Nr. 288. Dientag den 10. December 1889. Der Hietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag-. Tie Gießener Aamitieuvtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er General-Anzeiger. Vierteljähriger Aöonncmentspretir 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchutstraße Art. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Nreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Jamikienblätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. M>! ru, iiww——wui w >. j wwmmjm mj—b»— Amtlicher Theil. Bekanntmachung, den Verein zur Unterstützung und Besserung der au4 den Strafanstalten Entlassenen betreffend. Die Mitglieder des rubricirten Vereins werden hierdurch zu einer Hauptversammlung aus DienStag den 24L December 1889, Mittags 12 Uhr, in das Regierungsgebäude dahier ergebenst eingeladen. Gießen, den 7. December 1889. Die BezirksvereinS'Commission des Vereins, v (Sägern Gießen, den 7. December 1889. Betreffend: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Der Zweck des rubricirten Vereins ist auf die moralische Besserung der aus dem Zuchthause, den Gefängnissen und dem Arbeitshause entlassenen Angehörigen des Großherzogthums ge* richtet; außerdem sucht derselbe drn aus den Strafanstalten Entlassenen die Möglichkeit eines rechtlichen Erwerbes zu vermitteln und dieselben hierdurch vor Rückfällen zu bewahren. Da viele Gemeinden des Kreises dem Verein als Mitglied noch nicht beigetreten sind, so empfehlen wir Ihnen, dem Gemeinderath unter Mittheilung der Zwecke des Vereins wegen Beitritts zu demselben Vorlage zu machen. Ein Jahresbeitrag von 2 genügt zur Aufnahme als Mitglied. Sollten Privat« Personen oder eine Gemeinde Mitglied des Vereins werden wollen, so sehen wir Ihrer Anzeige und Angabe entgegen, welchen jährlichen Beitrag die betr. Personen resp. Gemeinden an den Verein entrichten wollen. v. Gagern. Die Kaisertage in Darmstadt. Darmstadt, 7. December. Seine Majestät der Kaiser kehrte heute Nachmittag gegen 3 Uhr mit Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog von dem Jagdausflug nach Groß- Gerau hierher zurück. Um 5 Uhr fand im Kaiscrsaale des Schlosses eine Galatasel von 114 Gedecken statt. Seine Majestät der Kaiser führte die Prinzessin Heinrich von Preußen zur Tasel uud nahm zwischen dieser und dem Großherzog Platz. Während der Tasel brachte der Großherzog das Hoch ■auf Seine Majestät den Kaiser aus, in welches die Versammlung dreimal enthusiastisch einstimmte. Der Kaiser sprach seinen Dank für den ihm bereiteten schönen Empfang aus und gedachte seines früheren Aufenthalts in Darmstadt, da er in dem Großherzoglichen Hause wie ein Sohn ausgenommen worden sei. Seine Majestät erinnerte sodann an die Mitwirkung des Großherzogs und seiner Hessen im Kriege zum Erringen der deutschen Einheit und Größe und gab der Hoffnung Ausdruck, daß, wenn wieder einmal ein Kampf um die nationalen Güter nothwendig werden sollte, sich der hessische Stahl ebenso hart bewähren würde. Se. Majestät schloß mit einem Hoch auf das hessische Volk, seinen Herrscher und dessen Haus. Darmstadt, 8. December. Die von der Gesammtheit der Rcsidenzbevölkerung des Hesseulandes dem Deutschen Kaiser gestern Abend gewidmete Ovation verlief in geradezu glänzender Weise. Hatte die prächtige Ausschmückung der Stadt auf den hohen Gast unseres Landesfürsten am Tage des Einzuges schon sichtlichen Eindruck gemacht, so wurde derselbe durch den Fackelzug, an dem etwa 5—6000 Personen sich betheiligten, noch wesentlich erhöht. Alle Vereine, die Innungen, die höheren Lehranstalten, im Ganzen gegen 70 CorporationeuP betheiligten sich; den Vogel aber haben die Studirendcn der Technischen Hochschule abgeschossen, deren Corps und sonstige Verbindungen, die in dem von früheren Anlässen her bekannten studentischen Pomp mit Coller und Kanonen, vorauf die Präsidien, erschienen waren. Sehr vor- theilhast präsentirren sich auch die Metzger-Innung, der Gärtner-Verein „Feronia" und zahlreiche andere Vereinigungen. Es herrschte nur eine Stimme des Lobes. Die im Schloßhof von etwa 450—500 Sängern unter Leitung des Musidirectors Senfft dargebrachte Serenade, welche der Kaiser nach Schluß der Festvorstellung im Hoftheater mit der Großh. Familie an einem Fenster des sogen. Glockenhoses rm Residenzschlosse in Uniform des Garde-Husaren-Regiments entgegennahm, verlief ebenfalls entsprechend dem Programm. Der Leiter desselben, Herr Senfft, wurde zum Kaiser be- I fohlen, der sich in herzlichster Weise bedankte. Nachdem auf ! dem Paradeplatze die sämmtlichen Musikcorps noch einige Stücke executirt hatten, löste sich der Zug auf, nach dessen Schluß noch in verschiedenen Localen der Stadt gesellige Veranstaltungen statthatten. Der Kaiser besuchte heute Morgen 9i/2 Uhr in De- gleitung des Großherzogs das Mausoleum der verstorbenen Großherzogin Alice aus der Rosenhöhe. Der Kaiser in Worms. A Worms, 8. December 1889. Worms, die alte Reichsstadt, hat heute bethätigt, daß sie die ihr widerfahrene Ehre eines Kaiserbesuches vollauf zu würdigen versteht. Sie hat dies bethätigt sowohl durch ihren äußerlichen Schmuck und ihre wahrhaft glanzvolle Beleuchtung, wie auch durch die patriotische Stimmung, die sich bei der ganzen Bevölkerung kundgab. In allen Straßen und Gäßchen, bis in die entlegendsten Winkel der Stadt, trug Haus für Haus seinen Fahnen- und Laubschmuck, und gerade diese vielfach ungezwungene Zierde gab der Stadt das Gepräge eines von dem Herzen kommenden Patriotismus und der wirklichen Verehrung für den Kaiser. Natürlich waren die Straßen, durch welche der Kaiser seinen Einzug hielt, die Rheinstraße, Ludwigsstraße, Hagenstraße, Kämmerstraße, Kaiserstraße, am reichsten geschmückt. Insbesondere die nächste Umgebung des neuen Festhauses und die langgestreckte Rheinallee boten in ihrer reichen Decoration einen prachtvollen Anblick. Am Ende der Rheinallee, wo der eigentliche Eingang in die Stad' Worms ist, war ein mächtiger Triumphbogen mit ucr Büste des Kaisers errichtet. Desgleichen waren reich gezierte Triumphbogen in der Ma- thildenstraße, Kämmergasse