Nr. 212
Donnerstag den IS. September
1889.
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Bureaur Schulstraße 7.
'\iSfi.-',vr..-»jr&js?anBK=5Bnaee6
Erscheint täglich mit Ausnahme des MottiagS.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Büdingen, den 30. August 1889.
Dr. Obwald, Gymnasiallehrer.
Mäser, Bürgermeister.
Klietsch, Kreisrath.
Nos, Bürgermeister.
Das Schulgeld beträgt für jeden der beiden Curse nur 12
Anmeldungen sind schriftlich oder mündlich an die Mitglieder des Kuratoriums oder den Dirigenten der Anstalt, Landwirthschaftslehrer Dr. Ullmann, zu richten. Auch sind dieselben zu anderweitiger, bezüglicher Auskunstserthellung gerne bereit.
März des kommenden Jahres geschloffen.
Die Anstalt, zunächst für die Befriedigung des Bildungsbedürfniffes des mittleren und kleinen Landwirths bestimmt, wird den Schülern neben der Fortbildung in den Realfächern die Grundlage für den rationellen Betrieb der Landwirthschaft übermitteln. Es erstreckt sich der Unterricht auf Ackerbaulehre, Viehzucht, Obstbaumzucht, landw. Betriebslehre, Schreiben, Rechnen, Mathematik, Deutsch, allgemeine Naturkunde, Versaffungs- und Verwaltungslehre. Der diesbezügliche Lehrplan ist nach dem von der Grobherzoglichen Regierung für die landw- Winterschulen festgestellten Unterrichtsplan entworfen und erstreckt sich auf zwei Winter curse. Es bestehen daher zwei zusammengehörige Klaffen.
Zum Eintritt in die untere Klasse sind Absolvirung der Volksschule und einige Kenntnisse von dem praktischen Betriebe der Landwirthschaft Vorbedingung. In die obere Klasse können nur solche junge Leute ausgenommen werden, welche entweder bereits im Vorjahre die untere Klaffe einer landw. Winterschule mit Erfolg besucht oder sich doch anderweitig die in derselben zu erwerbenden Kenntnisse angeeignet haben. Nach jedesmaligem Schulschluß empfangen die Schüler der unteren Klasse ein Interims-, die der oberen Klaffe em Abgangszeugniß.
Dann soll ebenso wie im Wintercursus 1888/89 auch in diesem den in den vorderen Jahren aus der Anstalt entlassenen Schülern gestattet werden, unentgeltlich an dem Unterricht von specieü landwirthschaftlichen Fächern
Betreffend: Die landwirthschaftliche Winterschule des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberheffen zu Büdingen.
Bekanntmachung.
1889/90. in der 1. Klaffe noch einmal Theil zu nehmen, so daß dieselben zur Erweiterung
Der Unterricht der landwirthschaftlichen Winterschule zu Büdingen 5?sp- größeren Gründlichkeit ihrer landwirthschaftlichen Kenntnisse einen dritten beginnt in diesem Jahre Montag den 4. November und wird Ende Kursus absolviren.
* . Unterrichten werden außer den beiden Landwirthschaftslehrern Dr. Ull-
' mann und Andräe, Lehrer Diehl sen. aus Bleichenbach, Lehrer i. P., Fr ei mann, Veterinärarzt Gerhard, Hofapotheker Krauß er jun., Lehrer Ruth Der Unterricht ist durch eine Sammlung werthvoller Lehrmittel ; unterstützt. Auch wird durch zahlreiche Excursionen nach nahe gelegenen mittleren und größeren Gutswirthschaften und Hofraithen, nach größeren Obstbaumschulen und gewerblichen Etablissements, durch Feldmeßübungen und Feld- taxationen, von zweckmäßig, n Wiesenanlagen und Drainagen die praktische Seite im Unterricht besonders berücksichtigt werden.
Die Unterrichtsstunden sind so gelegt, daß Schüler aus solchen Ortschaften, welche nicht weit von Büdingen oder in der Nähe der Oberhessischen Eisenbahn liegen, zu Fuß oder per Bahn täglich den Weg hin und zurück machen können. Diejenigen Schüler aber, welche in Büdingen Wohnung und Kost nehmen wollen, können solche zu sehr mäßigen Preisen erhalten.
