2S8 Samstag den 12. October 1LL9. Amts- und Anzeigtdlatt für den Kreis Gießen. «-.■■n lm m. » >-> - ^im——ji-rw—— -- - — - — — - - M Bureau, Schulstraße 7.Erschein, »glich mit Ausnahme des Montags. WaSWft Amtlicher Hßeit. Betreffend: Den Verkehr der Radfahrer auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen. Gießen, am 10. October 1889. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung unseres Ausschreibens vom 30. August d. I. — Gießener Anzeiger Nr. 177 — im Rückstände sind, werden an alsbaldige Vorlage erinnert. ______________________v. Gagern._________ ____________________ Betreffend: Die Abhaltung von Faselschauen. Bekanntmachung. feel den am 16. September l. I. zu Hungen und am 18. September L I. zu Gießen abgehaltenen öffentlichen Faselschauen wurden die nachstehend verzeichneten Thiere für tauglich erkannt, als Gemeindezuchtstiere Verwendung zu finden. Gießen, am 8. October 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. s US Q Namen Beschreibung der Fasel Gutachten der Commission Bemerkungen. der Gemeinden der Eigenthümer Rasse Alter Farbe 1. Villingen die Gemeinde Simmenthaler Vk Jahr rothscheckig gut durch Händler Wirthwein von Biebesheim aus der Schweiz eingeführt. 2. Altwiedermus, Kreis Büdingen tf n v W gelbscheckig sehr gut desgleichen. 3. Muschenheim Simmenthaler-Kreuzung 1 Jahr rothscheckig gut (zu jung) gekauft von Bürgermeister Bopp aus Bellersheim. 4. Hungen v. Oven gelbscheckig gezogen. 5. 1i/4 Jahr rothscheckig gut gekauft von Konrad Depold aus Wölfersheim. 6. Langsdorf die Gemeinde gelbroths^ tig mit Blässe gekauft von Gg- Hch- Schneider aus Trais-Münzenberg. 7. Langd gelbrothscheckig sehr gut gekauft von Gemeinderechner Döll aus Borsdorf. 8. Albach Simmenthaler 10 Monat gelbscheckig gut (zu jung) gekauft von Bürgermeister Konrad aus Blofeld; aus der 9. Utphe Fülberth Simmenthaler-Kreuzung li/4 Jahr braunscheckig gut Schweiz eingeführt. befindet sich im Besitze des Pachters Fülberth; verkäuflich. 10. » tf 11/2 Jahr weiß und gelb gefleckt tauglich » „ „ „ ,, r verkäuflich. 11. Nonnenroth die Gemeinde 1* V 1 Jahr gelbscheckig sehr gut (zu jung) gekauft von Carl Ulrich aus Södel- 12. Häuser-Hof bei ObWiddersheim v. Harnier Vogelsberger VkW roth gut selbst gezogen; verkäuflich. 13. desgl. die Gemeinde 1 Jahr gut (zu jung) „ „ verkäuflich. 14. Holzheim Simmenthaler 11/4 Jahr gelbscheckig gut gekauft von Gg. Hahn aus Bellersheim. 15. Lich PH. Zimmermann Simmenthaler-Kreuzung 1 Jahr rothscheckig k.ut (zu jung) auf dem Markte gekauft; verkäuflich. 16. ff ff 99 Vogelsberger 1^/4 Jahr roth gut „ „ „ „ verkäuflich. 17 Heuchelheim die Gemeinde x 2 Jahre sehr gut gekauft von Hch. Lenz aus Lützellinden. 