Nr. 284. Dienstag den 8. October 1889. tz-iehener Amts- und Anzeigtblatt für den Kreis Gießen. . Vrrreaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-. Amtlicher Hßeil. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn, Durch die Post bezogm vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Betreffend: Die Versicherung der Gebäude gegen Feuersgefahr. Gießen, den 5. Octsber 1889. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an dt« Srotzherzoglich«« Bürg-rm-lftsreie« des Artif«*. Wir fordern Sie unter Bezugnahme auf Art. 11 des Gesetzes vom 6. Juni 1853 (Reg.-Bl. S. 453) hierdurch auf, das Brandkataster Ihrer Gemeinden mit dem Gemeinderath zu durchgehen und insoweit sich hierzu Anlaß bietet, die Gebäudebesitzer unter Hinweisung auf Artikel 178 des Polizeistrafgesetzes zur Stellung von Anträgen auf Versicherung neuer Gebäude oder auf Erhöhung oder Herabminderung der Versicherungsanschläge solcher Gebäude, welche in ihren Hauptdimensionen wesentlich erweitert oder verringert worden sind, zu veranlassen, auch diesen Anträgen entsprechend das gesetzliche Verfahren einzuleiten und uns die entstehenden Verhandlungen demnächst vorzulegen. Ueber das Ergebmß jener Durchgehung wollen Sie alsbald und ohne die Erledigung des Declarationsverfahrens abzuwarten, berichten, dabei aber zugleich angeben, inwieweit die Gebäudeeigenthümer Ihrer Aufforderung zur Stellung von Versicherungsanträgen Folge geleistet haben. ______________________________________________v Gagern.___ Bekanntmachung. Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß für den Kreis Gießen 1) der Vorstand der Speditions-, Speicheret- und Kellerei-Berufsgenossenschast den Herrn August Schlessinger von Gießen zum Vertrauensmann und den Herrn Wilhelm Wallenfels daselbst zu dessen Stellvertreter, 2) der Vorstand der Tabak-Berufsgenoffenschaft den Herrn Louis Emmelius in Firma Karl Emmelius in Gießen zum Vertrauensmann und den Herrn Louis Wallenfels in Firma Fr. Bender u. Co daselbst zu dessen Stellvertreter, 3) der Vorstand der Berussgenoffenschast der chemischen Industrie den Herrn G. Throm in Gießen zum Vertrauensmann und den Herrn Theodor Münch in Firma Trapp und Münch zu Friedberg zu dessen Stellvertreter, 4) der Vorstand der Südwestdeutschen HolzberusSgenossenschast den Herrn Christian Reiber in Firma Wilh. Reiber in Gießen zum Vertrauens» mann und die Herren Ph. Sondermann in Alsfeld und W. Grandhomme in Schotten zu dessen Stellvertreter ernannt hat. Gießen, am 1. October 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen. __v. Gagern._________________________________________________________ Statut, § i. Alle zur Verwiegung gebrachten Gegenstände müssen durch einen verpflichteten Wiegmeister gewogen werden. Außer dem Wiegmeister oder dessen Stellvertreter hat Niemand das Recht auf der Waage zu wiegen. § 2. Der Wiegmeister oder dessen Stellvertreter haben der ihnen zugehenden Aufforderung zum Wiegen alsbald Folge zu leisten. Die Aufforderung hat von den Betheiligten (Käufer oder Verkäufer) direct an den Wiegmeister zu geschehen. Wenn der Wiegmeister der Aufforderung nicht entspricht, so ist sich an die Großh Bürgermeisterei zu wenden, welche denselben zum Wiegen anhalten und nöthigensalls Großh. Kreisamt Anzeige erstatten wird. § 3. Der Wiegmeister oder dessen Stellvertreter haben über die von ihnen besorgten Geschäfte ein Tagebuch zu führen, in welchem unter fortlä«fenden Ordnungs-Nummern anzugeben sind: a) der Ort des Wieggefchäfts, b) der Name des Verkäufers, c) Datum der Verwiegung, d) die Art der gewogenen Gegenstände, e) das Gewicht der