und Festhausstraße. Vou dem frühen Morgen an wogten in den Straßen Tausende von Menschen, dazwischen ein Nennen und Laufen von Personen in geschäftlicher Eile. Alle ankommenden Züge waren zum Erdrücken besetzt. Neben den Bewohnern von Rheinhessen und der nahen bayerischen Pfalz waren diejenigen von den nächstgelegenen jenseitigen Ortschaften zu Tausenden nach Worms gekommen. Allein 4000 Mitglieder von Kriegervereimgungen waren gekommen, um dem Kaiser ihre Huldigung darzubringcn. Punkt 3’/2 Uhr traf der kaiserliche Extrazug unter Böllerschüssen und Glockengeläute in dem Rosengarten ein, wo der Empfang durch die Spitzen der Behörden statt- saud. Nach einer Besichtigung der auf dem Bahnhof aufgestellten Ehrencompagnie fuhr der Kaiser mit dem Großherzog in einem offenen Viererzug über die Rheinbrücke, durch die oben angedeutctcn Straßen nach dem Festhaus. Rauschender Jubel begleitete die beiden Fürsten auf dem ganzen Wege zu dem Festhaus. Vor dem kaiserlichen Wagen fuhr der Oberbürgermeister mit dem Gründer des Festspielhauses. Hinter dem kaiserlichen Wagen folgte zunächst der Erbgroßherzog und Prinz Heinrich. Zu dem Festhaus wurden der Kaiser und der Großherzog sowie das Gefolge in das Innere geleitet. Beim Eintritt in das Vestibül des Festhauses hielt der Oberbürgermeister Küchler eine Ansprache an Se. Majestät den Kaiser, in welcher er seinen Dank aussprach, daß Allerhöchstderselbe die Stadt Worms als Gast des Landesherrn mit Allerhöchstseinem Besuche ausgezeichnet habe. Der Redner gedachte sodann der Anwesenheit des Kaisers Wilhelm I. und des Kaisers Friedrich in Worms bei der Enthüllung des Lutherdenkmals am 25. Juni 1868 und hieß Se. Majestät den Kaiser willkommen, der als erster deutscher Kaiser seit 300 Jahren die Stadt betrete. Die Schicksale des Reichs seien mit der alten Kaiserstadt eng verbunden, ihre Bürger, von Kaiser Heinrich IV. einst die treuesten genannt. Heute schlügen dem Kaiser überall die treuesten Herzen entgegen, doch treuer wie hier, nirgends. „Das, Ew. Majestät, ist unser höchster Stolz und ganz erfüllt von solcher Gesinnung darf ich hoffen, daß Ew. Majestät geruhen mögen, die herzlichsten Willkommgrüße von dem alten Worms entgegenzunehmen." Se. Majestät der Kaiser dankte huldvollst in längerer Rede der Stadt für den herzlichen Empfang. Er freue sich, nach dem alten Worms gekommen zu sein, das durch Sage und Geschichte bekannt sei. Von hier sei die moralische und religiöse Stärke ausgegangen, welche die Welt in Staunen setzte. Von dem neuesten Werke, das hier geschaffen und ihn sehr interessire zu sehen, hoffe er weitere Fortschritte für Moral und Sitte." Nach dem ersten Theil der Festvorstellung empfing der Kaiser in dem Foyer eine Deputation Wormser Arbeiter, die dem Kaiser eine Begrüßungsadresse mit einem prachtvollen Album überreichte. Nach der Vorstellung der Behörden erfolgte zunächst eine Besichtigung des durch Reflectoren beleuchteten Luther- denkmals und dann die Rückfahrt nach der Station Rosengarten, von wo ein Sonderzug die hohen Gäste direct nach Darmstadt führte. Mit das Großartigste, was dem Kaiserhaus geboten wurde, war die Illumination und die Beleuch tung der Kirchen und des Thurms des neuen Wasserwerks. Besonders großartig wirkte die Beleuchtung der in Hellen Flammen erscheinenden Liebfrauenkirche, deren Thürme sich im Rheine wiederspiegelten. Auch die Beleuchtung deS Domes mit seinem alten Thurme machte einen überwältigenden Eindruck. Deutsche» Neich. Darmstadt, 7. December. Die „Darmst. Ztg." veröffentlichte heute folgendes an Seine Majestät den Deutschen Kaiser nach Kranichstein gelangtes Telegramm: Telegraphie des Deutschen Reiches. Aufgcgeben in Zanzibar. 1889. 6. December. 1.15 Nachm. Imperator Rex, Darmstadt. Unsere Expedition hat heute ihr Ende ereicht. Ich habe die Ehre gehabt durch Major Wißmann und seine Offiziere gastfreundlich ausgenommen zu werden, seitdem ich in Mwapwa angekommen bin. Unsere Bahnen haben einen erfreulichen Abschluß gefunden. Von Bagamajo nach Zanzibar hat uns Sperber und Schwalbe übergeführt mit Erweisung aller Ehren, gepaart mit großer Liebenswürdigkeit. Dankbar erinnere ich mich der Gastfreundschaft und der fürstlichen Liebenswürdigkeit, die mir 1885 in Potsdam erzeigt wurde und jetzt bin ich tiefinnig durchdrungen von Ew. Majestät Herablassung, Güte und gnädigem Willkommen bei meiner Rückkehr aus Afrika. Mit aufrichtigem Herzen rufe ich: Lang lebe der edle Kaiser Wilhelm II. Stanley. Darmstadt, 8. December. Se. Majestät der Kaiser hat Herrn Oberbürgermeister Ohly den Kroneuorden zweiter Klasse, den Herren Beigeordneten Ri e d li ng er und Baurath Braden den Kronenorden vierter Klasse verliehen. — Herr Polizeirath Morneweg erhielt ebenfalls eine Auszeichnung , dem Vernehmen nach den Rothen Adlerorden 4. Klasse. — Seine Majestät der Kaiser wohnte heute morgen dem Vormittagsgottesdienst in der Stadtkirche bei. Die Predigt hatte auf Allerhöchsten Befehl Herr Superintendent Dr. Sell übernommeü. Berlin, 7. Deeember. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Telegramm des Kaisers an Emin vom 4. Deeember. Dasselbe lautet: „Bei der endlichen Rückkehr von Ihrem Posten, welchen Sie über 11 Jahre mit echt deutscher Treue und Pflichterfüllung heldcnmüthig behauptet haben, begrüße ich Sie gerne mit meinem Glückwunsch und meiner kaiserlichen Anerkennung. Es hat mir zur besonderen Freude gereicht, daß die Truppe des deutschen Reichscommissars Ihnen den Weg an die Küste gerade durch unser Schutzgebiet bahnen konnte." — Das Telegramm vom 4. December an Stanley lautet: „Dank Ihrer Ausdauer und Ihres unbeugsamen Muthes haben Sie jetzt nach wiederholter Durchquerung des dunklen Welttheiles eine neue lange Reihe voll schrecklicher Gefahren und fast unerträglicher Beschwerden vollendet.. Daß Sie sie alle überwunden haben und Ihr Heimweg durch Länder unter meiner Flagge führt, gewährt mir eine große Befriedigung und ich bewillkommene Sie herzlich zu Ihrer Rückkehr in die Civilisation und Sicherheit." — Der Magistrat unterbreitete der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage betr. Niederlegung der Schloßfreiheit und ersucht um nachstehenden Beschluß: Unter Voraussetzung, daß dem Comite für die Niederlegung der Schloßfreihcit die staatliche Genehmigung zur geplanten Lotterie crtheilt, ferner, daß dem Magistrat durch die Erklärung der competenten Behörden der Nachweis erbracht werde, daß, falls es zur Niederlegung der Privathäuser an der Schloßfreihcit kommt, auch das an der Ecke der Straße belegenc fiskalische Grundstück ohne Inanspruchnahme einer Entschädigung freigelegt werde — unter dieser Voraussetzung ermächtigt die Versammlung den Magistrat, über die Mitwirkung der Stadtgemetnde mit dem Comite eine Vereinbarung zu treffen. Der Abbruch erfolgt auf Kosten des Comites spätestens im dritten Quartal des Jahres 1892; die Stadt übernimmt das freigelegte Terrain als öffentlichen Platz. — Beim Abbruch des 25 Meter hohen cifernen Schornsteins der Unfallversicherungs-Ausstellung stürzte das Holzgerüst ein und riß den oberen Theil deS colossalen 40 Cm. breiten Schornsteins mit. Derselbe rollte über das Dach der. Maschinenhalle weiter über den Zaun hinweg und blieb im Straßendamm stecken. Berlin, 7. December. Die „Nationalzeitung" schreibt: Der Consul begibt sich am Montag über Marseille nach Zanzibar, um die aus dem Äerrrage der ostafritcmischen Gesellschaft mit dem Sultan entstandenen Differenzen auszugleichen und die wirthschaftliche Thätigkcit der Gesellschaft, entsprechend der fortschreitenden Pacification des Landes wieder auszunehmen. In seiner Begleitung befinden sich der Afrikaforscher Baumann, welcher für die ostafrikanischc Gesellschaft gewonnen ist, ferner der Kaufmann Theodor Schulze (Hamburg), welcher vieljährige Erfahrungen in Ostafrika gesammelt hat und einige weitere kaufmännische Begleiter. Schultz soll die kaufmännischen Unternehmungen der Gesellschaft leiten. Esten, 7. December. Der Vorstand des „Vereins für die bergbaulichen Interessen" beschloß, nach der „Rhein. Wests. Ztg.", die Zechen auszufordern, etwaige wegen der Nichtannahme von Arbeitern getroffene Maßregeln a u f z u h e b e n. Die Essener Zechen haben sich diesem Beschluß bereits unterworfen. — Im späteren Verlauf der heutigen Sitzung des „Vereins für die bergbaulichen Interessen" erschienen die Oberpräsidenten der Rheinprovinz und Westfalens, der Berg- Hauptmann des Oberbergamtsbezirkes, sowie die Regierungspräsidenten von Düsseldorf und Arnsberg. Oberpräsident Freiherr Berlepsch erklärte nach Kenntnißnahme der Beschlüsse, daß, nachdem der Vorstand beschlossen habe, den Zechen die Aufhebung der Sperre anzurathen, die Vertreter der Essener Zechen gemäß der Erklärung des Directors Krabler sich mit diesem Beschlüsse einverstanden erklärten. „Ich werde den Vertretern der Bergarbeiter, Fischer, Margras und Bollmann, noch heute Abend oder morgen früh von diesen Beschlüssen Kenntniß geben und ihnen dabei eröffnen, daß, wenn die Bergleute des Essener Reviers trotz dieser Erklärung den Strike beschließen, sie sich jeder Sympathie der Regierungsbehörden begeben würden." Der Oberpräsident von Westfalen schloß sich dieser Erklärung bezüglich der Bergleute Westfalens an. Dortmund, 7. December. Se. Majestät der Kaiser hat den Hinterbliebenen der bei der Katastrophe auf der Zeche „Constantin der Große" bei Bochum verunglückten Bergleute der „Rhein. Wests. Ztg." zufolge, Allerhöchst sein Beileid durch das hiesige Bergamt ausdrücken lassen. Ausland. London, 7. December. Der Werth der Einfuhr in den abgelaufenen 11 Monaten 1889 erreicht beinahe 40% Mill. Pfd. Stcrl. mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres - die Vermehrung der Ausfuhr beträgt 12^ Millionen. London, 7. December. Wie verlautet, hat die Regierung den Plan, die Londoner Polizeimacht um 1000 Mann zu vermehren, genehmigt. Manchester, 7. December. In Folge des bei den Gas- gesellschasten ausgebrochenen Ausstandes der Heizer ist eine große Anzahl Fabriken hier und in der Vorstadt Salford ohne Licht und die Arbeit in denselben unterbrochen. Die Bewohner der meisten Privathäuser sind genöthigt, sich zur Beleuchtung der Lampen und Kerzen zu bedienen. Diese Störung ist beträchtlich dadurch vermehrt, daß dichter Nebel herrscht. Lissabon, 7. December. Der Dampfer „Alagoas" ist unter der alten Flagge Brasiliens, mit dem Kaiser Dom Pedro, der Kaiserin und der kaiserlichen Familie nebst Gefolge an Bord heute Morgen hier eingelaufen. Bei Belem, gegenüber dem Lazarelh, wurde angelegt. Die hohen Reisenden verließen alsbald das Schiff. Deutscher Reichstag. 32. Plenarsitzung. Samstag den 7. December 1889, 12 Uhr. Die zweite Etatberathung wird mit dem Specialetat der Zölle und Verbrauchssteuern fortgesetzt. Zur Debatte steht Titel: „Zölle." Abg. Kühn (Soc.): Der Druck, welchen die Zölle aus Lebensmittel ausüben, fängt an, unheimlich zu werden. Das Volk kann diese Last auf die Dauer nicht ertragen. Redner legt an dem Beispiele verschiedener schlesischer Webersamilien die schädlichen Wirkungen der Zölle dar. Die Löhne gehen nicht nur nicht in die Höhe, sondern zurück. Schlesien stehe insolge der Zölle am Anfänge einer Hungersnoth. Die anfänglichen Getreidezölle haben sich in dem Ertrage seit 1880 verdreifacht. Brod ist in vielen Gegenden Schlesiens ein Luxusartikel geworden. Die Kinder in zahlreichen Arbeiterfamilien werden hauptsächlich mit Kartoffeln gesättigt. Die Zölle kommen lediglich der Reichskasse zu Gute und gewähren den großen Grundbesitzern Vortheile, während der kleine Grundbesitzer Noth leidet. Man könnte, wenn es nöthig wäre, neue Steuern zu beschaffen, die etwa 100 Familien im Reiche heranziehen, welche Großgrundbesitzer sind und gegenwärtig Steuerfreiheit genießen. Man habe gesagt, der deutsche Arbeiter solle allsonntäglich sein Huhn im Topfe haben- es ist aber im günstigsten Falle heute nur Pferdefleisch. Abg. Kröber (Volksp.) bekämpft die Holzzölle. Der deutsche Wald werde verwüstet, der Bauernwald ist es schon, seit die Cellulose-Industrie einen bedeutenden Umfang angenommen. Deutsche Bäume werden gar nicht mehr zu Brettern und Balken geschnitten