Nr. 60. Dienstag den IS 1389. Gießener Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r S ch u l st r a ß e 7. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. k 2" vormittag- 10 Uhr, findet im Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzrruu des Provinztaltag- der Provinz Oberheffen mit folgender Tagesordnung statt: " w * 9 & der Rechnung der Provinzialkaffe und Erstattung des Rechenschaftsberichts für 1887/88. 2) Feststellung des Voranschlags der Provinzialkaffe für 1889/90. 3) Wahl von 4 Mitgliedern und 2 Ersatzmttgliedern de» Provinzialausschuffe» an Stelle der Ende 1889 vermöge ihres Dienstalters aus- scheidenden Mtglreder Rechtsanwalt vr. Gutfleisch-Gießen, Oberbürgermeister Bramm-Gießen, Bürgenneister Stöpler-Lauterbach Landgerichtsrath $oljapfeb*® ie(je®ber Ersatzmitglieder Landgerichtsrath Dr. Gilmer-Gießen (jetzt in Darmstadt) und Gießen, den 25. Februar 1889. Der Vorsitzende des Provinzialtags. -----------------------------------------------v. Eagern. Sen Landwirthschaftslehrer Leithiger von Alsfeld wird in Weitershain Sonntaa den 31. Mein l. °L, Nacbmittaa« s Uhr einen Bortrag über die Anwendung de« künstlichen Düngers halten 8 4 ^achm.ttagS 2 Uhr, ^Mieder der landwirthschaftlichen Vereins und Freunde der Landwirthschaft werden zu dieser Versammlung hierdurch ergebenst eingeladen. Gie.od"» We-tershain und der benachbarten Orte werden ersucht, aus möglichst zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken. Gießen, den 10. Marz 1889. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Jost, Regierungsrath. Politische Rundschau. Gießen, 11. März. Der erste Gedenktag des 9* März, an welchem vor einem Jahre der .ahmvolle kaiserliche Begründer des neuen deutschen Reiches heimging, ist an zahlreichen Orten Preußens und des Reiches durch entsprechende Acte begangen worden. Am - Berliner Hofe wurde am Todestage weiland Kaiser Wilhelms I. Vorwittags 11«/, Uhr im königlichen Palais bei der Kaiserin Augusta ein Trauergottesdienst ab- gehalten, an welchem der Kaiser und die Kaiserin, die sämmtltchen zur Zett in Berlin anwesenden Mitglieder der königlichen Familie, das badische Herrscherpaar sowie diejenigen General- und Flügeladjutanten, welche bis zuletzt bei Kaiser Wilhelm I. Dienst gethan, Theil nahmen. Der Reichstag tritt an diesem Mittwoch nach fünfwöchentlicher Pause zur Fortsetzung seiner Session wieder zusammen. An Berathungsstoff für den bevorstehenden ferneren Sessionsabschnttt fehlt es dem Reichstage durchaus nicht mehr, denn voraussichtlich wird er die neuen, vom Bundesrath genehmigten Vorlagen auf dem Tische des Hauses vorfinden, wahrend es zugleich noch Verschiedentliches aus dem bisherigen Theile der Session endgültig zu erledigen gtebt. Auch ist es der Commission für das Genossenschaftsgesetz noch in voriger Woche gelungen, ihre Arbeiten zu beenden und wird die betreffenbe Vorlage wohl auch in diesen Tagen dem Plenum zugehen; ebenso sieht zu erwarten, daß die Commission für das Altersversorgungsgesetz in längstens 14 Tagen die zweite Lesung des Entwurfes beendigt haben wird. Als Hauptgegenstand der Tagesordnung für die Reichstagssitzung am Mittwoch erscheinen die Rechenschaftsberichte über die Ausführung des Socialistengesetzes und dürfte sich hieraus vermuth- ltch eine lebhafte Socialtstendebatte entwickeln; vielleicht, daß sich die Reichsregierung bei dieser Gelegenheit auch über die in der Presse neuerdings angeregte Milderung des Socialistengesetzes oder Ersetzung desselben durch Bestimmungen, die sich mehr dem gemeinen Recht nähern, ausläßt. Die Vorgänge in Serbien stehen noch immer im Mittelpunkte des europäischen Tagesinleresses und in den Betrachtungen, welche die Presse aller Länder den serbischen Ereignissen widmet, spiegelt sich das lebhafte Interesse wider, welches man allseitig der Wetterentwickelung der serbischen Frage widmet. Unmittelbar auf das empfindungsvolle Manifest, mit welchem sich König Milan von seinem Volk verabschiedete ist die Regentschaft mit einer Proclamatton gefolgt, welche die Grundzüge der Ge- "immlpolittk der Regenten darlegt und in Serbien den befteir Eindruck gemacht hat. Auch das neue radicale Cabinet unter der Präsidentschaft . Generals Grutc erfreut sich im Lande überwiegend einer wohlwollenden Beurtheilung und alle Parteien hoffen, daß sich an dasselbe eine neue Aera des Parlamentarismus knüpfen werde. Die Einberufung der Skupschtina zu einer außerordentlichen Session behufs Vereidigung der Regenten auf die neue