Vom,' Besuche der Fortbildungsschule sind die Schüler der landwirth- ^schastlichen Winterschule entbunden.
DaS Kuratorium:
Dr. Ullmann, Knaf, Landwirthschaftslehrer. Bürgermeister.
Wolitissde Mrmdfehsrk
Gießen, 11. September.
Das „Berl. Tagebl." will von guter Seite erfahren haben, daß man am Berliner Hofe nickt mehr auf de- Besuch des russischen Kaisers rechne. Da alle officiellen Mtttheilungen über die Absicht des Czaren, den Besuch des Kaisers Wilhelm zu erwidern, von Petersburg bislang ausgeblieben sind, so hat Kaiser Wilhelm nunmehr seine Reise- dtsposittonen für die nächsten acht Wochen, wie verlautet, bestimmt getroffen und in ihnen ist kaum mehr ein Tag für eine Entreoue in Berlin oder Potsdam fre‘. Was aber das Unterbleiben des Gegenbesuches Kaiser Alexander's am Berliner Hofe bedeuten würde,^ das bedarf wohl keiner besonderen Beleuchtung. Selbstverständlich kann die in den nächsten Tagen in Hannover erfolgende Begrüßung des Kaisers Wilhelm durch den Thronfolger Nicolaus von Rußland in keiner Weise als ein etwaiger Ersatz für den Czarenbesuch betrachtet werden.
Kaiser Franz Josef hat sich nach Beendigung der galizischen Manöver nach Leitomischl in Böhmen begeben, woselbst der österreichische Monarch ebenfalls Truppenübungen beiwohnt. ♦
Die Ersetzung des bisherigen Statthalters von Böhmen, Baron Kraus, durch den Grafen Franz von Thun-Hohenstein wird in der österreichischen Presse vorwiegend als eine zunächst gegen die jungczechischen Bestrebungen gerichtete Maßregel charakterisirt. Aber auch die Deutschen Böhmens haben von diesem Personalwechsel für |ich nicht das Mindeste zu hoffen, denn der neue Statthalter ist vor Allem ein starrer Feudaler, der es sich angelegen lassen sein wird, neben den liberalen Principien zugleich das Deutschthum zu bekämpfen, welches somit in Böhmen neuen Kämpfen entgegengeht.
Auf Schloß FredenSborg wurde am Mittwoch der Geburtstag des Czaren festlich begangen. Die Feier bestand in FestgotteLdienst und einem Frühstück an Bord der 2)acht „Dershawa", an welchem sämmtliche zur Zett in Kopenhagen weilende kaiserliche und königliche Herrschaften theilnahmen. Nach der Feier reiste der Großfürst- Thronsolger Nicolaus zur Theilnahme an den deutschen Kaisermanövern nach Hannover ab, nach deren Beendigung er direct nack Fredensborg zurückkehrt.
Eine seltsame Demonstration hat sich ein höherer französischer Marine- Commandeur geleistet. Wie aus Algier gemeldet wird, hielt daselbst der Commandant des französischen Mtttelmeergeschwaders, Admiral Du Petit-Thouars, bei einem Empfange oer Li totere der Landtruppen eine Ansprache, in welcher er an den Krimkrieg erinnerte. aDmtral DhouarS bemerkte hierbei, damals hätten die Franzosen einen ritterlichen Gegner gehabt, dem sie nach dem Kampfe loyal die Hand reichen konnten und den sie heute zu ihren Freunden zählten. — Vielleicht würde Herr Du Petit-Thouars etwas anders gesprochen haben, wenn die Franzosen im Kriege in der Krim nicht Sieger gewesen wären; für ihn sind die Deutschen natürlich keine ritterlichen Gegner, weil sich dieselben erfrechten, anno 70 die „grande nation“ auf's Haupt zu schlagen!
