Nr. 283. Mittwoch den 4. December 1889. Der Lietzener An-eigcr erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Inmtrlenvkäller werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er General-Anzeiger. vierteljähriger Zvounementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchntstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Jamilienölätter. Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlichem Theil. Gießen, am 2. December 1889. Betr.: Lieferungen des Bedarfs an Materialien für die Bekleidungswirthfchaft der Truppenlhelle. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien deS Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung unserer Verfügung vom 4 November d. I. im Rückstand sind (Gießener Anzeiger Nr. 262), werden hieran mit Frist von acht Tagen erinnert. Zutreffenden Falls sind die in Betr acht kommenden Industriellen namhaft zu machen. v. Gagern. politische Ueversicht. Gießen, 3. December. Staatssekretär Graf Bismarck hat sich aus einige Tage von Berlin nach Friedrichsruh zu seinem Vater begeben, ver muthlich zur mündlichen Berichterstattung über die jüngsten Vorgänge im Reichstage. Nach Andeutungen der „ST. Z." dürste Graf Herbert bei seinem gegenwärtigen Besuche in Friedrichsruh vom Kanzler auch die letzten Anweisungen über die Vertretung der Vorlage, betreffend die zu subventionircnde Dampferlinie nach Ostafrika, im Bundesrathe und dann auch im Reichstage empfangen. Die Vorlage soll dem Bundesrathe bereits zu seiner nächsten Wochenplenarsitzung am Donnerstag zugehen und glaubt man in Berliner parlamentarischen Kreisen, daß der Entwurf noch vor den Weihnachtsferien auch an den Reichstag gelangen wird. Die Wahlbewegung anläßlich der Neichstagswahlen beginnt sich immer schärfer bemerklich zu machen, obwohl über den Wahltermin noch gar nichts Bestimmtes verlautet. Aber begreiflicher Weise wünscht sich keine Partei überraschen zu lassen und allseitig trifft man daher die entsprechenden Vorbereitungen durch Abhaltung von Wahlversammlungen, Ausstellung von Candidaten u. s. w. Sehr interessant scheint sich die Wahlbewegung in Berlin gestalten zu wollen, wo ja die Parteigegensätze von jeher mit am schärfsten auf einander zu prallen pflegten und diesmal dürfte der Kamps zwischen den Freisinnigen und den andern bürgerlichen Parteien besonders heftig entbrennen, wovon der officielle Beschluß der freisinnigen Partei, bei den bevorstehenden zwei Stichwahlen zur Berliner Stadtverordneten-Versammlung, bei denen sich socialdemokratischc und bürgerparteiliche Candidaten gegenüberstehen , für die ersteren zu stimmen, einen Vorgeschmack giebt. Es ist mehr wie wahrscheinlich, daß dieser Beschluß, welcher übrigens in angesehenen fortschrittlichen Organen der Provinzialpresse lebhaft gemtßbilligt wird, dem Berliner Freisinn eines oder das andere der vier Mandate zum Reichstage, welche er bislang noch zu behaupten vermochte, zu Gunsten der Socialdemokraten kosten wird, denn höchst wahrscheinlich dürfte es im dritten und fünften Berliner Retchstagswahlkreise zu engeren Entscheidungen zwischen Freisinn und Socialdemo- fraten kommen und bei der Erbitterung, welche der erwähnte Beschluß der Freisinnigen in den conservativen Kreisen der Berliner Bürgerschaft hervorgerufen hat, ist es nicht unmöglich , daß ein Theil der conservativen Wähler alsdann gegen den Freisinn stimmt. Zn Esten waren am Sonntag wieder einmal gegen 3000 Bergarbeiter versammelt, um über die neuerlich zwischen den Grubenverwaltungen und den Belegschaften des Essener Reviercs entstandenen Differenzen zu berathen. Es handelt sich hierbei namentlich um die Wiederaufnahme wegen Betheiligung an früheren Strikes entlassener Bergleute seitens der Grubenverwaltungen uub wurde zu diesem Behufe von der Versammlung eine siebengliedrige Commission gewählt, welche mit den Zechenvertretern unterhandeln soll. Für nächsten Sonntag ist eine weitere Versammlung der Bergarbeiter in Essen anberanmt, in welcher man einen entscheidenden Entschluß fassen will. „Reuters Bureau" läßt sich aus Zanzibar über Kairo melden, daß die Ankunft Stanleys in Bagamoyo an diesem Mittwoch erwartet werde. Es ist an dieser Meldung auffallend, daß in ihr gar nicht Emin Paschas gedacht wird, dessen Name bislang in den ostafrikanischen Nachrichten doch immer zugleich mit demjenigen Stanleys genannt wurde. Fast möchte man aus jenem Umstande schließen, daß in der That ernste Mißhelligkeiten zwischen Emin Pascha und Stanley bestehen, die jetzt zu einer Trennung Beider noch unmittelbar vor ihrem Eintreffen an der ostafnkanischen Küste geführt haben. Deutscher Reichstag. 