Nr. IO. Samstag den IS. Januar 1889 Amts- und Anzeigcblatt für den Kreis Gießen. Bureau: S ch u l st r - ß e 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MoniagS. P^iS vierieljShrlich 2 Mark 20 Pf mit Nringerlobrn _________________________________________Durch Die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Tßeil, 1 Polizei Reglement. Die polizeiliche Beaufsichtigung der Zpinnstuben in der Gemeinde Heuchelheim betreffend. Mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 29. December 1888 zu Nr. M. I. 31423 wird hiermit nachstehendes Polizei-Reglement für die Gemeinde Heuchelheim erlassen: 1) Spinnstuben dürfen nur bis zu der festgesetzten Polizeistunde stattfinden. Wer über diese Stunde hinaus eine Spinnstube hält oder an einer solchen cheilnimmt, wird mit Geldstrafe bis zu 30 JG. bestraft. 2) Gegenwärtiges Polizei-Reglement tritt mit dem Tage seiner Verkündigung in Kraft. Gießen, am 5. Januar 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen. .. v. Gagern. Bekanntmachung. Es wird zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß der Kreisausschuß des Kreises Gießen in seiner Sitzung vom 11. December 1888 gemäß § 76 des Gesetzes vom 16. Juni 1874 an Stelle des nach Worms versetzten Gymnasialdirectors Rodnagel den Herrn Realgymnasialdirector Weyrich zu Gießen zum Milglied der Kreis-Schul-Commission des Kreises Gießen gewählt hat. Gießen, am 9. Januar 1889. Der Vorsitzende Großherzoglicher Kreis^Schul-Commission Gießen. ____ v- Gagern. Politische »Ueberstcht. Gießen, 11. Januar. Mit der am Mittwoch erfolgten Wiederaufnahme der ReichStagsarbeite« hat die lange parlamentarische WethnachtSpause ihren Abschluß erhalten und zugleich ein neuer wichtiger Arbettsabschnitt für das Parlament begonnen. Zunächst fcheint freilich im Reichstage die Ferienstimmung noch etwas nachzuwirken, denn die Bänke Les Hauses erwiesen sich in der ersten Sitzung des Jahres als ungemein spärlich besetzt und verlief die Sitzung selbst ohne größeres Interesse. — Heber die einstweiligen parlamentarischen Dispositionen für den Reichstag wird aus Berlin gemeldet, daß zunächst die Etatsberathung möglichst gefördert werden soll und sieht man hierbei beim Marine-Etat wegen seiner umfangreichen neuen Anforderungen und der jüngsten überseeischen Erlebnisse unserer Kriegsschiffe interessanten Verhandlungen entgegen. Im Laufe der kommenden Woche soll die inzwischen ausgearbeitete Regierungsvorlage über Ostafrika dem Reichstage zugehen und sofort zur Berathung gelangen, auch die nun bestimmt angekündtgte Credttoorlage, welche 15 Millionen Matk für militärische Zwecke verlangt, wird dem Vernehmen nach in den nächsten Wochen im Reichstage eingebracht werden. Was die Altersversicherung und das Genossenschaftsgesetz anlangt, so werden diese Materien die betreffenden Commissionen noch für längere Zeit in Anspruch nehmen mrd werden überhaupt die Ergebnisse der Commissionsoerhandlungen über die Altersversicherungsoorlage bestimmend für den weiteren Verlauf der Reichstagsfession sein. Eine fernere Vermehrung des Arbeitsmaterials derselben bedeutet die dem Bundesrathe soeben zugegangene Vorlage, betr. die Geschäftssprache bei den gerichtlichen Behörden in Elsaß-Lothringen. Der im vorigen Herbst neugewählte preußische Landtag wird am nächsten Montag Mittag vom Kaiser in Person eröffnet werden und heißt es, daß die Thronrede einen der erstmaligen Eröffnung der preußischen Landesvertretung durch den König entsprechenden besonders bedeutungsvollen Inhalt haben werde. • Eine wahre Sintfluth von Zeitungsartikeln ist anläßlich des Ausganges des Falle- Gestiken wie durch die mit letzterem in Verbindung gebrachte Astaire Marter durch die Presse gebraust, um schließlich einen keineswegs erfreulichen Rückstand auf ihren Spuren zu lassen. Denn der Freilassung Geffcken's wie der bekannten Angelegenheit des englischen Botschafters in Petersburg hat sich die Parteipolemtk in nicht besonders würdiger Weise bemächtigt, so daß es Zett wird, daß die Acten über beide Vorgänge geschlossen werden. In Württemberg haben am Mittwoch Neuwahlen zum Landtage stattgefunden, über die jedoch bis jetzt nur erst spärliche Berichte vorliegen. In der Landeshauptstadt Stuttgart, die bislang demokratisch in der Abgeordnetenkammer vertreten war, wurde Fabrikant Stälin (deutsche Partei) mit 6789 Stimmen gewählt; der bisherige Abgeordnete, Commerctenrath Ehni (Volkspartei) erhielt 3021 und der Soctaldemokrat Klotz 3157 Stimmen. In Cannstatt wurde Oberbürgermeister Rast (deutsche Partei), in Biberach Probst (Volkspartei) gewählt. Die in dieser Woche erfolgte Wiederaufnahme der Verhandlungen des «nga- Lischen Abgeordnetenhauses rückt im Donaureiche die vom österreichischen Parlamente bereits erledigte neue Wehroorlage nochmals in den Vordergrund des Interesses. Zm ungarischen Parlamente, selbst die liberale Regierungspartei nicht ausgeschlossen, macht sich eine starke Strömung zu Gunsten von Abänderungen des Entwurfs bemerklich und halte die kürzliche Anwesenheit des Ministerpräsidenten Tisza in Wien vornehmlich den Zweck, die österreichische Regierung über ihre Geneigtheit zu den unga- rischerseits geforderten Abänderungen zu sondiren. Aber die Herrn Tisza in Wien zu Thetl gewordene Antwort scheint bestimmt ablehnend ausgefallen zu sein, denn alsbald nach