"" llb dokalr u ^nkell^ >"Rch Wlttagä i/i2 ^rift be$ »Abetffli »wÄÄ ** Rechner: lIn^Schwalbll^ Mädchen. Nachmittag« s m 8w Betheiligung « n Vorstand: ^wknn^Psarrer. stellmg ! Carl ;# (Sitten. V Uhr geöffnet. Küpper. ion Mtuin Säue 17 nach sgasse. ner, das dis^che Wl- jeil werden zu lafien; & : in Bem auj tttanp •tottti P galten- ioisgärtnerei, »bürg. her: . ’» ert. s izergnügen. H. Carle. »Mkideinmis« Amii-N Bl»«', 00$, I, geb. «!•»*■ >' [9097 zanKaklOli bet S 86 30 9360 73.50 65.10 Hlver wo- «. ito« ilberrente nt in. „h,- 335 00 192A0 ui 176-70 Nr. 263. Zweites Blatt. Sonntag den 10. November 1889. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Aamitienökatter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. icßcitcv Generat-Mnzeiger. Vierteljähriger Abonnementspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schulstraße Zlr.7^ Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giefzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Aamilienölätter. Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Gießen, am 7. November 1889. Betreffend: Die Wahl der Vertreter der Forensen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grohh. Bürgermeistereien des Kreises. Soweit Sie unserer Verfügung vom 25. September l. I. — Kreisblatt 233 — noch nicht nachgekommen sind, erinnern wir Sie an baldige Erledigung. v. Gagern. Deutsches Reich. Berlin, 7. November. In der Militärverwaltung herrscht eine . sehr eifrige Thätigkeit, welche dahin gerichtet ist, Vorkehrungen zur Ausführung der dem Reichstage vorgelegten Abänderungen des Wehrgesetzes zu treffen. Es ist nach dieser Richtung hin alles so geordnet, daß die neuen Formationen sofort nach Bewilligung des Gesetzes durch den Reichstag ins Leben treten können. Es handelt sich dabei übrigens um Arbeiten von langer Hand. Ausgeschlossen ist nicht, daß in Einzelheiten noch einige Abänderungen eintreten können, die jedoch durchaus nicht belangreich sind und für das Gefüge des Ganzen nicht in Betracht zu ziehen sein sollen._____________________ Locales unfc provinzielles. Gießen, 9. November. * Kauft am Orte und laßt auch am Orte arbeiten. Wie alljährlich, so werden auch jetzt wieder angesichts der Weihnachtszeit alle Die, in denen man eine gewisse Kaufkraft vermuthet, von auswärtigen Reisenden heimgesucht oder mit Preislisteu u. s. w. auswärtiger Geschäfte überfluthet- daraus, daß diese Art Geschästsempfehlung sich alljährlich wiederholt, ist wohl auch der Schluß zu ziehen, daß die Manipulationen auswärtiger Geschäfte sich rentiren, und zwar rentiren auf Kosten der Käufer. Immer wieder muß zugesehen werden, wie leider noch immer eine große Zahl hiesiger Einwohner ihren Bedarf an allem Möglichen selbst in kleineren Quantitäten von auswärts beziehen, so von Hamburg, Berlin, Bremen, Frankfurt, selbst von Paris. Das ist schlimm genug und die Geschäftswelt kann nichts zBefferes dagegen thun, als sich mit wirklich guten und billigen Waaren immer wieder und so nachhaltig empfehlen, daß die Betreffenden zum Vergleichen der Preise und zum Eingeständniß ihres Jrrthums | förmlich gezwungen werden. Das ist eben nur durch practisch abgefaßte Inserate möglich. Gewiß ist es sogar am klügsten, wenn man da, wo man wohnt, kauft und unfertigen läßt. Daß diese einzig gute Regel leider aber immer noch viel zu wenig beachtet wird, ist mit unter die Hauptursachen des gegenwärtigen Niederganges des Gewerbelebens zu rechnen. Es ist Thatsache, daß die Meisten die Erzeugnisse ganz fremder Länder den heimischen Erzeugnissen vorzuzichen pflegen. Nicht mit Unrecht schreibt man diese Manier zum größten Theile der Waarenunkenntniß oder dem Mangel an echtem Nationalsinn zu. Ab und zu hat die Presse sich schon mit diesem Thema beschäftigt und gerade jetzt müssen Anstrengungen gemacht werden, diesen ungesunden Drang des Volkes in seinem ureigensten Interesse zu bekämpfen. Nur ein Blick auf die jetzt wieder zum Beginn der Winterszeit in hunderttausenden Exemplaren verbreiteten pariser Offerten und die sich immer wiederholenden lauten Klagen aus dem allgemeinen Geschäfts- und Kleingewerbebetrieb lehrt, daß eine entschiedene Besserung in dieser Beziehung immer noch nicht eingetreten ist. — Es ist in der Gewerbe- und Handelswelt längst kein Geheimniß mehr, daß Fabrikate mancherlei Art am heimischen Boden erzeugt werden und die ausländischen Firmen lediglich die äußere Ausstattung und Verpackung (natürlich mit fremdländischer Sprache und Reklame versehen) besorgen! Der Umstand aber, daß eben der Mehrheit des Publikums das Verständniß mangelt, die so bezogenen Waaren zu beurtheilen, ist der Hauptgrund, weß- habe sich dieses Mißverständniß auch jetzt noch behaupten kann. Nicht einmal der Nothschrei aus Gewerbe- und Handelskreisen und die hiermit in Verbindung stehende, Allen vor Augen liegende Krisis der jeweiligen Arbeiterbevölkerung vermag diese Leute umzustimmen- der eigenartige „Nimbus", „recht weit her", oder gar „recht billig" (?) bezogen zu haben, gilt manchen Leuten mehr als das Wohlbefinden ihrer nächsten Mitbürger. Und die Moral? Die vielen Käufer ausländischer Erzeugnisse finden es ganz natürlich, daß man ihnen die bestellten Waaren nur gegen Vorhersendung des Betrages oder gegen Nachnahme einhändigt, wagt es aber ein ansässiger Geschäftsmann, nach Ablauf mehrerer Monate um die Begleichung seiner Rechnung zu bitten, so wird ihm zum Mindesten ein Gesicht gezeigt, das eher alles andere wie Freundlichkeit widerspiegelt. Besonderen Ständen dies zum Vorwurf zu machen, wäre verfehlt, von der Manie, besser und billiger auswärts zu kaufen, sind eben