Nr. 1S8. Donnerstag den 11. Juli 1889. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. »«r-au. S ch u l st r ° ß - 7. ' Erscheint tSglich mit Ausnahme des Montag». M Amtlicher Hheik. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Friedrich Reitz Ehesrau von Obbornhofen durch Zeugniß der Großh. Direction der Entbindungs-Anstalt dahier zur Ausübung der Hebammenpraxis für gut befähigt erklärt und heute als Hebamme verpflichtet worden ist. Gießen, am 9. Juli 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v Gagern. Politische Rundschau Gießen, 10. Juli. Von einem leichten Unfall, der unfern Kaiser auf feiner norwegischen Reife betroffen, wissen private Meldungen zu berichten. Ihnen zufolge gerieth die „Hohen- zollern" am Sonntag Vormittag mit dem Kaiser an Bord bei Eida auf Grund, glücklicher Weise konnte die Kaiseryacht sehr bald wieder flott gemacht werden und alsdann die Fahrt fortsetzen. Im Laufe des Sonntag hatte der Monarch den prachtvollen Wasserfall von Wöringssos besucht, leider stellte sich alsbald Regen ein, welcher den vollen Genug dieses unvergleichlichen Schauspieles einigermaßen beeinträchtigte. Am Montag reifte der Kaiser nach Bergen weiter, der wichtigsten Handelsstadt Norwegens und zugleich nächst Christiania der größten Stadt des Landes. Die Ankunft in Bergen erfolgte am genannten Tage Nachmittags 4 Uhr, doch verblieb der Kaiser an Bord der „Hohenzollern", um am Dienstag früh 8 Uhr nach Gudwangen am Sogne-Fjord wetterzufahren. lieber den Zeitpunkt der Beendigung des Aufenthaltes Kaiser Wilhelms in Norwegen steht noch nichts Bestimmtes fest und hängt dies selbstverständlich ganz von dem Ermessen des hohen Herrn ab. Auch soll es noch keineswegs sicher sein, daß sich an den Besuch des Kaisers in Norwegen seine Reise nach England unmittelbar anschließt, dagegen sind die Dispositionen für seine Ankunft in England endgültige. Danach trifft Kaiser Wilhelm, geleitet von 12 deutschen Kriegsschiffen, am 2. August in Osborne, der Sommerresidenz der Königin Victoria auf der Insel Wight, ein, worauf am nächsten Tage die große Parade der englischen Flotte bei Spithead vor Kaiser Wilhelm und dem Prinzen von Wales ftattfindet, an welcher nicht weniger als 105 englische Kriegsschiffe und 26 Torpedoboote theilnehmen werden. Am 7. August gedenkt der Kaiser die Rückreise nach Deutschland anzutreten. Der Reichskanzler Fürst BiSrnarck, welcher im vorigen Jahre von einem Bade-Aufenthalte absah, beabsichtigt Heuer wieder eine Trinkcur zu gebrauchen und zwar in dem von ihm seit vielen Jahren bevorzugten Kissi ngen. Man sieht'daselbst der Ankunft des Reichskanzlers für die erste Augustwoche entgegen, zu einem Zeitpunkte also, zu welchem die Rückkehr der Kaiserin und der kaiserlichen Prinzen von Kissingen nach Berlin, resp. Potsdam erfolgt sein wird. Der BunveSralh hielt am Samstag seine letzte Plenarsitzung vor seiner allsommerlichen Vertagung ab, womit die lange parlamentarische Wintercampagne im Reiche ihren endgültigen Abschluß erhalten hat. Die Frage nach dem Wiederzusammentritte der genannten Körperschaft kann man indessen bis auf Weiteres getrost ruhen lassen, da jedenfalls während der nunmehrigen eigentlichen Sommermonate von Vorbereitungen für die Herbstsession des Reichstages nicht die Rede sein wird, wenigstens im Bunbes- rathe nicht. Dagegen scheint man allerdings im Schooße der Einzelregierungen hie und da sich bereits mit Anträgen für die nächste Reichstagssession zu beschäftigen und wird z. B. aus München gemeldet, daß die bayerische Regierung beabsichtige, dem Bunbekathe einen auf die Errichtung gewerblicher Schiedsgerichte zielenden Antrag zu unterbreiten. In Hinblick auf die Heuer in Deutschland sich weit stärker geltend machende Strikebewegung als sonst erscheint der bayerische Antrag offenbar höchst zeitgemäß. Zur Samoa Angelegenheit liegt eine bemerkenswerthe neue Nachricht vor. Aus Sydney kommt die Melvung, daß die beiden Prätendenten auf die samoanische Königswürde, der deutschfreundliche Häuptling Tamasese und der von den Amerikanern begünstigte Häuptling Mataafe, formell Frieden mit einander gemacht hätten, nachdem zwischen ihnen schon seit längerer Zeit thatsächlich Waffenruhe herrschte. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß diesem erfreulichen Ereignisse der Beschluß der Berliner Samoa- Conferenz, den von den Deutschen abgesetzten und gefangen genommenen Malietoa wieder als König von Samoa anzuerkennen, zu Grunde liegt. Bekanntlich soll das seit der großen Schiffskatastrophe im Hafen von Apia daselbst ftationtrte deutsche Kanonenboot „Wolf" nach den Marschalls-Inseln abgegangen sein, um Malietoa, welcher zuletzt auf genannter Inselgruppe ftationirt war, nach den Samoa Inseln zurück- zubringen. Die von der englischen Regierung gegen ihren Consul auf Samoa ein- geleitete Untersuchung, welcher deutschfeindlicher Handlungen beschuldigt war, hat die Grundlosigkeit der erhobenen Beschuldigungen ergeben und gedenkt der mit der Untersuchung betraut gewesene englische Specialcommissar, Sir John Thurston, demnächst Samoa wieder zu verlassen. Berlin, 9. Juli. Der Hofbericht meldete neulich den Besuch des Kaisers bei dem Bildhauer Professor Begas. Man nahm an, daß der Kaiser dem Künstler zu einer Büste eine Sitzung gewährt habe, doch ist diese Annahme eine irrtümliche; es handelte sich, wie man verbürgt mittheiit, um die Auswahl des Materials für den dem Kaiser von der Stadt Berlin gestifteten monumentalen Begas-Brunnen, der auf dem Schloßplatze Aufstellung finden soll. Die Stadt hatte die Wahl des Materials dem Kaiser überlassen, dem Monarchen gefielen besonders zwei Steinsorten: ein rother Granit und der graue Basalt vom Felsenmeer im Odenwald. Da jedoch die Ausführung aus dem grauen Basalt theurer zu stehen kommt als die aus dem rothen Granit, wollte der Kaiser keine Entscheidung treffen; die anwesenden zwei Vertreter des Stadtmagistrats erlaubten sich jedoch zu bemerken, daß lediglich der Wunsch Sr. Majestät maßgebend sei. Die Entscheidung wird nun wohl zu Gunsten des grauen Basaltes getroffen werden. Auch die neue Kaiser-Wilhelm-Brücke, welche die Verbindung zwischen Schloßufer und Kaiser-WUHelmstratze bildet, ist aus diesem Material hergestellt. (F. I.) Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Korrespondenz-Burean. Berlin, 9. Juli. Den „Berl. Poltt. Nachr." zufolge sind einige Personaloeränderungen in den Eisenbahnabtheilungen des Arbeitsministeriums erfolgt. Die Abtheilung für die technischen Angelegenheiten der Verwaltung der Staatseisenbahnen ist zwar unverändert geblieben, der Abtheilung für die Verkehrsangelegenheiten der Staatsbahnen sind jedoch das Tarifwesen, das Betriebsreglement, die Fahrplansachen, die Wagendisposition und die übrigen Angelegenheiten des Verkehrs einschließlich betz Mililäroerkehrs und der Zollsachen unter Leitung des Ministerialdtrectors Fleck zuge- theilt worden. Die übrigen Verwaltungsangelegenheiten sind zugleich mit der Staatsaufsicht über die Prioatbahnen der Abtheilung für die Staatsaufsicht über die Privatbahnen und für die allgemeinen Verwaltungs-Angelegenheiten unter Leitung des Ministerialdtrectors Brefeld zugewiesen worden. — Dasselbe Blatt stellt in einer Besprechung der russischen Conversion die Ansicht auf, daß erneuerte Versuche gemacht werden dürften, den deutschen Markt zur Annahme des nicht plackten Materials zu bewegen. Jägerndorf, 9. Juli. Die Arbeitseinstellungen nehmen zu; seit heute Nachmittag strtten die Arbeiter der Fabrik Flucenisch, sowie nahezu 200 Arbeiter auf den der Analobank gehörigen Etablissements in Wiesen. Prag, 9. Juli. Bet den Handelskammerwahlen sind 8 Alt-Czechen und sieben Deutsche gewählt worden. Paris, 9. Juli. Es ist endgiltig festgestellt, daß 208 Bergleute in St. Etienne umgefoivnen sind. London, 9. Juli. Das Unterhaus beschloß, die Frage der Dotirung der Enkelkinder der Königin im Einklang mit der Berathung der Apanagen der Konigsfamflie einem Sonder - Ausschüsse zu überweisen und lehnte mit großer Majorität alle Amendements der Radikalen ab. Bergen, 9. Juli. Se. Majestät der Kaiser Wilhelm machte gestern eine Rundfahrt durch den hiesigen Hafen und stattete dem englischen Admiralsschiffe „Northumber- lanb" einen Besuch ab. Heute Morgen 9 Uhr verließ die „Hohenzollern" den Hafen unter den Saluten der norwegischen und britischen Schiffe, während die verschiedenen Musikkapellen die deutsche Nationalhymne spielten. Der Kaiser stand während dieser Huldigung auf der Kommandobrücke. Das Wetter ist schön. Kairo, 9. Juli. Von der englischen Infanterie gehen 600 Mann und ferner eine Eskadron Husaren gegen Ende dieser Woche nach Assuan. Mainz, 10. Juli. sPrioatdepesche.j Der Großherzog, nebst der Prinzessin Heinrich von Preußen und Prinzessin Alix, sowie Gefolge sind heute Morgen von hier nach Darmstadt abgereift. Berlin, 10. Juli. Nach einer Reuter-Meldung aus Zanzibar vom 9. d. Mts. griff Hauptmann Wißmann gestern Pangani an und besetzte dasselbe nach vorherigem Angriffe durch die Geschütze verlustlos. Die Eingeborenen zogen sich zurück. Die Eisenbahnkatastrophe in Röhrmoos bei München. München, 7. Juli. Emanuel Spitzer, glaube ich, heißt der Maler, dessen Bild „Der aoisirte Bahnunfall" vor einigen Jahren die Runde durch alle Kunststädte Deutschlands machte und überall ob seiner erschütternden Wirkung Sensation erregte. Dieses Bild in nackte, entsetzliche Wirklichkeit übertragen, bot heute Vormittag