einzelnen Gegenstände, f) der Betrag der erhobenen Wieggebühren. § 4. Der Wiegmeister hat dem Käufer oder Verkäufer einen dem Eintrag ins Tagebuch gleichlautenden Wiegschein auszustellen, aus dem sowohl das Gesammt- gewicht der einzelnen verwogenen Gegenstände als auch der erhobene Gebührenbetrag zu ersehen ist. Gießen, am 4. October 1889. ' § 6. Sogleich nach stattgefundener Wiegung sind die vorbemerkten Wieggebühren, ohne besondere Vergütung, an den Wiegmeister oder dessen Stellvertreter auszubezahlen. Dieselben erhalten für ihre Bemühungen entsprechende Vergütung aus der Gememdekasse- § 7. Am Schlüsse jeden Halbjahres und zwar Ende September und Ende März hat der Wiegmeister im Tagebuch sowohl das Gewicht der gewogenen Gegenstände, als auch den erhobenen Gebührenbetrag zu summiren, das Tagebuch abzuschließen und dem Ortsvorftand zur Einsicht vorzulegen. Der Bürgermeister fertigt aus dem vorgelegten Tagebuch eine Einnahme-Anweisung in runder Summe, deren Richtigkeit durch den Ortsvorstand zu bescheinigen ist; worauf die erhobenen Wieggebühren dem Gemeinde-Einnehmer in Einnahme decretirt und von dem Wiegmeister ausbezahlt werden. §• 8. Der Wiegmeister und dessen Stellvertreter werden von dem Ortsvorstand auf Widerruf ernannt und von dem Kreisamt verpflichtet und unterliegen als Gemeindebeamten den für solche geltenden Disciplinarvorschriften. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. die Benützung der Gememde-Uiehwaage ?u Ettingshausen betreffend. Mit Genehmigung Grobherzoglichen Ministeriums des Innern und der Jusnz vom 28. September l. I. zu Nr. M. I. 24779 und unter Zustimmung des Kreisausschuffes des Kreises Gießen wird wegen Benützung der Gemeinde-Viehwaage zu Ettingshausen bestimmt: Gebührentarif. § 5. An Wieggebühren sollen erhoben werden: A. Von hiesigen Einwohnern: I. Von jedem Stück Vieh oder Gegenstand bis zu 100 Kilo 10 H »- ii H h » ii ii über 100 „ aufwärts........20 „ B. Von Ortsfremden: I. Von jedem Stück Vieh oder Gegenstand bis zu 100 Kilo 15 H H- n H ti h H ii über 100 „ aufwärts....... 30 „ Bekanntmachung. Herr Landwirthschastslehrer Leit Higer von Alsfeld wird Sonntag den 13. Oetober d. I., Nachmittag- 3 Uhr, in dem Saale des Herrn Konrad Weil III. zu Lang-Göns einen Vortrag über Samenwechsel, Saatgutzucht und Saatmethode halten. Alle Mitglieder des landwirthschaftlichen Vereins und Kränzchens und alle Freunde der Landwirthschast werden zu dieser Versammlung hierdurch ergebenst eingeladen. Die Herren Bürgermeister zu Lang-Göns und deren benachbarte Orte werden hierdurch ersucht, auf recht zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken. Gießen, den 5. October 1889. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Jost, Regierun^rath. Politische Rundschau Gießen, 7. October. Das letzthin im Anschlüsse an die amtliche Kundgabe betreffs des Wtederzusammen- trittes des Reichstages von osfictöser Seite veröffentlichte Arbeitsprogramm der kommenden ReichStagSsesfion ist inzwischen noch um eine Nummer vermehrt worden. Wie die „Post" meldet, wird dem Reichstage auch eine Vorlage über die Errichtung einer aus Retchsmttteln unterstützten Dampferlinie nach Ost-Afrika zugehen und hat man demnach regierungsseitig den bisherigen Widerstand gegen diesen von den Freunden der deutschen Colontalpolitik schon längst angeregten Plan aufgegeben. Ob die Reichsregterung sich zu der ostafrikanischen Dampfer-Vorlage mehr aus politischen oder mehr aus wirthschaftlichen Gründen entschlossen hat, wird man ja bet Einbringung des Entwurfes erfahren, aber das Eine läßt sich schon jetzt sagen, daß die Behauptung des