den Sieg davongctragcn. Die Wahlbetheiligung war nur schwach. Darmstadt, 11. December. Bei der gestern vorgenommenen Stadtverordneten-Ergänzungswahl haben von 4225 Wahlberechtigten 1816 oder 43pEt. von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, während bei der letzten, vor drei Jahren vorgenommenen Ergänzungswahl der Procentsatz der Abstimmenden 57 betrug. Der Wahlvorschlag der verei- zrigten nationalliberalen und conservativen Parteien erhielt Berlin, 12. December. Dem Reuter'schen Bureau wird | aus Zanzibar gemeldet: Emin Pascha litt am Montag Abend an heftigem Husten; der Speichelauswurf ist schwierig, I aber blutlos. Gestern war das Befinden etwas besser. Das verletzte Auge ist fast gänzlich geheilt, aus dem rechten Ohr tritt immer noch seröse Flüssigkeit, doch ist der Patient bei guter Stimmung. Sieber die Influenza, eine in der Neuzeit auftretende Krankheit, entnehmen wir der „Kl. Pr." Folgendes: In den verschiedensten Gegenden ist diese Krankheit, über welche die ersten Nachrichten kürzlich aus Rußland eingelaufcn waren, jetzt epidemisch geworden, und aus anderen Orten liegen Nachrichten vor, welche den Ausbruch befürchten lassen. Aus Kopenhagen, 10. December, kommt die Nachricht: Die als Influenza bezeichnete Epidemie ist hier in mehreren Kasernen ausgebrochen; die Hälfte der Garnison ist von derselben ergriffen worden. — Aus Danzig wird unter gleichem Datum gemeldet: Von einer influenzartigen Krankheit, die in Fieber mit Durchfall besteht, sind zahlreiche Personen seit einigen Tagen ergriffen^ heute hat eine Zunahme stattgefunden. — Aus Paris läuft vom gestrigen Tage folgendes Telegramm ein: Der Polizei-Präfect ernaimte einen Aerzteausschuß zur Erforschung der Ursachen der Influenza ; der Ausschuß besichtigte das Louvremagazin, in welchem die Influenza ausgebrochen sein sollte, und constatirte keinerlei Epidemie, sondern nur eine ungefährliche Grippe. | — Aus Spandau wird gemeldet, daß unter dem Personal ! des dortigen Feuerwerks - Laboratoriums die Influenza aus- gebrochen ist. Es sind über 100 Personen erkrankt. — Aus Wien, 16. December, endlich wird mitgetheilt: Die Professoren Nothnagel und Kahler besprachen in ihren heutigen Vorlesungen das Austreten der Influenza in Wien. Nothnagel führte aus, daß diese Epidemie, wenn sie auch nicht gefährlich sei, doch rapid um sich greife. Die Influenza sei nicht an Menschen und Verkehrsstraßen gebunden und werde nicht durch Ansteckung, sondern mittelst Miasmen durch die Lust verbreitet, und sei unzweifelhaft eine Bacterienkrankheit. Kahler empfiehlt Antipyriu, Antisebrin und Jsolirung der Kranken. Bei dieser Gelegenheit wollen wir unseren Lesern einige ausführlichere Mittheilungen über die Krankheit, die der Geh. Sanitätsrath Prof. Hirsch in Berlin in einer Vorlesung über Jnfectionskrankheiten vorgestern gemacht hat, nicht vorenthalten. Der Inhalt seiner Ausführungen war folgender: Influenza ist, pathologisch betrachtet, eine katarrhalische Affection besonders der Schleimhaut der Respirationsorgane, unterscheidet sich aber vom Bronchialkatarrh dadurch, daß in hohem Grade nervöse Erscheinungen zugleich auftreten, wie Kopfschmerz, Schwindel, die in gar keinem Verhältnisse zu den localen Affectionen stehen, und so heftig sind, daß sonst kräftige, gesunde Leute ihrem Berufe nachzugehen nicht im Stande, vielmehr das Bett auszusuchen gezwungen sind. Bei einer Epidemie im Jahre 1854 hat Redner Soldaten so unter dieser Epidemie leiden sehen, wie junge zarte Mädchen. Viel seltener ist die Schleimhaut des Magens und Darmes erkrankt. Die Krankheit verläuft