Nr. ~ Mittwoch den 9. Januar iss» Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. «rrrrav r S ch u l ft r a ß e 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. — ___________Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf« Amtlicher Hßeil. Bekanntmachung. ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Districtseinnehmer Jo Hs. Müller zum Districtseinnehmer der Districtseinnebmerei Grünberg ernannt worden ist und am 2. d. Ms. seinen Dienst angetreten hat. Gießen, am 5. Januar 1889. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Der Ortsvorstand zu Biebesheim beabsichtigt, gelegentlich des daselbst am 5. März d. I. stattfindenden Fasel-, Zuchtvieh, und Schweinemarktes eine »erloosung von Zuchtvieh zu veranstalten. Es wird dies unter dem anfügen zur Kenntniß gebracht, daß Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt hat i,aß nicht mehr als 5000 Loose ä 1 auSqeqeben werden dürfen und mindestens 76% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von G.winngegenständen zu verwenden find. S)er Vertrieb der Loose im Großherzogthum ist gestattet worden. Gießen, am 5. Januar 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _______ v. Gagern.____________ * 4 Polizei-Reglement. Die polizeiliche Beaufsichtigung der Ipinnffuben in der Gemeinde Heuchelheim betreffend. Mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums der Innern und der Justiz vom 29. December 1888 zu Nr. M. I. 31423 wird hiermit nach- stehendes Polizei-Reglement für die Gemeinde Heuchelheim erlassen: i) Spinnstuben dürfen nur bis zu der festgesetzten Polizeistunde stattsinden. Wer über diese Stunde hinaus eine Spinnstube hält oder an einer solchen thellmmmt, wird mit Geldstrafe bis zu 30 JL bestraft. 2) Gegenwärtiges Polizei-Reglement tritt mit dem Tage seiner Verkündigung in Kraft. Gießen, am 5. Januar 1889. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. _______________________________v- Gager.^_____________________ Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechttgung zum einjährig-freiwilligen Mllitärdienst im Frühjahr 1889. Bekanntmachung. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Frühjahr 1889 stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen werden hierdurch aufgefordert, chre desfalsigen Gesuche um Zulaffung bei Meibung des Aurschluffes von dieser Prüfung ö ’ 91 ” spätestens bis znm l. Februar 1889 der Gesuche wird im Speciellen das Folgende bemerkt: 'bei Der nnleri.eichneten Commisston elnzureichen. Hinsichtlich der Anbringung 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüsungs-Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Äfeldende im Großherzogthum Hessen seinen dauernden Auserrlhaltsort hat. 2) Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a Gebnrtszengnih; i>. Eittwilliguttge. Attest des Vaters oder Vormundes, mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit und Fähigkeit den Freiwilligen während einer einjährigen actioen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; ließet die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, Ordn, vom 28. Septbr. 1875 — Rea.-Bl. Nr. 55 von 1875) Aufschluß. Bezüglich des Prüfungs-Termin-, sowie des Local», in Ladung kann nicht gerechnet werden. In diesem Attest darf die Erklärung des Vaters oder Vor- wlmdes, daß er in der Lage sei, den Freiwilligen während der einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen, auch muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein; e. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches von der Polizei-Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist; d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf. 5) In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (Französisch, Englisch, Lateinisch oder Griechisch) der sich Meldende geprüft fein will. 6) Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenheit^- zeugniß beizuiegen. gibt die Prüfungs - Ordnung (Anl. 2 zur Ers.-Ordn. — I. Theil der Wehr- ersolgt co. weitere Bekanntmachung; auf specielle welchem die Prüfung stattsindet, Darmstadt, den 2. Januar 1889. Großherzogliche Prüfunas-Commission für einjährig FreiwMge. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. Politische Rundschau. Gießen, 8. Januar. roiebcrum blutige Vorgänge abgespielt, bei denen Diesmal die deutsche Marine in ernstester Weise betheiltgt gewesen ist. Wie aus Mi«' o? ^°€U?l°oe ®amoa'8' amtlich gemeldet wird, entsandte das deutsche Kriegs- «ZT c ’e Landungscorps, um den deutschen Consul nach dem Kriegsschauplätze der Eingeborenen zu geleiten; der Consul wollte daselbst Verhandlungen wegen Zer- »örung deutschen Eigenthums und thätlicher Beleidigungen beurlaubter deutscher &te aufftändischen Samoaner einleiten. Auf dem Wege «ach der Pflanzung Vatlele wurde das Landungscorps von den Aufständischen unter des Amerikaners Klein überfallen, aber Mannschaften des Kreuzers ^Adler" «nd des Kanonenboots „Eber" eilten ihren überfallenen Kameraden zu HUfe, worauf Vie Eingeborenen zuruckgeworfen und einige ihrer am Strande gelegenen Dörfer zer- Lenn ^Um,Cnh ßeraCr4 kTüP? äf Verluste der Deutschen als nicht unerheblich, «nnta brCn alVibt Lieutenant Sieger und 15 Mann, als verwundet die Lieute- und