Samstag den 7. December Nr. 286. 1889 ichemr Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Amts- unb Zlnzergeblatt für den "Kreis Grefzen Rcdaction, Expedition und Druckerei: S-Kutstraße Ar.7. Fernsprecher 61. Vierteljähriger AßownementspreU: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Aomitten 0 kälter »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamitienbkätter. iibmiw iia'iworrT' ,rri ■ ■■ ■—111■ im—mee- witi,naucas—a—naae Alle Annoncen-Burcaux de- In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Lheil. Gießen, am 5. December 1889. Betr.: Zurückstellung unabkömmlicher Beamten, hier von Lehrern und Schulverwaltern im Falle einer Mobilmachung. Die Großh. Kreis-Schulcommission Gießen an die Schulvorstände de- Kreise-. Sie wollen die Lehrer oder Schulverwalter einklassiger Schulen, welche militärpflichtig sind, darauf aufmerksam machen, daß Gesuche um Zurückstellung im Falle einer Mobllmachung innerhalb 8 Tagen bei uns einzureichen sind. Später einlaufende Gesuche können nicht berücksichtigt werden. In den Gesuchen ist anzugeben: 1) Civilstellung, 2) Vor- und Zunamen, 3) Militärcharge und Truppengattung, 4) Genaue Angabe des Truppenthells, Regiment, Compagnie rc., bei welchem der Eintritt erfolgt ist, und Datum des letzteren. 5) Bezirk des Landwehrbataillons. Bei Lehrern oder Schulverwaltern, welche bereits früher bei uns reclamirt haben, bedarf es der Angaben 1—5 nicht, es genügt hier einfache Meldung. Abwesende Lehrer oder Schulverwalter, die als allein stehende Lehrer zur Reclamation berechtigt sind, wollen Sie sofort benachrichtigen. v. Gagern Gießen, am 4. November 1889. Betr-: Die Einführung der Hebammen in die neue Dienstanweisung. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die GroHH. Bürgermeistereien der nachverzeichneten Gemeinden. Wir beauftragen Sie, die nachfolgend aufgeführten Hebammen anzuweisen, zum Zwecke der Jnstruirung nach der neuen Dienstanweisung an den unten festgesetzten Tagen Nachmittags 2 Uhr in der hiesigen Frauenklinik (Brandplatz Nr. 20) vor Großh. Kreisgesundheitsamt zu erscheinen und ihre Instrumente und Arzneien, sowie die neue Dienstanweisung mitzubringen. Den Gemeindehebammen sind die Transportkosten und zwar per Bahn oder mit 40 H per Stunde zu vergüten. Außerdem ist denselben eine Gebühr von 2 JL für Zehrung aus der Gemeindekaffe zu bewilligen. v. Gagern. Wohnort. Namen. Am S. December: Mendorf a. d. Lahn Alten-Buseck Annerod Beuern Grüningen Mdgen Garbenteich Gießen n w Am 10. Katharine Ueberling. Christine Hofmann. Marie Kath. Schäfer. Christine Funk. Katharine Buß. Marie Balser. Marie Bingel. Karoline Euler Antonie Fuhr. Eleonore Gerlipp. December: Alten-Buseck Beuern Gießen H Großen-Buseck Großen-Linden Burkhardsfelden Hausen Elisabeth Müller. Marg. Sommerlad. Lina Herbert Katharina Löb. Charlotte Loos. Friederike BonariuS. Katharine Mühl. Katharine Weigandt Eleonore Schmidt. Katharine Lang. Am 11. December: ließen Emma Löwenthal. n Großen-Buseck Großen-Linden H Staufenberg Ruttershausen Klein-Linden Lang-Göns Helene Rautenstrauch. Elisabeth Scharmann. Christine Pfeiffer. Elisabeth Weigandt. Katharine Stamm. Margarethe Reuter. Elisabeth Karber. Elisabeth Jung. Marie Dern. n Katharine Kiefer. Wohnort. Namen. Am 12. December: Gießen w Heuchelheim H Steinberg Lang-Göns Leihgestern Lollar Wieseck Klein-Linden Bertha Stock. Margarethe Weber. Anna Elise Weller. Katharine Ruppert. Elisabeth Schneidmüller. Elisabeth Görlach. Marie Parr. Elisabeth Erb Margarethe Döll. Elisabeth Adolf. Am 13. December: Leihgestern Lollar Reiskirchen Daubringen Heuchelheim Watzenborn Wieseck Staufenberg Marie Böger. Julie Faber. Katharine Taubert Marie Müller. Marie Walter. Luise Schimmel. Christine Weiß. Elisabeth Drescher- Elisabeth Stephan- Die Kaifertage in Darmstadt. nn. Darmstadt, 5. December. Unsere Stadt prangt nun im prächtigsten Fahnenschmuck. Sic ist bereit, Kaiser Wilhelm aus das Herzlichste zu empfangen und Tausende von Händen regen sich, um die letzten Arbeiten zu vollenden, um unserem Kaiser zu zeigen, welch' warmer Sympathien er sich bei Jedem erfreut. Bis in die entlegensten Minke' der Stadt ist die Kunde gedrungen, „der Deutsche Kaiser kommt" uud wie ein elec- trischer Funke fuhr es in Jeden und Alle wetteiferten im Schmücken der Häuser. Tausende von Menschen wogen bereits in den Straßen auf und ab und die Stadt ist bereits überfüllt von Fremden. nn. Darmstadt, 5. December. Heute Abend 10 Uhr 10 Minuten wird Se. Kgl. Hoheit der Erb groß Herzog aus Leipzig hier eintreffen, um bei dem Empfang Sr. Majestät des Deutschen Kaisers anwesend zu sein. nn. Se. Majestät der Deutsche Kaiser wird am Sonntag Morgen einer Einladung des Artillerie-Regiments Nr. 25 Folge leisten und im Osfiziers-Casino das Frühstück daselbst einnehmen. Darmstadt, 6. December. Privatdepesche. Kaiser- Wilhelm traf pünktlich um 9 Uhr hier ein. Auf dem schön geschmückten Bahnhof war großer Empfang. Anwesend waren der Großherzog, der Erbgroßherzog, die Prinzen Heinrich und Wilhelm von Hessen, sowie Albert Victor von Holstein, ferner die Spitzen der Civil- und Militärbehörden. Die Ehrencompagnie gab die Leibcompagnie des Infanterie- Regiments Nr. 115. An der Ehrenpforte am Rheinthor hatte sich der Stadtvorstand aufgestellt. Hier hielt Oberbürgermeister Ohly eine Ansprache, welche vom Kaiser dankend erwidert wurde. Der Kaiser nebst Großherzog fuhren in offenem Wagen mit Viererzug durch die prächtig als Via triumphalis geschmückte Rheinstraße, wo das Militär, die Studirendeu der technischen Hochschule, Schüler des Gymnasiums, Realgymnasiums, Realschule und Stadtschulen, die Krieger- und sonstigen Vereine Spalier bildeten. Die zahlreiche Menschenmenge brachte begeisterte Ovationen dar. Die Trabfahrt sand unter militärischer Escorte des Dragoner- Regiments Nr. 23 zum Schloß statt, woselbst die Prinzessinnen Heinrich von Preußen und Alix von Hessen den Kaiser am Eingänge seiner Quartiers empfingen. Darmstadt, 6. December, 11 Uhr 21 Min. Der Kaiser sowie der Großherzog suhren um lO1^ Uhr im offenen Vierspännerzug nach dem Paradeplatz, woselbst er die Kriegervereine besichtigte,- daraus zur Jagd nach dem Kranichsteiner Wildpark. Deutscher Reichstag. SO. Plenarsitzung. Donnerstag den 5. December 1889, 12 Uhr. Ein Schreiben des Reichskanzlers, welches die Ermächtigung zur strasrechtlichen Verfolgung der Elberfelder „Freien Presse" nachsucht, wird der Geschästsordnungscommission überwiesen. Die zweite Etatberathung wird mit dem Special-Etat des Reichseisenbahn-Amtes fortgesetzt. Es liegt dazu vor ein Antrag Richter u. Gen., zu beschließen: den Reichskanzler zu ersuchen, in Anbetracht der Kohlentheurung eine Untersuchung darüber zu veranlassen, ob nicht eine allgemeine Tarifcrmäßigung geboten ist, insbesondere durch Ausnahmetarise, durch welche die höheren Tarife für die Kohleneinfuhr aus dem Auslande beseitigt werden und den inländischen Kohlenconsumenten gebührende Rechnung getragen wird. Abg. Henne berg (natl.) bittet, der Frage einer einheitlichen Zeitrechnung im Interesse des Verkehrs näher zu treten. Abg. Graf Udo Stolberg (cons.) tritt diesem Wunsche bei und betont die Wichtigkeit einet] einheitlichen Zeitrechnung namentlich vom militärischen Standpunkte und für den Fall einer Mobilmachung. Abg. Richter (dfr.) befürwortet seinen vorerwähnten Antrag. Die Statistik ergebe einen gesteigerten Bedarf an Kohle für Industrie und Landwirthschaft, dem die heimische Kohlengewinnung nicht mehr genügen könne. Die Tarife für ausländische Kohlen sind nur zu dem Zwecke erhöht, um die Einsuhr ausländischer Kohle zu erschweren