innerhalb weniger Tage meist fieberlos. Ihr geht ein Stadium mit Vorläufern voraus, die in heftigem Kopfschmerz, Schwere in den Gliedern bestehen, dann brechen die localen Affectionen hervor. Ausfallend ist die Krankheit mehr in endemiologischer Beziehung. Die erste Epidemie reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück, wo Chronisten die Krankheit so genau beschreiben, daß sie nicht zu verkennen ist. Die Krankheit tritt immer epidemisch auf. Es sind Epidemien bekannt, die von den fernsten Partieen Östasiens sich allmählich über ganz Asien, über Europa und von hier nach Amerika verbreitet haben. Im Jahre 1780 war fast über den ganzen nördlichen Theil der Erdoberfläche diese Krankheit verbreitet. Der eigenthümliche Umstand, daß sich die Krankheit immer in einer Richtung verbreitet (meistens von Osten nach Westen) spricht dafür, daß ein gewisses stoffliches Etwas, von dem wir allerdings nicht die geringste Kenntniß besitzen, durch die Luft fortschreitet. Hierfür spricht besonders jener interessante Fall, wo die Mannschaft eines Schiffes auf dem atlantischen Ocean von der Influenza zu der Zeit ergriffen wurde, in welcher nach die Erbsen auf dem Boden herum mit Geprassel, so hart waren sie. Ich habe dann auch oftmal genug darüber geschimpft. Da hat einmal einer im Wirthshaus gesagt, es sei doch wunderlich, daß ein Professor der Aesthetik so viel übers Essen spreche. Da bin ich aber wild geworden und hab geschrieen: „Wenn Euer Winkelried geahnt hätte, dafi Ihr nach vierhundert Jahr noch net amol a Wurst stopfen könntet, da hätte er's wohl bleiben lassen und sich gewiß net in die österreichischen Speere gestürzt. Und von der Kunst würdet Ihr auch einen anderen Verstand haben, wenn Ihr nicht von so einem rauhen ungeputzten Bohnenfutter herkämet." Das nannte Vischer sein Löwengebrüll, das ihm manchmal, namentlich auch auf seinen Reisen in Italien, gute Dienste geleistet hat. samer fort, als wie mau sich von einem Orte zu einem anderen begeben kann. Die Dauer der Epidemie währt vierzehn Tage bis vier Wochen. Bedenklich ist die Krankheit nur für Leute mit chronischem Bronchialkatarrh und Lungen- und Herzkrankheiten, da dann erhebliche Störungen in der Blutcirculation eintreten können. Zur Cholera steht die Influenza wohl in keiner Beziehung^ seit 1831, wo sie allerdings dem Ausbrechen der Cholera vorausgegangen, traten beide immer gesondert auf, und zwar verhältnißrnäßig öfters im Winter und Frühling als im Sommer, eine Erkältung hat aber mit Erkrankungen an Influenza nichts zu thun. - Der Einfluß »<6 Frostes auf Samen. (SRacSbruct verboten.) Rach verschiedenen Erfahrungen hat die Einwirkung des Frostes auf Samen insofern einen günstigen Einfluß, als dadurch die daraus hervorgehenden Pflanzen zu einer schnelleren Entwicklung gebracht werden. Mit Frost behandelte Leinsamen gehen z. B. früher auf, entfalten ihre Blätter früher und gedeihen auch früher zur Fruchtretfe als ohne Frost behandelte. Versuche von Kny zeigen wenigstens, daß in der Keimfähigkeit und der wetteren Entwicklung verschiedener Samen kein Unterschied sich bemerkbar macht, wenn diese Samen während des Winters im geheizten oder im ungehetz.en Von deutsch freisinnig er Seite war ebenfalls ein Wahlvorschlag gemacht worden, wobei abgesehen von den auch durch die Vereinigten Parteien zur Wiederwahl empfohlenen bisherigen Stadtverordneten, folgende Candidaten nominirt waren, auf welche die beigesetzte Stimmenzahl entfiel: Diery, Major a. D., 515 Stimmen.. Kalbsuß, Th. Kaufmann, 534 Köhler, Karl, Schlossermeister, 516 Möser, H. I., Kaufmann