18. Staufenberg. " H li/4 Jahr gut Politische Rundschau. Gießen, 11. October. Es haben also Diejenigen Recht behalten, welche in all' dem Wirrwarr der sich widersprechenden Nachrichten über die Ezarerrreise nach Deutschland daran festhielten, Daß sie sich an die Beendigung des Sommeraufenthaltes des russischen Kaisers auf Schloß Fredensborg anschlteßen werde und die Pessimisten, die schon meinten, daß aus dem Gegenbesuche des Ezaren überhaupt nichts werden würde, sind demnach in erfreulicher Weise dementirt werden. Aber freilich, daß das Eretgntß über die Bedeutung eines Höflichkeitsbesuches sonderlich hinausgehen sollte, dürfte wohl auch von denen nicht behauptet worden, welche immer noch an die Möglichkeit eines erneuten freundschaftlichen Einvernehmens zwischen Deutschland und Rußland glauben. Denn wie sich die Dinge in dem europäischen Concert nun einmal entwickelt haben, ist nicht daran zu denken, daß das alte gute Verhältniß der beiden großen Nachbarreiche bald wieder hergestellt werden wird, denn Deutschland kann sich bei aller seiner Nachgiebigkeit den bekannten Wünschen und Forderungen der russischen Politik hinsichtlich der Regelung der Balkanverhaltnisse unmöglich anbequemen. Aber wenn somit die persönliche Aussprache zwischen Kaiser Wilhelm und dem Ezaren auch kaum eine wesentliche Aenderung in der gegenseitigen Situation ihrer Reiche und weiter in der allgemeinen Weltlage herbeiführen wird, so steht doch wenigstens zu erwarten, daß die Wiederbegegnung beider Herrscher die Hoffnungen auf fernere Erhaltung des Weltfriedens befestigen und stärken wird. Verschiedene Aeußerungen aus den Kreisen der leitenden europäifchen Staatsmänner, von denen die jüngste Zett Kunde brachte, deuten darauf hin, daß der Stand der internationalen Beziehungen gegenwärtig ein verhältnißmäßig recht zufriedenstellender ist und daß die großen Streitfragen der europäischen Politik an ihrer früheren Schärfe etwas verloren haben und vielleicht wird auch die jüngste Monarchenbegegnung von Berlin ihr Theil zur Erhaltung dieser beruhigenden Aussichten beitragen. Es ist auch immerhin bedeutsam, daß der Reichskanzler Fürst Bismarck anläßlich des Czarenbesuches ’ am Berliner Hofe von seiner lauenburgischen Besitzung wieder in der Retchshauptstadt ; etngetroffen ist, um bet der Zusammenkunft der beiden Kaiser zugegen zu sein. Sicherlich wird sich Fürst Bismarck hierbei wiederum bemühen, das ungerechtfertigte Mißtrauen des Kaisers Alexander III. gegen die deutsche Politik zu zerstreuen, nur steht leider zu befürchten, daß die Vorstellungen unsers Kanzlers ebensowenig einen bleibenden Eindruck auf den Ezaren machen werden, als dies schon im Herbst 1887 der Fall war. Die Frage der böhmische« Königskrönung scheint in der bevorstehenden ? neuen Session des böhmischen Rumpflandtages doch nicht zur Erörterung gelangen zu 1 sollen. Wenigstens erklärt ,Hlas Haroda", das officielle Organ der altczechtschen Partei, daß ein etwaiger Antrag der Jungczechen auf Entwurf einer Adresse, in welcher der Wunsch nach Krönung des Kaisers von Oesterreich zum König von Böhmen ausgedrückt werden soll, von der Landtagsmehrhett