Nr. 289. Zweites Blatt. Mittwoch den 11. December 1889. Der ebener Anrelger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener ^amilierrvtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. «ncßcnci* Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierteljähriger Avonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: ZlAutarahe Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Nveis Gieren. rL ! Ärati-bcisag-: Kicßencr I,nnittenMtKr. Locale» und provinzielle». Gießen, 10. December. — Sitzung Großh. Handelskammer vom 3. December. Anwesend waren die Herren Koch, Klingspor, Gail, Heichelheim, Homberger, Katz, Kraatz, Scheel, Schirmer. Die Ergänzungswahl der Mitglieder Großh. Handelskammer für das Jahr 1890 soll am 17. December l. I., Nachmittags von 2—6 Uhr in dem Bureaulocal der Handelskammer stattfinden. Die Wählerliste liegt vom 5. bis 16. December l. I. aus dem Bureau der Firma A. Heichelheim offen. Zum Wahlcommissär wird Herr S. Heichelheim bestimmt und als Urkundspersonen die Herren Gustav Müller und Louis Kauffmann erwählt. Für den Fall der Verhinderung eines dieser Herren wird der Herr Wahlcommissär autorisirt, andere Urkundspersonen zu bestellen. Nach dem Gesetze scheiden mit dem 1. Januar 1890 die Herren Koch, Gail und Katz aus. Mit dem 1. Februar 1892 lausen die Handelsverträge mit der Schweiz, mit Italien und Spanien ab. Vorher schon endigen die Handelsverträge mit der Türkei und Rumänien, am 1. Januar 1893 der Vertrag mit Serbien und am 20. Februar 1895 der Vertrag mit Griechenland. Endlich können jeder Zeit gekündigt werden mit einjähriger Frist die Handelsverträge mit Belgien, Großbritannien und Irland, mit den Niederlanden, mit Oesterreich-Ungarn und mit Portugal. Mit Frankreich besteht laut Art. 11 des Frankfurter Friedensvertrages vom 10. Mai 1871 ein Meistbegünstigungsabkommen. Dasselbe erstreckt sich jedoch nur auf diejenigen Begünstigungen, welche Seitens eines der vertragschließenden Theile Belgien, den Niederlanden, Großbritannien, Oesterreich-Ungarn, Rußland oder der Schweiz zugestanden sind oder zugestanden werden sollen. Da jedoch die Handelsverträge, welche Frankreich mit.Belgien, Großbritannien und der Schweiz abgeschlossen hat, mit dem 1. Februar 1892 ablaufen und die Verträge mit den Niederlanden, Oesterreich- Ungarn und der Schweiz jederzeit gekündigt werden können, so ist es leicht möglich, daß auch unsere Handelsbeziehungen zu Frankreich in kurzer Zeit thatsächliche Aenderungen erfahren können. Wir bringen dies schon jetzt zur Kenntniß der Interessenten, um denselben Gelegenheit zu geben, frühzeitig ihre Wünsche bezüglich Erneuerung und Aenderung der bestehenden Verträge äußern zu können. Am 30. October l. I. hat in Hannover eine Sitzung deS Bezirks-Eisenbahnraths stattgefunden. Aus den Debatten theilen wir als von allgemeinem Interesse mit den Antrag Bertelsmann (Bielefeld): „Einführung einer ermäßigten Stückgutklasse für Güter aller Art bei Aufgabe m Mengen von 1000 Kgr." Derselbe wird mit nur zwei Stimmen Majorität zur Befürwortung beim Herrn Minister angenommen. Der Gegenberichterstatter des Ausschusses verwies auf die im Landeseisenbahnrath vom 11. October er. stattgehabte Erklärung des Herrn Ministers, welcher eine allgemein ermäßigte Stückgutklassc in Aussicht stellt, und erblickt im Antrag Bertelsmann einen neuen Ausnahmetarif, welcher geeignet sei, die Verwirklichung jenes Zugeständnisses aufzuhalten. Auf der am 6. November l. I. in Köln abgehaltenen