und die Ausfuhr einheimischer Kohlen zu erleichtern. So kommt es, daß Paris im Stande ist, sich billiger mit weftphälischen Kohlen für seine Gaswerke zu versehen, als Berlin. ES ist dies dasselbe wirth- schaftliche Princip, welches bei den landwirthschastlichen Zöllen zum Ausdruck gekommen ist. Es bestehen gegenwärtig 42 Ausnahmetarife für Kohlen lediglich im Interesse der Producenten. Das widerspreche der Versassung, welche möglichste Gleichmäßigkeit der Tarife anstrebe. Lassen sich die allmälig entwickelten Verhältnisse bei der Kohlenproduction auch nicht von heute aus morgen ändern, so muß doch eine allmälige Aenderung im Interesse der Consumenten angebahnt werden, denn die gegenwärtigen Verhältnisse der Kohlenproduction sind ungesund und die Prvducenten selbst müssen wünschen, daß eine Besserung stattfinde. Geh. Ober-Regicrungs-Rath Dr. Schultz: Daß die Ausnahmetarife mit der Verfassung im Widerspruche stehen, ist nicht zutreffend. Die in der Verfassung gewünschte möglichste Gleichmäßigkeit der Tarife hat nicht den Sinn, den der Vorredner in diese Bestimmung legt. Dieselbe hatte nur den Zweck, möglichste Einheitlichkeit in die damals bestehenden verschiedenen Tarife zu bringen. Abg. Stumm (Rp.): Der Antrag Richter ist gegenstandslos. Die Enquete ist überflüssig, denn bei den Eisenbahnen bestehen Auskunftsbureaus, in denen die nöthigen Ermittelungen über die Frachtsätze angestellt werden können. Die Tarife haben sich nach den Productionsverhältnissen gestalte,t und hieran würde eine Herabsetzung der Tarise für ausländische Kohlen nichts ändern. Der heutige Zustand der Kohlentheuerung wird nicht lange dauern, der Rückschlag ist unvermeidlich. In Bezug auf die einheitliche Zeitrechnung bei den Eisenbahnen wünscht Redner, daß überall die Ortszeit auch bei dem Eisenbahnverkehr festgehalten werde. Abg. Schrader (dfr.) befürwortet den Antrag Richter, allerdings bestehe ein Uebergangsstadium in der Kohlengewinnung, aber es wäre doch Unrecht, wenn die Regierung gleichgültig und theilnahmlos der bedenklichen Preissteigerung der Kohlen zusehen wollte. Abg. Graf Stolberg (cons.) erklärt fid) gegen den Antrag Richter. Die Enquete ist überflüssig. Gleichmäßige Tarife würden zur Folge habe», daß ausländische Kohlen bei uns billiger befördert werden als einheimische. Abg. Dr. Hammacher (natl.): Herr Richter hat insofern Recht, als die Kohlentheuerung auch von den Grubenbesitzern als Uebelstand empfunden wird. Doch würde eine Neutarifirung der Kohle nach den Wünschen der Antragsteller viel ungerechtere Verhältnisse beim Kohlentransport herbeiführen, als sie heute bestehen- auch aus die Rentabilität der Bahnen würden neue Tarise einen sehr ungünstigen Einfluß üben. Die Enquete würde keinen Erfolg haben, sie sei lediglich ein Schlag ins Wasser - trotzdem sei er bereit, derselben nicht zu widersprechen. Abg. Richter (dfr.): Der gegenwärtige Zeitpunkt ist für Tarifermäßigung sehr günstig. Man hat auch bei den Zollerhöhungen keine Rücksicht auf die zeitweilige Conjunctur genommen- aber bei den Erhöhungen war man zu jeder Zeit bei der Hand, zu Ermäßigungen ist man nie bereit. Abg. v. Wedell-Malchow (cons.): Eine so vorübergehende Erscheinung, wie die zeitweilige Kohlentheuerung, dürfe man nicht, zum Ausgangspunkt so tiefgreifender Maßregeln machen. Die Folge einer Tariferhöhung würde fein, daß die Kohlenindustrie ihre mühsam erkämpften Absatzgebiete wieder an das Ausland verliert. Abg. Schrader (dfr.): Die Verminderung der Rentabilität der Bahnen ist kein Grund gegen den Antrag, denn die Bahnen sind gerade verstaatlicht, um billigere Tarife herbeizuführen. Es empfehle sich, den Antrag Richter an eine Commission zu verweisen. Abg. <5 tu ihm (Rp.): Commissionsberathung über die Frage, ob eine Enquete stattfinden soll, ist entbehrlich- diese hat hinlänglich stattgefunden durch die Erörterungen im Landeseisenbahnrath. Abg. Richter: Wenn dieser Reichstag nicht Lust hat, sich mit der Frage der Kohlenverbilligung zu beschäftigen, so werden wir an den nächsten Reichstag appelliren. Abg. Grad (Els.) hält Commissionsberathung des Antrages für überflüssig. Der Antrag Richter wird an eine Commission von 14 Mitgliedern zur Vorberathung verwiesen. Der Etat des Reichseisenbahnamtes wird ohne weitere Debatte bewilligt. Beim Special-Etat der Verwaltung der Eisenbahnen wünscht der Abg. Dr. Lingens (Ctr.) eine bessere Fürsorge für Sonntagsruhe der Beamten, die jetzt vielfach nur gewährt zu werden scheine an Beamte, welche während der Nacht vom Samstag zum Sonntag Dienst hatten. Das sei nicht zu billigen. Der Etat der Eisenbahnverwaltungen wird genehmigt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung Freitag 12 Uhr. Tagesordnung: Bankgesetz und Etat. Schluß 4i/2 Uhr. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 5. December. Der Kaiser richtete das folgende Schreiben an die Berliner Stadtbehörden: „Die herzlichen Glückwünsche, welche mir von dem Magistrat und den Stadtverordneten anläßlich der Vermählung meiner Schwester, Prinzessin Sophie, dargebracht sind, haben mich erneut von der innigen Theilnahme der Haupt- und Residenzstadt an den Erlebnissen meines Hauses überzeugt. Freudig bewegt durch dieses Bewußtsein, gebe ich dem Magistrat und den Stadtverordneten für den Ausdruck treuer Gesinnung und Anhänglichkeit gern meinen aufrichtigen Dank zu erkennen." Berlin, 5. December. Bezüglich der Nachricht, daß die Meldung über die angebliche Einführung der Goliath- schienen auf den preußischen Staatsbahnen der thatfächlichen Unterlage entbehre, sind die „B. P. N." in der Lage, diese Mittheilung dahin zu ergänzen, daß das Ergebniß der technischen Prüfung ein durchaus negatives gewesen sei. Auf den mit Schnellzügen befahrenen Bahnstrecken besaßen die zur Zeit dort benutzten Schienen völlig die ausreichende Tragkraft selbst für die schnellfahrendsten Züge. Die vorhandenen Uebelstände entsprängen daraus, daß die Schienen nicht hinreichend fest lägen. Es werde deßhalb die Vermehrung der Schwellen, die Verstärkung und die Abmessung derselben, sowie die Anwendung der vollkommensten Art der Schienenbesestigung baldigst in Anwendung kommen. Berlin, 5. December. Der Bundesrath stimmte in seiner heutigen Sitzung dem Gesetzentwürfe wegen Errichtung einer Postdampsschiffverbindnng mit Ostafrika zu. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die nach den amtlichen Erhebungen ausgestellte Nachweisung in den hauptsächlichsten Bergbau bezirken Preußens während der ersten drei Vierteljahre 1889 verdienten Bergarbeiterlöhne. — Der Kaiser sandte dem Reichsbankpräsidenten Dechend anläßlich der heutigen Jubelfeier folgendes Telegramm: „Zu dem heutigen Tage, an welchem Sie auf eine fünfundzwanzigjährige, an Erfolgen und Ehre reichen Thätig- keit als Leiter des Bankdirectoriums zurückblicken, kann ich mir nicht versagen, Ihnen meine besten Glück- und Segenswünsche auszusprechen." Nach den Gratulationen der Beamten der Bank überreichte der Centralansschuß als Jubelgabe 30,000 Mk. als Dechendstiftung zur Unterstützung hilfsbedürftiger Reichsbankbeamten und deren Hinterbliebenen. Hannover, 5. December. Der 23. Provinzial la nd- tag wurde heute durch den Oberpräsidenten v. Bennigsen eröffnet. In seiner Eröffnungsrede betonte derselbe, daß während der Anwesenheit des Kaisers die Ergebenheit der Bewohner der Provinz besonders glänzend hervorgetreten sei. Neue Regierungsvorlagen würden nicht gemacht werden; die weitere Entwickelung der Cultur und Colonisation im Moore westlich vom Ems seien von besonderem Interesse für die Regierung. Zum Präsidenten des Landtages wurde