27. Plenarsitzung. Montag den 2. December 1889, 1 Uhr. Die zweite Berathung der B a n k g e se tz - N o v e l l e wird fortgesetzt. Reichsbank-Präsident v. D e ch c n d weist die Vorwürfe zurück, welche die Abgg. v. Kardorff und Graf Mirbach gegen die ReichSbank erhoben haben und widerlegt deren Ausführungen, daß die Bank von Frankreich besser situirt sei. Das Betriebscapital der Bank van Frankreich sei zwar um etwa 23 Millionen größer als das der ReichSbank, dafür sei aber das Capital der Bank von Frankreich festgelegt, während die Reichsbank frei über ihr Stamm-Capital verfügen kann. Der Baarbestand sei in beiden Banken gleich; wenn die Bank von Frankreich dabei einen größeren Silberwerth hat, als die Reichsbank, so sei das durchaus kein Vorzug. Auch im geschäftlichen Verkehr sei die Bank von Frankreich weniger leistungsfähig als die Reichsbank. Diese habe 240 Filialen, jene nur 131. Das Discomgeschäft in Frankreich sei schwieriger als bei un§; Lvmbardgeschäste macht die Bank von Frankreich gar nicht. Auch die Währung sei in Frankreich nicht so gut, wie bei uns. Während unsere Goldmünzen stets vollwichtig sind, ist dies bei den französischen Goldmünzen nicht immer der Fall- dort taufen viele mankirte Münzen um und die Bank gibt dort nur ungern Gold ab, während bei uns die Währung im besten Stande ist. Director im Reichsschatzarnt Aschenborn weist nach, daß die Beschaffung des Reichsbankcapitals durch 3 oder 31/2procentige Consols durchaus noch keinen höheren Gewinn bedinge, wie der Abg. Graf Mirbach behaupte. Dem Risiko, welches die Antheilhaber der Bank tragen, entspricht nicht der geringere Gcwinnbetrag, welchen der Antrag v. Huene bezweckt. Die Bank hat den Geldumlauf zu regeln, die Währung zu erhalten und dem Handel zu dienen,- dafür empfängt sie vom Reich das Notenprivilegium und eine gewisse Steuerfreiheit. An Noten laufen nicht über 96 000 000 Mk. um. Daß daraus kein großer Gewinn erfließt, ist sicher, denn die Banken, welche das Privileg der Notenausgabe besaßen, haben aus dasselbe verzichtet. Abg. Mooren (Ctr.) befürwortet seinen Antrag, „daß es den Absichten des Reichstages nicht entspricht, wenn die Bankfilialen sich Steuerfreiheiten und Privilegien von den Communen bewilligen lassen". Er wollte jeder Begehrlichkeit und übermäßigen Fiscalität der Reichsbank entgegentreten- die preußische Bank, deren Nachfolgerin die Reichsbank geworden sei, war communalsteuerpflichtig - heute errichte die Reichsbank keine Filiale, aber lasse die bestehenden Einrichtungen eingehen, wenn ihr nicht Steuerprivilegien zugesichert werden. Das fei den schwerbelasteten Gemeinden gegenüber nicht am Platze, um so weniger, als die Stadt Berlin 800000 Mk. Steuern von der Reichsbank bezieht. Präsident der Reichsbank v. Deckend: Nun wenn die Anstalt an einem Orte so wenig Geschäfte macht, daß die Filiale nicht genügend rentirt, so bleibt uns nichts anderes übrig, als darnach zu streben, daß eine solche Filiale eingeht oder Erleichterungen erhält. Wenn den Bankfilialen ein Hans geschenkt wird, so kommt das nicht den Bank- antheilhabern, sondern dem Reich zu Gute. Abg. G amp (Rp.): Er habe eine Erweiterung'der Befugnisse der Bank für den Wechseldiscont vorgeschlagen und er glaube wohl, daß dieser Vorschlag bei einer bureau- kratischen Bankverwaltung Schwierigkeiten fände, weil die Verantwortung der Bank eine größere würde. Daß er (Redner) die Verwaltung der Bank einigermaßen kenne, gehe daraus hervor, daß er beim Präsidenten der Bank die Lom- bardirung landwirthschaftlicher Producte durchgesührt habe, entgegen dem Widerstreben einiger seiner Räthe, welche mehr auf dem Standpunkte des Abg. Bamberger stehen. Redner sucht dann seine Forderungen, Gewährung einer 6monatlichen Creditsrist für Wechsel und Ausdehnung deS Bankcredits auf kleine Handwerker zu begründen. Man habe ihm in der Presse vorgeworfen, daß er die Reichsbank zu einer Zufluchtsstätte für bankrotte Gutsbesitzer habe machen wollen; dieser Vorwurf fei unbegründet. Redner befürwortet eine anderweitige Gestaltung der Bankverwaltung und namentlich eine Aenderung der Organisation des Centralausschusses, da in ihrer heutigen Gestalt die Bank das Großcapital in ungerechter Weise bevorzuge. Dies geschehe auch durch das Notenprivilegium der kleinen Banken. An dem Gewinn dieser zur Notenausgabe berechtigten Banken sollte das Reich mindestens mitbetheiligt werden. Präsident der Reichsbank v. Dechend: Langsichtigere Wechsel als über 3 Monate hinaus können nicht bei der Bank discontirt werden, auch die englische Bank discontire nur Wechsel von längstens 95 Tagen. Auf die wiederholten Ausführungen