seiner Rückkehr nach Pest erklärte Tisza in einer vertraulichen Sitzung der Re- Sterungspartei, er müsse auf unveränderter und möglichst einhelliger Annahme der Wehroorlage bestehen und deshalb die Cabinetsfrage stellen. Nach dieser Erklärung des ungarischen Ministerpräsidenten ist nicht zu bezweifeln, daß das neue Wehrgesetz Ichlreßlich auch im ungarischen Reichstage unverändert und mit großer Mehrheit zur Annahme gelangen wird. Gegen das Deutschthum in den russischen Ostseeprovinzen weht neuerdings wieder ein schärferer Wind von Petersburg her. Es geht dies aus einer Reihe von Maßregelungen hervorragender Persönlichkeiten deutscher Nationalität in den Ostsee- prooinzen hervor; als das jüngste Glied in dieser Kette erscheint das Vorgehen der ! I «e russischen Regierung gegen den früheren Bürgermeister von Reval, Greiffenhagen. Derselbe war wegen Nichterfüllung der Verordnung bezüglich Gebrauches der russischen Sprache auf kaiserlichen Befehl seines Amtes entsetzt, jedoch vom eftländischen Oberlandesgericht freigesprochen worden. Nunmehr hat aber der Petersburger Senat Herrn Greiffenhagen rechtskräftig zur Ausschließung aus dem Dienste oerurtheilt, was also einen neuen Schlag gegen das Deutschthum in den Ostseeprooinzen bedeutet. In verschiedenen Städten Spaniens, besonders aber in der Hauptstadt Madrid selber, ’^ben in den letzten Wochen Bombenattentate stattgefunden. Am Dienstag nun ist ein solcher verbrecherischer Versuch sogar gegen Den königlichen Palast in Madrid unternommen worden, indem auf einer Hintertreppe desselben eine Petarde explodirte, wodurch indessen nur einige Fensterscheiben zertrümmert wurden; der Urheber des Bubenstückes ist noch nicht entdeckt. Ein Vkm Gouverneur von Madrid zugegangenes, natürlich anonymes Schreiben kündigt noch 25 weitere Petarden-Altentate an, deren letztes gegen die PolizeiPräfectur selber gerichtet sein würde. ------o .....- ----------- ■ ... --------- _ Deutschland. Darmstadt, 10. Januar. Seine Köntgl. Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigft geruht: Am 9. Januar: 1) den Ministerialrath bei dem Ministerium des Innern und der Justiz, Ferdinand Emmerling, zum ständigen Mitgliede und Vorsitzenden des Landesversicherungsamts, sowie 2) den Rath bei der Prooinzialdirection.Starkenburg, Regierungsrath Dr. Wilhelm Zeller, und \ 3) den vortragenden Rath bei den Abtheilungen des Ministeriums der Finanzen, Oberfinanzrath Ferdinand Fuhr, zu ständigen Mitgliedern des Landesoersicherungsamts im Nebenamte, mit Wirkung vom 1. k. M. an, — zu ernennen. Dem Minifterialsecretär bei Großherzoglichem Staatsministerium, Dr. Freiherrn v. Wedekind, wurden die Funktionen des Secretärs und Protokollführers bei dem Großh. Landesversicherungsamt überfragen Darmstadt, 10. Januar. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigft geruht: Am 9. Januar Seine Durchlaucht den Herrn Fürsten Bruno zu Isenburg und Büdingen zum ersten Präsidenten der Ersten Kammer der Stände des Großherzogthums für die Dauer des 26. Landtags zu ernennen. Darmstadt, 10. Januar. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 9. Januar den Hilfsgerichtsschreiber beim Amtsgerichte Grünberg, Ludwig Kohlheyer, zum Gerichtsschreiber beim Amtsgerichte Ltch zu ernennen. Berlin, 9. Januar. Am Ende des Jahres 1888 waren nach amtlichen Ausweisen in den deutschen Münzstätten an Reichsmünzen insgesammt ausgeprägt worden, an Goldmünzen: Doppelkronen für 1,724,385,280 JG, Kronen für 476,054,870 JG, halbe Kronen für 27,969,925 JG Auf Prioatrechnung sind von den Goldmünzen für 907,377,530 JG geprägt worden. An Silbermünzen wurden geprägt: Fünfmarkstücke für 73,641,190 JG, Zweimarkstücke für 104,683.582«^, Einmarkstücke für 178,990,334 JG» Fünfpfennigslücke für 71,486,552 JG, Zwanzigpfennigslücke für 35,717,922,80 JG An Nickelmünzen: Zwanzigpfennigstücke für 3,000,708,20 JG, Zehnpfennigstücke für 25,116,394,10 JG, Fünfpfennigstücke für 12,345,010,95 JG An Kupfermünzen: Zweipf enntgstücke für 6,213,207.44 JG, Einpfennigstücke für 4,331,525.11 JG Von allen diesen Münzen sind nach Abrechnung der wieder etngezogenen gegenwärtig noch im Umlaufe: an Goldmünzen für 2,226,583,035 JG, an Silbermünzen für 451,494,888 JG, an Nickelmünzen für 40,461,349.70 JG und an Kupfermünzen für 10,544,684.81 JG — Der Reichstag wird sich voraussichtlich auch in der laufenden Session mit einer Petition auf Einführung des Befähigungsnachweises für das Baugewerbe zu beschäftigen haben. Deutscher Reichstag. 17. Plenarsitzung. Donnerstag, den 10. Januar 1889, 1 Uhr. Das Haus ist gut, die Tribünen sind mäßig besetzt. Aus der Tagesordnung stehen Wahlprüfungen. I. Die Wahlprüfungscommtsston beantragt durch ihren Referenten, Abg. Francke (natl.), das Mandat des Abg. v. Wedell-Piesdorf (cons.) durch dessen ' Ernennung zum Minister des König!. Hauses nicht für erloschen zu erklären, da dies Ministerium nicht als ein Staatsamt zu erachten sei. Der Antrag wird debattelos mit grotzer Mehrheit angenommen. 