und die Preise für Nutzholz sind bedeutend gestiegen. Das sind die Wirkungen der Holzzölle. Der schwindelhaften Höhe der Preise wird der unausbleibliche Krach folgen. An der Ostgrenze Bayerns sind infolge der Zollsperre unerträgliche Zustände eingetreten. Alles brauchbare Vieh kaufen die Schlächter- die kleinen Leute gehen 6 bis 8 Stunden weit über die Grenze, um dort die nöthigen Lebensmittel zu kaufen. Die ganze Bevölkerung aber ruft dort: Hinweg mit den Zöllen. Abg. Holtz (Rp.): Die Getreidezölle sind heute nicht höher, als sie vor den Zöllen und namentlich in den Jahren 1868 und 1869 waren. Es kommt darauf an, die Preise so zu gestalten, daß der Producent dabei bestehen und der Con- sument sie leicht zahlen kann. Die deutsche Landwirthschaft müsse geschützt werden vor der schlechten russischen Valuta- schaffen Sie uns gleiche Verhältnisse wie in Rußland, gleiches Geld, gleiche Verkehrsverhältnisse und wir werden dasselbe leisten. Die Zollpolitik wird stets auf dem Lande ihre Freunde haben, während sich der Freisinn in die großen Städte zurückziehen und dort seinen letzten Kampf mit der Socialdcmokratie ausfechten wird. Augenblickliche Uebelstände, welche das Vieheinfuhrverbot mit sich gebracht, sind nur vorübergehender Natur. Die landwirthschaftlichen Zölle haben sich bei uns segensreich bewährt und es wird sich kein Reichstag finden, der sie aushebt. Abg. Rickert (dfr.): Daß die Zolleinnahmen höher sein werden, als sie in den Etat eingestellt sind, hat der Staatssecretär selbst anerkannt. Es ist eine ganz unverantwortliche Zollpolitik, wenn die Finanzen aufgebessert werden durch Vcrtheuerung der Lebensmittel. Möge die Regierung so schnell als möglich in die Bahnen der Delbrück'schen Politik zurückkehren. Für die Producenten höhere Preise und für die Consumenten höhere Löhne schaffen, das ist sür den Staat eine schwer^ Ausgabe, wenn man nicht auch mehr Geld anschaffen kann. Es ist ja auch ganz offen vom Grafen Canitz ausgesprochen, daß die Zölle nur für die Gutsbesitzer nöthig sind. Und die Vertreter dieser Schutzzölle sollen im Wahl- kampse unterstützt werden von liberalen Männern auf Grund des Cartells. Diese Politik wird die Folge haben, daß die Zahl der socialdemokratischen Abgeordneten sich im nächsten Reichstage verdreifachen wird. Staatssecretär Frhr. v. Maltzahn-Gültz: Die Schilderungen über die Wirkungen der Zölle sind übertrieben. Was der Abg. Kröber über die Schädigung der deutschen Waldcultur sagt, würde noch viel schlimmer sein, wenn der Holzzoll nicht bestände. Unter der Mehrheit dieses Hauses und den verbündeten Regierungen besteht Einigkeit darüber, daß die nothwendigen Ausgaben des Reiches am besten durch indirecte Steuern aufgebracht werden. Abg. Frhr. v. Ellrich Haus en (Rp.): Die socialen Verhältnisse würden viel schlimmer sein, wenn wir keine land wirthschastlichen Zölle hätten- dann würden erst recht Socialdemokraten die Oberhand gewinnen. Abg. Dr. Böckel (Antisemit): Nicht die Zölle, sondern der Zwischenhandel vertheuert das Getreide. Die Behandlung des Getreides auf dem Berliner Victoriaspeicher ist eine oftmals ekelerregende und das Mehl, das verdorben war und prüparirt ist, wird dann an diejenigen Bäcker abgegeben, die Credit nehmen müssen. Gegen diesen Zwischenhandel aber sagen die Freisinnigen nichts, denn sie lieben den Juden, wie die alten Aegypter das Krokodil. Abg. Gras Holstein (cons.): Man muthet der Landwirthschaft die Heloten-Arbeit zu, ohne dafür zu sorgen, daß ihr auch ein entsprechender Lohn für ihre Arbeit werde. Die landwirthschaftlichen Zölle haben segensreich gewirkt im weitesten Sinne - die Landwirthschaft rentirt sich einigermaßen, und die lex Huene hat vielen Segen in den Provinzen gestiftet durch die Errichtung gemeinnütziger Anstalten, die aus den Zollübermessungen errichtet werden konnten. Abg. Rickert (dfr.): Es ist nicht zu leugnen, daß das Getreide bei uns um den Zoll theurer ist, als in dem Auslande. Abg. Gras Stolberg- Wernigerode (cons.): Der Holzzoll bewirkt keine Waldverwüstung - der Waldbesitzer schont seinen Besitz, wenn er weiß, daß er auch in Zukunft hohe Preise hat. Die Lage der schlesischen Weber war zur Zeit des Freihandels eine viel schlimmere als heute. Das deutsche Volk har seit den Schutzzöllen vier Mal zum Reichstage gewählt und stets sein Einverständniß mit der Schutzpolitik bekundet. (Sehr richtig!) Abg. Hoffmann-Königsberg (nl.): Die Aufrechterhaltung der Kornzölle ist bedenklich wegen der schlechten Ernte. Die Voraussetzungen für die Zollsätze vom Jahre 1887 fehlen heute. Für den Osten liegen die Verhältnisse gegenwärtig besonders ungünstig für die Zölle, da dort die Ernte etwa nur Vs von der Ernte im Jahre 1887/88 beträgt. Abg v. O w - Freudenstadt (Rp.): Die Aufhebung der Getreidezölle würde den kleinen Grundbesitz in Süddeutschland vernichten und den Latisundienbesitz vergrößern. Bei den Reichstagswahlen schicke man nur freisinnige Candidaten in die ländlichen Wahlkreise- dort werden Gegner der Zölle nicht gewählt. Abg. Dr. v. Fischer-Augsburg (nl.): Die Getreidezölle sind nicht eine Frage, die nur für den Großgrundbesitz Interesse hätte. Ich lade Herrn Rickert zu uns ein, er soll dem schwäbischen Bauer klar machen, daß die Getreidezölle sür ihn gar keinen Werth hätten, sondern nur dem ostpreußischen Großgrundbesitzer zu Gute kommen und wenn ihm das gelingt, so will ich mich zu seinen Ansichten bekehren. Es thäte mir wohl, diese Frage immer so behandelt zu sehen, als ob sich hier in den Grundbesitzern und Städtern zwei feindliche Heerhaufen gegenüberstehen- das ist nicht richtig. Die Bauern wissen auch sehr gut, wo ihre Interessen mit denen des Großgrundbesitzers im Widerspruche stehen und wo diese beiderseitigen Interessen solidarisch sind. Man giebt dem Landmanne den Rath, andere Culturen einzuführen, aber in demselben Moment ist man auch schon dabei, die Viehzucht ebenfalls unrentabel zu machen. Wenn man von den Mehrausgaben der Arbeiter infolge der theuren Preise spricht, so ist es jedenfalls richtiger, für eine bessere Löhnung zu sorgen, als die