einfach abgelehnt werden würde. Da auch sonst die Verhältnisse den jungczechtschen Wünschen bezüglich der Königskrönung nichts weniger als günstig sind, so werden die Herren Gregr und Genossen ihr neuestes Lieblingsproject bis auf Weiteres, wieder zurückstellen müssen. Die fürstliche Familienidylle auf Schloß FredenSborg steht vor ihrem Ende. Nachdem der Czar Fredensborg bereits verlassen hat, werden am nächsten Dienstag die dänischen Majestäten selbst nebst der Czarin von ihrem Sommerschlosse abretsen. Das dänische Königspaar begiebt sich zu den Hochzettsfeierlichkeiten nach Athen, während die Kaiserin von Rußland mit ihren Kindern nach Petersburg zurückreist. Die Kirchenstreitigkeiten zwischen der russischen Regierung und dem Vatiean sind endlich nach langen Unterhandlungen durch einen Vertrag beendigt worden. Die Grundzüge desselben wurden am Mittwoch im Vattcan durch den russischen Bevollmächtigten Iswolski und den Cardinal-Staatssecretär Rampolla unterzeichnet. ES verlautet, daß seitens der Propaganda fünf römisch-katholische Bischöfe für Rußland ernannt werden würden. Fürst Ferdinand von Bulgarien trat am Dienstag Abend zum ersten Male seit seiner Thronbesteigung eine Reise in das Ausland an. Dieselbe gilt dem Besuche seiner Mutter, der in Schloß Ebenthal residtrenden Prinzessin Clementine von Coburg. Während der etwa 14 Tage dauernden Abwesenheit des Fürsten wird der Ministerpräsident Stambuloff die Regierung führen; noch vor seiner Abreise ernannte Fürst Ferdinand in einer an das bulgarische Volk gerichteten Proclamation Stambuloff zu seinem Stellvertreter. Der Fürst tritt auf seiner Reise durchaus als Privatmann auf. Die serbische KSnigin-Frage harrt noch immer ihrer Lösung. Es gingen hierüber in den letzten Tagen wieder allerlei Gerüchte um, die aber sammt und sonderS unbestätigt geblieben sind. Nun gilt es gewiß, daß ein etwaiger Versuch des Führers der serbischen Radtcalen, Paschits, des voraussichtlichen neuen Skupschtina - Präsidenten, die dynastische Frage durch Forderung einer Art allgemeiner Amnestie aufzuwerfen, im eigenen Lager auf Widerspruch stoßen würde. Kutits wird bereits als Führer derjenigen Radtcalen genannt, welche unbedingt diesen Plänen Paschits oppontren würden. Telegraphische Depeschen. Wslff'S telegr. Korrespondenz-Burea«. Berlin, 10. October. Der Kaiser von Rußland verließ Kopenhagen und trifft in Berlin morgen vor 10 Uhr ein. , r. — AEe conservative Gesammtvertretung Berlins bat sich in einer gestern wrftnnhm ”!? bcr ^'^rltchen Erklärung im „Retchsanzetger" völlig ein- ct« äkrt: v. Hammerftein kündigte seinen Austritt an das Gleiche rtrnfcp fnnfgrnnHns Sl ? aTMhm . r. r DbClIC^rtr3 Nächstens soll eine Kpä C auf Jen'Saifer “»loß ®^rellpräfi!'er't ®öbi*r eine Ansprache hielt, bie »«SSÄäÄ »Ä4 ‘Ä «.