wiederum der deutsche Botschafter in Paris, Gras Münster, zum stellvertretenden Präsidenten der Stadtdirector Haltenhoss gewählt. Dessau, 5. December. Der Kaiser nahm heute Vormittag im Vockeroder Revier an der Hochwildjagd und am Nachmittag an der Saujagd in der Mosigkauer Heide Theil und kehrte Abends 5 Uhr in die prächtig illuminirte Stadt zurück. Gegen 6 Uhr sand im Schlosse Tafel statt, welcher eine musikalische Soiree beim Erbprinzen folgte. Abends 11 Uhr erfolgte die Abreise des Kaisers nach Darmstadt. Wien, 5. December. Der Erlaß des Ministers des Innern gegen das Treiben der Auswanderungsagenten, welchen das „Wiener Tageblatt" am 3. December besprach, ist bereits, wie jetzt amtlich sestgestcllt wird, im September 1888 ergangen. Paris, 5. December. Nach hier eingegangener Meldung ist der Asrikareisendc Capitän Tri vier, welcher von Loango aus Afrika durchkreuzte, in Mozambique angekommen. Brüffel, 5. December. In der heutigen Kammersitzung verlas der Justizminister das Protocoll über die Vernehmung Pourbaix durch die Sicherheitsbehörde. Nach demselben hat der Minister Devolder an der nächtlichen Unterredung Pourbaix mit dem Mjnistec Beernaert nicht theilgenommen. Der Minister erklärte, daß der Dirigent der Sicherheitspolizei das gerichttiche Vorgehen gegen die Soca- listen hätte aufhalten können, wenn er die betreffenden That- sachen zur Sprache gebracht, statt Stillschweigen zu beobachten. Abgeordneter Janson erwartet, daß der König nach Kennt- nißnahmc der Kammerverhandlungeu die Minister nicht auf ihrem Posten belassen werde. Der Justizminister fährt dann fort, Bara zu widerlegen und sucht zu beweisen, daß es die Administration der Sicherheitspolizei gewesen sei, von welcher Pourbaix seine Functionen erhalten habe. Zahlreiche Mitglieder der Linken rufen: „Nein?" Es entsteht ein lebhafter Wortwechsel. Bara ruft: „Der Minister lügt?" Ein heftiger Tumult erhebt sich, Bara wird zur Ordnung gerufen und der Ordnungsruf nach der Erklärung des Abgeordneten wieder zurückgezogen. Der Justizminister erwidert alsdann, daß das Ministerium alle Protocolle besitze, welche bewiesen, daß die Sicherheitspolizei wußte, wer Pourbaix sei und was zu gewärtigen sei, wenn man ihn gebrauche. — Aus den Menschenmassen, die sich vor dem Kammergebäude ansammelten, ertönte wiederholt der Nus: „Demission?" Nach der Sitzung durchzogen kleine Gruppen die Straßen und wurden leicht von der Polizei zerstreut. Liffabon, 5. December. Dom Pedro, der Exkaiser von Brasilien, wird bei seiner Ankunft am Marinearsenal landen und vom Könige und den Ministern empfangen werden. Belgrad, 5. December. Der „Narodni Dnewik" versichert, daß die Ausschreitungen gewisser serbischer Blätter gegen Oesterreich-Ungarn nicht der in Serbien herrschenden nationalen Stimmung entsprächen. Sie seien ohne jeden praktischen Nutzen und bereiteten dem Staate und der Regierung nur Verlegenheiten. Konstantinopel, 5. December. Der frühere Finanzminister Mahmud Djellaledin Pascha ist zum Präsidenten der gesetzgebenden Section der Pforte ernannt. — Die Pforte lehnte es ab, bevor sie den Ferman betreffend die Amnestie für Kreta veröffentlicht, den Inhalt den Botschaftern genau bekannt zu geben. Sie werde die Mitglieder der kretensischen Nationalversammlung von 80 auf 60 verringern, die Hälfte der Zolleinnahmen Kretas nicht mehr der Verwaltung der Insel überlassen, welche hieraus den Etat der Gensdamerie bestritt, für den die Pforte nunmehr selbst aufkommen wird. Ferner werde beantragt werden: die Reorganisation und die Verminderung der Zahl der gewöhnlichen Gerichtshöfe, die Auswahl von Civilbeamten unter ehrenwerthen, keiner Partei angehörigen Personen, die Reform der türkischen sowie der christlichen Schulen, der Schutz der einheimischen Industrie, die Vermeidung von überflüssigen Ausgaben, die Zusicherung einer regelmäßigen Localverwaltung, die Verbesserung der Häfen von Rethyno, Candia und Canea, die Errichtung einer Schifferschule, die den Bedürfnissen der Mittelmeerschiffahrt entsprechende Vervollständigung des Sudabai-Arsenals, die Errichtung von Handelskammern in Canea, Rethymno und Candia, die Gründung einer Handelsschule und die Errichtung einer Musterwirthschaft in der Ebene von Candia, die Verbesserung der Pferdezucht, die Vervollständigung der land- wirthschaftlichen Bank, deren Gewinn der Bevölkerung zugesichert wird, endlich der Ausbau des Straßennetzes. Washington, 5. December. Der gestern dem Kongreß vorgelegte Bericht des Finanzsekretärs Windom macht die Silberfrage zum Gegenstand einer eingehenden Erörterung. Er empfiehlt die Ausgabe von Schatznoten gegen Deponirung von Silberbarren zum Marktpreise des Silbers zur Zeit der Deponirung. Diese Noten sollen auf Verlangen in Silberbarren im gleichen Werthe mit Zahlung im Nennwerthe der Noten zahlbar sein. Die Zahlung soll erfolgen zum Marktpreise von Silber oder in Gold nach Belieben der Regierung oder auf Verlangen des Besitzers in Silberdollars. Der Bericht empfiehlt zugleich die Abschaffung der zwangsweisen Silberprägung. Nio de Janeiro, 5. December. Der bisherige Londoner Gesandte P e n e d o ist, weil er kein Anhänger der Republik ist, seines Postens enthoben und zu seinem Nachfolger der bisherige Gesandte in Rom, Stajnba, ernannt worden. London, 6. December. Eine Neutermeldung aus Zanzibar berichtet, daß Emin Pascha gestern in Bagamoyo infolge seiner Kurzsichtigkeit von einem 20 Fuß hohen Balcon gestürzt sei und sich schwer verletzt habe; sein Zustand sei höchst bedenklich. Dr. Pirke von der Stanleyexpedition hofft ihn jedoch zu retten. Cocalcs und provittsiclles. Gießen, 6. December. -1. In den Kreisen der Landwirthe bestehen anscheinend vielfach Zweifel wegen der gegen die Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche vor Kurzem erlassenen Bestimmungen. Es kann deshalb Folgendes zur Aufklärung .bemerkt werden: Die scharfe Maßregel, daß der Transport von Rindvieh, Schafen, Ziegen und Schweinen von einer Gemarkung in eine andere nur bei dem Besitz eines thierürztlichen Gesundheitsscheines zulässig ist, bezieht sich nur auf das Vieh der Händler, da erfahrungsgemäß durch die Händler und das aus ihren Ställen kommende Vieh die Maul- und Klauen seuchc vorwiegend verbreitet wird. Eine thierärztliche Bescheinigung ist deshalb nicht nöthig, wenn ein Landwirth an einen anderen Landwirth, an einen Metzger oder auch an einen Händler Vieh liefert. Wohl aber muß der Händler, wenn das Vieh auch nicht in seinem Stall war, sondern er dasselbe direct bei dem Landwirth abholt, den betreffenden Schein haben, da Seitens der Polizeibehörde die Abstammung des betr. Thieres nicht controlirt werden kann. — Die strengen Bestimmungen sind dadurch wesentlich* erleichtert worden, daß die Bürgermeistereien, wenn sie entsprechende kreisamtliche Ermächtigung eingeholt haben, für den Transport von Schlachtvieh selbst Gesundheitsscheine ausstellen können. Diesen Schein bedürfen, sofern er nicht etwa außerhalb des Großherzogthums überhaupt verlangt werden sollte, auch nur die Händler, da ja Landwirthe nach dem Eingangs Bemerkten für Viehtransporte überhaupt keinen Schein nöthig haben. — Die erlassenen Bestimmungen erscheinen hiernach wenigstens für den Landwirth dock nicht so drückend, als dies im Anfang den Anschein hatte. * Gewisse Forderungen verjähren am 31. December des dritten Jahres, in welchem sie zahlbar bezw. klagbar waren- also am 31. December 1889 Forderungen aus Geschäften, welche im Jahre 1886 abgeschlossen. Den Bestimmungen unterliegen: 1) Forderungen der Fabrikanten, Kauf- und Handelsleute, Apotheker, Krämer und Händler jeder