. Gladstone, der Führer der englischen Liberalen, weilt jetzt zum Besuche
der Weltausstellung in Paris und hier hat sich der „große alte Mann" in einer merkwürdigen Verhimmelung der französischen Regierung gefallen. Am Samstag Abend wurde nämlich im Ausstellungspalaste ein Banket zu Ehren Gladstone's gegeben, welchem u. A. auch der Ministerpräsident Tirard beiwohnte. Gladstone hielt hierbei eine große Jieöe, in welcher er der Bewunderung für die Weltausstellung, sowie seiner Werth- ichatzung und Anerkennung für die französische Regierung Ausdruck verlieh, welche letztere er in den 10 Jahren, die er an der Spitze Der englischen Regierung gestanden,
kennen und schätzen gelernt habe. Mr. Gladstone hat allerdings immer für Frankreich geschwärmt und so darf denn sein überschwengliches Loblied auf die dritte französische Republik schließlich nicht gerade Wunder nehmen.
Der Strike der Londoner Dockarbeiter ist trotz aller gegentheiliger Meldungen noch nickl beendigt. Die Ausglerchsverhandlungen zwischen den Dockgesellschaften und den Strikeführern Burns und Tillet haben ungeachtet der Vermittelung des Lordmayors von London und des Cardinals Manning noch zu keiner Verständigung geführt. Die Directoren erklären, sie könnten über ihr Zugeständniß den Stundenlohn von 6 Pence vom 1. Januar 1890 ab einzuführen und bis dahin 5 Pence zu gewähren, nicht hinausgehen, während die Strikeführer fordern, daß der Stundenlohn von 6 Pence chon vom nächsten 1. October ab in Kraft trete. Inzwischen haben jedoch einige Besitzer von Ein- und Ausladequais an der Themse die Bedingungen der Strikenden angenommen.
Telegraphische Depesche».
Wolffs telegr. Korrespondenz-Bureau.
Berlin, 10. September. Die „Post" schreibt, die Kaiserin Friedrich werde mit der Prmzestm (Sophie von Kopenhagen nack Berlin zurückkehren, um die Reise nach Griechenland anzutreten. Ein Zusammentreffen mit der Herzogin von Cumberland sei ausgeschlossen und zwar wohl auch nach den Wünschen der Kaiserin, um auch nur dem Schein der Möglichkeit einer wölfischen Einwirkung zu begegnen. Damit werde vermieden, daß etwa wieder deutscherseits nationale Empfindlichkeiten wachgerufen werden könnten, deren Beilegung wohl zu den Resultaten der Reise des Kaisers nach England zu rechnen seien.
— Der „Vossischen Zeitung" zufolge ist dem Finanzminister in einem gnädigen Handschreiben des Kaisers ein sechsmonatlicher Urlaub gewährt und Die Hoffnung ausgesprochen worden, daß das Augenleiden des Ministers bis dahin gehoben sein werde. Das Augenleiden, fügt die „Voss. Ztg." hinzu, sei allerdings derart, daß es zu ernsten Besorgnissen Anlaß gebe.
Berlin, IO. September. Den „Berl. Pol. Nachr. zufolge trat heute Mittag im Reichsamt des Innern unter dem Vorsitze des Geh. Oberregierungsraths Rösing die Konferenz über Seeangelegenheiten zusammen, welche sich mit der von Nordamerika angeregten Frage einer internationalen Seekonferenz beschäftigen dürfte-
Minden, 10. September. Anläßlich des Kaiferbesuches sind der Bahnhof, die Häuser der Stadt und besonders diejenigen der Einzugsstraße reich geschmückt. Am Abend findet eine allgemeine Illumination statt. Der Fremdenzudrang ist ein großer, die Bevölkerung festlich gehoben- Der Großherzog von Hessen und Prinz Maximilian von Baden sind am Vormittag, Prinz Carl von Schweden am Mittag und Prinz Balduin von Flandern am Nachmittag eingetroffen und vom Ehrendienst empfangen worden. Das Wetter ist prächtig- Abends 7 Uhr traf der Kaiser mittels Sonderzug mit großem Gefolge auf dem Bahnhofe ein, wo die erste Kompagnie des 15. Infanterie-Regiments die Ehrenwache abgab und wo die anwesenden Fürstlichkeiten, die Oberpräsidenten, General Albedyll, die übrigen Generäle und der Oberbürgermeister Beck zum Empfang sich eingefunden hatten- Nach der Begrüßung und dem Abschreiten der Ehren-Kompagnte begab sich der Kaiser in einem vierspännigen Wagen, dem eine Schwadron Kürassiere vorausritt, unter dem Geläute der Glocken und Den enthusiastischen Zurufen einer nach Tausenden zählenden Menge nach seinem Absteigequartier, der Villa Leonhardt. Auf dem Wege dorthin hatten die Fackeln und Lampions tragenden Arbeiter, die Feuerwehr, die Bürgerkompognien und die Schüler Spalier gebildet. Vor dem prachtvollen, um Weserthor errichteten Triumphbogen wurde der Kaiser vom Oberbürgermeister begrüßt, welcher den Dank für die hohe Auszeichnung aussprach, die der alten deutschen Stadt
Vermischtes.