deutsch-ostafrikanischen Gebietes durch eine dasselbe mit dem Mutterlande verbindende directe'Dampferlinie wesentlich erleichtert werden wird. Kaum ein Tag vergeht jetzt, der nicht die Kunde von einem Eisenbahnunglück brachte. Das jüngste Glied in dieser traurigen Kette bildet die Nachricht von dem Eisenbahnunglück bet Liffa in Posen, bei welchem durch Zusammenstoß zweier Züge vier Beamte des Zugpersonals getödtet wurden, während unter den Reisenden zahlreiche Verletzungen vorkamen. Heber die Ursache des Zusammenstoßes dürfte die sofort eingeleitete Untersuchung inzwischen Aufklärung gegeben haben. Was das vorangegangene noch größere Eisenbahnunglück bei Stuttgart anbelangt, so ist weder die dienstliche noch die gerichtliche Untersuchung hierüber bereits abgeschlossen, doch steht soviel schon fest, daß die Hauptschuld an dem Zusammenstoß bei Station Wildpark die Nichtbeachtung einer Signaloorschrtft seitens eines Wärters trägt, während außerdem hierbei auch telegraphische Mißverständnisse einiger Bahnbeamten anscheinend etngewirkt haben. Der Ministerpräsident v. Mittnacht besichtigte am Donnerstag in Begleitung mehrerer höheren Beamten die Unglücksstätte und reiste alsdann nach Friedrichshafen, um dem König Karl über die Ursache der Katastrophe und über das Befinden der hierbei verletzten Personen Bericht zu erstatten. Der König ließ mehreren derselben seine Theilnahme und seine Wünsche auf baldige Wiederherstellung telegraphisch aussprechen. Das englische Canalgeschwader weilt seit voriger Woche in den dänischen Gewässern und wurde am Freitag das Admiralsschiff in Helsingör durch den Besuch der dänischen Königsfamilie und ihrer fürstlichen Gäste ausgezeichnet. Die allerhöchsten Herrschaften frühstückten an Bord des Schiffes. Am Freitag Abend veranstaltete der dänische Sec-Offiziersoerein zu Ehren der britischen Osfiziere ein Ballfest in Kopenhagen, welches einen glänzenden Verlauf nahm. Das englische Geschwader wird von Dänemark aus auch Kiel besuchen. — Der Prinz von Wales wird mit seiner Familie am 14. October Kopenhagen verlassen und nach Athen zur Theilnahme an den Hochzeitsfeterlrchketten an dortigem Hofe abreisen. Der officiöse Telegraph fügt dieser Meldung die fernere Mittheilung hinzu, daß der König von Dänemark und wahrscheinlich auch die Königin die englischen Herrschaften begleiten werden und dies gestattet den Schluß, daß zu dem angegebenen Zeitpunkte auch der Czar den dänischen Hof verlassen wird. In Frankreich haben am Sonntag die Stichwahlen zur Deputtrtenkammer stattgefunden und deren Ergebnisse werden zur Stunde im Großen und Ganzen wohl schon vorliegen. In nicht weniger als 180 Wahlkreisen waren engere Entscheidungen vorzunehmen und vervollständigen demnach erst die Ergebnisse des 6. October das Bild der diesmaligen Kammerwahlen in Frankreich. Die Republikaner rechneten bei den Stichwahlen auf mindestens 120 bis 130 Mandate, wozu sie auch nach Lage der Verhältnisse berechtigt waren und es würde demnach auch die neue französische Volksvertretung eine republikanische Mehrheit aufweisen. Nach dem in Frankreich Üblichen Brauch gedenkt das Ministerium Tirard bald nach dem Zusammentritte des jetzt gewählten Parlaments seine Enttassung einzureichen und bezeichnet man allseitig Herrn Constans, den' bisherigen Minister des Innern, als den künftigen Ministerpräsidenten In London sind neue Briefe von Stanley eingegangen, in denen Stanley dem Vernehmen nach mittheilt, daß er Emin Pascha für die britischen Interessen gewonnen habe. Emin gedenkt nach diesen Mitthetlungen auf seinem Posten zu verbleiben, während Stanley, wie