der Perron unseres Bahnhofes. Der um 8 Uhr 5 Minuten hier fällige Schnellzug von Ingolstadt war nicht eingetroffen. Bekanntlich werden die Schnellzüge Köln-Frankfurt-München und Berlin-Bamberg- München in Treuchtlingen zu einem Zuge verkoppelt und fahren von hier aus gemeinsam über Ingolstadt nach München. Dieser Zug enthielt nun eine große Anzahl Passagiere — meist Vergnügungsreisende aus Norddeutschland —, welche in München von vielen Verwandten und Bekannten erwartet wurden. Der Zug kam nicht. Anfänglich hieß es, er hätte Verspätung. Bald aber machte sich das Gerücht geltend, dem Zuge sei ein. Unglück zugestoßen. Das Gerücht hatte recht. Die allmählich einlaufenden officieHen Depeschen besagten, daß sich ein fürchterliches Eisenbahnunglück zugetragen habe. Die Angst, die Bestürzung der Wartenden kann man sich denken. Die Telegraphen- und Betriebsbureaus wurden förmlich gestürmt, man wollte Gewißheit haben, man wollte wissen, welche Größe das Unglück angenommen und ob nicht ein theurer Freund oder Verwandter verunglückt sei. Die Beamten konnten keine Auskunft geben, ste wußten selbst noch nichts Näheres. Gegen 9 Uhr wurde ein Hilfstrain mit A ersten und Arbeitern nach dem Platz der Katastrophe abgelassen. Mittlerweile hatte sich die erschütternde Kunde in der Stadt verbreitet. Schaarenweise strömten die Leute nach dem Bahnhofe. Die Feuerwehr erschien und sperrte den Perron ab. Das Sanitätscorps kam mit zwei Transportwagen, um die eintreffenden Verletzten nach dem Krankenhause zu transportiren. Endlich 10 Minuten vor 12 Uhr kehrte der Hilfszug zurück. Er brachte zum Theile die unglücklichen Opfer der Katastrophe — Todte und Verwundete. Schauerlich berührte das Gestöhn und die Schmerzensschreie der Schwerverletzten, als man sie aus dem Postwagen herausnahm und auf die Tragbahre legte. Da war eine Dame, welcher der Fuß banbagirt war, ben sie einigemal gebrochen hatte, bann zog man einen Herrn heraus mit eleganter Kleibung, ber innere Verletzungen erlitten hatte unb ber bei jeber Berührung laut aufschrie, bann brachte man wieber einige Tobte in verhüllten Tragbahren — ein entsetzliches Bilb. Jeber, ber einen Bekannten erwartete» brängte sich natürlich mit banger Angst vor, um zu sehen, ob nicht ber Erwartete sich unter den Verletzten befänbe. Herzzerreitzenbe ©eenen spielten sich ab. Da entbeckl “ÄÄffÄ&Ä?*" “““ »w«ÄTu“Ätt -» ”«•<•• 'M im Universität- - Ghronik. ® Btttngen, 8. Juli. Zum Prorector unserer Universität für hie öpit nnm " ■” S‘"‘* H" »-I», ifÄÄttZÄ ä 5“$, alä Director der S-burlshülfltch-n Klinik und sich, im 66. L-bmsjahre 3 6 n n' u ‘ r^n Stelle des verstorbenen Geheimen Justizraths Professor H 2lschner ist vom Senat der Geh. Regierungsrath Professor Dr Grmin vn $ <» als Vertreter der Universität im fremrkaufe 9611)5^ 0)0^ " ^affC rn , ä" Erlangen ist an Stelle des resormtrten Professors Liefert, der einen Aussichtgmummem" 6at' d-r Prt°°td°c-nt Ps-rr-r Dr. theol. M. Uster, in Zürich Reservisten, welch- In Folge dringender Veranlassungen genothigt sind, die Befreiung von den Hebungen bei den Militärbehörden au erbitten werben darauf hingewiesen, datz solche Gesuche nicht, wie dies sehr häufig gesthieht bei den Bezirkscommandos, sondern bei den betreffenden 93e3irr§felbroebeln elnaerei4 werben müssen. Ferner ist es burchaus er forderlich, baß bie Richttakeit der H “ B-hind-rungsgründ- von der zuständigen Orlsbeh^rd? bescheinigt ^wird Gesuche, bet denen die bezeichneten B-dingungeu nicht erfüllt sind, finden keine Berück NLLw-gz^Vrast. bCr bC,t£ff<,'be ^'-nder weg!n «ÄÄ O7 cv Netzen, 10. Juli. sThiersch utzoerein Gießen. Generaloersammluna am fVad) Erstattung des Rechenschaftsberichtes burch den Vorsitzenden Herrn d)mQn,:' -?Ulbe ^urch den Rechner des Vereins, Herrn Oberlehrer Ruhr Uber Einnahme und Ausgabe im verflossenen Vereinsjahre oorgeleat* hÄS wkac öon ben Herren Rentner Gross und Oberlehrer Hahn aemüft und für richtig befunden worden. In den Ausschuß wurden neu- resp. wtederaewäblt die Herren. Mehrer Curschmann, Oberamtsrichter Langsborff, Bürgermeister Gnautb Maior Cullmann, Lehrer Lehr. Durch Kooptation würben in den Ausschuß ausgenommen die Herren: Dtrector Vtgelius, Oberlehrer Hahn, Lehrer Eifert, LehrerOehlenschl^r In Jemand einen Freund unter den Opfern des Unglücks, er stürzt vor, wird aber von den Feuerwehrleuten zurückgedrängt. Dort findet eine Dame, die ihren Mann erwartete denselben gesund und unverletzt wieder - sie sinken sich schluchzend in die Arme. Mit dem Zuge ist auch die Liste der Tobten eingetroffen. Der Generalbirector Herr Schnorr von Carolsfeld dtcttrt sie den Vertretern der Preffe. Mit ihm sind der Polizeidirector, sowie die Minister von Feilitzsch und von Crailsheim