des Vorredners immer wieder einzugehen, habe er keine Veranlassung. Es sei Neues absolut zur Sache nicht beigebracht. Abg. Ur. Bamberger (dfr.): Acußcrungen der Presse gehören nicht in's Parlament - was die freisinnige Presfe über Herrn Gamp geäußert, sei nicht unzutreffend. Man kann angesichts dieser Debatte fragen, welches ist der Unter schied zwischen der Reichsbank und einem Bergwerk in Süd westafrika, und darauf antworten: Wenn Jemand die Ren tabilität eines noch nicht entdeckten MincnwerkS in Südwest afrika anzweifelt, so ist das ein reichsfeindliches Unternehmen; wenn Jemand dagegen die Existenz der ReichSbank, welche feit 15 Jahren ihre Aufgabe erfüllt hat, in Frage stellt, fo ist das eine verdienstliche Thätigkeit. Redner empfiehlt unveränderte Annahme der Vorlage. Abg. v. Kardorff (Rp.): In der Vergangenheit ist die Reichsbank ihren Aufgaben stets gerecht geworden, fraglich fei, ob sie dies auch werde in Zukunft thun können. In der Debatte feien feine Angaben über die thatfächlichen Verhältnisse im Wesentlichen bestätigt und daraus folgere er die Notwendigkeit, die Bank so zu funtnren, daß sic ihren Aufgaben in Zukunft gerecht werden könne. Ein Vergleich der Reichsbank mit der englischen Bank fei nicht zutreffend wegen den Hülfsquellen in den englischen Colonieen. Herr Bamberger will ja nicht, daß wir uns in Afrika ein Indien schaffen. Gerade daß die freisinnige Partei die Vorlage unterstützt, sollte die Regierung doch bedenklich machen, da ine oppositionelle Stellung dieser Partei gegenüber der Wirth schaftspolitik der Regierung doch bekannt ist. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) anerkennt die Verdienste des Reichsbankpräsidenten, v. Dechend um die Retchsbank und hofft, daß er auch für die Organisation in Zukunft die beste Form finden werde. Redner wird für die unveränderte Vorlage stimmen. Abg. Graf Mirbach (conf.) stellt einige seiner Aeußc- rungen gegen Angriffe von der Linken und vom Bundesraths- tische richtig. Abg. Frhr. v. Huene (Ctr.) befürwortet feinen Antrag : die Herabsetzung der höheren Divideilden-Grenze von sechs auf fünf Procent zu bestimmen. Staatssecretär Dr. v. Boettich er bekämpft diesen Antrag, dessen Annahme Unzufriedenheit unter den Bankantheils- habern Hervorrufe. Abg. Klemm (conf.) spricht für die unveränderte Vorlage. Die Debatte wird geschloffen. Bei der Abstimmung wird zunächst der Antrag Huene in namentlicher Abstimmung mit 110 gegen 94 Stimmen abgelehnt und sodann die Vorlage unverändert angenommen, lieber die Resolution Mooren (Ctr.) soll .bei der dritten Lesung abgestimmt werden. Nächste Sitzung Dienstag 11 Uhr. — Tagesordnung: Abkehrscheine der Bergleute, Fleisch und Getreidezölle. Schluß 53/4 Uhr. Neueste Nachrichten. Wölfis telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 2. December. Das neue heute erschienene Weißbuch enthält die folgenden Berichte: 1) Gravenreuths vom 16. October über die Verhältnisse an der Küste- Buschiri habe mit den Mafitis in Dunda Stellung genommen. 2) Wiß- manns vom 13. Octobcr über seine Expedition nach Mwa- pwa- Nachrichten von Emin und Stanley. 3) Gravenreuths vom 1. November: Sieg über Buschiri und die Mafitis bei 9)ombo in der Nähe von Bagamoyo. 4) Wißmanns vom 1. November: Anlage der befestigten Station in Mpwapwa - Rückmarsch und Ankunft in Bagamoyo. Ferner 5) das Telegramm Wißmanns vom 9. November über die Besetzung Saadanis. 6) Das Telegramm Wißmanns vom 10. Nov. über die Einnahme der befestigten Positionen bei Waseguhha. 7) Das Telegramm Wißmanns vom 11. November über die Einnahme des Rebellenlagers nordwestlich von Pangani. 8) Das Telegramm Wißmanns vom 17. November über die Bestrafung von Kipumbwa und die Unterwerfung von ganz Useguhha. Berlin, 2. December. Heute Mittag um 12 Uhr wurde das Museum für Naturheilkunde in Gegenwart des Kaisers und der Kaiserin, des Erbprinzen von Meiningen und Gemahlin, der Prinzessin Friedrich Carl, der Prinzen des Königshauses, sämmtlicher Minister, des Marschalls Blumenthal, des Grafen Walderfee und zahlreicher wissenschaftlicher Notabilitäten eröffnet. Minister Goßler wies in längerer Rede auf die Bedeutung des Instituts und auf die Fürsorge der Hohenzollern für die Wissenschaft und die im Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde. Bibelstunde am Mittwoch den 4. December. Abends8Uhr, in der Kleinkinderschute, Pbilipper'Brief Kap. 3 von Vers 12 an, demüthiges Streben nach Vollendung; arge Christen und rechte Christen Pfarrer vr. Naumann. , , Adoentsabendgottesdrenst am Donnerstag den o. Decbr., Abends 8 Uhr, in der Kirche; Text Offenb- Johannis Kap. 3, Vers 