Verfassung stehl unmittelbar bevor. Was König Milan an- velangt, so will sich derselbe zunächst nach Pest und Wien begeben, um seine Haltung beün Kaiser Franz Joses zu rechtfertigen, nach den Andeutungen österreichischer Blätter ist es aber nicht wahrscheinlich, daß Kaiser Franz Josef den serbischen Ex-Monarchen nach dem, was vorgefallen, noch empfangen wird. Später gedenkt Milan einige Wochen in dem fftrischen Seebade Abbazia zuzubringen, sodann aber über Constanttnopel eine längere Reise nach Syrien und Egypten anzutreten. Nach einer Mittheilung der -Pol. Corresp." erklärte Milan, daß er auf das ihm verfassungsmäßig zustehende Recht zur Leitung und Erziehung des minderjährigen Königs Alexander in keiner Weise verzichten und deshalb häufig und auf längere Zeit in Serbien weilen werde. Aber Königin Natalie wird jedenfalls auch versuchen, Einfluß auf ihren Sohn, nun er König der Serben ist, zu gewinnen, natürlich, um ihn in russisches Fahrwasser zu lenken. Die kräftige Unterstützung dieser Bestrebungen durch die serbische Russenpartei und, wenn auch heimlich, durch das osficielle Rußland ist nicht zu bezweifeln und daß in dem Kampfe, der sich hierüber zwischen Königin Natalie und König Milan voraussichtlich ent spinnen wird, die Chancen nicht auf Seiten des letzteren liegen, ist wohl sicher. In der französischen Hauptstadt herrscht seit einigen Tagen große Börsen- panik. Das große Geldinstitut des Comptoir d'Escompte hat sich in Kupferactien total verspeculirt und fein Zusammenbruch würde eine unübersehbare finanzielle Katastrophe für den Pariser Platz im Gefolge haben; schon jetzt sollen einige mit dem Comptoir d'Escompte zugleich in der Kupferspeculation engaglrt gewesene Pariser Bankhäuser ihre Zahlungen eingestellt haben. Um einen allgemeinen Krach zu verhüten, hat eine Vereinigung der größten Pariser Finanziers mit Gustav v. Roth- sckild an der Spitze den Beschluß gefaßt, dem Comptoir d'Escompte zur Regultruna seiner Verbindlichkeiten einen Vorschuß von ICO Millionen Frcs. zu gewähren, die nöthtgen Mittel will die Bank von Frankreich gegen Garantien gewähren. Der Finanzminister Rouvier hat sich um diese Uebereinfunft wesentlich verdient gemacht und hofft die „Liberia", daß Dank der Initiative Rouvier's die Crisis beschworen sei, welche dem Pariser Handel am Vorabend der Weltausstellung einen unermeßlichen Schaden zufügen könnte. Die italienische MinisteecrifiS ist definitiv beendigt. In das umgebildete Cabinet Crispi sind neu eingetreten: Seismit Doda (Finanzen), Giolitte (Schatzamt) und Finali (öffentliche Arbeiten); die übrigen Minister haben ihre bisherigen Portefeuilles behalten. In ganz China haben sich anläßlich der Thronbesteigung des jungen Kaisers größere Feindseligkeiten gegen die Ausländer kundgegeben. Gegen die Fremdenkolonie in der südchinesischen Hafenstadt Chefoo wurde sogar ein Angriff der chinesischen Garnison befürchtet und ging deshalb das britische Kriegsschiff „Mutine" zum Schutze der Europäer von Shanghai nach Chefoo ab. peutschlaud. K Darmstadt, 10. März. Den neuesten Dispositionen zufolge werden Seine Königliche Hoheit der Großherzog mit dem Erbgroßherzog und der Prinzessin Alix, hochstwelche heute noch in St. Petersburg der Feier des Geburtsfestes Sr. M. des Czaren beiwohnen, am 12. März von dort abreifen und direkt über Berlin hierher zurückkehren, ohne unterwegs irgendwo Aufenthalt zu nehmen. Von Kafsel führt ein Extrazug die Herrschaften Hierher, wo sie am Donerstag Abend erwartet werden. Berlin, 9. März. Der Trauerfeier zum Gedächtniß Kaiser Wilhelm's I. im göiferltdjen Palais wohnten die gegenwärtig hier anwesenden Mitglieder der kaiser- Uchen Familie, Großherzog und Großherzogin von Baden, die in Potsdam wohnenden Prinzen und Prinzessinnen, sowie die damals und heute im Dienste befindlichen Adjutanten und Hofbeamten bei; auch der Reichskanzler Fürst Bismarck und General- Feldmarschall Graf Moltke nahmen Theil. Gesänge des Domchors leiteten die Feier ein und schlossen dieselbe; Ober-Hof- und Domprediger Kögel hielt die Gedächtnißrede Nachdem die Majestäten noch kurze Zeit bei den Großh. badischen Herrschaften DermeiU* fuhren dieselben nach Charlottenburg, um am Sarge des Kaisers einen Lorbeerkram niederzulegen. Kaiserin Augusta begab sich um 1 Uhr allein dorthin. ic ~ Nach Mittheilung der „Nordd. Allgem. Ztg." lautet das Telegramm des Kaisers von Oesterreich an Feldmarschall Graf Moltke wie folgt: „Ich beglückwünsche Sie in meinem Namen, sowie in dem Namen meiner