anwesend. Wer irgend etwas vom Unglück weiß, so besonders die Vertreter der Presse, wird sofort von einer Unmasse Menschen umdrangt und befragt. Und nun zum Unglück selbst! Vor Allem: Wie entstand die Katastrophe? Es ist die alte Geschichte, die schon so viele Eisenbahnunfälle hervorgerufen — falsche Wetchenstellung, Nachlässigkeit eines untergeordneten Bediensteten. Der verunglückte Zug sollte sich fahrplanmäßig mit dem Schnellzuge München- Nurnberg in Dachau kreuzen. Wegen einer Verspätung des ersteren begegneten sich aber bte beiden Zuge schon in der nächsten Station von München aus, in Röhrmoos Der Münchener Zug blieb auf dem Hauptgeletse stehen und ließ den von Norden kommenden Train auf einem Zweiggeleise vorbeifahren. Dieser fuhr auf das Hweig- geleise, anstatt aber hinter dem Münchener Zuge wieder das Hauptgeleise zu erreichen, fuhr er in ein tobtes Geleise, sogenanntes „Sackgeleise", das zum Rangierdienste bestimmt war. Auf diesem letzteren Geleise war Morgens rangtrt worden, weshalb Verbindungsweiche zwischen Sackgeleise und Nebengeleise geöffnet wurde. Durch Nachlässigkeit des Wechselwärters war sie nicht wieder geschlossen worden, so daß der Schnellzug von seiner richtigen Bahn abgeleitet wurde. Die Stelle des Unglücks. Wechsel Verwischte s. , „ Gießen, 9. Juli. Nach einer im Gewerbeblatt für das Grokberioatbum am l" ^Uüai888nhp^apftih aC§ Lanbesgewerboereins für das Großh. Hessen gehörten hem Landesgewerboerein 4098 Mitglieder folgender Berufsarten an- ?rVncrol5, ^undwirthe 57, Steinbruchbesitzer 4, Kalkbrennereien 1 Häfner 9 Rteaekt* SMnssPvbi^o^arbeiter 12, Schmiede 70, Kupferschmiede IO,' Messerschmieds 4 - 5ctlcn6aucr 3, Gießereien 9, Metallarbeiter 4, aNetaU* ’Q 6A 25, Nähmaschinenfabriken 13, Maschinenbauer 11 ^ie-r?an flr 47^Q2ßSfmcifter 14' Instrumentenmacher 8, Wagner 44, Büchsenmacher 5, Uhrmacher 38, Optiker 3, Orgelbauer 1, Chemische Fabriken 5 Chemiker 7, Apotheker 28, Droguisten 6, Seifensieder 11, Zeug- und Strumpfwebereten 12* WL7?^^abrtken 2 fflkWer 9, «pfamenttrer 6, Seiler 5, S' 21' ©Stil?qq5' Tapetenfabriken 6, Gerber 36, Porte- feutller 21, Sattler 39, Buchbinder 50, Tapezierer 34, Holzschneider eien 4 Dreher 33 Bürstenmacher 2, Kammmacher 3, Korbflechter 3, Küfer 38, Stuhlmacher 3 Schreiner 297* Ä 5nÄ64'^0bfS.rifen7 ^M-tzg-r 27, Müller 38 Bfirbrguer Ü3 H-fl: mnfiprf«h34fOc iabrt^en$3' Auditor 7, Tabaksabriken 8, Cichortenfabriken 1, Miner al- ^rpihpr?nha$ t 9 F°ustn- Malzfabriken 5, Liqueulfabrtken 6, Essigfabrtken 1, ^^h^uhfabr ken 1, Schneider 28, Waschanstalten 1, Friseure und Barbiere 5, Schuhmacher 40, Heilgehulfen 3, Hutmacher 5, Archikecten 45, Ingenieure 34 Bauunternehmer 34, cLtraßenmeifter 18, Bahnmeister 18, Bautechntker 55 Baumeister 34 in' 5?aurcr 201, Zimmerleute 149, Glaser 57, Weißbinder 182, Dachdecker 32* Pflästerer 10, Brunnenbauer 3, Mühlenbauer 7, Installateure 3 Ofensetzer 15 Stein- bauer 41, Techniker 22, Zeichner 18, Buchdrucker 55, Photographen 9 Lithographen 7 A^re 37, Bankiers 9, Buchhalter 13, Buchhändler 29, Commerzien- vhandlungen 13, Holzhandlungen 22, Kaufleute 230, Kohlenhändler 9, Aeh^^"hler 8, Weinhandler 38, Bahnbeamte 9, Postbeamte 8, Gastwirthe 63. gehörten am 1. Juli 1888 dem Landesgewerbverein außer den technischen Beamten noch an: 69 höhere Beamte, 16 Gerichtsbeamte, 12 Forstbeamte, 22 Steuer- beamte und 79 Berwaltungsbeamte; im Ganzen 198 Beamte. Ferner 13 Geistliche, ß4srotr?ä?dOriß m2 ^rzte, 13Rechtsanwälte, 5Redacteure, 78Lehrer, 33Bürgermeister, LTf ?l8' 16 ?eie ne- Der Rest entfallt auf Rentner, sowie nicht speciell genannte ober seltener vorkommende Berufsarten. u ^p^»n?^OttC4n' 8uf$ull , lVogelsberger Höhen-Club.^ Unter zahlreicher Betheiligung, ^wie wohl noch in keinem Jahre seit Bestehen des V. H.^Cl., fand am %«?a£0w!Crr Sonntag der Hauptausflug aller Sectionen auf den Hoherobskopf statt. Die Festhalle war gefüllt bis aus den letzten Platz und mag daher manchen durstigen ®cbicnun8 in der geräumigen Festhalle und im Clubhaus irm?cer nrA flott genug gewesen sein. An der Kasse dürsten ca. 350 Karten von Mit- i iast sämm tcher Sechonen und Freunden des Höhen-Clubs gelöst worden sein E r freien Zutritt) und kann man daraus schließen, daß die ständige Zahl der Festtheilnehmer in der Halle und im Clubhaus wohl 700 zum Mindesten betragen haben mag Auch waren im Walde die Wirthschaften stark besucht. - Herr Ober- nr^p?