14—*22, Sendschreiben an die Gemeinde zu Laodicea- Pfarrer Dr. Naumann. Hessen Erlaucht Graf zu Solms-Laubach, sowie der Vorsitzende des landwirthschastlichen Bezirksvereins Herr Kreisrath Klietsch von Büdingen, sowie das Ortscomitee, Angehörige der Schülerinnen, sowie Einwohner von Lindheim. Nach Vortragung eines Liedes Seitens der Schülerinnen hielt Erlaucht Gras Solms-Laubach eine warme Ansprache, woraus Herr Kreisrath Klietsch die Festrede hielt, in welcher er insbesondere die Fortschritte des Instituts hervorhob und der erfolgreichen Thätigkeit des Lehrerpersonals dankend gedachte. Besucht war die Schule von 17 Schülerinnen, darunter aus dem Kreise Gießen drei und zwar aus Gießen zwei und aus Langsdorf eine. Der neue Cursus beginnt am 2. Januar 1890 und sind bereits 37 Anmeldungen eingelaufen, wovon jedoch 15 zurückgewiesen werden mußten, da wegen Raummangel nur 22 angenommen werden können. Es ist dies ein Beweis dafür, daß in den landwirthschastlichen Kreisen dem Institut immer mehr Interesse entgegengebracht wird. -u- Birklar, 2. December. Heute wurde unser Bürgermeister K. Krau sch zu Grabe getragen. Die große Zahl Leidtragender, welche von hier und der Umgegend herbeigeeilt waren, legte Zeugniß ab von der allgemeinen Beliebtheit, welcher sich der Heimgegangene im Leben erfreute. — Krausch war in früherer Zeit lange Jahre Beigeordneter und wurde im Jahre 1876 Vorsteher unserer Gemeinde. Er hat sich in diesen Aemtern nicht allein das Vertrauen seiner Vorgesetzten zu erwerben gewußt, sondern auch durch sein schlichtes Wesen und großen Gerechtigkeitssinn die Achtung seiner Mitbürger in hohem Maße genossen. Er hatte einige Tage vor seinem Tode das 70. Lebensjahr zurückgelegt. Möge ihm die Erde leicht sein? -u- Lich, 2. December. Heute gegen Abend wurde die hier weilende Schwägerin des Landwirths P. K. unweit der Wohnung des Letzteren von dem Müller V. aus Garbenteich d urchgeprügelt und auf die gemeinste Weise beschimpft. Die herbeigeeilte Ehefrau K. erhielt mehrere Schläge auf den Kopf. — Dem hinzugekommenen Ehemann K. gelang es mit Hülfe der Nachbarsleute den Attentäter vom Schauplatz zu entfernen. — Verschmähte Liebe soll der Grund des Attentats gewesen sein. * Büdingen, 1. December. Nachstehendemit Treffern gezogene Nummern aus der Verloosung der Oberhessischen Gewerbe- und Industrie-Ausstellung dahier sind bis jetzt nicht abgeholt worden. Das Comite hat den Termin hierzu deß- halb nochmals bis zum 5. December d. I. verlängert. Es betrifft dies die Nummern: 282, 705, 1955, 2013, 2170, 2661, 2929, 2984, 3643, 6123, 6352, 6397, 7338, 8138, 11,106, 12,273, 13,149, 15,975, 18,799, 19,147, 19,249, 19,252, 19,254, 19,764, 20,048, 20,108, 20,306, 20,629, 20,506, 22,738, 23,017, 23,831, 24,191, 24,961. Museum niedergelegten wissenschaftlichen Leistungen hin und I gedenkt besonders der Reisenden und deren Sammlungen, ferner der Erzherzog Stephan-Sammlung vom Schloß Schaumburg, die durch hochherzige Entschließung eines edlen Mannes und der Erbinnen seiner Gesinnung dem mineralogischen | Museum als besondere Zierde überwiesen worden sei. Verwaltungsdirector Behrich, Professor der Mineralogie, erbat die Erlaubniß des Kaisers zur Eröffnung. Der Rector der Universität, Hinschius, brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Es folgte die eingehende Besichtigung durch das Kaiserpaar unter Führung des Professors Möbius. Der Saal war prachtvoll decorirt. Verbindungen und Vereine mit Bannern und in vollem Wichs vertraten die hiesigen Hochschulen. Berlin, 2. December. Im Königsbau fand heute Abend die Eröffnungsaufführung von lebenden Bildern aus Afrika zum Besten der Erbauung eines deutschen Krankenhauses in Zanzibar statt. Der Kaiser und die Kaiserin wohnten während zwei Stunden mit dem Erbprinzen und der Erbprinzessin von Meiningen, sowie dem Gefolge, unter welchem sich Graf Waldersee befand, der Aufführung bei. Wien, 2. December. Der König von Dänemark erwiderte heute den Besuch des Grafen Kalnoky durch einen Gegenbesuch. — Die „Polit. Corr." bezeichnet die Nachrichten von dem bevorstehenden Rücktritt des Statthalters von Galizien, Grafen Badem, sowie von der eventuellen Absicht der Regierung, den Reichsrath aufzulösen, auf Grund von Mittheilungen aus competenter Quelle als ungeheuerliche und phantastische Erfindungen. Bern, 2. December. Die Conferenz zur Entwerfung eines Staatsvertrags über die Rheinreguliru n g tritt am 9. ds. in Feldkirch zusammen. Rom, 2. December. Wie verlautet, hält der Papst am 16. oder 19. d. M. ein geheimes Consistorium und am 19. oder 22. ein öffentliches ab, in welchem die