«..»y-g'K, ÄÄ S.S-“ ’ frhrtftpt* (2-.rh>tmtnm »i<( Ssi« , < . ,Kaltenborn, sowie der russische Bot- I äBS&S Es »s&r »IBS ocr „-Dershawa fand am Abend Galadiner statt, zu welchem die nnrffphpnh nnmLt gemachten Herren Einladungen erhalten batten Der Laten bie fpr n n Ä * MUKZWZ'M WSSZSWNS S „"3i,°n Ä ."Anson", „Monarch" und ,,N°r.humb°rIand" o°rütkr ünd ttchkr Kriegsschiffe ^wnrbeEdie^russWe^Kr^eMIa^ge^gehißt^"' ®r°Bmaft g-MyfäS. Muuugä^tube mürbe beute Nacht bas Unheil gefällt. Wegen schweren Landfrlldens L°lN.DhD 21 Angelte wu°r°ben'"be?LLm NäLmlffGeßnK von 1 bis I'/b Jahren oerutt7ettt ° "Wn Cinfad,Cn L°ndfriebensbrnch zu Gefängnih Vermischtes. «>..s'm«,?» s» :*:=-ps's gew er® V hf-den" tt,Mb“nS beä S u f b e f dj I a g= 13? aiuSl tSSTS s Die WlaU wÄÄ beginnt am 15. October- I stände, der Naturwissenschaften darstellenden Künste°^/metnen bildenden Gegen- tetsSÜBSiiS WÄfi 'ÄKS ’S® äBä'vB?' »ÄÄ Ä SÄS..=$!: """ w« ™b nW. ” einem GeriZtsEziehVr b^L°fm 7oriaen^ahf^na8 ’ebt »roße bie Biederer Drtäbeborbe erftafkte otort ^In.ein? ^urgerrneistere, verbracht unb Sefetere veranlaßte bie Verhaftung des betreffenden Mannes Kreisverwaltungsbehorbe. S-8MMLMWZ Nacht g®ft«bm8' W- ®ri6itoof Steichele von Mllnchen-Freistug ist heute iu ue?aÄn Unterstützungen unb je 30 000@ulben als unverzinsliche Vorschüsse rübmÄ^ beJ’iS'Ä -'ne gleiche ersprießliche Thätigkeit unb bedauerte bas Fernbleiben “s Cn, ^geDräneten. Des jüngsten Trauerfalls in ber kaiserlichen jjamilie gebenkenb, wies er auf bie Selbstverleugnung bes Kaisers bin. Slattlmlter Xbun betlagte bie febroffen Gegensätze Im Lande; er wünschte, bie Einsicht ber Bevöl- Un^ e berufenen Facloren möchten die Gegensätze mildern. Die Liebe der S^b7?Sb“f7ürltbaä Sanb?d)Ia0grn£.lnfame Wohl mochten eine matf bÄn“^“““^^ S' »taSÄt’SÄJg- fonSa^n?rodte?gae^“Un1Me^“^o®eKrun? b°r Herzogin Maximilian UPMEWZZWZW 5”^ “ Ä1» i . -r Kopenhagen, 10. October. Der Czar wurde gestern Abend nm 111/ Hf»,. „„„ BÄ j,” •"‘•“«""«"l'SMM I s Bristol, 10. October. Unter den hiesigen Gasarbettern ist aeftprn Pi» gsm»» I größere Dimensionen anzunehmen droht. Ein Versuch die^Auf- befHmmten L wurden K ÄeTfeM«T*' ä'Um -d mußlen sich vor der tÄn Ä XML mmt' W‘rb ber ®fl§DOrratb d°r Stadt voransUllich arnFrettag wegen SL/u°ng®bes°^asrikanff^Slfav^LLel?" "°«-ifch-englischen Vertrag festgesetzt °"b' 101 October- ®ic Eröffnung der Skupschlina ist auf den 13. b. M. SXiÄr1"""™* Lokales. 0näbtg®Ä: 1L °C,ObEr- S-ine Königliche Hoheit ber Großherzog haben Aller- Theobo^Skegdr°/urn bet Provinz Oberhessen «-SS&-orfch zum ÄeMS^£JF^eÄ^S6Beim B Amtsgerichts zu einem einfachen Mahle vereiniat >rr t0^ebcr hiesigen n einer schlichten herzlichen Rede' bie Eerbifcieite snne Tugenden als Richter und durch r.I?..ti?.1!0?bortb der durch ehrung seiner Collegen und Untergebenen^ v» ? ftC? bJc ßJebe und V.r- Gerichtesprengels erworben habe und schloü mi? pi?pm e- bie bc! gesammlen denden, worauf Herr Lanasdnrss dreifachen Hoch aus den Schet- Ovation seinen Tank auSforacb Bis^no^Min" 9^?,rten für bic ibm dargebrachte der schönen Feier ^versarnrne t k>e?r Äroann. bie Anwesende,< bet langes, an Arbeit reiches^Leben zrnück ^E^-r Langsdorfs blickt auf ein gerichts-Assessor, seit länger als ^10 ^öbr?»" 