Nr. 4. Samstag den 5 Januar 1888. Amts- und Anzcigeblatt für den Kreis Gießen. W'«> *—• 7. ' «W ml, «W. Amtlicher Hßeil. Gießen, den 31. December 1888. Betreffend: Das Reichsgesetz vom 14. Mai 1879 über den Verkehr mit Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen ÄN Großherzogliches Polizeiamt Gießen und die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinde« des Kreises. Unter Bezugnahme auf unser AuMreiben vom 20. Februar 1886 (Anzeigeblatt Nr. 46) sehen wir der Einsendung der vorschriftsmäßigen Auszüge aus der von Ihnen zu führenden Tabelle über die im Jahr 1888 vorgenommenen Untersuchungen von Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen bis zum 15. Januar l. I. entgegen. v. Gagern. I' ■" 1 ..... —wnnimmw i —■ Politische Ueberstcht Gießen, 4. Januar. Die erste Woche des neuen Jahres hat eine Reihe politischer Kundgebungen gezeitigt, die, an den Jahreswechsel anknüpfend, nur geeignet erscheinen, die Hoffnungen auf Erhaltung des Weltfriedens zu verstärken. Namentlich sind seitens des ungarischen Ministerpräsidenten Tisza beim parlamentarischen Neujahrsempfange sehr friedens- zaversichtliche Aeußerungen gefallen und aus gleichem Anlasse hat auch König Humbert von Italien seiner Friedenszuversicht Ausdruck verliehen. Ferner sind infolge des Jahreswechsels sehr herzliche Glückwunschtelegramme zwischen Kaiser Wilhelm und König Humbert, sowie zwischen dem Reichskanzler Fürsten Bismarck und dem italienischen Ministerpräsidenten Crispi, weiter zwischen letzterem und dem Staatssecretär Grafen Herbert Bismarck ausgetauscht worden, welche Kundgebungen ebenfalls vertrauensvolle Ausblicke in die Zukunft eröffnen. Schließlich ist auch die Neujahrsansprache des Präsidenten der französischen Republik in durchaus friedlichem Tone ge- balten und unter dem Eindrücke all' dieser guten Neujahrsbotschaften kann die politische Arbeit überall mit frischem Muthe wieder ausgenommen werben. Das neue Jahr hat in seinem Anfänge als die bemerkenswertheste Nachricht im Bereiche der innerdeutschen Angelegenheiten diejenige von der laut königlichem Erlasse auf den 15. Januar festgesetzten Einberufung des preußischen Landtages gebracht. Da der Reichstag am 9. Januar seine durch die Weihnachtspaufe unterbrochenen Arbeiten wieder aufnimmt, so bringt der sechs Tage hierauf erfolgende Zusammentritt des preußischen Landtages das parlamentarische Leben zu seiner vollen Entfaltung, nur wird sich das meiste Interesse nach wie Gor auf den Reichstag con- centriren. Denn was den preußischen Landtag in seiner neuen Session erwartet, sind keineswegs gesetzgeberische Ausgaben allerersten Ranges und sicht überhaupt nur eine ckurze und geschäftsmäßige Session zu erwarten. Der Reichstag dagegen tritt jetzt erst in den wichtigsten Thetl seiner Thätigkett ein, nur daß dieselbe vorwiegend die Commissionen beschäftigen wird, in erster Linie die Commission für die Altersversicherungsvorlage, ferner die Budget-Commission und weiter die Commission zur Borberathung des Genossenschastsgesetzes. Das Plenum des Reichstages wird in den nächsten Wochen zumeist durch die Specialbetathung des Etats in Anspruch genommen werden, doch richtet sich darüber hinaus die Aufmerksamkeit bereits der angekündigten ostafrikantschen Vorlage entgegen, und werden sich an dieselbe unzweifelhaft wichtige colonialpolttifche Debatten knüpfen, die vor Allem den Standpunkt der Negierung wie des Parlamentes hinsichtlich der wetteren in Ostafrika zu ergreifenden Maßregeln genau barlegen dürften. Das vor einiger Zett eingeretchte Entlasfungsgesuch des Vorsitzenden Des braunschweigischen Slaatsministeriums, Grafen v. Görtz-Wrisberg, ist nunmehr vom Prlnzregenten Albrecht abgelehnt worden. Man kann dem Lande Braun- schweig nur Glück dazu wünschen, daß ihm eine so verdiente Persönlichkeit, wie Graf v. Görtz-Wrisberg, an der Spitze seiner Regierung erhalten bleibt. Aus Deutsch-Ostasrika brachte die erste Woche des neuen Jahres die Kunde von einem abermaligen blutigen Zusammentreffen zwischen den Deutschen und den arabischen Aufrührern, dessen Schauplatz die Hafenstadt Dares-Salam gewesen ist; doch liegen über den Verlauf des Kampfes noch keine Einzelheiten vor. Sonst hat der ostafrikanische Telegraph zum Jahresanfänge noch die Nachricht vom Eintreffen eines griechischen Händlers in Suaktn gemeldet, der vor zwei Monaten aus Chartum entwichen ist und nach dessen Berichten man in Chartum von der angeblichen Gefangennahme Emin Pascha's durch die Mahdisten nichts weiß, im Gegentheil sollten die Streitkräfte des Mahdi zweimal durch die Truppen Emin Pascha's geschlagen worben sein. Als bebeutsamstes Ereigniß, welches bie ersten Tage bes Jahres 1889 in ber auswärtigen Politik gezeitigt haben, erscheint bie am Mittwoch in ber Großen serbi scheu Skupschtina mit gewaltiger Mehrheit, mit 494 gegen 73 Stimmen, erfolgte Annahme des neuen Verfassungs-Entwurfes; 3 Skupschtina-Mitglieder enthielten sich der Abstimmung und 17 waren abwesend. Die der Abstimmung vorangehende Dis- cufsion verlief ungemein sachlich und selbst der Berichterstatter der Minderheit, der