11. Die Wahlprüfungscommission beantragt ferner, die Wahl des Abg. Dr. Götz (natl.) im 13. sächs. Wahlkreise für gültig zu erklären. Hierzu liegen vor: a. ein Antrag des Abg. Singer (Soc.), welcher die Aus- . setzung oea Beschlusses über die Wahl und Eruüttelungen über gewisse Vorkommnisse ; bei Oec Wahl verlangt, b. ein Unterantrag des Abg. Rickert u. Gen. (dfr.), welcher j die Ermittelungen nach dem Anträge Singer in größerem Umfange verlangt und weiter ' die bet der Wahl abgegebenen Stimmzettel vorzulegen bezweckt. Von den beiden Anträgen findet nur der Antrag Rickert die erforderliche Unter- ! Stützung, so daß nur dieser zur DiScussion gestellt wird. Abg. Singer (Soc.) schildert die Hetze, welche man in dem betreffenden Wahl- kreise gegen die Socialisten inscenirt und die Leute, von denen die Hetze ausging. Die Sociaioemokraten habe man bedroht, daß sie der staatsanwaltlichen Verfolgung anheimsallen würden wegen Geheimbündelei, wenn sie für den focialistischen Candidaten stimmten. Großindustrielle haben ihre zahlreichen Arbeiter beeinflußt und mit Entlassung dedrohl. Auch die Kriegeroereine haben sich in die Wahlagitation gemischt, im Widerspruch mit den Bestimmungen ihrer Statuten. Man solle auch diesen Vereinen gegenüber das Vereinsgesetz in Anwendung bringen. Sachs. Militärbevollmächttgter Major v. Schl leben bestreitet, daß die sächs. Kriegervereine Politik treiben. Die vorliegenden Aufrufe ergeben nur, daß ein Appell an die Treue der ehemaligen Soldaten ftattgefunden hat; von Politik ist in diesen Aufrufen nichts enthalten. Abg. Rickert (Dfr.): Wenn man die Aufrufe nicht politisch findet, dann können wir uns eben über das, was politisch ist, nicht mehr verständigen. In dieser wichtigsten Aufgabe der Volksvertretung, in Den Wahlprüfungen, hat leider ein bedauerlicher Umschwung in den Anschaungen der Wahlprüiungscommission stattgefunden, deren subjectioeS Ermessen sich immer mehr erweitert, während das politilche Moment, das früher stets hochgehallen wurde, jetzt bedeutend in den Hintergrund tritt. — Es ist unrichtig, datz der Abg. Götz die Mehrheil erhallen habe, auch wenn man alle angefochtenen Stimmen in Abrechnung bringt. Die Wahlprüfungscommission hat eine ganze Anzahl von Protestgründen jür unerheblich gehalten, welche in jedem Falle die llngultigteit der Wahl zur Folge haben müssen, auch wenn der Nachweis darüber nicht erbracht werden kann, welchen zahlenmäßigen Effect Oie betreffenden Verstöße zur Folge gehabt Haven. Hierher gehört namentlich oie Agitution der Kriegeroereine. Wir werden diese Agitationen fortgesetzt hier zur Sprache bringen, bis Abhülfe erfolgt h(. Redner legt eine Anzahl von Stimmzetteln der Kartellparreien Oes betr. Wahlkreises vor, die sich äußerlich deutlich von Den Stimmzetteln der anderen Parteien Oes Kreises unterscheiden. Durch solche Unterscheidung werde die geheime Wahl vereitelt. Redner hofft, man weide den erhobenen Beschwerden Abhülse schaffen. Sächs. BunOesbeoollm. Graf Hohentyal weist energisch die Beschuldigung zurück, daß Die sächsische Regierung den Kriegetoereinen gegenüber sich zu nachsichtig verhalten habe. Die sächsische Regierung ist Der Ansicht, daß Die Agitation gegen die Socialdemokratie keine polnische Agitation ist. (Hört! hört! links. Sehr richtig! rechts.) Auch Die Fachoereine läßt man tn Ruhe, so lange sie Der Sociaioemokratie fern bleiben. Die freisinnige Partei kommt in Sachfen nicht in Betracht, Denn sie hat dort keinen Boden. Abg. Zeitz (natl.) vertheidigt das Verhalten der Kriegeroereine; dieselben hätten längst in Aussicht genommen, Socialdemokraten durch das Statut von Der Mitgliedschaft auszuschlietzen. Wenn wirklich in einzelnen Fällen Verstöße gegen Die statutarischen Bestimmungen vorgekommen sind, so soll man Nicht allgemeine Vorwürse gegen die ganzen Vereine erheben, das haben Die Leute, die uns unser VaterianO rotebergegeben haben, nicht verdient. (Bravo!) Die Politik ist übrigens zuerst von den Socialdemokraten, speciell^oon Herrn Viereck, in die Meimugen'fchenKrregeroereme hmein- getragen worden. Socialoemokratlsche Tendenzen machten sich mehrfach tn Den Krieger- vereinen bemerkbar. Da schien es doch nöchig, Darauf zu sinnen, ob nicht Die Bestimmung in das Statut auszunehmen fei, socialdemokraiische und antimonarchische Elemente sind von der Aufnahme ausgeschlossen. Es ist doch nicht abzusehen, was Oie Sociaidemokraten in einem Kriegeroereine tyun wollen? Durch die Aufforderung eures Vorsitzenden: Thut Eure Schuldigkeit! ist kerne Beeinflussung geübt, Denn Dvr Vorsitzende ist sür die Mitglieoer ferne Behörde. Redner bittet unter Ablehnung aller weitergehenden Anträge die Wahl des Abg. Dr. Götz sür giliig zu erklären. Abg. Dr. Vaiel (natl.) nimmt die Wahlprusiingscomunssion tn Schutz gegen die Vorwürfe Rickerts. Abg. Träger (Dfr.) kann das Eintreten der Kriegervereine in die politischen Wahlen tn keiner Form billigen. Rach dem vorliegenden Ausrus habe aber ein solches Eintreten ftaitgefunoen, auch bet Der Wahl des Herrn Zeitz spielten Die Krtegeroereme eine Rolle. Agitatorisch war auch Die amtliche Bekanntmachung, Daß das. Septennat die Ursache Der Reichstags-Auflösung gewesen fei; das glaubt heute und glaubte wohl schon damals Niemand. etaatöfecretär v. Boetticher findet, daß die amtliche Bekanntmachung, um die Septennatsfrage klar zu stellen, nicht bloS nicht agitatorisch, sonDern unter den obwaltenden Umständen sogar nothwendig und sehr nützlich gewesen. Abg. Frhr. v. Friesen (conf.): Wenn Wahtterrorismus geübt worden ist, so ist er nicht von Setten der Eartellparteien, sondern von Den SocialDemokraten geübt worDen. Redner vertheidigt Die Maßnahmen Oer sächsischen Behörden. Abg. Frhr. v. Huene (Etr.) beantragt Zurückverweisung der Sache an die Commission, um über einige, ihm wichtig erscheinende Punkte noch nähere Ermittelungen anzustellen. Die Debatte wird geschlossen. Der Antrag o. Huene (Zurückverweisung an die Commission) wird abgelehnt, ebenso Der Antrag Rickert (Erhebungen über angebliche Unregelmäßigkeit) und der Antrag der Commission (Gültigkeitserklärung) angenommen. Hierauf vertagt sich das Haus. Rachste Sitzung Freitag 1 Uhr. Tages-Ordnung: Wahlprüfungen. Schluß 53/* Uhr. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Korrespondenz - Bureau / Berlin, 10. Januar. Fürst Bismarck ist heute Abend 91/» Uhr hier eingetroffen. Wien, 10. Januar. Nach einer Meldung der „Wiener Zeitung" erhob der Kaiser den Baron Hübner in den Grafenstand. — Dem Vernehmen nach beginnen heute unter dem Vorsitz des Erzherzogs Albrecht die Conserenzen wegen der durch das neue Repetiergewehr nothwendigen Einführung eines neuen Exercier - Reglements für die Infanterie. London, 10. Januar. (Meldung des Reuter'schen Bureaus aus Bombay.) Ein Sepoy der Herater Infanterie schoß auf den Emir Abdurrahman während einer Truppenparade in Mazaricheris; der Emir blieb unverletzt, der Sepoy wurde sofort niedergehauen. Paris, 10. Januar. Der Marineminister theilte im heutigen Ministerrathe ein Telegramm des Gouverneurs von Obot mit, worin gemeldet wird, daß der Gouverneur mit dem Commandanten des französischen Schiffes „Meteore" übereingekommen sei, Maßregeln zur Unterdrückung des Sklavenhandels zu treffen. Belgrad, 10 Januar. Das Amtsblatt veröffentlicht Ukase, wodurch der bisherige Gesandte in Wien, Bogicevtcs, tn Disponibilität versetzt und der Staatsrath Milan Petronijevic zum Gesandten in Wien ernannt wird. Rewyork, 10. Januar. In Pennsyloanien wüthete gestern ein furchtbarer Cyclon, der beträchtlichen Schaden anrichtete. Aus Reading werden 50 Todesfälle gemeldet. In Pittsburg wurde ein im Bau begriffenes Gebäude niedergerissen. Die Trümmer fielen auf in der Nähe stehende Häuser, welche dadurch theilweise zerstört wurden. Bisher sollen 28 Personen, darunter 4 lobte und mehrere Schwerverletzte, aus den Trümmern herausgeschafft worden sein. Lokales. Gießen, 11. Januar. Der Hochw. Herr Bischof von Mainz, Dr. Paut Leopold Haffner, wird im Laufe des Monats Juli nach hiesiger Stadt kommen, um das heilige Sacrament Der Firmung auszuspenden. Vermischtes. Darmstadt, 8. Januar. Das Testament des verstorbenen Prinzen Alexander von Hessen ist, wie aus bester Quelle verlautet, gestern eröffnet worden. Dasselbe soll namhafte Legate für wohlthättge Institute und Zwecke enthalten, dagegen Horen wir, daß in absehbarer Zeit eine bedeutende Vereinfachung der Hofhaltung hier und auf dem Hetligenberg bet Jugenheim etntreten soll. Usingen. Am 6. Januar, gegen halb 3 Uhr Morgens, brach in dem benachbarten Orte Hausen ein nicht unbedeutendes Feuer aus. In der Behausung des Gastwirtbs Best daselbst entstand der Brand auf eine bis jetzt noch unaufgeklärte Weise tn bem Oekonomiegebäude zwifchen Scheune und Dem im vorigen Jahre neugebauten Saale. Das Feuer verbreitete sich mit rasender Geschwindigkeit und es mußten ter Brandgeschädigte Best mit feiner Familie, welche in tiefem Schlafe lagen, von Nachbarn geweckt werden und konnte Best nur noch schnell seine Papiere retten. Das Wohngebäude, Scheune nebst Stallung und einem daranftoßenden unbewohnten Hause sind total niedergebrannt; außerdem sind verbrannt: 3 Kühe, 1 Rind, 4 Schafe, Der Hofhund an der Kette, 6 Ferkel, sowie Hühner und Tauben. Von Usingen aus war die betreffende Abtheilung Feuerwehr rasch an der Brandstelle und gelang es den Gesammtbemühungen Der aus Der Umgegend erschienenen Feuerwehren dem Weiter- greisen des Brandes ein Ziel zu setzen. Wie wir hören, ist Gastwtrth Best versichert. Groß-Eichen, 8. Januar. Der Diphtherie wegen, welche während einiger Wochen unter den hiesigen Kindern herrscht und schon mehrere Opfer forderte, wurde heute die Schule dahier geschlossen. (Gründ. Anz.) A Mainz, 10. Januar. In dem gestern erwähnten großen Hehlereiprocetz vermochte die Beweisaufnahme nur für einen Theil der beschlagnahmten Gegenstände den Nachweis zu erbringen, daß solche von Diebstählen herrühren. Trotzdem hielt die Staatsanwaltschaft an der Anklage in vollem Umfange fest und beantragte gegen die beiden beschuldigten Eheleute Wtttmann je em Jahr Zuchthaus, entsprechende Zeit Ehrverlust und Zulässigkeit der Polizeiaufsicht. Der Urtheilsspruch erfolgt erst nächste Woche. A Mainz, 10. Januar. „Behüt' Dich Gott, es wär' so schon gewesen" rc. Das jungst hier aufgetauchte, allseiis mit Den freudigsten Hoffnungen begrüßte Projekt, in Mainz eine ständige Sommerbühne, die allen Anforderungen, die die Neuzeit an ein Sommertheater stellt, entsprechen sollte, zu errichten, ist jetzt auch wieder zu Wasser geworden. Der Großindustrielle, von dem das Projekt ausging, hat, nachdem, ihm begreiflich geworben, daß ein solches Sommertheater etwa 200,000 JL kosten würde, von dessen Ausführung Umgang genommen. A Mainz, 10. Januar^ Mehreren Herren von Wiesbaden begegnete gestern das Mißgeschick, daß sie als Spione verhaftet wurden. Dieselben machten einen Spaziergang von Wiesbaden nach Erbenheim, wobei sie sich etwas neugierig das auf Der Erbenheimer