Nr. 284. Zweites Blatt. Donnerstag den 5. December Der Hickner Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MonlagS. Die Gießener Aamilienötätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Generat-Wnzeiger. 1889. Vierteljähriger AvonncmenlspreiS: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchutstraße Kr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Gratisbeilage: Gießener Aamikienbtätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den fofflcnbm Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Deutsches Reich. Berlin, 1. December. Nach der dem Reichstage zugegangenen Uebersicht der Ergebnisse des Heeres- ergänzungsgeschästs für das Jahr 1888 sind in den alphabetischen und Nestantenlisten 1,405,183 Mann geführt worden. Davon sind als unermittelt in den Restantenlisten geführt 42/284, ohne Entschuldigung ausgeblicben 115,969, anderweit gestellungspflichtig geworden 325,885, zurückgestellt 492,581 , ausgeschlossen 1245, ausgemustert 45,548, dem Landsturm ersten Aufgebots überwiesen 91,524, der Ersatzreserve überwiesen 86,205, der Marine - Ersatzreserve überwiesen 407 (davon 368 aus der seemännischen, bezw. halb- seemännischen Bevölkerung und 39 aus der Landbevölkerung), ausgehoben 161,247, überzählig geblieben 27,458 und freiwillig eingetreten 14,830. Von den Ausgehobenen wurden für das Heer 158,453 (darunter 154,273 zum Dienst mit der Waffe, 4180 zum Dienst ohne Waffe) und 2794 für die Marine (darunter 1217 aus der Landbevölkerung, 1577 aus der seemännische« und halbseemännischen Bevölkerung) bestimmt. Es sind ferner vor Beginn deS militärpflichtigen Alters freiwillig eingetreten in das Heer: 12,326, in die Marine 779. Wegen unerlaubter Auswanderung sind ver- urtheilt von der Landbevölkerung 20,638, von der seemännischen und halbseemännischen Bevölkerung 487, noch in Untersuchung von der Landbevölkerung 15,274, von der seemännischen und halbseemänuischen Bevölkerung 306. Ausland. Manchester, 2. December. In der heutigen Versammlung des liberalen Vereins hielt Gladstone eine Rede, in welcher er an den Rücktritt des Ministeriums in 1880 erinnerte, welches es dem Auslände gegenüber unter Duldung der Unterdrückungen an Sympathie habe fehlen lassen. Die parlamentarische Opposition müsse dem Ministerium gegenüber Langmuth üben und den Handlungen desselben eine wohlwollende Auslegung geben. Auch die jetzige Opposition sei in den letzten drei Jahren von diesem Grundsätze geleitet. Ueberdies glaubte dieselbe im ganzen Vorgehen des Ministeriums eine Annäherung an die Prinzipien der englischen Politik erblicken zu müssen. Jndeß sei zu beklagen, daß Salisbury die beiden Posten des Premiers und des Staats- secretärs des Auswärtigen in seiner Hand vereinige. Für die liberale Partei sei jetzt der Zeitpunkt gekommen, wo sie bezüglich der auswärtigen Angelegenheiten die nämliche Wachsamkeit anwenden müsse, die in den Jahren 1876 bis 1880 j von ihr geübt worden sei. Anläßlich der Vorgänge aus Kreta sei eine große Unzufriedenheit entstanden, während sich in Armenien Dinge zugetragen, woraus die Aufmerksamkeit des englische» Volkes gelenkt werden müsse. Er hoffe, daß die Regierung diese Thatsachen, wobei es sich um das Eigenthum, um Menschenleben und um die Ehre der Frauen handele, nicht beschönigen und sich weder durch Apologien noch Ausflüchte, nach welchen die Dinge als innere Angelegenheiten behandelt würden, Hinhalten lassen werde. Vermischtes. — lieber die Schädlichkeit der Katzen äußert sich Herr Dr. Böcker zu Gröbers in einer der letzten Nummern des zu Frankfurt a. d. O. bei Trowitzsch erscheinenden „Practischen Rathgebers im Obst- und Gartenbau" aus Grund langjähriger eigener Erfahrung in dem Sinne, den auch das Reichsgericht als berechtigt anerkannte, indem es das Abschießen der in fremden Gärten umherwildernden Katzen für straffrei erklärte. Dr. Böcker schreibt: „Alles Wegfangen der gefiederten Sänger in der Zugzeit zum Zwecke des Verkaufs als Stubenvögel hat nicht den hundertsten Theil so verderblichen Einfluß auf den Bestand unserer besten Sänger, Nachtigallen, Grasmücken u. s. w., als das Rauben der Katzen. Es ist nicht übertrieben, wenn