Deputirte Macksimooic, erkannte die Vorzüge der neuen Verfassung an, meinte aber, daß dieselbe in Bezug auf persönliche und politische Freiheiten noch Manches vermissen lasse, was das serbische Volk wünsche. Der Redner der Mehrheit, Rlbaraz, beschränkte sich dem gegenüber darauf, zu bemerken, baß König Milan bas Recht habe, bie unver- änberte Annahme bes Entwurfes zu verlangen, woran sich ber Minister bes Aeußern, Mjiatovic, mit einer begeisterten Rebe schloß, in welcher er für möglichst einstimmige Annahme des Entwurfes plaidirte, burch welche bas serbische Volk einen Beweis seiner politischen Reife geben würbe. Diese einhellige Annahme ber neuen Verfassung ist nun zwar nicht erfolgt, aber doch genehmigte die Skupschtina dieselbe mit gewaltiger Mehrheit. König Milan darf also mit diesem Beschlüsse der serbischen Volksvertretung vollkommen zufrieden fein. Am Donnerstag wurde in feierlicher Schlußsitzung der Skupschtina die neue Verfassung unter lebhaftem Beifalle proclamirt und beginnt hiermit eine ganz neue Epoche in der Entwickelung Serbiens. Ein weiteres erwähnenswerthes Ereigniß ber Jahreswenbe von ber Balkan Halbinsel wirb aus Bukarest gemeldet, wo ber russische Gesandte Hitrowo seine Abberufung erhalten hat. Den NerMer,'Rußlands in der rumänifchen Hauptstadt umgibt ein ziemlich zweideutiges R^ytze, Nun es ist ein offenes Geheimniß, daß Hitrowo eines der hauptsächlichsten Werkzeuge ber panslavistffch-russischen Actionspartei auf der Balkanhalbinsel war. Die rumänische Regierung toll nicht wenig erfreut darüber fein, daß dieser diplomatische Wühlhuber nun endlich auf Nimmerwiedersehen geht. Deutschland. Berlin, 1. Januar, lieber bie diesjährigen Kaisermanöoer soll, wie es heißt, eine Allerhöchste Entscheidung getroffen fein. Auf keinen Fall dürfte ein Manöver vor dem obersten Kriegsherrn bet dem 1. Armeecorps stattfinden, da ein solches erst 1887 abgebalten ist; auch wohl nicht bei dem 5. und 6. Corps. Wenn die Reihenfolge, wie früher, eingehalten wird, so würde das 10. und 9. Corps die Auszeichnung treffen, vor dem Kaiser zu manövriren. Die letzten Kaisermanöoer in Hannover und Schleswig- Holstein fanden 1881 statt; ihnen folgten 1882 die Manöver in Schlesien und im Föntgreich Sachsen. Berlin, 2. Januar. Nach dem im Reichs-Gesundheitsamte angefertigten Bericht über die Verbreitung von Thierseuchen im Deutschen Reiche für das Jahr 1887 find in diesem Zeiträume für bie aus Anlaß ber Bekämpfung bes Rotzes getöbteten 1305 Pferbe 401 297.05 ober durchschnittlich für ein Pferd 307.15 gezahlt worden. Auf Preußen entfallen 1052 entschädigte Pferde, auf Bayern 85, Württemberg 55. Nur je ein Pferd ist entschädigt in Hessen, Sachsen-Altenburg, Schwarzburg-Sondershausen, Hamburg; keines in Hohenzollern, Oldenburg, Sachsen-Meiningen, Schwarz- burg-Rubolftadt, Waldeck, Reuß ä. L., Reuß j. L., Schaumburg-Lippe, Lippe, Lübeck und Bremen. Aus Anlaß der Bekämpfung der Lungenseuche sind für 2852 Stück Rindvieh- 478567.78 JL, somit durchschnittlich für eines 167.80 JL gezahlt worden. Auf Preußen entfallen 1974 entschädigte Stück Rindvieh, davon allein 1521 auf die Provinz Sachsen, auf Bayern 364, Braunschweig 270, Sachsen-Weimar 102 und auf Anhalt 94. — Die privaten Erhebungen der Zuckerindustriellen haben ergeben, daß der Anbau von Rüben im Jahre 1888 ein stärkerer gewesen ist, als ber im vorigen. Die amtlichen Feststellungen bestätigen bies. Ader trotz ber größeren Menge wirb bie Zuckergewinnung eine um etwa 400 000 Doppelcentner niebrigere sein als im Vorjahre, benn infolge der starken, frühzeitig eingetretenen Fröste ist die Ausbeute aus ber Füllmasse bieses Mal eine unter dem Durchschnitt ber letzten Jahre ftehenbe. — Die Mittheilungen, baß ber Gesundheitszustanb des Reichskanzlers Fürsten Bismarck nicht befriedigend sei, treffen nicht zu. Augenscheinlich liegt ein Mißoer- ständniß vor, denn die Frau Fürstin Bismarck ist feit einigen Tagen unpäßlich. Im Uebrigen soll ber Reichskanzler nach wie vor an der Absicht festhalten, in ber ersten Hälfte des Januar nach Berlin zu kommen. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Korrespondenz-Brrrearr* Berlin, 3. Januar. Bei ben Majestäten finbet heute ein größeres Diner statt, zu bem die Generalfelbmarschälle, bie kommandirenben Generale unb anbere Notabili- täten geladen sind. Berlin, 3. Januar. Es bestätigt sich, baß ber frühere Minister v. Putikamer ben schwarzen Ablerorben empfing unb bem im Januar ftattfinbenben Ordenskapitel beiwohnen werde. — Der „Reichsanzeiger" publicirt eine königliche Verordnung, durch welche der Landtag auf ben 14. Januar etnberufen wirb. Berlin, 3. Januar. In der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde Dr. Stryck mit 76 von 81 Stimmen zum Vorsitzenden unb Dr. Langerhans mit 89 von 107 St. zum Stellvertreter bes Vorsitzenden wiedergewählt. Betreffs bei Petition ber freireligiösen Gemeinbe um Wiedergewährung von Gemeinbeschulräumen zur Ertheilung von Religionsunterricht an Kinber der freireligiösen Gemeinde wurde nach längerer Debatte der Antrag des Ausschusses mit 48 gegen 39 Stimmen angenommen, daß es