Höhe gelegene Fort Biehler betrachteten. Ein Officter gewahrte dies und ließ die Herren verhaften. Erst nach zwei Stunden, nachdem Die Personen ihre vollstänDige Harmlosigkeit Dargethan unD auf das Unbestreitbarste bewiesen hatten, daß der Zweck ihres Ganges lediglich war, in Erbenheim den berühmten Aepfelwetn zu versuchen, wurden dieselben wieder tn Freiheit gesetzt. A Aus Rheinhessen, 10. Janitsr. Der in Passau verhaftete Sparkasserechner Zerban ist bereits auf dem Rücktransport und wird morgen schon in das Mainzer Untersuchungsgefängnttz abgeltefett werden. Der größte Theil des Fehlbetrags soll übrigens durch Verwandte gedeckt sein. A Aus dem Rheingau, 10. Jauuar. Nach den amtlichen Ermittelungen wurde in den 31 weinbautreibenden Gemeinden des Rheingaues verflossenen Herbst durchschnittlich nur ei« guter halber Herbst geerntet; Ausnahmen bilden Eltville, Neudorf und Rüdesheim. Die Qualität wird mit „gut", „mittel" und „gering" bezeichnet. — Frankfurt, 10. Januar. Gestern Nachmittag ist hier ein Unglücks fall passirt, der in den wettesten Kreisen als Warnung dienen mag. Entgegen dem polizeilichen Verbot sprang der Backsteinfabrikant Zorbach auf Der Eschersheimer Landstraße in der Nähe seiner Wohnung von Dem in voller Fahrt befindlichen Zuge der Localbahn, wurde dabei vorn Trittbrett des Wagens erfaßt, zu Boden geschleudert und erlitt einen complicirten Beinbruch. In verflossener Nacht ist der Bedauernsweithe dieser Verletzung erlegen. Mögen alle Jene, welche nicht über ganz besonders gelenkige Beine verfügen, sich diesen Fall.zur Warnung Dienen lassen! — Das reifenDe Publikum sei darauf aufmerksam gemacht, daß laut Bekanntmachung des Eisenbahnstations-Vorstehers des hiesigen Hauptbahnhofs auf dem sogen. Kopf- oder Querperron das Abläuten der Züge nicht mehr erfolgen wird. Man will davon um deswillen hinsüro absehen, weil es sich bei den gewaltigen Raum- verhältnissen des Bahnhofes, sowie der Menge abgehender und ankommender Züge nicht nur nicht bewährt, sondern auch manchmal zu Mißverständnissen Anlaß gegeben hat. + Bockenheim, 10. Januar. Die Nachricht von dem Tode des am Sonntag von einem Ctoilisten gestochenen Husaren scheint, obwohl sie von allen Seiten gemeldet wurde, verfrüht gewesen zu sein. Heute heißt es, der Todtgesagte sei noch am Leben und befinde sich sogar auf dem Wege Der Besserung. Bromberg, 10. Januar. In Der vergangenen Nacht ist das große Dampf- mühlen-Etabltssement der Gebrüder Schramm, Wtlhelmsmühle, niedergebrannt. Bet dem Rettungswerk büßte der Besitzer der Mühle, Richard Schramm, sein Leben ein. Derselbe wurde im Msselhause gefunden, von Dämpfen erstickt. — Alt-Heidelberg, die Feine, ist bekanntlich von Engländern geradezu überschwemmt. Nicht nur während der sommerlichen Reisezeit, sondern das ganze Jahr hindurch darf man sicher sein, fast in jedem dritten Menschen, dem man auf Den Promenaden der Stadt begegnet, einen „Box Blox", wie man dort sagt, vor sich zu haben. Eine große Zahl britischer Familien hat sich nämlich ganz und gar in der feuchtfröhlichen Neckarstadt niedergelassen und auch längst ihre eigene Kapelle da gebaut. Aber öffentliche englische Schulen gibt's in Heidelberg noch nicht; die jungen Insel- Söhne und -Töchter besuchen meist Privatschulen oder die städtischen Bildungsanstalten und folgen dort, so gut und so schlecht es eben geht, dem deutschen Unterricht. In einer der Klassen des Gymnasiums sollte so ein kleiner blonder Bor-Blox bei der Lektüre der Sterbe-Scene Geßler's in Schiller's „Wilhelm Tcll" die Verse in Prosa setzen: „Rasch tritt der Tod den Menschen an; es ist ihm keine Frist gegeben". Mit der seinen Stammesgenossen eigenen Anmuth erklärte das Englischmännchen: „Das heißt, daß der Mensch muß schnell sterben, uenn ihm ist nicht gegeben, uaL er frißt!" — [Ungünstige Jahres-Abschlüsse von Brauereien.) Unsere Kapitalisten, die sich eingebildet hatten, Bier-Actien seien gegen alle „Unfälle" gefeit, sind durch die wahrhaft betrübenden Abschlüsse von drei Münchener Großbrauereteu au3 all' ihren geträumten Himmeln gefallen. Zuerst kam die Brauerei zum Münchener Kindl-, welche nur brutto 60,000 JL erübrigte, die nicht einmal zu Den vorgesehenen Abschreibungen hinreichten, viel weniger zur Zahlung einer Dividende; dann die Actien - Brauerei von Gebrüder Schmederer, welche ebenfalls „vorzog", ihren bescheidenen Gewinn zu den allerdings dringend gebotenen Abschreibungen zu verwenden, und schließlich stellte sich die Hackerbrauerei mit dem Bekemttniß ein, daß Der Ueberschuß pro 1887—88 um etwa ein Drittel geringer sei als im Vorjahre und die Verkeilung von nur 5 Proc. Dividende gestatte, gegen 8 Procent in den drei Vorjahren. (N. H. V.) London, 7. Januar. Der hiesige Photograph Bull hängte vor einigen Tagen einen Kasten mit 150 Damenphotographien aus. Die Bilder alle waren in der Art adjustirt, daß die Gesichter fein sauber ausgeschnitten auf den Körpern von photo- graphirten Gänsen angebracht waren. Natürlich klagten zahlreiche Damen, Die nicht in so beleidigender Weise bem Publikum vorgeführt werden wollten. Der Photograph verantwortete sich in folgender Weise: „Alle Bilder, die ich in dem Kasten verwendete, wurden mir von Den Damen mit der Bemerkung zurückgewiesen, sie seien nicht kenntlich. Ist dies richtig, so können sie nicht einschreiten, wenn ich die Bilder ausstelle sind die Portraits aber gelungen, bann ist jebe ber photogrophirten Damen verpflichtet, dieselben zu nehmen und meine Rechnung zu bezahlen." Der Richter pflichtete diese». Anschauungen nicht bei und befahl dem Photographen, den Kasten mit den beanstandeten Bildern zu entfernen. UniversttätS-Chronik. — Als Privatdocent der Geschichte habiltttrte sich bet der Universität zu Berlin Dr. Albert Nauds, der sich durch Studien zur Geschichte Friedrichs des Großen bekannt gemacht. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 1. Sonntag nach Epiphanias, den 13. Januar: Vormittags 9Vr Uhr: Professor Dr. Gottschick. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. Bibel stunde: Montag den 14. Januar Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule, 1. Mos. Kap. 18, des Herrn Einkehr bei Abraham und AbrahamS Reden mit dem Herrn. Pfarrer Dr. Naumann. Am Sonntag den 20. Januar, Beichte und heiliges Abendmahl im Vormittagsgottesdienst. Die PfarrgeschLfte vom 13. bis 19. Januar besorgt Pfarrer Schlosser. Dem Kirchbaufonds sind im Jahre 1888 noch folgende Betrage*zugeflossen: als Ertrag einer Verloosung, veranstaltet von Fräulein Lina Möser, jetzt Lehrerin an der Alice-Schule, mit Arbeiten ihrer Schülerinnen 2*-0 <^L, von den Herren Rechtsanwalt L. und Rentner S ck. je 20 Jt, durch Herrn Pfarrer Schlosser 10 jt und 22 als Reinertrag des Lutherfestspiele 4120 JL 10 als Kirchenkollekte am Ernte-Dankfest 73 JL 85 aus den Opferbüchsen in der Kirche im 2. Vierteljahr 21 v4L 98^; im 3. Vierteljahr 18 JL 34 im 4. Vierteljahr 75 43 JC. Gesammt- betrag jetzt 13669 at 53 1 Die Kirchenkollekte am 1. Weihnachtsfeiertag für die Kleinkinder-Bewahranstalt betrug 32 vM 9 bie am 2. Weihnachtsfeiertag für die Armen der Gemeinde 47 JL 87 desgleichen am Neujahrstag 34 die am Epiphaniassonntog für die Heidenmission 37 Jt. 70 Katholische Gemeinde. 1. Sonntag nach Epiphania. Samstag: Nachmittags um 5 Uhr und Abends um V-8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von W Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um W Uhr Frühmesse: um 3/410 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 3 Uhr Christenlehre und Andacht- Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 4« Uhr, Samstag Morgen Uhr, Samstag Mittag 3«* Uhr, Samstag Abend 515. Ausfchreiben. j Die Stelle eines Bezirk-bau- I aufsehers für den II. Baubezirk des Kreise- Gießen mit dem Sitz in ' Hungen soll auf 1. Apcll d. I. ' neu besetzt werden. Mit der Stelle ist ein fester Gehalt von 1400 und ! Nebenemkünste von 2—300 «/& ver- j bunden, dagegen ist die Ausführung l von Privatardeiten nicht gestattet. Nach Ablauf einer angemeffenen f Probedienstzeit kann dem Inhaber der | Stelle Pensionsberechtigung, sowie ; Witt wen- und Waifenversorgung zu- - gebilligt werden, wobei im Wesentlichen die Grundjätze zur Anwendung kommen, welche sür tue auf Widerruf angestellten Staatsbeamten gelten. Der Bezirksbauausseher hat einerseits in 23 Gemeinden das Gemeindebauwesen und andererseits die Unterhaltung von rund 60 Km- Kreisstraßen zu überwachen, muß also ebensowohl tm Hochbau als im Straßenbau ausgebildet und erfahren sein. Bewerber wollen ihre mit einem Lebenslauf und Zeugmßadschristen versehenen Meldungen bis spätestens 1. Februar hierher einreichen. Zu persönlicher Vorstellung wird ersorder- lichen Falles besondere Einladung ergehen. Gießen, am 10. Januar 1889. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen. v. Gagern. 381 Arn 14. Januar 1889, Vormittags 10 Ohr, sollen die Verpflegungsbedürfnisse für das hiesige Garnison-Lazarelh für die Zeit vorn 1. April 1889 bis ult. März 1890 in öffentlicher Submission vergeben werden- Die bezüglichen Bedingungen, welche auch die Qualität und Quantität der zu liefernden Gegenstände angeben, liegen tm Bureau des Garnison-Lazareths auf und sind vor Abgabe von Offerten zu lesen und zu unterschreiben. Die Offerten, welche die Preisforderungen in bestimmten Geldbeträgen (J4 — H) pro Liter, Stück und Kg. ausdrücken und den sonstigen Bedingungen entsprechen müssen, sind bis spätestens am 14. Januar 1889, Vormittags 10 Uhr, im Bureau des Garnison-Lazareths zu Händen des Chefarztes abzugeben. 372 Großherzogl. Garnison-Lazareth Gießen. Arbeitsversteigerung. Donnerstag den IT I. M., Nachmittags 1 Uhr, sollen in dem Gemeindehause zu Alten- Buseck zur Unterhaltung der Schulgebäude daselbst nachstehende Arbeiten öffentlich in den Accord gegeben werden: veranschlagt zu Maurerarbeiten JL 7.— Dachdeckerarbeiten „ 232.50 Schlosserarbeiten „ 31 — Glaserarbeiten „ 2316 Schreinerarbeiten „ 85.— Weißbinderarbeiten „ 11.90 Gießen, den 10. Januar 1889. Senßselder, 369 Bez.