man behauptet, daß in Dörfern nur eins von hundert aller Gehecke der niedrig bauenden Sänger hoch kommt! Die Katzen schleichen die ganze Nacht in den Gärten umher, spioniren bald jedes Nest aus und sangen die Alten aus dem Neste. Entgeht ihnen wirklich einmal ein Nest in der ersten Zeit, so fällt es ihnen bestimmt zum Opfer, sobald Junge darin sind, da diese das Nest durch ihren Unrath oder durch ihr Zirpen verrathen. Der ganze Bestand der insecten- fressenden Sänger rekrutirt sich aus den wenigen Gärten, die mit aller Sorgfalt von Katzen rein gehalten werden, aus Fasanerien, wo dies ja auch der Fall ist, und aus den von Wiesen umgebenen Wäldern. Hält man von einem gebüschreichen größeren Garten die Katzen mit aller Energie fern, so wird man die Freude haben, den Garten mit Singvögeln baldigst bevölkert zu sehen. Ich kann hier aus Erfahrung sprechen. Als ich vor 9 Jahren nach meinem jetzigen Wohnort, einer von den nächsten Dörfern ein bis zwei Kilometer abliegenden Zuckerfabrik, kam, fanden sich sowohl in meinem zwei Morgen großen, als auch in dem sechs Morgen großen Garten meines Nachbars, welche beide parkartig angelegt und mit vielem Gebüsch versehen sind, nur ein Amsel paar, einige Hänflinge und viele zerstörte Nester vor. Als ich meine Verwunderung aussprach, daß keine Nachtigall und nur so wenig andere Sänger da waren, wurde mir gesagt, daß sich die Vögel nur kurze Zeit hier aushielten und wahrscheinlich aus Mangel an Nahrung weiterzögen. Mir wollte der Grund nicht recht einleuchten, auch führten die vielen zerrissenen Nester eine nur zu beredte Sprache. Ich stellte mich nun im Frühjahr Abend für Abend aus den Katzenanstand und schoß in dem Jahre einige zwanzig Katzen, was zur Folge hatte, daß die Nachtigall und zahlreiche andere Singvögel blieben, und nur wenig Nester den Katzen zum Opfer fielen. Dies Verfahren setzte ich Jahr für Jahr fort und vertilgte jährlich etwa 15 Katzen, welche von den umliegenden Dörfern gestrolcht kamen, da auf der Fabrik keine Katzen gehalten wurden. Jetzt mache ich mir die Sache bequemer; ich habe in die die Gärten umgebende Mauer Löcher brechen lassen und sogenannte Lauffallen davor gestellt. Hierin fängt sich jedes Raubthier unfehlbar. Es hatten sich in diesem Frühjahre bereits 11 Katzen gefangen, welche unerbittlich getödtet wurden. Meine Mühe hat sich in kaum glaublicher Weise belohnt, denn in dem letzten Jahre haben in unseren Gärten ihre Brut groß gebracht: 3 Paare Nachtigallen, 2 Paare Mönche, 3 Paare graue Grasmücken, 2 Paare Sperbergrasmücken, 4 Paare Weißkehlchen, 3 Paare Müllerchen, 2 Paare Wendehals, 2 Paare Gartenroth- schwänzchen, 7 Paare Fliegenschnäpper, 12 Paare Bachstelzen , 1 Paar Kohlmeisen, 25 Paare graue Hänflinge, 35 Paare grüne Hänflinge, 1 Paar Buchfinken. Zusammen 102 Paare Singvögel. Dieses Jahr wird der Bestand dem Anscheine nach noch größer. Solche Zahlen beweisen wohl zur Genüge, welchen unendlichen Schaden die Katzen der Vogelwelt zusügen; man kann es daher keinem Gartenbesitzer verdenken, wenn er mit allen Mitteln das Raubgesindel zu vernichten sucht. Ein Freund von mir, welcher in seinem Parke dieses Jahr Fasanen aussetzte, hat in den Lauffallen einige zwanzig Katzen gefangen. Jetzt wundert er sich nicht mehr, weßhalb sich m seinem Parke in anderen Jahren keine Singvögel halten wollten. Dieses Jahr hat er genug. Die Katze gehört in das Haus und in die Gehöfte - bleibt sie dort und fängt Mäuse, so ist sie ein Hausthier, — strolcht sie im Freien umher, so bringt sie nur Schaden und ist als Raubthier zu vernichten. Der Nutzen der Katzen wird wohl in den meisten Fällen überschätzt. Wir haben auf den zur Fabrik gehörenden Gütern nicht mehr Mäuse und Ratten, seitdem wir die Katzen abgeschafft haben. Dasselbe ist bei vielen meiner Bekannten Feuilleton. Das Mchtenmachen der Kinder. Von A. vom Rhein. Die fröhliche selige Weihnachtszeit, das schönste Fest der Christenheit, welches so viel herzinnige Freude, so viel unschuldvolles Glück, so zahlreiche jauchzende glückliche Kinder- gesichtchcn hervorzaubert, treibt auch eine verderbliche Blüthe, die des Fürchtenmachens der Kinder. Kein Monat im Jahre