gelammten bewaffneten Macht welche Sie als das Muster aller militärischen Tugenden ehrt und hochhält, auf das Aufrichtigste der seltenen Feier der Vollendung des siebenzigsten Dienftjahres. Möge die göttliche Vorsehung, welche Ihnen vergönnte, Ihre Dienste fünf Monarchen des Hauses Hohenzollern zu weihen, Sie noch lange zur Freude Ihres erlauchten Kaisers, meines theuren Freundes und treuen Bundesgenossen, und zum Wohle des Deutschen Reiches erhalten." ™ Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Der gestern vom Chef des Generalstabes Grafen Waldersee abgehaltenen Besprechung der taktischen Prüfungsarbeiten, woran außer den Generalstabsofficieren und den zum Generalstab kommandirten Lieutenants fast alle Generale des Garde-Corps und die Flügeladjutanten des Kaisers theilnahmen, wobnte auch der Kaiser bei. Derselbe griff selbst in die Besprechung ein und richtete, anknüpfend an die gestellten Aufgaben, bestimmte belehrende Worte an i’ie Officiere. Schließlich wies auch Graf Waldersee auf die hohe Bedeutung hin welche der diesjährigen Versammlung durch die Theilnahme des Kaisers an der Be- fprechung verliehen worben sei, und sodann darauf, daß dieselbe am 70jährigen Dienst- jubilaum des Mannes stattfinde, dem der deutsche Generalstab nicht blos seinen Weltruf, sondern auch seine Durchbildung verdanke; die Pflicht eines jeden Generalstabs- osficiers sei es, dem Feldmarschalle dadurch seinen Dank abzutragen, daß jeder l Einzelne in treuester Hingabe sich im Generalstabsdienste tüchtig mache, um voll und ganz für des Kaisers und Königs und für des Reiches Herrlichkeit Mitwirken zu I können. | , Berlin, 9. März. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Mit dem heutigen Tage ist ' ein Jahr dahingegangen, seit Kaiser Wilhelm l. nach thaten- und ruhmreichem Leben — Die Mainzer Liedertafel, der angesehenste und älteste hiesige Gesangverein, wird sich binnen Kurzem durch Errichtung eines großen monumentalen Baues ein eigenes Heim schaffen, zu dem die Pläne eben ausgestellt sind. Der Bau kommt an die Stelle der ehemaligen Löwenhofkaserne auf der „großen Bleiche", in einer Lage, die gewissermaßen die Grenze zwischen der Alt- und Neustadt bildet. Neben einem Concert- saale von 17 Meter Breite und 35 Meter Tiefe enthält das Gebäude, welches eine Facade von 43 Meter Länge bekommt, eine Anzahl geräumiger Probesäle, Restaurationslokale, Bibliothekzimmer, Gesellschaftsräume und ausgedehnte Annexanlagen zu den verschiedensten Bedürfnissen. Um der Geselligkeit nach jeder Richtung hin Rechnung zu tragen, kommt an die Rückseite des Baues ein großer Garten mit Kegelbahn. △ Aus Rheinhessen, 10. März. Bingen und Oppenheim rüsten sich zu großen Festfeiern. Ersteres zur Feier des 50jährtgen Jubiläums der Realschule und Letzteres zu dem Feste der Wiederherstellung der Katharinenktrche. In beiden Städten sind die Festcomttes in voller Thätigkeit und trifft man hauptsächlich in Oppenheim besondere Vorbereitungen zur Aufnahme der zahlreich zu erwartenden Festgäste. Frankfurt, 10. März. Heute hatten wir den ersten unverfälschten Frühlingstag. Das Thermometer zeigte um 12 Uhr 13° Wärme, dabei regte sich kein Lüftchen, es war ein wahrer Mattag. Die Wirkung des schönen Wetters auf die Menschen, die endlich des Zimmers Gefängniß entfliehen konnten, war eine großartige. Unsere Promenaden waren förmlich mit Menschen besät und zwar mit frohen, lustigen Menschen, die sich über den prächtigen Märztag von Herzen freuten und die warme Frühlingsluft mit vollen Zügen einsogen. Hoffentlich bat der griesgrämige Winter nun wirklich sein Regiment niedergelegt und der holde Frühling tritt an seine Stelle. — Gestern, am Jahrestage des Hinscheidens Kaiser Wilhelms I., fanden in den Schulen Gedächtnißfeiern, heute in den Kirchen Trauergottesdienst statt. — Vorgestern wurde ein hiesiger junger Kaufmann plötzlich irrsinnig, von dem Fama behauptet, er habe am Hochzeitstage seine Braut, als Alles zur Hochzeit bereit war, im Stiche gelassen, betrunken zu Haus gelegen und der Verlobten sagen lassen, er verzichte auf die Heirath. Die Braut ist inzwischen vor Kummer gestorben. Man will nun wissen, daß dieses Vorkommniß dem Betreffenden unausgesetzt Gewissensbisse verursacht und schließlich seine geistige Umnachtung herbeigeführt habe. — Einem unverbürgten Gerüchte zufolge hat der Magistrat unserer Stadt das Conceffionsgesuch zum Betrieb einer Dampfstraßenbahn von Frankfurt nach Höchst, über welches Projekt Ihnen schon berichtet, abschlägig