-Bauausseher, Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Die Landbriesträger führen auf ihrenl Bestellungsgängen Bücher mit sich, welche zur Eintragung der ihnen vom Publikum zur Beförderung nach der nächsten Postanstalt übergebenen Sendungen mit Werthangabe, Einschreibsendungen, Postanweisungen, gewöhnlichen Packele und Nachnahmesendungen bestimmt sind und zur größeren Sicherheit für die richtige und rechtzeitige Ablieferung dieser Gegenstände dienen. Will der Absender die Eintragung selbst bewirken, so hat der Landbriefträger demselben das Buch vorzulegen. Bei Eintragung des Gegenstandes Seitens des Landbriefträgers muß den Absender auf Verlangen durch Vorlegen des Buches die Ueberzeugung von der stattgehabten richtigen Eintragung gewährt werden. Da diese Einrichtung und das dem Publikum durch dieselbe gebotene Mittel zu seiner Sicherstellung immer noch nicht genügend bekannt zu sein scheint, so wird auf das Bestehen derselben besonders aufmerksam gemacht. Darmstadt, den 5. Januar 1889. Der Kaiserliche Ober-Postdirector. Clavel. Bekanntmachung. Das Schulgeld für die Stadtknaben - uno Stadtmädchen- schule pro 111. Quartal 1888/89 kann innerhalb 8 Tagen an den Zahltagen : Dienstag, Donnerstag und Samstag ohne Kosten zur Stadt- kaffe bezahlt werden. Gießen, den 11. Januar 1889. Der Stadtrechner: Enders. 375 Aeltestes u. grösstes Schuhgeschäft Giessens empfiehlt Mäusburg und Wettergasse Mänsburg und Wettergasse Billiger als jede Concurrenz sein Lager aller Sorten dauerhaft und elegant gearbeiteter Schnhwaaren als: Knopf-, Schnür-, Schaft- und Zagstiefel, Winterschuhe, Filzschuhe und -Stiefel, sowie Gummi- u. Tanzschuhe für Damen, Herren und Kinder von den gewöhnlichsten bis zu den hochfeinsten aus den besten und grössten Fabriken. Für Arbeiter u. F andiente H6 Grösstes Tager in schweren und dauerhaften Arbeitsschuhen, langen und halblangen Knie-, Kohr- und Reitstiefeln, Holzschuhen und allen Sorten Filz-, Stroh- und Einlegsohlen. öWte Preise. Reelle Bedienung. Reparaturen stets schnell uti hilüint nnun Mein Ladenlokal nebst Eomptoir ist wegzugS- halber für Mk. lOOO pro anno zu vermietheu. 96 Hermann Marat, Marktplatz. ! Donnerstag den IT 1. M, Nachmittags 2 Uhr, ! sollen in dem Gemeindehause zu Alten- j Buseck zur Unterhaltung der Kirche und Pfarrgebäude daselbst nachstehende Arbeiten öffentlich in den Accord gegeben werden: veranschlagt zu Maurerarbeiten 50.09 Dachdeckerarbeiten „ 76.— Schlofferarbeiten „ 12 — Glaserarbeiten „ 45.— Schreinerarbeiten „ 293.50 Weißbinderarbeiten „ 40.50 Gießen, den 10. Januar 1889. Senßselder, 370_____________Bez.-Bauausseher. Bekanntmachung. Brennholz Versteigerung im Licher GemnndewM. Donnerstag den IT Januar werden in den Districten Ptattenwald, Alte Kühunter und Fichtenkopf versteigert: 107 Rmtr. Eichen-Stamm-Knüppel, 18 „ Nadel-Knüppel, 30 „ Nadel-Stöcke, 11850 Eichen-, Kiefern- und Fichtcn- Wellen. Die Zusammenkunft und Anfang ist am Hattenröder Vicinalweg beim Pflanzgarten Vormittags 9% Uhr. Lich, den 10. Januar 1889. Großherzoqliche Bürgermeisterei Lich. Walz. 374 Iieilgeöoteues. Krüppeln täglich bei 330 A. Noll im Stern. Große ' Harzer Kümmelkäse fein und pikant irn Geschmack, 90 Stück 3 Mark 30 Pfg incl. und frco; bei größere Posten billiger. Christoph Lutze III« 9 94 Stiege i Harz. Niederlage^ ber ächten $rof. Dr. Jäger'schen Normalhewden, Hosen und .Unterjacken aus der Fabrik von W. Beuger Söhne in Stuttgart zu Original-Fabrikpreisen bei 261 Julius Schulze, am Kreuz.________ Aus dem Bratwurft-Glöcklein in Nürnberg: frische Bratwürstchen empfiehlt 358 Carl Schwaab’s Delicatessenhdlg. Täglich frischeKreppel empfiehlt Ifritz Schreiner, 244 Lindenplatz. WM—D Drogenhandlung ~ I elßß OttoSchaaf, ■ Seltersweg 39. Tä»l. frischeKreppel gefüllt und ungefüllt. Heinr. Kinkel, Conditor, 379] Marktstraße 32. iFilz-u.Seidenhüte» ♦ Irühjahrmode 1889 ) billigst bei [383 Z ♦ Schmidt K Repp. J z Größte Auswahl inz r Regenschirmen ♦ ♦ Bei [384 J ♦ Schmidt <$? 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Hoffmann. 113] Asterweg 9 ist das Nebenhaus an eine stille Familie zu vermiethen.________ i61 Eine Wohnung von drei schönen großen Zimmern nebst Küche ist sofort zu vermiethen. Neuenweg 33. 117] Ein großes und ein tleines Logis zu vermiethen. Unverzagt, Steinstraße. 285 Die von Herrn Staatsanwalt Theobald bewohnten 3 Zimmer (Beletage) sind zum 1. April zu vermiethen. — Auch wird et), die ganze Wohnung, sechs Zimmer nebst allem Zubehör und Wasserleitung, vermiethet — Die seither von Herrn Dr. Krüger bewohnten 2 Zimmer (parterre) find sofort zu vermiethen. ^Näheres Ludrvigstraße 52. 101] Kl. Familienlogis zu vermiethen. Neuenweg 38 im Laden. Schlotzgaffe 17 ist ein FamilienlogiS von drei Zimmern auf 1. Februar zu vermiethen ’ 172 289] Einfach möbl. Zimmer zu vermiethen._____________Bahnhofstraße 56. 344] Zwei Zimmer, Küche, Kammer, zu vermiethen.________I. Schmücker. 165] Geschäftslocal mit Nebenräumen und Wohnung, gut gelegen, geräumig, billig. Näh, beim Hausbes. Kirchenpl. 11. 5707] Freundlich möbl. Zimmer sofort zu vermiethen: Liebigstraße 41, neben der Holzhandlung des Herrn S. Katzenstein, -i ____A. Appel Wwe. ? Redaction: Beginn des Literatureursus von Frl. Dr. Mensch: Morgen SamStag den 12. Januar, >/24 Uhr Nachmittags. 377________________________JTordanlagn 31. Vorträge im Locatgemerbverem. IV. Vox trag Dienstag den 13, Januar, 8 Uhr Abends, im physikalischen Lehrsaale der Realschule. Herr Professor Dr. Thiel aus Darmstadt: „Ueber die Luft in Wohngebäuden“. 364 Zu den Vorträgen find auch Nichtmitglieder freundlichst eingeladen. »JL, Kriegerverein Gießen. »L, Samstag de« 12. Jan., Abends 8 Uhr, 1 Stiftungsfest 288 mit Theater, Coneert und Ta«; im Leib'schen Saale- Nur Mitglieder mit Familie und eingeladene Gäste haben Zutritt. Vereinsabzeichen sind anzulegen._________________Der Vorstand Radfahr- Verein. Montag den 14. d. M.: General-Versammlung Abends 8 Uhr im Postkeller. Tagesordnung: Ersatzwahl des Vorstandes. 