Sitzung des Bezirks-Eisenbahnraths lag zur Berathung vor der Antrag Weylarzd (Siegen): Einführung eines Schnellzuges Deutz-Betzdorf-Gießen. Der Vertreter der Kammer gab seinem Zweifel Ausdruck, daß dieser Antrag Aussicht auf Verwirklichung habe und vertrat wiederholt unfern Standpunkt in dieser oft ven- tilirten Frage dahingehend: „frühere Anbringung des Zuges 215 (welcher hier 7 Uhr 45 Min. Abends fahrplanmäßig eintrifft) zu bewirken, um den Anschluß an den 7 Uhr 6 Min. nach Frankfurt a. M. abgehenden Schnellzug, sowie den um 7 Uhr 35 Min. Abends abgehenden Zug der Oberhessischen Bahn nach Fulda zu erreichen. Mit dieser Ansicht deckle sich ein auf der Tagesordnung stehender Antrag des Herrn Commerzienrath Creutz (Siegen). Herr Directions-Präsident Offermann glaubt für den Sommer- fahrplan eine Zug-Aenderung in diesem Sinne zusagen zu können. Ueber die Sitzung des Bezirks-Eisenbahnraths Frankfurt a. M. vom 27. November l. I. bringen wir Folgendes zur Kenntniß der Interessenten : Der Antrag „Benutzung der Güterzüge durch Aerzte und Thierärzte gegen Fahrkarte 3. Klaffe" ward fast einstimmig gegen das ablehnende Verhalten der Regierungs- Vertreter angenommen. Auf Strecke Franksurt-Wiesbaden ist eine Vermehrung der Züge für den Sommersahrplan Seitens der Direction vorgesehen. Unser Vertreter brachte den motivirten Antrag ein, daß Zug 324 der Main-Weser-Bahn (ab Gießen 6 Uhr 24 Min. Vormittags) directen Anschluß nach Wiesbaden erhalte, ebenso Schnellzug 304a (ab Gießen 7 Uhr 6 Min. Abends) in Frankfurt a. 9)L correspondirende Schnellzugverbindung mit Wiesbaden finde. Beide Desiderien sollen Berücksichtigung finden. — An directen Steuern waren im Großherzogthum Hessen für das Jahr 1888—89 zur Erhebung überwiesen worden insgesammt 3163007 Mk., wovon anf Starkenburg 3 031964 Mk., auf Oberhessen 1853 840 Mk. und auf Rheinhessen 3277 202 Mk. entfallen. Die Gesammtsumme vertheilt sich auf Einkommensteuer mit 4015 982 Mk., Gewerbsteuer mit 853 125 Mk., Gundsteuer mit 2936 763 Mk. und Kapitalrentensteuer mit 357136 Mk. — Nicht zu viel in der Christbescheerung! Wenn wir mit innigster Theilnahme auf die armen Kinder schauen, die den Weihnachtsabend freudenleer vorüberziehen sehen müssen, so möchte man doch mit den Kindern fast noch mehr Mitleid haben, die in eine überreiche Fülle hineingetrieben werden und in aller ihrer Freude eigentlich von Herzen nicht froh sind. Die Ansprüche jener Kinder, die ein gewisses Wohlleben gewohnt find, erfordern an sich nicht wenig, so daß Geschenke an solchen Ausrüstungsstücken, die sich eigentlich von selbst verstehen und an denen noch nie Mangel gewesen ist, wie Kleider, Wäsche, Schulbücher u. s. w., nur dann einen Eindruck machen werden, wenn sie danach angethan sind, die Bewunderung auf sich zu ziehen. Wenn nun aber die elterliche Schwachheit neben solchen praktischen und meist viel Geldopfer verlangenden Gaben noch eine ganze lange Tafel mit den verschiedensten Gegenständen, deren bunte Zusammenstellung eine ganz eingehende Besichtigung bedarf, ausgerüstet hat, wie kann man dann verlangen, daß das Kind über jedes einzelne Stück von Herzen sich freuen soll! Die überreiche Fülle weckt ja leicht den Gedanken, daß die Eltern Mittel genug haben, um solche Pracht zu schaffen, und stumpft damit das Gefühl der Dankbarkeit ab. Nun kommt noch hinzu, daß bei solcher Fülle manche Gaben gefunden werden, die für das Kind oft nur einen sehr zweifelhaften Werth haben, z. B. Spielzeug, dessen Betrieb