/p^ü^^° -L der Central-Ausschusses, begrüßte in längerer An- sprache die zahlreichen Festgaste, schilderte in schön gesetzten Worten die Naturschönhetten ^erHohen, forderte^zur Wetterentfaltung und thatkräfttgem Arbeiten in unserem X\öer letzt schon nach so kurzem Bestehen auf zahlreiche Erfolge zurückblicken könne, k Tri r“ften dürfe, auf, gedachte in dankenswerther Weise der Herren, die durch Geschenke den Club unterstützten und ihm manche Ausgabe ersparten, und brachte Dr des Clubs, Seiner Königlichen Hoheit unserem Großherzog, ein drei- ^ches Hoch, in das die Festgenossen freudig etnsttmmten. Auch ergriff der Sänger des Vogelsbergs, Herr Dekan Briegleb von Pfeddersheim, das Wort, um der Liebe zu seiner ropfnMp» «T Vogelsberg, Ausdruck zu geben. In längerer, von hohen patriotischen Gefühlen getragener Rede gedachte der Redner unseres wetteren fest und stark dastehenden Vaterlandes Deutschland und endtgte mit einem begeistert aufgenommenen §AiL-aU lUsudlichen, mit f° herrlichen und edlen Herrschergaben ausgestatteten j i * ki t Witterung war am Morgen nicht gerade Vertrauen erweckend, aber wie n diesem Sommer unserem Vogelsberg - leider - selten die trüben Wolken den segenspendenden Regen boten, so blieb auch der gestrige Tag von oben trocken und warm wie alle anderen wenn auch in den Vor- und Nachmittagsstunden auf den exponirten Höhen ein kräftiger, warmer, aber doch Kühlung spendender Süd-West etwas meh.r, wie erfrischte. Fernsicht war leider nicht. - Es ist ferner noch erwähnens- ®c,rtk daß während des Festes eine Besprechung der Vertreter der erschienenen Sectronen behufs Bestimmung uber Abhaltung eines Delegirtentages zur Vorberathung der auf der nächsten Generalversammlung vorzulegenden rcvidirten Statuten stattfand. Diese De egirtenversammlung soll am 21. ds. in Schotten stattfinden. - In ungezwungener HnlerlaIt k"0' a£e< l^ben Liedern und Tanz, amüsirten sich Jung und Alt bis zum kÄ?^bnden Abend. Wir glauben nicht zu viel zu sagen, wenn wir behaupten, daß alle Festgenossen recht befriedigt vom Hoherobskopf heimgezogen sind. Auf Wiedersehen nächstes Jahr. (Anzetgebl. f. d. Kr. Schotten.) . .L^shausen, 8. Juli Ein schweres Unglück hat das gestrige Gewitter über eine hiesige achtbare Familie gebracht. Die 39jährige Frau des Ackerers Conrad Hofmann von hier war in's Feld gegangen, um Futter nach Hause zu holen. Als das Gewitter einbrach, suchte sie Schutz unter einem in der Nähe ihres Ackers stehenden Birnbäume, wahrend eine unfern arbeitende andere Frau in's Dorf zurückging. Da Frau Hofmann zu lange ausblieb, ging ihr Mann, zunächst nichts Arges ährend, selber hinaus, um das Futter heimzuholen. Er glaubte, seine Frau sei irgendwo eingek-hrt und habe sich dabei langer aushalten lassen. Ader auch nach seiner Rückkunsi sand Hofmann seine Frau noch nicht zu Hause vor. Da er nun ein schlimmes Ereigmß e{i0!"0 ?er unglückliche Mann suchen und fand dabei die ärgsten Befürchtungen bestätigt: Unter dem erwähnten, in der Steindorfer Gemarkung stehenden Baume lag seine Frau tobt, vom Blitze erschlagen. Anstatt bes erhofften Schutzes hatte sie unter Pfunden. Der jammer bes so unerwartet verwittweten Mannes, sowie ber hochbetagten Eltern des Ehepaares ist groß. (W A) , Cx P?a^ur0/ 8- Juli Die gestern stattgehabte alljährliche collegiale Zusammen- kunst der Docenten der drei Universitäten Gießen, Göttingen und Marburg, hatte neben den hiesigen etwa 30 auswärtige Professoren in unserer Musenstadt vereinigt. am Morgen unternommene Kahnfahrt nach dem eine halbe Stunde entfernt gelegenen Wehrda und der hiernach folgende Spaziergang über die Wehrdaer Stein- 2?^ ^"iSVÄ0 zu.ruck fand unter zahlreicher Betheiligung, auch einiger Damen Itatt. Ein am Mittag im Saale des Museumsgebäudes veranstaltetes gememiames qrnL6!1'!«6 b^e derzeitigen Rectoren der genannten Universitäten, tue Herren Magniftcenz Professor Dr. Bostroem-Gießen, Weiland-Göttingen und Greef- Marburg die Ehrenplätze der Tafel einnahmen, verlief in der animirtesten Stimmung, ebenso die am Nachmittage im Dammelsberge arrangirte Fahparthic. Mit den besten Cindrucken von Marburg und seiner schönen Umgebung verließen am Abend die aus- «Ak* i" ? E den nach Nord und Süd abgehenden Bahnzügen unsere Musen- Heimreise^^ bcrc t8 im Jahre 1885 eine derartige Versammlung stattfand, um bie Nach München. -H» »F Nach Ingolstadt. Derselbe fuhr mit voller Eilzugsgeschwinbigkeit auf zwei mit Steinen beladene Guterwagen, die auf dem Sackgeletfe standen, auf. Den ersten derselben schleuderte er 15 Schritte über die Straße hinüber. Den zweiten warf er die Böschung hinunter, bouuerahnliches Krachen erschütterte die Lust, der ganze Zug war momentan in . .Staub- und Rauchwolke gehüllt — dann herrscht auf einen Augenblik die Ruhe eines Kirchhofs. Die ntchtbeschädigten Passagiere springen entsetzt aus den CoupSs UNO stürzen auf den haushohen Berg von Eisen- und Holztrümmern zu, unter denen jetzt ein markerschütterndes Schreien und Stöhnen kundthut, daß ein ent- setzliches, fürchterliches Unglück sich ereignet hat. Sofort beginnen d'e Rettungsarbeiten. Passagiere und Beamte räumen unter Lebensgefahr die Trümmer theilweffe beiseite, um zu den Verunglückten zu gelangen. Besonders zeichnet sich hierbei eine Dame aus, ^^.