beschieden, weil ein Bedürfniß nicht vorliege. Die Nachricht klingt unwahrscheinlich. Eassel, 8. März. Etwa gegen 1 Uhr Mittags brach heute in dem an dec Fulda gelegenen Zuchthause Feuer aus. Der Herd desselben waren die in den oberen Räumen gelegenen Arbeitssäle, und das Feuer griff so rasch um sich, daß der Dachstuhl des massiven, festen Gebäudes alsbald in Flammen stand. Von der nahe gelegenen Artillerie-Kaserne requirirte der Gefängniß-Director rasch Mannschaften, welche das Zuchthaus und dessen Umgebung besetzten und einen Theil der Gefangenen (60 Mann) unter scharfer Bewachung nack dem Reithause der Artillerie-Kaserne zu vorläufiger Verwahrung abführten, während der andere Theil in dem von hoben Mauern umgebenen Gefängnishofe gelassen wurde. Heute Vormittag war Revision der Anstalt durch Assessor von Bonin und Kreisbauinspektor von Lukomsky, bei welcher auch eine Vorführung der Gefangenen stattfand. Einer der Sträflinge Namens Krieger aus Berlin wurde in dem Arbettssaale für die Strumpfwirker gerade barbiert, als der Lampen-Kalfaktor mit einer Kanne voll Petroleum in den Saal trat, um die Lampen in Ordnung zu bringen. Krieger, von dem vermuthet wird, daß ihm eine dem Revisor vorgetragene Bitte abgeschlagen sei, sprang unter dem Barbiermesserfort, ergriff die Kanne, goß deren Inhalt auf den Boden und warf aus dem Ofen, ehe Jemand es verhindern konnte, glühende Kohlen darauf, so daß sogleich eine Flamme emporschlug. Zwei der anwesenden Sträflinge bemächtigten sich sofort des Krieger und schleppten ihn fort. Die Gefangenen verließen hierauf auf Anordnung in vollständiger Ruhe den Saal, gleichwie die auf der Tischleret beschäftigten. Zwei schwer erkrankte Sträflinge wurden durch die anderen hinabgetragen. L)ie Gefangenen haben sich überhaupt mustervoll benommen. Daß einige von ihnen Fluchtversuche gemacht oder gar entkommen seien, ist Fabel, sie sind noch alle da. Abgebrannt ist der Boden und die beiden Arbeitssäle. 100 Mann der Sträflinge blieben in der Anstalt und die übrigen 60 sind nach Wehlheiden gebracht worden. Verletzt ist beim Brande Niemand. München, 10. März. Der Königliche Hofcapellmeister Hermann Levi (ein Sohn des Herrn Rabbiner Dr. Levi in Gießen) ist vom Prtnzregenten zum Generaldirector der Königlichen Hofcapelle ernannt worden. Telegraphischer Schiff»bericht der „Red Star Line" Antwerpen. Mttgetheilt durch Agent Ehr. Wallenfels in Gießen. Der Postdampfer „Zeeland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 8. März wohlbehalten in Newyork angekommen. UniverfitätS- Chronik. — Der Kaiser hat im Namen des Reichs die Wahl des ordentlichen Professors Dr. Adolf Merkel zum Rector der Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg für das Jahr vom 1. April 1889 bis zum 1. April 1890 bestätigt. — Die Akademie in Lausanne wird bekanntlich durch Etablirung einer medicinischen Facultät zu einer Universität erweitert. Von der Waadtländer Regierung wurden deshalb berufen Dr. Rabow aus Berlin und Dr. Dufour in Lausanne als Professoren der Psychiatrie und Ophtalmologie. _. A, A us Oberhessen, 9. März. Bei einem vor Kurzem in der Hofraithe des Wirthes Hoffmann in Nösberts ausgebrochenen Brande leistete eine Anzahl Grebenauer in einer Weise „Hilfe", die das Einschreiten der Gensdarmerie und Polizei nothwendig machte. Die „Retter", denen, wenn nicht gerade Brandstiftung, so doch Forderung des ausgebrochenen Brandes, unbefugte Einreißung von Gebäuden, Zer- flörung einer Pumpe, Verweigerung der Hilfe, Verhöhnung und Mißhandlung der Sicherheitsorgane, Entwendung von Lebensmitteln, Genuß entwendeter Getränke x. vorgehalten wird, sehen deshalb ihrer Bestrafung wegen Landfriedensbruches entgegen. Eine Anzahl Personen sind bereits mit geringeren Freiheitsstrafen bedacht worden, wahrend die Haupträdelsführer dem Landgericht überwiesen werden dürften; die Untersuchung ist schon im Gange, einige der Excedenten befinden sich bereits in Untersuchungshaft im Provinzialarresthause zu Gießen. Wie man berichtet, soll ein größeres Quan- tum Branntwein, welches den „Helfern in Feuersgefahr" in die Hände fiel, all' dies Unheil angertchtet haben, dessen Folgen für die Betroffenen schwer sein dürften. Möge dieses Vorkommniß eine Warnung vor jeder Gesetzwidrigkeit bei künftigen Brand- unfallen sein. Aus Oberhessen, 10. März. Die Kosten für die Herstellung - von Nebenbahnen betragen für die projecttrte Strecke Grünberg—Londorf 518,000 JL für die- Ä «IP Ä •* und sar biejenige P0N „ach Lokales. 