hat wie der December etwas dem Nikolaus und dem Christkindchen Aehnliches aufzuweisen, und wie oft speciell die Namen „Nikolaus" und „Knecht Ruprecht" als Schreckgestalten benutzt werden, brauche ich nicht besonders zu sageu. Das Christkindlein an sich wird schon viel seltener grausig ausgemalt und nur mitunter, wenn die lieben Kleinen ihre Neugier absolut nicht bezwingen wollen, sagt einmal die Mutter oder die Tante: „Das Christkindchen guckt Dir die Augen aus" oder einen ähnlichen Unsinn. Ja Unsinn! Ich muß eß so nennen, nicht weil der Satz und fein Inhalt mir diese scharfe Bezeichnung auspreßt, sondern, weil dies Fürchtenmachen von den schrecklichsten Folgen begleitet sein kann. ' Der „Nikolaus", das Hauptschreckgespenst, macht nicht nur vor dem 6. December seine Runde, sondern marschirt munter mit dem Christkindcheu Arm in Arm bis zum heiligen Abend- es ist besonders der Helfer in der Noth, wenn es gilt, Kinder von etwas abzuhalten, weil seine Gestalt selbst größeren Kindern Furcht einzuflößen pflegt. Eltern aber, die auf solche Weise ihren Kindern Gehorsam beibringen oder sie von etwas abhalten wollen, begehen ein großes Unrecht, weil sie das Nervensystem ihrer Kinder aufs Empfindlichste schädigen können. Die Erwiderung, daß es geschehe, um den Kindern am Weihnachtsabend eine um so größere Freude zu machen, kann ich nicht als eine genügende Entschuldigung gelten lassen. Ich werde wohl kaum mit diesen Zeilen die schreckliche und fast allgemein verbreitete Unsitte, vom „schwarzen Mann", dem „Butzemann" oder ähnlichen Schreckgestalten zu den Kindern zu reden, ausrotten können, aber ich will sie doch nach Kräften bekämpfen und hoffe umsomehr auf Erfolg, als dieses Blatt allgemein gelesen wird. Bei Tage mag das Wort „schwarzer Mann", „Nikolaus" uni) dergleichen manchmal auf die Kinder keinen Eindruck machen, desto mehr aber bei Abend und Nacht. Lasset Euch also, Ihr Mütter, durch die scheinbare Gleichgültigkeit Eures Kindes am Hellen Tage nicht verleiten, recht gräuliche Gestalten auszumalen, in der Meinung, das Kind fürchte sich nicht. Bei lichtem Tage sieht Alles freundlicher aus, bei craffer Dunkelheit dagegen überschleicht selbst den unerschrockensten Mann — ich will nicht sagen ein Gefühl der Angst oder Furcht, sondern des Unbehagens, der Unsicherheit. Und dieses Gefühl, das uns Menschen — ich darf wohl sagen ohne Ausnahme — von Geburt aus innewohnt und sehr erklärlich ist, ist bei dem Kinde, welches noch nicht alle Dinge wie der Erwachsene begreift und erkennt, viel stärker ausgeprägt. Es werden darum, sobald es Abend wird und völlige Dunkelheit herrscht, Eure Schreckgestalten von neuem vor seinem geistigen Auge auftauchen, es wird sich fürchten und einen dunkeln Raum allein nie, in Gesellschaft eines Erwachsenen nur ungern betreten. Wird es gezwungen, allein ins Dunkle zu gehen — ein solcher Zwang wäre übrigens, wenn die Eltern die Furcht gepflegt haben, eine schreiende Ungerechtigkeit und Härte! — so wird es das zitternd und bebend thun, sein ganzes Nervensystem geräth in Aufregung, und wenn nun zufällig sich ihm eine Gestalt in den Weg stellen sollte, so ist 10 gegen 1 zu wetten, daß das Kind vor Angst in Krämpfe fällt, die vielleicht zeitlebens Spuren zurücklassen. Bedenkt also wohl, Ihr Eltern, besonders Ihr Mütter, was Ihr auss Spiel setzt, wenn Ihr Euren Kindern Furcht einflößt! Ich kenne ein kleines Mädchen, das viertel- und halbe- stundenlang das Köpfchen nicht mehr zu erheben wagt, wenn vom Nikolaus die Rede ist, und es schlägt nur Jemand, der dicht und erkennbar neben ihm steht, das Kleid über den Kopf. Das Kind zittert bann wie Espenlaub und ist todten- bleich vor Angst. Und dieser Effect ist durch das einmalige Erscheinen des Vaters als Nikolaus, der den Kindern Nüsse und Aepsel wirft, hervorgebracht worden- der Vater, der es herzlich gut meinte, bereut feine Handlung jetzt bitter und gibt sich alle Mühe, dem Kinde klar zu machen, daß es einen Nikolaus nicht gibt. Vorläufig aber kann das Kind feiner Furcht nicht Herr werden. Es hat eben den Nikolaus gesehen und nun will es ihm absolut nicht in den Kopf, daß es einen Nikolaus nicht geben