385 Winterfest.Der Vorstand. Die Heilanstalt für Bruchleiden hat uns mit unschädlichen Mitteln oftneH Berufsftörung von Leisten-, Hodensack- und Wafferhodenbruch durch brieflich« Behandlung vollständig geheilt, so daß wir jetzt ohne Bandage arbeiten können.M Joh- Breit, Ehrenfeld b- (Soin; P. Gebhard, Schneiderin., Friedersried b Neukirchen,W 54 I.; Jos Käst, Handlung, Simmerberg b. Lindau; A. Schwarz, Wagenbauer,M Langenpfungen b-Rosenheim (für Kind). Broschüre: „Die Unterleivsbrüche undM ihre Heilung gratis. 3000 Vandagen bester Construction vorräthig; mit einerm Mustersammlung ist unser Bandagist in: ■55gSS5SSS5SSSSS5SSSSSSS5?K Frankfurt a. M. Hötel du Nord am 17. jeden Monates von 8 Uhr Vorm.W bis 7 Uhr Nachm. 371 ■ zur unentgeltlichen Maßnahme und Besprechung zu treffen- Man adressire:W An die Heilanstalt für Bruchleiden in Stuttgart, Alleenstraße 11. Oie Centralkrankenkasse der Metallarbei ter feiert Samstag den 19. Januar ihr I4jähriges Stiftungsfest mitConcert u. Tcummterhallung in Stein s Garten. Anfang 8 Uhr. Entree 75 W Bier im Glas. 368 Auch Nichtmitglieder haben Zutritt.____________Das Festcomite. Zur „Deutschen Einigkeit“. Sonntag den 13. Januar: Tanzmusik 366 Ed. Riemer, Grünbergerstraße. Tüchtige Hosenarbeiter 12—13000 Mark finden dauernde Beschäftigung bei [315 sind auf erste Hypothek auSzuleihen. Gehr* Stamm* Näheres in der Exped. d. Bl. 310 Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 11. Januar 1889. Schlußcourse 1 Uhr 15 Min. 40/0 Reichsanleihe 3W/o do. 4% Preuß. Consols 3V2°/o do. 4% Ungar. Goldrente 41/5°/o Oesterreich. Silberrente 10870 103.50 108 15 10410 85 60 69 90 50/0 Italiener Rente ult. 5o/( ld71/73er Russen 40/g \ 880er do. Russische H. Orientanleihe 4% unif. Egypter 6°/o ons. Mexikaner, große Stücke 96.30 99.50 87.70 64.70 84 60 90 90 Disconto-Commandit-Anth - 229.10 Darmstädter Bonk-Act. 171.80 Oesterreich. Credit 262.00 Oester reich. Staatsbahn-Actien 220.12 Lombard. Eisenbahn- 85.37 Galizische do. „ 175.50 20 Francs-Stücke 10 do. 16.11—16.15 I Engl. Souvereigns 16.07-16.11 | Dollars in Gold Tendenz: fest 20.29—20.34 416-4.20. Trlegr,i»hischer LourSberW bst Berliner Börje vom 11. Januar 1889. Oesterr. Creditactien Oefterr. Staatsbahn-Actien 1880 4% Russen Oblig. Darmstädter Bankactien 168.40 110 40 87.35 175 75 DiSconto-Com.-Antheile Lombarden 4% Ungar. Goldreme Bochumer Gußstahlactien 232.60 43.70 85.75 18 J 25 4°/o Gießener Obl. Tendenz 102.50 | : stetig. 5% Buderus Obl. 104.20 ' vermischte Anzeige». > 382 Für einen jungen Mann, der die Realschule besucht, wird Stellung gesucht. \ Näheres in der Exped. d. Bl. 376- Für ein hiesiges Colonialwaaren- Geschäft wird alsbald ein mit den nothigen Schulkenntnissen auKgefiatteter jrnger Mann unter günstigen Bedingungen in die Lehre gesucht» Auch kann daselbst ein Ausläufer sofort eintreten. Näheres in der Exped. d. Bl._________ Commis mit schöner Handschrift findet angenehme und dauernde Stellung. Näheres in der Exped- d. Bl 106 TüchtigeSchreinergesellen auf anhaltende Beschäftigung gesucht- Wo? lagt die Exped. d. Bl.________157 3<2 Ein sowohl in Berwaltungs- als auch in sonstigen Bureau-Arbeiten gleich erfahrener und gut empfohlener Man« gesetzten Alters sucht Beschäftigung. Gef. Offerten durch die Expeo. d. Bl Di recte deutsche Postdampfechlffahrt von Hamburg nach Newyork jeden Mittwoch und Sonntag, von Havre nach Newyork jeden Dienstag, von Stettin nach Newyork allo 14 Tage, von Hamburg nach Westindien monatlich 4 mal, von Hamburg nach Mexico monatlich 1 mal. Die Post - Dampfschiffe der Gesellschaft bieten bei ausgezeichneter Verpflegung, vorzügliche Reisegelegenheit sowohl für Cajüta- wie Zwischendecks-Passagiere. , Nähere Auskunft ertheilt (205 Der Generalagent: J. F. Hillebrand in Mainz, Jon. Gottlieb in Nidda. [150 Jobs. Walther in Stockheim. Leopold Stern II. in Schotten. Th. Andreas in Bad-^i anheim. RestaurationLahnstein Sonntag den 13 Januar: Concert und Vorstellung. Auftreten des beliebten Charakter- Komikers Herrn Matthias mit Gesellschaft, 2 Damen, 3 Herren. Unter gefälliger Mitwirkung der Sängerin Fräulein Alma, sowie des Concertsängers, Pianisten und Gui- tarrevirtuosen Herrn Wyland. 380 Herr Wyland spielt die schwersten Concertstücke für Zither auf der sechssaitigen Guitarre. — Anfang Nachm. 4 Uhr, Abends 8 Uhr. — Entree 20 H. 363 Ein junges Mädchen von hier tagsüber zu Hausarbeit gesucht. Südanlage 3, parterre. 362] 250—300 Mark zu 5% gegen gute Sicherung zu leihen gesucht. Gefl. Offerten unter W. Nr. 170 in der Exped. d. Bl. erbeten.__ 132] Unterzeichnete empfiehlt sich im Aus- und Ankleiden der Todterr. Achtungsvoll Frau Dürr, Wallthorstraße 13, bei Metzger.Hoffmann. Ein braves Dienstmädchen gesucht. 378] Neuenweg 30. (9cfud)t 307 wird ein tüchtiges Mädchen, welches in der Küche selbständig ist und etwas Hausarbeit mitübernimmt, nach hier gegen hohen Lohn. Gute Zeugnisse sind erforderlich. Näheres auf dem Vermieth-Bureau ___________________Frau Müller. Tüchtige Möbelschreiner bei gutem Lohn auf dauernd gesucht. J • Glückert) [308 Hofmöbelfabrik — Darmstadt. 347 Ein braves Dienstmädchen mit guten Zeugnissen wird auf 21. d. M. gesucht. Kirchenplatz 21 I. a. Schcyda. — Druck und D-rlag der Brühl'ichen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. '