ausgefuhrt und somit ihrem Zweck in reichstem Mabe Prüfungen
B? e*w®SBS 8ÄS >SÄS‘HÄ"‘ 3u”b™« ««US ■*»Ä“lÄSÄ!S6Äft 8ZWLMS-MZ ÖS.S w ‘‘«KÄMft« -SS MSMZM-MM 2:KZMML^-LS«S &y°rniren gemacht wurden. Die Commission stelle daher den Anttaa die Sih»,Ii'mhrhpnlr»l,!a m°;6e »?*&«> daß die Commission in diesem Sinne weiter arbeite und den Ortsoereinen demnächst Bericht über die Resultate erstatte iWr hi?1«1 wad&te ßerr Göttmann-Darmstadt noch einige Bemerkungen (5infüUrung.rn,CnbUnÖ ^unb^rift in ben Handwerkerschulen und empfahl de?en fnäd)ft.cn General-Versammlung wurde Heppenheim bestimmt.
äSäS»*“
I««'S«MiSÄU ÄSftE*Ä’fift sxs juib neben Zeughauptmann Hanke und zwei bereits in Haft befindlichen Feldwebeln drei weitere Zeugofficiere in Untersuchung gezogen und vorläufig mit Hausarrest beleat wann Hanke, der eine Familie von 11 Kindern hat, wirb
Hilf hip S)Irt notlTnt »v r; x ^^arlehen genommen, welche *er schließlich
auf die Art getilgt, daß er sich bet Lieferungen Provisionen gulschretben lieb Die hfaÖpUh ?UrS U^rkIlf0* diese Darlehen und die verrechneten Provisionen Seitens des ebenfalls verhafteten hiesigen Geschäftsmannes führte dazu, die Untersuchung auck auf die übrigens,stetere auszudehnen, indem sich"derenNamm mMÄ ”änbm. bCr 5ud,Cr " 6lcld,er 2Beifc mil Darlehen und Provisionen oer,e?chnel m,rh^T n^rfIoJfT N-cht ist hl-r eine Persönlichkeit verhastet worden die im p ÄJ* $ ' ba§ ” C C n bcr le6lcn 3=it hier ctrcultrie falsche Geld sabricitt
. 7", Personen, welche den Einbruch bei dem Prinzen von (5adifen-9TMm
err Ministerpräsident am Telephons Von Ulm wird geschrieben: Dieser Tage war Ministerpräsident Frhr. Dr. v. Mittnacht, der neben unseren auswärtigen Angelegenheiten auch Eisenbahnen, Poft, Telegraphen und Telephon lenkt, ganz incogntto hter zu Besuch bet seinem Sohn, Lteuienant bet der Artillerie, und mit ihm der Schwiegervater des letzteren, der Hamburger Senator und Großraufmann S. Die Herren besichtigten die Stadt, das Münster, den genial plactrten ^"eßltch sollte oer Hamburger Besuch auch die neu anyelegte fiupfer; StfpmhprAH* probtren, um sich von der Vortresflichkeit des
^prM^?AG9 f^Cn( Telephonwesens zu überzeugen. Sie begaben sich auf's Telephonamt, ehrerbietigst empfangen von dem Vorstand, und der Herr Ministerpräsident ruft persönlich nach Stuttgart: „Bitte, Ministerium des Auswärtigen." Es dauert eine Weile, keine Antwort. Aus wiederholtes Klingeln läßt sich endlich eine Stuttgarter ^iimme vernehmen und es entspinnt sich folgendes Zwiegespräch. Stuttgart- Wer ischt dort? - Ulm: „Ministerpräsident Mittnacht." - Stuttgart: „Ach was, machet £clS; Herr Ministerpräsident ischt net in Ulm!" - Ulm: „Doch, ^ch, ich bin hier. Rufen Sie sogleich Herrn Mtnisterialrath B. an's Telephon!" — Stuttgart: „2>er lschl net da!" — Ulm: „Wer spricht denn eigentlich dort?" Stuttgart: „Kanzleidiener F." — Ulm: „Also, F., rufen Sie sogleich einen der Herren meines Ministeriums!" — Stuttgart: „Die Herre sind alle schpaziere!" — Ulm:
C rufen Sie augenblicklich einen meiner Räthe!" — ^bun0 finhft 0aVld kCr Ministerpräsident, der hat heut in Ulm nix
t net"" — ffPn Mmrfpu edfhr * ,Unb ?? bI°6 nieder foppen! Aus den Leim gang
s fäaifeä Ablauten von Stuttgart machte der weiteren Unterredung ein Ende und dem verkannten Herrn Ministerpräsidenten blieb nichts übrig, als mit dem Ä Ä“? Ausruf: „Der ©...!" das Mikrophon an den Haken zu hängem ? Sat0La?er lacken: „Mein Lieder! Dein Reich ist so groß, da nprt^P» Ä* .^^ehen, daß unterwegs die charakteristische Klangfarbe der Stimme ^rr6 Wi’nifSrUcbr-tge? buer Telephon eine recht gemülhliche Einrichtung." -
?ma^, auf^fS W $Qß§ fclncm Kanzleidiener die „Klangfarbe" , J7 Etn sauberer Patron war unlängst in der Person des Taxators Schulze bc8Jlak ^Cn ^bihhauses in Leipzig gerathen. Derselbe kaufte werthlose Schmuckgegenstande an und ließ diese alsdann durch dritte Personen versetzen, wobei er selbst die Taxation zu seinen Gunsten bewirkte. Auf diese Weise hat hIn9T^AUe $kakltI zbae ®Iabt ^btpzig UM ca. 3500 JL betrogen. Die Sache kam Gefängn?ß 0 Unb baä verurtheilte den Betrüger zu 2 Jahren und 8 Monaten rpnpnhpHhL11^;7* @utprmbe^ (Der beste Schütze des 11. Armeecorps.) Sei nm I hiesiger Gegend stattfindenden Herbstübungen der 22. Division Anpr eme bemerkenswerthe Auszeichnung verliehen. Es war nach
Generalv Grolmnn Ju Infanterie-Regiments vor dem Corps-Commandeu^ Knhpr 9Tnprf z Sergeanten Feng vortreten ließ und ihm unter
lobender Anerkennung eröffnete, daß er sich als der beste Schütze des 11 Armeecorps erworben"habe^^^ Kaiser gestiftete Ehrengeschenk, goldene Uhr und Kette,
Brteg, 6. September. Bei dem Brigade-Exerzieren in der Nähe von Briea kam eine Frau mit einem 6 jährigen Knaben plötzlich vor die Front des in vollem unmöalicb^^als^ein"AnsknKürassier-Regiments. Ein Entkommen war ebenso Sp"» qÄ' k 8 ein Aufhalten des Regiments, und die Beiden schienen verloren. Aus Erde^nicberbeunh° O'ftciere warf sich bte Frau, ihren Sohn bedeckend, auf die hinweg. ° ' b b f JU ^^rlehen, setzte das ganze Regiment über das Hinderniß ■je ta ÄS"Ä «S,tXMÄS w? »äs« £ sao"' ***“'■• *■""8M •“ »“»• o [x London, 10 September. In Whitechapel ist heute früh die verstümmelte L^/L'^Een Frauensperson unter ähnlichen Umständen aufgefunden worden, wie sie bei den früheren Mordthaten in diesem Stadttheil zu beobachten waren Der Leichnam war m einen Sack gehüllt; der Kopf, die Beine mrd Arme fehlttn nnrn ffir J??U^MAlcr Zm Jahre 1558 erließ der Ritter Hans von Hirschhorn sur se»n Gebiet, wozu damals auch Gothenberg gehörte, eine Landesordnuna" 5L0.”0" M efn «remplar *u Rothenberg unb eine Adichiist hiervon "zu Beerfelden be- I vonb^nt^esse "und p? ipüt enthaltenen Bestimmungen sind in mehrfacher Beziehung m°ie hamnie fnr*pb nad) rmrrbr öl8 dreihundert Jahren schwer verständlich,
bcisp^e"l"ha^be?h?er Ctlttfien roctbcn Einige berselben mögen
-inm«s^P Folgendes: Wer nicht jeden Sonn- und Feiertag wenigstens
einmal die Predigt hort, wird mit Gefangntß bestraft. Der Gemetndediener hat $)ie: — ^m A^r?^ aufzuschreiben.^ (Hirschhorn war damals evangelisch.)