soll. Von den zahlreichen Unannehmlichkeiten, daß z. B. die Kinder nicht zu Bett gehen wollen, daß Jemand bei ihnen bleiben muß bis sie einschlafen, welche alle durch das Fürchtenmachen hervorgerufen werden, will ich gar nicht reden - diese Dinge scheinen mir gering im Vergleich zu der gesundheitlichen Frage. Ich kann cs den Eltern nicht warm genug ans Herz legen, dem Kind statt Furcht stets Muth einzuflößen, es ins Dunkle zu führen, ihm Alles zu zeigen und zu erklären, aber natürlich nicht, nachdem man erst Gespenster hat erscheinen lassen, sondern vom ersten Augenblick an. Zwar wird ein Kind, das man nie Furcht hat kennen gelehrt, ganz von selbst muthig sein — insoweit man natürlich bei einem so jungen Geschöpf von Muth überhaupt reden kann — aber es ist besser, man thut in der Beziehung lieber etwas zu viel, denn das Gegentheil. Eltern, die ihre Kinder zu erziehen wissen, brauchen übrigens keinen „Butzemann" und „Nikolaus". Ihr Wort muß genügen und wenn's nicht anders geht, so nehme man lieber den Stock und verschaffe seinen Worten Respect, als man erzwinge den Gehorsam durch den „Butzemann und Consorten". Fort darum mit der gefährlichen Unsitte des Fürchtenmachens der Kinder. ----------- der Fall. Durch richtig angewandtes Gift erreicht man mehr als durch Katzen, zumal letztere selten Ratten fangen. Ich richte zum Schluß an alle Gartenbesitzer die Bitte, mit allen Kräften dafür zu sorgen, daß ihre Gärten mit Singvögeln bevölkert werden. Sie werden alsdann vergeblich nach Raupennestern suchen und der fröhliche Gesang unserer gefiederten Gehilfen wird jede Mühe reichlich lohnen." Den obigen Mittheilungen lassen wir noch eine Nachricht aus Posen folgen, welche schließen läßt, daß auch dort die Katzen ihre Schuldigkeit nicht rhun. Die Stadt Posen steckt derart voller Ratten, daß schon zu behördlichen Vorkehrungen gegen die Plage aufgefordert wird. Der „Goniee Wielk" berechnet, daß die Ratten der Bürgerschaft mehr kosten als alle städtischen Armen zusammen. Das genannte Blatt nimmt an, daß in der Stadt circa 100,000 Ratten existiren und jede derselben täglich für 3 Pfg. verzehrt, resp. Schaden macht,- das macht jährlich für jede Ratte 10 Mk., für 100,000 Ratten also 1,000/300 Mk. aus, während die Armen der Stadt jährlich 200,000 Mk. kosten. — Eine Entführungsgeschichte mit dem denkbar verblüffendsten Ausgang ist kürzlich in der brasilianischen Provinz Piauhy vorgekommen. Dort liebte ein Jüngling ein Mädchen, dessen Mutter, eine Wittwe, sich der Heirath widersetzte. Die Liebenden fanden Mittel, Briefe zu wechseln und schließlich forderte der junge Mann die Geliebte auf, sich von ihm rauben zu lassen. Er bestimmte eine Nacht für das dunkle Werk. Pünktlich ist er zur Stelle — das Haus thut sich auf — die bekannte Gestalt in dem langen Mantel, den sie gewöhnlich trug, tritt hervor, das Haupt verschleiert — sie winkt — er stürzt auf sie los — zieht sie mit sich zu seinem treuen Roß und hebt sie in den Sattel. Dann springt er selbst hinauf und bebend vor Wonne und Erregung sprengt er, die Angebetete im Arm, durch Nacht und Wind von dannen. Niemand spricht ein Wort während des stürmischen Rittes. Jetzt sind sie am sicheren Ort. Er hebt sie vom Pferde und entschleiert sie, um sie zu küssen. Aber entsetzt fährt er zurück — vor ihm steht seine wuthschnaubende — Schwiegermutter in spe. Sie hatte den Bries aufgefangen , ihre Tochter zu einem Bruder gebracht und dann dem frechen Räuber diese unangenehme Ueberraschung bereitet. Locales und provinzielles. Gießen, 4. December. — Kunstverein. Die Ausstellung von Gemälden und Zeichnungen des russischen Hofmalers Michael von Zichy. Man muß es dem Vorstande des hiesigen Zweiges des Kunstvereins für das Großherzogthum Hessen Dank wissen, daß er uns in der Ausstellung dieses Bilder-Cyclus einen Genuß ganz eigenthümlicher Art bereitet hat, denn es ist eine Special-Ausstellung von Werken eines einzigen und ganz eigenartigen Künstlers, und eines Künstlers obendrein, der den Meisten von uns bis dahin wohl nicht einmal dem Namen nach bekannt war. Zichy? Man wußte wohl von dem alten und berühmten magyarischen Grafengeschlecht dieses