Art, der Künstler und Handwerker für Maaren und Arbeiten ihres Geschäfts- 2) die Forderungen der Wirthe und Kostreicher für Beherbergung, für abgegebene Speisen und Getränke und sonstige für ihre Gäste bestrittene Bedürfnisse und Auslagen- 3) Forderungen der Dienstboten, Fabrikarbeiter, Handwerksgesellen, Tagelöhner und anderer Handarbeiter, desgleichen der Haus- und Wirthschastsbeamten, der Handlungsgehülfen und überhaupt aller in Privatverhältnissen stehenden oder gestandenen Personen wegen ihrer Emolumente und etwaiger Auslagen für die Dienstherrschaft und die Forderungen der Dienstherren wegen der an die in Ziffer 3 genannten Personen geleisteten Vorschüsse- 4) Postporto, Briefträgerlohn, Frachtgeld, Fuhrlohn, Pferdemiethe und Botenlohn- 5) die Forderungen der öffentlichen und Privat-Lehr-, Erziehungs- oder Verpflegungs-Anstalten für Unterricht und Unterhalt, Lehrgeld, Vorschüsse und Auslagen für Zöglinge und Lehrlinge- 6) Gebühren und Auslageforderungen der öffentlichen Anwälte und Notare, Aerzte, Wundärzte, Hebammen, Müller, Feldmesser u. s. w. - 7) Honorarforderungen für Beiträge in Zeitschriften und Zeitungen- 8) rückständige Mieth- und Pachtgelder und bedungene Zinsen. r. Theater. „Er muß aus's Land." Was wir nicht für möglich gehalten haben, ist eingetreten. Auch die zweite Gastvorstellung des Herrn Wilhelm v. Hoxar vom Königlichen Schauspiel in Berlin ist vor gähnend leerem Hause von Statten gegangen. Jeden, der unsere Theaterverhältnisse etwas näher kennt, muß eine solche Erscheinung mit dem schmerzlichsten Bedauern erfüllen. Einmal ist es wahrhaftig kein schmeichelhaftes Gefühl, denken zu müssen, daß unsere Stadt mit ihren 2U000 Einwohnern nicht mehr als vierzig bis fünfzig Leute besitzt, die so viel Kunstinteresse haben, um sich den ungemein hohen Genuß, einen so hervorragenden Künstler, wie Herrn v. Hoxar spielen zu sehen, verschaffen zu mögen. Wir leben in einer Universitätsstadt, die fast 600 Studenten, außerdem eine stattliche Garnison, ein Gymnasium und Realgymnasium und vor allem eine reiche und angesehene Kaufmannschaft besitzt, und gleichwohl findet ein Mann, wie Hoxar, kaum eine Handvoll Zuhörer. So groß das Gesühl der Beschämung in diesem Falle auch bei uns ist, es wird noch von dem Gedanken überholt, daß in dem Verhalten der Gießener Bürgerschaft ein rechter Undank liegt. Als Herr Director Reiners dieses Jahr vor fein Gießener Publikum trat, hatte er keine Kosten gescheut, um die neuesten und besten Sachen für sein Repertoir zu kaufen. Als nach anfänglich freundlichem Entgegenkommen selbst Stücke wie „Die beiden Leonorcn" und „Madame Bonivard" nicht mehr zogen, sagte man ihm, die Gießener wünschten etwas Neues, Anderes. Daraufhin ließ sich Herr Director Reiners bereit finden, mit Herrn v. Hoxar einen Vertrag aus viermaliges Gastspiel abzuschließen und dem Gaste, wie wir aus zuverlässigster Quelle wissen, die Summe von sage und schreibe achthundert (800) Mark zu garanüren — und nun lassen ihn die Gießener stecken, bringen ihck in eine Situation, in der er vermuthlich den ganzen Gewinn der ersten Wochen wird opfern müssen. Auch nächstes Jahr wollte Herr Reiners hierher kommen. Wir könnten es ihm nicht verargen, wenn er sich nach den jetzt gemachten Erfahrungen den Fall noch vier Mal überlegte und schließlich seinen Plan ganz ausgäb'e. Dann werden die Theaterzustände wieder eintreten, die seiner Zeit unter Rheinberger bestanden, und dann wird die vernichtende Ironie, die darin liegt, oaß man in Gießen zwar Saalbau und Theater errichten will, aber nicht einmal ein tüchtiges Theaterunternehmen zu stützen vermag, noch ganz anders wirken. Diele Möglichkeit zu verhindern, muß Jedem, der an dem geistigen Niveau seiner Vaterstadt und ihrem Ruf — daran, daß sie keine Banausenstadt heißen soll — etwas Interesse hat, sehr am Herzen liegen. Noch bietet sich am Sonntag Gelegenheit dazu. Dabei handelt es sich doch um keine zweifelhafte Sache, sondern um ein künstlerisches Unternehmen ersten Ranges. Selbst Diejenigen, die in Bezug aus das Theater verwöhnt sind, werden an dem ganz hervorragenden Spiel des Gastes eine ungetrübte Freude haben. Seine unerreichte Sicherheit und Gewandtheit, sein völliges Aufgehen in seiner Rolle, seine unvergleichliche Kunst, den Gestalten, die er verkörpert, in nicht genug zu bewundernder Weise Fleisch und Blut zu geben, machen ihn zu einem der allerersten Vertreter seines Faches. Seine außerordentliche Vielseitigkeit zeigt er in verblüffendem Maße dadurch, daß er nach der alle Tiefen des menschlichen Herzens erschöpfenden Rolle des Kean jetzt eine weltmännisch leichte elegante Bonvivautpartie mit der vollcudetsten Meisterschaft spielte und das vor einem so lächerlich kleinen Publikum, wie es Herr v. Hoxar, der schon von Fürsten und Herrn, und in den größten, in Bezug aus Theater blasirtesten Städten Deutschlands reichen Beifall geerntet hat, wohl noch nie erlebt hat. Wir wiederholen: Es betrügt sich jeder selber, der die Gelegenheit, einen so vollendeten Künstler zu sehen, unbenutzt vorüber läßt. T Drei jugendliche Diebe, Heinrich Nuhn von Treis au der Lumda, Heinrich Rühl von Garbenteich und Andreas Faulhaber von Sandbach, sämmtlich in Gießen, welche die im Lause dieses Sommers in hiesiger Dampfmolkerei, bei Kaufmann Bachrach und aus Textors Terrasse begangenen Einbruchsdiebstähle in Gemeinschaft ausgeführt haben, standen heute vor der Strafkammer des Landgerichts. Nuhn, als der Meistbelastete, wurde in eine Gefängnißstrase von 2 Jahren 6 Monaten, der bereits vorbestrafte Rühl in eine solche von 1 Jahr 9 Monaten und Faulhaber in eine solche von 4 Mo- natcn verurtheilt. Dem er ft- und letztgenannten werden 2 Monate Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht. — In Berichtigung der gestrigen 9?oti$ über die erste Festlichkeit der Nudergesellschaft theileu wir Herne mit, daß dieselbe am Samstag den 7. und nicht Sonntag ftattfinbet. Dcrmifcbtcs. Wurms, 5. Deccmber. An die Einwohner von Worms richtet sich folgender Ausruf der Großh. Bürgermeisterei Worms: „Sonntag den S. I. Mts., Nachmittags, wird Se. Majestät der Kaiser in Begleitung Sr Königlichen Hoheit des Groß Herzogs unsere Stadt und ihr neues Spiel und Festhans besuchen. Znm erstenmal seit Jahrhunderten wird unsere alte Kaiserstadt wieder einen dentschen Kaiser in ihren Manern beherbergen. Zur Tyeier dieses frohen Ereignisses bitten wir alle Einwohner, die Häuser reich zu schmücken und am Abend vor der Abfahrt Seiner Majestät festlich zu beleuchten. Mit bürget ’ Die jubelnde Freude, den ehrfurchtsvollen Dank, den wir alle im Herzen tragen, lagt ihn zum Ausdruck gelangen in dem festlichen Schmuck der Stadt, laßt ihn hinausstrahlen in unsere alten Strasten und Gassen, in hellstem Glanze. Die Beleuchtung der Stadt beginnt gegen Ende der Festvorstellung. △ Ans Rheinhessen, 5. December. Der jüngst von Bingen flüchtig gegangene Gerichtsvollzieher Lang, der bis zu seiner Ernennnng zum Gerichtsvollzieher c'.ne geachtete Stellung in Mainz cinnahm, hat neben vielen Dienstwidrig feiten auch eine groste Schuldenmasse zurückgclassen. Außer vielen unterschlagenen Beträgen hat Lang in Bingen wie auch in der Umgegend sich von mehreren Seiten größere und kleinere Beträge entliehen und auch alle möglichen Maaren bei ihm bekannten Geschäftsleuten aus Credit entnommen. Aus Antrag mehrerer Geschädigten ist von dem Amtsgericht in Bingen Concurs gegen Lang erkannt worden. — In Worms sind in Folge Ausbruchs der cgyp- tischen Augenkrankheit die Volksschulen geschlossen worden. — In Niederol m ist man ans ein reiches Erzlager gestoßen, dessen Ausnutzung