es schon früher hieß, gegen Ende October in Mombassa an der ostafrikanischen Küste einzutreffen gedenkt. Emin wie Stanley erfreuen sich vollständigen Wohlbefindens. In London droht ein Ausstand der Pferdebahn-Bediensteten, welche eine Herabsetzung der Arbeitszeit fordern. - Bei Manchester fand ein Eisenbahnzusammenstotz statt, bei welchem 3 Personen getödtet und viele verwundet wurden darunter 12 schwer. Die Insel Carmen im Golf von Mexiko wurde von einem Wirbelsturme heimgesucht. Die Zahl der hierbei gescheiterten Schiffe wird auf 27, bieder zerstörten Häuser auf 125 angegeben; der Verlust an Menschenleben ist noch nicht bekannt. , Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Correspondenz-Burean. Stober. Das hiesige Eisenbahn-Betriebsamt gibt bekannt, baß der worbet stt, Naumburg und Artern heute Vormittag 11 Uhr wieder ausgenommen Paris, 6. October. Die Betheiligung an den Stichwahlen war eine Mr mM- retdje, vollzog sich aber in vollständiger Ordnung und Ruhe, ohne jeden Zwischenfall ' ~ 6- October. Wie die , Agence de Belgrad" meldet, ist die Angelegen- heit wegen der Begegnung der Königin Natalie und des Königs Alexander noch nirät Ä & R-g'-rnng verharrt andauernd ÄÄtaÄfS »"Möglich, daß die Frage bei Eröffnung der Skupschtina noch schwebt Fn diesem Falle dürfte, wie allseitig für sicher angenommen wird in her ein Antrag ^hufs Regelung des Verhältnisses zwischen dem Könige Alexander und K555 $orUt?er ^Üellt werden und allem Anscheine nach werde sich die Regierung einem solchen Anträge gegenüber nicht ablehnend verhalten. Regierung einem “ Die von der „Correspondance de l'Est" gemeldete angebliche •» - -w« SÄ»«-» SÄtÄÄi1 *" «*«Ä-i a x ?.* October. Von den Stichwahlen sind 170 Resultate bekannt hnnnn fielen 122 auf die Republikaner oder Radikale, 48 auf die Oppositionellen. Außer den Kolonien stehen noch fünfzehn Wahlresultate aus. ^wmuioneuen. nutzer den England. ZMZSNWWM- Griechenland. fBIHSlHB Ä S? Studenten ahne weiteren Zwischenfall z°um AEnänd»! Ä 6lt M°--°ufM°gs-N°v°ll° wurden besonderen Schweiz. uam ÄÄ 0 intern ®„nra"e'-5,m w=Är SertreUr' ■“ «t ^ttoque »allen und b r N'iaen Z.7L rath Droz, mit der Mahnung eröffnet, eine allmäliae i» r«M.» ubcn' Bundes- der internationalen Konvention zu erstreben der $C 28cttcrentrot(flung Programm festgestelll. Sür hing vorn Bundesrath zum Diner eingeladen. ^yeunehmer an der Versamm- Loyale-. c. ~ /' October. Der „Kaufmännische Verein" beging am Samstaa die Feier seines 16fahrigen Stiftungsfestes in seiner, die Richtung des Vereins bcieick^ früher an dieser Stelle erwähnten gemüthlichen Weise. Wenn der Verein' als obersten Grundsatz seines Wirkens, die Belehrung seiner Mitgliederdurck^orN und seine bedeutende Bibliothek pflegt, so trägt er auch den Wünschen seiner Mitglieder wie deren Angehörigen in Bezug auf ein gemüthliches solides Vereinsleben Recknuna blC D0I2 "Kaufmännischen Verein" veranstalteten Festlichkeiten. An den sich so oft geltend machenden Bestrebungen vieler Vereine, die mit Vereinsfestlichkeiten 5Ca r^ ^cnÄ bur$ eigenen Mitglieder ausführen zu lassen, scheint der „Kaufmännische Verein" keinen Gefallen zu haben, und er thut wobl daran. Ein Verein, der seinen Mitgliedern die Erzeugnisse der Bühnenlitera ur in ansprechender Weise zugänglich machen will, erreicht seinen Zweck am besten, wenn er dies durch dazu berufene Leute - durch Schauspieler - thut, denn gerade am aller- wenigsten mit den Bestrebungen und Aufgaben des Vereins ließe es sich vereinbaren Skraef kpfIc0cn* theatralischen Theil des Festes hatte die akrgesell^schaft Neiners übernommen, und wenn