10. März. Der „Kaufmännische Verein" veranstaltete am Sams- tag Abend tm Leib'schen Saale eine Abendunterhaltung, die von Damen und Herren zahlreich bewcht war und die insofern besondere Erwähnung verdient, als sie sich durch die Mitwirkung des Kgl. Hofschauspielers Max Oppmar aus Kassel auch zu einer wirklichen Unterhaltung gestaltete. Wer Gelegenheit hatte, diesen Abend im .Kreise des Kaufmännischen Vereins zu verbringen, wird zugestehen, daß die humoristischen Vorlesungen deutscher Dtalectdichtungen des genannten Herrn zu den besten auf dem Gebiete der Recitationen deutscher Dichterwerke zu rechnen sind. Denn nicht nur der Wortlaut der die Denk- und Handlungsweise der verschiedenen deutschen Volksstämme so treffend characterisirenden Dichtungen war es, welcher die Zuhörer so ergötzte, son- dern vor Allem die Vortragsweise und die Beherrschung der verschiedenen Dialecte, die dem Vortragenden wohlverdienten Beifall eintrugen. Wenn es deshalb dem Kaufmännischen Verein als besonderes Verdienst anzurechnen ist, daß er seine Mitglieder mit den deutschen Dichtungen bekannt zu machen sucht, so konnten es dieselben gewiß nur begrüßen, wenn der Abwechselung halber einmal in schlesischer, pfälzischer, plattdeutscher, oberbayerischer, ungarisch-deutscher, schwäbischer, Frankfurter und sächsischer Mundart zu ihnen gesprochen wurde. Gesangs- und Jnstrumentalvorträge bildeten die Abwechselung der Abendunterhaltung, die mit einem Tanzvergnügen schloß. Mainz, 10. Marz. Die Wirkungen der großen Fröste treten auf dem ' Weinmarkt von Tag zu Tag merklicher hervor. Der Weinhandel, die Weinspeculation j und besonders der Weinproducent alle nehmen eine abwartende Stellung ein und i Käufer wie Verkäufer wollen sich nicht zu Abschlüssen verstehen, bis sich mit Gewißheit i übersehen läßt, ob und von welchem Belang der Weinstock für die diesjährige Ernte durch die Fröste berührt worden ist. Einzelne größere Weinproducenten — darunter die Erben Pabstmann in Hochheim — haben die bereits fixirten Versteigerungen ihrer Weine wieder abgesetzt, und andere, die die Absicht zu versteigern hatten, halten noch mit der Festsetzung der Versteigerungstermine zurück. Ohne den, um eine künstliche Preissteigerung heroorzurufen, von verschiedenen Seilen in die Welt posaunten übertriebenen Nachrichten über Frostschäden im Geringsten beizustimmen, läßt sich heute schon als unabweisbare Thatsache erkennen, daß in Rheinhessen wie auch im Rheingar: der Weinstock in verschiedenen Gegenden durch die Fröste mehrfach gelitten hat. Besonders unheilvoll für die Reben war die Nacht vom 12. auf 13. Februar, wo bei einer Kälte von über 18J R. auch die Weinpflanzungen in nicht exponirten Lagen von dem Frost in Mitleidenschaft gezogen wurden. Wo Schnee in hinreichender Menge lag, blieben die auf Knoten geschnittenen Stöcke von dem Frost durchweg verschont. — Die verflossenen Carnevalstage boten den Spitzbuben hier ein reiches Feld für ihr Handwerk. Besonders Einschleich- und Taschendiebe, sowie Paletotmarder waren sehr rührig. Nicht weniger wie 11 Personen wurden dieserhalb verhaftet, woran allein 6, die sich fremde Ueberzieher in dm Wirthshäusern angeeignet hatten. — Der hiesige Gastwirtheverband hatte sich vor einiger Zeit bei der Bürgermeisterei um Erlaß eines Ortsstatuts bemüht, nach welchem bei Ertheilung von Wirthschaftsconcessionen die Bedürfnißfrage in Erwägung zu ziehen sei. Bet den betreffenden städtischen Commissionen hat das Gesuch jüngst einen ablehnenden Entscheid gefunden. auf immer die Augen schloß. Sein Andenken aber wird nicht vergehen, so lange ein Deutscher lebt. Die ehrwürdige Gestalt des kaiserlichen Kriegshelden, welcher Deutschland mit dem Schwerte geeinigt und dann durch 17 Friedensjahre, reich an Segen und Gedeihen für Land und Volk, als hochverehrter allgeliebter Herrscher gewaltet, tritt heute wieder lebendig in unserer Erinnerung vor uns hin. „Ich habe keine Zeit, müde zu sein!" das war des Kaisers letztes Wort, der letzte Widerhall und Ausdruck, was seines Lebens Seele und Nerv gewesen. In dieser unermüdeten Pflicht- und Berufstreue ist er gewandelt Gott zu Ehren, dem Volke zur Nacheiferung. Das letztere wird stets eingedenk fein alles dessen, was es seinem großen Kaiser verdankt, und sein edles herrliches Vorbild immer im Herzen tragen. Berlin, 9. März. Der Bundesrath erteilte in der am 8. d. M. abgehaltenen Plenarsitzung dem Gesetzentwurf, betreffend die Feststellung eines Nachtrags zum Reichshaushalts Etat für das Etatsjahr 1889—90, dem