der Bergwerksbesitzer Höhn zu Aßmaunshausen übernommen hat. Frankfurt a. M., 5. December. Der Arbeiter-Wahl- ü er ein ist vom Regierungspräsidenten in Wiesbaden aus Grund des Socialistengesetzes vom Jahre 1878 verboten worden. Sobald die Verfügung, durch welche der Wahlverein verboten ist, von der Negierling zu Wiesbaden an die Betreffenden resp. einem derselben zugestellt ist, soll die Beschwerde an das Ministerium des Innern ergriffen werden und zwar unter Bezugnahme aus den Ministerialerlaß, welcher das Berbot des Breslauer Wahlvereins aushob. — Ein Dienstmädchen aus Rüdesheim wurde gestern Morgen unter dem Verdacht des Kindesmordes festgenommen. Dasselbe hat eingestanden, ihr 11 Monate altes Kind, in der Absicht, es zu tobten, in ein Bettkissen gewickelt und erstickt zu haben. Die Leiche hat das Scheusal dann in siedendes Wasser geworfen, die abgckochten Flcischtheile in einen Kehrichtkasten gcthan und die Knochen verbrannt. Universität» • Nachrichten. Marburg, 2. December. Die Zahl der Studirenden der Universität beläuft ftd) in diesem Wintersemester auf 848 (gegen 884 im vorigen Sommer und 863 im Wintersemester 1888/b9). Von den 848 Studirenden sind 783 immatricultrt, 65 haben ohne Jmmatriculation die Erlaubntß zum Besuch von Vorlesungen erhalten. — Die Universität Greifswald wird in diesem Wintersemester von 766 Studirenden besucht. Gegen das vorige Wintersemester zeigt sich in dem Besuch der Universität eine Abnahme von 87 Studirenden, im Vergleich zum vergangenen Sommersemester ist die Abnahme noch größer: 115. — Die Universität Königsberg zählt 780 Studirende. Hier zeigt sich eine Zunahme in dem Besuch und zwar von 28 gegen das vergangene Sommer- und von 25 gegen des vorige Wintersemester. _ — Frequenz der Unioersttät Göttingen. In diesem Semester beträgt die Gesammtzahl der immatriculi'ten Studirenden 854 (gegen 957 im Sommer). Von diesen studiren 211 Theologie, 168 Rechtswissenschaft, 211 Medlcin, 126 Philologie und Geschichte, 106 Mathematik und Naturwissenschaften, 18 Eameralien und Land- wirthschaft. 14 Phärmacte und Zahnarzneikunde. — Der Direcior der königlichen Elisabethschule in Berlin, Profestor Dr. Stephan Waetzold, ist in den Lehrkörper der Universität eingetirten. Sein Lehrfach ist das Neufranzösische, welches ec neben Professor Adolf Tobler im romanischen Seminar unterrichten wird. — Behufs Erwerbung der Doctorwürde Hot die phtlcsophische Focultät in Heidelberg beschlossen, künftig für alle Fächer eine schriftliche Arbeit zu oerlanaen, während bisher die Historiker und Philologen eine solche forderten, die Chemiker aber nicht. Dafür soll aber für diejenigen Bewerber, welche ein Reifezeugntß nicht besitzen, die bisherige lateinische Vorprüfung in Wegfall kommen; die Facultät behält sich nun vor, in jedem Falle zu prüfen, ob die Bildung des Bewerbers eine zureichende ist. Da die medicinische Facultät schon seit Jahren eine Abhandlung fordert, so kann man jetzt in Heidelberg nur noch an der juristischen Facultät den Doctorgrad ohne wissenschaftliche Arbeit erlangen. Für diesen ist nur die schriftliche Erklärung von Stellen aus den römischen Rechtsquellen erforderlich. — Wieder kommt daS schöne Weihnachtsfest heran und Alles bereitet sich froh auf dessen Empfang vor. — Die Schaufenster der Kaufläden schmücken sich mit auserlesenen Sachen, demjenigen die Wahl schwer machend, der mit dem Einkauf der mannigfaltigen Gegenstände beschäftigt ist, die er seinen Lieben unter den Weihnachts- bäum legen will. Welch reiche Auswahl von Artikeln aber auch eingekauf^worden sei, ob für Luxus oder für die Wirthschaft, ob theuer oder billig, aus dem Weihnachtstisch fehlt gewiß auch diesmal nicht ein Gegenstand,,.^ nun schon seit Jahren bet seinem Erscheinen stets mit Freude begrüßt wird und dessen Beliebtheit von Jahr zu Jahr wächst. ** Es ist dies MeyS Abreißkalender, den die Firma Mey & Edlich, Leipzig Plagwitz auch für 1890 herausgegeben hat. Derselbe erscheint dreimal, wie wir hören, mit fünf verschiedenen reizenden Bildern, zu denen die Entwürfe von denselben Künstlern hergestellt sind, die für die 1889er Kalenderdilder zusammen 4000 Mk. Prämien erhielten. — Bei der hocheleganten und reichhaltigen Ausstattung des Kalenders bringt auch wieder jedes Tagesblättchen sorgfältig aus- gewahlte Dichtersprüche oder Sentenzen, welche Einrichtung Meys Abreißkalender mit Recht in allen Kreisen zu außergewöhnlicher Beliebtheit verholfen hat. Wir können wohl sagen, daß uns auf diesem Gebiet etwas gleich Schönes, Praktisches und dabei Billiges noch nicht vorgekommen ist und freut e6 uns, unfern Lesern mittheilen zu können, daß Meys Abreißkalender für 1890 auch in unserer Stadt käuflich zu baden sind und zwar zu dem Jedermann erreichbaren Einzelpreis von 50 Pfg. das Stück. — Durch Aranks Avenacia, d.eses binnen ganz kurzer Zeit so berühmt gewordene '.Häbt miitel, ist der Stein aus dem Wege geräumt, welcher sich seither einer rationellen ErnäbrunaSmethode entgegengestellt hatte. Die Vorzüge, welche Arants Avenaeta vor allen anderen Nährmitteln bei billigem Preise auezeichnen, sind große Nährkraft, außerordentliche Leichtverdaulichkeit, Wohlgeschmack, einfachste Anwenduna und unbegrenzte Haltbarkeit. Es wird daher mit vorzüglichem Erfolge bei Magen- und Darmerkrankungen (besonders anhaltendem Durchfall), Nervenleiden, sowie als tägliche Speise für Reconvalescenten und Greise angemenbet. Frank« Avenacia ist iu uM 1.20 die Büchse erhältlich in Gießen bei Emil Fischbach. 9428 öerfcbr, £ant< «nd volkrwirthschaft. Nach den zusätzlichen Bestimmungen der preußischen StaatS- bahnen zum Betriebsreglement für die Eisenbahnen Deutschlands ist dem mit directer Fahrkarte versehenen Reisenden, der in Folge einer Zugverspalung den Anschluß versäumt, gestattet, die Reise auf einer anderen, nach demselben Bestimmungsort führenden StaatS- bahnstrccke auf Grund der zuerst gelösten directen Fahrkarte fortzu« setzen, wenn dadurch die Ankunft am Bestimmungsorte beschleunigt werden kann. Eine Zuzahlung ist von dem Reisenden auch in dem Falle nicht zu leisten, wenn die Weiterbeförderung auf der Hilfslinie in einem Zuge mit höheren Fahrpreisen ober in einer höheren Wagenklasse erfolgen muß. Diese Bestmrmungen gelten auch dann, wenn die Gelegenheit zur Weiterreise sich nicht auf einer Hilfsstrecke, sondern auf dem Wege der dauernden Fahrkarte mit einem Zuge bietet, für welchen höhere Preise gelten, aber welcher eine beschränktere Zahl von Wagenklassen führt. Drr Minister der öffentlichen Arbeiten bat an- geordnet, daß die Begünstigung auch solchen Reisenden zu Theil wird, die nicht mit einem directen Billet versehen, auf der Station, wo der Anschluß versäumt wird, eintreffen, sondern dort erst neue Btllets für die Weiterreise löten müssen. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst 2. Advent, Sonntag, 8. December Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dinge ldey. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. Bibelstunde am Mittwoch den 11.December, Abends8Uhr, in der Kleinkinderschule, Philipper-Brief Kap. 4, Aufforderung zur Eintracht, zur christlichen Freudigkeit, zur Bewährung. Pfarrer Dr. Naumann. Adventsabendgottesdienst am Donnerstag den 12. Decbr. Abends 8 Uhr, in der Kirche; Text Ezech. 37, 1—14, Belebung des Todtenfeldes, Neuschaffung des Gottesvolks. Pfarrer Dr Naumann. Am 3. Adventssonntag, den 15. December: Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottesdienst. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 8. bis 14. December besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. 2. Adventssonntag, 8. December. Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vg8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um V«7 Uhr Austheilung der hl. Communion; um '/,8 Uhr Früh- meffe; um 8/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um V,o Uhr Christenlehre und Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. 7. December. Freitag Abend 400 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3« Uhr, SamStag Abend 4" Uhr. 9798 Ein kräftige Ulmer Dogge, 8 Wochen alt, reine Race, ist zum Preise von «x 15.— abzugeben. Näheres in der Exped. d. Bl Toilette-Abfall - Seife, per Pfund 60 Pf., 19810 Glycerin - Transp. 4Seite, oer Pfund 70 Pf. in vorzüglicher Qualität empfiehlt: Og. Petri Wwe. Nachf., H. Tichy, lu^reiäien zur feinen Backerei in anerkannt besten Qualitäten empfiehlt billigst Kari Bieler, 9813 Kreuzplatz Nr. 6 #$&*»***♦<** i Tischdecken, ! Tischläufer, Wachstuch, Ledertuch, Tpindborde rc. in großer Auswahl empfiehlt 9773 Heinrich Wallach. Hechte Fran'd Würstchen, Ist. Gothaer Cervelatwurst, \ = M Braunschw. ^berraurßjf Zungen- und Salamiwurst, 'Z Hoüif. Zihinkenroulade, iZ la Corncö Dees (Büchsen-!« st-isch) U «nWt Emil Orblg, 8^74 Bahnhofstr. 30. Entöltes Maisproduct. Zu Pnddings, Fruchtspeisen, Sandtorten, zur Verdickung von Suppen, Saucen, Cacao vortrefflich. In Colonial- und Drog.-Hdlg- ',4 u. 1/a Pfd. engl. ä 60 u. 30 Pfg. 8530 „Cöln 1889. Höchste Auszeichnung, Ehrendiplom mit Stern.“ Zuniz’gehr. 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[8222 Außer verschiedenen Salzen und Mutterlaugen sind sämmtliche Bade- Extrakte, als: Fichtennadel', Malz-, Loh- und Weizenkleie-Extracte zu haben SfigT Abonnements werden jederzeit entgegengenommen, geringsten Spritzusatz, in Brüssel mit der silbernen Medaille gekrönt, empfiehlt die Cognac-Destillerie von A. 8. Elfen, Trier a/Mosel. Niederlage für Gießen bei Herrn Ph. Bauer II., 5096] Bahnhofstraße. 36 Centner Kornstroh (Handdrusch) verkauft [9799 Ernst Zughard, Marburgerstraße 34. Fist. Emmenthaler, Schweizer« Holländer-, Edamer-, Rahm« und Schloß «Käse, Neufchateler und Fromage de Brie rc., empfiehlt Emil Orbig, 9404 Bahnhofstr. 30. Hochfeine Weiaa-Essi^e per Liter 15, 18 u. 24 Pf. sowie feinsten deutschen COGNAC ärztlich empfohlen. = Liter-Flasche Mark 2.— = Ferner: Eignen re von Gg. Scherer & Co. Langen. 9256 Alleaiiige Niederlage Gr. C. Windecker Scltersweg 2, Ecke am Kreuz. Feinste Goth. 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[Ogll Oeffe ntliche Zustellung Der Friedrich Klein von Klein-Linden, vertreten durch Rechtsanwalt Grünewald, beantragt gegen seine Ehefrau Elisabeth«, geborene Büttner, mit unbekanntem Aufenthalt, Sühnetermin auf Wiederherstellung des ehelichen Lebens und ladet sie zu diesem Zwecke vor Gr. Amtsgericht zu Gießen auf Donnerstag den 30. Januar 1890, Vormittags 9 Uhr. Gießen, den 4. December 1889. Grobherzogliches Amtsgericht. Fresenius. 9795 Bekanntmachung. Durch Beschluß der General-Versammlung vom 13. October l. Js. hat der Vorschuß- und Credit-Verein (E. G.) zu Langsdorf ein neues Statut angenommen; aus demselben ist Folgendes mitzutheilen: 1. die Genoffenschaft führt nunmehr die Firma „Vorschuß- und Credit-Verein, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht" zu Langsdorf; 2. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb eines Spar- und Darlehnskassen - Geschäftes zum Zweck: a) der Gewährung von Darlehn an die Genossen für ihren Geschäfts- und Wirth- schaftsbetrieb; b) der Erleichterung der Geldanlage und Förderung des Sparsinns; 3. Die Willenserklärung und Zeichnung für die Genossenschaft muß durch zwei Vorstandsmitglieder erfolgen; die Zeichnung geschieht in der Weise, daß die Zeichnenden zu der Firma der Genossenschaft ihre Namensunterschrist beifügen; 4. die von der Genossenschaft ausgehenden, öffentlichen Bekanntmachungen erfolgen in der „Deutschen landwirthschaftlichen Ge- nossenschastr-Presse". Eintrag in das Genoffenschasts- register ist erfolgt. Lich, den 3. December 1889. Großherzogliches Amtsgericht Lich. Langermann. 9802 Bekanntmachung. Zur Empfangnahme oder Beischreibung der Zinsen pro 1889 für Einlagen zur hiesigen Spar- und Leihkaffe sind folgende Zahltage festgesetzt worden: Samstag den 7. December 1889, Dienstag „ 10. „ Mittwoch „ 11. „ n Donnerstag „ 12. „ „ Samstag „ 14. Dienstag „ 17. „ „ Mittwoch „ 18. „ „ Donnerstag „ 19. „ „ Samstag ,, 21. „ Montag „ 23. „ „ Dienstag „ 24. „ Die Einleger werden deßhalb ersucht, ihre Zinsen an einem der oben genannten Tage unter Vorlage der Scheine in Empfang zu nehmen oder beischreiben zu lassen. Die Vorlage der Scheine ist diesmal um so nothwendiger, als mit dem 1. Januar k. I. Einlagebüchelchen aus- gegeben und die alten Scheine eingezogen werden. Die Gr. Bürgermeistereien des Spar- kasiebezirks werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung im Interesse ihrer Ortsangehörigen auf geeignete Weise zu deren Kenntniß zu bringen.; Gießen, am 11. November 1889. Der Rechner der Spar-u. Leihkasse Gießen. Doering. Arbeitsversteigerung. Dienstag den 10. L M, Vormittags 9 Uhr, sollen im alten Rathhause5LooseFuhrleistungen, veranschlagt zu 1351 <^, versteigert werden. Gießen, den 6. December 1889. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 9812 Christbaumconfect it*. im Geschmack versendet incl. Verpackung 1 Kiste sort. Inhalt ca. 430 Stück Mk. 2,50, 1 Kiste sort. Inhalt ca. 270 grosse Stucke Mk. 3,00 gögen Nachnahme. Wiederverkäufern sehr empfohlen. 9816 Ph. Neustadt, Berlin, Blumenstr. 75. Submisfions - Verkauf von Nutzholz. Aus dem Gemeindewald Krofdorf- Gleiberg — nahe bei Station Gießen — sollen ca. 49» rm Eichen-Nutzholz von 7—18 cm Starke zur Selbstgewinnung verkauft werden- Gebote werden bis zum 21. dS. Mts., 11 Uhr, entgegen genommen Bedingungen sind hier einzusehen. Nähere Auskunft ertheilt Herr Oberförster Bossart in Wetzlar und Herr Förster Lucas hier. Krofdorf, den 5. December 1889. Der Bürgermeister: 9800 Colno t. Donnerstag d. 16.Ian. 1890, Nachmittags 2*^ Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht der Den Lorenz Stender Eheleuten in Gießen gehörige Acker: Flur 13 Nr. 33 — 1C00 Meter am Nahrungsberg öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 5 December 1889 Großh. Ortsgericht Gießen I. «•: Bogt. 9815 Zwangsversteigerung. Montag den 9. December d. I., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in der Restauration Kltngenberg — früher Bramm — gegen Baarzahlung: 1) Hausmobiliar r Sophas, Spiegel, Wanduhr, Com- moden, Nähtisch, Bilder, Kleiderschrank, Nachttisch, Secretär, Stühle, Zimmerteppich, Vorhänge, Küchenschrank und 1 B-tt 2) Maurer-Handwerkszeuge r Leitern, 2rädr. Karren, Schiebkarren, Bohlen, Geräthstangen, Speisbütten, Eimer, Klammern, Hacken, Bickel, Brecheisen, Steinschlagen, Schippen, Kanalpumpe mit Schlauch und Röhren, Flaschenzug und 1 Wasserwaage. 3) 4 Bienenvölker u 7 Bienenwohnungen. Born, 9814 Gerichtsvollzieher in Gießen. Dienstag den 10. December, Nachmittags von 2 Uhr an, wird der Nachlaß des Schneiders Hch. Buchenau im Hinterhause des Herrn H. Schasfstädt, Bahnhofstraße Nr. 24, meistbietend versteigert. Es befinden sich dabei: 2 gute Betten, 1 mit Sprungfedermatratze, Tische, Stühle, Bilder, Commode, Spiegel, Kteiderschrank, Heerenkleider und Wäsche, Ararrenkleider und Hemden, Weißzeug, Küchen« schrank und Küchengeräthe, 1 Zuschneidetisch, große Schnei- derscheere, 2 schwere Bügeleisen und andere Gegenstände Sämmtliches Mobiliar ist nur kurze Zeit in Gebrauch. Im Auftrag: M 3 Louis Rothenberger, Gerichtstaxator. Aeilgeöotenes. Robert Haas, Seltersweg 18, empfiehlt Mr Weihnachts-Saison Tücher in Wolle, Seide und Chenille, Kaputzen und Kopfhüllen, Röcke in Flanell, Tuch und Seide. Trieottaill en, Jäckchen, Kinderkleidchen in Tricot, Flanell 2C. FichuS Hauben, Barben in großer Auswahl, Krag-n und Manschetten für Damen und Herren, Shlipfe, Homtschtthe in Glacö, Seide und Wolle in allen Längen, dänische Handschuhe in allen Farben und Längen, ar Tricottagen. % Pros. Dr. Jägers Normalunter- kkeider zu Fabrikpreisen. Corsetts. 