womöglich erst eine lange wissenschaftliche Auseinandersetzung nöthig macht, der Phantasie des Kindes keinen Spielraum läßt, und mit seiner Einförmigkeit bald ermüdet, oder man sinnt nur darauf, das Neueste und Glänzendste, womöglich etwas, was noch nie dagewesen ist, zu bieten, und fragt nicht nach der Zweckmäßigkeit, Nützlichkeit, dem inneren Werth. Da wird nun das arme Kind von einem Stück zum andern getrieben, soll hier bewundern, was der Papa von seinen Reisen mitgebracht, dort, was Großmütterchen geschickt, was die Tante gestickt, der gute Onkel gespendet hat, und steht doch mancher Gabe ganz kühl gegenüber, weil es kein Gegenstand seiner Wünsche gewesen ist und überhaupt seiner Gedankenwelt ganz fern liegt. Da liegen Dinge, die weit über das Alter des Kindes hinausweisen und nur aus der Phantasie elterlicher Eitelkeit, die der Art des Kindes immer vorauseilt, herausgewachsen sind. Möchte man nicht lächeln, wenn dem kleinen Jungen, der kaum auf den Beinen stehen kann, ein voller soldatischer Anzug mit Säbeln und Helm oder Kanonenstiefeln, die das ganze Kerlchen fast verschlingen, oder dem kleinen Mädchen, das lieber die Klapper in die Hand nimmt, ein eleganter Sonnenschirm geboten wird, oder dem halbwüchsigen Knaben Reitstiefeln mit Sporen für künftige Reitstunden, dem schüchternen Backfischchen, das mit seiner Schulmappe und dem kurzen Kleide Jedermanns Wohlgefallen erregt, eine volle Damentoilette geboten wird? Wird damit die Eitelkeit der Kinder nicht gewaltig genährt, daß sie immer anspruchsvoller, wählerischer, begehrlicher, aber auch freudenloser werden? Wie groß aber ist nun dann erst die Gefahr, wenn Kinder Familien angehören, in denen nicht blos an einem Tage bescheert wird, sondern zu verschiedenen Tagen nach einander zu den Verwandten gewandert wird, die womöglich sich noch die Aufgabe stellen, einander zu überbieten! Wo bleibt da die Poesie der Kindheit, die harmlose Freude, die edle Zufriedenheit, die traute Gemüthlichkeit, die heilige Weihe der spendenden und nehmenden Liebe? Da geht es der kindlichen Freude wie manchem armen Tannenbaum, der mit so vielerlei Schmuck, Backwerk, Gold- und Silberglanz überladen ist, daß die natürliche Schönheit seiner grünen Zweige, an denen in der winterlichen Oede das Auge gern i sich erquickt, ganz verdeckt ist und zu einem reinen Kunst- I product herabsinkr. Darum Maß und eine weise Grenze für die spendende Liebe? Universitäts-Nachrichten. Marburg, 7. December. Laut Anschlag am schwarzen Brett der Universität findet am nächsten Dienstag, den 10. d. M., Abend» V19 Uhr, auf der Freidhol'schen Terrasse eine Versammlung der Studtrenden der evangelischen Theologie statt, zwecks Stellungnahme zu dem die Mtlitärdicnstbesretung der Theologen betreffenden Antrag Huene, wozu die hiesigen Studtrenden der Theologie eingeladen werden. Straßburg, vr. C. I. Fuchs hat sich als Privatdocent für Nationalöconomie und Finanzwtssenschaft in der rechts- und staatSwtssenschaftlichen Facultät habiltttrt. Literatur und ICwnft. — Da» Lexicon deS LebenSglückS. Zuverlässiger Führer und Wegweiser auf dem Lebenswege. Ein practtsches Hund- und Nachfchlagebuch für alle Fragen des menschlichen Wohlergehens. Don Curt Adelfels. Preis brofchtrt 3.60, elegant gebunden JL 4.50. Verlag von Levy u. Müller in Stuttgart. Glücklich fein, glücklich werden und glücklich bleiben, ist da» Ziel und die Sehnsucht aller Menschen. So verschieden und mannigfaltig auch die Menschen und Neigungen, die