Burchard, sowie 36 Mann, gemeldet. Eine Verlustliste wird oer- Mentlicht werden, sobald die Namen festgestellt sind. DaS Befinden der Verwundeten ist gut. Ueber die Verluste der Aufständischen sind noch keine Meldungen eingegangen" — Aus diesen Mittheilungen erhellt zunächst, daß in dem Kampf der beiden, sich auf Samoa feindlich gegenüberstehenden Parteien, derjenigen des von den Deutschen eingesetzten Königs Tamasese und der Partei des von Engländern und Amerikanern unterstützten Häuptlings Mataafa, nun auch die Deutschen direct hinetngezogen worden sind. Es ist ganz offenbar, daß die Partei Mataafa's heimlich von den Engländern und Amerikanern gegen die Deutschen aufgehetzt wird und welche Rolle hierbei spectell die Yankee's spielen, geht aus der Meldung, der Amerikaner Klein sei der Anführer der die Olgatruppen überfallenden Insurgenten gewesen, genugsam hervor. Ob die deutschen Hiebe, welche die Anhänger Mataafa's soeben empfangen haben, denselben zur Lehre dienen werden, steht noch dahin. Jedenfalls därf man überzeugt sein, daß die Interessen der Reichsangehörigen wie die Ehre und Würde des deutschen Namens auf Samoa von unfern wackern „Blaujacken" energisch gewahrt werde und sollte es noth- wendig sein, so wird eben die Zahl der deutschen Kriegsschiffe vor Samoa vermehrt werden. Nach wochenlangem Suchen sind die republikanischen Parteien in Pari» endlich so glücklich gewesen, ihren gemeinsamen Candtdaten für die Deputirten-Ersatzwahl des 27. Januar aufzufinden. Am Sonntag fand in der französischen Hauptstadt eine Art. republikanischen Congreffes behufs Aufstellung eines gemeinsamen Candidaten gegenüber Boulanger statt. Von 370 abgegebenen Stimmen erhielt der ultraradicale Präsident i»eS Generalrathes des Seine-Departements, Destillateur Jaques, 234, die gemäßigten i Republikaner Hooelaque und Vaquerie 69, resp. 58 und die übrigen neun Stimmen zersplitterten sich. Jaques ist somit als alleiniger Candidat der Republikaner gegenüber Boulanger aufgestellt worden, während dieser, außer auf die Stimmen der eigenen Anhänger, vor Allem auf diejenigen der Bonapartisten zählen kann, die sich für die Pariser Ersatzwahl offen auf die Sette des Ex-Generals gestellt haben; die Stellungnahme der anderen monarchistischen Gruppen für Boulanger soll dagegen wieder etwas zweifelhaft geworden sein. Auf alle Fälle darf man aber dem Ergebnisse der Pariser Ersatzwahl mit großer Spannung entgegensehen. Am letzten Sonntag haben in Frankreich abermals zwei Ersatzwahlen zur Kammer stattgefunden. In Amtens wurde der Royalist General Montandon mit -€0,693 Stimmen gewählt, indeß sein republikanischer Gegner Ehauvon 53,457 Stimmen erhielt und in Larochelle siegte der Boulangist Duport mit 49,327 Stimmen gegen den Republikaner Lemerier, auf welchen nur 39,878 Stimmen fielen; der Boulangtsmus kann also einen neuen Wahlerfolg verzeichnen. Die Nachrichten über Emin Pascha wechseln in geradezu wunderbarer Weise mit einander ab, denn jetzt kommt wieder eine ganz düster gefärbte Meldung aus Afrika. Dieselbe wird über Suakin übermittelt und besagt, daß daselbst ein sudanesischer Deserteur eingetroffen sei, welcher berichtete, daß ein in Handub, dem Standquartier Osman Dtgma's, aus Chartum mit Briefen des Chaltfen Abdallah angekom- mener Bote erzählt habe, der egyptische Pascha der Aequatortalprovtnz befände sich mit anderen Offizieren beim Mahdi in Gefangenschaft. Der Bote fügte hinzu, daß dieser Pascha, in dessen Begleitung sich noch ein anderer Weißer befände, vermuthlich Emin sei und gut behandelt werde. — Das nächste Mal wird nun wohl der afrikanische Telegraph zu melden wissen, daß sich Emin Pascha noch frisch und munter auf seinem Posten befindet! Der Zusammenbruch der Panama-Gesellschaft hat erklärlicher Weise auch auf die Arbeiten am Panama-Canal zurückgewirkt. Dieselben vermindern sich täglich und steht ihre gänzliche Einstellung zu gewärtigen, wodurch Tausende beschäftigungslos werden würden. Die columbische Regierung befürchtet Unruhen und richtete an die Consuln der auswärtigen Mächte ein Rundschreiben, in welchem sie erklärt, jede Verantwortlichkeit abzulehnen, falls die Aufrechterhaltung der Ruhe sehr energrsche Maßregeln nothwendig machen sollte. Deutschland. Darmstadt, 7. Januar. sErfte KammerJ Von dem für diese Woche beabsichtigten Zusammentritt der ersten Kammer ist nachträglich abgesehen worden. Die Kammer wird sich voraussichtlich erst, nachdem die zweite Kammer getagt haben wird, versammeln. Berlin, 7. Januar. Der Kaiser begab sich gestern mittelst der No'.dbahn über Gransee nach Liebenberg, woselbst heute und morgen auf den Besitzungen des Grafen Philipp Eulenburg große Jagden stattfinden. Morgen Nachmittag gedenkt der Monarch nach Berlin zurückzukehren. Berlin, 7. Januar. Der Beschluß des Reichsgerichts in der Geffcken'schen Sache, r-atirl vom 4. Januar, lautet: Beschluß: In der Strafsache gegen den Geheimen Justizrath Professor a. D. Dr. jur. Friedrich Heinrich Geffcken aus Hamburg wegen Landesoerraths hat der Erste Strafsenat des Reichsgerichts in seiner nichtöffentlichen Sitzung vom 4. Januar 1889 auf den Antrag des Oberreichsanwalts, in Erwägung, daß zwar nach dem Ergebnisse der Voruntersuchung hinreichende