'V ckr. fdjon früher als Stadt- 1879 als Oberamtsrichter bis er im Stadtrichter, vom 1. October Mil der Versetzung in denselben BatV/ lu be-n Ruhestand trat. Mannes noch nicht ihren Abschluß a»? Ptc -hattgkeit des schon hochbetagterr borff im Angust b. J."an Ne ^ neHt'nrh"" b-kann.lich wurde He?r Langs" forn jum Director ber diesigen Spar- unb PeiMnfi! ®e\^,c8iernn,98ratbä Haber- gönnt fein, auch in diesem Am?e in gleicher RüWit "wie^'bl^^8'^8 ^ver- zu wirken. urunigrett wie bisher noch recht lange uerftoSetntor0Sr kam S'W 8cI»"rer b"^ ist an Stelle beä fügung Großh. Ministeriums bestellt Sorben "" b Cri(!eC 3t“tItoulc burtb Ver- bereits®‘‘l^'elger aSnonckteLsiellÜnoet'Ünft‘er8ub' Meunier.j Die den 16. October bestimmt statt. Aus Darmstab^t"kDarmst^Äolwdet Mittwoch Abend L/WLLNMS^ew ttÄÄ-S. Ä „Großes Fahnen-Manöver"" m s. T-t i bÄÄ '^nttspiritismus " ausgeführt wurde und Zeugniß ableate von her vollendetster Weise noch gehobenen Meisterschaft^des Künstlers ™ elncn fesselnden Vortrag Anzeiger."^ ö° b'° $OtfM“n8 »-"findet, besagen die späteren Annoncen im gestern in der Räbe von^Sandyhook'°a"f ^Grund 'unTTht'f1» ß‘a °f ^ewpork. ber Passagiere ist ein Bugsirdampser abgesandt worben f'$t feft 3ur Ausnahme b- ,MLLUhrmTL''L L^grLg^" " ^luuiÄierrelar Bismarck, sowie die obersten Hoschargen. Die Rem-üb,.nA h«. cm , war sehr herzlich. Wetter schön. -»egrußung der Monarchen Universität- - Chrvnik. * Strafrechts und des Cioilprozeffes an der Züricher N'^u e Herr Prof. Dr. o Li^enthal, siedelt nach Marburg über. Die Behörde * Dk ^"ook in Berrr zu gewinnen; die Bemühungen sind gescheitert und die stelle wird nun öffentlich zur Bewerbung ausgeiwrreoen. .. ,, Äebcr Armenpflrgcr-Ersahrungen schreibt tue Social-Correspondenz: „ m0en -in-s amtlichen Pflegern eins und eines ntcht- amllechen Lohllhattgkeelsvereins in Dresden möge hier nur eine kleine Änrabl schlmimer und guter E.fahrungen miigeihcilt werden. Eni Armenpfleger iah gleich dei dem ersten Besuche einer ihm zugciheitte» armen Familie, und zwar Samstags einen 9 cn Weben unt> überraschte eine zweite Familie zu Weihnachten beim anderer Pfleger entdeekle, daß der Sohn einer sorllauseno unter« frusten Wittwe ein ziemlich großes Geschäft betrieb und sich noch dazu oon seiner Mutter dabei mithelfen ließ. Ein dritter Pfleger sand, als er glücklich durch oer- Ichiedene Gemacher einer unterstützten älteren Jungfrau hindurchgedrungen war im letzten Wohnraume nicht weniger als 9 muntere Vögel, die auch mit vom Wochcn- lebte" Em oierter Pfleger würbe durch die Töne eines Pianin°° Über°ascht, ’fenempfanger für mehrere erwachsene erwerbsfähige Kinder hiert. Be, einer Wittwe, die in eine Krankenanstalt georacht werden