Bedürfnisse, die Temperamente, die Ansichten und Gedanken: darin sind alle Menschen gleich, daß sie dem Glücke zustreben und das Unglück fliehen, wie die Nadel der Bussole nach Norden strebt. Um die Gunst deS Glücks buhlen und werben alle Menschen. Das Glück ist der Pol unserer Sehnsucht. Ueber die Kunst, glücklich zu fein, sind denn auch viele Bücher geschrieben worden, und wenn man liest, mit welcher Bestimmtheit manche Verfasser versichern, daß ihre Recepte die Leser unfehlbar glücklich machen werden, falls sie dieselben befolgen, so muß man sich baß verwundern, daß überhaupt noch unglückliche Menschen ans diesem Planeten seufzen und trauern und wehklagen. Anders Cun Adelfels in seinem „Lexicon des Lebensglücks". Wett entfernt, dem Leser unerfüllbare Versprechungen zu machen, erstrebt Adelfels, dessen ausgezeichnetes „Lexicon der seinen Sitte" längst das Bürgerrecht im deutschen Hause genießt, keinen anderen Zweck als den: für alle Verhältnisse, Lagen und Stimmungen, in welche der moderne Culiurmensch kommt oder kommen kann, treffliche, erprobte Lebensregeln und praktische Winke zu bieten. „Bewaffnet mit der ganzen Bildung des Jahrhunderts" versteht eS der Verfasser, einen gediegenen, autz Wissenschaft und Leben geschöpften Gedankengehalt in eine überaus anziehende Form zu kleiden, so daß die einzelnen Artikel reizende Feuilletons darstellen. Der Verfasser hat seinen reichen e>toff wieder in die bequeme Form alphabetisch geordneter, für sich abgeschlossener Artikel gegliedert, die es dem Leser ungemein erleichtert, für jede auf das Lebensglück Bezug habende Frage, die an ihn herantritt, rasch und bequem die sichere Auskunft zu erhalten, trefflichen Rath in allen zweifelhaften oder schwierigen Situationen, klare Erleuchtung auf allen Lebenspfaden. So gleicht das Buch auch in seiner äußeren Anlage dem „Lexicon der feinen Sitte", zu welchem es gewissermaßen ein Seitenstück oder vielleicht besser eine glückliche Ergänzung bildet. In jedem Falle aber bürfen wir es als ein für alle Gelegenheiten passendes, einem Jedem willkommenes Geschenkbuch bezeichnen, denn was für ein Buch könnte geeigneter sein, von Eltern den Söhnen und Töchtern, vom Gatten der Gattin, vom Bräutigam der Braut, vom Freunde dem Freunde in die Hand gelegt zu werden, als ein „Lexion des Lebensglücks". — Noch rechtzeitig für Weihnachten ist eines der gediegensten und passendsten Geschenkswerke fertig geworden. Es ist dies die neue reich tfluftrtrte Ausgabe von Schiller- Gedichte« (elegant gebunden nur JL 7.—, Verlag von Paul Neff in Stuttgart). Wir haben während des Erscheinens der Lieferung-Ausgabe wiederholt auf dieselbe aufmerksam gemacht und wir können, nachdem daS Werk vollständig ist, unsere Empfehlung nur aufs Wärmste wiederholen. Aeußere elegante Ausstattung, die kurze Lebensskizze und besonders auch die Anmerkungen machen diese neue Schiller-Ausgabe zu einem der empfehlenswertheften Festgeschenke. -e. Es ist eine unbestreitbare und schon oft — auch in dem „Gießener Anzeiger" hervorgehobene Thatsache — daß Deutschland in den letzten Jahrzehnten auf dem Gebiete der mechanischen Herstellung farbiger Nachbildungen von Originalgemälden solche Fortschritte gemacht und eine solche Vollkommenheit erreicht hat, daß es dem Ausland, namenllich Frankreich, hierin, nicht nur gleichkökimt, sondern dieses sogar in mancher Hinsicht übertrifft. Das finden wir wiederum bestätigt bei einem und vorliegenden Kunstblatt in Farbenlichtdruck „HafenvonStavanger" das im Verlage der seit Kurzem bestehenden und rüstig aufstrebenden Kunsthandlung von Brick u. Co., Berlin W., Potsdamer- str aße 23, erschienen ist. In der Bildgröße von 46>/2:31 cm (Cartongroße 72^:60 cm) zeigt es eine vorzügliche Wiedergabe des gleichnamigen Gemäldes von Lindemann-Frommel. In dem kräftigen Farbenton, der dem nordischm Himmel eigen ist, erblicken wir die von Schiffen belebte Hafeneinfahrt und zu den Setten die Ufer des Fjordes, an dem die berühmte norwegische Hafenstadt liegt. Ueberraschend naturwahr ist die Wiedergabe der von leichten Wellen gekräuselten See, die den in Purpurfarben erglühenden Himmel wiederstrahlt; nicht minder gelungen auch die Durchführung der Luftperspectioe, namentlich bet dem Hintergrund, der die dem Hafen vorgelagerten Inseln barfteüt. Der bekannte Kunstschriftsteller Lubwig Pietsch urthellt in bet „Voss. Zeitung" über bas Kunstblatt : „Die technische Wiedergabe ist so vollkommen, baß bas Bild, dem Wandschmuck eingereiht, die Täuschung erwecken kann, als oo man nicht an einer Copie, sondern am Originale sich erfreue". Das Bild, in hiesigem Prioatbefitz, ist für wenige Tage in dem Schaufenster des neu eröffneten Ladens des Herrn Glasermeister Luh auf dem Neuenweg ausgestellt. •i MW M'iMÄ p MW Vevkehv, Land' nnd Volkswirthschaft. — Zur Zett der Weihnachtssendungen dürfte eSJür große Kreise von Interesse sein, von Neuem auf eine Beförderungseinrichtung — die sogenannte Expretzgulbeförderung — aufmerksam gemacht zu werden, die noch viel zu wenig bekannt ist. Die Expreßgutbesmderung bietet für eilige Sendungen, welche sich wegen ihres Umfanges oder Gewichts zur Beförderung mit der Poft nicht eignen, eine bequeme Beförderungsgelegenheit. Es werden Sendungen im Gewichte von 20 Kg. und mehr als Expreßgut mit der Eisenbahn meist billiger befördert als mit der Post. Daber bietet die Erpreßgutbeförderung bte Annehmlichkeit, daß Sendungen zu jedem Personen- und Schnellzuge bet der Gepack-Expedttion auf- geliefert werden können und somit die schnellte Beorderung finden. Auch bedarf es bei der Auflieferung weder eines Frachtbriefes noch eines sonstigen Beglettdocuments. Diese Beförderungsetmtchtung besteht bei den preußischen Staatsbahnen schon seit einigen Jahren; die Benutzung derselben ist seit dem 1. November d. I. durch Herabsetzung der Mindestfracht von 1 JL auf 50 H noch wesenurch erleichtert worden. Die Beförderung von Expreßgut (Beförderung von Gepäck und Gütern, kleineren Thieren in Käfigen u. s. w. ohne Lösung einer Fahrkarte) findet auf den preußischen Staatsbahnen und zum Theil auch im Verkehr dieser Bahnen mit anderen deullchen Bahnen insoweit statt, als directeGepäckfrachtlätze zwischen Versandt- und Empfangsstation bestehen. Die Verkehrsbeziehungen, für welche directe Gepäckfrachtsätze bestehen, können, ebenso wie die Frachtsätze selbst, aus den in den Bahnhofs-Vorhallen in der Nähe der Gepäckschalter ausgehängten Tarifen ersehen und auch bei der Gepäck-Expedition in Erfahrung gebracht werden. Die Sendungen müssen sicher und dauerhaft verpackt sein und sich zur Beförderung rm Gepäckwagen eignen. Die Auflieferung erfolgt bei der Gepack-Ex- pedttion während der Expeditionsstunden. Die Abfertigung ertolgt mittelst Gepäckscheins, derselbe wird dem Absender ausgehandtgt. Aus Verlangen des Absenders kann der Gepäckschein auch der Sendung beiaeaeven werden, wenn letztere mit der vollen Adresse des Empfängers versehen ist. Die Auslieferung des Guts erfolgt am