Verdachtsgründe für die Annahme vorltegen, daß der beschuldigte rc. Geffcken im September 1888 durch die in Berlin erscheinende Zeitschrift „Deutsche Rundschau", Heft 1, October 1888, in einem Artikel mit der Ueberschrift „Aus Kaiser Friedrichs Tagebuch 1870—71", insbesondere in den in der Anklageschrift des Oberreichsanwalts unter I, 1-15, II, 1—2, III, 1—2, IV, 1—5, V, VI, 1—3 hervorgebobenen Stellen, Nachrichten, beren Geheimhaltung anderen Regierungen gegenüber für das Wohl des Deutschen Reiches erforderlich war, öffentlich bekannt gemacht hat, daß jedoch für die Aufnahme des Bewußtseins des beschuldigten rc. Geffcken, daß der fragliche Artikel Nachrichten der bezeichneten Art enthalte, genügende Gründe nicht vorhanden sind, beschlossen: 1) den beschuldigten rc. Geffcken hinsichtlich der Beschuldigung des Landesoerraths ^Strafgesetzbuch § 92, Ziff. 1) außer Verfolgung zu setzen, 2) bte Haft des Beschuldigten aufzuheben, 3) die Kosten des Verfahrens der Reichskasse aufzuerlegen. Leipzig, den 4. Januar 1889. Das Reichsgericht, Erster Strafsenat. gez. Dr. Wernz. v. Geß. Belgien. Brüffel, 7. Januar. Laut „Etoile beige" hat der Besuch der gestern hier eingetroffenen Prinzessin Clementine von Coburg den Zweck, die Vermählung des Fürsten Ferdinand von Bulgarien mit der Prinzessin Henriette von Belgien zu vermitteln. (F. I.) Afrika. Suakin, 6. Januar. (Meldung des Bureau Reuter.) Ein aus Handub etn- getroffener Deserteur meldet, daß ein Bote, der aus Khartum mit Briefen des Khaltfen eingetroffen sei, ihm erklärt habe, ein egypttscher Pascha und andere Officiere, welche aus der Aequatorialprovinz gekommen seien, befänden sich als Gefangene bei dem Khalifen. Der Bote fügte hinzu, man nehme an, daß der Pascha, in dessen Begleitung kein anderer Weißer sich befand, Emin sei; derselbe werde gut behandelt. Telegraphische Depeschen. Wolffs lelegr. Correspondenz-Bureau. Coblenz, 7. Januar. Das Eisenbahnbetriebsamt theilt mit: Wegen Eisganges ist der gesammte Trajectoerkehr zwischen Bingerbrück und Rüdesheim seit heute Morgen unterbrochen. Crefeld, 7. Januar. Das Rheintraject zwischen Griethausen-Welle der Strecke Cleve Zeoenaar ist von heute ab wegen des Eisganges für den Verkehr gesperrt. Die Reisenden nach und von Holland müssen über Cleve-Nymwegen oder rechtsrheinisch über Oberhausen-Emmerich fahren. Wien, 7. Januar. Eine Deputation des russischen Regiments, dessen Oberftinhaber Kaiser Franz Josef ist, traf, wie die „Presse" meldet, unter der Führung eines Generals heute hier ein, um dem Kaiser die Glückwünsche dieses Regiments zum 40- t jährigen Jnhaberjubtläum zu überbringen. I v ™ 7- Januar. Der „Temps" bedauert, daß der republikanische Congreß ' den Präsidenten des Generalraths der Seine, Jacques, als Candidaten für die Ersatz- * wähl im Seine-Departement ausgestellt hat, empfiehlt aber gleichwohl, für Jacques und i damit gegen den' boulangistischen Cäsarismus zu stimmen. Die „Liberts" erklärt sich j gegen die Wahl Boulanger's wie gegen diejenige Jacques'. Erstere bedeute die Dikta- r tur, letztere die Anarchie. Das „Journal des D6bats" äußert sich im nämlichen Sinne i und empfiehlt Wahlenthaltung. Die Mehrzahl der republikanischen Blätter jedoch i unterstützt Jacques' Candidatur. — Präsident Carnot begab sich heute mit dem deutschen Botschafter Grafen Münster und anderen distinguirten Persönlichkeiten zur Abhaltung einer Jagd nach 1 Rambouillet. — In den Departements Herault (am Mittelmeer) und Ostpyrenäen ist : durch anhaltende starke Regengüsse und dadurch hervorgerufene Ueberschwemmungen an Jtn Häusern, Straßen, Garten und Feldern großer Schaden angerichtet.j Haag, 7. Januar. Das Befinden des König? ist seit ben letzten Tagen unverändert. Eine unmittelbare Lebensgefahr liegt nicht vor. Neapel, 7. Januar. Aus dem Krater des Vesuv steigen heute außergewöhnlich große Rauchsäulen auf. Auch machen sich darin weißglühende Massen bemerkbar, uü bis zum Fuße des südöstlichen Kegels ergießt sich ein Lavastrom. Petersburg, 7. Januar. Bei der Station Krassnopawlowska der KurSk- Azow'schen Eisenbahn in bet Nabe von Charkow wurde heute der Schlitten der Prinzessin Lieven bei der Ueberfahrt über das Geleise von einem Zuge zerschmettert. Der' Kutscher fand seinen Tob, inbem ihm beide Füße abgefahren wurden. Die Prinzessin verlor das Bewußlsein und stürzte zwischen die Schienen. Der Zug ging über dieselbe hinweg, ohne sie sonst zu verletzen. Belgrad, 7. Januar. Der König dankte dem Ministerium für die bet der Revision der Verfassung gewährte Unterstützung und für die bei Vornahme der Wahlen betätigte Unparteilichkeit. Er fügte zugleich bezüglich des von demselben eingereichten Demissionsgesuchs hinzu, dieser Schritt gereiche dem Ministerium um so mehr zur Ehre, als dasselbe nach dem parlamentarischen Brauche bis nach der Erledigung der Wahlen zur kleinen Skupschtina im Amte habe verbleiben können. Er nehme davon Akt, daß die Minifter demissionirten, ersuche dieselben jedoch, bis zur endgiltigen Ent- scheidung im Amte zu verbleiben. Lokales. Gießen, 8. Januar. Tagesordnung für die Stadiverordneten-Sitzung am Donnerstag den 10. Januar 1889, Nachmittags 4 Uhr. 1. Die Stellung der Sladtrechnung vom Jahre 1887/88. 