^rl^kuhnem Muthe mitten unter den einstürzenden und brechenden Trümmern mitarbeitet. Die Verwundungen der Opfer sind schrecklich. Einem Mann ist der Fuß zweimal gebrochen — et ist tobt. Zwei Männern haben bie Puffer eines Waggons Unterleib total zerquetscht. Eine Frau ist mit dem Unterleib zwischen die Etsen- ^UAeklemmt sie schreit schrecklich um Hilfe — als man sie endlich befreit hat, m fte tobt, ein Kinb liegt daneben, gleichfalls tobt. Nach anberthalbstünbiger Arbeit findet man unter einem künstlichen Dache, das die Trümmer bilden, zwei Frauen voll- "Ich lebe", ruft die eine, „und mein Mann ist tobt!" Die 9na""e§ liL0t i"-,t^rer Nähe. Ein Mann wirb herausgezogen, derselbe ist bewußtlos. Als man ihn ins Leben zumckgerufen, erklärt er, daß er dem Erstickungs- tobe nahe war. Fast alle Verwunbeten sinb am Unterleib unb an ben Füßen verletzt, fte würben zwischen ben Sitzen bes Wagens eingezwängt. Der Zug hatte zwei Lokomotiven. Hinter denselben befand sich der Dienstwagen, dann ein Personenwagen 3. Klasse, dann ein Gepäckwagen. Während nun die übrigen ^^gaus Ziemlich unversehrt blieben, wurde der Personenwagen vollkommen zermalmt. Derselbe fuhr bei dem plötzlichen Anprall in den Dienstwagen hinein, während der ! nachfolgende Gepäckwagen auf ihn hinauffuhr und den Passagierraum förmlich vom St1C1^?pbQa^rk* Säwmtliche Insassen des Wagens wurden verwundet ober ge- !obt^- Die Zahl ber Tobten (wir haben bie Namen betreiben schon mitgetheilt. D. Reb.) beträgt 8 die der Verwundeten 11; von den letzteren ist inzwischen noch Einer gestorben. ~ , Der Wechselwärter, welcher die ganze Katastrophe verschuldete, ist flüchtig gegangen. mp*Mbe"h^ ?bidl und soll schon 13 Jahre auf der Station sein. Er ist Hilfs- wechselwarter, der ständige Weichensteller war dienstfrei. Der Lokomotivführer der ^owotive erlitt einen Rippenbruch. Sonst wurde vom Personal Niemand ver- A« v. Führer der zweiten Lokomotive bemerkte noch das Signal „Sackgeleise rothweise Scheibe und versuchte den Zug zu bremsen. Leider zu spät! Die Westinghousebremse der zerstörten Lokomotive ist ausgelöst. Das Unglück wäre noch großer geworden, wenn die beiden Güterwagen nicht auf dem Sackgeleise gestanden waren. Dann wäre der Zug unfehlbar eine ca. 3 Dl. hohe Böschung hinabgestürzt! Sehr viel zum Unglück trug auch der Kölner Schlafwagen bei, der mit einer un- «peuren Wucht auf die vorhergehenden Wagen drückte. Jrn Postwagen befanden sich ^hpnh?e9Th^ lRCntink k"0e n"b die mit dem Schrecken davonkamen. $)er jours L?e^ VM^^ dPn^p!äp/bbbnfalls auch zur Verantwortung gezogen werden — er hatte Dte Pflicht, ben Wechsel zu controlieren. ~ «??Ä^Ä^besuchten heute von München aus bie Unglücksstätte - barunter auch mÄ^tersiatter. Rohrmoos ist ein kleines Dorf in ber Nähe von München. Der Postzug braucht von München aus eine Stunbe bahin. Der Schauplatz der Katastrophe gewahrt einen unheimlichen Anblick. Die beiben Maschinen sinb bis über bie Wnder unb Achsen im^ Sanb vergraben. Die Räber fehlen, bei ber einen Maschine j Cn^a?Cn ^nb bic Wänbe eingebogen, bie Puffer ab= h 0 i rk23 Personenwagen ist nur noch der Rahmen zu sehen. Ite0^ep5(froagen, dessen Wände zertrümmert sind. Ringsumher thpHp0 b/utbefleckte Polft^:, Zerbrochene Coup^thüren, Betten, armsdicke zerknickte Eisen- if/ ” ,^^imliches Chaos. Die Schienen sind aufgerissen. Der Verkehr der Züge eincrm Güterschuppen sind die bis jetzt noch nicht vollständig agnoscierten lobten gelagert. Die theilwetse ober ganz entfleibeten Leichen ^uen schrrcklichen Anblick. Die Aerzte conftatiren bie Tobesursache; @e= ^en^^on^liVn^bc" ankommenben Verwanbten ber Unglücklichen bbnn eine zweite, fast noch schrecklichere Auflage ber berüchtigten §Ä?r^6katastrophe. Der pflichtvergessene Bebienstete, der das Ganze verschuldet wird feiner gerechten Strafe nicht entgehen. Die Entschädigung übrigens, welche die General-Directton an die Hinterbliebenen zahlen muß, wirb bei ber hervorragenben Stellung ber Opfer ber Katastrophe burchaus keine kleine sein. (Fr. Journ.) Neustadt a. d. H., 6. Juli. Dieser Tage wurde hier der Weinhandler Max Levi verhaftet. Die Verhaftung, welche viel Aufsehen erregt, erfolgte auf Requisition des Konstanzer Gerichts und zwar handelt es sich dem Vernehmen nach um eine großartig angelegte Weinfälscherei. Bestimmte Nachrichten über den Umfang der dem Verhafteten zur Last gelegten Weinfälschungen können noch nicht gemacht werden. Erzählt wird aber, daß Levi im letzten Jahre allein für die hübsche Summe von