irgend etwas geeignet erscheint die im D,^" 0r nr hinter hier weilende Gesellschaft wieder gut einzuführen so war Sckönti^Ä^Pich besuchte Festabend des „Kaufmännischen Vereins". Es wurde der "K°"Eus Voß" gespielt. Wenn an dieser Stelle davon ab- u>ird, die Leistungen der einzelnen Mitwirkenden aufzuzählen, so können wir doch nicht umhin, Herrn Director Reiners selbst besonders zu erwähnen, um Denm ^in^Lbier ^m Samstag Abend nicht beiwohnten, zu sagen: Er ist noch der Alte' b Backers war vorzüglich und wohl geeignet, die Anwesenden in der hLf sto^hT1“110 s lcn' A^ir hoffen und wünschen, daß die Stimmung, welche die Mitglieder und Gaste des „Kaufmännischen Vereins" der Gesellschaft Reiners ent- ble Einwohnerschaft Gießens verbreiten und Herrn Director d« erÖffnCtm Th°->t°rf°is°u das Wohlwollen die ^p^Ähr7;Strecke Coblenz-Gießen wird am 10. October Ujp^» 6 solms für den Personenverkehr eröffnet. Auf der Fahrt von I» ^nnb 929 9r°hbpnha U” bie,^U0e in Burgsolms um 5« Morgens, 12Mittags, Insa Ä Abeuds, in umgekehrter Richtung 63«, M Morgens, 2« Mittags und Jer ©tQtion *rbCÄ btTAbfahrtszeiten tritt mit Einschaltung l -j. yÄÄXÄ.CÄS’ss J °imh h *a k a}c?u cinc. Stunde kreiste die einer ungeheuren Wolke gleichende , Vogelschaar, und das dabei verursachte Geräusch hörte sich an, wie das Brausen eines ; hpr als die Nacht anbrach, ließen sich die Vögel an dem dicht an der Ruttershäuser Straße gelegenen Waldabhang nieder. Deutschland. cn c 5. October. In der am 3. ds. Mts. abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths brachte der Vorsitzende, Vicepräsident des Staatsministeriums, Staats- secretär des Innern vr. v. Bötticher, die durch Kaiserlichen Erlaß erfolgten Ernennungen für die Ausschüsse für das Landheer und die Festungen und für das Seewesen rur Kenntniß der Versammlung. Die Neubildung der Ausschüsse für Zoll- und Steuer- wesen, für Handel und Verkehr, für Eisenbahnen, Post und Telegraphen, für Justiz- A wr Rechnungswesen, für auswärtige Angelegenheiten, für Elsaß-Lothringen, für iTic(.2S?rÄun0a?,?5 die Geschäftsordnung fand durch Akklamationswahl statt. Die Uebersicht der Reichs-Ausgaben und -Einnahmen für das Etatsjahr 1888-89 wurde dem. Ausschuß sür Rechnungswesen überwiesen. Mit der Vorbereitung der Seiner Mafestät dem Kaiser wegm Wiederbesetzung dreier erledigter Rathsstellen beim Reichs- «ericht zu unterbreitenden Vorschläge wurde der Ausschuß für Justizwesen beauftragt. "Den „Berl. Poltt. Nachr." zufolge besteht die Absicht, in Berlin eine katholische Garnisonkirche von ca. 1500 Plätzen zu erbauen. . K. Berlin, 5. October. Heute Nachmittag 1 Uhr fand eine Sitzung des Staats- Ministeriums zum ersten Male im neuen Gebäude am Leipziger Platz- statt ... iw»«811?"1“ dbnM-lduugen, nach welchen mehlcrc hundert Millionen Mark ru -"/Uitarzweckcn vom Retchstage verlang, werden würden, erfährt die Nationalzeituna LLeLünEnM ik Aussicht W°rderung°n derartiger oder überhaupt schwerwiegender - Wie amtlich gemeldet wird, ist bei dem am 3. d. Mts. Abends bei der Station Laßwitz stattgehabten Eisenbahnunfall ein Postschaffner getödtet. sieben beschädigt. Sechs Wagen, darunter der Postwagen, sind entgleist und thellweise zertrümmert. A k Gestern Abend 10 Uhr passirte ein russischer Hofzug, uus 15 Waggons bestehend, in der Richtung Berlin den hiesigen Bahnhof. Weimar, 5. October. Die Gesandtschaft des Sultans von Zanzibar ist heute Morgen nach Dresden abgereift, von wo sich dieselbe nach Wien begibt 5. October. Die 50jährige Jubelfeier des Königlichen Stenographischen Ä»a k!8 tourte Heute Vormittag in der Aula des Polytechnikums durch einen Fest- Lr°s-ss°7°L^an7^^ »erf.