alle Stände befallen, ohne sich auch nur die Tragweite eines solchen Thuns zu vergegenwärtigen. Denselben Neigungen, wie der oben angedeutete Bezug ausländischer Fabrikate und Producte, entspringt auch die mehr und mehr in Schwung kommende Mode, Artikel anderer Branchen, insbesondere Lebensmittel, in vollständiger Umgehung des seßhaften Handels und oft in den nichtssagenden Quantitäten von anderen Plätzen zu beziehen. Ist der eine oder andere dann „hineingesallen", so gibt es leider noch Hunderte, welche auch einmal die Probe zu machen wünschen. Aber auf alle Fälle kommen ausländische Waaren mindestens ebenso theuer, wenn nicht höher, als im Jnlande oder am eigenen Wohnsitze angefertigte oder gekaufte. Dagegen erwachsen dem Consumenten heimischer Erzeugnisse unbestreitbare Vortheile: er hat die Auswahl reeller Firmen, er weiß und sieht zuerst, was er bezahlt und huldigt überdies dem Spruch: „Leben und leben lasscn", indem er den Mitbürger in seinen industriellen und commerciellen Bestrebungen unterstützt und seine Steuerkraft erhöht. Auf der anderen Seite dagegen schenkt man gänzlich unbekannten Namen gegenstandsloses Vertrauen, anstatt den einheimischen. Bezieht man doch Nichtgesehenes im Voraus und hat, besonders wenn die bestellte Sache dem Zwecke nicht zu entsprechen scheint, einen sehr fatalen und umständlichen Regreß durchzumachen, ehe man sein Ziel erreicht. Und eben deßhalb soll und muß man immer wieder zurusen: „Schützet das heimische Gewer'be und den heimischen Handel!" vermischtes. — Im Wintermond. Der November bringt die trübsten Tage des JahreS. Der Himmel ist in ein trübselig Grau gehüllt und sendet Regen- und Flockenschauer. Die Felder sind leer und Baum uud Strauch, mit Ausnahme einiger Eichen und Steinbuchen, welche ihr dürres Laub trotzig festhalten, stehen entlaubt da. Die Nadelhölzer zeigen statt der immergrünen Farbe ein bräunliches Aussehen, alle Blumenpracht ist verschwunden und auch die letzten der einheimischen Zugvögel sind von dannen gezogen. Dafür kommen immer mehr Schwärme nordischer Gäste, große Wasservögel, Wildenten und Wildgänse, selbst Schneegänse und Schneeammern in unsere Gegenden. Wie die Blumen sind auch die allerkleinsten Thiere verschwunden und sind entweder todt oder halten ihren Winterschlaf. Für den Winter gerüstet sind auch die Vierfüßler,- ihr Kleid ist dichter und wärmer geworden, das sieht man jetzt an der Farbe: Rehe und Hirsche erscheinen blaugrau, Füchse dunkler, Hasen weißlicher, Eichkätzchen grauer, Iltisse dunkler braun und die Hermeline werden bis aus die Schwanzspitze völlig schneeweiß. — Die Physiognomie des' November ist Oede und Leere und das Feuilleton. Aus der Reichshauptstadt. Berlin, 6. November 1889. Die Statistik hat es längst verrathen, daß Berlin mit mehr Frauen als Männern aufzuwarten vermag. Daß wir also viele Weiber besitzen, wußten wir bereits, daß es jedoch bei uns auch eine Gemeinde gibt, welche für Vielweiberei schwärmt und den Lehren der Mormonen anhängt, das war eine Ueberraschung nicht minder groß, als die Entdeckung, daß Spreeathen Seestadt werden kann. Ja! Neu- Jerusalem ist bei uns in mehreren Exemplaren, natürlich nur- theoretisch vertreten, dei.n der Praxis würden Polizei und Staatsanwaltschaft mit sehr energischem Veto entgegentreten. Diese Gemeinde besteht seit zwei Jahren und erst jetzt ist ihr Vorhandensein ruchbar geworden, der beste Beweis für ihr stilles Wirken unter dem Siegel der Verschwiegenheit. Zu einer Anspiegelung, wie der Kunstausdruck der Mormonen für die Trauung lautet, ist es gemäß unseren Gesetzen nicht gekommen. Im gesetzten Alter befinden sich die weiblichen Mitglieder dieser Secte sämmtlich und es ist nicht zu verwundern, wenn sie selbst aus diesem etwas ungewöhnlichen Wege an den Mann zu kommen suchen und sei es mit mehreren Frauen zugleich. Die Heilsversammlungen sind todt! Es lebe die Mormonengemeinde! So ist wenigstens Abwechslung in unser Vereinsleben gekommen, ohne daß etwas sich „unheilvoll" darin gestaltet hätte und so mögen wir die Mormonen als eine Curiosität der Weltstadt ruhig hinnehmen! Des Curiosen gibt es zwar außerdem genug, so die allgemeine Spannung, mit welcher unsere Alterthumsforscher, deren Specialfach die Kaiserstadt Berlin ist, dem Abbruch des Mühlendammes entgegensetzen. Was man sich da alles für Wunderdinge verspricht, das grenzt an das Wunderbare: Unter Anderem hoffen die Gelehrten nun endlich darüber Gewißheit zu erhalten, ob der alte Mühlendamm früher ein befestigter Brückenkopf war oder nicht, und ob die Wenden dort an der Spree schon ein geordnetes Gemeinwesen gegründet hatten, und ob die Deutschen die Gegend, auf welcher Berlin sich heute erhebt, in Besitz nahmen und die Wenden daraus vertrieben! Welche Wendung für die Geschichtsforschung die erwartete Untersuchung nehmen mag — für die Entwickelung der Stadt bedeutet das Fallen dieses ältesten Bezirks eine vortreffliche Wendung zum Besseren und Schöneren, und das ist eine Sache, über welche alle Gelehrten einig sind. Worüber dieselben ferner einig sind, ist, daß untrügliche Zeichen für das Herannahen des Weihnachtsfestes vorhanden sind. Auf den Straßen knarrt und brummt es bereits von jenen Instrumenten, die jugendliche Händler zum Kauf anbieten und ein „Dreier das Schäfchen! Ein Sechser der Hampelmann!" Diese Rufe, welche selbst die neue Währung des wieder erstandenen Deutschlands überdauert haben, umtönen uns auf's Neue mit ihrer ganzen Kläglichkeit. Große Pfefferkuchenläden haben, den kleineren Buden vorausgehend, sich aufgethan und die Kunstfertigkeit Hollands und Braunschweigs