2. Die pachtweise Benutzung der städtischen Bleichen. 3. Die Verpachtung der Wieseckböschungen. 4. Gesuch des Octroierhebers Rühr um Anbringung einer Hausthür an siiner Dienstwohnung. 5. Gesuch des Dr. Mahla in Chicago um Ueberlassung eines Begräbnißplatzes. 6. Gesuch des Gastwirths Karl Rühl in Wieseck um OctroirüaVergütung. 7. Die Verwendung von Fichtenzapfen. 8. Ausfteinung der Grenze zwischen der Stadt und dem Gütercroeditor August Zöckler. 9. Beschaffung von Räumen für die Stadtknabenschule. 10. Preise für städtische Gas- und Wasserlettungsarbeiten. 11. Die Errichtung einer Desinfectionsanftalt. 12. Die Baufluchtlinie am Asterweg. 13. Erhöhung städtischer Trottoirs in der oberen Ludwigstraße. 14. Gesuch des Emil Kalbfleisch um Erlaubniß zum Bauen am Schiffen- dergerweg. 15. Desgk. des Wilhelm Wilke am Wieseckerweg. 16. Gesuch der Hch. Dedus Wwe. um Bauerlaubniß, hier die unterirdische Wasserabführung. 17. Die Pflasterung eines Zugangs zur Dampfmolkerei. 18. Den durch den Garten des Kupferschmieds Zimmer ziehenden Fluthgraben. 19. Die Brücke in der Bleichstraße. 20. Die Erbauung eines Schlachthauses. 21. Anschaffung von Lederhelmen für die Gießener freiwillige Feuerwehr. Gießen, 8. Januar. sEisverein.) Der Eisoerein beabsichtigt nächsten Samstag, oen 12. I. M., ein Abendfefr abzuhalten. Die Eisbahn soll durch den Vollmond magisch beleuchtet werden. Die Kapelle Krautze wirb ben musikalischen Theil übernehmen. Alles Nähere wirb noch burch Anzeigen bekannt gemacht werden. Vermischtes Darmstadt, 4. Januar. sPostpersonalnachrichten.j Den Poftdirecioren Weberstedt in Darmstadt und Marizy in Mainz ist der Rang der Rothe vierter Classe beigelegt, sowie dem Ober-Postcommissarius Rosenhagen in Darmstadt der Character „Rechnungsrath" verliehen worden; der Tclegraphenamtskassirer v Albedyll in Darmstadt ist zum Telegraphendirector, der Postfecretär Rispel In Ridda zum Postmeister, der Poftassistent Goldmann in Darmstadt zum Bureauassistent ernannt worden. Versetzt wurden: dcr Postoerwalter Wagner von Altenstadt (Hessen) nach Grünberg (Hessen) unter gleichzeitiger Ernennung zum Postassistenlen, der PostassistenL Röhmer von Düren (Rheinland) nach Viernheim, der Postassistent Heß von Gießen nach Michelstadt. Friedbergs 7. Januar. Die Lühn'sche Apotheke ist um ben Preis von 120,000 Jü in die Hände des Pharrnaceuten Georgi übergegangen. — Frankfurt, 7. Januar. Heute Vormittag ertrank im hiesigen Winterhafen ein Matrose, der beim Abdrücken eines Schiffes mit dem Fahrbaum ausglitt und in's Wasser stürzte. — In der Turnhalle des hiesigen Turn- und Fechtclubs hat der Vereinsdiener dieses Clubs, Marhäus Hardt, in Der Rächt oom SamStag zum Sonntag seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. Das Motiv der unseligen That scheint darin zu suchen zu sein, daß Hardt's Ehefrau vor etniger'Zeit wegen Geistesstörung in eine Irrenanstalt gebracht werden mußte. — Der Unfug, Jack den Bauchaufschlitz er wenigstens in seinen Briefen nachzuahmen, hat sich nun auch hierher verpflanzt. Mehrere Dienstmädchen in der Ober- und Unterlinbau sind durch Briefe erschreckt worden, in denen ihnen angekündigt wird, daß sie noch in diesem Jahre ihr Leben lassen müßten. Unserer Polizei wird es hoffentlich gelingen, diesen „seltsamen Spaßvogel" zu ermitteln. Man glaubt, der Briefschreiber sei ein Mensch, der den Dienstmädchen mehrfach auf Schritt und Tritt gefolgt ist. — Im Frankfurter Ctadtwalde wurde gestern Abend von einem Riederräder Musiker dir Leiche eines erfrorenen Mannes aufgefunden. Aus seinen Papieren ergab sich, daß bet Tobte ein Schuhmacher aus Neuenhain im Kreise Homburg war. — Samstag Abend fand in der „Rosenau" zwischen Mitgliedern des htesigen Gefängniß-Vereins und Vertretern der Presse eine Besprechung statt, in welcher man eine Verständigung darüber zu erzielen hoffte, inwieweit die Presse die Namen der Verurthetlten bei Gerichtsreferaten weglassen wolle und könne. Die Anregung ging vom Gefängniß-Veretn aus, der sich der entlassenen Gefangenen, der Familien der Jnhaftirten während der Haftzeit annimmt und sich insbesondere bemüht, den aus dem Gefängniß Entlassenen eine neue Stellung zu verschaffen, sie auf bessere Bahnen zu lenken. Dabei tritt ihm allerdings die Namennennung in den Zeitungen häufig sehr erschwerend in den Weg. Auf der anderen Seite läßt sich aber auch nicht leugnen, daß mancher Mensch weniger eine achttägige Haftstrafe als die Veröffentlichung seines Namens scheut, auch dient bte Namennennung in nicht wenigen Fällen wenigstens insoweit als Warnung, als beispielsweise ein Schlachter, der einen wegen Unterschlagung bestraften Burschen in feinen Dienst nimmt, demselben nermknswerthe Geldsummen nicht anvertrauen wird. Wird ihm aber von der ersten Strafthat des Burschen nichts bekannt — und alle entlassenen Gefangenen kann der Gefängniß-Verein, der allerdings die Dienstherren über das Vorleben unterrichtet, nicht placiren — so muß er glauben, er habe einen gänzlich unbescholtenen Mann vor sich, schenkt ihm das größte Vertrauen und wird dann möglicherweise um eine große Summe geschädigt, denn alle Eist- beftraften bessern sich wahrlich nicht. Dagegen kann auch nicht geleugnet werden, daß durch Nennung des Namens eines Verurtheilten