mußte, fand man beim Bufammenpatfen beS Hausraths anderthalb Flaschen Rothwetn, eine Halde Flasche Wechwcm, 10 Mtlchkarlen, ferner Anweisungen auf Reis und Mehl, frische Butter und Semmeln und in Tischairszugen und Schränken wohl an 40 Pfund hartgewordene ^sotstucke, auch einen Briefsteller, Jn welchem alle Musterbriefe für Unterstützung^- gesuche angestUchen waren. Die schuld der Brotoerschleuderung lag wohl an drei flei\Ätnbern m U ^^vernachlässigter Erziehung, die viel auf den Bettel aus- EJT’ -rV Verschiedene Pfleger beklagten sich über die Bettelei von welche btt der Frage nach ihrer Wohnung immer Straßennummern angaden, nnn S? 9« t ejiWrten Viel rafftnirter als oon Kindern wtld die B^eltelel von (^rwachnnen berrkeben. Bet dem Dresdener Verein gegen Armennoth und Bettelei nm^XpneÜUÄ hlte fDOn .^tenJtü^ über allerhand arme Familien angelegt Hal! fßMChCrH o/o^Äuskunft über Bittsteller geben zu können, findet sich ein Aktenstück über die gewerbsmäßig betriebene Bettelet der Frau eines penfionirten Be- amten mit mehr als loOO «4t Pension, der es gelungen war, eine aante Anrabl nnn Darlehen in der Höhe oon w-15^ zu erschwindeln!' Es lagen b-L L-^lLzchn Falle von solchen Darlehensgesuchen vor. Obwohl der Verein in seinem Jahresbertw! oon 1884 ausdrücklich vor dieser Bettlerin warnte, hat dieselbe thr Geschäft doch auch in den lctz.en Jahetn fortgesttzt und sich sogar brieflich an thr bekannte reiche Leute gewendet, die aus Dresden fortgezogen sind und diese Bettelbriefe dem Verein zur Erörterung sandten. Es ist kaum zu glauben, wre leichtsinnig Gaben an unbekannte, ^- ^ «ss^ndte Bettler verschleudert werden. Die Almosengeber bedürfen ebenso wie bte Almosennehmer der Erziehung. 1 ~ - n^en schlimmen Erfahrungen mit Almosenempfängern stehen aber Gott sei Dank auch recht viele erfreultche. L>ehr oft gelingt es, ganzen Famllttn durch Beschäf- Cd Versorgers wieder aufzuhelfen und auch Gebrechlichen nützliche Arbeit zu verschaffen ober in heruntergekommenen Menschen Ehrgesühl und Thatkrcht wieder u erwecken. Besonders lohnend ist die Fürsorge für Kinder. Der Schreiber dieses erhielt im April 1880 eine Wittwe mit 3 Kindern von 13 , 10 und 8 Jahren zur u überwiesen. Obwohl die Wittwe wöchentlich nur 1.10 Erzlehungs?Beimife «btett, hat sie doch alle drei Kinder zu tüchtigen Menschen hcrangezogen. Sämmttiche vor der Conftrmation durch Zeitungstragen und Aufwand ^le bilden Tochter gingen nach der Eonfirmalion in den Dienst als Hausmädchen und erwarben sich durch ihre Erspam.sse die Mittel, um das Schneidern £-nP Luchluhr unb eng^sch zu lernen; die eine ist eine tüchtige ÄrtV!^rbehn und bte zweite bat eine gute Stelle in einem kaufmännischen (SelcbaU. Der Knabe wurde zu einem Tischler in bie Lehre gegeben unb der Verein und Veit ei et gab dazu drei Jahre hindurch eine Unterstützung von Fb lid) 35 JL Nach 3iahriger Lehrzeit ging der Sohn auf bte Wanderung nach Stuttgart unb München unb schickte schon vor Ablauf des vierten Jahres als achtzchm lahrtger Titchlergeh.lfe feiner Matter 50 JL als Weihnachtsgeschenk Mit Hllfe der ^..