russischen, dann einige französische Bischöfe und wahrscheinlich auch der Erzbischof von München consecrirt werden. Gegen Ende December wird eine Encyklika erscheinen, welche sich vermuth- lich über die socialen Pflichten verbreiten wird. Palermo, 2. December. Kaiserin Friedrich ist mit ihren Töchtern heute Vormittag hier eingetroffen. Neapel, 2. December. Einem Telegramm der „Piccola" aus Mass au ah zufolge griffen Ras Alula und Mangascha am 26. November Adua an. Ras Alula wollte seinen Bruder rächen, welchen Seyum an der Spitze der Garnison von Adua zurückgelassen hatte und der bei der Vertheidigung der Stadt fiel. Die Garnison flüchtete nach neunstündigem Widerstand, die Truppen Ras Alulas plünderten die Stadt und machten selbst die Verwundeten nieder. Seyum, welcher mit 2000 Mann Verstärkungen von Makale kam, erfuhr die Niederlage unterwegs. Petersburg, 2. December. Der Schluß der Schifffahrt ist unmittelbar bevorstehend, da das Eis aus dem Ladogasee treibt. Temperatur unter Null. Kairo, 2. December. Nach einer Meldung aus Sansibar wird die Ankunft Stanleys in Bagamoyo am nächsten Mittwoch erwartet. Zanzibar, 2. December. Lieutenant Rust, ein Mitglied der Peters'schen Expedition, der soeben nach Lamu zurückgekehrt ist, nimmt an, daß Peters und Tiedemann todt sind, da die an sie abgesandten Boten nicht zurückgekommen wären. Washington, 2. December. Der 'Congreß ist heute zusammengetreten. Reed wurde zum Präsidenten der Kammer erwählt. Die Botschaft des Präsidenten Harrison wird morgen erwartet. Locales und provinzielles. Gießen, 3. December. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 5. December 1889, Nachmittags 4 Uhr: 1. Mittheilungen. 2. Gesuch des Konrad Roth II. um Concessionsertheilung für die erweiterten Localitäten. 3.Kosten- decreturen. 4. Herstellungsarbeiten in den Aichlocalitäten. 5. Quellwasserleitung, hier in der Wodestraße. 6. Straßenbeleuchtung, hier in der Wodestraße. 7. Ortsgesetz über die Anlage und Einfriedigung der Vorgärten. 8. Reinhaltung der Straßen. 9. Den Einsturz der Mauer des Stadtbachs an dem früher Stieber'schen Hause. 10. Gesuch des Johann Georg Pfaff um weitere Ueberwölbung des Schoorgrabens auf der Westanlage. 11. Baugesuch des Metzgermeisters Georg Möhl. — Eine Stube warm zu machen, ist leichter, als sie warm zu halten. Da sei denn betont, was eigemlich heutzutage Jeder wissen sollte, daß reine Lust sechsmal- so schnell, also sechsmal so billig zu erwärmen ist, als verdorbene, und daß sich reine Luft auch vielmal mehr länger warm hält. Also fort mit der Angst, daß ein einmal erwärmtes Zimmer geschlossen bleiben müsse, auch wenn Tabaksqualm oder sonstige Verderbniß der Lust kaum mehr das Athmen gestattet. Die Fenster aus! Eine bis zwei Minuten flotten, frisch winterlichen Zug hindurch, der alle Miasmen hinausfegt, und dann wird man sehen, wie die Wärme rasch wieder die reine Lust erwärmt. — Auf die im heutigen Anzeigentheil enthaltene Bekanntmachung der städtischen Wasserwerks-Verwaltung seien Hausbesitzer und Wasserabnehmer auch an dieser Stelle noch ausdrücklich hingewiesen. Die daselbst empfohlenen „Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Wafferleitungen" sollen vor möglichen Beschädigungen und Unannehmlichkeiten bewahren und empfiehlt es sich, diese Bekanntmachung zur Darnachachtung aufzubewahren. -a. Altenstadt, 2. December. Heute erfolgte die feierliche Entlassung der Schülerinnen der landwirthschastlichen Haushaltungsschule zu Lindheim. Anwesend waren der Vorsitzende des landwirthschastlichen Provinzialvereins für Ober- Vernrischtes. Darmstadt, 2. December. Beim Empfang des Kaisers wird vor und hinter dem Wagen ein Zug Dragoner reiten. Am Samstag Vormittag fand nun unter Leitung des Herrn Oberststallmeffters Freiherrn v. Nordeck zur Rabenau eine Probe an dem Bahnhof statt. — Die Hessische Ludwigsbahn wird am kommenden Freitag als am Tage der Ankunft Sr. Majestät des Kaisers eine Anzahl von Extrazügen gehen lassen, da die Anmeldungen der Kriegervereine, welche ihr Kommen angezeigt haben, eine sehr beträchtliche ist. So sollen von der Richtung Mainz her ca. 1500 Mann, von Worms her über 1000, aus dem Odenwald ca. 1000 und von Aschaffenburg ca. 800 Mann angemeldet sein. Dazu kommen die Kriegervereine, welche die Main-Neckar-Bahn herbesördern wird und die zahlreichen Vereine aus der Umgegend. Jedenfalls werden die Kriegervereine des Verbands „Hassia" in einer imposanten Zahl hier erscheinen. Darmstadt, 2. December. Wie die „N. Hess. V." hören, wird zum Empfang Sr. Majestät des Kaisers in hiesiger Residenz die Großh. Leib-Compagnie, verstärkt durch Mann< | schäften