ißt es. Wer flucht ober schwort, wirb mit 1 Gulden bestraft oder "Bloch". (Unter Bloch (Pflock) ist wohl das an einem Pflock besmdliche Halseisen zu verstehen.) — Nach Art. 8 ist der Ebebruck mit hem roctbcn" -ftra?m'ältter tofö" ■ di- Frau aber (im Necka^) eriränkt
»i ¥.10/! gesagt, es käme öfters vor, daß Hirschhörner Unter--
an ctneF y11^. demselben Tage in verschiedenen Wtrthshäusern zechten. Dieses ist streng untersagt; jeder Unterthan muß sich Tags über mit einer bescheidenen Seche Nack^A^'t TlSfTnh1^U"be im (5ommer um 9, im Winter um 8 Uhr Abmds. ?p» tV tnb bienigen, welche mit Würfeln oder Karten spielen "bc"^rm an den Boden zu legen auf drei Tage und drei Nächte e Wasser und Brod. Im Artikel 16 ist vorgeschrieben daß zur 93er: wprhpn 0hü^tPn ^0s^ ?oUen, bei Hochzeiten nicht mehr als vier Speisen aufgetragen
b^^len, besonders keine Fische! Die Uebertreter dieser Vorschrift sind mit vier bCmiU b9XaJen* T Der Artikel 17 verbietet alle überflüssigen Gastereden SüSi b C ',Fastnachtsküchlein" (Kreppeln). — ß@ine uebt Der=
3fl?i8ö4 ?rt 28 ^^alten. Hiernach sollen in jeder Gemeinde
r.4c annrrJu Feldbesehern ernannt unb verpflichtet werden welche darauf ru sehen haben, ob die Grundstücke jeder Art richtig gebaut werden ' Dte Eigenthümer welchen dieses nicht der Fall ist, werden gestraft. —6 Sonder- €rnftI^ftiinhnmmCnhC634‘, ^er beißt es wörtlich: „So gebiet ich auch ernstlich und will, daß kein Unterthan bei den Juden etwas entlehnen und mit ihnen aber ein unb ®uts und Verweisung meines Gebiets. Sofern
! n iiuierthan einem Juden Kleinodien, Kleider ober andere fahrende Hab pfänd- Zett anÄÄÄ't f° ^?Erie‘be sSmÄ
Skfcn werben." ® b ßeIe0t unb danach ohne alle ©nabe meines Gebietes ver- ,
Ganver «nS Verkehr.
M ~ Nach einem Uiiheil bes Reichsgerichts, III. Civilsenat vom 2 issq i°nb»nsi?sinbbblstimmt,'^m"Ze?an^
das Beschreiten bes Bahngeleises zu b7ben Beftnbet s,ch e^e Ab ^^^İ ge9fn
Betriebet ‘wie llnie^aüf(^e£i^eClnlbrrii6e^n^l^a?fte?eä^ronur?entgutea^rei(e,‘erJleU^uOnb^b^iUeb nur wenig unverkaust. Auch bie Simmenthaler Bullen sanben guten Abaana Rnk S.r;,Ä Ä,?©?'" "»> «?ä Ä
77 Ergangener Nacht hat eine furchtbare Feuersbrunst das Rathhaus, 77 Wohnhäuser und viele Nebengebäude, beinahe die Hälfte der Stadt Sachsenberg im Furstenlhurn Waldeck in Asche gelegt. Gegen 100 Familien sind obdachlos und haben von ihrem unversicherten Mobiliar fast nichts gerettet. Auch die soeben erst eingebrachte in diesem Jahre so reichliche Ernte ist verloren. Die Noth ist groß.