Hälfte der Bevölkerung, die gesammte Landwirthschaft. zu ruiniren. Abg. Broemel (dfr.): Die Berechnung der landwirthschaftlichen Productionskosten ist immer falsch, weil der Werth des Grund und Bodens viel zu hoch veranschlagt wird. Abg. Gamp (Rp.): Der Grundbesitz, namentlich der Großgrundbesitz in Ostpreußen, macht fortgesetzt schlechte Geschäfte - das, was an Capital in den Grund und Boden gesteckt wird, bleibt bei der Bewirthschastung unrentabel und wird beim Verkauf nicht bezahlt. Abg. Wenzel (Ctr.) ist Vertreter einer großen Zahl kleiner Grundbesitzer- als man diesen vorschlug, mäßige Getreidezölle zu genehmigen, verlangten sie unmäßige. (Heiterkeit.) Der Titel „Zölle" wird genehmigt. Bei dem Titel „Tabaksteuer" bittet Abg. Dr. Bürklin (nl.) um Beschleunigung der Erhebungen über Mängel bei der Tabaksteuer-Einziehung und Veranlagung, die um so nöthiger sind, als die Regierung durch Anlegung von Musterplantagen Anregung zur Erweiterung des Tabacks- baues giebt. Abg. Menzer (cons.) schildert die Nothlage der Tabakbauer, die ohne einen Zoll nicht bestehen könnten. Die Herren vom Freihandel würden mit ihren Theorien bei den Tabakbauern keinen Anklang finden. Abg. Duvigneau (nl.) ist mit einer nachsichtigen Be Handlung der Tabakbauern einverstanden, bittet aber, die ausländischen Tabake nicht gar zu ungünstig zu behandeln. Namentlich Herr Menzer sollte das nicht thun, der ja doch ausländische Weine für nützlich hält. Staatssecretär v. Maltzahn verspricht wohlwollende Prüfung der borgetragenen Wünsche, kann aber den Petenten keine große Hoffnung machen, da der Tabackbau, wenn auch nicht sehr gewinnbringend, so doch immer noch lohnend ist. Das Haus vertagt die Sitzung auf Montag 12 Uhr. — Schluß H1/2 Uhr. neuere Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Hannover, 8. December. Die heute stattgehabte Versammlung der nationalliberalen Partei verlief unter sehr lebhafter Betheiligung. Der Vicepräsident des Reichstages Dr. Buhl sprach über die finanzielle Lage des Reiches, die Steuergesetzgebung, das Socialistengesetz und die Arbeitergesetzgebung. Sodann berührte der Redner noch kurz die Colonialpolitik. Besonders lebhaften Beifall fanden die Ausführungen über die Sicherung der Militärkraft, die Erneuerung des Cartells und die Colonialpolitik. Der Landtagsabgeordnete Dr. Sattler erörterte die Aufgaben der national- liberalen Partei im Wahlkampf. Zum Schluß brachte Oberbürgermeister Lauenstein ein Hoch auf den Kaiser aus, in welches die Versammlung begeistert einstimmte. Dortmund, 8. Dec. Die gestrige allgemeine, von ungefähr 4000 Bergarbeitern besuchte Versammlung nahm einen sehr erregten Verlaus. Unter Anderen redeten Bunte, Schröder, Siegel, Brodam, Dickmann und Bauer. Während der Versammlung lies eine Depesche vom Ober- präsidenten Studt und von dem Landrath von Dortmund ein, lautend: „Die Vertretungen der Essener Zechen haben die Sperre aufgehoben. Der Vereins-Vorstand beschloß einstimmig, die übrigen Zechen zu einem gleichen Entschluß aufzusordern und zweifelt nicht an der Annahme". Diese Depesche wurde von der Bergarbeiter-Versammlung mit einem lebhaften Bravo ausgenommen. Nach einer weiteren Debatte beschloß die Versammlung, bis zum 15. December die Antwort der Grubenbesitzer, ob überall die Sperre aufgehoben ist, abzuwarten. Die Versammlung ging -hierauf ruhig auseinander. Gelsenkirchen, 8. Dec. Eine heute von 3600 Personen besuchte Bergarbeiter-Versammlung trat den Beschlüssen der gestern Abend in Dortmund ftattgehabten Versammlung bei, bis zum nächsten Sonntag abzuwarten, ob die Arbeitersperre tatsächlich aufgehoben und die entlassenen, sowie die Arbeit wechselnden Bergleute auf den Zechen wirklich angenommen würden. Esten a. Ruhr, 8. Dec. In der hier heute von etwa 5000 Bergarbeitern besuchten Versammlung wurde ebenfalls beschlossen, acht Tage zu warten, ob die Arbeitersperre wirklich in jeder Hinsicht ausgchoben würde. Im Laufe der Debatte wurde namentlich die Nothwendigkeit des Zusammengehens mit den übrigen Revieren betont. Der Oberpräsident v. Berlepsch hatte gestern in Essen eine Conserenz mit den Delegirten der Bergarbeiter, ebenso der Oberpräsident Studt in Dortmund. München, 8. Dec. Wie die „Allg. Ztg." aus gutunterrichteter Quelle erfährt, ist von den in letzter Zeit verbreiteten Gerüchten über eine bevorstehende Familienverbindung zwischen dem deutschen und dem russischen Kaiserhause sowohl in Berliner wie Petersburger maßgebenden Kreisen nichts bekannt. Darmstadt, 9. December. Der Kaiser alarmirte heute Morgen 6V4 Uhr die Garnison und wollte mit den Truppen nach dem Griesheimer Schießplatz, woselbst ein Mannöver stattfinden soll. Die Abreise nach Frankfurt erfolgt um 121/2 Uhr. London, 9. December. Nach einer Reutermeldung aus Zanzibar befindet sich Emin Pascha noch immer in einem gefährlichen Zustande, aber Dr. Parke glaubt an seine Wiederherstellung, falls keine Complicationen eintreten. Der Patient hustet viel und findet große Schwierigkeiten, die Lungen frei zu machen, sonst sind die Symptome günstig. Cocates uttö LrovirrzieUes. Gießen, 9. December. * Die Kaiserin Augusta passirt heute Abend 9 Uhr, auf der Reise von Coblenz nach Berlin, mittelst Extrazug die hiesige Station. Die Kaiserin nimmt während des einviertelstündigen Aufenthaltes im Fürstenzimmer des Bahnhofes den Thee. — Der Kaiser wird auf seiner Rückreise von Frankfurt nach Berlin Gießen nicht berühren, sondern über Bebra reisen. 