die Würde unb bas Ansehen ber Gemeinbeschulräume nicht gestatteten, baß daselbst Gott geleugnet unb ber König nicht geehrt werbe, und baß deßhalb über die Petition zur Tagesorbnung überzugehen fei. Berlin, 3. Januar. In der heutigen Sitzung des Ausschusses des Emin- Pascha-Comilä's wurde die Commandirung Wißmann's zum auswärtigen Amte mit- getheilt. Das Comit6 nahm mit Bedauern davon Kenntniß, da es hierdurch demselben unmöglich gemacht ist, den ersten Theil der Emin-Expedition auszuführen. Trotzdem beschloß bei Ausschuß eine ungestörte und sofortige Ausführung der Expedition zu sichern. Der Ausschuß vergrößerte sich durch die Wahl folgender Personen: Abgeordneter Graf Arnim (Muskau), Graf Mirbach (Sorquttten), Robbe, Wörmann unb Geh. Regierungsrath Simon. Puri-, 3. Januar. Der Handelsminifter theilte heute im Minifterrathe den Tod des letzten Ueberlebenden der UeberlebungS-Genoffenschaft (Tontine) Lafarge, ge- gründet 1791, mit, wodurch nach den Statuten der Gesellschaft der Staat 1,200,000 Fr. Rente und eine Million baar erbt. London, 3. Januar. Das auswärts verbreitete Gerücht von einer partiellen Mobilisirung der englischen Flotte ist darauf zurückzuführen, datz der erste Lord der Admiralität eine Jnspecttonsretse nach Portsmouth unternommen hat, um sich über den Zustand und die Verhältnisse des Marinewesens zu tnformtren, falls überhaupt einmal eine Mobilisation angeordnet würde. Irgend eine Mobilisirung der Flotte ist nicht angeordnet worden. London, 3. Januar. Nach der Verstärkung des deutschen Geschwaders durch die Ankunft des Kreuzers „Schwalbe" trat die Corvette „Sophie" eine kurze Kreuzungstour an, damit die Mannschaft sich von dem Blokadedtenft erhole. Rom, 3. Januar. Ein heute unterzeichnetes Dekret des Königs ernennt Son- nino in Sidney zum Unterstaatssecretär im Finanzministerium. Petersburg, 3. Januar. Das „Journal de St. Petersbourg" weist auf Antworten des Königs Humbert's und Trsza's auf die Neujahrswünsche hin und sagt: Alle Völker wünschen aufrichtig, datz das Jahr 1889 diesen glücklichen Voraussagen entspreche. — Dem „Rutzkt Invalid" zufolge bestätigte der Kaiser die Etats für die Intendantur der Lasttrain-Gebtrgsbatterien zu Fuß und Pferde, sowie der fliegenden mobilen Artillerieparks. Vermischtes. Darmstadt, 3. Januar. fMilttärdienftnachrichten.) Molly, Second- lieutenont a. D., zuletzt von der Infanterie des 1. Bats. (Gießen) 2. Grotzh. Hess. Landw.-Rgts. Nr. 116, als Secondlieutenant bet der Landwehr-Inf. 2. Aufgebots des Landwehrbeztrks Gießen wieder angestellt. Darmstadt, 3. Januar. Ernannt wurden die Bremser bei den Oberhessischen Eisenbahnen Heinrich Roth und Johannes Sänger zu Schaffnern bei diesen Bahnen mit Wirkung vom 1. Januar 1889 an. Büdingen, 2. Januar. ^Ausstellung von Gewerbserzeugnissen der Provinz Oberhessen.j Für diese im Jahre 1889 stattfindende Ausstellung ist folgendes Programm festgesetzt: 1) Der Lokalgewerbeverein zu Büdingen wird, angeregt durch den glänzenden Verlauf der Ausstellung im Jahre^l875, auch gelegentlich der im August 1889 in Büdingen stattfindenden Generalversammlung des Landes- gewerbeveretns eine Ausstellung von Erzeugnissen der Industrie und des Kleingewerbes, vorzugsweise der Provinz Oberhessen, veranstalten. Als Ausstellungslokal sind die Räume des Großherzoglichen Gymnasiums bewilligt. Die Dauer der Ausstellung ist auf ungefähr 18 Tage vorgesehen. Der Zeitpunkt der Eröffnung wird noch näher bekannt gemacht werden. 2) Aufnahmefähig sind Erzeugnisse der Groß- und Klein- Jnduftrie jeder Art. 3) Der Lokalgewerbeverein zu Büdingen übernimmt den Transport der anszuftellenden Gegenstände von dem Bahnhofe zu Büdingen in das Ausstellungslokal und zurück, sowie die Versicherung derselben gegen Feuersgefahr während der Ausstellung. Er wird die nöthigen Maßregeln treffen, um die ausgestellten Gegenstände vor Beschädigung und Diebstahl zu schützen, ohne jedoch in dieser Hinsicht Garantie zu leisten. Platzmiethe wird nicht erhoben. 4) Die Anordnung der Ausstellung blerbt dem Ausstellungscomtlö Vorbehalten. Es soll indessen auf tue Wünsche der Aussteller jede zulässige Rücksicht genommen werden. 5) Hervorragende Leistungen werden nach dem Urtheil der Centralstelle des Landesgewerbevereins prämiirt. 6) Der Verkauf der ausgestellten Gegenstände ist gestattet, jedoch dürfen '.dieselben vor Beendigung der Ausstellung nicht aus dem Ausstellungslokale verbracht werden. Das Aus- stellungscomits ist erbötig, den Verkauf zu den angegeben werdenden Preisen zu vermitteln. Für alle verkauften Gegenstände sind 5pCt. von dem Verkaufspreis als Beitrag zur Deckung der Ausstellungskosten an das Ausstellungscomitö zu entrichten. 7) Mit der Ausstellung wird eine Verloosung von Gegenständen verbunden, welche aus der Ausstellung angekauft werden. Die Wahl derselben bleibt dem Ausftellungs- comiiö über lassen. 8) Sämmtliche Aussteller und ihre in der Ausstellung beschäftigten. Stellvertreter erhalten kostenfrei perfönlich gültige Eintrittskarten für die ganze Dauer der Ausstellung; sie sind indessen gehalten, den Anordnungen des Ausstellnngscomil^s Folge zu leisten. 