und Landwirth, 458 Schäfer, Amtsrichter, 495 Weber, Franz, Kaufmann, 506 Von den socialdemokratischen erhielten: Berthold, Heinrich, Schuhmachermeister, Burger, Georg, Schneidermeister, Cramer, Balthafer, Gastwirth, Dönges, Ludwig, Schlosser, Müller, Philipp, Bildhauer u. Gastwirth, Sparr, Anton, Schuhmachermeister, Stephan, Wilhelm, Schreiner, Citeraftir und Nunst. Kaufmännisches Miniatur-Lexikon. Ein Pult- und Taschenbuch der Handelswissenschaften für Kaufleute, Gewerbetreibende, Bankiers, Verkehrs- und Versicherungsbeamte von Dr. Paul Langenscheidt. Berlin, 1890, Verlag für Sprach- und Handelswtssenschafl (Dr. P. Langenscheidt). Eleg. gebunden 3 vH Wohl selten haben wir ein Buch so erstaunt in die Hand genommen und so befriedigt wieder weggelegt. Man denke sich ein allerliebstes, dickes Büchelchen von elegantester Ausstattung, so klein und zierlich, wie eine Nippsache; und dabei eine solche Fülle des Stoffes, eine so practische Anordnung, daß dieses neue Werk des bekannten Verfassers die vollste Bewunderung verdient. Wenn wir aus der Vorrede anführen, daß der Verfasser nicht weniger als vierhundert kaufmännische und gewerbliche Vereine zur Ertheilung von Rathschläaen u. s. w. für das Werk gewonnen hat, so wird die Thatsache erklärlich, daß das Buch gerade das enthält, was man in hundert dickleibigen Bänden vergebens sucht. Wer sicher sein will, daß er einem im Geschäftsleben Stehenden eine Freude bereiten wird, der schenke ihm dieses reizende, bet seinem Umfange enorm billige Werk! ,Bunte Bilder*, von Gustav Ströhmfeld. Erste Reihe: I. Wanda, ein russisches Reisebild, eingelettet von Dr. phil. Fritz Maser, II. die Ulanen-Marie, eine Novelle aus der Gegenwart. Eßlingen, Verlag von S. Mayer, zu beziehen durch jede Buchhandlung. — Der Autor beginnt seine „bunten Bilder", eine fortlaufende Reihe von Erzählungen und Bildern aus Natur und Leben, im ersten Bändchen mit zwei spannend geschriebenen Erzählungen. Das abenteuerliche Reisen in Rußland, wie es noch vor zwanzig Jahren von den Verkehrsoerhältnissen bedingt war, ist in der Erzählung „Wanda" packend und lebenswahr geschildert. Eine dramatische Figur ist die Hauptheldin „Wanda", ein muthoolles, echtrussisches Osfizierskind. Mit dem tragischen Schluß des Bildes hat der Verfasser in Abweichung von der Schablone einen glücklichen Griff gethan, so wehmüthig „Wandas" Geschick den Leser berühren mag. — Mit der Novelle „die Ulanen-Marie" führt der Verfasser den Leser mitten in das schwäbische Volksleben hinein, auf ein Sedansfest. Ein frisches Kind vom Lande, Marie, des Müllers Tochter, und der wackere Georg, des Hofbauern Sohn, vergessend eine alte Feindschaft ihrer Väter, lieben sich herzlich, wenn auch vorläufig hoffnungslos. Am Sedanstag geschieht ein Wunder. Die Väter söhnen sich aus in der Verlobung ihrer Kinder. Dieses Kunststück bringt des strammen Gefreiten Georgs Ulanen Oberst, ein leutseliger Soldatenvater, zuweg. — Beide Erzählungen dürften als angenehme Lectüre sich rasch Freunde erwerben, und sie verdienen es, denn die Darstellungen sind dem Leben abgelauscht. Katechismus der Handelswifsenschaft von Karl Arenz. Sechste, verbesserte und vermehrt--Auflage, bearbeitet von G. Roth- baum und E. Deimel. VIII und 187 Seiten. In Leinwand gebunden. Preis 2 vH Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Dieser Katechismus ist für angehende und solche Kaufleute geschrieben, welche nicht in der Lage sind, auf dem Gebiete der Ver- kebrsthätigkett sich mit eingehenderen Studien zu befassen, beschrankt sich auf das wirklich Wesentliche und hält sich fern