„Frankfurt a M., 10 October. Die Vitriolattentate nehmen trotz der ? " ?>en Verhattung eines muthmaßttchen Thäters kein Ende. So wirb dem Ge. eral- ^n-etger amtlich genulbet, daß gellem Abend zwischen 71/2 und 73/4 Uhr abermals ein Vitriol-Attentat verübt wurde. Die Kleidung einer Frau aus der Bletbenstraße wurde, als diese von der Großen Eichenheimerstraße bis zur Finkhosstraße ging mit Vlt> tol begossen, so ^aß der Regenmantel unbrauchbar geworben ist. ' — Aus der Sakristei der Liebfrauenkrche wurden währenb ber letzten acht Xage aus einem unommloffenen Schranke ein Meßgewand von Heller Seide eine Utola nut goldener Borde, eine Kelchbecke rc. im Werthe von ca. 120 JL gestohlen ®rfurt. (£1° biefiger Geschäftsmann war auf bas „Arbetterbillet" seines )UtP ttnfalloerhutungs-Ausstellung nach Berlin gefahren, jedoch unterwegs von Bahnbeamten erkannt und zur Anzeige gebracht worben. Der Betreffende mußte sofort nodi9nm6 hPmU^9priAte Strecke und bte gesetzliche Strafe bezahlen und wird sich auch noch vor dem Gericht wegen Betrugs zu verantworten haben. Eisbahnen.) Da es tn San Francisco nicht friert und Iäu?ertnhiähpDrC nnf&hn48 Uhr Gelegenheit zur der h? C°mmn°ni^°'°^8 UH^F^ühS" W Ä F Uhr Ans.hettnng Gec ™®inhenn’s Delicatessen-, : gtfefis und Geflügel-Handlung, Bahnhof- i stratze 59, empfiehlt: frische Fische in größter Auswahl, lebendes Geflügel, : Sprotten, Aa», ; Wurstt und Fleisch-Maaren, ächte s Franks Würstel, acht, westf. Pumpernickel, ' versch Sorte feine Käse. Conservirte i Gemüse und Compotfrüchte- Vorzügliche i emgemachte Gurken, Bohnen und Sauer- ' kraut, Perlzwiebeln, Capern, Pfeffergürk- ? chen, Mixed-Pickles rc. la. Häringe, Sar- j dellen, Sardinen, Nollmöpse, neuer Caoiar i Oel-Sardinen und Hummern. Vorzügl. Weintrauben und Traubenmost.. Sb Qualitäten: hoch, fein, Preise: sehr billig. 8218 8200 Ein junges Mädchen oon 15 bis 1« Jahren gesucht Seltersweg 59. 1C2 79 Lombarden j Vezirktzvereii» „Seltersöerg General-Versammlung Samstag den 12. 1. Mts., Abends 8 Uhr, im Saal des Lenz'schen Felfenkellers. Tagerordnung: 1) Mittheilung über Wegeverbindungen mit den Bahnhöfen. 2) Austheilung der Mitgliedskarten und Statuten. 3) Stadtverordneten-Wahl. Man bittet um möglichst zahlreiches Erscheinen. 8127 ____Der Vorsitzende Täglich geöffnet. Chr Bergs große weltberühmte Menagerie in Giessen. Einem geehrten hiesigM und auswärtigen Publikum die Anzeige^ daß ich mU^ueiner Menagerie, welche bereits 5 Monate in Straßburg zur Schau ausgestellt war, prr S etngetronen bin, und dieselbe nur wenige Tag zur Schau ausgestellt ist. Die Menagerie enthalt eine reiche Thiersammlung aus allen Welttheilen, darunter ver- schtedem Spezlalttaten: 4 Löwen au 9 Nubien, 1 Löwenpaar aus der Berberei, 2 prachtvolle