der drei übrigen Compagnien des 1. Bataillons des Leibgarde-Regiments mit der Fahne des 1. Bataillons und der Regimentsmusik unter Hauptmann v. Strzemieczny aus dem Perron des Main-Neckar-Bahnhofs Aufstellung nehmen. Ebendaselbst versammeln sich die Offiziere der Garnison im Parade-Anzug, während die dienstfreie Mannschaft Spalier bildet. Als Cortege beim Einzug ist eine Escadron zu Pferde, gebildet aus den beiden hiesigen Escadrons des Garde-Dra- goner-Regiments unter Rittmeister Winsloe, bestimmt. Die Hälfte der Escadron reitet vor, die andere Hälfte hinter dem Wagen, während der Führer der Escadron seinen Platz in der Höhe des rechten Hinterrades hat. Aus der anderen Seite des Wagens reitet Hofstallmeister Major v. Riedesel zu Eisenbach. Die Artillerie gibt beim Einzuge den üblichen Kanonensalut auf dem Exercierplatz ab. Eine aus Mannschaften des 2. Bataillons zusammengestellte Compagnie unter Hauptmann v. Briesen wird im Schlosse die Ehrenwache beziehen, welche andern Tags durch eine solche aus Mannschaften des 3. Bataillons unter Hauptmann Frhr. v. Krane abgelöst wird. Fahnen und Standarten der Garnison werden in üblicher Weise vom Neuen Palais nach dem Schloß verbracht, woselbst sie bis zur Abreise Sr. Majestät verbleiben. △ Mainz, 1. December. Aus die von der Bürger - I meisteret an das Hosmarschallamt nach Berlin gerichtete Anfrage, ob auf einen Besuch des deutschen Kaisers in Mainz zu rechnen sei, ist bis zur Stunde noch keine Antwort eingetroffen, woraus sich schließen läßt, daß eine Hierherkunst des Monarchen nicht in Aussicht steht. — Eine wenig erfreuliche Decemberbescheerung hat die hiesige Bäckerinnung der Mainzer Bevölkerung verschafft, nämlich einen Bro d-auf sch lag von nahezu 8 Procent. Von 56 Psg. ist der Preis sür ein vierpsündiges Brod auf einmal auf 60 Pfg. gestiegen. Da dieser hohe Brodaufschlag in keinem Verhältniß zu der Preisbewegung auf dem Fruchtmarkt steht, macht sich über diese Preissteigerung in weiten Kreisen der Bevölkerung eine lebhafte Mißstimmung gegew die I Bäckerinnung laut. — In Folge des gegen eine Reihe hiesiger Zahnärzte eingeleiteten Strafverfahrens hatte sich das Oberlandesgericht in Darmstadt jüngst mit der Frage zu befassen, ob ein Mann, welcher in Amerika Zahnheilkunde studirt hat, sich „american Dentist“ nennen dürfe. Im Gegensatz zu Urtheilen verschiedener anderer deutscher Gerichtshöfe entschied das Oberlandesgericht in Darmstadt die Frage im bejahenden Sinne, in Folge welcher Entscheidung die Freisprechung der angeschuldigten Zahnärzte erfolgte. A Aus Rheinhessen, 1. December. Der Pächter der Drollmühle bei Sarnsheim, welcher, wie wir mitgetheilt, jüngst auf dem Wege nach Bingerbrück ohne jeden Anlaß einen Pferdeknecht überfiel und durch mehrere Revolverschüsse derart verletzte, daß derselbe nach einigen Tagen seinen Wunden erlag, ist zur Beobachtung seines Geisteszustandes in eine Irrenanstalt verbracht worden. Alle Umstände deuten darauf hin,- daß man es in dem Attentäter mit einem Irrsinnigen zu thun hat. A Mainz, 2. December. Während soeben die telegraphische Nachricht hierher gelangt, daß der Deutsche Kaiser am 8. d. M., Nachmittags 1 Uhr, in Worms eintrifft, fehlt auf die directe Anfrage der hiesigen Bürgermeisterei noch immer ein Bescheid, ob der Monarch auch Mainz besuchen wird. Auf privatem Wege ist inzwischen der Bürgermeisterei von Darmstadt die Mittheilnng zugegangen, daß ein officieller Besuch des Kaisers hier wahrscheinlich nicht zu erwarten, wogegen es nicht ausgeschlossen sei, daß eine Ueberraschung eintrete und der Kaiser zu einer Allarmirung der Festung aus kurze Zeit hierherkomme. △ Aus -dem Kreise Mainz, 2. December. Die Lehrer aus den um Mainz liegenden Ortschaften haben mit Rücksicht auf die Theuerung der Lebensmittel an das Ministerium eine Petition gerichtet, worin sie um Gewährung einer Theuerungs- zulage aus der Staatskasse ersuchen. Deßgleichen haben die Lehrer eine Eingabe an die Kreis-Schul-Commission um Erhöhung der Vergütung für den Unterricht an der Fortbildungsschule gerichtet. Worms, 1. December. Das Festspiel war gekürzt von größtem Erfolg- der Andrang colossal. Das Haus war ausverkauft; Hunderte von Stehplätzen mußten beschafft werden. 