in der Herstellung der nach ihnen benannten Honigwaaren lockt in mächtigen Schaufenstern mit ihren Erzeugnissen die naschlustige junge und alte Welt herbei. Zu diesen pfefferküchlerischen und künstlerischen Schaustellungen Pflegt man hier große, neue Magazine zu wählen, die noch keinen Miether gefunden haben, da die Miethspreise gepfefferte sind, als daß Jemand auf Brod, viel weniger noch aus Kuchen rechnen könnte. Solcher prächtigen Läden, die noch ihrer Benutzung harren, gibt es viele, dennoch wird munter fortgebaut, indem die Capitalisten darauf bauen, daß ein Krach nicht zu befürchten stehe. Krach beabsichtigten jedoch die Bauhandwerker zu machen, und zum 1. Mai k. I. haben sie einen allgemeinen Strike angesagt. Es scheint sich jetzt das Schauspiel in Berlin alljährlich wiederholen zu sollen, daß, wenn der Mai gekommen ist, nicht allein die Bäume ausschlagen, sondern auch die Arbeit ausgeschlagen wird. Das wäre denn schon der vierte Mai, in welchem nicht die Liebe, sondern der Haß zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer „aufgegangen" wäre. Kein Wunder daher, wenn die Bauherren vor diesem offiziell verkündeten Termin so viel wie möglich unter Dach zu bringen suchen und die Arbeiter wiederum sich bestreben, möglichst viel noch zu verdienen, um zum Frühjahr für den Kampf gerüstet zu sein. Die Steine reden daher trotz der winterlichen Nähe eine sehr laute Sprache und für die Geschäftswelt ist es auch ganz gut, denn diese Steine bedeuten Brod und von herrschender Noth und Sorgen hört und empfindet man augenblicklich nicht viel in Berlin. Im Gegentheil ist es bezeichnend, daß kürzlich ein Spielernest ausgenommen wurde, dessen Stammgäste nicht den oberen Zehntausend, sondern den unteren Hunderttausend angehörten. Dreizehn Personen, sämmtlich sogenannte „kleine Leute", wurden in einem Kellerlocal beim Hazardspiel von der Polizei überrascht und verhaftet. Es ist wohl zu beachten, daß es nicht verkommene Subjecte oder Spieler von Profession, sondern einfache, biedere Handwerker waren, die vermeinten, sich das erlauben zu können. Wenn auch nicht aus ihre Moral, so wirft es doch auf ihr Einkommen ein günstiges Licht, denn Jemand, der nur ein paar Mark Wochenlohn erhält, wagt es nicht, an einem regelrechten Hazard sich zu betheiligen oder er würde, selbst wenn er es wollte, von den Genossen als ein Hungerleider, dem doch nichts abzugewinnen sei, gar nicht zugelassen werden. Ich bin weit davon entfernt, es zu vertheidigen, daß ein selbst gut gestellter Handarbeiter sein sauer erworbenes Geld beim Hazard auf's Spiel setzt. Dennoch erscheinen mir jene in einem weit milderen Lichte, als die jungen Herren Commis in den hiesigen Bankgeschäften, welche sich an die Börse wagen und geht es ihnen dort schief, nicht allein die Börse, sondern gleich das ganze Geldspind ihres Herrn mitnehmen- wie z. B. der mit 95000 JL. flüchtig gewordene Commis Döring. Wenn dcrselbe auch bereits wieder ergriffen worden, so ist doch für diesen Defraudanten das Spiel noch nicht aus. Heinrich Blankenburg. Wo die Viel- 6000,00 JL 1687 1786 Monat October 1885 . im Monat October 1887 1462,14 1462,14 1000,00 „theure" Martinsgans! Jeder Versuch bringt dauernde Abnehmer des HoÜLnd. Tabaks, 10 Pfd. fco. 8 Mk. nur bei B. Becker in Seesen a. Harz. [726 welche, wie bisher, in den verschiedensten Formen zur Ermöglichung des Betriebes eines Handwerks, durch Anschaffung von Handwerkszeug, Arbeitskleidern, Rohmaterial, zur Ermöglichung des Betriebs eines Kleinhandels durch Ankauf von Maaren, zur Anschaffung von Hausgeräthe, Bettwerk, Zahlung rückständigen Miethzinses, von Kapitalzinsen, zur Bestreitung von Erztehungs- und von Auswanderungskosten, endlich auch zu der im Sinne unserer Vereinsbestrebungen, einem empfänglichen Gemüthe gegenüber besonders wirksamen Unterstützung der Angehörigen eines Gefangenen, während der Strafverbüßung. (Gemäß S 2 Abf. 2 der Statuten). Bei der sodann vorgenommenen Wahl des Vereinsaus- schussetz wurden die Herren: 1. Oberconsistorialprästdent Wirkt. Geh. Rath Dr. Goldmann, Excellenz in Darmstadt, 2. Provinzial-Dtrector v. Marquard daselbst, 3. Oberbürgermeister Ohly daselbst, 4. Rechtsanwalt Schm eel daselbst, 5. Fabrikant Karl Hochstätter daselbst, 6. Prootnzial-Director Geheimerath Küchler in Mainz, wieder, an Stelle der ausgeschiedenen Herren Stadtpfarrer Ritsert in Darmstadt, Ober-Apvellattons- und Cassationsgerichtsrath i. P. Schenck daselbst und Proo.-Director i. P. Dr. Böckmann von Gießen, die Herren Landgerichtsrath Arnold in Darmstadt, Stadtpfarrer Dr. Flöring daselbst und Prov.-Dtrector Freiherr von (Sagern in Gießen neugewählt. Mit einem der Großh. Staatsregterung, sowie allen Vereinsorganen und allen anwesenden Mitgliedern und Freunden des Vereins für ihr, den Vereinsbestrebungen stets entgegen gebrachtes warmes Interesse ausgedrückten Danke schloß sodann der Vorsitzende, da weitere Anträge über Vereinsangelegenheiten nicht gestellt wurden, die 25. Generalversammlung. sunkenen jährlichen Zinsenertrag von Unter Zugrundelegung dieses Ztnsenertrages mit des jährlichen Zuschusses aus der Staatskasse mit . . der Mitgliederbeiträge, in dem, nach dem Ergebnisse des Rechnungsjahres 1887 (3489,70 JL) annähernd angenommenen Betrage von nur ........ Summe zu welchen Einnahmen noch die Kassenvorräthe aus dem Vorjahre, Geschenke und sonstige besondere Einnahmen treten, konnte die Gesammteinnahme in den Voranschlägen pro 1890 und 1891 (gering veranschlagt) auf rund................ angenommen werden. Die Ausgaben wurden auf rund . veranschlagt und somit für Ende 1891 als Kassenvorrath geteilt jur Unterstützung und Besserung der aus den Ltrafanstalten Entlassenen. Darmstadt, den 1. November 1889. Die 25. Generalversammlung des Vereins zur Unterstützung und Besierung der aus den Strafanstalten Entlassenen fand Mittwoch den 30. vor. Mts. unter zahlreicher Betheiltgung hiesiger und auswärtiger Mitglieder und Freunde des Vereins, sowie mehrerer Vertreter und Mitglieder des Großh. Staatsministertums, im Stadthause dahier statt. Der Vorsitzende, Oberlandesgerichtsrath Freiherr von Rtcou gedachte in seiner Begrüßungsansprache zunächst der, im Anschluß an die Confrrenz deutscher StrasanstaltSbeamten, dieses Jahr zum erstenmale stattgehabten Zusammenkunft von Vertretern der Schutze vereine für entlassene Gefangene aus ganz Deutschland, welche in den ersten Tagen deS verflossenen Monats September in Freiburg i. B tagte. Es wurde dortselbst daS Bedürfntß nach Schaffung eines Verbandes der deutschen Schutzvereine zur gegenseitigen Hülfe- leistung ausdrücklich anerkannt und beschlossen, bet Gelegenheit der nächsten Conferenz deutscher Strafanstaltsbeamten wieder zusammenzutreten, sowie für die Zwischenzeit ein Ausschuß mit Wahrnehmung der gemeinsamen Angelegenheiten der deutschen Schutzveretne beauftragt. Hiernächst betonte der Vorsitzende die Schwierigkeit, Strafent- laffenen, welche die Vereinshülfe nachsuchen, die erbetene Beschäftigung zu verschaffen, die am meisten hervortritt, wenn es sich um passende Unterbringung von, den gebildeteren Ständen angehörigen Schutzbefohlenen, insbesondere von bestraften Beamten, Lehrern, Kaufleuten, Angehörigen des Rcchnungs- und Schreibereifaches und dergl. handelt. Um dieser Roth thunltchst abzuhelfen, ist den Beztrksoereinscommisstonerr im Lande Seitens des Vorstandes des Vereins die Einrichtung förmlicher Arbeitsnachweisebüreaus oder doch ähnlicher Veranstaltungen im Anschluß an regelmäßige periodische Versammlungen und Besprechungen der BezirkS- vereins-Commisstonen, unter Beiladung der Bezirksmitglieder des Vereins, sowie der Herren Geistlichen und Bürgermeister empfohlen worden, in welchen, neben den allgemeinen Veretnstnteressen, grade auch die im Lande und speciell im betr. Bezirke sich darbietenden Arbettsgelegenhetten besprochen und passende Arbetts- und Unter- und beläuft sich die Zahl jetzt auf Darunter ist auch eine erhebliche Anzahl von Gemeind en des Großherzogthums (jetzt 338). Aus dem Geschäfsbenchte des Vorsitzenden über die abgeschlossene Periode 1886 und 1887 ist weiter kunftsstellen ausgemittelt werden könnten. Aehnliche Einrichtungen bestehen bet vielen deutschen Schutzvereinen mit großem Erfolge und sie würden bet uns nicht nur die Erreichung des heroorgehobenen Veretnszweckes, den Strafentlassenen möglichst bald Arbeit und Verdienst zu vei schaffen, erleichtern, sondern auch zur Belebung der Vereinsorganisation beitragen und den Veretnsmitgliedern Gelegenheit zur Betätigung ihres Interesses geben. Zugleich war den Herren Kretsamts-Vorständen dringend an's Herz gelegt worden, das Zustandekommen der Bezirksvereinscommifsionen in Gemäßheit des § 16 der Statuten zu fordern, wo es noch nicht möglich gewesen sei,.solche tn's Leben zu rufen. , r,r „ . . Den Erfolg der Vereinsthättgkeit in der abgeschlossenen Periode anlangend, so sind nach dem Berichte des Vorsitzenden unangenehme Erfahrungen und Enttäuschungen allerdings auch in der abgelaufenen Zeit nicht erspart «blieben, auf der anderen Selle ist es aber doch auch in vielen Fällen gelungen, die Schutzbefohlenen, die ohne die Vereinshülfe vielleicht dem Drucke der Verhältnisse erlegen wären, wieder aufzurichten und zu ihrer Besserung beizutragen. Nach dem Bericht des Vorsitzenden hatte der Verein in dem 1563 Mitglieder — Die Martinsgans ist wieder da! beliebte eigentlich entstanden und wie lange sie wohl schon den Martinstag durchduftet, darüber sind die Ansichten nicht einig. Pach einer bekannten Legende soll der heilige Martin (geb. 316, gest. 400) als man kam, ihn zum Bischof von Tours zu wählen, aus demüthiger Bescheidenheit sich im Gänsestall versteckt, jedoch das Geschnatter der Gänse den Suchenden seinen Aufenthalt vexrathen haben. Andererseits dagegen wird berichtet, daß die Sitte ihren Ursprung sinde in der früheren Sitte der „Zehnten" und Zinsen, an Hühnern und an Gänsen der Geistlichkeit am Tag des heiligen Martin, den 11. November, zu entrichten. Urkundlich bestätigt ist dieser Brauch seit 1176, weil dazumal der edle Herr Ritter Ulrich von Schwabenstein zum Martinsfeste der Abtei von Corwai das werthvolle Geschenk einer Gans von Silber machte! — Jedenfalls sehen wir die respectable und sehr mit Unrecht gewissermaßen so in Mißcredir stehende, als dumm verschrieene Gans überall in Verbindung mit dem Martins- tage, welchen einst die norwegischen Runen-Kalender sehr „geschmackvoll" durch eine Gans bezeichneten, wie später die Tyroler in ihren Bauern-Kalendern. Auch besondere Stif- tungs- und Erinnerungs-Gänse nehmen noch immer ihren gebratenen Flug durch unsere Gegenwart, an welche sich oft sehr alte Traditionen knüpfen, ohne dem alljährlichen Wohlgeschmäcke Abbruch zu thun. „Der Gans läuten!" heißt man an manchem Ort das Einläuten des Tages von St. Martin und ehedem hat sogar einmal der fette Brauch geherrscht, die magere Lebensweise vieler Lehrer in angenehmer Abwechslung durch das Pflichtgeschenk der „Martinsgans" zu unterbrechen, ein Brauch, dessen schone Reste noch hier und da sich blicken lassen. — So durchzieht Alles , in Allem — immer noch der süße Duft des Gänsebratens den Tag des heiligen Martin, aber die schönen