Königstiger — der schwarze Panther von der Insel Sumatra ist selten in Menagerien zu sehen — Gepard und Leoparden, Hyänen, Wölfe. Schakale, Kragen-, Lippen- und Mahnenbar, Eisbar, Rüsseldär, Stachelschwein, 2 Eiephanten, Zebra, Zebu, Sabel-Antilope, Lama und Känguruh, eine große Affensammlung, darunter der Rtesemchakmat, 4 Fuß hoch u. s. w, eine Collection verschiedener Vögel, 2 Pelikane, rvthe und gelbe Arras. Kakadus und Papageien, verschiedene Schlangen. Die Menagerie ist geöffnet von Morgens 9 bis Abends 10 Uhr. a Hauptvorstellung und Fütterung der Thiere 4 Uhr und Abends 8 Uhr. Vorführung der beiden Wunder-Elephanten Nelly und Jenny. In ihren hier noch nie gesehenen Produktionen dressirt und vorgeführt durch das jugendliche Fräulein ^owie Auftreten der weltberühmten, unerschrockenen, heldenmüthigen Tbterbandigerin Frau Directorin Henriette Berg in ihren außerordentlichen großartigen Produktionen mit ausgewachsenen Löwen und zwei prachtvollen Königstigern, welche von Natur aus Todfeinde sind, werden in einem Zwinger zusammengelassen. Ritten unter diese gefährlichsten Bestien begibt sich Frau Berg und wird die schwierigsten Produktionen ausführen. SW Es übertrifft alles bis jetzt Gesehene. >e Zum Schluß: Die afrikanische Löwerrjagd, ausgeführt von dem berühmten Löwenjäger GerreminuS mit feinen 4 wilden Löwen. Preise der Plätze r I Platz 1 JL, 11. Platz 60 H, Gallerie 40 Kinder auf dem I. und II. Platz bezahlen die Hälfte. (Pferde werden zum Schlachten angekauft). Zu zahlreichem Besuche lade ergebenft ein und mache ganz besonders die Herren Lehrer von hier und Umgegend auf meine große Sammlung aufmerksam. Schülerklassen haben bedeutende Preisermäßigung. 4 pCt. Ungar. Goldrente 5 „ Italiener Rente 4 „ Griechen 4 „ Egypter Buschtherader Eisenbahn-Actien Elbethal-Bahn-Actien Gotthard- „ „ Schweizer Nordost-Bahn-Actieu West- „ „ Gelsenkirchener Bergwerks-Actien Oesterr Alpine-Montan- „ 8133__Menageriebesltzer. Zur „Deutschen Einigkeit". .V"*- Tanzvergnügen 82 J Zwei schöne ineinandergehende moblrrte Zimmer zu oermiethen. _____________ _________Lahnstraße 11. 8024] Möblirt. Zimmer zu oermiethen. Ludwigsstraße 12, 3. St. 8056] Möblirtes Zimmer zu oermiethen Verl. Nsterweg 43 III. 5713] Gartenstraße 21: möblirte Zim- mer zu oermiethen — mehrfach prämiirt — t 70, 1.80, 1.90 per Pfd., als feinste > Marke in ganz Deutschland berühmt, über- trifft bekanntlich alle anderen Sorten in Kerrrüschle Anzeigen. ..Zwei kräftige Mädchen für die Küche gesucht. Monatslohn bei freier Beköstigung und Wohnung 10 Königliche 8155 Unteroffizier-Vorschule Weilburg. 8118 Ein Kneiplocal zu oermiethen. deutschen Kaiser", Grünbergerfiraße 10. Tüchtige Beschlags- und Reparatrrrfchloffer botyem Lohn dauernde auf der AdolfShütte bei Dillenburg. 7923 braves Mädchen von 14 bis 16 Jahren gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 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