von wissenschaftlichen Erörterungen. Auf nicht ganz 200 Seiten enthält das hübsch ausgestaltete Buch alles Wissenswerthe aus dem Gebiete der Handelswissenschaft und ertheilt in präciser Form auf jede Frage, die dem Kaufmann vorkommen kann, Auskunft. Das Erscheinen von sechs Auflagen ist ein Beweis für seine Brauchbarkeit. — Ein uns vorliegender,Stat-Kaleridrr für 1890* (Verlag von L. Fernau in Leipzig, hcrausgegeben von A. Berthold in Berlin, Preis 1 JL) ist ein nach Inhalt wie Ausstattung höchst originelles Büchlein. Wir hätten wirklich kaum gedacht, daß man diesem „edlen" Spiel so viel literarisch verwerthbare Seiten abgewinnen könne. Hier aber finden wir Ernstes und Heiteres in Bild und Wort, Theoretisches und Praktisches von und über Scat in so reicher Fülle und Abwechselung, daß auch Derjenige, welcher selbst das Spiel nicht kennt - und es soll in der That noch einige solche Menschen geben — sich dafür zu interessiren beginnt. Der Kenner aber wird gewiß seine Helle Freude daran haben, und so Mancher, dem man den Kalender zu Weihnachten bescheert, wird ihn aus voller Ueberzeugung als eine jener Erscheinungen betrachten, die „einem längst gefühlten Bedürfntß abhelfen". Verkehr, Land- und volkswirthschaft. Limburg, 11. December. (Fruchtmarkt). RotherWeizens 16.50, weißer Weizen vH 00.00, Korn vH 13.50, Gerste vH 12.60, Hafer vH. 7 50 Erbsen vH 00.00, Kartoffeln vH 0.00. Frankfurt, 11. December. Erbsen ganze per Pfd. 12 18 do. geschälte 16-20 H, Linsen 15—25 weiße Bohnen 1b—26 i «A, gelbe Kartoffeln per Gescheid 14-16 H, rothe Kartoffeln per Gescheh 14-16 Butter per Pfd. vH 1,15-1,20 A Sier das Stück 7—9 H, Blumenkohl 50-90 H, Weißkraut das Stück 8-15 H, Rothkraut 12—25 H, Wirsing 10—15 H. 1561 Stimmen. 1605 // 1591 // 1546 // 1589 // 1573 u 1597 // 1580 // 1585 // 1590 // 1134 // 1100 // 1042 // 1143 // 1114 // 1033 // öhmseld. Erste Reihe: tlet von Dr. phil. Fritz >elle aus der Gegenwart, hen durch jede Buchband- 3tlbei", eine fortlaufende Natur und Leben, tm denen Erzählungen. Tas ivch vor zwanzig Jahren ist in her Erzählung eit. Eine dramatische uthoolles, echlrufsifches es Bildes hat der Dn- einen Mlichm Griff )en Leier berühren mag. führt der Verfaffer den nein, auf ein Sedansiest. Müllers Tochter, und der ssend eine alte Feindlchast । vorläufig hoffnungslos, ie Väter föhnen sich aus Mück bringt des stram- leutfeliger Soldatenoater, s angenehme Lektüre fid) denn die Darstellungen inst. ON. Ein Pult- unh eu^ Gewerbetreibende °n vr. Paul Lan gen: ^Handelswissenfchch °rst°u^ In dl- H-nd «-bi 1 «ne folche Fülle des l vtefes neue Werk des K verdient. Wenn mir Mer nicht weniger als vereine zur Ertheilung rönnen ^hat, so wird die ls enthält, was man in Wer sicher fein will, ne Freude bereitm wird, Umfange enorm billige ™ä^uä 9t= « ' « leilb ,/ >° dii- Ä« toEn ””b lot«sÄ ba8 ' unb iu ■ Nfen Unb ^toißnet 1 haben i," ftunft Nne'nft Ar "g-brüll -•8^5 *ten. i« in luW,6«<6e Mn 6m..y 6«tle Ieilt sind ,5WA bearbMoou « Mher in Leipzig. ।mb solche Kaufleute W em Gebiete der M^ -rkett. l wie man * »erwerthvare . ta tntereffiren es so ude d-'a-'.Ä wtrd ib" SE.IS'1*“"' fi). ®0,rt l •* * mA »K jßife. Ü-'L . ^4 fr-»* -! en ^flck EswiMS KZ SÄ: Grdenkrt der hungernden Vögel im Schnee! Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde. AdoentSabendaottesdienft heute Donnerstag Abend 8 Uhr, in der Kirche: Tert Ezech. 