Zeiten, wo — wie zu Anfang des 15. Jahrhunderts — eine anständige Gans, die sich sehen lassen konnte, noch zum Preise von — 2 Groschen zu erschwingen war, sind leider längst tempi passati; —■ trotzdem indessen ist sie der Liebling fast des ganzen germanischen Europas geblieben: die inzwischen so im Werth gestiegene 6000,00 „ 600,00 „ erstes Pflegejahr gelte. Von den, nach dem Vorgesaaten in Betracht stehenden 477 Pfleglingen konnten 80 als gebessert der Aufsicht entlüften werden, 205 waren als gut zu bezeichnen, 188 als schlecht, 4 mußten als unverbesserlich ausgestoßen werden. Dieser Einthetlung liegt: me, auch bisher angewandte Norm zu Grunde, daß als geb ess er! diejenigen anzufehen sind, welche sich während der ganzen Pflegezett oder doch der zwei letzten Jahre derselben tadellos geführt haben, als gut diejenigen, bei welchen dies im letzten Pflegejahr der Fall war, als schlecht diejenigen, welche im letzten Pflegeiahr Anlaß zur Unzufriedenheit gaben, als unverbesserlich solche, welche wieoer- holt rückfällig wurden Es stehen hiernach 285 günstigen 19- ungünstige Resultate gegenüber. Das Ergebnitz erscheint, vom Standpunkte des überhaupt Erreichbaren beurthellt, als ein zufriedenstellendes, wenn man bedenkt, daß bei dieser VereinS- psiege vorwiegend Personen von niederstem Bildungsgrade, roher Gemüthsbeanlagung und mangelhafter Erziehung in Frage stehen. Die gewährten Unterstützungen betrugen in 1886 und 1887 zusammen 6832 JL 36 in Aussicht genommen .... . - . . .. , Die Generalversammlung erteilte der Kassenführung Entlastung und genehmigte die, wie vorstehend von dem Ausschüsse beantragten Voranschläge pro 1890 und 1891. Von der Gesammtzahl der in der abgeschlossenen Periode aus den hessischen Strafanstalten entlassenen Gefangenen von 1334 haben sich 336 der Vereinspflege unterzogen, also ein Viertheil. Gegenüber den Ergebnissen früherer Nechenschaftsperioden bedeutet dieses Ergebniß ziffermäßig allerdings einen Rückgang, in- foferne früher der Prozentsatz der Pfleglinge annähernd Vs der Entlassenen überhaupt war. Jnsoferne hieraus jedoch auf »inen Rückgang der Vereinsthättgkeit an sich geschlossen werden möchte, ist dieser Schluß unzutreffend. Der ziffermäßtge Rückgang ist nämlich ausschließlich bedingt gewesen durch die praktische Durchführung des von der 23. Generalversammlung angenommenen Verwaltungsgrundsatzes, daß jedem Sträflinge, welcher die VereinS- hilfe in Anspruch nimmt, von der entlassenden Strafanstalt als Vorbedingung für irgend welche Vereinshülfe und | Unterstützung zur Pflicht zu machen ist, sich sofort an seinen Wohnort, bezw.Unterstützungswohnsitzzubegeben, Prostituirte überhaupt nicht und rückfällige Bettler und Vagabunden nur unter der Voraussetzung ihrer Bereitwilligkeit zum Eintritt in die Arbeiter-Eolonie zu Neu- Ulrichstein in den Verein ausgenommen werden sollen. Eine große Anzahl von Aufnahmegesuchen solcher, welche diesen Vorbedingungen nicht genügten, war in der abgeschlossenen Periode von vornherein zurückzuweisen. Der Verein hielt sich hierdurch von Elementen frei, die sich lediglich als ein Hemmschuh für die Entfaltung einer um so wirksameren Vereinsthätigkeit gegenüber wirklich willigen und reuigen Pfleglingen erwiesen hatten, von Personen, die thatsächlich doch nur alS Durchgangsziffern in den ziffermäßigen Ergebnissen figurirten, infoferne die betreffenden sehr bald nach ihrer Aufnahme in den Verein wieder als unverbesserlich auSgestvßen werden mutzten. Während die Zahl solcher, nach dem vorigen Rechenschaftsberichte, 101 betrug, sind es in der abgeschlossenen Periode nur 4. (vgl. unten). Der weitaus grötzteTheil obiger 101 betrifft Bettler, welche aus dem Arbeits- Hause in Dieburg entlassen worden waren, damals in dem Verein Ausnahme fanden, aber bald wieder ausgestotzen werden mußten, während solche nunmehr regelmähig nicht mehr als Vereins- pfleglinge erscheinen. Von den, mit Hinzurechnung der aus den Jahren 1884 und 1885 nach in der - 3jährigen - Vereinspflege verbliebenen 233 bezw. 271 = 504 Pfleglinge, Ende 1887 in«gejammt in derselben befindlichen 504 + 336 = 840 Pfleglingen sind 9 freiwillig ausgetreten, 153 abwesend (flüchtig, auSgewandert oder sonst mit pflichtwidriger Entfernung von ihrem Wohnsitze ohne Benachrichtigung der Vereinsorgane, der Vereinsthätigkeit thalsächlich umzugänglich), 49 gestorben, in Beaufsichtigung standen demnach 840 — 211 — 629. Von diesen sind 152 im Jahre 1887 ausgenommen worden, lieber ihre Führung Aufschluß zu geben ist Aufgabe des für die Jahre 1888 und 1889 demnächst zu erstattenden 26. Hauptrechenschaftsberichtes, weil, in Abänderung des bisher bestandenen ModuS der Berechnung der dreijährigen Pflegezeit, als deren erstes Pflegejahr das Jahr 1888 einschließlich der im Jahre 1887 feit der Entlassung in Freiheit verbrachten Zett erscheint. Es hat sich nämlich als mißständig erwiesen, das EntlassungSiahr selbst als erstes Pflegejahr zu berechnen, insoferne alsdann diefenigen Pfleglinge, welche auf Grund der tret Monate vor der Entlassung, durch die Strafanstalten erfolgenden Anmeldung, in den letzten Monaten eine« Jahres Ausnahme fanden, in diesem Jahre überhaupt nicht, oder doch nur ganz kurze Zeit, in keinem Falle aber ein volles Jahr der Vereinspflege unterstanden, und erschien darum eine Aenderung in der Art angemessen, datz fortan die noch erübrigende Zeit aus dem Entlassungszahre mit dem nächstfolgende« zusammen, als ein und zwar als Niemand sollte versäumen, sich den Weihnacht-»C deutung ist, da das Reformationssest und das Erntedankfest in ihm gefeiert werden und am 1. Advent