Gesetzentwurf wegen Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltung des Neichsheeres und dem Entwurf eines Gesetzes über die Besteuerung des Zuckers die Zustimmung. Außerdem wurde über eine Eingabe wegen Aufnahme einer Bestimmung über die Familienvertrage des hohen Adels in dem Entwurf des Einführungsgesetzes zum bürgerlichen Gesetzbuch, sowie über eine Eingabe, betreffend die königlich sächsischen Ausführungs-Bestimmungen zur Gebühren-Ordnung für Zeugen und Sachverständige, Beschluß gefaßt. Ein Antrag Sachsens wegen Behandlung der Fundstücke aus den Ausgrabungen auf dem Boden des alten Olympia und die Vorlage, betreffend Veränderungen in dem Bestände der Berufsgenoffenschaften, wurden den zuständigen Ausschüssen zur Vorberathung überwiesen. Den Vorsitz führte der Königlich bayerische Bevollmächtigte zum Bundesrath, Gesandte rc. Graf v. Lerchen- feld-Köfering. Dresden, 9. März. Der König hat den Anfang der Feier des 800jährigen Jubiläums des Wettiner Hauses auf den 16. Juni anberaumt. Serbien. Belgrad, 9. März. König Milan richtete unmittelbar nach der Abdankung ein in sehr warmen Worten abgefaßtes Telegramm an den Kaiser Franz Joseph, in welchem er seinen Gefühlen des Dankes für die ihm und Serbien stets bewiesene Freundschaft lebhaften Ausdruck gab und den Kaiser zugleich bat, dem Könige Alexander I. und Serbien auch fernerhin dieselben wohlwollenden Gesinnungen zu bewahren. Die Antwort des Kaisers ertheilte dem Könige die erbetene Zusicherung für den neuen König und das Land in den herzlichsten Ausdrücken. Handel und Verkehr. Grünberg, 9. März. (Fruchtpreise). Weizen M 19,30, Korn M 16,00, Gerste M. 13,50, Hafer M. 13,50, Erbsen M 00,00, Samen M 00,00, Wicken M. 00,00, Kartoffeln M. 0,00, Linsen M 00.00. nl , Frankfurt, 9. März. Erbsen ganze pr. Psb. 12-18 do.geschälte 14-18Hl Linsen 18—28 H, weiße Bohnen 16—18 H, Kartoffeln 100 Ko. Jt 0,00-0,00, do- per Gescheid 10-12 Butter per Pfd. M 1,00-1,20, Eier das Stück 5-6 4, Blumenkohl per Stück 30-60 4, Wirsing per Stück 10-15 4, Zwiebeln per Pfd- 7-8 A, Weißkraut per Stück 15-25 H, Gelberüben per Portion 15-20 Telegraphische Depeschen. Wolff's lelcgr. Correspondenz-Brrreair* Berlin, 10. März. Der Gedächtnißfeier in der Garnisonkirche für weiland Kaiser Wilhelm I. wohnten der Kaiser und die Kaiserin, der Großherzog von Baden, der Erbprinz und die Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen, der Generalfeidmarschall Graf Moltke, die Generalität und Deputationen der hier garnisonirenden Truppen- theile, fämmtlich in Paradeuniform, bei. Die Predigt hielt Dioisionspsarrer Wend- lanbt über den Spruch aus dem Evangelium Johannis: „Vater, die Stunde ist hier, wo du deinen Sohn verklärest, auf daß dich dein Sohn auch verkläre." Danzig, 10. März. Se. K. Hoheit Prinz Friedrich Leopold ist mit dem Kriegsminister und Gefolge kurz nach 6 Uhr hier eingetroffen, um dem 200jährigen Jubiläum des Grenadier-Regiments König Friedrich I. (Nr. 5) beizuwohnen. Se. K. Hoheit wurde von dem kommandirenden General o. Kleist und den Spitzen der Civil- und Militärbehörden empfangen. Bei der Ankunft wurden Ehrensalven von der Bastion Gertrud gelöst. Der Prinz fuhr durch die prächtig gefchmückten Straßen nach dem Oberpräsidium, wo Höchstderselbe das Absteigequartier nimmt. Später beabsichtigt der Prinz, sich nach dem Casino zu begeben, wo eine Vereinigung der früheren Offiziere des Jubilar-Regiments stattfindet. Bremen, 10. März. Der Senator Dr. Hermann Heinrich Meier, wiederholt Vertreter Bremens im Bundesrathe, ist gestern Abend gestorben. Bern, 10. März. Aus Bellinzona wird gemeldet: Da der Regierungsstattharter von Lugano sich geweigert hatte, die von dem Kommissär Oberst Borel verlangte Freigebung eines ungesetzlich verhafteten Radikalen zu vollziehen, zog auf Befehl des Kommissärs das gestern nach Lugano entsendete Züricher Halbbataillon vor die Präfektur und schickte sich an, dieselbe mit Gewalt zu besetzen. Hierauf erfolgte die verlangte Freilassung. Paris, 10. März. Dem Journal „Paris" zufolge wäre die Zahl derjenigen Personen, gegen welche in Folge der Untersuchung gegen die Patriotenliga gerichtlich vorgegangen werden soll, sehr beträchtlich. Man glaube, daß die Untersuchung sich wahrscheinlich auf die Präsidenten und Hauptorganisatoren der Provinzialabthetlungm der Liga erstrecken werde. Rom, 10. März. Die neuen Minister werden nach dem heute stattfindenden Cabinetsrathe die Geschäfte übernehmen. — Wie verlautet, würde die Deputirtenkammer zunächst