®^umral6 53pe biE Begrüßungs-Nfprach- und der -proTenor Uppermann die Festrede hielt. October. Die Gesandtschaft des Sultans von Zanzibar ist in «nn b !, ^bert kunb des Generalconsuls Mtchahelles heute Nachmittag -c"0d!-^n, vom preußischen Gesandten Graf von Dönhoff und dem ab?pstkapn^e0ationssecretar vr.gv. Stieglitz empfangen worden und im Victoria-Hotel 5c October. In der heutigen Kammersitzung legte Minister von Crailsheim die Forderung eines Credites in Höhe von 50 716 200 jü für Neu- Crgän3ung35 und Erweiterungsbauten der bayrischen Bahnen vor, darunter 21540000 Nr Anlage von Doppelgeletsen. Die Gesetzesvorlage wurde dem Finanzausschüsse * Gießen, 7. October. [£Ijeater."f Wer geneigt ist, diesen oder jenen Umstand als ein gutes Omen für em Unternehmen zu betrachten, der wird in dem Titel der gestrigen Eröffnungsvorstellung „Ehrliche Arbeit" den nöthigen Anhalt finden, der zu der Hoffnung berechtigt, datz die nun begonnene Theatersaison einen das Publikum besonders befriedigenden Verlauf nehmen wird. Denn als ehrliche Arbeit muß man es der Theaterdirection anrechnen, wenn sie bemüht gewesen, einen Spiel- plan auszuarbeiten, dem zufolge die besten Bühnendichtungen zur Aufführung gelangen sollen. Die Hauptrollen des Wtlken'schen Volksstücks „Ehrliche Arbeit" fanden gestern Abend in den Mttwirkenden ihre berufenen Vertreter, denen gegenüber das zahlreich anwesende Publikum mit Betfallsbezeugungen nicht zurückhielt. Gießen, 7. October. In den nächsten Tagen trifft der vortheilhaft bekannte Hofkünstler R. Meunier hier ein, um eine Soiree (Sensations^Experimente) spiritiftttcher Demonstrationen dem hiesigen Publikum vorzuführen. — Es wäre überflüssig, über die Leistungen des Künstlers noch Weiteres zu berichten, da der Ruf ein viel verbreiteter ist. Herr Meunier hatte noch vor Kurzem die hohe Ehre, vor der Kaiserlich deutschen Familie in Bad Kissingcn eine Separat-Vorstellung auszuführen, worüber der Kissinger Bade-Anzeiger vom 23. Juli d. I. berichtete: „Gestern Nachmittag 5 Uhr hatte Prof. Rud. Meunier die hohe Ehre, auf der oberen Saline vor Ihrer Majestät der deutschen Kaiserin Augusta Victoria, sowie den kaiserlichen Prinzen auf Befehl eine Separatoorstellung zu geben, zu welcher auch Ihre Excellcnz Frau Gräfin Luxburg, Gräfin Dohna, sowie andere hohe Persönlichkeiten zugezogen waren. Die in einer feinen Weise vorgeführten Experimente fanden bei Ihrer Majestät vollste Zufriedenheit und sprachen Allerhöckstdieselben am Schluß der Vorstellung wiederholt dem Künstler ihren Dank aus." Wer sehen somit einem genußreichen Abend entgegen. (Alles Nähere im Annoncentheil.) * Gießen, 7. October. Nach einer uns gewordenen Mittheilung ereignete sich gestern in Launsbach ein schweres Unglück. In der Nähe dieses Ortes machten sich gestern Nachmittag eine Anzahl Kinder daran, einen Haufen Reisig in Brand zu setzen. Als mehrere Einwohner herbeieilten, um das Fever zu löschen, fanden sie in dem Reiserhaufen einen 5 Jahre alten Knaben liegen, welcher so schreckliche Brandwunden erlitten, daß er, nur noch schwache Lebenszeichen von sich gebend, bald verschied. Dem Jungen sollen Nase und Ohren vollständig weggebrannt, die Brust sehr stark verbrannt sein. Wie der Kleine in den brennenden Haufen gerathen ist, ist nicht bekannt. Vermischtes. t Bönstadt, 6. October. Wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit, verübt an einem lchahrigen Mädchen, wurde gestern Elias Müller von hier verhaftet Derselbe machte noch gestern Abend im Hfftlocale zu Altenstadt seinem Leben durch Erhängen em Ende. △ Mainz, 