das Kirchenjahr von Neuem beginnt. Die Natur ist gestorben und die Seele wird daher von keinem äußerlichen Reize mehr abgezogen, sondern kann sich ganz in sich selbst zurückziehen und aufschwingen zu ernsten religiösen Betrachtungen. — Was das Wetter im Monat November anbelangt, so sagt das Sprichwort : November tritt oftmals hart herein, braucht aber nichts dahinter zu sein. Ernster sind nach dem Bauernkalender aber gewisse Tage des Wintermonde^? zu nehmen, so z. B. „Clemens bringt den Winter", und „Andreas Schnee thut dem Korne weh". Vom Martinstage sagt der Kalender: „St. Martin will Feuer im Kamin". Ist der Martinstag trüb, macht er den Winter lind und lieb. Ist er hell, macht er das Wasser zur Schell", d. h. es friert tüchtig, u. s. w. — Wenn auch diese Wetterregeln nicht immer verläßlich sind, eins steht fest: der Winter kommt. Wohl dem, der ihm gerüstet entgegengehen kann, der einen warmen Rock und warmen Ofen tjat; wehe aber den Armen, welche frieren und hungern müssen, wenn sich nicht erbarmende Liebe ihrer annimmt. Wartet nicht bis zum Weihnachtvfeste, sondern gedenket schon jetzt der Hungernden und Frierenden und erbarmet Euch ihrer- das ist die Mahnung, welche uns der Wintermond bei seinem Beginn zuruft. Univepfitäts - Nachpichten. — In Leyden starb der Professor der classischen Philologie an der dortigen Universität Eobet. — Oberlehrer Dr. phil. Rethwisch in Berlin, Sohn des Steuerraths Rethwisch in HaderSleben, ist als Professor der Chemie und Naturwissenschaften am National-Lyceurn in Chile angestellt worden und reist Ende November dorthin. — Professor Friedrich v. Bezold in Erlangen ist, dem Vernehmen nach, in erster Reihe als Nachfolger von Prof. Baumgarten in Straßburg in Vorschlag gebracht worden. Prof. v. Bezold gehört, wie die „Post" mittheilt, einer bayerifchen Gelehrtenfamilie an, deren Mitglieder auf verschiedenen Wissensgebieten sich ausgezeichnet haben. — An der Universität Belfast wird vom nächsten Schuljahre ab die medicinische Facultät den Frauen zugänglich gemacht; auch erhält diese Facultät das Recht, den Studentinnen Doctordiplome zu ertheilen. Literat«» und Aunst. — Soeben ist der 79. Jahrgang von LeskeS Schreib- unb Geschäfts'Kalender erschienen. Seit den 79 Jahren feines Bestehens bietet er: einen Kalender und Notizenblätter für alle Tage des Jahres, einen Kalender der Juden, ein Cassabuch, die Jnteressen- Rechnung von 3 bis 6pCt., Umrechnungstabellen von sechs verschiedenen Währungen in die jetzige deutsche Reichswährung, viele wichtige und höchst interessante, im Geschäftsleben wohl zu verwendende Notizen, einen Post- und Gebühren-Tarif für Telegramme, einen ausführlichen Verloosungs-Kalender, sowie sehr verwerthbare statistische Notizen in Betreff des GroßherzogthumS Hessen und schließlich eine ausführliche Genealogie der Regenten und aller hohen fürstlichen Häuser und zwar alles dies — sauber und solid gebunden — zu dem Preise von 1.25 Mk., zu welchem daS handliche Büchlein in Taschen- Format durch jede Buch» und Papierhandlung, sowie von dem Verleger (C. W. Leske in Darmstadt, Promenaden-Straße Nr. 5) zu beziehen ist. verkehr, Land« und volkswirthschaft. — Was die Hühner «nd die Gänse von den Dreschmaschinen sagen. Nach v. Tschudis Landw. Lesebuch. Ich hatte beobachtet, daß es keine besseren Controleure und Arbeitsrichter als Gänse und Hühner gäbe und zog sie daher immer zu Rathe, wenn ich die genaue und fleißige Arbeit der Drescher beurteilen wollte. Vielleicht wird tiefer Wink auch von anderen Landwirthen benutzt. Sie werden dann sehen, wie die Ganse über das von schlechten oder guten Dreschern ausgedroschene Stroh herfallen und die Aehren untersuchen. Sind recht viele Körner darin geblieben, dann fangen die Gänse an, die Drescher zu loben und eS erhebt sich ein Geschnatter, daS um fo Heller schmettert, je mehr die Flegel den Gänfen übrig ließen. Nun kommen auch die Hühner und glucksen die Jungen herbei, und der Haushahn stößt in die Trompete und bläst zum Angriff. Es geht laut und luftig her. Kommt einige Zeit darauf der Hausherr, reibt sich die Augen und untersucht daS Stroh, dann ist es leer, und er lobt die schon von den Hühnern und Gänsen gelobten Drescher, und alle sind zufrieden, auch die Hausfrau, deren Geflügel von selbst fett wird und ®iCr W-il"ich"nuu weiß, welchen Antheil di-G-inI- und dl-Hühner am Dreschen haben, und welch' feine Urtheilskraft darüber in ihnen verborgen liegt, so betrachtete ich diese Controleure neben den Dreschmaschinen, was sie dazu wohl schnattern und glucksen wurden. Diese aber sagten gar nichts dazu. Die Hühner fliegen darauf herum, wie auf einem Reisigbündel, und guckten und kletterten wieder herab und schlichen davon, als waren sie alle krank und hStl-n^d-n ( strcckt-n di- HSls- und wackelten bedächtig herbei und raschelten darin herum und zagen di- A-hren durch den gelben Schnabel und schüttelten mit dem Sopfe und standen e ne Weile ■ dann sahen sie einander verlegen an, Hoden erst das eine Auge 'zum Himmel und dann da« andere, sichren mit dem Schnabl wieder in den Hausen, zogui ihn abermals leer heraus, dachten wieder eine Weile nach, wendeten sich dann verächtlich um, zogen den einen Fuß in die Höhe und standen, steckten den Kopf unter die Wael, was bet den Gänsen dasselbe ist, als wenn sich ein verlegener Mann hinter den Ohren kratzt, und schlichen endlich still I D°n d?)olla^ dachte ich, die Gänse und Hühner sind mit der Dreschmaschine nicht zufrieden, und ich riß sogleich einer flügelschleppenden Gans eine Feder aus und schrieb damit ihr Urtheil nieder, um es, wie vorfteht, zur allgemeinen Kenntniß zu bringen. I Aber wohlgemerkt! eS verdient diese alte Beobachtung auch I heut, nachdem die Herrschaft deS Dreschflegels fast ganz zu Ende I ist, in Erinnerung gebracht zu werden, denn es gibt. gute und I schlechte Dreschmaschinen und die Arbetter an Maschinen find heute nicht weniger lässig in ihrer Behandlung als beim Schwingen I des Dreschflegels; darum mag e« heute noch recht nützlich erscheinen, die Hühner und Gänse auch vor der Dreschmaschine zu beobachten I und zu behorchen, was sie von deren Arbeit wohl sagen. 