das abgeänderte Budget berathen und sich alsdann vertagen. Aquila, 10. März. Um 1 Uhr Nachmittags wurde hier ein sehr starkes Erdbeben verspürt, welches jedoch keinen Schaden anrichtete. — Glänzende Resultate erzielt bei Athemnoth, Brustbeklemmung, Asthma, Luftbeschwerden und Verdauungsstörungen und zwar durch die Anwendung der Sodener Mineral-Pastillen, jenes unschätzbare Product, gewonnen aus der geheimntßvollen Naturkraft, die der Schoß der Erde in den Sodener Mineralquellen birgt. Schon im Jahre 1840, zur Zeit wo der Gebrauch der Quelle III (Warmbrunnen) und der Quelle XVIII (Wiesenbrunnen) noch nicht die allgemeine Verbreitung und den Ruf wie heute besaßen, documentirte Dr. Stiebel in seinen wissenschaftlichen Abhandlungen, daß Soden wie kein anderes Bed für Brustletden und folglich bet Alhembeschwerden wohlthuende Erleichterung, unerwartete Heilung, ja vollkommene Genesung böte. Da die Bestandthetle der Sodener Quellen ungeschwächt in den Sodener Pastillen enthalten sind, bemerken wir zum Stutzen für jene, welche an Athemnoth leiden, daß in allen Apotheken. Droguerien und Mineral-Wasserhandlungen diese trefflichen Pastillen, die von den bedeutendsten Autoritäten der medicintschen Welt als unübertrefflich bezüglich ihres Stoffgehaltes und Heilwirkung laut anerkannt werden, i 85 Psg. pro Schachtel zu haben sind. (Beim Einkäufe verlange man nachdrücklichst Aechte Sodener Mineral-Pastillen und achte, ob deren Schachteln mit ovaler blauer Schmtzmarke mit dem Facsimile PH. Herm. Fay versehen sind.) 80 A7finf7 Qol U/u/n Hoflieferant Sr. Maj. d. Kaisers u. Königs Bonn, Berlin unfl • OUI. n Wü. Antwerpen, empfiehlt als unübertroffen, ihre seit mehr als „„„ 50 Gebrannten Java Kaffees 3 ■—————। .»■ « । Lebensmittel-Branche käuflich sind. —■— 3MF* Unregelmäßigkeiten in der Zustellung des Anzeigers bitten wir sofort zu unserer Kenntniß zu bringen, damit wir in der Lage sind, Abhülse schaffen zu können. Expedition de» „Gießener Anzeiger." Kirchliche Auftigeil der evangelischen Gemeinde. Die Bibel stunde am Montag den 11. März fällt aus. 2. Passionsandacht am Mittwoch den 13. März, Abends 6 Uhr, in der Kirche Pfarrer Schlosser. Holzversteigerung. Es kommen zur Versteigerung: I. Montag den 18. März l. I. in den Districten Winneröderhaide, Hainheege, Kälberstall und Saaserheeg- wald: 122 Eichenstämme mit 68,44 Fm., 106 Kiefernstämme „ 56,37 „ 128 Fichtenstangen „ 4,41 „ Zusammenkunft Morgens 9 Uhr im District Winneröderhaide bei Stamm Nr. 1. 1L Dien-tag den 19. März im District Steinweg bei Reinhards- Hain: 3 Eichenstämme mit 1,86 Fm, 345 Fichten- und Kiefernstämme mit 262 Fm., 7 Buchenstämme mit 6,84 Fm. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr im Holzschlag bei Stamm Nr. 1. Grünberg, am 9. März 1889. Großherzogl. Obersörsterei Grünberg. 1920 Vigelius. Dienstag den 9. April l. I., Rachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Kabpar Schomber Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 3 Nr. 144 — 2550 Meter Acker auf dem Läufertsröderweg, Flur 8 Nr.'16 — 2825 Meter Acker auf dem Holzweg, hinter den Schießgärten, Flur 8 Nr. 16a - 2819 Meter Acker daselbst, Flur 8 Nr. 26Wioo - 847 Meter Wiese hinter den Schießgärten, an der Rodheimersttaße, Flur 8 Nr. 26«y100 - 1339 Meter Hof- raithe daselbst, Flur 8 Nr. 26>6/1Oo - 123 Meter Grabgarten daselbst, Flur 8 Nr. 28V,o - 2044 Meter Hofraithe daselbst, Flur 8 3ir. 302/10 - 4296 Meter Acker daselbst, Flur 8 Nr. 322/io — 6840 Meter Wiese daselbst, Flur 8 Nr. 35,6 - 1988 Meter Acker daselbst, Flur 8 Nr. 36,1 — 2169 Meter Acker da - selbst, Flur 8 Nr. 37,1 — 462 Meter Acker daselbst, Flur 8 Nr. 38,1 — 452 Meter Acker daselbst, Flur 8 Nr. 39 — 625 Meter Acker daselbst, Flur 8 Nr. 40 - 625 Meter Acker daselbst, Flur 8 Nr. 41,1 — 1944 Meter Acker daselbst, Flur 9 Nr. 46 — 1350 Meter Acker auf der großen Weide, Flur 30 Nr. 172,'/w - 2634 Meter Wiese über der Erdkaute, auf dem Weg hinter dem Fluthgraben, Flur 3 Mr. 188 - 1869 Meter Acker auf dem Krofdorferweg, Flur 8 Nr. 24 - 1600 Meter Acker diesseits am Grasweg, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 26. Februar 1889. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Bogt, Ortsgerichtsmann. 1571 Mittwoch den 13. Marz, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in der Flett'scheu Hofraithe — Wallthorstraße — gegen Baarzahluna: Sophas, Kommoden, Kleiderschränke, Glasschränke, Tische, Spiegel, Bilder, Uhren, 1L Pferd, 2 Kühe, 1 Stoß- karren u a. n Küche und Hausarbeit erfahren, be- . kommen gute Stellrn zum 25. März oder » 1. April. Frau Schmidt, Seltersweg 15. Sophie nach sünfwöchentlichem schweren Leiden im zarten Alter von 1 Mr l Monaten zu sich zu nehmen. 