6. October. Die Einnahmen der Hessischen Ludwigsbahn weisen im abgelaufenen September gegen den gleichen Monat des Vorjahres wiederum eine beträchtliche Mehretnnahme auf. Nach einer vorläufigen Zusammenstellung beträgt das Mehr zwischen 110,000 und 120,000 △ Aus Rheinhessen, 6. October. Am verflossenen Freitag wurde in der Gegend von Diedesheim ein junges Mädchen auf freiem Felde von einem unbekannten Manne niedergeschlagen. Auf die Hilferufe kamen einige Personen herbei, bei deren Annäherung der Altentäler emfloh. Das Mädchen hat einige bedeutende Körver- verletzungen davongetragen. __ , — Bei den gegenwärtig stattfindenden Gemeinderaths - Ersatzwahlen ereignete sich in Bubenheim ein nettes Curiosum. Von 120 Stimmberechtigten übten nur fünf ihr Wahlrecht aus. Einer der ausscheidenden Gemeinderäthe erhielt 3 Stimmen zwei andere Candidaten je eine Stimme. m , Frankfurt a. M., 5. October. (Feuer im Palmengarten.] Gestern Nachmittag kurz vor 4 Uhr — der große Saal des Palmengartens war bereits dicht besetzt und die Mitglieder der Eapelle nahmen ihre Plätze ein, das Concert sollte beginnen, der Orchesterdiener zündete gerade den kleinen Lüster des Orchesters an — entstand auf bis jetzt noch nicht völlig geklärte Weise Feuer im Orchesterraum, welches sich schneller als man sagen kann, über die ganze Draperie ausdehnte und von oben na? unten lief. Dank dem energischen und umsichtigen Eingreifen des Personals des Palmengartens und der zufällig anwesenden Handwerksleute gelang es binnen 12 Minuten des Feuers H^rr zu werden und dasselbe zu löschen. Die prompt auf das gegebene Aviso erschienene Feuerwehr brauchte nicht mehr einzugreifen. Staunenswerth war das Vertrauen, welches die anwesenden Damen und Herren zu der nunmehrigen Feuersicherheit des Palmengartens zeigten, denn nur ganz Wenige verließen den Saal, während das Gros mit aller Ruhe dem Brande und den Löschungsarbeiten zuschaute. Die Capelle konnte 4^/r Uhr das Concert im Freien wieder beginnen. — Der Brandschaden an Immobilien wird auf 10—15000 JL, der an Mobiliar auf 4—5000 JL geschätzt. Feldkrücken, 3. October. Mit Eintritt des Monats October wurde das sog. Clubhaus auf dem Hoyenrothskopf, welches von dem Volgelsberger Höhen-Club vor einigen Jahren errichtet wurde, geschlossen. Dasselbe wurde in diesem Sommer fleißig in Anspruch genommen, sämmtliche Touristen, welche den Hohenrothskopf und den Tausstein besuchten, fanden hier bei annehmbaren Preise eine angenehme Erfrischung. Auch von den im Hause aufgeschlagenen 4 Feldbetten wurde öfters Gebrauch gemacht, man kann in einem solchen für 80 $ Nachtlager haben. Mit der Schließung des Clubhauses hat jedoch der Besuch der beiden genannten Höhen fein Ende noch lenge nicht erreicht, ja selbst mitten im Winter werden dieselben aufgesucht, so kann man z. B. an der Außenseite der Thüre des Clubhauses lesen, daß Herr Oberbürgermeister Ohly aus Darmstadt und Herr Amtmann Braun am 3. Januar d. I. eine Hohenrothskopf-Tour unternommen hatten. — DaS Geheimnitz der Zubereitung einer schmackhaften Sauce für Fleischspeisen — viele Hausfrauen kennen es nicht und doch ist es einfacher Art. Nur eine kräftige Sauce schmeckt und nur eine solche kann das Mittel gewähren, verschiedene noch gute, aber unansehnlich gewordene Fleischreste in Form von Ragouts u. bgl. m. wieder aufzutischen. Es war in der Thal früher eine Art Küchengeheimniß gelernter Koche, Fleischabfälle zu einer concentrirten Flettchessenz (stock-pot englisch, jus dejnande französisch) einzukochen, welche dann zur Aufbesserung des Geschmacks aller Saucen, Fleischspeisen 2C. beste Dienste