häufig nicht nur dessen ganzes Leben, sondern auch das seiner Angehörigen vernichtet worden ist. Nach langem Meinungsaustausch verständigte man sich dahin — eine bindende Zusage wurde von den Vertretern der Presse nicht gegeben — daß die Namen nur in den Fällen genannt werden sollen, in denen solches im öffentlichen Interesse oder ein gemeinschäbliches Vergeben bezw. Verbrechen — als Wucher, Kuppelei, Nahrungsmittelfälschung rc. vorliege. Die Redactionen der hiesigen Zeitungen werden von dem Ergebnitz der samstägigen Be- rathung in Kenntniß gesetzt und dann ein definitives Resultat zu entelen versucht. Sobald die Frankfurter Presse mit gutem Beispiel oorangegangen, wird Der Gesängniß- Veretn der Presse der Umgebung denselben Wunsch zu erkennen geben. Hanau, 5. Januar. Unser Landrath Graf von BiSmarck wird uns nun that- sächlich in allernächster Zeit verlassen, wer dessen Nachfolger werden wird, ist noch nicht bekannt geworden. Unser scheidender Landrath hat es verstanden, sich in Stadt und Land die Achtung und Liebe allseitig in hohem Grade zu erwerben, dies beweisen die mannigfachen Abschiedsfeierlichkeiten, welche zu Ehren des Scheidenden veranstaltet werden. So hält u. A. der „Landwirthschastliche Kreisverein" ein Abschiedsessen am 15. d. M., Nachmittags 3 Uhr, tm „Hotel zum Mesen" ab, weiter Hal sich ein Eomii4 aus dem Director der Pulverfabrik, Major Dahm, Major v. Gilsa, LandeSgerichts- präsident Koppen, Oberbürgermetfter Westerburg und Calaminus, Präsident des Hanauer Kriegeroeretns, gebildet, welches auf den 19. d. M. ein großes Festessen veranstalten wird, u. a. m. Berlin, 6. Januar. Ueber einen Doppelmord und Selbstmord, der gestern Abend von einem Schutzmanns im Norden der Stadt verübt wurde, ist dem M'ö. T." folgende Meldung zugegangen: In dem Hause Zlonskirchstraße 37, Ecke der Ehorinerstraße, hat der Schutzmann Kretschmar gestern zunächst feine beiden Kinder, ein Mädchen von 12 und einen Knaben von 5 Jahren, durch Gift um's Leben gebracht und sich dann selbst vergiftet. Gestern Abend um 11 Uhr wurde die entsetzliche That entdeckt und man fand die drei Leichen auf einem Bette liegend vor, und zwar die des Vaters in der Mitte, das Mädchen zur rechten und den Knaben zur linken Seite. Reste des Giftes, mit dem der verzweifelte Mann die That vollbracht, befanden sich noch auf einem Tische und daneben mehrere Briefe, welche Kretschmar hinterlassen hat. Ein schnell herbeigerufener Arzt vermochte nur noch festzustellen, daß der Tod bei allen drei Perwnen schon vor mehreren Stunden etngetreten war. Wie es heißt, soll Kretschmar längere Zeit krai'k gewesen sein und sich dies, sowie den vor einigen Jahren erfolgten Tod seiner Ehefrau so sehr zu Herzen genommen haben, daß er zu dem Entschluß kam, selbst Hand an sich zu legen. Seine Kinder, denen er ein zärtlicher Vater gewesen sein soll, glaubte er nicht hilflos in den Fährnissen des Lebens zurücklassen zu sollen. Nürnberg, 4. Januar. Unter ungeheuerer Betheiligung wurden heute Nachmittag auf dem Friedhöfe zu St. Leonhard die am Neujahrstage auf dem Eise des Donau-Main-Eanals verunglückten fünf Knaben in einem gemeinschaftlichen Grabe zur letzten Ruhe gebettet. An einem der Verunglückten waren die Wiederbelebungsversuche noch bis gestern Nachmittag fortgesetzt worden, da die anhaltend frische, blühende Farbe des Körpers in den Aerzten die, wenn auch nur schwache Hoffnung erweckt hatte, daß nur ein Starrkrampf vorliege. Diese Hoffnung sollte sich jedoch als trügerrsch erweisen. Stuttgart, 7. Januar. In Feuerbach wurde die Inhaberin des Gasthauses zum Schwanen, Wiktwe Gerlach, gestern Aoend ermordet und beraubt. Man fand die Leiche mitten tm Wohnzimmer in einer großen Blutlache; das Geldpult war erbrochen, des Geioes und der Werthpapiere beraubt. Der Thäter ist bis jetzt unentdeckt. (Fr. Z.) Ilniverfitäts • HhroniÜ. — Der Prioatdocent an der Universität Leipzig, Dr. Johannes Felix, ist von einer wissenschaftlichen Reise, die er im Jahre 1887 in Gemeinschaft mit Dr. Hans Lenk auS Würzburg nacy Mexiko angetreten hatte, zurückgekehrt. Handel und Verkehr. — Der preußische Handelsmlnister hat die Handelskammern unter Bezugnahme auf die über die Einführung des Terminhandels für Kaffee an der Hamburger Börse laut gewordenen Beschwerden ersucht, sich darüber gutachtlich zu äußern, ob ein Bedürfn'ß zur Einführung des Terminhandels in Kaffee an deutschen Börsen anerkannt wird, welche Vorrhetle oder Nachthetle die Einführung gehabt Hai, insbesondere auch für den Loco-Kaffeehandel. Gießen, 8. Januar. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, pr. Pfd. v4t 0,80—0,85, Hühnereier, 1 St. 7— H, 2 St.