Bestimmungsorte gegen Rückgabe des Gepäckscheins. Ist der Gepäckschein auf Verlangen des Abfenders der Sendung beigegeben worden, so erfolgt dre Auslieferung nach den für den Güterverkehr bestehenden Vorschriften (Avisirung der Adressaten), sofern sich nicht der Empfänger ohne Aufforderung zur Empfangnahme meldet. Es wird die tarifmäßige Gepäckiracht für mindestens 20 Kg. wenigstens 50 H und, wenn die Beförderung in beschleunigten Personenzugen statt- findet, wenigstens 1 erhoben. Das über 20 Kg. hinausgehende Gewicht wird auf volle 10 Kg. aufwärts abgerundet. Der Normal- Gepäckfrachtsatz der preußischen Staalsbahnen beträgt 0,5 H für 1 Km. und je IO Km. Werth- und Liefe'fristversicherung ist zulässig. Hierfür wird die tarifmäßige Gebühr erhoben. Wird die Sendung nicht innerhalb 24 Stunden abgeholt, so ist Lagergeld zu entrichten, welches für jeden Tag nach Ablauf der Adholesrtst 25 für jedes Stück beträgt. Hauptsache bleibt, daß diese Beförderung in allen Fällen billiger ist als diejenige durch die Post. Schwarze Seidenstoffe von bis 18.65 p. Met. — glatt gestreift und gemustert Qual.) — versendet roben- und stückweise porto- i Fabrik-Depot G. Henneberg (K- u. K. Hofli«-,.-, »utivh. । Muster umgehend. Briefe kosten 20 H Porto- 8408 | Das leichtverdaulichste Frühstücks-Getränk, wird am Besten aus o^wten Kemmerichs Pept““;tHacao Magenkranken besonders empfohlen I 3715 — Die größten Verdienste um die Landwirthschaft haben sich in den letzten 5 Jahren die Fabriken landwirthsckaftlicher Maschinen von PH. Mayfarth & Co. in Frankfurt a. M. und Berlin N., Chausseestr. 2. E., erworben, sowohl durch die Einführung ganz neuer Erfindungen von größter Tragweite, wie auch durch die zahlreichen Verbesserungen in fast allen Zweigen des landw. Maschinenwesens. Der beste Beweis dafür, wenn man eines solchen noch bedürfte, liegt darin, daß es keiner anderen Fabrik gelang, so hohe Auszeichnungen im Jnlande wie im Auslande zu erringen. — Dadurch ist vollgiltiz festgcstellt worden, daß für alle landwirtbschaft- licken Maschinen, wie immer sie beißen, ganz besonders aber für Pflüge, Maschinen zur Lodencultur, Dreichwerke, Fruchtreinigungsmaschinen, Trieure, Futterzubereimngsmaschinen, Qbst- und Gemüse- Verwerthungsmaschinen, Molkereimaschinen rc. rc. die Firma PH. Mayfarth u. Co. unbestritten die beste Bezugsquelle ist. 9886 Die vollkommenste Stahlfeder. Es ist lange das Ziel aller Stahlfedern-Fabrikanten gewesen, eine vollkommene Feder herzustellen, welche nicht klext, weder in das Papier eindringt, noch kratzt, und Einigen ist es gelungen, diesem Ziele sehr nahe zu kommen. Das Neueste auf diesem Gebiete ist von den Herren D. Leonard! & Co., Birmingham angeferttgt worden, welche diese Feder „(Sutela* oder Kugelspitzfeder genannt haben, und wenn damtt nicht das Richtige erfunden ist, so wird es niemals erfunden werden. Die Verbesserung ist erstaunlich einfach; sie besteht aus einer Einbiegung des äußersten Punktes der Federspitze, wodurch an der unteren Seite eine Halbkugel entsteht, welche die schreibende Spitze bildet. — In welche Lage auch immer die Feder gebrockt wird, so berührt dock stets eine runde Oberfläche das Papier, so daß es eine vollkommene Unmöglichkeit ist, daß die Feder kl atzt. Außer dem sanften Gleiten über das Papier trägt die Verbesserung dazu bei, daß die Feder mehr Tinte enthält und macht daher das Eintauchen ins Tintenfaß weniger oft nothwendtg. Ein anderer Vortheil dieser Kugelspitzfeder ist, daß sie