that. Die etwas mühsame Zubereitung einer derartigen Essenz kann man sich jetzt ersparen. Liebigs Fleischextr act, nicht von Abfällen, sondern vom besten reinsten Fleische zubereitet, ist im Uebrigen ganz der gleichen Zusammensetzung wie der stock-pot, Hal aber den Vorzug vor diesem, datz es sich im heißesten Wetter, ja in allen Klimaten jahrelang unverändert erhält. Seine Anwendung verleiht jeder Sauce sofort Kraft und Geschmack. Den grössten Reichthmn besitzt nur Der, der gesund ist. Gesundheit wird aber bei Erkrankung der Schleimhäute durch die Anwendung der Fays ächten Sodener Mineral-Pastillen, gewonnen aus den Salzen der zur Kur gebrauchten berühmten Gemeindequellen No. III. und XVIII., am schnellsten und sichersten erzielt; dieselben reizen nickt zu stark und sind bei Kind, Mann und Greis anwendbar. In allen Apotheken käuflich L 85 Pfg. In einer Zeitepoche wie die unsrige, wo alle Ansprüche und Anforderungen an die Leistungsfäylgkeil eines Jeden, ob hoch oder gering, auf das Aeutzerste gestiegen sind, erlahmen auch die Kräfte des Stärksten zeitweise, und er bedarf eines Stärkungsmittels, um das erwünschte Ziel erreichen zu können. Wie nahe liegt dann die Gefahr, sich eines unzweckmäßigen Reizmittels zu bedienen, welches trotz des augenblicklichen Vorthcils durch die nachfolgende Reaction den Körper auf das Empfindlichste schädigt. Welch ausgezeichnetes Genußmittel bietet dagegen Kemmerichs Fleisch-Pepton! Dieses Präparat, welches im Wesentlichen aus gelösten oder künstlich verdauten Eiweiß- stoffen besteht, wird birect in den Säftestrom des Körpers übergeführt und äußert sofort seine belebende Wirkung. 8121 Handel und Verkehr. Grünberg, 5. October. (Fruchtpreise). Weizens 19,10, Korn JL 16,10. Gerste JL 14,50, Hafer 13,80, Erbsen 00,00, Samen JL 00,00, Wicken 00,00, Kartoffeln JL 0,00, Linsen 3L 00.00. Frankfurt, 5. Oktober. Erbsen ganze per Pfd. 12—18 H, do. geschalte 14—18 Linsen 18—28 H, weiße Bohnen 16—18 H, gelbe Kartoffeln per Gescheit» 14—16 4/ rothe Kartoffeln per Gescheid 12—14 H, Butter per Pfd. JL 1,10—1,20, Eier das Stück 5—6, Blumenkohl 20—60 H, Weißkraut das Stück 10—20 H, Roth- fraut 15-25 Wirsing 10-15 H. * SderhMchk Eiftubahneu. Die Lieferung von 9000 Stück mit Zinkchlorid zu imprägnirenden Buchenschwellen für das Jahr 1890 ist zu vergeben. Bedingungen können durch unser Sekretariat gegen frankirte Einsendung von 20 H bezogen werden. Angebote sind bis zum 15. dieses Monats dahier einzureichen. Gießen, den 5. October 1889. 8113 Großherzogliche Direktion. Montag den 18. November, Nachmittags 2ya Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Georg Franz dritter in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 17 Nr 27«/ioo - 378 Meter Grabgarten am Hamm am Neustädter Thor, Flur 17 Nr. 27M/100 - 170 Meter Hos- raithe daselbst, Flur 17 Nr 27*7103 - 293 Meter Grabgarten daselbst, Flur 17 Nr. 28Vio - 323 Meter Hof- raithe daselbst, Flur 17 Nr. 283/10 - 373 Meter Grabgarten daselbst und am Mühl- wegsgarten öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, 7. Oktober 1889. Großh. Ortsgericht Gießen. I- A.: Vogt. 8114 Mittwoch den 9, Dctober, Nachmittags 2 Uhr, werden in der Restauration Klingenberg — früher Bramm — gegen Baar- zahlung versteigert: 1 Pianino, goldene Herren- und Damenuhren, Ringe, Ketten, Regula- teure u. a- Geißler, 8117 Gerichtsvollzieher. la. Sardellen, Holl. Häringe 8095 empfiehlt Carl Hoffmann. Allgemeiner Anzeiger. iW" Giessen. — Vorläufige Anzeige! >6 Zn den nächsten Tagen Pros. Rud. Meunier Spiritistische Demonstrationen. 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