--H, Enteneier 0— Gänse- eier 00—00 H, Käse pr. St. 5—9 Kasematte pr. St 3 Erbsen pr. Liter 19 4, Linsen pr. Liter 25 H, Tauben pr. Paar JL 0,80—1,00, Hühner pr. St. JL 1,00—1,20, Hahnen pr. St. 1,30—1,50, Enten pr. St. JL 1,70—2,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 60—68 Kuh- und Rindfleisch 45—54 H, Schweinefleisch 50—60 Hammelfleisch 54—64 Kalbfleisch 50— Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 5,50—6,00, Zwiebeln per Centner Jt 6,00—7,00, Milch pr. Liter 12—18 Weißkraut pr. St. 4—8 Gänse per Pfd 44—52 Frankfurt, 7. Januar. (Getreidemarkt). Weizen hiesiger JL 19,25—19,50, fremder JL 21,00—22,00, Roagen hiesiger Jt 16,00—16,25, fremder JL 00,00—00,00, Gerste, Brauerwaare Jt 16,00—lb„25 do. zu Mahlzwecken JL 00,00, Hafer hiesiger JL 15,00-15,25, fremder JL 00,00-00,00. Frankfurt, 7. Januar. (Viehmarkt). Angetrieben waren 410 Ochsen, 21 Bullen, 431 Kühe, Stiere und Rinder, 406 Kälber, 136 Hammel, 385 Schweine. Die Preise stellten sich pro 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 62—64, 2. Qual. JL 56—58, Bullen 1. Qual. JL 39—41, 2. Qual JL 37—38, Kühe, Stiere und Rinder 1 Qual- 52—54, 2. Qual. JL 42—46, Kälber 1. Qual- pro Pfund Schlachtgewicht 60—62 H, 2. Qual- 50—54 H, Hammel 1. Qual. 56—58 /5>, 2. Qual. 40—42 H, Schweine 1. Qual. 52—53 H, 2. Qual. 50—51 — In Folge geschehener Vermessung der Schüler'schen Liegenschaft am Neuenweger Thor hat sich ergeben, daß dieselbe vier Bauplätze an der Neuenweger Straße und weiter fünf kleinere Bauplätze längs der Hormann'schen Besitzung enthält. Jedem Bauplatz ist ein entfpcechender Gartenantheil zugerechuct. Das vorhandene Wohnhaus mit seinen großen gewölbten Kelttrn und den geräumigen Nebengebäuden bleibt dabei als besondere Paicelle in schöner Abrundung bestehen. Kaufliebhabern steht die Einsicht des Theilungsplans bei dem Eigenlhümer offen. 290 Wöchentliche Aeberstcht öer Todesfälle in der Statt Gießen 1. Woche. Vom 30. December 1888 bis 5. Januar 1889. Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsztffer: 21,9 %o. Kinder Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im 1. Lebensjahr: vom 2.-15. Jahr: Lungenerweiterung 1 1 — Organischer Herzkrankheit 1 1 — — Lungenschwindsucht 1 (1) 1 (1) — — Scrophelsucht 1 (1) 1 (1) — — Kindbetlfieber 1 1 — _ Atrophie 1 — 1 __ Krämpfen 1 — 1 _ Gehirntuberkulose 1 — — 1 Summa: 8 (2) 5 (2) 2 1 Eissubabn-HvlzfchwelleN J Verkauf. Bekanntmachung. ' Donnerstag den 10. Ja- • nuar 1889, Vormittags 8V2 Uhr, . am Bahnübergänge des hiesigen Bahnhofs beginn end, kommen circa 1200 Stück ! alte ansrangirte Bahn- und Weichen- ! schwellen und 4 cbm altes Brennholz \ an den Meistbietenden zum Verkauf, ; Gießen, den 9. Januar 1889. 284] Königliche Bahnmeisterei 14. i Holzverkauf. Montag den 14. d. M., von 9 Uhr * ab, wird im hiesigen Gemeindehause aus ! dem Gemeindewalde Krofdorf-Gleiberg, i Distr Seiles 10a, Seiles 19 und Juden- i kirckhof 10c verkauft: 1 1) Stammholzr a) Eichenr 1 St. H. Kl ' mit 1,25 Festm.; b) Buchen: 6 Stück ! 2, 3. Kl- mit 7,58 Festm.: o) Fichtenr \ 10 St. 3., 4. Kl. mit 2,42 Festm. 2) Stangen: Fichtenr 200 St. 1., 2., 3. Kl. mit 9,75 Festm. 3) Brennholz r a) Buchen:rw 369 Scht, 3c6 Kpl., 176 Stöcke, 2090 Reiser; b) Eichen r 29 rm Reiser; c) Fichten: rm 5 Kpl., 1 Stock, 33 Reiser; 6) Aspen- ' scheit r 1 rm. Gute Abfahrt. Gegen Bürgschaft Kredit bis October c. Krofdorf, den 6. Januar 1889 287 Das Bürgermeisteramt. Donnerstag den 10. d. M., Nachmittags 2 Uhr, in der früher Bramm'schen Hofraithe datier, sollen gegen gleich baare Zahlung öffentlich versteigert werden: a’ zwangsweise: 1 Flügel, 2 Betten, 1 Ladenschrank, 2 Büffets, 2 Schreibtische, 2 Sophas, 4 Sessel, 2 Commoden, 2 Kleider-, 2 KüchenschrLnke, Wirthstische, eine Anzahl neue garnirtt Damen- hüte, endlich 1 Pferd; b) freiwillig auf Anstehen de« Vormundes des minorennen Heinr. Müller dahier, aus dem Nachlasse der Mutter des Letzteren: gute Flauenkleidungsstücke und Weißzeug, sowie Küchengeräthe. Versteigerung b) ganz, jene pos. a) theil- weise beftimmt Gießen, den 7. Januar 1889. .,Qn «ngel, Gr. Gerichtsvollzieher. Allgemeiner Aufforderung. Alle Diejenigen, welche für das . Jahr 1888 noch irgend eine Forde- ' rung an die unterzeichnete Kantinen- Verwaltung zu stellen haben, werden ersucht, dies bis spätestens den IS. Januar 1889 schriftlich bei derselben anzuzeigen. Kantinen-Verwaltung ■ des Füsilier - Bataillons Infanterie- ; Regiments Nr. 116. 212 I Brennholz Versteigerung. Im Licher Gemeindewald, Schutzbezirk Hinterwald, in den Districten Untererspeierlingskopf und Kreppet- Wäldchen, sollen künftigen Donnerstag den IO. L M., folgende Brennholzsortimente öffentlich meistbietend versteigert werden, als: 12 Raummeter Buchen-Scheiter, 263 „ Buchen-, Eichen-, Birken- und Aspen-Knüppel, 8927 Buchen-, Eichen-, Fichten-, Weichholz- und Ausjätungs-Wellen, 171 Raummeter Buchen-, Eichen-, Radel- und Weichholzstöcke. Die Zusammenkunft ist bei dem Pflanzgarten in der Schweinstallsheege und der Anfang bei dem Untererspeierlingskopf an dem Pflanzgarten Vormittags Va10 Uhr Lich, den 7. Januar 1889. Großh. Bürgermeisterei Lich. Walz. 254 Mittwoch dm 9. Januar, Nackrnittags 2 Uhr, werden in der Flett'schen Hofraithe gegen Baarzahlung versteigert: Sophas, Kommoden, Kleiderschränke, Glasschränke, Tische, Bilder, Uhren, 1 Nähmaschine, 2 vollst. Betten, 1 Hobelbar k, 1 Stoßkarren, 2 Pferde, 2 Kübe, 2 Wagen, 3 Wirthstische, 1 Buffet u. a. Geitzler, 264 Gerichtsvollzieher. 297 Eine goldene Damenuhr auf dem Lindenplatz gefunden. Abzuholen Neuen Bäue 6. Anzeiger. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kennt- niß gebracht, daß bei der Spar- und Leihkaffe Gießen im Monat Januar folgende Geschäftstage festgesetzt worden sind: Mittwoch den 9 Januar 1889, Donnerstag „ 10. Samstag „ 12. „ Die Beischreibung bczw. Empfangnahme der Zinsen von Capitaleinlagen pro 1888 kann an diesen Tagen erfolgen, zu welchem Zwecke die Schuldscheine vorzulegen sind- Die Großh Bürgermeistereien des Spar- kassebezirks werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung auf ortsübliche Weise zur Kenntniß der Ortseinwohner bringen zu lassen. Gießen, den 26. November 1888. Der Rechnender Spar- u. Leihkasse Gießen Doering. Holverkauf aus dem Gemeinde - Walde von Wißmar. Mittwoch den 16. Januar c., von 9 Uhr ab, im Locale des Wirths La uz m Wißmar. — Das Holz lagert in Distr. Asselbach * 1g/17, Kuhbachsdall 20b, Stumpf 25c, Breitrod 22b und Maulsbach 10, besteht in: 1) Stammholz: ») Eichen: 57 St. % Kl. mit 16,07 Festm.; b) Buchen: 7 St. 2., 3., 4. Kl. mit 5,45 Festm.; c) Fichten: 180 St. 3., 4. Kl- mit 42,25 Festm. 2) Stangen: Fichten: 275 St. 1. Kl. mit 24,75 Festm-, 490 St. 2 Kl. mit 29,40 Festm, 340 St. 3. Kl- mit 10,20 Festm- 3) Nutzholz: Eichenrundholz: 51 rm, 2 und 3 m lang, 4) Brennholz: a) Buchen: rm 312 Scht., 111 Kpl, 66,5 Stöcke, 691 Reiser; b) Eichen: rm 12 Scht, 127 Kpl, 25 Sicke-, 161 Reiser; c) Fichten: rm 2 Schtkpl., 234 Reiser. Krofdorf, den 6. Januar 1889. 286 Das Bürgermeisteramt- Freitag den 11. Januar, Nachmittags 2 Uhr, soll die der Neuenweger Schäferei- Gesellschaft gehörige Schäferhütte nebst Horden in meiner Hofraithe, Hammstraße Nr. 5, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 7. Januar 1889. 272 Hart Euler. 295] Täglich frische Milch bei Äarl Guter, Hammstraße 5. Holzversteigermg im Dettenhausener Mark- und Gemeindewald. Freitapl den 11. Ja* u, r, von Vormittags 10 Uh, an, soll im Vorder- und Buchwolo nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 240 Kiefern von 17—49 C.üfm. Durchm. mit 125 Festm, 5 Fichten mit 6 Festm., 51 Rmtr Nadel - Knüppel, theff s 3 bis 4 Centm. lang, 44 Rmtr. Nadel-Stöcke und 200 Rmtr. Nadel-Reisholz. Die Zusammenkunft ist im Ort. Bei nicht annehmbarem Steiggebot soll das Stammholz im Ganzen abgegeben werden und sind Angebote bis den 13. Januar bei Großh. Bürgermeisterei Bettenhausen einzureichen. Bemerkt wird noch, daß das Holz nur 5 Minuten von der Kreisstraße lagert und schönes Schnittholz dabei ist. Bettenhausen, am 4. Januar 1889. Großh. Bürgermeisterei Bettenhausen. Ruckel. 250 Mlgeöotenes. Veilchen-Seife Rosen -Sei fe in vorzüglicher Qualität empfiehlt ä Packet (3 Stück) 40 Pf. 17 Georg Petri Wwe. Empfehle: eine der vorzüglichsten Antbracit- kohlen gewasch. Nußkohlen I u. II, Steinkohlen BriquetS, ? welche ganz rein aufbrennen, Heffen- ' brücker Braunkohlen, Tannenholz im Meter und kleingemacht, BriguetS von der Grube Friedrich von öO Ctr. an zum Zechenpreis. Gg. Unverzagt, 14__KaplanSgasse 5. 234] Ein leichtes achtjähriges Pferd, ; lammfromm und zugfest, sowie ein Halb- ’ verdeck äußerst billigst zu verkaufen, i Näheres Schloßgasse 9, parterre. Wasserleitung. Unter Bezugnahme auf § 10 der Bedingungen für den Bezug von Wasser au» ver städtischen Wasserleitung werden hiermit die betreffenden Hausbesitzer dringend ersucht, dafür Sorge tragen zu wollen, dost die Wassermesser für unsere mit deren Untersuchung und Aufnahme betrauten Beamten f derzeit leicht und ohne Zeitverlust zugänglich sind. — Unsere Leute sind nicht verpflichtet, sich den Zutritt erst durch Wegschaffung von Kohlen, Holz und dergleichen möglich zu machen. Gießen, am 4. Januar 1889. Städtisches Gas« und Wafferwerk Gießen. 211 Otto Bergen Mobiliar-Versteigerung. Mittwoch den 9. und Donnerstag den 10. Januar c., Nachm. von 2 Uhr an, wird der Nachlaß des Herrn Louis Lenz im Saale des Le uz'scheu Felsenkellers, Liebigstraße Nr. 5, versteigert. Es kommen zum Ausgebot: 1 elegante Plüscbgarnitur, bestehend in Sopha, 2 Sesseln und 6 Stühlen; 1 ovaler Tisch, t großer Teppich, 1 Bert kow, Glasschrank, Schreibtisch, Salonspiegel, ca. 3 m hoch, Bilder Nippsachen und silbernes Tafelgeräthe, Kommoden, Tische, Stühle, Betten, Waschtische und Nachttische, Gardinen, Vorhänge, Weißzeug, Kleiderschränke, Herrenkleider, 2 Champagnerkühler, 1 Eismaschine mit 12 Gläsern, drei große Waschbütten, Flaschen und anderes Hausgeräthe. Am Auftrage der Vormundschaft: Louis Kothenberger, 126_______________________________*_________Gerichtstaxator._________________ I. Stuttgarter Serienloosgesellschaft. Im abgelaufenen Rechnungsjahr hat sich der Mitgliederstand um 1000 Personen Vermehrt. Die Gesellschaft beschafft für ihre Mitglieder nur solche DtaatSanlehenSloose, welche in der Serie schon gezogen sind und daher in der PrSmienziehung unbedingt gewinnen müssen. Jeden Monat findet planmäßig eine Prämienziehung statt Jahresbeitrag: 42 JC, vierteljährlich: 10 «X 50 X monatlich: 3 50 $ Statuten versende auf Verl gratis und franco. 289 IT« J. Stegmeyer, Stuttgart. Aufruf an die Steinhauer von Beuern und Umgegend. Zur Gründung eines Vereins werden Alle auf Sonntag den 13. d. M, Nachmittags 2 Uhr, in das Gasthaus von K. Ranft in Beuern eingeladen. 293 Mehrere Steinhauer. Täglich frische Kreppet« empfiehlt 223 Karl Germann, am Kreuz. sowie VI Drogenhandlung 2 | nßß OttoSchaaf, ■ Seltersweg 39. Pferdefett, das allerbeste Lederfett, Wagenschmiere empfiehlt 162 JKesuler, Roßmetzger. 