Brüder helft, helft bald!
Auch die kleinste Gabe an Geld, Lebensmitteln ober Kleidungsstücken ist will- bkfeIlen nn b?n mitunterzeichneten Bürgermeister Weber zu
Literarische-.
eÄSeS-'BSSSBHe WMMZMMM 189U, und wahrlich! wenn man nur einen Blick darauf und hinein mim fn ift
lÄlXta MMSItiÄi'ft'S S ‘i’i’S: tbumn^en Sone ßcbalten, ber ben „Lahrcr HInkcnbcn Boten" seit jeher ausieiebnet- M,-İ"»°3°b°nheitcn" find roieber ein Muster fnapper unb anfprcdienber SDarÄnn ?
ä’n?.erC jugabe 1890er „Lahrcr «intenbm^Sotcn“^^erScincn >tiS N' WUhL",oroie baä OdbruttMlb
Shrfrn Lb.eut,^er ®°^ul !.u Messina kennen zu lernen reiche Gelegenheit hatte. Dies Vertrautsetn mit Land unb Leuten spricht schon aus dem Anfana seiner (frrinMnn/i und verleiht derselben einen hohen Reiz. - JnNummer 36 0ber Znr^»Ä!,kpS bietet Hermann Helberg Einbrucksbilber vorn 12. August unb ben fi®enbcn benfc ?mtrntftnhf^a0m' ^"kbk?^^° Franz Josef zum Besuche in der deutschen Reichs- hHhPh!?bL?te e,hUrr.b die,,Gartenlaube" kommt hiermit ihrer Pflicht nach, ein Spiegelte? * J?n^J^rer Greigmsse zu bieten und für bie Zukunft in Wort und Rilb seftzustellen. Die Jllusiral.ouen zu diesem Artikel sind von H Lüders b
in ühpr^rtitMt — uh ucn inuunicrjeiaj
ä befinbenbe I abreffircn' 9ttol Gebe«, im Voraus herzlichen Dank! Sachsen berg, den 11. August 1889.
GchifsSuachrichUä^
"7 Avenacia, welches unter allen Nährmitteln unftreitia hip prftp
gifdiMb31©^^ S^o^a^ L2° biE 1864,6 « ®««6cn bei Emil
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| Annahme u. Muster heil Gescnw. Heerz, ! Gießen — Neuenweg 7.1 »Kein Portozuschlag! Eiliges^^ Reinigens in 4—5 Tagen «!
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Flur 1 Nr 709 — 394 Meter Hofraithe in den Neuen Bäuen,
Flur I Nr. 710 — 937 Meter Garten daselbst
öffentlich meistbietend versteigert werden.
Gießen, 14. August 1889.
Großh. Ortsgericht Gießen.
ly Kriegerverein Gießen.
Donnerstag den 12. September, 8*/2 Ubr Abends, zur Feier des Geburtstages Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs: Gesellige Zusammenkunft im Der- etndlocdl. 7357
Meine Geschäftsräume
befinden sich jetzt im Hinterhause Markt 5, Eingang von der
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Donnerstagden26.Skpttmbrr, j
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7363 Ein ordentliches Dienstmädchen gesucht. Neuenweg 30.
7316 Ein Mädchen, in rtüdje und Hausarbeit erfahren, sucht für Knde September Frau Staatsanwalt Theobald, Ludwigstraße 19.___