ea. 360,000 Jü Rothweine verkauft habe, welche alle gepantscht waren, und zwar in solcher Weise, daß der Genuß eines größeren Quantums von diesem sogenannten Wein sehr bedenkliche Störungen im Allgemeinbefinden des Trinkers heroorzurufen geeignet war. Ferner wird gemeldet, daß Levi einen Kunden brieflich aufgefordert habe, falls man bet ihm anfrage, nur zu sagen, er habe den von ihm bezogenen Wein als „gezuckert" gekauft. Auf die Entwickelung der Angelegenheit wird man gespannt sein dürfen. (Frkf. Ztg.) Mannheim, 5. Juli. Gestern Abend ereignete sich hier ein gräßlicher Un- glücksiall dadurch, daß ein Maurer Polter, der in das vierte Stockwerk eines Neubaues behufs Controle der Arbeiter hinaufgestiegen war, durch das Gebälk in den Keller stürzte. Da zu der kritischen Zeit die Maurer die Baustelle bereits verlassen hatten, nahm Niemand den Unglücksfall wahr und der Schwerverletzte blieb die Nacht hindurch in seinem Blute liegen. Erst heute früh wurde er in diesem Zustande aufgefunden und in das städtische Krankenhaus geschafft, woselbst er heule Nachmittag gestorben ist. — In einem Frühzuge der Görlttzer Bahn von Eottbus her saßen dieser Tage in einem Coups zwei Herren allein, welche Lust verspürten, einen Skat zu klopfen. Natürlich! Denn wie könnten heutigen Tages irgendwo immer zwei Herren beisammen sitzen, ohne Lust zu spüren, einen Skat zu klopfen! Zu besagter Procedur gehören nun ? freilich der Männer drei und die Klopsbedürftigen waren nur ihrer zwei, aber es waren zwei Leutchen, welche die heutige Welt kannten und sich zu helfen wußten; sie befesttgken am Coupefenster ein mittelst Bleistifts und eines Blattes Papier hergeflellles Plakai: - „Dritter Mann gesucht!" Und siehe da, das Plakat wurde vertranden und halte Erfolg. I Bereits zwei Stationen weiter hatten sie das ganze Coups voller „dritter Männer", * so daß sie reichlich Auswahl hatten und noch ein zweiter Skat neben dem ihrigen zu I Stande kam. Ingolstadt, 5. Juli. Hauptmann v. M. des hiesigen 1. Pionier-Bataillons hat sich geilem Nachmittag durch einen Revolverschuß vor der Front seiner Compagnie entleibt. Beweggrund unbekannt. (Allg. Ztg.) Bremen, 8. Juli. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Eider, Capttän H. Baur, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 29. Juni von Bremen und am 30. Juni von Southampton abgegangen war, ist heule 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen._______________ 5728) Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen — aber mancher Angriff von Freund Hain wird si grelch avgefchlagen von einem widerstandsfähigen Körper, von einem Organismus, der sich in einem guten Ernährungszustände befindet. Was kann aber dem nicht regelrecht arbeitenden Veidauungsapparat Besseres geboten weiden als gleichsam verdautes, d. h. gelöstes Fleisch, wie es das Kemmerich'sche Fleisch-Pepton darstellt. Mit Freuden haben die Haushaltungen einem Präparat Thür und Thor geöffnet, welches sich neben seinen ernährenden Eigenschaften durch leichte Verdaulichkeit und vorzüglichen Geschmack auszeichnel und mit Fl enden ergreift die Hausfrau bie Gelegenheu, ihre Suppen, Saucen u. f. w. nicht allein in ihrem Geschmack, sondern auch in Bezug auf ihren Nährwerth zu verbessern. Das gute Aussehen der in dieser Weise genährten Familienangehörigen bankt der Hausfrau dafür, daß sie den richtigen Weg betreten hat, den wissenschaftliche Forschung und Arbeit ibr gebahnt baden. 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[5785 Schmidt & Repp, Bahnhofstraße 29. Allgemeiner Anzeiger Konkursverfahren. lieber das Vermögen des Krämers und Wirths Karl Kallenbach von Bicken, zur Zeit Strafgefangenen zu Limburg an der Lahn, wird heute am 27. Juni 1889, Vormittags 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Amtsgerichts-Secretär Kellner zu Herborn wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 20. Juli 1889 bei dem Gerichte anzumelden. [5774 Es wird zur Beschlußfaffung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläu- bigerausschuffes und eintretenden Falles über die in § 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Sonnabend d. 2T Juli 1889, Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auserlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 20. Juli 1889 Anzeige zu machen. Herborn, den 27. Juni 1889. Königliches Amtsgericht I. Ä /.scnf/z. Warnung! Von der weltberühmten Amerikanischen Glanz- Stärke von Fritz Schulz JLeipziff muß jedes Packet nebenstehende Schutzmarke tragen, wenn sie ächt sein soll, ä Packet 20 Pfg Dieselbe ifl vorrätbig in allen Handlungen.5766 Hiermit erlaube ich mir, den geehrten Herren Interessenten in l Erinnerung zu bringen, dass Herr Maier Arnstein in Friedberg meine Vertretung für den Artikel 11 « Riem ©hi j für Oberhessen einschliesslich Wetterau hat, und bitte, sich bei eintretendem ; Bedarfe gefälligst an Genannten wenden zu wollen. Herr Arnstein wird alsdann gerne bereit sein, mit äussersten Preisen und Mustern an Hand [ zu gehen. Offenbach a. M., 15. Juni 1889. [5784 Phil. Jac. Spicbarz, Specialit&t: Fabrikation von Leder-Treibriemen. Gesellschaft „Heiterkeit". Samstag drn 13. Juli, Abends Vr9 Uhr: Generalversammlung. Tagesordnung: 1) Rechnungsablage. 