Namens; demselben gehört unser Maler jedoch nicht einmal an, ist überdies bürgerlicher Herkunft. Aber in Ungarn ist er auch geboren und zwar am 15. Ocrober 1827, mithin ein Altersgenosse unseres Arnold Böcklin, der nur um einen Tag jünger ist, beide also jetzt 62 Jahre alt. Russen und Magyaren sind sonst nicht die besten Freunde- aber Michael Zichy hat es „in Petersburg zum Hofmaler und, wie es scheint, auch zum Adel gebracht. Zichy ist ein Schüler des 1865 verstorbenen bedeutenden Genremalers Ferd. Waldmüller in Wien, auf dessen Rath er auch 1847 eine Berufung als Lehrer der Großfürstin Katharina, einer Nichte des Kaisers Nikolaus, nach Petersburg annahm, wo ihn der französische Dichter und Kunstschriftsteller Theophile Gautier „entdeckte" und durch seine Kritiken zuerst in weiteren Kreisen bekannt und berühmt machte. Die Jahre 1850—1856 verbrachte Zichy wieder in seiner Heimath Ungarn und in Oesterreich, worauf er neuerdings nach Rußland berufen wurde, um die Krönungsfeierlichkeiten in Moskau durch seinen Pinsel zu verewigen, und alsdann die Bestallung als kaiserlich russischer Hofmaler zu erhalten, als welcher er von 1858 bis 1874 ihätig war. Zwischendurch machte er auf Einladung des Prinzen von Wales mehrfache Ausflüge nach England und Schottland. Als er den russischen Hof, mit den höchsten Orden geschmückt und Mitglied der Kaiser!. Akademie in St. Petersburg, verließ, nahm er in Paris seinen Aufenthalt, wo er mehrere ausgezeichnete Schüler heranbildete, um dann 1881 auf einen an ihn ergangenen Ruf Kaiser Alexander II. zum zweiten Male nach Petersburg zurückzukehren, -woselbst er noch gegenwärtig lebt. Zichy ist ein Historien- und Genremaler von hervorragender Bedeutung, ausgezeichnet durch geistvolle und beziehungsreiche Conception, Meister der Form und höchst effect- voll in der Farbengebung, in Composition und Colorit unverkennbar unter dem Einfluß der französischen Schule stehend. Als sein bestes und einfachstes Werk gilt das im Auftrag der ungarischen Regierung für das Pester Nationalmuseum gemalte Bild: „Kaiserin Elisabeth am Sarge Franz Deaks." Das ist der ungarische Maler Michael Zichy (ein Bruder desselben, Anton, ist ein namhafter ungarischer Schriftsteller), in dessen künstlerisches Schaffen uns die hiesige Ausstellung von genau 80 seiner Gemälde und Zeichnungen einen überraschenden Einblick gewährt. Betrachten wir sie uns etwas näher. Wir nennen zunächst die 15 Kohlenzeichnungen zu des ungarischen Dichters Emerich Madach (f 1864) Hauptwerk: „Dre Tragödie des Menschen", welche in dialogischer Form eine Entwickelungsgeschichte der Menschheit von dem Sündenfall bis zur Neuzeit gibt. Hier hat also der ungarische Maler gewissermaßen den ungarischen Dichter illustrirt. Von der Erschaffung des Menschen und dem Bau der Pyramiden an führt uns hier der Maler den langen Passionsweg der Menschheit bis zur Guillotine und noch darüber hinaus. Es ist nur sehr zu beklagen, daß diese, wie die noch weiter zu erwähnenden Bitdercyklen ohne jeglichen erläuternden Com- mentar, ja sogar ohne jede Unterschrift, und doch aus sich selbst heraus nicht alle zu erklären' sind, wodurch der Genuß derselben bedeutend erschwert und beeinträchtigt wird. Wir gehen weiter. Auf Pappe Grau in Grau gemalt (sogen. Grisaille) mit theilweise ausgesetzten braunen Tönen stellen sich uns fünf „Illustrationen zur österreichisch- ungarischen Monarchie, besonders aus der ungarischen Sagenwelt" vor. Was wir ohne Commentar aus diesen Bildern herauslesen können, das ist lediglich, daß sie Reiterzweikämpfe, eine Leichenbestattung, Todtenfeier und eine Hexenscene darstellen. Sie sind flott und mit großer Bravour, aber in einer Weise gemalt, als wenn sie bestimmt wären, durch die Photographie vervielfältigt zu werden. Folgt nun eine Sammlung von 26 kleinen, unter Glas und Rahmen befindlichen Federzeichnungen zum „Panther- fell", einer Dichtung des uns unbekannten, dem Namen nach wohl italienischen Dichters Rustarelli, die durch ihre wundervolle technische Ausführung kaum unterscheiden lassen, ob wir hier Kohlenzeichnungen, Aqua-Tinta-Blätter, Kupferoder Stahlstiche vor uns haben. Die Lineamente und