9) Die Anmeldungen zur Ausstellung, welche den Namen und Wohnort des Ausstellers, die Gattung und Anzahl der auszustellenden Gegenstände^ sowie den Böden-, Tief- oder Wandraum, den dieselben beansvruchen, enthalten müssen, werden thunlichst bald, spätestens aber bis zum 1. April 1889 erbeten. Die auszustellenden Gegenstände sind bis zum 1. August 1889 zur Absendung fertig zu stellen und werden eingefordert werden. 10) Werden die ausgestellten Gegenstände nicht spätestens drei Tage nach Schluß der Ausstellung entfernt, so erfolgt deren Verpackung unter Berechnung der entstehenden Selbstkosten durch das Ausstellungscomitö. △ Mainz, 3. Januar. Seit verflossener Nacht bringt der Main sehr stark Treibeis. Schon gestern hat man eiligst die Nadeln an den Wehren des Maincanals gezogen und ist die Schifffahrt wiederum vollständig geschlossen. — Um Unglücksfällen vorzudeugen, bat das hiesige Polizeiamt unter H nweis auf das Poltzeiftrafgesetzbuch eine strenge Warnung gegen das Betreten der jungen Eisdecken in den Zoll- und Sicherheitshäfen und längs den Ufern erlassen. △ Mainz, 3. Januar. Das vor einiger Zett hier aufgetauckte sehr löbliche Projekt, auf dem Wege der Genossenschaft in Mainz billige Wohngebäude zu errichten, scheint wieder zu Wasser werden zu sollen. Zwar sind einer zur Ausführung des Projektes gegründeten „Gemeinnützigen Bangefellschaft'' zahlreiche Personen beigetreten, die gegen einen geringen Monatsbeitrag das Anrecht 3m den zu erbauenden billigen Wohnungen erwerben wollten, aber es will sich bis jetzt Niemand finden lassen, der den wichtigsten Faktor, nämlich die nöthigen Baukapttalien, zu beschaffen geneigt wäre. Die Hoffnung, daß sich einer oder der andere hiesige Großkapitaltst für das gemeinnützige Unternehmen interessiren würde, ist gescheitert, indem in einer auf gestern Abend einberufenen Versammlung der Interessenten nur Personen erschienen waren, die in der Lage und geneigt, gute Rathfchläge, aber keine Kapitalien zu geben. Jeder der in der gestrigen Versammlung Erichienenen bekannte, daß hier, um bessere und billigere Arbeiterwohnungen zu schaffen, etwas geschehen müsse, aber die verschiedenen Redner wußten zur Ausführung des Unternehmens nur die Gründung einer Actien- gesellschaft zu empfehlen. Da sich die Personen, von denen das ganze Projekt ausgegangen, von einer Actiengesellschaft auch nichts versprechen, so wollen sie jetzt versuchen, ein Kapital durch kleinere Antheile zu beschaffen. — In der hiesigen, wie auch in der Presse der Umgegend wird Klage darüber geführt, datz bei dem verflossenen Jahreswechsel wieder vielfach Karten mit verletzendem und beleidigendem Inhalte anonym zur Versendung gekommen sind. Die Blätter befürworten, gegen dielen Unfug, wenn irgend eins oder das andere dieser Subjekte, welches das niedere und feige Gewerbe der anonymen Schmähungen betreibe, ermittelt würde, solches unerbittlich vor das Forum der Oeffentlichkeit zu ziehen. — Frankfurt, 3. Januar. Mit dem neuen Jahre hat der Winter feinen Einzug gehalten. Diesmal scheint er sich länger behaupten zu wollen, denn er nimmt gleich einen ordentlichen Anlauf und machte das Thermometer in verflossener Nacht bis auf —8o sinken. Selbst während der Mittagsstunden konnte sich das Quecksilber nicht bis auf 0 erheben. — Gegen ein schlaues Bäuerlein aus dem Hessischen, das in einen mit Heu beladenen Wagen eine mehrere Centner wiegende eiserne Kette versteckt hatte und diese als Heu mit verrechnen ließ, ist Untersuchung etngeleitet worden. Beim Verwiegen des leeren Wagens hatte der Schlauberger die Kette wohlweislich entfernt. Die Diphtheritts scheint hier stellenweise einen epidemischen Character annehmen zu wollen. In der Albusgasse Hierselbst sind binnen wenigen Tagen in 3 Häusern 14 Kinder im Alter von einigen Wochen bis 7 Jahren von dieser tückischen Krankheit ergriffen worden. Etwa die Hälfte derselben ist gestorben, mehrere liegen noch sehr schwer darnieder. — Datz der Silberdieb Miller nach Wehlheiden bei Cassel gebracht worden ist, rourte schon mitgetheilt, dagegen noch nicht, daß seine Concubine, Frau Bergmann, ihre fünfjährige Zuchthausstrafe in Köln absitzen wird. Berlin, 30. December. fSpät entschuldigt.) Am Weihnachtsabend des Jahres 1867, so meldet ein Berichterstatter, stach der damalige Studiosus C. Reuter einen Studienkameraden im Zorn mit einem Dolch in's Gesicht, so daß der Verletzte das rechte Auge einbüßte. Kurz nach der That entfloh Reuter nach Amerika und man horte seitdem nichts mehr von ihm. Der einäugige Dr. phil. M. hat sich inzwischen verheirathet und feierte am Montag Abend im Kreise seiner Familie das Weihnachtsfest. Unter den Geschenken, welche den Weihnachtstisch zierten, fiel ein kleines Packet, das die Aufschrift „Erst während der Bescheerung zu offnen" trug, ganz besonders in die j Augen. Es war am Morgen mit der Post aus England angenommen und für Herrn । Dr. M. bestimmt. — Mit großer Spannung entfernte man die Hülle des Geschenkes i und war nicht wenig überrascht, als man dem unscheinbaren Packetchen 25 000 JL in deutschen Reichskassenscheinen