3400,00 „ 5862,14 JL von ’S >loß fcbSrjM; »**:»»* lut re 'tftuj OgllchtH. k ^b-- llMen\^a6lunnn' ?r iSepat iü'-'SaS L'"‘"'"««>, 5 daselbst, ^richte«, 'ber tum in ffkir. ^«nie n ^ile angchM ..^langen ist, demVer- en Dqi.Tr°^' ^ÖUDWten ?• ^of.v. Bezold gkhött ?^?^ebrtenfamllie an' §8tbltlen A ausgezeichnet cb D0.m nächsten Schuljahre 3*M gemacht; auch Lettinnen Doctordiplome zu von 8e8Ui Tchrüd. und dm <9 Jahren ieines Be- NoltzenblLtler für alle Tage ein Kassabuch, dte Jnteressen- ungtztabellen von sechs ver- eutsche Retchswährung, viele Weben wohl zu verwendende l für Telegramme, einen aus- sehr verwerlhbare statistische iS Hessen und schließlich eine und aller hohen fürstlichen uib solid gebunden - zu dem endliche Büchlein in Taschen- iblung, sowie von dem Ler- menaden-Straße Nr. 5) tu olkrwirthichaft. Gänse von den Dresch' llandw. Lesebuch. ie besseren Lontroleure und de und zog ste daher imma flertzige Arbeit der Drescher ser Wnk auch von anderen i sehen, wie die Ganse über n ausgedroschene Stroh her- 3tnb recht viele Körner barm die Drescher zu loben und eS Heller schmetterUe wehr die an kommen auch bst Hühner 0 d-rv°»°N' "die V- 5*r Ätirtcn *** Ai- u»d AA"d«ch w Ä-ffSS gen an, Hoden m abttmal§^aw u^E h dann Jfa®‘ unter ® t -ii Ker Dresö)' al« ÄfffÄ01' WPlig'f «CM llicU’ iu laßen- ^eE koinoreu M »E OberhtsSsche Eisenbahnen. Die Lieferung von 6000 liefern- und 2000 Eichensckwellen soll vergeben werden. Angebote, mit bezüglicher Aufschrift versehen, sind bis zum 16. dS. M1S. hier einzureichen. Die Bedingungen können bei unseren Stationen Alsfeld, Lauterbach, Nidda und Hungen, sowie bei unserer Maaazinsoerwaltung dahier eiugesehen werden. Gießen, den 5. November 1889. 9039 Großherzogliche Direction. Stammbolz- verkauf. Aus den Waldungen der Gemeinde Kesselbach sollen im Wege der Submission circa 180 Festmeter Fichten- und Nadel - Stammholz und circa 40 Festmeter Eichen-Stammholz verkauft werden. Schriftliche Gebote sind unter Bezeichnung „Submission auf Stammholz" versiegelt bis zum 27. November L I., Mittags 12 Uhr, an unterzeichnete Bürgermeisterei einzureichen. Die Oeffnung derselben findet am genannten Tage, Nachmittags 2 Uhr, aus unserem Bureau in Gegennrrt der erschienenen Submittenten statt. Nähere Auskunft kann ertheilen Forstwart Hillgärtner dahier. Kesselbach, am 5. November 1889. Großh. Bürgermeisterei Keffelbach. Stein. 9033 Montag den 11. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, in dem Lagerhause der Firma Goldenberg englische Herrensättel jeder Art, Civil- und Militär-Reitzeuge, ® Trenßen, Martingels Sattel- und Bahndecken u. s. w. in allen ® Ausführungen v Fahrarttkel: 9018 ® complete Fahrgeschirre jeder Art in solidester Ausführung, sowie *1 auch einzelne Geschirrtheile ” z Reise- und Jagdartikel u. s. w.: Hand- und Reisekoffer, Herren- und Damenholzkoffer, Reisesäcke, U Reisetaschen, Patenttaschen, Damentaschen, Schulmappen und ■ -Tornister, Jagdtaschen, div. Art. Hasen- und Hühnertaschen, w* Ä Hundehalsbänder, Hundemaulkörbe, Gamaschen von Leder, Loden *** und Tuch, Plaidriemen, Hosenträger, Portemonnaies und Peitschen • jeder Art. Billigste Preise.Prompte Bedienung. X Krerrzpl. S Gefchw. Aron Kreuzpl. S % Das Soeclal-Gesch&tt in 8273 K «xxrr Corsetten und Schinnen M*XX X empfiehlt seine Fabrikate in beste reu Fayons und Qualitäten X It zu sehr soliden Preisen. IE Friedrich Leo, Seltersweg 71 empfiehlt unter Garantie der Reinheit nachstehende WeiH6 Ausländische (dir. importirt). pr. Fl. tX 1.10 Beerenweine eig. Bereitung. 1.20 1.40 1.40 2.511 2.- 2 50 2.50 2.50 1.40 Laubenheimer Dürkheimer Ingelheimer Both- wein Elsässer Bothwein Wachenheimer Sect Oppmann Sect 1.401 2 — Johannisbeeren-Wein pr.Fl. 70H 1.20 1.— 1.75 3 — Span. Cötes j Portug. Gebirgwein Priorato (herb) „ (mild) „ (süss) „ (SÜSS, alt) Tarragona (süsser) Valdepennas Malaga Xeres Pajarete Portwein (weisser) Sherry Malaga „ (alter) Madeira „ (alter) Alicante Muscateller Samos Barletta (alt) Marsala pr. Fl. 1.40 „ 1.60 „ n „ 180 ( » » n 1'80 » » >i 2. I n » ,, b. ,, ,, „ 2.60 pr. Fl. JL 1.— 1 „ » » 1 20 „ „ ., 1.30 » » », 1-30 » ,, „ 1-40 » » » 1 60 » » n 1 40 ,, » » 1 60 n » » 1 60 n » » 2. » »> n 2 » » » 2. » M » 2 — Bordeaux Medoc ] „ St. Julien Buster Ausbruch Menescher Ausbruch Tokayer Ausbruch „ „ (extraf.) Capwein Deutsche Burgunder „ „ „ 1.10jMeidelbeeren-Wein >, o 90 »i Neustadt 23 Nbliert Muhl Neustadt 23 empfiehlt sein Lager in gestrickten u. gewebten Jacken, Jagdwesten, wollenen nnd baumwoll. Unterhosen, Hautjacken und -Hemden, Faust- und Fingerhandschuhen, Socken, Strümpfen und wollenen Schuhen rc. 8406 CXIOSHUM- MM Ludw 8®] g)i0 Zege Ga für Herr seidene * Arm- u empfiehlt , üngä empfiehlt in t als bestes Stc schwächlichen un W-.» 