Schrasfirungen find so wunderbar sein und exact auf diesen Bildern ausgeführt, daß es fast unglaublich erscheint, so etwas mit der Feder auf Papier zu ziehen, und man schwören möchte, hier den Abdruck einer Metallplatte vor sich zu sehen. Wir kommen zu dem letzten Bilder-Cyklus, der in gewissem Sinne die Perle der ganzen Zichy-Ausstellung bildet: 24 Bleistiftzeichnungen zu dem Roman „Prinzessin Mary" des berühmten russischen Dichters Lermontow. Thut sich in der vorhergegangenen Serie von Zeichnungen zum „Panthersell" die ganze Zauberwelt des Orient auf, so hierein Stück Leben aus der vornehmen russischen, namentlich der militärischen Welt, das sich auf dem Hintergrund äußerst charakteristischer Landschaftsbilder abspielt. Hier wie dort entbehren wir schmerzlich die Kenntniß der zu Grunde liegenden Dichtung, denn auch „Prinzeß Mary" ist uns sremd, und die auf jedem dieser 24 Blätter in russischer Sprache gegebene Erklärung kann uns auch nicht aus der Verlegenheit helfen; — aber immerhin eher noch können wir uns aus denselben einen Roman herauslesen als aus den Märchenbildern zum „Panthersell", den Faden der Erzählung enträthseln, welche aber allem Anschein nach „gut endet", denn die Liebenden „kriegen sich" am Schluß, indeß Lermontows russische Dichtung natürlich in Moll ausgeht, d. h. mit dem Tode des Helden, eines jungen russischen Offiziers, als dessen Gegner ein tscherkessischer Offizier erscheint, der sich feindlich zwischen ihn und seine Liebe — Prinzessin Mary — stellt. Diese Bleistiftzeichnungen gehören in der Reinheit ihrer Contur und der meisterhaften Führung des Stifts zu dem Schönsten, was wir seit Langem in diesem Genre gesehen haben, und eröffnen Jedem, der sich liebevoll in dieselben vertieft, eine Quelle großen und reinen Genusses. Man meint gar nicht, daß das Werke desselben Künstlers seien, welcher die großen Bilder ä la Wiertz geschaffen, und bedauert nur, daß diese armen Blätter so nackt und bloß und alles Schutzes von Glas und Rahmen bar mit Nägeln an die Wand geheftet sind! , Werfen wir schließlich noch einen Blick auf die als „Etudes des femmes“ bezeichneten, vortrefflich in schwarzer und rother Kreide ausgeführten weiblichen Actstudien, un* wir können eine Ausstellung verlassen, die uns einen bis dahin uns noch fremden Künstler kennen lehrte, und von der wir nur zu beklagen haben, daß sie in diesen trüben December- tagen und in einem an sich wenig geeigneten Locale stattfinden muß. Emil Pirazzi, Offenbach. Universität» • Nachrichten. — Die „deutsche Karl-Ferdinands-Unioersität" zu Prag versendet soeben ihren „Personalbestand zu Anfang des Studienjahres 1889/90". Darnach ftubtren dort gegenwärtig nur 22 deutsche Studenten, im letzten Sommer waren e5 21 gewesen. — Der Professor der Theologie und Vorsteher des christlich- archaologtschen Museums zu Berlin Ferdinand Piper, ist, 78 Jahre alt, gestorben. — Dr. Lazar Oppenheimer, bisher Prioatdocent des Strafrechts an der Universität Freiburg, ist zum außerordentlichen Professor ernannt worden. — Aus München schreibt man der „Frkf. Ztg.": Der älteste Neffe des Prinz-Regenten von Bayern, der einstige Thronerbe Prinz Rupprecht, besucht während des.Wintersemesters die hiesige Ludwig- Maximilians-Unioersität und die Technische Hochschule. In ersterer hat er drei College, in letzterer zwei belegt. — Die Frtedrich-Wtlhelms-Universität in Berlin hat in diesem Winterhalbjahr einen nur mäßigen Zuwachs an Zuhörern im Ver- hältniß zum Vorjahr erhalten, was im Hinblick auf den bisherigen Ueberfluß an Studtrenden nicht beklagt wird. In Bezug auf die Universität äußerte neulich einer ihrer eifrigsten Förderer, zu normalen Zuständen in ihr würde mau erst wieder kommen, wenn die gegenwärtige Besuchsziffer von mehr als -5000 auf 3000 herunterginge, denn nur auf die letztere Zahl von Studirenden wäre die Hochschule nach Raum und Lehrkrätten zugeschnitten. Straßburg. Die Zahl der Studtrenden der Kaiser-Wilhelms- Universität beläuft sich gegenwärtig auf 929; im vorigen Sommer Halle dieselbe 874, im letztoerflossenen Winter 881 betragen. Literatur und lümft. — Stanleys kühner Zug zu Emin Pascha, der Rückmarsch beider