8. Der Gesangverein „Liederkranz" — wohl einer der ältesten hiesigen Vereine — feierte am Samstag Abend sein 52. Stistungsfest, womit seinen zahlreich erschienenen Angehörigen und freundlichst eingeladenen Gästen ein recht genußvoller Abend geboten war. Das reichhaltige Programm wurde durch den kräftigen Sängerchor und eine Heine u-luM- 1 capelle mit Festigkeit und Wärme durchgefüyrr, wooei ms- | besondere die gelungenen Leistungen der eingesügten Solo- I parthien und komisch-dramatischen Vorträge die Heiterkeit und Kurzweiligkeit der Zuhörer erhöhten. Den Herren Dirigenten Kaufmann und Krautze, sowie den mirwirkenden Tarnen ynb Herren gebührt wohlverdienter Dank für ihre mit Eifer imb vieler Sicherheit eingeübten Vorträge. /\ Das zweite Concert des hiesigen Eoncertvereins wird am Sonntag den 15. d. Mts. stattfinden und hauptsächlich Kammermusik bringen. Die hier noch nicht gehörte Quartett- Bereinigung des K ö l n e r E o n s e r v a t o r i n m s, der Herren Hollaender, Schwarz, Körner und Hcgpesi wird , zwei Streichquartette von Mozart und Beethoven, sowie die Variationen über das Lied' Der Tob und das Mädchen, von Schubert, vortragen. Fräulein Amalie Hänsel, eine junge Amerikanerin, welche auf dem Dr. Hoch'schen Eon ser- vatorium in Frankfurt ausgebildet ist, wird dazwischen eine Arie von Weber und wieder von Brahms und Scholz singen. Es steht somit ein genußreicher Eoncertabend in Aussicht. ü. Theater. „Der Beilchcnfresser", Lustspiel in 4 Acten von G. v. Moser. Im Gegensatz zu den drei ersten Vorstellungen außer Abonnement sand die Aufführung des „Veilchensressers" wenigstens erfreulicher Weise vor fast ausverkauftem Hause statt. Das überaus heitere und belustigende Stück, mit dem Gustav v. Moser einen seiner glücklichsten Würfe gcthan hat, wurde mit lautem Beifall aufgenommen, der nicht zum kleinsten Theile der Aufführung galt, die auch zu den besten der im „Neuen Theater" erfolgten gehörte. Herr Wilhelm von Hoxar erwies sich in der Titelrolle wiederum als der treffliche Künstler, den wir in den vorhergehenden Ausführungen schätzen gelernt hatten. Seine hervorragende Kunst, scharf characterisirte und lebenswahre Gestalten 511' schaffen, seine weltmännische Gewandtheit, Sicherheit und nie versiegende Laune machtelt auch seine Leistung als Veilchenfresser zu einer hoch bedeutenden. Ihm zunächst kam Frau Anni Reiners (Valeska von Rambach), die mit ihrem reizend.'n Spiele, auch in der kleinsten Rolle, wie keine andere zum Herzen zu sprechen weiß. Welch ausgezeichnete Künstlerin wir an ihr besitzen, konnte man während des Gastspiels aufs Neue inne werden. Denn gerade dann, wenn ein Schauspieler von Ruf mitwirkt, pflegen auch sonst geschätzte Kräfte vor dem Glanze seines Spiels in den Schatten zu treten, während bei Frau Anni Reiners der Art nicht das mindeste zu bemerken war, sondern im Gegentheil ihr Spiel dem des Gastes durchaus ebenbürtig erschien. Eine besondere Freude machte cs uns, heute Herrn Ullrich mit rückhaltlosem Lobe nennen zu dürfen. Offenbar infolge eines genauen Eindringens in seine Rolle war er im Stande, eine wirklich samosc Darstellung des schüchternen Reinhardt v. Feld zu geben. Wiederholt lohnte ihn lebhafter Beifall. Die kleineren Rollen fanden durch die Damen Ja Skomski, Pauli, Neuschilling und die Herren Jaskowski, Lerch und Gallas die beste Vertretung. Weniger konnte uns das Spiel und die Auffassung des Fräulein Maas als Sophie v. Wildenhcim gefallen. Sie stellte die Dame entschieden nicht vornehm genug bar, wie namentlich in der Scene im vierten Acte, in der sie hinter einer svanischen Wand die Worte Victors hört. Es schien fast, als wolle sic ein neugieriges Dienstmädchen verkörpern. x Theater. Am Dienstag soll wiederum im Abonnement von Schönthans berühmter „Schwabeustteich" in Scene gehen, der bekanntlich an allen größeren Theatern außerordentlichen Beifall gefunden und die ausgelassenste Heiterkeit hcr- vorgerufen hat. Frankfurt a. M., 8. December. Heute Nachmittag gegen 2 Uhr machte diejenige Husaren-Escadron, welche für Montag zur Ehren - Escordc des Kaisers commandirt ist, vom Hauptbahnhofc aus einen Probe-Ritt durch alle diejenigen Straßen der Stadt, welche der Kaiser passircu wird. Die kaiserliche Eqlüpage war durch ein anderes Doppelgespann inmitten der Escadron markirk, die in kurzem Trabe und commandirt vom Regimentsobcrsten die verschiedenen Straßen durchritt, um das Ab- und Einschwenken der Einzelzüge rc., das namentlich in den engen Bezirken am Markt Schwierigkeiten bietet, zu erproben. Am Postgebäude wurde Front- Aufstellung genommen. Das icltcnc Schauspiel eines Cavallerie - Uebungsrittes innerhalb der Stadt in den belebtesten Straßen erregte allgemeine Aufmerksamkeit. Am Montag wird die Escortc voraussichtlich mit der neuen Lanze ausrücken. Frankfurt a. M., 8. December, Schon der heutige Tag gilt dem bevorstehenden Besuche des Kaisers Wilhelm II., der zum ersten Male, seitdem er die deutsche Kaiserkrone und die Krone Preußens trägt, in die alte Krönnngsstadt am Maine Einzug hält. Ein festliches Treiben durchwogt die Straßen, die sich größtcntheils schon in ihrem ganzen Schmucke zeigen. Das Wetter ist sehr günstig r ■ verspricht sich zu halten. Schon am Vormittag begannen sich die Straßen und Plätze zu füllen, Nachmittags schwoll bie Menge, die durch Zuzug aus der Nachbarschaft, insbesondere auch vom Lande riesig verstärkt wurde, ganz gewaltig an und immcrmchr steigert sich der Verkehr. Was die Schmückung der Straßen betrifft, so ist dieselbe für den Empfang des Kaisers fertig. Ein Wald von Fahnen, bei denen die schwur z- weitz rcthen und rothwcitzen Farben vorherrschen, rauscht über der tansendköpfigen Menge, tvelche die Straßen aui und ab fluthet und zu welcher heute schon das Land augenscheinlich das größte Eontingent stellt. Speciell iic Altstadt bietet gerade durch die Znsammendrängung der Dccorativncn . nen überaus bunten und freundlichen Anblick. Am Eingang des alten Marktes vom Domplatz her üborspauut eine Decaration von weiß und rothein Fahnentuch, auf welcher ein mächtiger Frankfurter Adler angebracht ist, die Straße. Die imposante Ehrenpforte an der Taunusanlagc ist durch ständige Tag- und Nachtarbeit nun soweit gefördert, das; das Gerüst eben entfernt wird; man ist jetzt damit beschäftigt, die Colossalfigur der Frankosurtia auf der Zinne des Triumphbogens auszu- stellen — ein schweres Stück Arbeit. Die Figur sieht nach dem Bahnhof und bietet in ihrer linken Hand dem Gaste als Willkomm einen Lorbeerkranz. Am Steinweg ist es der „Schwanen", besten geschmackvoll reiche und doch nicht überladene Dccoration das Auge fesselt; an der Ecke dieses Hauses nach dem Theaterplatz ist eine Colossalbuste des Kaisers an gebracht. An der Ausschmückung der Stadt arbeiten Stadt und Bürgerschaft sich in die Hände, Einzelheiten über die Pracht zu bringen, ist nicht möglich, aber die Ausschmückung wird eine wahrhaft kaiserliche. — — 'J61 85 Ptu. ino edjaatei in per Piets Der Oerubmku FAY* ächten Sode»,er Mineral Pastillen, gewonnen aus Den Salzen Der *ur rtin geb auchten be-uhinten Gemeiudi-Ouellen Nr. III. uno XVIII., die in Der Ausstellung zu Brüssel mit der ersten Medaille prerstzeklöut wurden. Erdältlich in allen Apotheken und T'i-1 \i: !