7370 Ein tüchtiges braves Mädchen wird gegen guten Lohn alsbaldigst zu miethrn gesucht.
Wo? sagt die Erped. d Bl___________
7371 Ein braves Dienstmädchen pro 25. Septbr. gesucht Marktplatz 2
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Nummern und mindestens 28 Beiblätter, so endlich noch Folgendes: jährlich über 75 Artikel mit über 3O0.IU- oatz ohne Unterbrechung regelmäßig wöchentlich bildungen, 12 große farbige Modenbtlder, 8 farbige Mufterblätll eine Nummer erscheint (für Oesterreich-Ungarn für künstlerische Handarbeiten und 8 Extta-Blätter mit ötelri ber Stempelsteuer wegen hUe 14 Tage eine Illustrationen, sodaß die Zahl der leülecen an 3000 jährl v smnhtw-sn..«™..- htnanreicht. Kein anderes illufttirtes Blatt überhaupt, innerh^ro oder außerhalb Deutschlands, rann nur entfernt diese Zahl aut- weisen; dabei beträgt der vierteljährliche Abonnements-Preis mic 2 Jü 50 — Die „Große Ausgabe mit allen Kupfern" bringt
außerdem jährlich noch 40 große farbige Modenbilder, also jährlich 68 besondere Beigaben und kostet merKljährlich 4 JL 25 4 (.n Oesterreich-Ungarn nach Eours).
Thüringer
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" Kö n i g s ee
Miiflt ,jii 3fr. 212 lies „fließrner fln,teincr"
Allgemeiner Anzeiger.
Unter höchstem Vrotectorat S- K-H>
sie ächt sein soll, vorrä'hig in allen
.9" ®™“W‘brer bestehenden gesetzlichen Bestimmungen sind für dar nnr i nnM/ mi i tni aövihö aaIav,i ► max...... r < « .
zember 1889 zur Rückzahlung berufen worden:
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2) Von den 4procentigen Sisenbahn-Obligationen.
Aus der Kündigung pro 1. Juni 1880.
Nr. 9091 vom 1. Juli 1846 ä 500 fl.
3) Von den Großheyoglich Hessischen Vartialschuldscheinen (Loosen ä 50 fl.)
Aus der 38. Verloosung vom 2./9. Januar 1874
Nr. 123598 * ä 165 fl.
Aus der 40. Verloosung vom B./8. Januar 1876
Nr- 123503 * ä 170 f[.
Ferner bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß in Gemäß- 20. Juli 1858 hinsichtlich der Partialschuld.
& \ Ä03 und 123598 ä 50 fl. das Amorlichlionsvfrfahr n e n- seleitet und Zahlungssperre verfügt worden ist. 19 em
Außerdem find mit Zahlungssperre belegt worden-
1) die Zinscoupons und der Talon zur Staatsrenten - Obligation vom ^Januar 1881 über 200 Nr. 3944 für die Zeit vom 1 JuU x?'’ bie ^nscoupons zu den Obligationen Nr. 18639 und 24316 des sulchens vom 1. Juni 1876 pro 15. Mai 1889 ä 20 Jt.
Darmstadt, den 28. August 1889.
Großherzogliche Asatsschulden-Commission.
Micheli. Gchleiermacher.
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. QT^trc'c^en .die Inhaber dieser Staatsschuldverschreibunqen hiervon mit ei a»«°hb a1!13 T,Scnnt2ifc bie Nominalbeträge derselben zwischen dem l
^j-wbrr 1888 gegen Wckgabe der ObliMonen und ? «dazu Sehongen nicht mehr zahlbaren Zinscoupons nebst Talons bei > Laus St°der für deren Rechnung bei dem Banryauä Mc. A v Rothschild Sf Sohne zu Frankfurt a M : Xiß9'’C<«Mqer^ebenl dieselben in Gemäßheit des Art. 3 des Gesetzes 5
oom 16. 3uh 1833 vom 1. Januar 1890 an nicht mehr verzinst werden und ; in Folge davon die nach dem Rückzahlungstermin noch eingelöst werdenden £ d°n bereits verloosten Obligationen an ”an”t“aa
tiefer Obligationen selbst in Abzug gebracht werden. P tr°0
ÄeftHdh»» @t«Lfa7*eVetlo,°^en .unb gekündigten Großherzoglich
und bezw. Partiab fchuldscheiven a 30 fl find noch rückständig:
1) Von öcn 31/2procentigcn Ltaatsstrasienbau-Gbligationen.
1 SaniiaA 8791483 1519 ”om 11 apriI 1838 ä 100 ff-i verloost pro
r einem Orte der Wetterau r
befindliche Bereitschaft, in welcher Metz- \ ilerei,Wlrkhschaft und Specereihandlung \
Verhältnisse halber billig zu verkaufen. 1,1183 r,ÖÄkk
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6946 Ein kleines Logis zu vermiethen. _______________________Weserstraße 13.
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Nedaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.