entnahm. Ein beigefügter Brief, abgesandt von der Gattin des im Jahre 1867 nach Amerika entflohenen Reuter, meldete den Anfangs 188& erfolgten Tod des letzteren und dessen testamentarische Bestimmung, dem feiner Zeit auf so abscheuliche Weise zum Theil um's Augenlicht gebrachten Studiengenossen am nächsten Weihnachtstage (also Weihnachten 1888) 25 000 aus feiner Hinterlasst n- fchaft als Sühnegeld auszuzahlen. Nürnberg, 1. Januar, fSchreckliches Unglück.) Für mehrere hiesige Familien hat das neue Jahr einen höchst traurigen Anfang genommen, indem ein unerwarteter Tod ihnen theure Angehörige entriß. Fünf junge Leute sind beim Schlittschuhlaufen auf dem Ludwig-Donau-Main Canal durch das Eis gebrochen und sämmt- lich ertrunken! Die Katastrophe wurde dadurch herbeigeführt, daß vier der Schlittfchuh- läufer sich um den fünften fchaarten, da tiefer einen gefüllten Maßkrug bei sich hatte, von dessen Inhalt sie profitiren wollten. Während sie so beisammen standen, lachten, scherzten und tim glücklichen Besitzer des Labetrunkes denselben zu entreißen suchten, brach das Eis. welches für die Belastung noch zu dünn war, urplötzlich ein und die Unglücklichen stürzten in das eisige Wasser. Allerdings liefen sofort Leute zur Rettung herbei, es gelang diesen auch, alle fünf wieder herauszuziehen, doch leider war der Erfolg nicht der gewünschte, denn alle Wiederbelebungsversuche waren umsonst — man hatte fünf Leichen geborgen. Die Augenzeugen des gräßlichen Unglückes waren aufs Tiefste erschüttert, allen war natürlich die Lust am Vergnügen geschwunden, als sie sahen, welch' reiche Ernte der Tod gehalten. Statt fröhlich und guter Dinge, wie sie ausgezogen waren, in die Stadt zurückzukehren, gaben sie den fünf Leichen das schweigende Geleite, Den Jammer aber der so fürchterlich ihrer Sieben beraubten Familien kann man sich vorstellen! — Mit beigetragen zu dem Unglücke soll der Umstand haben, daß das Eis auf dem Ludwig-Donau-Main-Canal, in einzelnen Parzellen verpachtet, stets zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Stellen ausgebau.n wird und natürlicherweise in Folge dessen in der Stärke sehr wechselt, was ffdoch.. wenn Reif darauf liegt, kaum wahrzunehmen ist. Hoffentlich wird das tieft) aurige Ereigniß von gestern eine Warnung für Alle fein, sich künftig dec größten Vorsicht zu befleißigen! — Die „Köln. Zig." schreibt: Im verflossenen Jahre hat ein erheblicher Wechsel in den höheren Stellen des preußischen Heeres stattgefunden, indem durch Verabschiedung und Tod im Ganzen 65 Generale und 156 Stabs-Offiziere aller Waffen abgegangen sind. In der Generalität sind abgegangen 10 Generale, 25 General-Lieutenants und 30 General-Majors; ferner bei der Infanterie 29 Obersten, 9 Oberst-Lieutenants, 60 Majors, zusammen 96; bei der Cavallerie 9 Obersten, 4 Oberft-Lteutenants, 6 Majors, zusammen 19; bei der Feld-Artillerie 3 Obersten, 1 Oberst-Lieutenant, 10 Majors, zusammen 14; bei der Fuß-Artillerie 4 Obersten, 8 Oberst-Lieutenants, 5 Majors, zusammen 17; beim Ingenieur- und Pionier-Corps 2 Obersten, 3 Oberst- Lieutenants, 4 Majots, zusammen 9, sowie beim Train 1 Oberst. In dieser Zusammenstellung haben alle diejenigen Offiziere Aufnahme gefunden, welche sich in Den Anciennetätslisten der Generalität und der Stabs-Offiziere der Armee für 1888 ausgezeichnet finden. — Eine curiose Entscheidung hat jüngst ein Verein in Lüneburg getroffen. Zu einer Ballfestlichkeit wurde ein Einjährig-Freiwilliger der Marine nicht zugelassen, weil — die am Halse tief ausgeschnittene Marine-Uniform bei den Damen Anstoß erregen könnte! Die zugeknöpften Sittlichkeitswächter werden noch lange die Ziele der öffentlichen Kritik bilden. — Eine recht niedliche Geschichte erzählen Berliner Blätter von den kaiserlichen Kindern. Vor einigen Tagen hatte Hofvrediger Frommel beim Kaiser Audienz. Der Monarch befahl seinen Söhnen, die unter Führung des jungen Kronprinzen im Zimmer gespielt hatten, im Vorzimmer zu warten, bis die Audienz beendigt fein würde. Vom Kammerdiener war den kleinen Prinzen kurz vorher der Mechanismus der fogen. Claque-Hüte erklärt worden, und als sie nun im Vorzimmer den dort abgelegten Seidenhut des würdigen Oberhofpredigers erblickten, glaubten sie ein geeignetes Object gefunden zu haben, um die gewonnene Kenntnitz an den Mann ober vielmehr an den Hut zu bringen. Die beiden ältesten Prinzen gaben sich die möglichste Mühe, um den Hut, der aber kein Claque-Hut war, niederzudrücken, aber es gelang nicht. Dem kleinen Kronprinzen, der bekanntlich bei allen Spielen das Commaudo übet seine Brüderchen hat, ging endlich Die Geduld aus, und sich an den Prinzen Eitel-Fritz wendend, commantirt er streng militärisch: „Setz Dich drauf!" Eitel-Fritz gehorchte sofort dem brüderlichen Befehl und ein..hörbarer Knacks bewies, datz das Werk gelungen sei. Die prinzlichen Brüder brachen daraus in lauten Jubel und Hurrahgeschrei aus, welches den Kaiser veranlaßte, in's Vorzimmer sich zu begeben, um nachzusehen, was geschehen sei. Auf seine diesbezügliche Frage trat der Kronprinz mit stolzem Selbstgefühl,, militärisch grüßend, vor, und