> '■ rliiii.icn. öOOÜ Druckfekler-Lerichtigung. — Auf desfallsigen Wunsch berichtigen wir hiermit, daß es an Stelle der in Nr. 286 d. Bl. (Amtlicher Theil) angeiührten H . am.ue Katharine Scharuianu heißen muß: Katharine Elisa beth Schiermann. Seemuscheln, Schellfische, Marder, la. Bücklinge, per Stück 6 la. Sprotten, per Pfv. 6U 1 Kiste (4 Pfd.) — 2 Mark, ger. Lachs rc. in C. G. Kleinhenns Delicatessen-, Fisch- u Geflügel-Handluna, Bahnhofstraße 59. [9883 BS?* Preise billig. BeÄHeaESÄÄSSGBTOBeMeMHai Gleiten mit unbeeebreiblicher Leichtigkeit über jedes Papier, gzg- weil die Spitzen eine Kugel bilden. Vorräthu? in allen Papier- und Scbreibwaaren-Handlungen. [987(« 9859 9868 986. 9884 empfie' (t Emil Fischbach. 9861 9885 2 20 200 10 200 Nutzholz Versteigerung in dem Arnsburger Walde. Mittwoch den 18 December l. I sollen in den Districten Hain, Wetterberg und Hardt öffentlich versteigert werden: 3 Eichen-Schmiedstöcke. Zusammenkunft Vormittags 10 Uhr in dem District Hain sam Gießen, 7. December 1889. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ________G naulh. Großh. Baubehörde für die Zellenstrafanstalt Butzbach, von Riefel. Mittwoch den 11. Decembn, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in der früher Bramm- schen Hofraithe (Restauration Klingenberg) gegen Baariahlung: Sophas, Commoden, Kleiderschrävke, 1 Berticow, Tische, Stühle, Spiegel, Bilder, Uhren, Glasschränke, 3 Hobelbänke, 1 Stoßkarren, 1 Comptoirpult, 2 Hochs, nußb. Buffets, 1 Pferd, 1 Kuh, zwei Schweine, 1 Wagen, 1 Schleudermaschine, 1 Parthie Ar- beiterhkmden und f Spitzen, Console. tSettzter, 9874 Gerichtsoollsieher Wilh. Rudolph, Pianoforte-Handlung, Giessen, Neuenweg 9. Petersee). Arnsburg, den 9. December 1889. Brasil. N«vi iDrixvültur#« 30 30 Chocolade mit und ohne Vanille von 1 vMa an per Pfund aus der Fabrik der Herren Joh PH. Wagner & Co in Mainz Großh. Ortsgericht Gießen. I. 21.: Vogt. Im Uebrigen findet eine Untersuchung der hier geschlachteten Schweine oder des von auswärts eingeführten Schweinefleisches auf Trichinen nur auf ausdrücklichen Wunsch gegen die unter 4 genannte Gebühr statt. Vergebung von Chaussir-Stetn lieferungen und -Arbeiten. Zur Herstellung einer Zufuhistraße auf der Baustelle für die Zellenstrafanstalt werden vergeben: Wandsteinlieferung (33 cbm), Grundbau- steinlieserung (255 cbm), Decksteinlieferung (100 cbm), Steinsetzerarbeit (388 cbm), Steinschlägerarbeit (100 cbm), Chaussirarbeit (1512 qm), Erdarbeit (1037 cbmj, Maurerarbeit an zwei Durchlässen- Angebote werden schriftlich, verschlossen, auf dem Briefumschlag als solche gekennzeichnet und portofrei dis zum 16. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, erbeten und können für jeden beliebigen Theil der Arbeiten und Lieferungen gestellt werden. Butzbach, den 6. December 1889. Wachstuch-TgWecken, weiße und farbige in allen Größen, Tafel- u. Wandlchoaer, Unter sähe, Spinövorden, Knoteum-Vorlagen, Itlodtstud) u. Ledertuch empfiehlt Heinrich Hocistälter, 9880 Schloßgasse 19. Bekanntmachung. Zur möglichen Verhütung der aus dem Mangel jeglicher Trichinenschau erwachsenden Gefahren und bis zur gesetzlichen Einführung der zwangs- weisen Trichinenschau hat die Sladtverordneten-Versammlunq im Einverne: men mit den Wünschen der hiesigen Schweinemetzger beschlossen, vorläufig und mit Wirkung vom 9. dieses Monats ab eine freiwillige Trichinenschau unter nachstehenden Bedingungen einzurichten: 1) die Teilnehmer verpflichten sich auf die Dauer eines Jahres alle von ihnen geschlachtet werdenden Schweine im städtischen Schlachthaus einer mikroscopischen Untersuchung auf Trichinen durch die von der Stadtverord- neten-Versammlung dafür bestellten, geprüften Personen zu unterwerfen. 2 Diese Verpflichtung gilt als stillschweigend je auf ein weiteres Jahr fortbestehend, wenn nicht mindestens 3 Monate vor Ablauf des Jahres ein allenfallsiger Rücktritt angezeigt ist. 3. Diejenigen Theilnehmer, welche entgegen der übernommenen Verpflichtung ein geschlachtetes Schwein nicht am Trichinen untersuchen lassen, unterwerfen sich für jeden einzelnen Fall einer von der Schlachtlmus- kommrssion zu bestimmenden in die Stadtkrsse fließenden Conventionalstrafe bis zu Einhundert Mark. 4. Für die mikroscopische Untersuchung eines Schweines ober eines TveileS davon auf Trichinen wird von den Theilnehmern an die Stadtkasse eine Gebühr von 30 Pfg. pro Stück entrichtet, welche mit den Schlachtung) Schaugebühren erhoben wird. 5. Dafür werden seitens der Stadt die erforderlichen Trichinenschauer widerruflich angenommen und deren Dienst fo eingerichtet, daß von einem Trichinenfchauer täglich höchstens zwanzig Schweine untersucht werden, die eingeh nden Gebühren den Tcichinenschauer unverkürzt zukommen und die letztet en außerdem für jebe Ermittelung eines trichinösen Schweines aus der Stadtkasse eine Prämie von zehn Mark erhalten. Auf Grund vorstehender Bestimmungen haben sich bie nachstehenden Metzger zur freiwilligen Trichinenschau verpflichtet. Moniagü 20. Januar 1890, Nachmittags 2,/8 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die den Kaufmann Grünebaum Eheleuten in Gießen gehörige Hofraithe: Flur 1 Nr. 7i8 — 269 Meier in den Neuen Bauen öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 9. December 1889. Eichen Stämme (Schi itiholz) mit 20 fm (4j—70 cm Durchm.), „ (Bau-, Schwellen- und Wa Mrholz) mit 66 fm (18—4’> cm Durchm.), Obstbaum-Stamme mit 0,5” fm (36 uno 60 cm Durchm. s, Buchen- „ „ 18,50 „ (35—65 „ v J, Fichten- „ (Schnitt und Bauholz) mit 110 fm (15 biS J5 cm Durchm ), Kiefern-Stämme mit 16 fm (15—35 cm Durchm >, Pianino. — Gelegenheitskäufe. Eine Anzahl neuer, nur etwas längere Zeit auf Lager stehender Pianino s (Orig-Preise: 450, 500, 600, 700 bis 1100 M.) verkaufe ich gegen Baarzahlung zu bedeutend herabgesetzten Preisen, einen Sleinweg-Stutzflügel statt 1450 zu 1300 M., einen Blülhncr-Aliquotflügel statt 2100 zu 1500 M. Ärroc, Rum, Cognac, Arrac- pu^fcheffenz, 9t um „ Burgunder-,, Benedictine, ächt, sowie große Auswahl in feinen Liqueuren empfiehlt Vergebung von Slratzen- bauarbeUcn. Die zur Erbauung einer Kreisstraße von Leihgestern nach Gießen er» fordetlichen Erdarbetten, veranschlagt zu 1. Arbeitsloos . . * 5233 Jn. 30 2. „ - . 