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Chai Her (Rudolphs Nachf.) zu haben. § Wintermäntel..., $».... .» 1 • Kleiderstoffe om« empfiehlt § A. Docter, Scltcrswcg 57 | t—— Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Wasser- iettungen. Unter Hinweis auf die Bestimmungen über Anlage der Hauswasserleitungen zu Gießen machen wir darauf aufmerksam, daß, um dem Einfrieren deS Wassers in den HauSwaffer- leitungen bei eintreteuder Kälte vorzubeuaen, es erforderlich ist, die Hauswafferleitungen deS Abends für die Dauer der Nacht zu entleeren. — Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Waffermeffer befindliche Hauptabsperrhahn geschloffen und dann das seitlich deffelben befindliche Entleerungshähnchen, nachdem ein paffendes Gefäß untergestellt, geöffnet wird und dieses so lange geöffnet bleibt, bis das in der Hausleitung stehende Waffer vollständig abgelaufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder geschloffen wird. Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben das in dem obersten Stockwerk deS Hauses befindliche Zapfventil der Hausleitung offen zu halten, damit die Luft Zutritt in die Leitung erhalte. — Ein größerer Theil des Wassers kann auch schon durch das Zapfoentil der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird. — Nach stattgehabter Entleerutig sind die beiden Zapfoentile, welche dem Eintritt der Lust, bezw. der Entleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen. Das Schließen des Hauptabsperrhahns erfolgt durch Aufsetzen des beigegebenen Schlüssels auf den vierkantigen Hahnzapfen und Drehung in der Richtung von links nach rtMs — im Sinne eines Uhrzeigers — bis Widerstand erfolgt. — Aqs Oesfnen des Hauptabsperrhahns geschieht durch Drehung in entgegengesetztem Sinne, bis Widerstand erfolgt. Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der Hauptabsperrhahn wieder geöffnet werden. Abzweigleitungen nach Waschküchen, Hofräumen, Gärten u. s. w. sind während des Winters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu entleeren und ertheilt hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur Auskunft, welcher die betr. Leitung gefertigt hat. Die Wassermesser sind während des Winters mit Stroh, Säcken oder ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellerfenster geschloffen zu halten- Durch diese Vorkehrungen wird dem Wafferabnehmer die Lieferung des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer aber werden Be« fchädigungen an Leitung und Gebäude fern gehalten. — Wir empfehlen daher vorstehende Vorsichtsmaßregeln allen Betheiligten zur ganz besonderen Beachtung. Gießen, den 2. December 1889. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. Für die vielen Beweise von Theilnahme und Liebe, die uns aus Anlass des Todes unserer guten Mutter Frau Pfarrer Bertha Ebel zu Theil geworden, sagen wir herzlichen Dank. 9809 Die trauernden Hinterbliebenen. Vermietungen. 9817] Große Parterre-Wohnung, 7 Zimmer nebst Küche und all tut Zubehör, ist per !. April zu der- mieth en.__________Alieestraße 11. 2116] Mehrere Logis, gleich beziehbar, zu oermiethen bei ___Martin Lenz, Marktplatz 22 9414] Eine Wohnung von 3—r Zimmern mit Wasserleitung und allem Zubehör, sogleich beziehbar, an eine ruhige Familie zu oermiethen. __________W. Kerber, Buchhändler. 8482] Südanlage 23, Nebenhaus: zwei Zimmer und Küche au ein älteres kinderloses Ehepaar oder einzelne Frau zu ver- miethen. b63»J Mein Nebenhaus ist an eine ruhige Familie zu oermiethen. Dr. Ploch. 9697] Ein freundliches Familienlogis im Hinterhause, 2 Zimmer, 2 Cabinete Küche und Zubehör, zu oermiethen. H. 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Tagesordnung: Vorlage des Berichtes, der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung für das abgelaufene Rechnungsjahr, Wahlen zum Aufsichtsrath. Gießen, am 2. December 1889. Der Vorstand des Hesstsch - Rheinischen Bergbau- Vereins. 9796 9696] Perfeet englisch Sprechen und Correspondiren wird in kurzer Zeit gelehrt. Näheres Kaplansgasse 18. 9804] Entflogen am Mittwoch drei junge Hahnen. Abzugeben gegen Belohnung^^________Seltersweg 31. 9797 Eine gesunde Amme sucht so- 9669] Suche in guter Lage der Stadt einen Laden zu miethen. Offerten an die Exp d. Bl. abzugeben Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Hrasrkfurter DSrse vom 6. December 1889. 4 pCt. Reichsanleihe 3V2 „ 4 „ Preuß. Consols 3Va , Schlußcourle 1 Uhr 15 Min. 107.5014 pCt. Ungar. Goldrente 103 2015 „ Italiener Rente 105.651 Oesterr. Silberrente 1^3 60! Ruff. Orient III. 86Z0 93.60 7400 66.80 Disconto-Commandit-Antheile 247.70 Darmstädter Bank-Actien 180.50 Dresdener „ „ 182.70 Berliner Handelsgesellsch -Antheile 206.00 Oesterr. Credit-Actien 270 87 „ Staats da Hn-Actien 202.00 Lombard. Eisenbahn- ,, 111.25 Tendenz: Buschtherader Eisenbahn-Actien Elbethal-Bahn-Actien Gotthard- ,, „ Schweizer Nordost-Bahn-Actien , West- Gelsenkirchener Bergwerks-Actien Oesterr Alpine-Montan- , ziemlich fest 337 75 187.75 175.10 134 90 37.30 209 50 8110 Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 6. December Oesterr. Ereüuactten Oesterr. Btaatdbahn-Aclien Dortmunder Union-Acttcn Darmstädter Bankactien 16970 101 90 134.90 181.00 DiSconr o-Eom.-Anröeij. H rrpn er Ostpreußen Bochumer Gußstahlacttn« Tendenz: still. 1889. 247.80 289.25 92 30 258 50 4 pCt. Gießener Obligationen —15 pHt. BuderuS-Obligationen IC 3 50 _________^eichSbank-Discont 5 pEt- — Frankfurter Bank?Diskont 5 p($t________ Redaction: A. Scheyda, — Drud und Verlag Der Brühl'scheu 2)mderei Hr. tibr. Preis ch) in lSießeru Die heutige Nummer umfatzt 6 Seiten. Samstag den 7. December. Gießener Anzeiger. Beilage zu Nr. 286. -1889. Locale» «nd provinzieller. Gießen, 6. December. t Nach dem uns vorliegenden 25. Hauptrcchenschafts- bericht der Großh. Hess. Centralbehörde des Vereins zur Unterstützung und Besterung der aus den Straf-Anstalten Ent lassenen für die Jahre 1886 und 1887 belief sich die Zahl der Mitglieder dieses Vereins im October 1885 auf 1563, im Oktober 1887 auf 1687 und beträgt zur Zeit 1786 Mitglieder. Darunter befinden sich 338 beitragzahlende Ge meinten, 25 mehr als in 1887. Die Einnahmen des Vereins betrugen in dem erwähnten Rechenschaftszeitraum 14,008 Ml. 70 Pf., welchen 10,609 Mk. 09 Pf. Ausgaben gegenüberstchenso daß Ende 1887 ein Kassevorrath von 3399 Mk. 61 Pf. vorhanden war. Die Einnahmen des Vereins setzen sich zusammen aus dem jährlichen Staatsbeitrag der Großh. Regierung und den Beiträgen der Vereinsmitglieder, aus Geschenken u. s. w., die Ausgaben bestehen in Unterstützungen für Vereinspfleglinge und Verwaltungs- kosten. Heber die Vereiusthätigkeit entnehmen wir dem Berichte Folgendes: Von 1334 in den vorgenannten Jahren aus ten hesfifchen Strafanstalten Entlassenen wurden 336 Pfleglinge in den Verein ausgenommen, unter welchen sich 28 weiblichen Geschlechts befanden. Es entfallen aus die Provinz Starkenburg 168, darunter wcibl. 