größere Dauerhaftigkeit hat, als gewöhnliche Federn, indem die Reibung lange nicht so groß ist. In der That hat die Kugelspitzfeder große Vortheile vor gewöhnlichen Federn voraus. INNS Kindermehl, der. )t i. Näbrwerth und Leichtoerdaulichkeit, ist n sächlich die beste und zuträgl j.v Säuglinge. Zu haben ä JL 1.20 pro — allen Apotheken, Drogen- und Colonialwaarenhandlungen. [71 Schtffsnachvrchten. Der Postdampfer „Nederland" der „Red Star Line" in A werven ist laut Telegramm am 5. December wohlbehalten in Phi delphia angekommen. Schwarze und farbige Seidenstoffe direkt an** der Fabrik von von Elten & Kenssen, Crefeld, also aus erstar Hand, in jedem Maas zu beziehen. Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschten. Kepertoir-Cntwurf der vereinigten Stadttheater ;u Frankfurt a. M. Opernhaus. Mittwoch den 11. December geschlossen. Donnerstag den 12. December: Robert der Teufel Gewöhnliche Preise. Freitag Den 13. December geschlossen. Samstag den 14. Tcember: Der Prophet. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 15. December, Nachmittags 3V, Uhr: Courter des Czaaren. Außer Abonnement. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Vtolelta. Hierauf: Die Puppenfee. Große Preise, Schauspielhaus. Mittwoch den 11. December: Neu etnstudirt: Heinrich IV Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 12. December geschlossen. Freitag den 13. December: Hernrich IV. Gewöhnliche Preise. Samstag den 14. December: Zum ersten Male: Der Schalten. Schauspiel in 4 Aufzügen von Paul Lindau. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 15. December: Zum ersten Male wiederholt: Der Schatten. Gewöhnliche Preise. Gedenket der hungernden Vögel im Schnee! ersucht, deßhalb Die Einleger werden 10 4 allen 180 42 8886 zum Versandt bringe. 9850 Gerichtsvollzieher 9874 Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Montag Dienstag Holz 530 Hochachtungsvoll •Je Förtsch versteigert werden: Fichtenstämme von 13—28 cm Durchmesser und 8—15 Meter Länge — 158 Fm. enthaltend, Kiefernstämme von 22—36 cm Durchmesser und 6—12 Meter Länge — 5,58 Fm enthaltend, Lärchenstämme = 2,12 Fm. enthaltend, Fichtenderbstangen = 14,22 Fm. enthaltend, Rm. Nadelrundscheit, 3 Meter werden. Die Gr. Bürgermeistereien des Spar- kaffebezirks werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung im Interesse ihrer Ortsangehörigen auf geeignete Weise zu deren Kenntniß zu bringen Gießen, am 11- November 1889. Der Rechner der Spar-u Leihkasse Gießen- Doering. Gießen, den 2. December 1889. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gichm. Otto Bergen. Bekanntmachung» Freitag den 13. December 1889, von Vormittags 9 Uhr an, soll im hiesigen Gemeindewald Haide, District Gaubersloch, nachverzeichnetes Bekanntmachung. Zur Empfangnahme oder Beischreibung der Zinsen pro 1889 für Einlagen zur hiesigen Spar- und Leihkaffe sind folgende Zahltage festgesetzt worden: Meiner werthen Kundschaft sowie einem schätzten Publikum zur gefl. Nachricht, daß ich in Folge Münchener Brauerei-Einrichtung von jetzt au neben anderen Sorten ein vorzügliches Bier, welches alleEigenschafte« derbestenMünchener Biere besitzt, aber gehaltreicher ist, unter dem Namen fliefjener Mrgerbräu lang. Die Zusammenkunft ist an der Landhöhe an der Gambacher Grenze. Lang-Göns, den 6. Decbr. 1889. Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns. Bxückel. 