auf den niedergedrückten und aus allen Fugen gegangenen Hut weisend, brach er in die Worte aus: „Erst wollte der nicht, nun ist's aber doch gegangen." — Der Kaiser ließ sofort durch einen Diener einen anderen Hut für den Hofprediger holen, der inzwischen herbeigekommen war und den Unwillen des kaiserlichen Vaters, der schon eine Strafpredigt halten wollte, beschwichtigte. Er bat sich vielmehr aus, zur Erinnerung an das drollige Geschehniß den zerdrückten Hut ebenfalls mitnehmen zu dürfen. — Als Beispiel, wie der Altenburger Bauer bis vor Kurzem sparte ober auch jetzt noch spart, wird gemeldet: Einen Münzfund seltener Art machte in der Umgegend von Altenburg jüngst ein junger Mann, als er zufällig einmal in die sonst verschlossene Lade der Hausmutter gerieth. Er entdeckte nämlich auf dem Boden der selbön einen reichen Schatz, bestehend aus allen Sorten früherer Scheidemünzen, aus 1-Groschen-, 2-Groschcn-, 2i/L-Groschen-, 5-Groschen- und 10 Groschenstücken. Tie Sammlung war so groß, daß sie vorerst gar nicht gezählt, sondern nur gewogen wurde, wobei sich ergab, daß sie 8 Pfund Kupfermünzen und ebenso viel Silbermünzen ausmacht. Seine große Freude über den eigentümlichen Fund wurde aber herab- gestimmt durch die Meinung, daß diese Münzsortem da sie nicht mehr im Gebrauche sind, auch deßhalb keinen Werth mehr hätten. Gleichen Sinnes mit ihm war seine Mutter, die das Geld im Laufe vieler Jahre gespart hatte, bis in den siebziger Jahren die neuen Reichsmünzen aufgekommen waren, welche die alten Münzen außer Cours setzten. Aus diesem Grunde batte sie ihren Angehörigen verschwiegen, daß sie eine so große Summe „werthlosen" Geldes in ihrer Labe aufbewahre. Schließlich wurde das Geheimnitz einem befreundeten Fleischer mitgetheilt und dieser führte sie zu dem ersten besten Alterthumshändler, welcher den ganzen Schatz für 160 (!) kaufte und dem Fleischer für den ihm erwiesenen Liebesdienst noch 5 JC. Trinkgeld verabreichte. So hat die fürsorgliche Hausmutter durch ihre Art zu sparen, wenn Zins auf Zins gerechnet wird, das Familienvermögen um fast 1000 geschädigt. Iserlohn, 30. December. Eine hiesige Dame, welche den ersten Gesellschaftskreisen angehört, stand am 24. d. M. laut „M. Anz." vor dem Schöffengericht unter der Anklage, in einem „Kaffeekränzchen" verschiedene „interessante Neuigkeiten" über einen jungen Herrn geplaudert zu haben. Da die Mittheilungen des „Klübchenmitgliedes" jedoch die Ehre des „Durchgehechelten" allzusehr angriffen und sich die völlige Grundlosigkeit der Verleumdungen herausstellte, so dictirte der Gerichtshof dem jungen Dämchen eine Gefängnißstrafe von 14 Tagen. — In Taylorville (Nordamerika) ist Mitte December ein Thierarzt Henderson zu achtundzwanzig Jahren Zuchthaus wegen Thierquälerei verurtheilt worden. Henderson hatte während einer Wahlversammlung im Freien vierundzwanzig bei? Theilnehmern des Meetings gehörige angekoppelte Pferde durch Bestreichen mit Schwefelsäure und Crotonöl mißhandelt. Der Verurtheilte war geständig und die Strafe wird in Amerika nicht für zu hart gehalten. — Der Asseffor X. erwacht nach einer durchtanzten Ballnacht und bemerkte an feinem Finger einen Verlobungsring. Er hält nun folgenden Monolog: „Da habe ich mich nun im Rausche verlobt, aber mit wem? Laß einmal sehen. Vielleicht mit dem Backfisch, der hübschen Anna? Aber die antwortet ja auf alle Fragen nur mit „Nein", sie kann also ihr Jawort nicht gegeben haben. Emilie? Bewahre, mit der hatte ich mich ja schon einmal halb und halb verlobt ... die kennt mich jetzt zu gut. Also Lilli? Ich unterhielt mich mit ihr vom Wetter und sie gähnte immer f hinter ihrem Fächer. Bei einem Antrag gähnt man nicht. Helene? Die läßt Ein«A nie zu Worte kommen, da ist es ganz unmöglich. (Der Briefträger bringt ein Rosa- Brllctdoux. Der Assessor lieft es.) Himmel! Rosalinde ist es unterzeichnet ... die kenne icy ja gar nicht. Eine schöne Geschichte das!" — sUn reinlich kett der Schulkinder.^ Wie sehr durch Unreinlichkeit ansteckende Krankheiten und, was im Grunde noch schlimmer ist, Kränklichkeit gefördert werden, gelangt immer mehr zur Erkenntniß. So gebührt denn auch unserer Zeit das Zeugnitz, dutz in diesem Gebier sehr erhebliche Fortschritte gemacht wurden. Als Zucht- ruthen dienten dabei vornehmlich Cholera, Typhus u. a. verheerende Seuchen. Auf's Nachdrücklichste ist man bemüht, Anfteckungsstoffe der Luft, des Bodens, des Wassers zu vertilgen. Der Begründer der heutigen Wundarznetkunst erklärte ja als deren Seele peinlichste Reinhaltung. Hunderte von Fachmännern arbeiten unablässig, mit Hilfe von Mikroskopen die dem bloßen Auge unsichtbaren Feinde der Gesundheit aufzuspüren, um sie auf chemischem Wege überwinden zu können. So hofft man, vieler Krankheiten, deren Ursachen bisher an anderen Stellen vermuthel wurden, allmählich Herr zu werden, der Heilkunst und der Gesundheilslehre neue Triumphe vorzuberetlen. Diesem Ziele werden wir uns, das steht außer Zweifel, um so rascher nähern, je mehr es gelingt, die Volksgewohnheiten der neugewonnenen Einsicht gemäß umzugestalten, eine Arbeit, die sich