301] Die noch vorräthigen § Wintermäntel, g sowie O Jaquettes verkaufe zu bedeutend reducirtenO Preisen- 9 Wilhelm Attig, i 301 9 Seltersweg 9. 9 Mrmtetyungen. 285 Die von Herrn Staatsanwalt Theobald bewohnten 3 Zimmer (Beletage) sind zum 1. April zu vermiethen. — Auch wird kv. die ganze Wohnung, sechs Zimmer nebst allem Zubehör und Wasserleitung, vermiethet — Die seither von H?rrn Dr. Krüger bewohnten 2 Zimmer (parterre) find sofort zu vermiethen. Näheres Ludwigstraße52. Schlotzgaffe 17 ist ein FarnilienlogiS von drei Zimmern auf 1. Februar zu ; vermiethen. 172 ! 279 Zwei Logis im 1. und 2. Stock, je 5 Zimmer mit Zubehör und Wasserleitung, zu vermiethen bei Louis Hellmold, Schillerstraße 15. 283] Logis im 1. Stock, 4—5 Zimmer, und Mansardenlogis von 3 Zimmern mit allem Zubehör, sowie großem Gartcnanthetl zu vermiethen Marburgerstraße 29. 298 Ein größeres Logis im 3- Stock, nebst Wasserleitung und allem Zubehör, in meinem Hause, Bahnhofstraße 58, per Anfang März zu vermiethen- PH. Strack. 300] Logis von 3—4 Zimmern mit Zu behör zu verm Wallthorstraße 36_ 175 Ein schönes Logis zu vermiethen. P. Jmmel, Neuen Bäue 17 I. 35 Ein HäuSchen zum Älletn- bewohnen und ein Mansardenlogis im Vorderhaus ist sofort zu vermiethen. Rodheimerstraße 40 200 Ein kleines Logis sofort zu ver- miethen- Kaplansgasse 18. 111 Zwei Zimmer mit Mche zu ver- miethen. Kinkel, Rittergasse 19. 44] Kleine freundliche Wohnung, ganz neu hergerichtet, nur an einzelne Person oder kinderlose Leute zu vermiethen __________Wallthorstraße 32. 28] Möblirtes Zimmer zu vermiethen ______Ostanlage t Wiesenstraße 1 )_III. 60 Ein schön möblirtes Zimmer zu vermiethen. Ludwigstr. 34 I. 142J Größere und kleine m361. Zimmer zu vermiethen in Gtetn'S Garten. 164 Ein freundlich möblirtes Zimmer auf sofort zu vermiethen- K. HaaS, Wallthorstraße 31. 280] Einfach möbl. Zimmer zu ver- miethen. Bahnhofstraße 56. 165] GeschäftSloealmit Nebenräumen und Wohnung, gut gelegen, geräumig, billig. Näh, beim Hausbes. Kirchenpl. 11. 30] Laden nebst Wohnung zu ver- miethen- Marktstraße 16 II. 296 Ein heizbares unmöbltrtes Zimmer zu vermiethen. Grünbergerftraße,34. 5707] Freundlich möbl. Zimmer sofort zu vermiethen: Liebigstraße 41, neben der Holzhandlung des Herrn S. Katzenstein. 9r. Appel Wwe. Kriegerverein Gießen. Samstag den 12. Jan., Abends 8 Uhr, Stiftungsfest 288 mit Theater, Coneert und Tanz im Lei buchen Saale- Nur Mitglieder mit Familir und eingeladene Gäste haben Zutritt. Vereinsabzeichen sind anzulegen. Der Vorstand. IV» Vortrag des Herrn K. Voigt, Prediger der freireligiösen Gemeinde in Offenbach a. M. über: „Das Leben Jesu** Donnerstag den 10. Januar 1889, Abends 8V- Uhr im Saale des Hotel „Prinz Karl". Thema: Oeffentliche Lehrthätipkeit Jesu in Galiläa. Einzelbillets für diesin Vortrag sind an der Kaffe ä 30 Pfg. zu haben. Der Zutritt zur Gallerie ist frei. 56 Gesellschaft „Heiterkeit“. Mittwoch den 9. Januar 1889. Abend» >/a9 Uhr: Generalversammlung. 281 Der Vorstand. an die Exped d Bl- erbeten. 278 Ein 8tud. jhil. ertheilt gegen mäßiges Honorar Nachhülfe resp. Ueberwachung der Aufgabe«. Offerten unter E. w. 233] Kleines Logis — 2—3 Zimmer, Küche und Zubehör — von ruhigen Leuten zu mlethen gesucht. Off, unter O. bet, die Exped. d. Bl- Danksagunq. Für die großen Beweise herzlicher Theilnohme, die reichen Blumenspenden, den von Herrn Lehrer Katzenbach geführten Gesang der Mitschülerinnen und insbesondere den warmen trostreichen Worten des Herrn Decan Wahl am Grabe unseres lieben LouiSchen sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Wieseck, den 7. Januar 1889. Karl Dorfeld und Familie. 294 277] Freie Wohnung kann ein Real- ' gymnasialschüler der oberen Elasten gegen ’ Ueberwachung und Nachhülfe der häuslichen Arbeiten eines jüngeren Schülers erhalten. Näheres in der Exped. d. Bl__________ Wer nimmt in 14 Tagen Antheil an einem Waggon Steinkohlen zum Selbstkostenpreis 1 Offerten unter M. N. an die Expedition ds. Bl. erbeten.282 292 Einen tüchtigen Bauschlosser sucht C. Hohmeier, Schlosser« meister, Sonnenstratze 11. 153 Ein bi aves Dienstmädchen, mit guten Zeugnissen, wird auf 1. Februar gesucht. Schillerstraße 16 1» ««■■■■■■■■■■■■■Ml I 1’iMhio’s, s,.'™" ff GlavierMmmen u Reparaturen Ä werden solid und billigst ausgefützrt. 8 3135 G. D. Gebauer, Settersweg 67. Das Nachsehen deS Fleisches geschieht des Morgens bis 9 Uhr, Nachmittags von S Uhr ab. David Jacob, 291_________Schächter.________ 302 Ein sowohl in Verwaltungs- als auch in sonstigen Bureau-Arbeiten gleich erfahrener und gut empfohlener Mann gesetzten Alters sucht Beschäftigung. Gef. Offerten durch die Exped. d. Bl- ! In Lollar wird zum 1. Februar für einen feineren Haushalt (kleine Familie) ein gutes Mädchen für HauS und Küche gesucht. Gef. Offerten in der Exped. d. Bl. j abzugeben. 199 I 132] Unterzeichnete empfiehlt sich im AuS- und Ankleiden der Todten. Achtungsvoll Frau Dürr, Wallthorstraße 13, bet Metzger Hoffmann. liir jährlich vielen 1 Muk schwächt füMeit. junge Perit-nen, hnheiten sich ge- h Jeder, trr an lngsbeschwerde«, chtigr Belehning Coursbericht. von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vorn 8. Januar 1889. Schlußcourse 1 Uhr 15 Min. 4«/0 Retchsanleihe 109 00 Bi/,0/0 do. 103.50 4% Preuß. Consols 108.15 3