37, 1—14, Belebung des Todten- feldes, Neuschaffung des Gottesvolks. Pfarrer Dr. Naumann. Es wird zu diesem Gottesdienst geläutet werden- Gottesdienst der israelitischen tteligionsgesellschast. Freitag Abend 3« Ubr, Samstag Vormittag 8* Uhr, Samstag Nachmittag 3°o Uhr, Samstag Abend 4*° Uhr __ - Guter Anstrich für Holz, das in die Erde kommt. (Nachdruck verboten.) Ein sehr guter Anstrich für Holz, das in die Erde kommt, besteht aus Kohlentheer, ungelöschtem Kalk und Kohlenstaub Der Theer wird zumeist in einem eisernen Gesäße beiß gemacht dann auf je 25 Liter Theer V», Kilo Kalk und Vi Kilo Kohlenpuloer zugesetzt und so lange umgerührt, bis das Gemisch sich innig vermengt hat. Hiermit wird das Holz angestrichen, das dann nicht nur der Fäulniß sondern auch den Angriffen der Jnsecten widerstebt. Weinbergvfähle und kleinere Hölzer kann man auch in die Flüssigkeit etntauchen. Dieses Verfahren hat sich sehr gut bewährt, besonders bet Hopfenstangen, welche in Folge davon von mehr als nochmal so langer Dauer find. , , — Ein einfaches Mittel gegen Mäuse ist folgendes: Man stecke in je eine dampfende Kartoffel V, Zentimeter lief Phosphor- -ündhölzchen — etwa 20 bis 30 Stück in eine Kartoffel — ziehe dieselben erst nach dem Erkalten der Kartoffeln unter mehrfacher Drehung heraus und bestreue letztere mit Medl oder noch besser mit Mucker. Gewöhnlich fallen die Mäuse der so bereiteten Lockspeise schon in der ersten Nacht zum Opfer. Natürlich ist darauf zu achten, daß diese giftigen Kartoffeln an keinen Ort gelegt werden, wo Hunde und Katzen hinkommen können. — Tas General-Eomils deS landwirthschaftlichen Vereins in 1 Bayern hat bei der Feier des Central-Landwirthichafts-Fefies 1889 I die große silberne Medaille den Fabriken londwirthschaftl. Maschinen | von PH. Mayfarth & Eo. in Frankfurt a. M., Berlin N. und Wien II. für deren Verdienste um die Landwirthschaft zuerkannt. Die Auszeichnung gewinnt um so höhere Bedeutung, als sie die einzige Auszeichnung bildete, welche seitens des General-Comitäz an Fabriken landwirtbichaftlicher Maschinen verlieben wurde, obwohl hervorragende Fabriken des Reiches mit großen Ausstellungs- Eollectionen erschienen waren. Jeder epviime" Hausfrau empfehlen mr raschen Bereltnnir vonÄKllcher Tö* npi cond. Bonillon Fleischbrühe nur ö ro verwenden. Kemmerlch's Prlaarate itehen In Ihrer Güte enObortroffen dal 8322 — Die täuschend ähnliche Vervockuna der Nacbobmuna von FAYs ächten Lodener Mtneral-Pastillen, gewonnen aus den Sahen der »ur Kur gebrauchten beiuhmlkn Gememde-Oucllen jljr. III. und XVIII.. evtorhert dovpcl'e Au"nkrk>amkcn ve, fiäu''r. LIcchl Nno nur dle. deren Schaauei die Lchlutzmarke Ml! dem Facnunte ^h7^Serm. Fn^liäa». 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December, Nachmittags 4 Uhr, stattfinden wird, lade ich hiermit freundlichst ein. Die Gaben für die Kinder können jedoch schon von Nachmittags 2 Uhr an in Augenschein genommen werden, und ich bin mit Vergnügen bereit, über deren Verwendung und Vertheilung von der Großherzogl. Saline Bad-Nauheim aus gradirter Soole dargeftellt, ausgezeichnet durch seine Schärfe und Leicht- löslichkeit, Kochsalz, Viehsalz, Badesalz, Eissalz, Mutterlauge, letztere in Salinenkannen, alles bester Qualität, wie allgemein anerkannt, ist stets vorräthig und zu den billigsten Preisen zu beziehen bei Herrn Kaufmann Carl Bieler auf dem Kreuzen Gießen. Grossh. Salinen- und Bergamt Oefterr. Creditacticn L eitert. Staatkb.rhn-Aetien Dortmunder Union-Actien Darmstädter Bankactien Musikalische Abende. Heute, Donnerstag, prscis 8 Uhr Abrnds, AermieHungen. 5197 Der mittlere Stock meines Wohnhauses, Ecke der Krofdorser- und Rod- Heimer Straße, 5 Zimmer mit Zubehör, per fofort zu vermischen. ___Chr. 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