9 Um stille Theilnahme bitten Gießen, den 11. März 1889. Die tieftrauernden Eltern: Julius Klipstein und Frau. Die Beerdigung findet Dienstag den 12. März, Mittags 1 Uhr, vom Sterbehause, Wallthorstraße 2, aus statt. 8 1922 Todes Anzeige Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mit- Fettung, daß unsere unvergeßliche theure Gattin, liebe Mutter ihrer Rmder, Schwägerin und Schwiegertochter Maria Katharina Veite, geb. K^sei, gestern MittagL Uhr nach langem, schweren Leiden sanft entschlafen ist. Garbentetch, den 11. März 1889. Danksagum Mr die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei unserem schweren Verluste, sowie für die reiche Blumenspende sagt innigsten Dank i94i Familie PH. Klotz. Russische II. Orientanleihe 4% unif. Egypter 6°/o -ons. Mexikaner, große Stücke 90 20 fllpenröschen SawStag den 16. Mär, d. I , Abends 8 Uhr: Todes-Anzeige. , „Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Milthellunq, daß 6ei6®[ie6teSmÄlä4ti9en §eute Morgen 5 Uhr unser Gesunde billige Kost • für das deutsche Volk.' , r. Die neuerdings ins Leben gerufenen wohlfeilen Zeitungen haben keine bestimmte Richtung, keine feste Farbe und keine sichere politische Haltung. Sie nennen sich parteilos, gestehen also den Mangel an politischer Gefinnuna selbst em. Sie pflegen nicht den Sinn für die Ausgaben der Gemeinde und des Staates sie stumpfen ihn eher ab. Das berechtigte Verlangen nach einem billigen Volksblatt, welches dem Volk« eine kräftige, gesunde Kost bietet, kam mithin durch Blätter der bezeichneten Art unmöglich befriedigt werden. ii . Ein VolkSblatt von der rechten Art muß gute, gediegene Unterhaltung bieten, aber auch in seinem politischen The« einer sesten Ueberzeugung Ausdruck geben. Es muß sich zu einem politischen Grundsatz bekennen, klar und gemeinverständlich geschrieben fein, und muß eine "?/^^ung»tre«e Sprache führen. Denn nur aus dem der Meinungen kann Gedeihliche» für die Volk-Wohlfahrt hervorgehen. Vom 1. April d. I. ab erfährt täglich in Berlin die Berliner Morgen-Zeitung mit täglichem „Familienblatt", ein acht große Mio-Heiten starkes liberales Volksblatt, für vierteljährlich I Mark. S'e wird am Abend vorher mit den Zügen nach auswärts versandt, so daß sie auch außerhalb Berlins jeden Morgen in den Händen der Leser ist. Dieses von Lci. Müller-Gotha rebigirte, liberale Volksblatt bringt täq- A ' poetische Rundschau, Tagesneuigkeiten, Gerichtszeitung, I Handelr-Rachrichten nebst Courszettel der Berliner Börse. I ^6ch des Tages Last soll das täglich erscheinende I । - „Familienblatt" —--- durch gediegene Unterhaltung und Belehrung die nöthige Erholung bieten. Rur I gute Schriftsteller, die ihre Erzählungen frisch aus dem Leben schöpfen, sollen rm ,,Fawilienblatt" zum Worte kommen. Wir beginnen mit dem Ab- I druck des äußerst spannenden und intereffanten Romans: I „Gkheimnißvolle Mächte" ... n»« caie™. Auch soll eine sogen. „Spiel- Ecke" für Räthsel, Rebuffe, Scat-Auf- gaben u. s. w. eingerichtet werden. Im Uebrigen folgen wir dem Grund- )atz, daß 1942 für das Volk das Beste gerade gut genug ist und werden hiernach die Auswahl des Lefestoffes treffen. .. $®e Postanstalten des Deutschen Reiches, sowie die Landbrief- träger nehmen jederzeit Abonnements-Anmeldungen entgegen. Wer unentgeltlich eine Probe-Nummer haben will, wende sich an Die ' w Expedition der „Berliner Morgen Zeiümg", Berlin SW. Uhr 15 Min. 5% Italiener Rente ult 5°/( 1871/73er Russen 4% * 880er do. 40/o Gießener Obl. | 5o/0 Buderus Obl. Reichsbank-Disk. 3°/o. — Franks. Bank-Disk. 3°/g. 1936s Schönes Zimmer, möbln t oder unmobltrt, Küche, Zubeh., billig zu ver- nnethen. Marktftraße 14. 1906 Ein möbl. Zimmer zu vermiethen. __Weidengasse 8. 1929 Ein schönes Zimmer mit oder ohne Möbel zu verm., auf Wunsch m Kab. Asterweg 9, Hinterhaus rechts- 1S00J Junge Mädchen vom Lande sucht das Central-Stellenvermieth-Bureau Frau M. «ahn, Neustadt 11. Verloren ein Portemonnaie, enthaltend etwas Geld und Notiz, auf dem Wege von Stttersb, W.-Str., S--A. i. d. Bahnhof. Gegen Belohnung abzugeben 1^38] Hotel Victoria. 1917] Unterzeichneter übernimmt die Anfertigung von Gartenspalieren, Hütten, Hallen, Waschpstöcken, Baumstangen Rosenstangen und aller in dieses Fach einschlagenden Gegenstände. 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