500 Personen wurden wegen Platzmangels zurück- gewiesen. (D. Z.) Frankfurt a. M., 30. November. Heute Morgen gegen 9 Uhr gerieth der Brauer Philipp Gänzer, Vater von vier Kindern, im Grethenweg wohnhaft, in einer hiesigen Brauerei einer Transmissionswelle zu nahe, welche die Kleidung des Brauers erfaßte und den großen starken Mann mit Herumriß. Bei dem sofort bewirkten Stillstand der Transmission konnte nur die Leiche des Unglücklichen, welcher Rückgrat und das Genick gebrochen, abgenommen werden. London, 2. December. In M i n n e a p o l i s (Minnesota) ist Samstag Abend das Gebäude der Zeitung „Tribüne" n i e d e r g e b r a n n t. Das Feuer entstand im dritten Stocke des acht Stockwerke enthaltenen Eckhauses. Gegen । hundert Setzer, Redacteure und Telegraphisten befanden sich im siebenten Stockwerke. Die Flammen ergriffen die Hauptstiege und den Auszug und schnitten dadurch den Bedrohten den Rückzug ab. Die Setzer wurden durch das Feuer ins Eckzimmer getrieben, wo sie die Aufstellung einer Rettungsleiter erwarteten. Mehrere sprangen aus die Straße hinab und wurden zerschmettert. Einer der Setzer, welcher auf dem Gesims stand, tödtete sich durch einen Revolverschuß. Die Redacteure wurden auf der Nordseite, wo ein Rettungsapparat angebracht war, gerettet. Professor Olsen, durch den Rauch geblendet, stürzte ans dem fünften Stockwerk. Ein Telegraphist meldete die Feuersbrunst nach Newyork und sprang dann aus dem Fenster- er wurde zerschmettert.^ Gegen 20 Personen sind umgekommen. F- Z- — 18000 Londoner Schulkinder waren im Sommer 1888 zwei Wochen lang in Feriencolonien, es kostete das zusammen 228 000 Mk., wovon die Eltern 73000 Mk. beigesteuert hatten. Im Ganzen sind in den Londoner Volks- I schulen über 600000 Kinder. Verkehr, Land, uttfc volksMirthschaft. Giebeu, 3. December. Marktbericht.) Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr- Pfd. ^1,0u-1 20 Hühnereier 1 St 7—8 2 St. —. Ä, Enteneier 1 St. 0— 2 St. — GSns'e-tcr - A, Käse pr. St. 5-8 -Ä, KLsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 17 4, Linsen vr. Liter 30 A, Tauben pr- Paar JL 0,50-0,60, Hühner pr. Stück X 0,85-1,00, Hahnen pr. St. m 0 60—1 20, Enten vr. Stück 1,70—2,00, Gänse pr. Pfd. ^-64 Ochsenfleisch'pr. Pfd- 66-72 Rindfleisch 56—60 H, Schweinefleisch 60-70 Hammelfleisch 50—66Ralb* fleücb 56—60 Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 4,00—0,00, Weißkraut pr St 6-8 4, Zwiebeln per Gentner Jt 6,00-7,00, Milch pr. Eiter 12 ^18^. ^5(n,®je^en6r Eisenbahn), 2. December. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 299 Ochsen, Kühe und Rinder, und 228 Schweine. Der nächste Markt ist am 22. 3- £eccmßer. (Getreidemarkt). Weizen hiesiger m 19 25—19,50, fremder JL 19,00—21,50, Roggen hiesiger JL 17,25 bis 00,00, fremder JL 17,25-17,75, Gerste, Brauerwaare ^ 18,50 bis 20,50, do- zu Mahlzwecken JL —,—, Hafer hiesiger X 16,00—16,50, fremder Jt —,--._____ Nademanns Kindermehl, der goldenen Medaille, unerreicht i. Näbrwerth und Leichtoerdaulichkeit,.ist nächst der Muttermilch thatsächlich die beste und zuträglichste Nahrung für Säuglinge. Zu haben ä «X 1.20 pro Büchse in allen Apolheken, Drogen, und Colonialwaarenhandlungen. [7d08 Otto Bergen. •9708 Wettere Auskunft 9720 9716 Arnold. Wimmenauer. billig ab 9631 JLouis Treff# Cie Aus der Landrichter Dr. Müller'schen Stiftung zu Darmstadt sind durch die unterzeichnete Behörde zw i Unterftützungslegate von jährlich je 500 Mark an bedürftige elternlose Studiosen der Rechts- wiffenschaft zu vergeben. Zur Bewerbung um diese Legale nvt Nachweis über die Qualification wird hiermit eine Frist von vier Wochen angesetzt. Darmstadt, am 25. November 1889. Großherzogliche Civildiener-Wittwmkasse-Commission. im Anschluß an diesen Sonderzug besonders erfolgen, dieserhalb wird die Station Lollar ertheilen. Cassel, den 2. December 1889. Königliches Effenbahn-Betrikbs-Amt. (Main'Weser-Bahn) Julius Schulze am Kreuz. 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Js. bei Gelegenheit der Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers in Darmstadt stattsindenoen Festlichkeiten, namentlch von Seiten der Hessischen Kriegervereine, soll Freitag den 6 d Mts, Vormittags 4 Uhr 44 Minuten Ortszeit von Gießen nach Bockenheim ein Sonderzug abgelaffen werden, welcher auf sämmtlichen Stationen und Haltestellen der genannten Strecke andält, in Bockenheim 7 Uhr 9 Minuten ankommt und 7 Uhr 20 Miu. nach Darmstadt weitergeführt wird, zu welchem Sonderzuge auch besondere directe Rückfahrkarten III. Classe nach Darmstadt mit 50% Fahrpreisermäßigung und dreitägiger Gültigkeitsdauer zur Aus- gäbe kommen. Die Ankunft und Abfahrtzeiten des Sonderzuges auf den einzelnen Zwischenstationen können auf den betreffenden Stationen und Haltestellen erfahren werden. Bei etwaiger Bethelligung von Lollar wird Abholung der Theilnehmer polis (Mimiesota) Zeitung ,/Tri- entftanb im brittcn fäfljaufeS. Gegen sten befanden sich reihen bie haM- rcd) den Bedrohten nd) das Feuer ins .ng einer Rettungs- s die