12, aus Oberhessen 120, darunter 7 weibl., und auf Rheinhessen 48, darunter 9 weibl. Das Alter der ausgenommenku Pfleglinge anlangend, waren 16 unter 20 Jahre alt, 96 standen im Alter von 20—30 Jahren, 81 zwischen 30 und 40, 82 zwischen 40—50, 41 zwischen 50—60 und 17 im Alter von 60 Jahren und darüber. Als Uuterstützuugeu an Vereinspfleglinge wurden in beiden Jahren zusammen 6832 Mk. 36 Pf. bewilligt, von welchen auf Starkenburg 1405 Mk. .50 Pf., Oberhesfen 1199 Mk. 66 Ps. und Rheinhessen 288 Mk. 90 Ps. kamen. Verwendet wurden diese Unterstützungen : für Ermöglichung des Betriebs eines Handwerks oder Kleinhandels, zur Anschaffung von Hausgeräthe rc., zur Einlösung gepfändeter Gegenstände, zur Beftreituug von Erziehung-.- und Auswanderungskosten, sowie zum Unterhalte der Familien von Strafgefangenen während der Strafverbüßung. Außer den in den Jahren 1886 und 1*887 in den Verein aufgenommenen 336 Pfleglingen verblieben aus den beiden vorhergegangenen Jahren in der Vereinspflege 504, mithin standen in derselben 840 Pfleglinge, von denen 263 materiell nnterstützt wurden, 577 Pfleglinge blieben ohne Unterstützung. Von 478 beschäftigten Pfleglingen waren thätig: 202 als Handwerker, Meister, Gesellen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter u. s. w., 229 als Taglöhner, Knechte, Mägde, Hirten rc., 17 als Krämer, Händler, Makler, 14 als Strickerinnen, Näherinnen rc., 11 als Soldaten. Von den in den Jahren 1886 und 1887 Aufgenommcnen haben sich schuldig gemacht des Widerstands gegen die Staatsgewalt 8, Verbrechen und Vergehen wider die öffentliche Ordnung 4, Münzvcrbrcchen 4, Meineid 6, falsche Anschuldigung 1, Verbrechen und Vergehen wider die Sittlichkeit 31, Verbrechen und Vergehen wider das Leben 5, Körperverletzung 85, Verbrechen und Vergehen wider die persönliche Freiheit 4, Dieb stahl und Unterschlagung 93, Raub und Erpressung 2, Be günstigung und Hehlerei 11 , Betrug und Untreue 9, Urkundenfälschung 13, Bankern« 2, strafbarer Eigennutz 6, gemeingefährliche Verbrechen und Vergehen 12, Verbrechen und Vergehen im Amte 1 , Uebertretung (Landstreicherei, Betteln rc.) 38. Was die Aufführung der Psteglinge betrifft, so |tnb zu betrachten als gebessert (aus der Vereins- Aussicht entlassen) 80, als gut 205, als schlecht 188, als unverbesserlich ausgestoßen 4, als freiwillig ausgetreten 9, als abwesend, flüchtig, ausgewandert 153, als gestorben 49. Den günstigen Resultaten stehen mithin 192 positiv ungünstige gegenüber, li>3 haben sich der Vereinsaussicht ganz entzogen. — Aus ben vorstehend erwähnten Resultaten ist ersichtlich, daß das Wirken des Vereins in einer erheblichen Zahl von Fällen als ein ersprießliches bezeichnet werden kann, obgleich bei einer ganzen Reihe von Pfleglingen ein Erfolg der Ver einSthätigkeit nicht erzielt wurde. Mit Rücksicht auf die Wohlthätigkeit deS Vereinszweckes wäre cs wüuschenswerth, wenn dem Vereine immer neue Mitglieder zugeführt würden, sei es als zahlende oder doch als Vertrauenspersonen mitwirkende Mitglieder. Anmeldungen zum Beitritt als solche können bei den Großherzogl. Bürgermeistern zur Beförderung an die Bezirksvereins-Commissionen jederzeit abgegeben werden. — Ueber daS neue Reglement, tetr, die Uniformen für die Eivilbeamten ist zu berichten, daß es hiernach eine große und eine kleine Uniform giebt. Die große Uniform, welche nur bei bestimmten Feierlichkeiten u. s. w. getragen wird, bestellt ans einem Napoleonshut mit weißem Federbusch für die Minister und schwarzem für die Kreisräthe, einem Uniform^ rock, an welchem zwei Knöpfe zum Zuhalten beikützt werden, während der obere Brnsttheil aufgeschlagen getragen wird, mit Achselstücken wie die Stabsoffiziere. Kreisräthe haben in diesen Achselstücken von Silber einen, die Provinzial- directoren zwei Sterne. Die Minister tragen goldene Achselstücke. Dazu kommt noch eine weiße Weste, dunkle Hose mit breiter Goldborde. Die entsprechende „kleine" Uniform, auch Jnterimsuniform genannt, wird bei allen Sitzungen, Verhandlungen getragen. Regierungsräthe, Amtmänner, Assessoren haben eine ähnliche, je nach dem Range einfachere Uniform. Auf die Subalternbeamten bezieht sich die neue Uniformverordnung nicht. — Prüfung der Geometer. Die nächste Prüfung der Geometer wird am 3. März k. I. beginnen. Die tetr. Geometer Candidaten haben sich bis zum 20. Januar k. I. schriftlich bei Großh. Ministerium der Finanzen, Abtheilung für Steuerwesen, zu melden und ben Nachweis über die erhaltene Vorbildung, die Sitten- und Studienzeuguisse der öffentlichen ober Privatlehranstalten, welche sie besucht haben, unb das Zengniß über mindestens einjäh'ige praktische Einübung bei einem im Großherzogthnm beschäftigten Geometer erster Klasse ihren Eingaben beizuschließen. Wer die Be I stellung als Geometer erster Klasse erlangen will, hat außer- ' MWW» II I............... dem nach der Verordnung vom 15. Juli 1885 den mindestens einjährigen Besuch der technischen Hochschule zu Darmstadt nachzuweisen. — Gesuche um Zulassung zu den im Monat April k. I. stattfinbenden allgemeinen Prüfungen in dem Finanzfach und den technischen Fächern, sowie zu der spcciellen Prüfung der ersten Kategorie des Finanzsachs sind mit den vorgeschriebenen Bescheinigungen und den erforderlichen Anlagen innerhalb 4 Wochen bei der Prüsungscommission einzureichen. Den Meldungen zu den allgemeinen Prüfungen sind die Zeugnisse über bestandenen Acccß und Vollendung des practischen CursuS beizufügcn. Zu der Prüfung können nur solche Aspiranten zugelassen werden, welche vor Beginn ter Prüfung das 20. Lebensjahr zurückgelegt haben. Alsfeld, 2. December. „Gerecht muß man sein" und darum sind wir unserem neuen Kreisrath zu Dank verpflichtet, daß er energisch dafür eintritt, daß mit Eintritt der Dunkel heit die Fuhrwerke mit Laternen versehen sein müssen. Gar mancher, der sich dieser Anordnung nicht fügte, ist, wie man bei uns zu sagen pflegt, schon „geweht" worden, aber waS kürzlich passirte, war noch nicht da. Ein Gerichtsvollzieher, ein gemüthlicher, wirklich braver Mann, fährt von Grebenau heimwärts. Zwei Gendarmen begegnen ihm und er ladet dieselben zum Mitfahren ein. Gesagt, gethau, die Männer mit den Uniformen steigen ein und fort gehts im mäßigen Trabe. Da kommen oberhessische Bauern des Weges daher; //Ihr habt keine Laterne und es ist doch schon dunkel, gelt, wenn wir es wären, dann würden wir geweht!" rufen sie. Ader „mit des Geschickes Mächten und den Großherzogl. Gen darmeu ist fein Bund zu flechten", unser Gerichtsvollzieher wurde zur Anzeige gebracht, weil er ohne Laterne zur Nacht zeit gefahren war unb muß „drei Mark Strafe blechen". Tröstend meinte der gute Mann: „1 Mark 10 Pfennig habe ich wenigstens dabei gespart." „Wie so?" fragte ein Anderer. „Ei, ich hab' rners selber infinuirt." (Kl. Pr.) Schiffsnachrichten. Bremen, 4. December. (Per transatlantischen Telegraph.! Der Schnelldampfer Werra, Capl. R. BuisiuS, vom Worbbeutidjen Lloyd in Bremen, welcher am 23. November von Bremen unb am 24. November von Southampton abgegangen war, ist gestern 3 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Als preiswertes, practischesLSeihnachtSgeschenk empfehle ich: Rohseid. Bastroden (ganz ©eite) Mk. 16.80 p. Robe, sowie Mk. 22.80, 28 —, 34.-, 42—, 47.50 nabel- fertig. Es ist nicht nothwendig, vorher Muster kommen zu lassen; ich tausche nach dem Fest um, was nicht conoenirt. Muster von schwarzen, farbigen unb weihen Seidenstoffen umgehend. Briefe kosten 2u Pf. Porto. Seidenfabrik D^pöt <*• Henneberg (#. u. r. Hoflief.) Zürich. L94u9 Grdnikkt der hungernden Vögel im Schnee! Um mit meinem grossen Vorrath, passend zu practischen Weihnachtsgeschenken, zu räumen, verkaufe dieselben zu und unter Fabrikpreisen. Salon-Säulen Noten- u. Krug-Etageren. 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