2) Vorstandswahl. 3) Verschiedenes. 5760__________________________________Der Vorstand. Die Export-Schlachterei u. 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Juli 1889 im Saale des Gesellschaftsvereins. j ------------ Ausführende: Herr Max Schwarz, Pianoforte, „ Alphonse Brun, Violine, n Louis Noebe, ViolonoeU, n Adolf Müller, Bariton, i sämmtlich Lehrer vom Raff-Conservatorium * in Frankfurt a. M. Programm. | 1. Trio Es-dur für Piano- t forte, Violine und Cello, op. 40......Joh. Brahms. Andante — Presto — Largo — Allegro. (Herren Max Schwarz, Alphonse Brun und Louis Noebe}. 2. a) Der Wanderer . . Fr. Schubert. b) Tom der Reimer, Ballade . . . . C. Löwe. (Herr Adolph Müller) 3. a) Impromptu G-dur . F. Schubert. b) Ungarische Rhapsodie Nr. XI . . F. Liszt. (Herr Schwarz). 4. a) Mädchen mit dem rothen Mündchen . Jean Gall. b) Wanderlied . Roh Schumann. (Herr M ül 11 er). 5. Trio C-moll für Pianoforte, Violine und Cello op. 102 ......J. Raff. Allegro — Presto — Andante — Allegro con moto. (Herren Schwarz, Brun und Noebe). Eintrittskarten zu JL 2,50 (Sperrsitz vH. 3,50), sind in der Musikalienhandlung des Herrn E. Challier (Rudolph’s Nachfolger) zu haben. Der Concertfliigel von Beckstein ist aus dem Lager des Herrn W. Rudolph. [5700 ----- Stein’s Garten. — Dienstag den 16. und Mittwoch den 17. Juli d. I. «=: Stranft-Coneerte«, des Derrn Dos-Dail-Musikdirektors Eduard Strauss mit seiner ca. 50 Mann starken Kiinstlerkapelle aus Wien. ■■■ ■ : Anfang 5 Uhr. Entree: Im Vorverkauf bei den Herren C. Schwaab, Seltersweg 23, und G. Gerhard, Lindenplatz 12, Mk. 1. 2750 An der Kaffe „ 1.30. GEGR: Mittwoch den 17. d. Mts., Abends 8'/r Uhr: ^eiieröfoerfammfung im Cafe Schnell. Tagesordnung: 1) Bericht über Gau und Verein. >2) Fechtunterricht. 5672 Der Vorstand Stein’® <»arteR. "I U7 Donnerstag den 11. Juli: V. Abonnements -Concert. Anfang 7' 2 Uhr Entree 50 Pfg Zu verkaufen Fermietyungen. 5776] Das von Frau Bapst W w e. bewohnte Logis von 6 Zimmern nebst Zubehör ist bis zum Octbr. zu oermietben, Näheres Ludwigstraße, Ecke der Bleichstraße 23 III. 5781] Mehrere kleinere Logis an ruhige Leute zu vermiethen. 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Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 3 Uhr vom Sterbehauje (Neustadt 1) aus statt. 5783 Coarsberieht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Ararrkfrrrter Börse vom 10. Juli 1889. Schlußcourse 4 pCt- Reichsanleihe IC8.10 3V2 vCt- do. 104.30 4 pCt. Preuß. Consols 107.00 31/2 pCt. do. 105.40 4 pCt- Ungar- Goldrente 85.80 41/s pCt. Oesterreich. Silberrente 72.70 Uhr 15 Mn. 5 pCt. Italiener Rente ult- 95.80 4 pCt- Griechen 79.40 4 pCt- 1880er do. 89.50 Russische II. Orientanleihe 63.50 4 pCt. unif. Egyoter 90 40 6 pCt. cons. Mexikaner, große Stücke 64.30 Disconto-Commandit-Anth. 227.20 Darmstädter Bank-Act. 162.70 Oesterreich. Credi 258.75 Oesterreich. Staatsbahn-Actien 192 25 Lombard. Eisenbahn- „ 104.75 Galizische do. „ 175.75 20 FrancS-Stücke 16-25—16.29 | Engl. Souoereigus 20.35—20.40. 10 do. 16 25—16.29 | Dollars in Gold Tendenz: fest. 4.16-456, Telegraphischer Lsuröbericht der B Oesterr. Creditactien 162.20 Oesterr. StaatSbahn-Actiea 96.40 Laura-Actien 136.75 Darmstädter Bankactien 161.25 Tenden 4% Gießener Obl. —— Reichsbank-Dtsk. 3%. — ttltne» Börse vo« 10. Zuli 1889. DiSconto-Eom.-Antheile 227 00 Lombarden 52.50 Ostpreußen 104 00 Bochumer Gußstahlactien 204.70 i: fest. 5% BuderuS Obl. 105.00. Franks. Bank-Disk. 3%, Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'ichen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer enthält 1 Blatt und 1 Beilage. Jkilhflc zu 3u. 158 des „Achmer Anzeiger gemeiner Anzeiger. TU Bahnhofstrasse 40 Gnauth. 5727 2852 9 5751 K^actntea Preisen. 341 4867 2093 in zu Alleinvertretung der Kleyer'schen Kelocipedfabrik und Niederlage der renommirtesten englischen Firmen. W. Böger Mtültereweg O. Engel, Gr. Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung. Wir bringen zur allgemeinen Kenntniß, daß Christian Best als städtischer Wieger angenommen und verpflichtet worben ist. Gießen, 6. Juli 1889. GroßherzoglicheBürgermeistcrei Gießen. 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