selbstoelftändlich zwar auch auf die Erwachsenen erstrecken, bei der Jugend jedoch beginnen mutz. Ein Anfang ist denn auch hier schon gemacht. Gewissenhafte kundige Lehrer halten darauf, daß Gesicht, Hals und Hände der Schulkinder leidlich sauber erscheinen, auch die sichtbaren Theile des Anzugs. Daß indessen bei den meisten, zumal den aus ärmeren Familien, der übrige Körper und die Unterkleider im traurigsten Zustande sind, können sie nicht ändern. Hierunter leiden nun aber nicht bloß diese Kinder selbst, auch allen übrigen wird die Lufr verdorben. Manche bessere Familie scheut sich darum, ihre Kinder zur Volksschule zu schicken. Zu helfen ist da durch reichliche Austheilung von Freikarten zu Volksbädern, wobei jedoch Sorge zu tragen bleibt, daß sie auch benutzt werden. Den so wohlfeilen und wirksamen Brausebädern wäre allgemeine Einführung zu wünschen. Für den Reinigungszweck würden sie lauwarm am besten dienen. Richt allein Vereine für Volksbäder und für Gesundheitspflege, auch andere Verbindungen für gemeinnützige Zwecke könnten in dieser Richtung viel Gutes zu Wege dringen. Kirchliche Anzeigen -er Stadt Gießen. Eoallgklischk Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag Epiphanias, den 6. Januar: Landes-Missionsfest. Vormittags 9>/r Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottesdienst. Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Heidenmission. Kinderkirche fällt aus. Bibelstunde: Montag den 7. Januar Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule, 1. Mos. Kap. 15, Abrahams Anfechtung und Bewährung im Glauben. Pfarrer Dr. Naumann. Die Pfarrgeschäfte vom 6. bis 12. Januar besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. Fest der Erscheinung des Herrn. Samstag: Nachmittags um 5 Uhr und Abends um Va8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von Va7 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um Va8 Uhr Frühmesse; um 3/410 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 3 Uhr Christenlehre und Andacht- Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 4°o Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3” Uhr, Samstag Abend 500. Literarisches. — Jede Hausfrau, welcher daran liegt, ein klares, übersichtliches Bild über die jährlichen Gesammt-Ausgaben und Einnahmen zu erbalten, sollte nicht verfehlen, sich Paul Mosers HauShaltungSbuch für 1889 (Größe 24 zu 34 cm), Preis 3 JL, Verlag von Julius Moser, Berlin W. 35, zuzulegen. Es wird kaum ein zweites Wirthschastebuch geben, welches so praktisch und übersichtlich eingerichtet ist, wie das von Paul Moser. Der Kalender, welcher durch jede Buchhandlung bezogen werden kann, ist auch äußerlich hübsch ausgestattet und kann gleichzeitig als Schreibunterlage benutzt werden. Unregelmäßigkeiten in der Zustellung des Anzeigers bitten wir sofort zu unserer Kenntniß zu bringen, damit wir in der Lage sind. Abhülfe schaffen zu können. Expedition des „Gießener Anzeiger." Briefkasten. a. Bei uns nichts vorhanden. Allgemeiner Anzeiger. In der Privattttagcsache des Werkmeisters August Weller von Wies eck, vertreten durch Herrn Rechtsanwalt Grünewald dahier, Privatklägers, gegen den Adam DrowmerS- ■ Hausen von Wieseck, Angeklagten, wegen Beleidigung, hat l as Großherzogliche Schöffengericht 1 zu Gießen am 4. December 1888 für Recht erkannt: Ter Angeklagte wird der Beleidi- gung im Sinne des § 185 des St.- ' G.-B. für schuldig erkannt und in ! eine Geldstrafe von acht Mark ver- urtheilt; auch werden dem Angeklagten r die Kosten des Verfahrens, einschließ- ' ltch der dem Privatkläger erwachsenen ; nothwendigen Auslagen auferlegt. Dem Beleidigten wird ferner das Recht zugesprochen, den entscheidenden Theil des Urtheils, nach Rechtskraft desselben innerhalb 14 Tage einmal im , „Gießener Anzeiger" aus Kosten des : Angeklagten veröffentlichen zu laffen. - Die Richtigkeit der Abschrift der j Urthnlsformel wird beglaubigt und die i Vollstreckbarkeit des Urtheils bescheinigt. < Gießen, den 31. December 1888. (L. S) Glässing, ; Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. F. d. A.: Grünewald, Rechtsanwalt. 171 ! Bekanntmachung. Cs wird hierdurch zur öffentlichen Kennt- niß gebracht, daß bei der Spar- und f Leihkaffe Gießen im Monat Januar } folgende Geschäftslage festgesetzt worden sind: z Samstag den 5. Januar 1889, Dienstag „ 8. Mittwoch „ 9 „ Donnerstag „ 10. „ Samstag „ 12 „ Die Beischreibung bezw. Empfangnahme der Zinsen von Capitaleinlagen pro 1888 kann an diesen Tagen erfolgen, zu welchem Zwecke die Schuldscheine vorzulegen sind. Die Größh Bürgermeistereien des Spar- kaffebezirks werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung auf ortsübliche Weise zur Kenntniß der Ortseinwohner bringen zu laffen. Gießen, den 26. November 1888. Der Rechner der Spar- u. Leihkasse Gießen: \ Doering. Gekmmtwachnng. Das 3. Ziel Communalsteuer pro 1888/89 kann innerhalb 8 Tagen an den Zahltagen Dienstag, Donnerstag und Samstag ohne Kosten zur Stadtkaffe bezahlt werden. Gießen, den 4. Januar 1889. Der Stadtrechner. Enders. 