2568 g Pf-» 8>"E6el 8”# $arntftftbt *{?S“ der Gest» ZtnregunS h vereine derzernge^ I S* Ä* Kr PÄ-h- beuchen M- ubt=i8=N L OrlM m» Kch-n S*' Wer der t,n3 mcht «bw°lt-tt Lehrer »er°"l> dir Mgierung erreichende' diese Summe 25 DienstM nach 30 Di-°s sich der H°»"" zu Gunsten der Ans W geschrieben' Di n-ch i-n-t-t an verbrauch zur i Liegnitz, Görlitz nie so glänzen sleiichpreise hal Monaten. M< für ein Psund vor einigen J( die Äartofieler viel abhängt/ Mittelmaß en bescher veranl ringern. Um großen Gutsk Reihe von Or zur Bekämpsu erachtet tverdi toadjung fein und Steges i Schmuggler, i durch die msolx prüfe (85 1 tennen als Ei die Grenzbeam versetzt wordei u»>' in $oD ®tfol zu gefertigt bet [8432 Kronjuwel“. [5062 Marktstrasse 16. Rhein-Weine 9045 pr. Fl. J4 0.80, [1687 geführt G. D. Gebauer, Seltersw. 67. Reuen Bäue 7. 7056 Kinderspielfachen auf Weihnächte«. 8695 9034 QOOO Robert Sattler, Neustadt 5792 Wilh. Klee Nedactton: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei n Off an Rud. Mofse, BreSla«, V q unter Chiffre 6. 1951 zu richten OODOTOOOaOOOOOOOOOOOOOCX) fps2 F Heller Gel». Iller °s 8 34 Bahnhofstrasse 34 8 O Aufnahmen täglich bei jeder Witterung. B q Geöffnet von 9 Uhr Vorm. bis 5 Uhr Nachm. q g Specialität: Momentaufnahmen. g Q Anerkannt billigste Preise. Q 8 Feinste Ausführung. Künstlerisches Arrangement 8 roerbcn für 1 Mark angefertigt. [7866 H. Plank, KaplanSgasse 2. 8935] Wiederverkäufer für unsere Materialien zur Filigran- Arbeit gesucht. Bausch & Koch, Nürnberg, Gold- und Silber - Posamenterie- Waaren-Fabrik. .0! s ^unde dafür aber wirthschaftlich von tief einschneidender W»:ktjijg fsr. englischen Artille' ägl. Locales und provinzielles. Gießen, 9. November. m. Theater. „Die Darwinianer ", Lustspiel in 3 Acten von Dr. I. B. von Schweitzer. Leider war Frau Director Reiners durch Unpäßlichkeit verhindert, ihr angekündigtes erstes Wiederauftreten gestern Abend erfolgen zu lassen. Wir hoffen, daß die Indisposition der geschätzten Künstlerin nur eine ganz vorübergehende und bis zum nächsten Dienstag so völlig behoben ist, daß uns dann der lange entbehrte Genuß, Frau Director Reiners spielen zu sehen, zu Theil werden kann. Gestern wurden als Ersatz für die ausgefallene „Cyprienne" von Sardou, die also auf nächsten Dienstag verschoben ist, die „Darwinianer" von Schweitzer wiederholt. Wir wollen heute die in der Vorwoche verabsäumte Besprechung des Stückes und seiner Ausführung kurz nachtragen. Die „Darwinianer" segeln, wie so manches andere Lustspiel — man denke auch an die „Fledermaus" und ° 1(1 Sonntag den 10. Deutsches Reich. Darmstadt, 7. November. Die „N. Hess. Volksbl." schreiben zu der Vorlage Großh. Regierung betr. die Ausbesserung der Gehalte der Lehrer in Landgemeinden: Die Anregung hierzu gaben jedenfalls die Petitionen der Lehrervereine und zwar verlangen die Lehrer vor Allem, daß die derzeitige Besoldungsscala beseitigt werde und daß ein Lehrer, falls er im Gehalte ausrücken will, nicht erst den Tod des älteren Collegen abzuwarten hat, sondern daß jeder Lehrer überall nach einer gewissen Reihe von Dienstjahren den Maximalgehalt erreichen kann. Die Regierung ist diesem Wunsche im Princip nachgekommen, indem jeder Lehrer nach 30 Dienstjahren (vom Staatsexamen an gerechnet) 1600 Mk. Gehalt beziehen soll. Seither konnte es ein Lehrer in Orten bis zu drei Lehrerstellen erst nach 25 Jahren aus 1300 Mk. bringen. In Orten mit mehr Lehrerstellen hatte der älteste rcsp. die ältesten Lehrer einen etwas höheren Gehalt. Da häufig im Alter der einzelnen Lehrkräfte ein nennenswerther Unterschied nicht obwaltete, so entstanden empfindliche Härten, was die Lehrer veranlaßte, zu pctitioniren. Im Princip will also die Regierung diesen Petitionen stattgeben, nicht aber in der zu erreichenden Maximalsumme und dem Zeitpunkte, wann diese Summe zu erreichen ist. Die Lehrer verlangen nach 25 Dienstjahren 1800 Mk. Die Negierung will aber erst nach 30 Dienstjahren 1600 Mk. gewähren. Jedoch gibt man sich der Hoffnung hin, daß die Landstände den Gesetzentwurf zu Gunsten der Lehrer ändern werden. M i SMusltU fItf til-iif ]»<& LnWcd, jüritV Hl 1 Zahl Ort iiunffdf -Aber vir ^cWJmucfgWtcir GchwIH'1 einstreichen? >Mßr durch eigene Anschauung sich ein Uvmcil über die Lebens^nitrÜve^ältffiff^ in 1 Hirt (Sidnzb^fikeist ijn I bilden in der Lage ist, zu ben Ucbtr^cugung daß das Schweine-Einfuhrverbot, nJcnti es .aus gcsuuoyeit- lichen Gründen erlassen worden ifi<,i seineki Zubeck.verfehlt, « Nr. 263. - 1889 Unit 'iTi ni -I,ll!H .'l'» fhllld O o oO o oo o o o o 6 o o Stollwerck’sche Chocoladen. Sachgemässe, durch die neuesten maschinellen Erfindungen verbesserte Fabrikationsmethode und Verwendung von nur gutem und bestem Rohmaterial sichern den Consumenten von Stollwerck’8Chen Chocoladen- und Cacao-Präparaten ein empfehlenswerthes, der Angabe der Etikette entsprechendes Fabrikat, dessen Vorzüglichkeit durch 26 Hof- Diplome und durch 3I Ehren-Diplome, goldene, silberne etc. Medaillen anerkannt ist. 2290 H. Huhn, Schulstrasse 10, empfiehlt fein reichhaltiges Lager in: 7301 Gold-, Silber-, Granat- und Corallwaaren, goldenen u. silbernen Damen- u. Herrn-Uhren, Regulatoren etc. Reparaturen werden prompt und schor, ausgaführt.___ • Harmonikas, § Z Zithern, Violinen, Trommeln, Flöten. G Z sowie alle Instrumente In grösster Auswahl zu Fabrikpreisen in der ä Instrumentenfabrik und -Handlung [6397 2 Ernst Challier (Rudolphs Nachf.) Giessen. 9 •eeeeeeeeeeeiieeeeeeeeee®# Große Auswahl in Gummischuhen für Damen, Herren, Mädchen und Kinder bester Qualität zu billigen Preisen bei (8755 L. Süss, Marlitatrasse 9. H. F. Nassauer. 7991 Thee’s neuester (1889/90r) Ernte, directer Bezug, in ganz vorzüglichen Qualitäten zu billigsten Preisen bei jieuffie Minter- unö .Keuenmäntef, Rätter, Uilites unö 3aquets für Damen und Kinder in reichhaltigster Auswahl und zu billigsten Preisen Meyer hoff*