nach der Ostküste, Frankreichs neueste Besitzergreifungen im westlichen Sudan, die Ausbreitung der italienischen Schutzgebiete am Rothen Meere und an der Somaliküste, die riesigen Gebietsausdehnungen Großbritanniens zwischen Oranje und Sambesi, die Erweiterung des deutschen Länderbesitzes — diese und andere hochbedeutende Vorgänge, welche die Spalten der Zeitungen täglich mit neuen und neuesten Nachrichten füllen, concentrtren das Interesse der ganzen civtlisirten Welt auf den dunklen Erdtheil. Zur genauen Verfolgung der Tagesereignisse in Afrika können wir als das vorzüglichste Orientirungsmittel die im Verlage von Carl Flemming in Glvgau soeben in 33. Auflage neu erschienene General-Karte von Afrika, auf welcher alle geographischen Daten bis auf den neuesten Siand sauber und präcis nachgetragen sind, aus vollster Ueberzeugung empfehlen. Längst rühmlichst bekannt durch eine geradezu mustergtltige Ausführung, durch penible Genauigkeit und ebenso leichte Uedersichtlichkeit wie Handlichkeit verdient diese Karte von Afrika (Maßstab 1: 14,500,000) bei ihrem außerordentlich niedrigen Preise von 1 JL die weitgehendste und allgemeinste Beachtung. Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seidenfabrik-D'Pöt von G. Henne- berg (ft. u. K. Hoflief) Zürich versendet gern Muster von seinen echten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei ins Haus. 8136 4,0 «R. 0,99 Par. Zoll. 1,97 „ „ Wöchentliche Aebersicht der Todesfälle in Gießen. 48. Woche. Vom 24. November bis 30. November 1889. Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterbltchkeitsziffer: 21,9 o/^. Kinder Es starben an: Zusammen Lungenschwindsucht 1 (1) Gehirnhautentzündung 1 Lufteintritt in die Brusthöhle 1 Diphtherie 2 (1) Stimmritzenkrampf 1 Angeb. Ledensschwäche 2 ___ Summa: 8 (2) 3 (1) 3 2 (1) Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen im im-LJ—miiMmi ni!iim|Miiii"l|ii| miniinn mmnijjoit" -.'tjitjv Jin ilj.ihilijj Temperatur in Meßen. November 1889. Niederste — Mittlere + Mittel früherer Jahre + Höchste........+ Niederschlag an 10 Tagen im Mittel früherer Jahre an 16 Tagen : Erwachsene: tm vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: 1 (1) 1 — - - 2 ?1) - 1 — J» He Fühl*, Sonnenstrasse 25 [9235 Puppenköpfe in Patentmafse, Holz penköpfeinPatentmafse, Holz Thifarfiim Porzellan, mit und ohne Frisuren. Jr ™ Jr jr r 'AJ v 11. und poplllär-natllrwjffenschattl. Kerla^ von VUo Meifert, Stuttgart. Strümpfe, sowie sämmtliche ;er Auswahl: Arme und Beine, Schuhe und empfiehlt in gro Angekleidete Pupper«, Puppengestelle in Stoff und Leder, Gelenkpuppen in allen Größen, Nahnier, Physiologie, broschiert M. 5.— gebunden M. 6.— Alsberg, Anthropologie, drosch. M. 6.— gebunden M. 7.— Rovinäßler'Engrl, Die Geschichte der Erbe, 4. Aufl., br. M. 6, geb.M.7. Roßmiibler, Die vier Jahreszeiten, 6. Aufl.. br. M. 5, geb. M. 7. Carns Sterne, Die allgem Weltan- schaunng, br. M. 6., geb. M. 7.50. Klein, Allgem. Htmmelökunde, 2. Aufl. br. M. 5.—, geb. M. 6.—. Heß, Pros. 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Wie alljährlich von heute bis Weihnachten bedeutend ermäßigte Preise. Bekanntmachung. Zur Empfangnahme oder Beischreibung der Zinsen pro 1889 für Einlagen zur hiesigen Spar- und Leibkasse sind folgende Zahltag- festgesetzt worden: Donnerstag den 5. December 1889, Samstag ,7. w „ Dienstag „ 10. Mittwoch „ 11. „ ■ Donnerstag „ 12. w , Samstag , 14. „ w Dienstag , 17. „ „ Mittwoch , 18. „ „ Donnerstag „ 19. „ SamStag „ 21. „ Montag , 23. „ „ Dienstag „ 24. Die Einleger werden deßhalb ersucht, ihre Zinsen an einem der oben genannten Tage unter Vorlage der Scheine in Empfang zu nehmen oder beischreiben zu lasten. Die Vorlage der Scheine ist diesmal um so nothwendtger, als mit dem 1. Januar k. I. Einlagebüchelchen ausgegeben und die alten Scheine etngezogen werden. Die Gr. Bürgermeistereien des Sparkastebezirks werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung im Interesse ihrer Ortsangehörigen aut geeignete Weise zu deren Kenntniß zu bringen Gießen, am 11- November 1889. Der Rechner der Spar- u. Leihkasse Gießen Doering. Donnerslag d. 19. Drrbr. I. A, Nachmittags 2'/, Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den «eorg Dietrich Dörner Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur I Nr. 33 — 106 Meter Hofraum in der Mühlgasse, Flur I Nr. 33 b — 25 Meter Grabgarten daselbst, Flur I Nr. 43 — 62 Meter Hofraithe in der Neustadt, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 6. November 1889. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Bogt. 9007 Donnerstag d S. Deebr. l. I., und Freitag den 6. Deebr. l. I., Nachmittags Vz2 Uhr, werden in der Löberstraße Nr. 6: Mobilien, Haus- und Küchengeräthe, namentlich: Tische, Stühle, Sopdas, Kleiderschränke, Commoden, Küchenschrank mit Glasaussatz, Spiegel, Bilder, Bettstellen mit oder ohne Sprungfeder - Einlagen, Federbetten, Küchengeräthe aller Art, besonders emaiüirtes Küchengeschirr, Glas- und Porzellansachen, Waschbütten gegen Baarzahlung versteigert. 9721 Iieilgekotenes. aus Lager. [9600 Ernst Lotz 7927 Anerkannt bestes 9638 wasserdichtes Lcderfett empfiehlt Wilh. Herbert. Grosses Möbellager Güßen, Neustadt 11. 20 verschiedene Sorten Blühte Frische Rapskuchen, „ Leinkuchen, ,, Palmkuchen, „ Mohnkuchen nur in prima Qualität billigst zu haben bei 9624 J. M. Schulhof. Aachener Badeöfen für Gas. Liefern sofort heisses Wasser. Weberraschend schnelle Erwärmung eines Bades Le 0.7 cbm. Gasconsum. 5 6 goldene und silb.Medaillen. 6000 Francs Prämie von der Stadt Brüssel für besten Gasofen. 1G. Men Sohn Carl, Aachen. Referenz: Jede Gasanstalt. Regenerativ-Gasheizöfen •*» Abführung der Heizgase, für Salons, Wohn Sehlaf- und Krankenzimmer, grosse Säle, Kircher StäNifcfje Leihstaiist Unciwn zu JHaröurfl. Montag den 9. December d. I., Vormittags 9 Uhr anfangend, wird im Rathhaus-Saale die Versteigerung der bis Ende März d. I. verfallenen Pfänder, und zwar von Pfandnummer 16958 bis einfchl. 17854, bestehend in Kleidungsstücken, Bett- und Tisch- re Leinen, Federdrcken und Kissen, Uhren, Gold- und selber fachen rc. rc., fortgesetzt. Die Sparkaffe ist für dieser. Tag geschloffen. Marburg, 27. November 1889. 9608 _________________________Sie Stobt. Leihtmntr-Perwaltung •eeeeeeeeeeeeeee Marktstrasse 2 Willi. Klee Marktstrasse 2 empfiehlt zu Weihnachten: Große Auswahl in Gesangbüchern mit seinen Einbänden, Biüet- und Bries-Papieren mit Monogramms, Visitenkarten, Postpapieren und Couverts mit Firma u. s. w. 9610 Po rsie-. Schreib- u. 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Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Fräulein Amalie Bunsa (Nordanlage 41), Frau Oberbürgermeister Stamm (GrünbergerstrHe 1), grau Dr. Brüel (Neuenbäue 41), Frau Amtsrichter Gebhardt (Mrten- straße 15), Fräulein Emilie Langermann (Südanlage 21), Frau Marrer Naumann (Südanlage 8), Frau Louise Ottens (Bismarckstraße 11), Frau Auguste Schwan (Settersweg 64), Fräulein Louise Wort mann lAsterweg 16). Auch die Schwestern unserer Anstatt sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen. Gießen, den 11. November 1889. s n H Fr, Seibel, 9381] Neuenweg 7. u h empfiehlt 9196 20 17 15 16 14 16 14 18 16 Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Naumann, Pfarrer. Eine Parthie trüb gewordene Wäsch-, sowie ein Posten zurückgesetzter Wollwaaren bedeutend unter Preis. G-eschw. Heerz, Ausverkauf einer Parthie wollener Tücher und Eaputzur, Nlumen, Hüte, Bänder, federn, Pelüsch u. 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Hofrath Professor Oncken: Bismarck am Bundestage 1851 —58. . u 3. Privatdocent Dr. Groos: Probleme der Malerei und Plastik. 4. Professor Netto: Die vierte Dimension. 5. Professor Co sack: Richard Wagner als Dichter. Der Ertrag ist zu einem wiffenschastlilen Zwecke bestimmt. Abonnementskarten (für 1 Person zu 3 «A für zwei Personen derselben Familie zu 4 «X, für 3 und mehr Personen zu 5 _ 9627] Das Logis in unserem Neubau, Kaplansgasse Nr. 14, bestehend aus drei Zimmern, Cabinet, Küche, Bodenkammer mit Zubehör, ist per sofort anderweit zu vermiethen. Brüder Schmidt, Eisengeschäft. _ 9697] Ein freundlicht s Familienlogis im Hinterhausc, 2 Zimmer, 2 Cabinete Küche und Zubehör, zu vermiethen. H. 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