166 Mäusburg und Wettergasse 1j Wettergasse Aeltestes u. grösstes Schuhgeschäft Glessens 146 Grösstes Lager in Mäusbnrg und schweren und dauerhaften Arbeitsschuhe di, langen und halblangen Knie-, Rohr- und Reitstiefeln, Holzschuhen und allen Sorten Filz-, Stroh- und Einlegsohlen. Billigste Preise. Reelle Bedienung. 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Amtsgerichts Gießen am 3 Januar 1889» Siegmund Heichelheim, Inhaber der Firma Aron Heichelheim in Gießen hat dem Gustav Müller und Julius Kurz daselbst Collectiv-Procura ertheilt- Neidhart, 156 Gerichtsschreiber. Betr.: Den Conkurs des Geschirrhändlers Philipp Pfeiffer von Gießen. Nach Abhaltung des Schlußtermins und nach Vornahme der Schlußver- theilung wird das Verfahren aufgehoben. Gießen, den 31. December 1888. GroßherzoglichcS Amtsgericht. Gebhardt. 155 Bekanntmachung. Ein ca. zwei Jahre alter zuchttauglicher Bullen, Vogelsberger Race, ist bei hiesiger Gemeinde zum Verkauf ausgestellt. Lich, 3. Januar 1889. Großhet zogliche Bürgermeisterei Lich. Walz. 160 Ieilgeöotenes. Pferdefett, das allerbeste Leder fett, sowie Wagenschmiere empfiehlt 162 Kessler, Roßmetzger. ■ Drogenhaudlung «TtlÖß OttoSchaaf, ” Selt-rsw-g 39. I» Ockfenfleisch, nicht ladenrein, per Pfund 35 Pfennig. 170 Neustadt 48, rechts. 62 Sieben junge Hühner, ein Hahn und 4 junge Pudel billigst ab* zugeben. Grünbergerstraße 20. 147 von u u u n ii Gebe. Röhrte, Gießen 149 SBerinfinw Marjr, Marktplatz 96 Statt besonderer Anzeige. Töchterchens Louise um stille Therlnahme von von von Mittagstisch gesucht. | Käufe Verkänfp Drei junge Leute aus hi-st»-n Bureaus - w- ^7 C| " C1 j Miethen und Ver miethungen von Häuser« K Klees, Ludwigsstraße 5. Keßler, Roßmetzger. 163 9653 Schlußcourse 1 Uhr 15 Min. 4% Ungar. Goldrente 4Vie/o Oesterreich. Silberrente -EM 9600 9910 87.90 64.10 84 30 9130 16 14 14 12 26 24 Böhmisch Exporti Franziskaner, Pilsener, Gegr. 1837. Gegr. 1837. große ii Suppen, sowie Bratenfleisch von einem fetten Fohlen, 2y2 Jahr alt, ist zu haben bei 109 Äessler9 Pferdemetzger. SJitiu Ladenlokal nebst Comptoir ist wegzugshalber für Mk. 1000 pro anno zu vermiethen. beschäftigt, suchen Mittagstisch in einem anständigen Privathause. Offerten unter M. R. 8. an die Exped. d. Bl. erbeten. 152 B. Katzenstein, Schillerstratze 27. Kari Dorfeld nebfl Familie. Wieseck, den 4. Januar 1889. 4, n „ Dib Beerdigung findet Sonntag den 6. d. M., Nachmittags V23 Uhr statt. ißg A. ZIHTZ sei. Wwe. Hoflieferant Sr. Majestät des Deutschen Kaisers und Königs von Preussen, sowie mehrerer anderer fürstlicher Hofhaltungen. Unsere direct in der Brauerei abgezogenen Flaschen - Biere ftnb alle sehr kräftig eingebraut, vollständig abgelagert und dcßhalb außerordentlich haltbar, setzen nicht ab und werden nicht trüb auf Flaschen. Für je 3 Mk. liefern wir frei in’s Haus: 5% Italiener Rente ult. 5o/( 1871/73er Russen 4% ' 880er do. Russische II. Orientanleihe 4% :mif. Egypter 6°/o ons. Mexikaner, große Stücke Di recte deutsche Postdampfschiffahrt Hamburg nach Newyork jeden Mittwoch und Sonntag, Hävre nach Newyork jeden Dienstag, Stettin nach Newyork Capitalverlejhung. In oll iniger Vertretung einer sehr bedeutenden Bank nehme ich Capital- beleihu« gen aus Immobilien und Liegenschaften unter günstigsten Bedingungen entgegen. 10830 103.50 107.9) 104 50 85.90 70.10 auf anhaltende Beschäftigung gesucht. Wo? tagt die Exped. d. Bl. 157 Die Dampf-Kaffee-Brennerei KerMischte Anzeigen. 168] An meinen Zeichen- und Malflunden können sich noch einige Schülerinnen betheiligen. Emmy Dingeldein. Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht von dem Tode meines lieben Töchterchens Dasselbe starb heute Früh im vollendeten 13. Lebensjahre. Etz bittet Coursbericht. von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Frankfurter Börse vom 4. Januar 188V. 4% Reichsanleihe 3*/r*/g do. 4% Preuß. Consols 3Vi% do. Äkaäemtzcher ddangoerein. Y| JitxeSra,iv^m und 8. Juli 1889 in Mainz stattfindenden ? K f be8il'nen am &t°nta8 btn festgebende Verein in Mainz bat schon jetzt die List- derjenigen unserer M tglieder, welche sich an dem Feste beteiligen wollen, verlangt, spätestens Donnerstag den 10. Januar wird diese Liste geschloffen und können spatere Meldungen nicht mehr berücksichtigt werden 145_____________ »er Vorland. Bonn, Berlin, Antwerpen, empfiehlt ihre rühmlichst bekannten Spezialitäten: la. gehr. Java-Kaffee h 1.80 Ila. gehr. Java-Kaffee ä «X 1.70 Gut gehr. Haush.-Kaffee ä 1.60. (Niederlage in Giessen bei Herrn J. Schulhof» 164 Ein freundlich möblirtes Zimmer auf sofort zu vermiethen- K. Haas, Wallthorstraße 3t. 165] Geschäftslocal mit Nebenräumen und Wohnung, gut gelegen, geräumig, billig. Näh, beim Hausbes. Kirchenpl, 11. 167 Ein schön möblirtes Zimmer sofort zu vermiethen. Bahnhofstraße 61 III. Unterzeichnete b-abfichtigt auf Grund mehrfacher Anfragen hin für die f°mmenben JWonate bafuer einen Literaturkursus zu eröffnen, welcher gebübeten Damen Gelegenheit geben soll, ihre Kenntnisse in ber alten unb Literatur aufzufrischen, bezw. zu erweitern. Der Unterricht wirb in ^'trägen gehalten. Nähere Auskunft zu ertbeüen, sowie Notanlage ä“ n^mm' $at bie @üte Frl.