3300 „ - „ Meine [9873 Weilinac tsaussteiSuo st am heutigen Tage eröffnet und lade zu recht regem Besuche ein. F. Lachmann, Schürzenfabrik, Südanlage 15,1 98^9] Kernfette s. ger- Gänse off. das Stück 4,50 v* bis 5,5i. JL fr. geg. '»/achn- Ambrosius, Gutsbes., Motzwethen iOstpr ) la. Salm, Zander, Hechte, Seezungen, Cabliau, Schetlfifche, Schleien, grüne zusammen 8533 JL 30 sollen im Wege schriftlicher Submission vergeben werden. Angebote für die ganze Arbeit oder die einzelnen Loose sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen dis spätestens Momag den 16. December b. I, Vormittags 10 Uhr, bei dem Unterzeichneten einzureichen, auf dessen Amtszimmer auch Voranschlag, Plan und Bedingungen etn- zusehen sind Gießen, am 9 December 1889. Der Kreisingenieui: Stahl. 9876 Fichten-Stangen , 2 „ (meist stärkere Stangen), 2,2 rin Eichen-Nutzscheithol; (Küserhol;', 10 „ Nadelholz, Nutzp.ügelholz, Emil Elschbach» 9877] Ein fleißiges Mädchen sucht Arsbülfe und mehrere Mädchen von auswärts suchen Stellen auf Weihnachten durch Frau Strack, Erlengasse Nr. 15 Häringe, la. Austern % frisch eingetroffen bei 9875 9856 | A. Koch Nachf., Neuen Bäue 21. Jean Boller, Karl Metzger, Jalob Braun, Adolf Mühl, I H. Euler, Ludwig Ptrr, Christian Heßler, Johai n Rost, A. Hilgardt, Karl Sack I., August Hofmann, E. L. Sack, Ernst Jughardt, Louis Sack, H. K'efer, Fritz Schlörb, I. Klein, Heinrich Schwall, Georg Kraft, Karl Schneider, Gustav Kreuder, Friedrich Schreiner, Friedrich Kühn, Elias Schulz, Heinrich Meister, Johannes Seng. Seinen Die tieftrauernden Hinterbliebenen Giessen, den 7. December 1889 Um stille Theilnahme bitten tiefbetrauert von Die Beerdigung findet Dienstag den 10. December, Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Lahnstrasse 11, aus statt Heute Nachmittag 4'^ Uhr verschied sanft im 67. Lebensjahre nach kurzem, aber schwerem^Leiden junser geliebt« Gatte, Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel, ■Sh CO Der Borstaud. 9664 Giessener Concertverein [9867 am Anfang 7 oder 8 Uhr Abends. Entree frei 1. Ton Mozart. 2. Weber. 3. Schubert. 4. Adam Reiuers. 5. Beethoven ■ Brahms. ß- Scholz. Brabms. Luise Neuschilling. Paul von Gallas, Marie Jaskowski. A ni Reiners. Albert Ullrich. Donnerstag den 12. December: Zum letzten Male: ..Madame Bonivard“. Friedrich Lörsch,Gutsbesitzer Hildegard, geb. von Zinkwitz, s. Frau Martha, ihre Tochter Paul von Gredding Hedwig, geb. Lörsch, seine Frau Konrad v. Schwyburg, Gutsbesitzer Vermischte Anzeigen. 9872] Ein Mädchen vom Lande auf sofort gesucht. Näheres Kaplansgasse 10, im Laden. 9865 Ein ordentliches braves Dienstmädchen für sofort oder zu Weihnachten gesucht. Frau Charlotte Eichenauer, Göthestraße. Zweites Concert Sonntag den 15. December 1889 Abends 5 Uhr, im Saale des Gesellschaftsvereins, In Gießen durch Ferd. DrebeS, Marktplatz, Eduard Auckert, Eberh. Metzger, Neustadt, LouiS Wittich II Sattler, Aerd. Magnus in Herborn, A. G. Gutbrod in Dillenburg und Fr. Utting, Hofl. in Alsfeld. Die I*« Stuttgarter Serienloosgesellschaft verfolgt den Zweck, für ihre Mitglieder in der Serie bereits gezogen: Staats- anlehensloose, welche bei der Prämienziehung unbedingt gewinnen müssen, zu erwerben — Am 15. und 31. December finden 2 große Ziehungen statt, wodurch den Mitgliedern eine besonders hohe Gewinnchance bevorsteht. Es sollte daher Niemand versäumen, jetzt beizutreten — Jahresbeitrag 42.—, viertelj. 10 JL 50 monatl. 3 50 — Statuten versendet 7319 J. Stegmeyer in Stuttgart. Akademischer Gesangverein. °9eu-e keine Probe wegen des Kircben-Concertc* Restaumtzgu ;um Kömen Heute Montag den v December: Turnverein Gießen. Von dem Hinscheiden unseres Mitgliedes und vorjährigen 1. Sprechers ChrB RSbsamen geben wir hierdurch Kenntniß und verbinden hiermit die dringende Bitte, bei dessen Beerdigung, welche Dienstag Nachmittag 3 Uhr stattfindet, recht zahlreich zu erscheinen. Zusammenkunft um 2V2 Uhr in der Restauration Spieß (Neustadt). 9858 Der Vorstand Grosse humoHsi S®is*ee der Variete Trappe Kölner Trio: Frl. Herzog, Costüm-Soubrette und Kölner carnevalistische Lieder-Sängerin, Herrn Geltens, genannt Frl. Herrmann, Damen-Jmitator, Herrn Körf- gen, Pantomimen-Virtuos, Herrn Palm, Musikalischer Clown. NeuesTheater, Giessen (Direction: Adam Reiners). 9881 Dienstag den 10. December: Äusser Abonnement Äusser Abonnement Vereinskarten gültig. „Der Schwabenstreich“. Lustspiel in 4 Acten von Fr. v. Schönthan. Personen: Eintrittskarten zu 2,50 (Sperrsitz 3,50). für Nichtmitglieder sind bei Herrn Ernst Challler (Rudolphe Nachf.) za haben. 9863 Programm. Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncell (B-dur) ...... Scene und Arie: „Wie nahte mir der Schlummer“ X ariationen aus demQuar- tett in D-moll .... Lieder mit Clavier- begleitung : a) Sapphische Ode . . b) „Die Schuldlose“ . . c) „Mainacht“ .... Quartett für Violine, Viola und Violoncell (E-moll) Dr. August Winkelberg Otto Frank. Palmiro Tamburini Max Jaskowski. Ein Telegraphenbotc Fritz Mai. Minna, Dienstmädchen Helene Pauli. Lobmeyer, Inspector Richard Lerch. Kassenöffnung 7 ♦ Geschw. Aron, 1 5 9541] Kreuzplatz 5. 4 Auswahl in ächten Nürnberger Lebkuchen empfiehlt 9688 E«tl Orbig, Bahnhofstraße 30. der Export-Ole fdr Deutschen, Cogncbc Köln a. BK., Salitrring 55, ^bei gleicher Güte bedeutend billiger als französischer. Äe® Terlxnfe riete Xti