Straße hinab jer, welcher aus dem ssevolverschuß. Die wo ein Rettungs- ofessor Olsen, durch sünsten Stockwerk. ist nach Newyork und zerschmettert. Gegen F. 3- waren im Sommer nen, es kostete das m 73000 Mk. bei- m Londoner Volks- ^er(QÄte Ä? *no he' 54 Oer ange- U8*‘Ä mit einem Jrr- ifSÄSi "n «fficitltt näu(en«Mm, ,^»msch^g ein- 1 ^er Festung aus "ber. Die Lehrer * Rücksicht 5 Ministerium eine finer Theuerungs- gleichen haben die Emission um Erder Fortbildungs- Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Walser- tettungen. Unter Hinweis aus die Bestimmungen über Anlage der Hauüwasserleitungen zu Gießen machen wir daraus aufmerksam, daß, um dem Einfrieren des Wassers in den Hau-waffe»- leitungen bei eintretender Kalte vorzubeuaen, es erforderlich ist, die Hauswasserleitungen de- Abend- für die Dauer der Rächt zu entleeren — Dies Geschieht dadurch, daß zuerü der vor dem Wassermesser befindliche Hauptabsperrhahn oefchloffen und bann das seitlich desselben besindliche Entleerungshähnchen, nachdem ein passendes Gefäß untergestellt, geöffnet wird und dieses so lange geöffntt bleibt, bis das in der Hausleitung stehende Wasser vollständig abgelaufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder geschlossen wird. Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, wahrend derselben das in dem obersten Stockwerk de- Hanse- befindliche Japfventtl der Han-leitnng offen zu halten, damit die Lust Zutritt in die Leitung erhalte. — Ein größerer Theil des Wassers kann auch schon durch das Zapfventil der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird. — Nach statt« gehabter Entleerung stnd die beiden Zapfoentile, welche dem Eintritt der Lust, bezw. der Entleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen. Das Schließen des Haupladspeirhahns erfolgt durch Aufsehen des bei- gegebenen Schlüssels auf den vierkantigen Hahnzapfen und Drehung tii der Richtung von links nach rechts — im Sinne eines Uhrzeigers - bis Widerstand erfolgt — Das Oeffnen des Hauptabsperrhahns geschieht durch Drrbung in entgeg ngesetztem Sinne, bis Widerstand erfolgt. Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der Hauptabsperrhahn wieder geöffnet werden. Abzweigleitungen nach Waschküchen, Hosräumen, Gärten us. w sind während des Winters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen aus ähnliche Weise zu enlleeren und ertheilt hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur Auskunft, welcher die betr. Leitung gefertigt hat. Die Wasfermesser sind während des Winters mit Stroh, Säcken oder ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellerfenster geschlossen zu halten. Durch diese Vorkehrungen werd dem Wasserabnehmer die Lieferung des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer aber werden Be- schädigungen an Leitung und Gebäude fern gehalten. — Wrr empfehlen daher vorstehende Vorsichtsmaßregeln allen Betheiligten zur ganz besonderen Beachtung. Gießen, den 2. December 1889. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. 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Statt besonderer Anzeige Heute früh verschied unerwartet, aber nach schwerem Leiden 2 ’/2 Uhr, vom Leichenhaus auf dem Friedhof aus statt. 9715 Frau Bertha Ebel, geb. Simon, Wittwe des Pfarrers Iludolph Ebel. Um stille Theilnalime bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, den 2. December 1889. * Die Beerdigung findet Mittwoch den 4. ds. Mts., Nachmittags Jaigemi- u> Binder-Bibliothek 9700 zu 6 Mark SO Pf. 973 j Eine Stube mit Küche zu ver- Neustadt 52. miethen. 971-4] Schlafstellen für Arbeiter zu oer- Brandgasse 6 HI. 9712 Wolkengasse 1 mieiben- 91 4] D. W. Karnbach, Kirchenplatz 18, 1 Tr- Dreijähng-IreiwMge, Größe 166—170, können sich melden. 9710 Wer gibt einigen jungen Leuten guten bürgerlichen MittagStisch? Gest. Offerten unter Nr. 9710 an die Exped. b. Bl. Weihnachten 1889 = enthaltend eine Sammlung von: 14 verschiedenen Jugendschrifte r n. 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Ungar. Goldrente 86.90 5 „ Italiener Rente 93.70 Oesterr. Silberrente 74 20 Ruff. Orient III. 66.50 Disconto-Commandit-Antheile 252.30 Darmstädter Bank-Actien 183.70 Dresdener „ » , „ ^85.20 Berliner Handelsaesellfch -Antheile 207.00 Oesterr. Credit-Actien 272.62 „ Staatsbahn-Actien 202 25 Lombard. Eisenbahn- „ 109 50 Buschtherader Eifenbahn-Actien 336 50 Elbethal-Bahn-Actien 18925 Gotthard- „ „ 175.20 Schweizer Nordost-Bahn-Actien 135.00 „ West- < „ 3810 Gelsenkirchener Bergwerks-Actien 229 50 Oesterr. Alpine-Montan- , 7980 Ter heutigen Nuwmer liegt ein Prospect deS Heren Wil b. Rudolph in Gießen bei. 9715