9832 Mittwoch den 11. December, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in der früher Bramm- schen Hofraithe (Restauration Klingenberg) gegen Baariahlung: Sophas. Commoden, Kleiderschranke, 1 Verticow, Tische, Stühle, Spiegel, Bilder, Uhren, Glasschränke, 3 Hobelbänke, 1 Stoßkarren, 1 Comptoirpult, 2 Hochs, nußb. Buffets, 1 Pferd, 1 Kuh, zwei Schweine, 1 Wagen, 1 Schleudermaschine, 1 Parthie Arbeiterhemden und f Spitzen, Console. Geißler, betr. Kellerfenster geschloffen zu halten. Durch diese Vorkehrungen wird dem Wafferabnehmer die Liefer ung des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer aber werden Beschädigungen an Leitung und Gebäude fern gehalten. — Wir empfehlen daher vorstehende Borficht-maßrege n Beteiligten zur ganz besonderen Beachtung. ihre Zinsen an einem der oben genannten Tage unter Vorlage der Scheine in Empfang zu nehmen oder beisckreiben zu lassen- Die Vorlage der Scheine ist diesmal um so nothwendiger, als mit dem 1. Januar k. I. Einlagebüchelchen ausgegeben und die alten Scheine eingezogen Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Wasserleitungen. Unter Hinweis auf die Bestimmungen über Anlage der Hauswasserleitungen zu Gießen machen wir daraus aufmerksam, daß, um dem Einfrieren des WafferS in den Hau-wafser- leitungen bei eintretender Kälte vorzubeuaen, es erforderlich ist, die Hauswafferleitungen de- Abend- für die Dauer der Nacht zu entleeren — Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wassermesser befindliche Hauptabsperrhahn geschloffen und dann das seitlich desselben befindliche Entleerungshähnchen, nachdem ein paffendes Gesäß untergestellt, geöffnet wird und dieses so lange geöffnet bleibt, bis das in der Hausleitung stehende Waffer vollständig abgetaufen ist, woraus bezeichnetes Hähnchen wieder geschlossen wird. Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben das in dem obersten Stockwerk dr- Hause- befindliche Zapfventil der Hau-leitung offen zu halten, damit die Luft Zutritt in die Leitung erhalte. — Ein größerer Theil des Wassers kann auch schon durch das Zapfoentit der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird. — Nach stattgehabter Entleerung sind die beiden Zapfoentile, welche dem Eintritt der Lust, bezw. der Entleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen- Das Schließen des Hauptabsperrhahns erfolgt durch Aufsetzen des beigegebenen Schlüssels auf den vierkantigen Hahnzapfen und Drehung tn der Richtung von links nach rechts — im Sinne eines Uhrzeigers — bis Widerstand erfolgt — Das Oeffnen des Hauptabsperrhahns geschieht durch Drehung in entgegengesetztem Sinne, bis Widerstand erfolgt. Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der Hauptabsperrhahn wieder geöffnet werden. Abzweigleitungen nach Waschküchen, Hofräumen, Gärten u s. w. sind während des Winters mittelst ihrer besondere« Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu entleeren und ertheilt hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur Auskunft, welcher die betr. Leitung gefertigt hat. Die Wassermefser sind während des Winters mit Stroh, Säcken oder ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die den 11. December 1889, „ 12- M r a „ 14 n w w 17. M 18. ti If „ 19. i> 21. „ n „ 23. ,, 24. „ h Einem geehrten Publikum empfehle ich mein neu eingerichtete- Ladengefchäft in allen Arten Merrahmen etc. und halte mich zur Anfertigung aller in die Glaserei einschlagenden Arbeiten auch fernerhin bestens empfohlen. Gevkg Luh, Glasermeister, 9833 Meuenweg 20. 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